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Literatur-Blog

VOR DEM SPIEL – Leseprobe (Teil 3) aus dem Roman “Herbert und die blau-weißen Zecken” von Jörg Müller

VOR DEM SPIEL

Leseprobe (Teil 3) aus dem Roman “Herbert und die blau-weißen Zecken”

von Jörg Müller

Der Ruhrgebietler gilt als sehr kommunikativ und neugierig. Der fußballbegeisterte Ruhrgebietler ist besonders kommunikativ und besonders neugierig. Das trifft natürlich auch auf die Fans des BVB zu. Eine Reihe vor den Schalkern saßen vom Gang aus gesehen fünf Dortmunder Fans, die die Fremden erstaunt und neugierig beobachteten. Sie hatten schon seit vielen Jahren dieselben Plätze und hielten nach den „Fußgängern“ Ausschau. Direkt vor Herbert saß Päule. Er sah seine vier Freunde fragend an und drehte sich dann zu Herbert um.

„Hallo, ich bin der Päule.“

Ehe er weiter sprechen konnte, stand Herbert auf, strahlte ihn mit seinen großen blauen Augen freundlich an und streckte ihm die Hand entgegen.

„Hallo, Päule, schöner Name, gefällt mir. Ich heiße Herbert.“

Päule ergriff die ausgestreckte Hand und hatte erstmal den Faden verloren. Dieser Herbert war zwar etwas seltsam gekleidet, machte aber sonst einen sehr sympathischen Eindruck. Päule blickte Rat suchend zu seinen Freunden. Die forderten ihn durch Gesten auf, das unterbrochene Gespräch fortzuführen.

„Wo sind denn die Fußgänger?“

Herbert unterhielt sich gerne mit neuen Freunden.

„Welche Fußgänger meinst du genau?“

„Na die, die immer da sitzen, wo ihr jetzt sitzt.“

Herbert schüttelte den Kopf.

„Ich dachte immer, Fußgänger heißen Fußgänger, weil sie zu Fuß gehen. Du suchst also Fußgänger, die sitzen. Da kann ich dir wahrscheinlich nicht weiterhelfen. Außerdem weiß ich nicht, wer hier sonst sitzt, denn ich bin zum ersten Mal hier. Deshalb kann ich dir leider auch nicht sagen, wo die Menschen jetzt sind, die sonst hier sitzen.“

Das klang plausibel. Päule überlegte kurz. So kam er nicht weiter.

„Wo kommt ihr her?“

„Aus dem Bus.“

„Aus welchem Bus denn?“

„Na aus dem, mit dem wir hierhergefahren sind.“

Auch das klang plausibel. Päule sah wieder hilfesuchend zu seinen Freunden. Eines war klar, dieser Herbert wollte ihn nicht auf den Arm nehmen, aber irgendwas stimmte hier nicht.

„Und von wo kommt der Bus?“

„Das weiß ich leider auch nicht, denn ich habe den Bus heute zum ersten Mal gesehen.“

Die drei Jugos und die Zwillinge verfolgten das Gespräch mit großem Vergnügen, ließen sich aber nichts anmerken. Päule hatte sich mit Herbert eine harte Nuss als Interviewpartner ausgesucht. Kevin war wieder in Gedanken versunken und hörte nicht zu. Päule gab nicht auf.

„Seid ihr ein Fanclub?“

„Was ist ein Fanclub?“

„Das ist ein Club, in dem Fans sind.“

„Das klingt logisch. Ich weiß zwar nicht, was genau Fans sind, aber ich glaube, wir sind kein Fanclub.“

„Was seid ihr dann?“

„Wir sind Freunde.“

„Und wie kommt ihr heute in das Stadion auf diese Plätze?“

„In das Stadion sind wir zuerst mit dem Bus und dann zu Fuß gekommen. Das weißt du ja bereits. Und zu diesen Plätzen hat uns unser neuer Freund mit dem lustigen Namen Schnüffel geführt.“

„Wer ist denn Schnüffel?“

Herbert zeigte auf Werner Schulz.

„Und wo hat der die Karten für eure Plätze her?“

„Das weiß ich nicht. Aber du kannst ihn fragen. Schnüffel ist sehr nett, er wird dir deine Frage sicher gerne beantworten.“

Da war sich Päule nicht so sicher, er hatte auch nicht vor, diesen Schnüffel danach zu fragen.

„Bist du schon lange Fan von unserer Borussia?“

„Was meinst du mit unserer Borussia?“

„Na, unseren Verein.“

„Wenn ich ehrlich bin, ich kenne keinen Verein, der Borussia heißt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich überhaupt keinen Verein kenne. Aber der Sör hat mich vor ein paar Tagen auch schon einmal gefragt, ob ich Borussia Dortmund kenne. Ich konnte ihm genauso wenig wie dir eine Antwort geben.“

„Du kennst den Sör?“

„Ja, er ist seit kurzem mein Freund. Er kommt gleich nach. Im Augenblick steht er noch mit meiner Freundin Biene und anderen Männern, die er gut kennt, vor dem Stadion und unterhält sich.“

„Und wo wird der Sör sitzen?“

Herbert deutete auf die beiden freien Plätze neben Schnüffel und Alfons. Päule war überrascht. Der Sör gehörte zu dieser seltsamen Gruppe.

„Gefällt es dir und deinen Freunden hier bei uns?“

„Mir gefällt es sehr gut. So viele nette Menschen auf einmal, die alle Kleider in meinen Lieblingsfarben schwarz und gelb tragen, habe ich noch nie gesehen. Ich werde bestimmt viele neue Freunde kennenlernen. Wie es den anderen gefällt, kann ich dir leider nicht sagen, ich weiß es nicht. Aber, du kannst sie ja fragen.“

Päule nahm sich nun Zeit, die einzelnen Freunde etwas genauer zu betrachten. Die ersten drei Männer schienen vom Balkan zu stammen und sahen nicht so aus, als wären sie an einem Gespräch interessiert. Der junge Mann zwischen den dreien und Herbert machte einen sehr unglücklichen und abwesenden Eindruck. Die Zwillinge rahmten einen Mann ein, der einen riesigen schwarz-gelben Umhang trug und fest zu schlafen schien. Er hatte seine Hände über dem Bauch gefaltet. Päule fand, dass dieser Mann eher in ein Kloster als in ein Fußballstadion passte. Neben dem einen Zwilling saß eine bildhübsche Frau, die sich gut zu amüsieren schien. Sie machte ihrem Nachbarn immer wieder Zeichen und dann lachten beide. Der Nachbar der Frau wirkte sehr unauffällig. Sein Nebenmann war genau das Gegenteil. Er wirkte sehr konzentriert und angespannt. Sein harter Blick sondierte ununterbrochen die nähere Umgebung. Er schien auf etwas zu warten. Daneben saßen dieser Schnüffel und eine weitere Person, die sich angeregt mit ihren Vorderleuten unterhielt. Sie schien die Leute gut zu kennen.

„Ist dieser Mann dort  aus dem Kloster?“, und zeigte auf den Dalai Kurt.

„Du meinst den Dalai Kurt? Nein, er ist ein ganz normaler Freund. Er war nur krank und erholt sich gerade.“

Päule konnte mit dem Namen Dalai Kurt nichts anfangen, fand die Idee aber gut, sich als Dortmunder Fan im Stadion zu erholen. Denn dass dieser ganz normale Freund mit dem seltsamen Namen ein eingefleischter Dortmunder war, sah Päule auf den ersten Blick. Er drehte sich wieder zum Spielfeld um und unterhielt sich mit seinen Freunden. Eigentlich hatten sie nicht viel erfahren, aber sie waren gespannt auf den Sör, von dem im Umfeld des BVB so viel geredet wurde, und zwar nur Gutes.

Die Uhr zeigte jetzt 14.55 Uhr. An einer anderen Stelle des Stadions bereitete sich Berni, der Borusse, auf seinen Auftritt vor. Bei jedem Heimspiel brachte er die Fans ab fünfzehn Uhr mit seiner wohlklingenden und extrem lautstarken Stimme in Stimmung. Berni war über 1,80 Meter groß und wog deutlich über hundert Kilogramm. Von Beruf war er Marktschreier, und zwar ein sehr erfolgreicher. Er durfte sich bei besonderen Anlässen sogar auf Gelsenkirchener Märkten sehen lassen, denn er war ein echtes Kind des Reviers und verstand es, mit den Blauen umzugehen. Berni trug grundsätzlich Kleidungsstücke mit dem Vereinsabzeichen seiner Borussia. Er erzählte jedem, der es wissen wollte oder auch nicht, dass er schon in einem Dortmund-Trikot zur Welt gekommen sei. Er trug auch eine schwarz-gelbe Unterhose. Die Schalker Fans, die ihn kannten, behaupteten allerdings, dass die beiden Farben schwarz und gelb nur auf der Innenseite der Unterhose zu sehen waren. Obwohl heute ein besonders wichtiges Spiel stattfand, hatte Berni schon ein ungutes Gefühl, als er das Stadion betrat. Und sein Gefühl sollte ihn nicht trügen. Zuerst stahl ihm das Pferd Borussia mit den Kindern die Schau. Die meisten Fans waren jetzt schon in Stimmung. Aber noch nicht alle. Berni bereitete sich darauf vor, wenigstens noch die letzten Fans mit seinen Anfeuerungsrufen zu stimulieren. Er wollte noch eine Minute warten, da passierte es. Es erschallte ein sagenhafter Schrei, der den auf dem Platz stehenden Bayernspielern das Blut in den Adern gefrieren ließ. Mit etwas Phantasie verstand Berni das Wort „Borussia“. Und nicht nur er. Fast alle Dortmunder sprangen auf und antworteten ebenfalls mit „Borussia“. Die gute Stimmung hatte jetzt auch den letzten Pessimisten auf Dortmunder Seite erreicht. Berni war geknickt. Da hatte ihm einer die Schau gestohlen, und das Schlimme war, er wusste noch nicht einmal, wer. Aber das würde er schon noch herausfinden.

Er hätte nur Päule fragen müssen. Um kurz vor fünfzehn Uhr war nämlich der Dalai Kurt erwacht, sah mit glasigen Augen in die Runde und erblickte tausende schwarz-gelb gekleidete Menschen. Das musste ein neues Zimmer in seinem Unterbewusstsein sein, in das er bis jetzt noch nicht gegangen war. Es schien sich um das Albtraumzimmer zu handeln. Er war ganz klein und ihm gegenüber standen unendlich viele große Dortmunder Fans, die bedrohlich auf ihn zukamen. Er schrie aus Leibeskräften, um wieder aus dem Zimmer herauszukommen. Es gelang auch schneller und einfacher als er dachte. Bevor er das Zimmer in Gedanken endgültig wieder verließ, antworteten die Schwarz-Gelben auf seinen Verzweiflungsschrei alle mit „Borussia“. Der Dalai Kurt überlegte, in welchem Zusammenhang er den Namen Borussia schon einmal gehört hatte, aber es fiel ihm nicht sofort ein. Er erwachte, sah zur Seite und bemerkte Alpha, der gerade die Flasche mit seiner Medizin aus der Tasche holte. Der Dalai Kurt nahm ihm die Flasche aus der Hand und gönnte sich einen riesigen Schluck. Im nächsten Moment war er wieder eingeschlafen. Alpha konnte gerade noch die Flasche mit dem wertvollen Inhalt auffangen, die dem Dalai Kurt aus der Hand rutschte.

Nicht nur Päule und seine Freunde waren fasziniert. Alle im Umkreis sitzenden Fans hatten eine Gänsehaut. Diesen heiligen Mann (dass es sich um einen solchen handelte, war nach diesem Anfeuerungsschrei für alle Dortmunder sonnenklar) und seine seltsamen Begleiter musste der Himmel geschickt haben. Vielleicht hatte die Pechsträhne der letzten Wochen und Monate jetzt ein Ende.

Vor Schnüffel war noch ein Platz frei. Um kurz nach drei erschien der Dauerkarteninhaber. Bevor er sich setzte, sah er sich einmal im Rund um. Dabei fiel sein Blick auf Schnüffel.

„Werner, was machen du und Alfons auf den Plätzen der „Fußgänger“ und wer sind diese anderen Leute?“

Schnüffel zuckte erschrocken zusammen und bekam einen großen „Schnüffelanfall“. Daran hatten weder der Dortmunder noch er gedacht. Vor den Fußgängern saß schon seit ewigen Zeiten Konrad Krüger, der gute Freund des Dortmunder und des Sörs. Gleichfalls war er ein intimer Kenner des gesamten Dortmunder Vereins. Schnüffel überlegte angestrengt, welche Strategie er einschlagen sollte, aber sein permanentes Schnüffeln hielt ihn davon ab, einen klaren Gedanken zu fassen. Konrad beobachtete ihn misstrauisch. Da griff Alfons unerwartet ein.

„Konrad, die Fußgänger haben bei einem Preisausschreiben gewonnen und sitzen bei diesem Spiel alle im VIP-Bereich. Da hatte der Dortmunder die Idee, einem Fanclub aus der Eifel die Gelegenheit zu geben, einmal ein Heimspiel unserer Borussia zu besuchen. Werner und ich sind als ihre Betreuer eingesetzt.“

Konrad sah ihn mit großen Augen an. Irgendetwas stimmte hier nicht.

„Hm, die Fußgänger haben also bei einem Preisausschreiben mitgemacht und gewonnen? Das kann ich nicht glauben, die sind doch zu blöd, eine große Wand anzupinkeln. Und was soll das denn für ein Preisausschreiben sein? Mir ist davon nichts bekannt.“

„Das weiß ich auch nicht, da musst du den Dortmunder fragen.“

„Darauf kannst du dich verlassen.“

Alfons Schweißdrüsen begannen mit Hochdruck zu arbeiten. Konrad nahm sich jetzt die Zeit, die Gäste aus der Eifel genauer anzusehen. Mit dem Mann neben Schnüffel war nicht zu spaßen. Seine stahlblauen Augen hatten ihn ins Visier genommen. Er erinnerte Konrad an jemanden, den er gut kannte, aber es fiel ihm nicht ein. Die blonde Frau mit dem eleganten Kostüm in den Vereinsfarben der Dortmunder war eine absolute Augenweide, aber mit den beiden schwarz-gelben Clowns konnte er nichts anfangen, der eine schien sogar fest zu schlafen. Konrad wollte gerade der Sache weiter auf den Grund gehen, als unerwartet die Rettung nahte. Der Sör und Biene suchten ihre Plätze und ihre Freunde. Der Sör entdeckte Konrad Krüger sofort.

„Konrad, mein Freund, ich freue mich, dich zu sehen. Wie geht es dir?“

Konrad drehte sich um.

„Das gibt‘s doch gar nicht. Willi König, was machst du denn hier, und wer ist diese charmante Dortmunderin neben dir?“

Willi ging auf ihn zu und umarmte ihn.

„Ich bin hier mit ein paar Freunden aus der Eifel. Der Dortmunder hat mich darum gebeten, seine Gäste gemeinsam mit Werner und Alfons zu begleiten. Und die charmante Dortmunderin neben mir hört auf den Namen Biene. Biene, der neugierige Mensch ist mein alter Freund und Ratgeber Konrad Krüger, seines Zeichens Dortmund-Fan und Journalist.“

Biene reichte Konrad die Hand und lächelte ihn freundlich an.

„Hallo, Konrad, ich freue mich, einen alten Freund von Willi kennenzulernen.“

„Kommt Biene auch aus der Eifel?“

„Nein.“

Schnüffel hatte sein Schnüffelorgan wieder im Griff und Alfons sah aus, als wenn er gerade geduscht hätte. Er schwitzte immer noch. Martin Scherff entspannte sich wieder langsam. Dieser Konrad machte einen sehr sympathischen und cleveren Eindruck. Auf ihn mussten er und der Sör höllisch aufpassen. Schnüffel und Alfons standen auf, um noch vor dem Anpfiff Getränke für die Gruppe zu holen, und Konrad unterhielt sich angeregt mit Willi und Biene. Biene kniff Martin ein Auge zu. Sie fühlte sich sichtlich wohl und machte einen sehr glücklichen Eindruck. Schon nach kurzer Zeit kamen Schnüffel und Alfons mit den Getränken zurück.

Und dann war es endlich so weit: Das Spiel wurde angepfiffen. (…)

Copyright (C) 2013 by Jörg Müller.

Bildrechte: Coverillustration “SkurileGeschichten1.jpg ” (SKURILE GESCHICHTEN-SPIRALE-20110114083935-8edac2f8) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Wer wissen möchte wie die Geschichte endet, kann das Buch mit Klick auf das Cover oder durch den untenstehenden Link käuflich erwerben.

Was ist eigentlich eine Deeskalationswaffe und welches Trauma muss der Dalai Kurt überwinden? Was macht überhaupt das Besondere des Ruhrgebiets aus? Wie fühlen die Menschen im Revier, wie ticken sie und warum ist Fußball besonders im Revier die wichtigste Nebensache der Welt? – Das sind einige der Fragen, die der Wanne-Eickeler Autor Jörg Müller in seinem Erstlingswerk mit viel Liebe fürs Detail und in seiner ganz eigenen Art beantwortet. Viele liebenswerte, teilweise auch skurrile und vor allem völlig unterschiedliche Figuren bestimmen das Geschehen in diesem Fußballmärchen. Von Herbert über Robie, die Zwillinge Alpha und Beta, die Jugos und Oma Paula – alle Figuren haben und leben ihre Geschichte, in der sich oft auch die Geschichte des Ruhrgebiets widerspiegelt. Sie werden für den Leser lebensechte Begleiter rund um die Erlebnisse des 33. Spieltags der Fußballbundesliga. Schmunzelnd verfolgt der Leser, wozu echte Liebe zum Fußball führt und was möglich wäre, wenn ein Märchen wahr wird. Nicht nur für Fußballfans ein Muss, sondern auch für Liebhaber des Ruhrgebiets und solche, die es werden wollen.

Vor über dreißig Jahren studieren elf junge Männer in Münster Geisteswissenschaften. Sie stammen  alle aus dem Ruhrgebiet. Jeder von ihnen ist  Anhänger eines renommierten Fußballvereins aus dem Revier. Ein- bis zweimal die Woche treffen sie sich auf einer Wiese, um gemeinsam Fußball zu spielen. Schon bald sind die elf als „die elf Freunde“ bekannt. Untereinander sprechen sie sich nur mit dem Namen ihres Lieblingsvereins an. So gibt es unter anderem den Schalker, den Dortmunder und den Bochumer. Jeder wird später erfolgreich in seinem Beruf sein und seinen Verein ehrenamtlich unterstützen. So bilden die elf ein im Fußball einmaliges Netzwerk, das sie zum Wohl ihrer Vereine nutzen.

Zurück zur Gegenwart. Vor dem 33. Spieltag treffen sich die elf zu ihrem sonntäglichen Frühschoppen.

Die Dortmunder Borussia hat nach einer herausragenden Hinrunde in der Rückrunde das Pech gepachtet. Die Verantwortlichen sind verzweifelt, alle Bemühungen, die Mannschaft in die Erfolgsspur zurückzubringen, scheitern. Ganz im Gegensatz dazu die Schalker und die Bayern. Nach einem verkorksten Start holen die beiden Vereine Punkt für Punkt auf. Und so kommt es am 33. Spieltag zum vorentscheidenden Spiel in Dortmund, wo die Borussia die sich in Topform befindlichen Bayern aus München empfängt. Gewinnen die Bayern, so sind die Dortmunder und die Schalker mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Rennen um die Meisterschaft.

Die zehn Freunde versuchen, den Dortmunder aufzubauen, denn alle wollen, dass ein Revierverein Deutscher Fußballmeister wird. Der Bochumer kommt auf den genialen Gedanken, die aktuelle Schalker Euphorie auf die Dortmunder Mannschaft zu übertragen. Und so macht sich der Schalker auf den Weg, elf Schalker Fans ausfindig zu machen, die Schalke repräsentieren und bereit sind, in Dortmunder Trikots nach Dortmund zu fahren, um dort die Dortmunder zum Sieg gegen die Bayern anzufeuern.

Begleitet werden die elf vom Sör und von Herbert. Der Sör hat sowohl Schalker als auch Dortmunder Wurzeln. In jungen Jahren lernt er bei seiner ersten Englandreise eine echte englische Adelige kennen, die ihn einlädt, kostenfrei für unbegrenzte Zeit auf ihrem wunderschönen Landsitz in Cornwall zu wohnen. Als Gegenleistung bietet der Sör der Lady an, die vernachlässigte Parkanlage rund um das Anwesen wieder zu altem Glanz zu führen. Gemeinsam mit dem Chauffeur der Lady und einem ehemaligen englischen Fußballprofi beginnt er mit der Arbeit. Aber schon bald merken die drei, dass ihre Arbeitskraft nicht ausreicht. Und so entwickeln sie ein ebenso einfaches wie geniales  Geschäftsmodell. Über die Kontakte des ehemaligen Fußballprofis rekrutieren sie angehende Fußballprofis aus schwierigen Familienverhältnissen, Hooligans und gestresste Manager, um mit ihnen, alle arbeiten ohne Entgelt, basierend auf  einer einmaligen Mischung aus „arbeiten an der frischen Luft Cornwalls, gemeinsam Fußball spielen und regelmäßig den einzigen Pub besuchen“, zum Vorteil aller die Parkanlage wiederherzustellen. Damit die Hooligans nicht auf dumme Gedanken kommen, stellt der Leiter einer militärischen Eliteeinheit dem Sör traumatisierte Elitesoldaten als Aufpasser und Mitarbeiter für die Gartenarbeit zur Verfügung, in der Hoffnung, dass sich seine Jungs dort wieder erholen. Der Erfolg gibt dem Sör Recht. Bei einem Besuch in Dortmund erfährt er zufällig von zwei Dortmunder und zwei Schalker Problemfällen aus der Fanszene und lädt die vier nach Cornwall ein, wo sie unter der Aufsicht der Elitesoldaten  nach anfänglichen Schwierigkeiten zu wahren Musterexemplaren der Gesellschaft werden. Die Dortmunder und Schalker Fans wissen es zu schätzen, dass da jemand den hoffnungslosen Fällen aus der gewaltbereiten Fanszene der beiden Vereine eine letzte Chance gibt, ihr Leben neu zu ordnen.

Herbert wird im Alter von zwei Wochen vor einer Klosterpforte in einem Korb abgegeben. Eine Nonne übernimmt die Aufgabe, ihn großzuziehen. Schon bald merkt die Oberin, dass Herbert ein besonderer Mensch ist. Sie versucht, ohne Erfolg, herauszufinden, was der liebe Gott mit Herbert vor hat. Als die Nonne, die ihn aufgezogen hat, verstirbt, zieht  Herbert nach Gelsenkirchen um, wo er zwangsläufig mit dem Fußballsport im Allgemeinen und den beiden Vereinen Schalke und Dortmund im Besonderen in Berührung kommt.

Herbert liebt alle Geschöpfe Gottes gleichermaßen und sie ihn.

Ob Kinder, Erwachsene, Pitbulls oder eingefleischte Schalke- und  Dortmundfans, alle lassen sich von seiner positiven Lebensart anstecken. Wo Herbert ist, gibt es keinen Streit. Herbert lässt sich von niemandem  beeindrucken. Er bleibt in seiner Welt, wo es keinen Fußball gibt, sondern  nur viele nette Menschen, die alle seine Freunde sind, und er freut sich, jeden Tag neue Freunde kennenzulernen.

So machen sich der Sör und Herbert  am Samstag mit einem Maschinenbauingenieur, einem Taubstummen, griechischen Zwillingen, drei Ex- Jugoslawen, einem städtischen Mitarbeiter, einem heiligen Mann, einer Kindergärtnerin und einer blonden Schönheit auf den Weg mit dem Bus von Schalke nach Dortmund. Sie alle vereint, dass sie eine interessante Lebensgeschichte und eine besondere Beziehung zum FC Schalke 04 haben. Durch einen Übermittlungsfehler fährt der belgische Busfahrer anstatt nach Dortmund nach Lüdenscheid. Dort treffen sie auf eine Oma mit ihren vier bis sechs Jahren alten kleinen „Engeln“, die von der Dortmunder Borussia als Ehrengäste eingeladen sind, aber auf Grund einer Buspanne in Lüdenscheid festhängen. Sie laden die Oma und die Kinder ein, mit nach Dortmund zu fahren.

Das Spiel endet dank der Unterstützung der Schalker Fans 4:4. Da die Schalker Mannschaft gleichzeitig ihr Spiel gewinnt, kommt es zu einem absoluten Novum in der Fußballbundesliga. Die Vereine Bayern, Schalke und Dortmund sind vor dem letzten Spieltag punktgleich. Die Bayern haben lediglich eine um ein Tor schlechtere Tordifferenz.

Nach dem Spiel wird der Dortmunder Trainer von einer Reporterin des WDR auf eine vermeintliche Unterstützung seiner Mannschaft durch Schalker angesprochen. Er gibt daraufhin für den Fall, dass dies zuträfe, das Versprechen, zu Fuß von Dortmund nach Schalke zu gehen, um dort seinen Mitgliedsantrag bei den Blauen zu stellen. Und so kommt es zu dem einmaligen Schauspiel, dass sich an einem Samstagmorgen die Dortmunder und Schalker Teams, begleitet von jeweils 1000 Fans der beiden Vereine, auf den Weg  machen, um über die gesperrte Lebensader des Reviers, die Autobahn A40, und unter dem Beifall von hunderttausenden von Zuschauern nach Gelsenkirchen zu gehen, wo der Dortmunder Trainer den Mitgliedsausweis des ruhmreichen FC Schalke 04 entgegennimmt.

Weitere Infos finden Sie unter: http://www.mein-name-ist-herbert.de

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Updated: 9. März 2014 — 20:54

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