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Literatur-Blog

Rüdiger Heins

… DIE FARBE DER BERÜHRUNG. BERÜHRT SEIN VON DIR UND VON MIR UND … – Ein Essay von Antje Hampe und Rüdiger Heins

Rüdiger Heins ist freier Schriftsteller und produziert Beiträge für Hörfunk, Fernsehen und das Internet. Er ist Dozent im Creative Writing sowie Gründer und Studienleiter des INKAS – INstitut für KreAtives Schreiben. Mit seinem Roman “Verbannt auf den Asphalt” und den Sachbüchern “Obdachlosenreport” und “Zuhause auf der Straße” machte er die Öffentlichkeit auf Menschen am Rand der Gesellschaft aufmerksam. In seinen Theaterstücken “Allahs Heilige Töchter”, und “Fee: Ich bin ein Straßenkind”, greift er ebenfalls sozialkritische Themen auf. Er organisiert Literaturveranstaltungen und interdisziplinäre Künstlerprojekte. Rüdiger Heins ist Herausgeber des Online Magazins “eXperimenta”. Zuletzt erschien sein Roman “In Schweigen gehüllt”.

Das neue Experimenta ist da: SOMMER-Ausgabe 2017 „SiebenMeilenstiefel“

Mitten im Sommer. Geht Ihnen das ebenso? Es scheint, als ob wir mit Sieben­Meilen­stiefeln durch das Jahr marschieren. Manchmal wünsche ich mir, die Zeit einfach anhalten zu können, dann wiederum bin ich froh, wenn etwas Zeit verstrichen ist. Gelegentlich sollten wir unsere Sieben­meilen­stiefel ablegen, um die Zeit einfach zu genießen. Probieren Sie das einmal aus. Begrüßen Sie den Tag, tun Sie sich etwas Gutes. Kochen Sie sich Ihr Lieblingsgericht, hören Sie schöne Musik, machen Sie einen Spaziergang in der Natur und ruhen Sie sich einfach nur aus. Wir sollten viel öfter die Zeit anhalten, um wieder zu uns zu finden. Immer nur äußere Bewegung behindert unsere innere Entwicklung hin zur Stille.

eXperimenta Ausgabe JUNI 2017: „SechsAdrig“

Liebe eXperimenta Leserinnen und Leser, in der April Ausgabe haben wir mit einer Crowdfunding-Aktion gestartet, bei der Sie dazu beitragen können, unsere redaktionelle Arbeit zu unterstützen. Wir möchten ab sofort die Arbeit der Redakteurinnen und Redakteure sowie der Illustrator(inn)en mit einer Aufwandsentschädigung belohnen. Sie helfen uns mit Ihrem Solidaritätsabo dabei. Mit fünfzig Euro pro Jahr signalisieren Sie Ihre Wertschätzung der eXperimenta. Falls Ihnen dieser Betrag zu hoch ist, können Sie gern auch weniger überweisen. Natürlich halten wir Sie auch nicht davon ab, die eXperimenta mit einem größeren Betrag zu unterstützen. Gerne können Sie auch von der Möglichkeit Gebrauch machen, eine Anzeige zu schalten. In jeder Ausgabe finden Sie unsere Anzeigenpreise. Die Anzeigengebühr kommt ebenfalls der Redaktion zugute. Der Abruf des Magazins bleibt weiterhin kostenlos.

Die aktuelle Mai-Ausgabe 2017 der eXperimenta ist erschienen!

Im Mai, genau vor 15 Jahren, erschien die erste Ausgabe, damals noch als studentisches Projekt mit dem Hintergrund, Menschen, die sich mit dem kreativen Schreiben beschäftigen, miteinander zu vernetzen. Damals wurde die eXperimenta als PDF-Datei im Anhang an insgesamt 82 Adressaten versendet. Die Redaktion, die sich aus sechs Student(inn)en des INKAS Instituts zusammensetzte, war noch sehr unerfahren, ja sozusagen jungfräulich. Mittlerweile hat die Redaktion sich mächtig verändert. Wir sind seit Jahren ein stabiles Team, mit einem strukturierten Aufgabengebiet, das sich vom redaktionellen Sichten der Texte über das Redigieren, bis hin zum Satz, dem Layout und auch der Pflege der Website erstreckt. Wir haben eine professionelle Redaktion, die sich sehen lassen kann. Mehr als 20.000 Abonennt(inn)en, die uns seit Jahren die Treue halten, bestätigen unser Konzept, das sich mit Kunst, Literatur und Gesellschaftsthemen beschäftigt …

Die aktuelle eXperimenta April 2017 ist online.

Was hat sich Gabi Kremeskötter nur dabei gedacht, als sie diese Einworttitel in die Redaktionsrunde gegeben hat? Zugegeben, für mich ist jede Ausgabe eine neue Herausforderung, weil ich zu den Menschen zähle, die von sich behaupten, mit Zahlen nichts zu tun haben zu wollen. Jetzt aber, in der vorliegenden Aprilausgabe, habe auch ich mein literarisches Feuer für Zahlen entfachen können. Wird doch das Erzählen von Zählen abgeleitet: Erzählen hat also etwas mit Zahlen zu tun. Damit sind wir in bester literarischer Gesellschaft. Paul Auster, beispielsweise, hat seinen jüngsten Roman mit über zwölfhundert Seiten, „4 3 2 1” genannt. Er erzählt in diesem Roman die Geschichte des Protagonisten Archibald Ferguson in vier verschiedenen Variationsmöglichkeiten (VierHändig) mit der Fragestellung: Was wäre wenn? Hier wird das Zählen der einzelnen Kapitel von Rückwärts in eine Erzählkulisse eingebettet, die sich zu einem fesselnden Gedankenspiel entfaltet.

Die aktuelle eXperimenta ist online und kann hier abgerufen werden

Liebe Leserinnen und Leser, warum haben wir nicht schon viel früher einmal eine komplette Ausgabe dem Nachwuchs gewidmet? Dies fragten wir uns in der Redaktion angesichts der zahlreichen Einsendungen zu unserer vorliegenden März-eXperimenta DreiKäsehoch. Die Wirkung unserer Themen, die 2017 ganz im Zeichen der Zahlen stehen, war uns bei
der Auslobung nicht bewusst. Umso schöner ist es anzusehen, wie die Jungen unter uns dieses Thema angehen. Ob im Familienverbund, wenn die Mutter und Kind im zahlreichen Schrift – und Malfundus stöbert, um uns Material einzusenden
oder der ein oder andere Autor in Erinnerungen an die eigene Kindheit schwelgt und eben dies zu Papier
bringt.

SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Historische Kriminalgeschichten”

Wieder ein Neueintrag, doch welche Art Geschichten, Leseproben und Rezensionen wollen wir denn nun wirklich bevorzugt in diese Anthologie stellen? Hier hilft ein Blick in die Liste der bisherigen Titel. Im sfbasar gibt es einige Anthologien, die speziell Krimis sammeln, die in eine bestimmte Richtung gehen. Natürlich gibt es auch Überschneidungen, so daß einige Beiträge auch in mehrere Anthologien hineinpassen. Für Beiträge für diese vorliegende Anthologie gilt vor allem, daß es sich um “historische” Krimis handeln sollte. Natürlich ist dieser Begriff auch wieder übergreifend und natürlich sollte der Begriff “historisch” nicht zu wörtlich gesehen werden, sonst wären ja Krimis aus dem letzten Jahr auch bereits “historisch”.

ScheinHeilig – Die Dezemberausgabe der eXperimenta ist online:

Bereits der erste Gedanke, den ich mit dem Begriff Scheinheilig verbinde, ist negativ besetzt. Ich vermute mal, dass ich mit dieser Einschätzung nicht alleine bin, denn sonst würde die Verwendung des Wortes „Scheinheilig“ keine übereinstimmenden Assoziationen auslösen. Dabei erzeugen diese beiden Worte, wenn sie für sich alleine stehen eher eine positive Wirkung: der Schein und das Heilige ergeben auch einen Heiligenschein. Das klingt schon besser oder sollte ich sagen, spiritueller? Die Worte selbst sind eigentlich unschuldig. Es sind die Interpretationen, die wir in Begrifflichkeiten hineindeuten, um unser selbsterschaffenes Weltbild immer wieder zu bestätigen.

AUGENBLICK DER STILLE – Kurzgeschichte von Rüdiger Heins

Am Morgen des achten September 1903 findet in Mainz die Hinrichtung des achtzehnjährigen Anton Detrois statt. Gegen sieben Uhr wird sie im Keller des Gefängnisses vollstreckt. In Mainz wurde seit einigen Jahren keine Hinrichtung mehr vollzogen. Der alte Kurfürst ließ keinen mehr Köpfen. Er wollte nicht, dass in seinem Namen Blut vergossen wurde. Das Handwerk des Henkes war in der Mainzer Domstadt ausgestorben. Deswegen gab es auch niemanden mehr, der sich mit der Handhabung der Guillotine auskannte. Aus dem sächsischen Hohenlinde musste aus diesem Grund ein Scharfrichter namens Brandt angefordert werden. Der kam in aller Eile mit einer zweispännigen Kutsche angereist. Nur wenige Minuten vor der Hinrichtung erreichte er das Mainzer Gefängnis.

EISZEITSYMPHONIE – Supershortstory von Rüdiger Heins

Das Wasser des Aquariums ist durch der Kälte der Nacht gefroren. Der einsame Goldfisch hat im Becken gerade noch so viel Platz, dass er seine Flossen sanft bewegen kann. Benedikt geht in die Küche, um einen Kessel Wasser aufzustellen. Er will mit dem kochenden Wasser das Eis zum Schmelzen bringen, damit der Goldfisch wieder schwimmen kann. Dann ist da noch das Loch in der Küchentür. Onkel Franz hat es am Abend zuvor hineingetreten, um sich Eintritt zu verschaffen. Die hinter der Küchentür standen, seine Mutter, seine beiden Brüder und Benedikt, hatten Angst. Keiner sprach ein Wort, sie sahen sich nicht an, weil sie Angst davor hatten, einander ihre Angst zu zeigen.

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