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RÜCKKEHR MIT HINDERNISSEN – eine Fantasy-Kurzgeschichte von little_wonni

Rückkehr mit Hindernissen


eine


Fantasy-Kurzgeschichte


von


little_wonni

>> Zum vorherigen Teil <<

Es war kalt, nass und sie fror. Außerdem war es dunkel, sie bekam keine Luft mehr und in ihrem Mund breitete sich hartnäckig der Geschmack nach brackigem Wasser aus. Prustend und hustend durchbrach sie die Wasseroberfläche, nur um sich kalte Windböen um die Ohren pfeifen zu lassen. Zunächst war sie vollkommen orientierungslos. Sie sah Bäume, mit bunten Blättern, ein paar Steine und wenige Wasserpflanzen. Daraus schloss sie, mitten in einem Tümpel gelandet zu sein. Nach wenigen Zügen hatte sie eine Stelle erreicht, an der sie stehen konnte. Soweit so gut. Nun stand sie vor einem anderen Problem: Sie hatte keine Kleider. Und das nächste Problem kündigte sich gerade mit einem Räuspern an.

“Fuck!”, war der erste klare Gedanke, der sich den Weg durch ihr Hirn bahnte, als sie ihren Blick in die Richtung des Räusperns wand.

Was sie dort sah, beruhigte sie nicht unbedingt. Am Rand des Teiches stand ein Penner, zumindest glaubte sie, dass es einer war, und grinste sie unverschämt anzüglich an.

“Ist es nicht etwas zu kalt, um nackt zu baden? Immerhin haben wir schon Ende Oktober.”

Super, rauchige Whiskystimme. Also auch noch ein Säufer. Blanke Wut brach sich ihre Bahn, als sie begriff, dass sie 7 Monate verloren hatte, nackt in einem Tümpel stand und von einem schmierigen Obdachlosen begafft wurde.

Ein Fluch verließ ihre Lippen und traf den Fremden – NICHT. Kein Windhauch, kein Glitzerstaub. Sie faste sich irritiert an die Ohren. Immer noch schön rund. Mist! Ihr Bruder hatte also recht behalten. Wütend funkelte sie den Fremden an, der weiterhin unverhohlen grinste.

“Was war DAS denn? Bist du so eine New Age Spinnerin? Verbundenheit mit der Erde, Karma, Zaubersprüche und der ganze Quatsch?”

Resigniert schüttelte sie den Kopf und fauchte ihn an: “Du könntest mir wenigstens aus dem eiskalten Tümpel heraushelfen, anstatt rumzustehen und dämlich zu grinsen!”

Seine linke Augenbraue schoss in die Höhe. Die wurde auch noch durch eine Narbe geteilt. Ein Schläger also auch noch. Sein Grinsen wurde zusehends breiter.

“Ich würde nichts lieber tun, als dir aus dem Tümpel herauszuhelfen.” Sein Blick wanderte Richtung Wasseroberfläche.

“Ok, ich habs mir anders überlegt! Dreh dich rum und gib mir deinen Mantel” zischte sie.

“Wieso sollte ich dir meinen Mantel …!”
, setze er an kam aber nicht weit.

“Tu es einfach!”, schrie sie vollkommen entnervt.

Seufzend drehte er sich um und hielt seinen Mantel Richtung Teich. Der Spinner trug unter dem Mantel nur ein T-Shirt und das bei gefühlten 5°C Außentemperatur. Sie watete zum Rand des Teiches griff sich den Mantel und schlüpfte hinein. Nun stand sie auf nassem Gras, gespickt mit spitzen Steinen. Super. Ganz große Klasse. Ihr schwang ein Mantel um die Fußknöchel, der einen Geruch ausströmte, der irgendwo zwischen nassem Iltis und Katzenpisse einzuordnen war. Undefinierbare Flecken zogen sich über den gesamten Mantel. Sie wollte gar nicht wissen was diese braunen Kupferfarbenen waren, das grün war wohl aller Wahrscheinlichkeit nach Gras. Wenigstens war der Mantel warm. Langsam hörte das Zähneklappern auf und sie konnte sich endlich auf etwas anderes konzentrieren, als ihre Körpertemperatur.

Nun konnte sie sich ihren Retter etwas genauer anschauen. Aber auch der zweite Blick war wenig schmeichelhaft. Schwarze Ränder unter den Fingernägeln. Brr. Haare an dem Armen, strähnige, vermutlich rote Haare bis zu den Schultern. Einen mehr als 3-Tage-Bart im Gesicht, in dem etwas Klebriges hing, das man sich nicht genauer betrachten wollte. Super, mega eklig. Ranzige, schwarze Boots und eine blaue, zerrissene Jeans, die dem Mantel im Aussehen Konkurrenz machte, komplettierten das Bild. Säufer, Schläger oder Penner, mit etwas Pech vielleicht ein geisteskranker Irrer. Ihre Bilanz fiel da nicht besonders schmeichelhaft aus.

Mit unheimlich, grün-funkelnden Augen blickte er sie an: “Hast du denn ein Zuhause kleines Mädchen?”

FORTSETZUNG FOLGT…

>> Zum nächsten Teil <<

Copyright (c) 2012 by little_wonni

Bildrechte: Coverillustration “Fremdwesen01” (TN-20110131041632-4c05fc6e.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Fremdwesen01-100-28-100.jpg” (Originaltitel: TN-20110131041632-4c05fc6e.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

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Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 05.07.2011
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Im Gegenteil: In ihrer Gegenwart flammt in Gideon ein längst vergessenes Verlangen neu auf. Doch er darf ihm nicht nachgeben, denn damit würde er Scarlet in tödliche Gefahr bringen …

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Updated: 10. April 2012 — 22:36

19 Comments

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  1. Bin schon ganz gespannt auf die Fortsetzung! Was passiert da noch? Ist der Penner vielleicht doch das, was er scheinzt? Liege ich da richtig, little_wonni? 😉

  2. Wäre das nichts für die „Fremdwesen“-Anthologie, little_wonni?

    Was meint der Herausgeber, Werner?

  3. ja klar würde da rein passen!

  4. Bitte mehr davon !!

    Mir gefallen fluchende Hauptcharaktere 😀

  5. Christa Kuczinski

    Eine interessante Story…sehr lebendig erzählt. Der letzteSatz finde ich absolut gelungen.
    Hast du denn ein Zuhause kleines Mädchen?”
    Der Zusatz kleinens…fordert ein ungutes Gefühl geradezu heraus. 😉

  6. little_wonni

    Ich würde so eine Fortsetzungsgeschichte, deren Folgen in verschiedene Anthologien enthalten sind so verbinden, wie Miriam Kleve es macht mit Ihrem Fortsetzungsroman, so stellt sie etwa bei Kapitel 3 den Link

    >> Zu Kapitel 2 < < oben hin und ans Ende von Kapitel 3: >> Zu Kapitel 4 << Mach es so, wie Miriam, so dass man von Teil zu Teil vorwärts wie rückwärts springen kann, ich finde die Idee von Miriam klasse! Was meinst du, little_wonni?

  7. *totale Überforderung* Wie jetzt genau? mit so Hyperlinks am Ende des Textes?

  8. Ich habe es dir in allen drei Teilen eingebaut, gehe auf irgend ein Teil dann kannst du vorwärts und rückwärts jeweils am Ende und am Anfang der Geschichte hin und zurückspringen!

    Sag mal bescheid, obs funktioniert und du das Prinzip verstanden hast, ok?

  9. Von einer Nummerierung wie Miriam das gemacht hat, würde ich dir abraten, so wie ich es bezeichnet habe, bist unabhängig davon wie viele Folgen es gibt und kannst im Not fall auch noch was davor stellen oder dazwischenklemmen, ok?

  10. Ich bin schon immer ein Freund von klaren Verhältnissen gewesen. Eine schwammige Orientierung wie >>zum nächsten Teil< < oder >>zum vorherigen Teil< < finde ich nicht so toll. Und von was macht sie sich denn mit einer klaren Nummerierung (>>Teil 1< <, >>Teil 2<<) usw. abhängig? Nebenbei: Diese waagrechten Pfeile sind generell nicht der Hit für gute Lesbarkeit. "zum nächsten Teil" liest sich einfach schöner, oder meinetwegen fett gesetzt. mgg galaxykarl 😉

  11. Galaxy, das kann die Autorin doch so umgestalten, wie sie es am schönsten findet, ich habe ihr doch nur das Prinzip eingerichtet, damit sie die Funktion versteht. Es ging doch darum, wie Leser Fortsetzungsfolgen finden können, die in verschiedenen Anthologien enthalten sind, weil die Geschichte sich zwischen den Genres der Anthologien hin und her bewegt. So kann der Leser sich ebenfalls innerhalb einer Folge hin und herbewegen, unabhängig davon, in welcher Anthologie sie enthalten sind. Ich finde dieses Lösungsprinzip genial. Danke noch mal an Miriam für diese Grundidee! 😀

  12. @ Detlef: ich glaub jetzt ist der Groschen gefallen. Ich versuche mich mal selbst beim dritten Teil und du schaust dann mal drüber, ob es so stimmig ist.

    @ galaxykarl: Nummerieren geht nicht, da gibts die nächsten paar Wochen eine kleine Überraschung…

  13. Sie war doch eben noch ein Frosch, wie kann sie jetzt wieder ein menschlich aussehen? Liebe Autorin?

  14. Die meisten Zauber wirken nur für eine gewisse Zeitspanne. Andere wiederum wirken solange, wie sich der Zauberwirke in der Nähe befindet und ein gewisses magisches Potenzial in die Aufrechterhaltung des Zaubers investiert. Andere Zauber hängen von äußeren Faktoren ab, oder aber von der Zauberresitenz des Opfers. Permanente Zauber sind, in den Fantasyregionen in denen ich mich bewege eher selten. Sie brauchen eine hohe Kompetenz des Zauberwirkes und viele seltene Komponenten.

    Hat dir das weiter geholfen?

  15. Ach so, wußte ich nicht.

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