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ZAUBERLEHRLING WIDER WILLEN (EPUB) Leseprobe (Teil 1) Eorin #1 von Margret Schwekendiek

ZAUBERLEHRLING WIDER WILLEN

Eorin #1

Leseprobe (Teil 1)

von

Margret Schwekendiek

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„Ich sage dir noch einmal, du sollst für heute aufhören!“, befahl Darras mit scharfer Stimme.

„Aber, Herr, nur noch einen Versuch“, bettelte ich.

„Nein!“, donnerte er.

Dennoch wollte ich nicht aufgeben. Es war mir einfach zu wichtig, mir selbst zu beweisen, dass ich erste echte Erfolge mit meiner Kraft hatte. Und so missachtete ich die Anweisung meines Mentors.

Seit dem frühen Morgen bündelte ich meine Kraft, um einfach ein Feuer zu entzünden. Ich hatte es schon einmal geschafft, doch ich wollte es genauso einfach und leicht können wie Darras, der mit einem einfachen Gedankenbefehl eine Flamme emporschießen lassen konnte.

Wieder konzentrierte ich meine Kraft, warf den geballten Befehl auf einen kleinen Haufen Reisig, der am Boden lag, und taumelte plötzlich zurück. Aus den Augen von Darras schossen Blitze auf mich zu. Heiße Feuerströme umflossen meinen Körper, und ich hob abwehrend die Hände. Jede Nervenfaser strahlte plötzlich Schmerzen aus, und ich schrie unterdrückt auf.

„Du wirst gehorchen, wenn ich dir etwas befehle, oder du wirst es bitter bereuen“, sagte Darras leise.

Jedes seiner Worte brannte sich glühend in mein Gehirn ein. Ich nickte unter Schmerzen, und endlich ließ er von mir ab. Vorsichtig bewegte ich mich, mein ganzer Körper kribbelte schmerzhaft, und Tränen schossen mir in die Augen.

„Wir werden jetzt zurückgehen ins Klassenzimmer und deine mathematischen Fähigkeiten schulen“, ordnete Darras an und ging voran.

Ich folgte ihm eilig, obwohl jeder Schritt mich Überwindung kostete. Doch mehr als diesen Tadel hätte ich an diesen Tag nicht verkraften können, so dachte ich. Kurz darauf saß ich an meinem Pult und versuchte den Erklärungen von Darras zu folgen, der an der Tafel stand und etwas über Bruchteile und Landvermessung aufschrieb. Noch immer kämpfte ich gegen die Schmerzen an, die sich besonders im Nacken, im Kopf und in den Händen zu konzentrieren schienen. Kaum konnte ich den Stift in der Hand halten.

„Hörst du mir überhaupt zu?“, unterbrach mein Mentor plötzlich meinen inneren Kampf.

„Ja, Herr“, sagte ich leise.

„Du lügst“, warf er mir vor. „Ich sagte gerade, dass die geteilten Stücke zusammen immer größer als das Ganze sind. Und du hast diesen groben Fehler nicht bemerkt. Es scheint heute ein sehr schlechter Tag zu sein. Liegt es an der Luft, dass du gegen mich rebellierst?“

„Nein, Herr. Ich bitte um Verzeihung, ich wollte doch nur meine Aufgaben erfüllen.“

„Deine Aufgaben sind dann erfüllt, wenn ich es für richtig halte. Deine wichtigste Aufgabe ist es, das zu tun, was ich dir sage, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Du kannst es dir nicht leisten, gegen meine Anordnungen zu verstoßen. Du bist noch nicht weit genug, um deine Kraft selbst einzuschätzen. Du musst dich auf mich verlassen, ob du willst oder nicht.“

Widerwillig hörte ich zu, spielte dabei aber nervös mit meinem Stift, bis er plötzlich zu Boden fiel.

Ich erstarrte!

Darras brach mitten im Wort ab. Sein Blick bohrte sich in meinen, seine Augen brannten sich in mir fest, während ich fühlte, wie mir das Blut aus dem Kopf wich. Der Stift rollte auf dem Boden weiter, bis er irgendwo liegen blieb. Das Geräusch, so leise es war, dröhnte in meinen Ohren.

Darras stand vor mir. Wie magisch angezogen erhob ich mich, konnte den Blick nicht von ihm lösen.

„Hast du mir etwas zu sagen?“, fragte er sanft.

Ich begann plötzlich zu zittern. „Ich – bitte – um – Entschuldigung!“, brachte ich mit trockenem Mund hervor.

„Weiter nichts?“ Immer noch diese sanfte Freundlichkeit.

Ich schwieg, was sollte ich noch sagen?

„Willst du nicht Reue zeigen und um eine angemessene Bestrafung bitten?“, fragte er.

Ich nickte stumm.

„Ich höre nichts“, mahnte Darras.

In diesem Augenblick explodierte ich.

„Dann sag doch schon, was du ohnehin sagen willst. Warum willst du mich noch mehr demütigen? Warum brummst du mir nicht eine Strafe auf, und damit ist es gut!“, stieß ich zornig hervor.

„Daraus würdest du gar nichts lernen“, erklärte mein Ausbilder gemütlich. „Du musst lernen einzustecken, zu schlucken und den Mund zu halten. Immer wieder. Und dann, selbst wenn du am Boden liegst, erwarte ich von dir, dass du freundlich, höflich und demütig den Kopf neigst und noch mehr einsteckst. Und du wirst jede Bestrafung annehmen, die ein Mitglied der Gemeinschaft dir auferlegt. Ohne Widerspruch, aber voller Dankbarkeit.“

„Ja, Herr“, erwiderte ich tonlos und senkte den Kopf.

„Ich warte“, sagte er nach einer Weile.

In mir kochte es immer noch, doch ich beherrschte mich.

„Mein – meine Unaufmerksamkeit tut mir Leid, Herr. Ich bitte um Bestrafung für mein Fehlverhalten“, sagte ich leise.

Darras lachte leise und scheinbar amüsiert.

„Du zeigst keine Reue. Meinst du es vielleicht nicht ernst?“

„Was soll ich denn noch tun? Vor dir auf die Knie fallen, deine Kutte küssen und Erbarmen schreien?“ Jetzt blitzen auch meine Augen zornig, und fast hätte ich mit dem Fuß aufgestampft. Darras schien mein Zorn Spaß zu machen.

„Das wäre eine von mehreren Möglichkeiten“, meinte er spöttisch. „Aber noch will ich es nicht so weit kommen lassen. Das heben wir uns für später auf. Jetzt würde ich es als Fortschritt empfinden, wenn du es ehrlich meintest. Du bist bereit, deine Strafe zu empfangen? Vielleicht merkst du dir sogar, was du daraus zu lernen hast. Aber du bist nicht bereit, deinen Stolz aufzugeben. Du willst dich also nicht wirklich meinem Urteil unterwerfen, sondern nur die Strafe als etwas Unabänderliches hinnehmen. Das reicht mir nicht.“

„Dir vielleicht nicht, mir schon“, entgegnete ich unüberlegt, aber noch immer wütend.

Doch nun hatte er genug. Mit einem Blick brachte er mich zum Schweigen. Und dann ließ er in meinem Geist ein Chaos an quälenden Gedanken entstehen, dass ich gepeinigt aufstöhnte und bis zur Wand zurücktaumelte.

„Hör auf“, bat ich gequält.

„Nein! Ich werde dir eine Lehre erteilen, die du nicht vergessen wirst. Ich will, dass du gehorchst. Unter allen Umständen.“

„Nein“, schrie ich heftig. „Ich habe doch nicht meinen Geist und meine Seele hier am Eingang abgegeben. Blinden Gehorsam kannst du doch nicht verlangen. Was hast du davon?“

Ich konnte kaum noch sprechen, wirre Gedankenfetzen tobten durch mein Gehirn, ich hätte gern alles getan, wenn er nur aufhörte. Doch das fiel ihm nicht ein. Wie ein Feuerwerk explodierten immer wieder Befehle in mir, doch mit dem letzten Rest von eigenem Willen hielt ich mich aufrecht und wehrte mich dagegen, mich völlig zu unterwerfen. Dann, ganz plötzlich, hörte Darras auf.

„Du besitzt eine bemerkenswerte Widerstandskraft“, stellte er anerkennend fest. „Dies war ein kleiner Vorgeschmack auf das, was mit dir passieren kann, wenn du dich weiter widersetzt. Nun wollen wir den Unterricht fortsetzen, falls du nichts dagegen hast. Ich werde dir am Ende der Stunde sagen, welche Strafe du erhältst.“

Da hatte ich doch gedacht, das wäre die Strafe gewesen, aber ich hatte mich getäuscht. Langsam hob ich meinen Stift auf und gab mir Mühe, den Ausführungen meines Ausbilders zu folgen.

Endlich beendete er den Unterricht.

„Ich möchte, dass du hinausgehst in den Garten und das Wachstum der Blumen beobachtest. Beachte, wie die Blumen auch unter Druck und Schwierigkeiten heranwachsen. Sie beugen sich, aber sie brechen nicht. Lerne daraus. Auch du musst dich beugen, um nicht zu brechen. Ich will nicht deinen Geist zerstören, aber er muss sich unterordnen, bevor er eigene Wege gehen kann. Suche einen anderen Weg, wenn du den geraden nicht nehmen kannst. Manchmal ist der gewundene Weg der Kürzere.“

Ich senkte den Kopf, um anzuzeigen, dass ich mich seinem Urteil unterwarf. Ich ging hinaus in den Garten, setzte mich auf den Kiesweg und betrachtete eine einzelne Blume. Sie war nicht gerade gewachsen wie so viele andere. Ein Stein lag auf ihrer Wurzel, und die junge Pflanze hatte unter diesem Stein ihren Weg gesucht. So war sie krumm gewachsen, aber sie hatte sich den Umständen gebeugt.

„Ich möchte, dass auch du deinen Weg suchst. Du bist zu wertvoll, um zerbrochen zu werden. Gib nach, wo du deinen Kopf nicht durchsetzen kannst.“

Ich hatte ihn nicht kommen hören, aber seine warme volltönende Stimme unterbrach den Gang meiner Gedanken sanft und leicht. Darras legte seine Hand auf meine Schulter, wie ein warmer Strom floss es durch meinen ganzen Körper.

„Ich werde dir morgen etwas Neues zeigen. Würde es dich interessieren, deine Kräfte in einer ungewöhnlichen Form zu gebrauchen?“

Wieso wusste er immer gleich, wie er mich zu nehmen hatte? Was er ansprach, interessierte mich brennend, und ich hätte am liebsten noch sofort angefangen.

„Langsam, Kind“, sagte er, bevor ich Fragen stellen konnte. „Du musst einen Schritt nach dem anderen machen. Lass dich von mir führen, auch wenn es dir schwer fällt.“

Copyright © 2016 by Margret Schwekendiek

Bildrechte: Magie – Verwandlungs-, Hexerei- & Zaubergeschichten” (Magie neuer Hrsg und heller.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

Zauberlehrling wider Willen (EPUB)
Eorin #1
von Schwekendiek, Margret
eBook

Verlag: BookRix
Medium:  eBook
Seiten:  546
Format:  EPUB
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  März 2016
ISBN-10:  3739639407
ISBN-13:  9783739639406

Zauberlehrling wider Willen

Beschreibung
Eorin – Band 1
von Margret Schwekendiek
Der Umfang dieses Buchs entspricht 566 Taschenbuchseiten.

Die junge Eorin muss gegen ihren Willen Magieschülerin werden. Es ist für sie fast unmöglich, Gehorsam und Demut einzuhalten. Ihr Mentor Darras erkennt das riesige geistige Potential, das in ihr schlummert. Er unternimmt alles, um sie zu schulen, doch das ist für beide Seiten nicht einfach. Immer wieder verstößt sie im Laufe der Jahre gegen einzelne Regeln der Gemeinschaft, meistens aus dem Bedürfnis heraus anderen zu helfen, oder manchmal aus Trotz gegen Darras. Die beiden reiben sich aneinander auf, und doch brauchen sie einander. Diese Situation spitzt sich zu, als Darras in den Bann des Bösen gerät, verkörpert durch ein magisches Schwert, das Blutvergießen und Terror fordert. Er sträubt sich lange Zeit dagegen, sich ganz dieser dunklen Macht zu unterwerfen. Während ihrer Abenteuer lernt Eorin die Zauberin Samtara kennen, die großes Interesse an der jungen Frau zeigt und versucht, sie in ihre Gilde aufzunehmen, was Eorin empört ablehnt. Zauberer der Gilde bevorzugen die dunkle Seite der magischen Kräfte, und Samtara beherrscht diese fast perfekt, Eorin verweigert sich der dunklen Seite.

Darras verfällt schließlich der dunklen Macht, ergreift nach einem mörderischen, brutalen Kampf auf geistiger Ebene mit Eorin das Schwert und errichtet eine Schreckensherrschaft und überzieht die Menschen mit Krieg und Horror.

Autorin
Eine kleine persönliche Vorstellung:
Mein Name ist Margret, oder auch Maggie, oder Oma Maggie – je nachdem, wer gerade etwas von mir möchte. Als ich im Jahr 1955 auf die Welt kam, hat mir keine gute Fee eine Prophezeiung in die Wiege gelegt, dass ich irgendwann einmal mein Geld als Schriftstellerin verdienen würde. Eher das Gegenteil war der Fall, denn ich komme aus einfachen Verhältnissen. Meine ersten Lebensjahre verbrachte ich in Herne, in unmittelbarer Nähe des Rhein-Herne-Kanals, bis heute habe ich eine Vorliebe für Wasser und Schiffe. Im zarten Alter von 12 Jahren begleitete ich meine Eltern beim Umzug nach Ostwestfalen-Lippe, wo ich nach der Schule als kaufmännische Angestellte in der Buchhaltung arbeitete. Hier heiratete ich später auch und zog meine Kinder groß.

Seit rund 20 Jahren bin ich Witwe und lebe heute mit der Familie meines ältesten Sohnes in der Nähe von Koblenz und gleich dreier Flüsse: Lahn, Mosel und Rhein. Meine Vorliebe für Wasser wird also voll befriedigt.

Schreiben war schon während der Schulzeit meine Leidenschaft, aber die ersten richtigen Geschichten entstanden nur für meine eigenen Kinder. Um Fuß im Literaturkreis zu fassen bedurfte es zahlloser Versuche und der Fürsprache eines lieben Kollegen, um das erste Manuskript zu verkaufen. Mit Heftromanen hat alles angefangen, aber es dauerte nicht lange, bis auch andere Genres dazukamen. Ich liebe Geschichten aus der Geschichte und freue mich, wenn ich da große Bögen oder tiefe satirische Wunden schlagen kann.

Mittlerweile schreibe ich schon lange Zeit professionell, aber meine unstillbare Neugier, der Spaß am Schreiben und das Ausleben gewöhnlicher und ungewöhnlicher Ideen hören zum Glück nie auf. Ich bin offen für absurde und verrückte Einfälle, schätze aber auch die Ernsthaftigkeit des konzentrierten Arbeitens mit persönlicher Disziplin und Terminvorgaben. Ich liebe meine Arbeit, auch wenn ich dabei nicht reich werden kann. Aber es ist das, was mich glücklich macht, da nehme ich schon ein paar Abstriche hin – was nicht heißt, dass ich es nicht gern zu finanziellem Wohlstand bringen würde.

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