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ZURÜCK AUF GAMORRHA – Leseprobe (Teil 2) aus dem gleichnamigen Roman: “Rettungskreuzer Ikarus 52 (Gamorrha-Trilogie 2)” von Irene Salzmann

ZURÜCK AUF GAMORRHA

Leseprobe (Teil 2) aus dem gleichnamigen Roman:
“Rettungskreuzer Ikarus 52 (Gamorrha-Trilogie 2)”
von Irene Salzmann

(Zurück zum vorherigen Teil)
Falls Commander Dane Hellerman überrascht war, dass ihn nicht Sally McLennane sondern ihr Stellvertreter Heinrich Färber empfing, ließ es sich nicht anmerken. Färber hatte sich im Büro der Direktorin eingerichtet. Er verzichtete auf die Psychospielchen seiner Chefin, die ihre Besucher gern ein wenig warten ließ, um sie nervös zu machen und dadurch Dinge zu erfahren, die sie ursprünglich nicht hatten verlauten lassen wollen.

Färber kam hinter dem aufgeräumten Schreibtisch hervor und wies auf eine Nische mit fünf Sesseln und einem kleinen Tischchen. Offenbar mochte er auch nicht von einem erhöhten Sitzplatz aus auf seine Leute herabschauen. Hellerman nahm die Einladung dankbar an, lehnte die angebotene kleine Erfrischung jedoch ab.

„Ich habe Ihren Bericht gelesen“, kam Färber gleich zur Sache. „Bitte schildern Sie mir den Angriff des Wenxi-Raumers noch einmal in allen Einzelheiten und sagen Sie mir, was Sie vermuten: Hatten es die Wenxi wirklich auf die Phoenix abgesehen – oder wurden Sie und Ihre Crew bloß attackiert, weil Sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren?“

Hellerman zog eine Braue hoch. Dass der Vorgesetzte den Bericht von hinten aufzog, hatte er nicht erwartet und auch nicht, dass dieser denselben Verdacht wie einige seiner Leute äußerte, dass das Gefecht einen ganz anderen Hintergrund hatte, als man auf den ersten Blick hin annehmen würde. Eigentlich hatte er einige Antworten von der Direktorin einfordern wollen, doch sah es ganz so aus, als würde er keine bekommen.

Sachlich berichtete er, wie die Phoenix grundlos von dem Wenxi-Schiff angegriffen worden war, dass es keinerlei Kommunikation gegeben hatte und der gegnerische Pilot Manöver geflogen war, die verdeutlichten, dass er lieber sterben würde, als den Rettungsraumer entkommen zu lassen. Die Auseinandersetzung endete mit der Zerstörung des Aggressors. Inzwischen wusste Hellerman, dass das Schiff Lacertida geheißen und einem Privatmann namens Squamat gehört hatte.

Er ließ Färber auch an den Überlegungen der Phoenix-Crew teilhaben, dass man glaubte, der Wenxi wollte ein Exempel statuieren und dass Sally McLennane mehr darüber wissen könnte.

„Danke“, sagte Färber. „Wie Sie bemerkt haben, ist die Direktorin … nicht zu sprechen.“ Er zögerte, dann wurde sein Gesicht hart. „Auf Mrs. McLennane wurde ein Attentat verübt, und sie wird noch immer in der Klinik von Dr. Ekkri operiert. Wir gehen davon aus, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen beiden Anschlägen. Da es möglich ist, dass man die Pheonix ein weiteres Mal ins Visier nimmt, denke ich, dass es besser ist, Sie darüber zu informieren.“

„Wie geht es der Direktorin?“, fragte Hellerman. „Ist sie außer Lebensgefahr? Sind andere verletzt worden?“

„Dr. Ekkri teilte mit, ihr Zustand sei kritisch, aber stabil. Sie wurde in ein künstliches Koma versetzt und liegt in einem Heilbad. Ihre beiden Posten wurden durch ein schnell wirkendes Giftgas getötet. Der Attentäter sprengte sich selbst in die Luft und verletzte dabei die Direktorin schwer.“

„Mein Gott!“

„Die Spurensicherung hat die Überreste als die eines Wenxi identifiziert.“

„Schon wieder ein Wenxi?“ Hellerman beugte sich vor. „Das kann kein Zufall sein. Aber das Raumcorps hatte doch nie Probleme mit den Wenxi. Was ist los?“

„Das wüssten wir selbst gern. Der Wenxi-Botschafter Podarcis bestreitet, dass es Gruppierungen innerhalb seines Volkes gibt, die einen Groll gegen uns hegen, und ich habe keinen Grund, an seinen Worten zu zweifeln. Diese drei Vorfälle -“

„Drei?“

„Es gab noch einen weiteren Anschlag auf die Direktorin, der jedoch vereitelt werden konnte. Diese Vorkommnisse sind die ersten seit Jahren, in die Wenxi verwickelt sind. Podarcis ist äußerst kooperationsbereit, denn ihm liegt viel daran, die Angelegenheit aufzuklären, um die bislang guten Beziehungen nicht in eine Schieflage zu bringen. Unsere Agenten bemühen sich gerade, mehr über diesen Squamat in Erfahrung zu bringen.“

„Wissen die Kapitäne der anderen Rettungskreuzer und der Lazarett-Schiffe Bescheid?“, erkundigte sich Hellerman. „Sie könnten die nächsten Opfer sein.“

„Teilweise konnten Sie informiert werden. Wir versuchen auch, die Rettungsschiffe des Commonwealth zur Vorsicht zu bewegen, denn es ist nicht ausgeschlossen, dass jemand mit dem Raumcorps bloß den Anfang macht und andere Organisationen und Imperien ebenfalls schwächen will.“

„Aber warum? Wer will sich mit uns und unseren Verbündeten anlegen? Das klingt ganz, als hätten wir es mit einem Wahnsinnigen zu tun. Mit jemandem wie Prinz Joran oder Noël Botero.“

„Vielleicht erfahren wir gleich Näheres.“ Färber erhob sich, trat an seinen Schreibtisch und stellte die Verbindung zu Lyonel Browers im Vorzimmer her. „Ist er schon da? Gut. Dann bringen Sie ihn herein. Hynemann soll auch dabei sein.“

*

„Was hältst du davon?“ Fragend blickte Yeni Alaya seinen Freund an.

Paluto Bernstein kratzte sich an seinem kahlen Kopf. „So etwas habe ich noch nie erlebt.“

Alaya und Bernstein hatten sich auf Vortex Outpost bei einem Trisolum-Spiel kennengelernt. Der Laborant war dem ehemaligen Berufsspieler fast ebenbürtig gewesen, was den Beginn ihrer Freundschaft und etlicher weiterer Spielrunden markierte. Seither wartete Bernstein noch immer darauf, den Pilot der Phoenix schlagen zu können.

Beide Männer beobachteten Katie, die zufrieden an einem Riegel Galaxy Way nagte, nachdem sie zuvor alle anderen Schokostücke und Leckereien verschmäht und sich wie wild gebärdet hatte.

„Wenn du mich fragst“, Bernstein zögerte, seine Überlegung preiszugeben, „dann erinnert mich ihr Verhalten an eine Person, die hochgradig süchtig ist. Ich habe da kürzlich etwas erzählt bekommen …“

„Das ist doch Unsinn“, sagte Alaya. „Wieso sollte ein Tier nach einer bestimmten Schokosorte süchtig werden? Im Prinzip schmecken die Riegel ähnlich, und wenn Ratten richtig Hunger haben, fressen sie normalerweise alles.“

„Das wäre ja auch nur eine Möglichkeit von vielen“, erwiderte Bernstein beschwichtigend. „Ich kann wirklich nichts Genaues sagen, ohne Katie untersucht zu haben. Soll ich sie mir nach Dienstschluss mal vornehmen?“

„Du wirst ihr doch nicht wehtun?“

„Nicht mehr als dir, wenn ich dir ein paar Sensoren anlege und etwas Blut abzapfe.“

„Ich schulde dir was.“

„Darüber reden wir noch.“ Bernstein grinste. „Übrigens, isst du das Zeug auch?“

„Wieso?“ Alaya zog zwei Riegel aus der Jackentasche. „Ich esse aber auch noch anderes und bin nicht ausgeflippt, als man mir mitteilte, Galaxy Way sei gerade aus. Inzwischen ist eine neue Lieferung da.“

„Iss du die Dinger?“, beharrte der Laborant auf einer Antwort.

„Klar.“

„Und wie findest du sie?“

„Sie schmecken gut. Ja, besser sogar als die anderen Sorten. Aber -“

Bernstein schnappte sich die beiden Riegel, bevor Alaya sie aus seiner Reichweite ziehen konnte.

„He!“

„Nix he. Roll deinen Ärmel hoch.“

„Was hast du vor?“

„Ich brauche nur ein bisschen Blut.“ Mit flinken Fingern steckte Bernstein die Nadel auf eine Ampulle, auf die er Alayas Namen schrieb.

„Ich bin doch keine Ratte.“

„Doch, du bist jetzt meine Ratte. Ich will mir das Zeug genauer anschauen. Außerdem, mir hat jemand kürzlich etwas erzählt, das vielleicht hiermit in Zusammenhang steht, vielleicht auch nicht. Das möchte ich überprüfen. Und noch eins: kein Galaxy Way mehr in nächster Zeit, klar?“

„Autsch.“

*

Als Cornelius die Suite betrat, die er und Pakcheon sich teilten, wusste er sofort, dass Kosang nicht allein auf ihn wartete. Der liebliche Duft war unverkennbar.

„Ich grüße Sie, Miss Shilla.“

„Hallo, Cornelius.“ Die Vizianerin schenkte ihm ein Lächeln, das sofort wieder verschwand und einer ernsten Miene Platz machte.

„Kann ich Ihnen etwas anbieten?“

Shilla schüttelte den Kopf. Sie wartete, bis er sich ein Glas Wasser geholt und sich ihr gegenüber in die Polster hatte sinken lassen.

„Ich bin überrascht, dass Sie noch hier sind. Mr. Knight sagte mir, dass die Celestine einen Auftrag habe. Hätte sie nicht längst gestartet sein müssen?“

„Das ist korrekt. Jason und Taisho sind ohne mich geflogen.“

Oh! „Darf ich fragen, was Sie veranlasst hat, auf Vortex Outpost zu bleiben?“

„Die Geschehnisse der letzten drei Tage.“

Cornelius blickte sie verblüfft an, dann schaute er zu Kosang. „Habe ich etwas verpasst?“

„Shilla wird Ihnen alles erklären“, sagte der Ableger. „Kurz nachdem ich Sie angerufen hatte, suchte Shilla mich – das heißt: Sie mit weiteren brisanten Neuigkeiten auf.“

Dass die Vizianerin offenbar seinetwegen – Nicht meinetwegen. Für Pakcheon. – auf der Station geblieben war, konnte nur bedeuten, dass das, was sie zu erzählen hatte, wirklich wichtig war. „Ich bin ganz Ohr.“

„Wo soll ich anfangen?“ Die Vizianer strich sich ein imaginäres Staubkorn von dem dunkelblauen Ärmel ihres einteiligen Anzugs und schlug die Beine übereinander. „Es ist so viel passiert, das miteinander zusammenhängen könnte, vielleicht auch nicht. Mir ist es noch nicht gelungen, die Puzzleteile an die richtigen Stellen zu setzen.

Kosang, Jason und Taisho haben … etwas aufgeschnappt. Und auch ich habe … zufällig … einige Gedanken empfangen. Ich hoffe, Sie glauben mir, dass ich nicht unaufgefordert die Gedanken anderer lese. Es ist nur so, dass ich nicht immer alle Impulse von außen unterdrücken kann, wenn ich mich mit jemandem unterhalte. Es ist, wie wenn man unwillentlich ein Gespräch am Nachbartisch mithört.“

Unter anderen Umständen hätte sich Cornelius darüber amüsiert, wie empfindlich die Vizianer reagierten, wenn sie Gefahr liefen, der Gedankenspionage bezichtigt zu werden. Auch Pakcheon wies stets wortreich daraufhin, dass er niemals die Privatsphäre anderer verletzen würde und Geheimnisse, die er versehentlich erfuhr, für sich behielt. Aber wie den Gesprächen vom Nachbartisch lauschte man manchmal eben doch, wenn interessante Informationen ausgetauscht wurden.

„Sie wissen, dass auf Sally McLennane und den Rettungskreuzer Phoenix Anschläge verübt wurden?“ Shillas Frage war rhetorisch, und sie fuhr ohne Pause fort: „In allen drei Fällen waren Wenxi involviert.“

„Drei Attentate?“ Cornelius horchte auf.

„Der dritte Angriff wird noch geheim gehalten. Aber je mehr Personen davon wissen, nun, umso mehr Gedanken kreisen um diese Vorkommnisse. Kosang hat in den gesicherten Datenbanken von Vortex Outpost und in den Rechnern der Klinik erste Hinweise gefunden, die ich leider verifizieren muss. Sally McLennane wurde mit schweren Verletzungen in die Krankenstation eingeliefert. Die Ärzte sind mittlerweile vorsichtig optimistisch, dass sie die Direktorin durchbringen.“

Cornelius hatte bereits nach dem ersten Attentat einige Recherchen anstellen lassen, wusste jedoch nicht, was das mit ihm zu tun haben sollte. Das Raumcorps würde die Sicherheitsvorkehrungen verschärfen, jeder würde wachsam sein müssen, vor allem …

„Miss Shilla, wäre es nicht im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit gewesen, die Station zu verlassen? Wenn Commodore Färber erfährt, dass sie noch hier sind, wird er Sie gewiss um Ihre Mitarbeit bitten. Das könnte Sie in noch größere Gefahr bringen als Sie als Telepathin ohnehin schon sind. Falls hier jemand dem Raumcorps schaden will, würde er nicht nur die Führungsspitze und andere wichtige Personen als Ziel wählen, sondern sich auch bemühen, einen Keil zwischen Verbündete zu treiben. Ich habe Kosang bereits angewiesen, die Suite und das Büro regelmäßig zu kontrollieren, damit die Risiken für Pakcheon minimiert werden und sich die Tragödie von damals2 nicht wiederholt.“

„Lassen Sie doch endlich das alberne Miss, Cornelius.“ Shilla seufzte. „Jason und Taisho haben dasselbe gesagt, fanden aber trotzdem, dass es besser sei, wenn ich bliebe. Sie sind ein guter Freund, und wir glauben, dass Sie Ihrerseits im Moment gute Freunde brauchen können. Wenigstens so lange, bis Pakcheon wieder da ist.“

„Danke, Shilla. Ich weiß Ihre Sorge zu schätzen, aber -“

„Ich kann auf mich aufpassen. Sie hingegen sind angeschlagen. Ich möchte Ihnen keinesfalls zu nahe treten. Doch was gerade mit Ihnen passiert, ist besorgniserregend. Hinzu kommt, dass Sie hier niemandem wirklich vertrauen können, von Kosang einmal abgesehen. Und von mir, wenn Sie wollen. Sollte … Ihnen etwas zustoßen, wird es eine ganze Weile dauern, bis Ihre Familie davon erfährt und sich für Sie einsetzt.“

„Shilla hat Recht“, pflichtete Kosang der Vizianerin bei. „Außerdem ist die Celestine weg und Shilla hier. Es wäre dumm, diesen Punkt ignorieren zu wollen.“

Cornelius gab sich geschlagen. „Na, gut. Ich nehme Ihre Hilfe gern an, Shilla, aber nur unter der Bedingung, dass Sie meinetwegen keine unnötigen Risiken eingehen. Die Suite verfügt über ein Gästezimmer. Sie können gern …“ Er unterbrach sich, als ihm bewusst wurde, was er gerade vorschlagen wollte. „Ich meine, falls Sie sich nicht sorgen, dass ich … Ich nehme regelmäßig die Pillen, die mir Pakcheon dagelassen hat. Seitdem habe ich mich ganz gut im Griff. Und wenn nicht, Sie wissen ja, wohin Sie treten müssen …“

Die Vizianerin lachte leise. Ein Gespräch mit fast ähnlichem Wortlaut hatten sie erst kürzlich geführt. „Solange keine unmittelbare Gefahr besteht, werde ich in meiner Kabine wohnen. Vergessen Sie nicht: Pakcheon ist sehr eifersüchtig.“

„Ich wollte wirklich nicht …“

„Ich weiß.“

Cornelius nahm einen Schluck Wasser. Seine Kehle war wie ausgedörrt.

Shilla wippte mit der Stiefelspitze. „Nachdem das geklärt ist, möchte ich zu der nächsten Entdeckung kommen, die ich – natürlich zufällig – machte. Vermutlich wird Sie das, was ich zu berichten habe, besonders interessieren.“

„Sie machen es wirklich spannend“, murmelte Cornelius.

„Ist Ihnen Näheres über die letzte Rettungsmission der Phoenix bekannt? Nein? Dann wissen Sie vermutlich auch nichts über die beiden Patienten, die in der Klinik bislang vergeblich behandelt werden.“

Die Vizianerin machte eine Kunstpause, als ob sie Cornelius‘ Bemerkung bestätigen wollte.

„Die Phoenix fing den Notruf eines Explorers der Xavanthischen Liga auf und folgte ihm ins Gamorrha-System.“

Cornelius erstarrte. Beinahe wäre ihm das Glas aus der Hand gefallen. Etwas zu laut stellte er es auf den Tisch. „Sind Sie sicher, dass dies kein Irrtum ist?“

„Das Raumcorps hält auch diese Angelegenheit geheim, da Färber nicht weiß, wie er das den Botschaftern der Konföderation Anitalle und der Xavanthischen Liga beibringen soll. Das Gamorrha-System gehört, wie Sie wissen, zum Hoheitsgebiet der einen, das Schiff ist Besitz der anderen. Durch das Attentat ist das Problem jedoch in der Prioritätenskala nach unten gerückt.

Die Phoenix-Crew konnte auf der Yaunde zwei Männer bergen, die als geistig verwirrt und gewalttätig gelten. Auf Gamorrha III sind die Bergungsspezialisten nicht gewesen, da die Logbücher dafür sprechen, dass es keine weiteren Überlebenden gibt.“

„Hatten Sie Kontakt zu den Patienten?“, erkundigte sich Cornelius.

„Nein.“ Shilla schauderte und verzog das Gesicht. Es war ihr anzusehen, dass sie es nach Möglichkeit vermeiden würde, die Gedanken der geistig kranken Männer zu lesen.

„Nach meiner Meinung ist es ziemlich ausgeschlossen, dass es eine Verbindung zwischen dem Attentat auf Mrs. McLennane und den Überlebenden von Gamorrha gibt“, überlegte Cornelius. „Ich bin immer noch geneigt zu glauben, dass die Phoenix nicht wegen der Patienten angegriffen wurde, sondern weil die Rettungsabteilung ein Lieblingskind der Direktorin ist. Es hätte demnach ebenso gut die Ikarus oder ein anderes Sanitätsschiff treffen können.

Hinzu kommt: Weshalb sollten die Konföderation Anitalle oder die Xavanthische Liga das gute Verhältnis zum Raumcorps aufs Spiel setzen? Selbst wenn Terroristen für Unmut würden sorgen wollen, hätten sie es nicht nötig, Wenxi für ihre Drecksarbeit einzusetzen, ganz zu schweigen davon, dass diese keine Veranlassung haben, sich in die Intrigen der anderen einzumischen oder als Kanonenfutter verheizen zu lassen.

Und noch etwas: Mrs. McLennane hatte einen Verdacht, wer hinter den Anschlägen stecken könnte. Auch das spricht dagegen, dass die Angelegenheiten zusammenhängen.“

Neugierig beuge sich Shilla vor.

„Weihen Sie mich in Ihre Nachforschungen ein?“

*

Dass er sobald wieder ins Büro von Sally McLennane gerufen würde, hätte Captain Roderick Sentenza nicht erwartet. Seine Verwunderung wuchs, als er im Vorzimmer außer Lyonel Browers auch Areton Hynemann vorfand. Einen Moment später wurden die drei Männer von Commodore Färber in den angrenzenden Raum gerufen.

Färber? Was macht er in Old Sallys Büro? Ob etwas passiert ist?

Zudem war Sentenzas Kollege Dane Hellerman von der Phoenix ebenfalls anwesend.

„Setzen Sie sich“, lud Färber die Neuankömmlinge ein.

Dann wandte er sich an Sentenza.

„Captain, Sie sind der Einzige in dieser Runde, der noch nicht Bescheid weiß: Bedauerlicherweise wurde die Direktorin gestern Opfer eines Attentats, das sie knapp überlebt hat.

Ihnen ist natürlich klar, dass über das, was hier gesprochen wird, Stillschweigen zu bewahren ist. Um Unruhe zu vermeiden und den Täter im Unklaren über Erfolg oder Misserfolg des Anschlags zu lassen, haben wir das Gerücht verbreitet, Mrs. McLennane habe die Station in einer wichtigen Angelegenheit verlassen und werde erst in einigen Wochen zurückerwartet. Außer dem Sicherheitspersonal, dem Ärzteteam und uns kennt keiner die Wahrheit.

Sie, Captain, sind einer der Letzten, die mit der Direktorin gesprochen haben. Ich vermute, dass sie mit Ihnen über den ersten Anschlag und den Angriff auf die Phoenix geredet hat.“

„Das ist richtig“, gab Sentenza sofort zu.

„Hat Sie Ihnen gegenüber auch erwähnt, ob sie jemanden als Drahtzieher verdächtigt? Oder irgendetwas anderes gesagt, das uns auf die richtige Spur bringen könnte?“

„Die Direktorin äußerte einen sehr konkreten Verdacht, der schon fast unglaublich klingt.“ Sentenza blickte jeden der Anwesenden kurz an. „Es ist jemand, den wir alle leider nur zu gut kennen. Ein Mann, den wir alle für tot hielten.“

„Wer?“, fragte Färber.

„Thermion Markant.“

„Das ist wirklich … kaum zu glauben“, stieß Hynemann hervor. „Es hieß doch, sein Schiff sei explodiert3.“

„Aber Markants Leiche wurde nie gefunden“, warf Browers ein. „Ich erinnere mich noch gut an den Vorgänger der Direktorin. Wir nannten ihn nur den Fetten.“ Unvermittelt schlug er mit der flachen Hand auf den Tisch. „Verdammt, warum bin ich nicht früher darauf gekommen? Beim ersten Anschlag wurde ein Päckchen geliefert, dessen Absender ein gewisser D. F. war. D. F.! Der Fette. Er wusste, dass wir ihm diesen Spitznamen gegeben hatten. Und er wollte, dass Mrs. McLennane ihn identifiziert. Dass er sich immer wieder der Wenxi bediente, verschaffte ihr die letzte Gewissheit, denn schon damals waren sie seine Handlanger.“

„Dennoch ist nicht sicher, dass es sich bei dem Attentäter wirklich um Markant handelt“, sagte Sentenza. „Es könnte sich auch um jemanden handeln, der die Vorgehensweise dieses Mannes genau studiert hat und uns glauben lassen will, Thermion Markant wäre noch am Leben. Wir folgen dann einer falschen Fährte, und der wahre Drahtzieher könnte noch eine ganze Weile sein Unwesen treiben, bis wir ihm auf die Schliche kommen. Allein schon dass er gerade jetzt auftaucht und nicht das Chaos ausnutzte, das die Wanderlustseuche verursacht hat, lässt mich zweifeln, dass es der Echte ist.“

„Dann wäre die Direktorin unter Umständen gar nicht das Ziel einer Racheaktion gewesen“, schaltete sich Hellerman ein. „Man hätte sie willkürlich ausgewählt, um etwas in die Wege zu leiten, das sich uns noch nicht erschließt. Das gleiche gilt für den Angriff auf die Phoenix. Aber das klingt doch einfach nur absurd. All dieser Aufwand … Wozu?“

„Sentenza könnte Recht haben“, überlegte Färber. „Ein Thermion Markant, der überlebt hat, in der seither vergangenen Zeit Rachepläne schmiedete und sich dreist zu erkennen gibt, ist einfach zu offensichtlich. Die Lösung wird uns bestimmt nicht auf dem Silbertablett serviert.“

„Bestimmt hat sich die Direktorin ähnliche Gedanken gemacht“, mutmaßte Browers. „Sie wird Beweise haben wollen, ob es wirklich der alte Feind ist oder ein Imitator. Wir haben Agenten auf Meweb, von wo das Päckchen abgeschickt wurde, aber es dauert, bis wir Nachricht von ihnen erhalten.“

„Wir hängen also in der Luft“, stellte Färber fest. „Also bleibt uns fürs Erste nur eines zu tun: Wir verschärfen die Sicherheitsvorkehrungen und kontrollieren insbesondere ankommende Wenxi genauer als zu zuvor, selbstverständlich mit der notwendigen Diskretion. Hynemann, Sie erstellen eine Liste von Personen, die besonders gefährdet sind und verstärken unauffällig deren Bewachung. Browers, Sie schicken Ihre Agenten an den Ort, an dem Markant angeblich gestorben ist, und drehen von dort aus jeden Stein auf dem Weg nach Meweb um.“

Ein leichtes Nicken deutete an, dass Hynemann und Browers entlassen waren.

„Was ist mit uns, Sir?“, erkundigte sich Hellerman.

„Für Sie, meine Herren, geht der Alltag wie gewohnt weiter. Sobald die Ikarus und die Phoenix startklar sind, machen Sie Ihren Job.“

„Werden wir hier nicht dringender gebraucht?“, wollte Sentenza wissen.

„Wir haben keine Ahnung, was auf uns zukommt und wie wir Sie sinnvoll einsetzen können. Im Moment können sie draußen viel mehr tun.“

Und sind vor weiteren Anschlägen relativ sicher, erkannte Sentenza. Ein kurzer Augenkontakt mit Hellerman ließ ihn wissen, dass sein Kollege Färbers Motive ebenfalls durchschaut hatte.

*

Paluto Bernstein nutzte die Gelegenheit, als er in der Klinik einige Untersuchungsergebnisse abliefern sollte, um nach der Krankenschwester Liz Ausschau zu halten. Im Verlauf ihrer Ausbildung hatten sie einige gemeinsame Kurse belegt und sich im Rahmen einer Lerngruppe näher kennengelernt.

Er fand sie in der Schwesternküche, wo sie gerade über einen Strohhalm ein Erfrischungsgetränk schlürfte. Für ihren krokodilartigen Kiefer war das einfacher, als wenn sie das Glas direkt angesetzt hätte.

„Nanu, was treibst du denn hier?“, begrüßte sie ihn in einem neckenden Tonfall. „Ist etwa dein Feldbett im Labor zusammengebrochen?“

„Der Witz ist nicht neu, haha.“ Bernstein grinste gequält. „Ich habe dich gesucht, weil ich dich etwas fragen wollte.“

„Hätte das nicht Zeit gehabt bis nach dem Dienst?“

Bernstein wippte auf den Zehen auf und ab. „Wahrscheinlich schon. Aber weil ich schon mal hier bin, dachte ich mir, ich schau ganz kurz vorbei.“

Liz seufzte. „Worum geht es denn?“

„Du hast mir neulich von einer Patientin erzählt, die dir gewaltig auf die Nerven geht. Der Schoko-Moloch, weißt du noch?“

„Ja, und ich weiß auch, dass ich das nicht hätte tun dürfen. Schweigepflicht. Wäre ich nicht so wütend auf die Dickmadam gewesen, hätte ich mich nicht so gehen lassen. Bitte, vergiss, was ich gesagt habe.“

„Ich verspreche zu schweigen wie ein Grab“, sagte Bernstein ernsthaft und legte den ausgestreckten Zeige- und Mittelfinger seiner rechten Hand über dem Herz auf seine Brust. „Ich bin auch nicht gekommen, um mir die neuesten Eskapaden von deinem Vielfraß anzuhören, sondern …“

„Komm rein und mach die Tür zu.“ Liz warf den Plastikbecher in den Müllverwerter und setzte sich auf die Tischkante. „Also, worum geht es?“

„Vorhin hat mich ein Freund mit seiner zahmen Ratte besucht. Das Tier ist seit Kurzem ganz wild auf eine bestimmte Sorte Schokoriegel und verweigerte jegliche andere Nahrung. Ganz wie deine Patientin. Ich finde das sehr seltsam. Du nicht auch?“

„Es kommt immer wieder vor, dass manche Personen und natürlich auch Tiere auf bestimmte, an sich harmlose Substanzen reagieren. Denk nur an die ellenlangen Beipackzetteln von Medikamenten: Wenn von 1.000 Testkandidaten auch nur einer irgendwelche Nebenwirkungen zeigt, wird das aufgelistet, schon damit die Pharmakonzerne bei Klagen auf der sicheren Seite sind. Vermutlich trifft das auf diese beiden Fälle zu – oder hast du noch von anderen gehört?“

Bernstein, der am Schott lehnte, schüttelte den Kopf. „Trotzdem, die Rate, dass zwei Patienten“, mit beiden Händen malte er Anführungszeichen in die Luft, um zu verhindern, dass Liz ihn darauf hinwies, dass es zwischen ihrer Patientin und dem Tier einen kleinen Unterschied gab, „in einem solchen Fall dieselben Symptome zeigen, ist sehr gering; in Hinblick auf die Zahl der Personen, die sich gerade auf Vortex Outpost aufhalten, sogar ausgeschlossen.“

„Du hast Recht“, stimmte ihm Liz zu und begann nachdenklich, an ihrer Unterlippe zu kauen.

„Und jetzt stell dir mal vor, wie viele es sein könnten oder sind, wenn die Betroffenen es zunächst gar nicht merken. Solange sie ihre Riegel regelmäßig essen, ist alles in Ordnung. Erst wenn es keinen Nachschub mehr gibt, werden sie unruhig und beginnen irgendwann zu toben. Wie Drogensüchtige. Deine Patientin zeigte doch auch erst … Suchtsymptome, als sie auf … ja … Entzug war. Bei der Ratte ist es ganz genauso.“

„Gut, es gibt Parallelen, auch wenn ich glaube, dass du in letzter Zeit zu viele Science Fiction-Holos angeschaut hast. Das ist gewiss nur ein kurioser Zufall, dass zwei Personen“, sie ahmte Bernsteins Geste nach, „auf diese Weise reagieren. Himmel, ein Schokoriegel! Lebensmittel werden, ich weiß nicht, wie oft kontrolliert. Da kann nichts Schlechtes drin sein. Wahrscheinlich haben sich beide einfach nur überfressen, und das löste eine Art Allergie aus. Und weshalb bist du hier?“

„Ich würde die Frau gern sehen.“

„Unmöglich. Du dürftest nicht einmal von ihr wissen, und ich kann dich auch nicht zu ihr lassen, denn damit würde ich ihre Identität preisgeben. Wenn das auffliegt, bekommen wir beide einen Heidenärger.“

„Du hast Recht. Der behandelnde Arzt hat die Patientin gewiss auf Allergene untersucht. Habt ihr eine Unverträglichkeit gefunden oder sonst etwas Ungewöhnliches entdeckt? Es könnte ja auch zu einer Wechselwirkung mit anderen Nahrungsmitteln oder Medikamenten gekommen sein.“

„Die Resultate waren ausnahmslos negativ.“

„Genau wie die Proben von meinem Freund – er isst das Zeug auch – und der Ratte. Wie wird die Frau behandelt? Spricht sie auf die Therapie an?“

„Tja …“

Liz‘ Kiefer malten. Ihr war klar, dass sie sich in Sternenteufels Küche brachte, wenn sie noch mehr ausplauderte. Allerdings hatten Bernsteins Ausführungen auch in ihr eine vage Sorge geweckt. Nichts war absolut sicher. Auch Lebensmittel konnten versehentlich verunreinigt werden. Oder absichtlich.

„Sie wird künstlich ernährt und sediert. Anderenfalls würde sie nichts essen und wie eine Wilde toben. Probehalber gaben wir ihr einen Schokoriegel. Daraufhin wurde sie ein wenig ruhiger, verlangte sofort mehr und flippte erneut aus, als ihr etwas anderes angeboten wurde. Dr. Kirsh steht vor einem Rätsel.“

„Das glaube ich.“ Bernstein ließ sich das Gehörte durch den Kopf gehen, bevor er fragte: „Könntest du mir eine Blutprobe zukommen lassen? Vielleicht auch eine Kopie der Untersuchungsergebnisse? Anonym natürlich. Ich würde die Werte gerne vergleichen und vernichte alles im Anschluss. Niemand wird etwas bemerken.“

„Weißt du eigentlich, was du da verlangst? Und das wegen einer Ratte?“ Liz sprang auf. „Was ich weiß, habe ich dir erzählt. Ich kann doch nicht -“

„Bitte! Keiner wird davon erfahren. Ich möchte einfach nur wissen, ob die Riegel eventuell bedenkliche Stoffe beinhalten oder eine besondere Allergieform vorliegt, die diese heftigen Reaktionen auslösen könnten.“

Liz rang mit sich. „Ich will nichts versprechen. Vielleicht habe ich später etwa für dich, vielleicht auch nicht. Schau einfach nach Dienstschluss bei mir vorbei.“

Bernstein strahlte und gab ihr einen spontanen Kuss auf die Wange. „Du bist ein Schatz, Liz!“ (…)

(Zur Fortsetzung Teil 3)

Copyright (C) 2012/13 by Irene Salzmann, Abdruck mit freundlicher Genehmigung.

Wer wissen möchte, was vorher passierte und wie es weitergeht, kann das Nachlesen in (Bestellmöglichkeit der Printausgabe direkt beim Verlag mit Klick auf das Cover):

Zurück auf Gamorrha – Band 52 (Rettungskreuzer Ikarus) [Kindle Edition]

Irene Salzmann (Autor), Lothar Bauer (Illustrator)

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 449 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 140 Seiten
  • Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
  • Verlag: Atlantis Verlag Guido Latz (29. Juni 2013)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
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Weitere Bezugsmöglichkeiten als Ebook:

beamEbooks.de
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Ein Unglück kommt nie allein:

Auf Sally McLennane wurde ein Attentat verübt. Während die Ärzte um das Leben der Direktorin des Raumcorps kämpfen, geht ihr Stellvertreter Heinrich Färber den wenigen Spuren nach; diese weisen auf einen alten, tot geglaubten Feind hin.

Für die beiden schwerkranken Schmuggler, die vom Rettungskreuzer Phoenix nach Vortex Outpost gebracht worden waren, scheint es keine Heilung zu geben. Um zu erfahren, was ihnen zugestoßen ist, riskiert die vizianische Telepathin Shilla ihr Leben.

Eine mysteriöse Droge überschwemmt die Galaxis. Nicht nur trägt sie die Handschrift von Sally McLennanes Widersacher, sondern es scheint auch eine Verbindung zu den Schmugglern und damit zu einer verbotenen Welt zu geben.

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5 Comments

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  1. Wer möchte hierzu einen kommentar abgeben?

  2. Tolle Leseprobe! super-Cover, Lothar Bauer!! Lothar, wie ist das Cover enstanden?

  3. Das cover ist nach den Vorgaben der Autorin entstanden.

  4. Dr. Heinz-Theo Ullrichs

    Toll, also eine Auftragsarbeit. Was kostet sowas?

  5. Ja eine Auftragsarbeit!
    Manchmal soll das Cover passend zum Roman erstellt werden.
    Dann gibt es keine Vorgabe vom Auftraggeber oder Autoren.

    Reich wird man davon nicht.
    So um die 100 Euro
    Plus, minus …

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