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Literatur-Blog

VOR DEM SPIEL – Leseprobe (Teil 2) aus dem Roman “Herbert und die blau-weißen Zecken” von Jörg Müller

VOR DEM SPIEL

Leseprobe (Teil 2) aus dem Roman “Herbert und die blau-weißen Zecken”

von Jörg Müller

„Hallo, ich heiße Herbert und wie heißt du?“

Verdutzt antwortete Olaf.

„Ich heiße Olaf.“

„Schöner Name, gefällt mir.“

Herbert wollte weitergehen.

„Wo hast du denn dein Pferd gelassen?“, wollte Olaf wissen.

„Borussia ist mit den Kindern unterwegs.“

„Und wohin?“

Herbert zuckte mit den Schultern. „Das weiß ich nicht.“

Olaf versuchte, witzig zu sein. „Vielleicht sind sie ins Stadion gegangen?“

„Was ist ein Stadion?“

Olaf sah Herbert verblüfft an. Auf diese Frage war er nicht vorbereitet. Er überlegte, was er antworten sollte. Herbert wartete noch einen Augenblick, dann winkte er allen freundlich zu und ging weiter.

„Dem hast du es aber gegeben, Olaf“, riefen seine Kollegen lachend.

Olaf erwachte aus seiner Starre.

„Ich finde es gut, dass sich der Verein etwas einfallen lässt, um uns aufzumuntern.“

Jetzt waren seine Freunde an der Reihe, verblüfft zu sein. Herbert machte sich auf den Weg zurück zum Bus.

Dort hatte der Sör die Lage mittlerweile im Griff. Er war gerade mit Biene aus dem Bus gestiegen, als Schnüffel die erste Ohrfeige in Empfang nahm. Oma Paula holte gerade mit der anderen Hand aus, um dem wackelnden Schnüffel wieder zu mehr Stabilität zu verhelfen. Der Sör nahm Oma Paula schnell freundschaftlich in den Arm. Als Oma Paula erkannte, wer sie umarmte, schmolz sie dahin. Der blau-weiße Prinz durfte sie immer umarmen. Ihre Wut war schnell verraucht. Der Sör erkannte Schnüffel sofort und begrüßte ihn freundlich. Werners Erwiderung der Begrüßung fiel etwas reservierter aus.

Jens war enttäuscht. Er konnte wieder nicht eingreifen und glänzen. Er drehte sich und suchte sein Pferd. Es war weg. Er konnte es weit und breit nicht entdecken. Das hatte ihm auch noch gefehlt. Jens machte sich auf die Suche, leider in die falsche Richtung.

Oma Paula ging zurück zum Bus, um ihre kleinen Engel zu rufen. Sie waren nicht mehr da. Ihr Blutdruck stieg schon wieder auf über zweihundert. In diesem Augenblick erreichte Herbert wieder die Gruppe.

„Oma Paula, Borussia ist mit den Kindern unterwegs. Sie weiß, wo sie hinmüssen.“

Sie sah Herbert ungläubig an.

„Wen meinst du mit Borussia?“

„Die Stute.“

„Da bin ich beruhigt. Sie wird gut auf meine Lieblinge aufpassen.“

Und zum Sör gewandt: „Wir treffen uns nach dem Spiel wieder an dieser Stelle?“

Der Sör nickte und Oma Paula machte sich auf den Weg zu ihren kleinen Engeln ins Stadion. Die Leute blieben immer noch neugierig vor dem Bus stehen, denn sie wollten wissen, wer sich hinter der Fangruppe aus Belgien verbarg.

Bis auf die Zwillinge und den Dalai Kurt hatten alle Expeditionsteilnehmer das Schauspiel verfolgt. Der Sör zeigte auf die beiden Dortmunder.

„Darf ich euch Werner Schulz und Alfons, die Chronik, vorstellen?“

Als Ersten lernte Schnüffel Martin Scherff kennen. Als er in dessen stahlblaue Augen sah, war er froh, dass er es mit einem Dortmunder zu tun hatte, der auf seiner Seite stand. Sie reichten sich die Hand. Dann folgten Kevin, Manfred und die drei Jugos. Als Robie den Bus verließ, ging ein Raunen durch die Menge. Robie genoss ihren Auftritt und winkte den Fans freundlich zu. Da ertönte aus dem Bus ein lauter Schrei, der allen Zuschauern in einer Umgebung von zweihundert Metern das Blut in den Adern gefrieren ließ. Mit etwas Fantasie konnte man das Wort Borussia heraushören. Martin Scherff sprang in den Bus, um nachzusehen. Der Dalai Kurt schien zu schlafen. Vor der Rückbank stand Alpha und ließ gerade eine große Flasche mit einem undefinierbaren Inhalt in seinem Rucksack verschwinden. Im nächsten Augenblick stand Martin neben ihm.

„Was ist hier los, und was ist in der Flasche?“

Alpha war die Ruhe selbst.

„Der Dalai Kurt hat gerade seine Meditation für einen Augenblick unterbrochen, um seine Medizin zu nehmen.“

Alpha zeigte auf die Flasche.

„Und was ist das für eine Medizin?“

„Das ist eine Mischung aus Ouzo-Spezial und einem Metaxa mit dreißig Sternen.“

„Mit dreißig Sternen?“

„Ja, wenn du davon eine Flasche trinkst, siehst du dreißig Sterne. Ich habe sie schon mehrmals gezählt und bin immer auf dreißig gekommen.“

„Und diese Mischung hat der Arzt verschrieben?“, fragte Martin ungläubig.

„Nein, davon hat der Kurpfuscher keine Ahnung. Beta und ich haben beschlossen, die Therapie etwas zu optimieren. Der Dalai Kurt scheint gut darauf zu reagieren.“

„Meinst du damit etwa diesen unmenschlich Laut, den wir alle gerade in einem Umkreis von zweihundert Metern gehört haben?“

„Auf diese Art bekämpft der Dalai Kurt sein Trauma.“

Martin sah Alpha an, als sei er ein Wahnsinniger. In diesem Augenblick beschloss der Dalai Kurt zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit, seine Meditation zu unterbrechen. Er machte die Augen auf und sagte nur das eine Wort: „Hunger.“

Alpha und Beta nahmen ihn in die Mitte und verließen gemeinsam mit Martin den Bus. Die Zuschauer warteten gespannt, denn sie wollten unbedingt den Menschen kennenlernen, der in der Lage war, diesen Kampfschrei auszu-stoßen. Der Dalai Kurt verließ schwerfällig den Bus und ging zielstrebig auf den nächsten Würstchenstand zu, um etwas gegen seinen Hunger zu unternehmen. Die Zuschauer betrachteten ihn mit großem Respekt und tuschelten. Die Worte „heiliger Mann“ und „Wunderwaffe des Vorstands“ waren immer wieder zu hören. Dann zerstreute sich die Menge. Der Dalai Kurt aß acht Würstchen und wollte sich wieder seiner Meditation hingeben, aber Herbert nahm ihn an die Hand und folgte mit ihm den anderen in Richtung Stadion. Vorneweg gingen der Sör, Biene und die beiden Dortmunder Begleiter. Dahinter kamen Manfred und Robie, gefolgt von den drei Jugos und Martin, die Kevin in ihre Mitte genommen hatten. Den Schluss bildeten Herbert, der Dalai Kurt und die Zwillinge. Robie erregte bei allen Dortmunder Fans die gewünschte Aufmerksamkeit. Immer wieder waren anerkennende Pfiffe zu hören.

„Meinst du, wir gewinnen, Süße“, fragte ein tätowierter Fan mit der Figur eines Catchers.

Robie löste sich kurz aus der Gruppe und ging auf ihn zu. Sie umfasste seinen Oberarm und fragte: „Wie heißt du, Kleiner?“

Der Catcher sah sie verdutzt an und reagierte nicht sofort. Sein Nachbar mit einer ähnlichen Figur stand nicht auf der Leitung und half grinsend aus.

„Der Kleine heißt Thomas.“

„Also, Thomas, nun zur Antwort auf deine Frage. Wenn unsere Jungs auf dem Platz auch so gut in Form sind wie du, werden wir die Bayern aus dem Stadion fegen.“

Das wollten die Fans hören. Sie drückte Thomas einen flüchtigen Kuss auf die Wange, drehte sich um und folgte winkend ihren Freunden. Thomas war begeistert.

„Habt ihr Flaschen das gesehen? Ich glaube, die Kleine steht auf mich, und Ahnung vom Fußball hat sie auch noch. Sie hat recht, wir werden die Lederhosen aus dem Stadion fegen.“

Seine Kollegen nickten zustimmend und lachten. Auch bei diesen Fans besserte sich die Stimmung zusehends. Es hielten sich noch immer viele Dortmunder Fans vor dem Stadion auf. Die Schalker befanden sich gerade auf der Höhe einer größeren Fanansammlung, in der ein Fan das große Wort führte. Plötzlich löste sich dieser Mann aus der Gruppe und stürmte auf den Sör zu.

„Ich glaube es nicht, der Sör ist bei uns zu Besuch.“

Er umarmte ihn. Die anderen Fans beobachteten die Szene mit wachsendem Interesse. Jetzt erkannte der Sör den Mann.

„Mein alter Freund Ralf, der Zaunkönig. Ich freue mich, dich zu sehen. Wie geht es dir?“

„Gut, wie ich sehe, bist du nicht alleine hier, sondern in Begleitung des schönsten Dortmunder Mädchens, das ich je gesehen habe. Kompliment, Willi.“

Willi lief rot an und blickte verlegen zu Biene. Sie sah ihn lächelnd an und streichelte leicht seinen Arm. Willi atmete tief durch.

„Wie geht es Rudi?“

„Der holt gerade Bier.“

Schnüffel mischte sich jetzt ein.

„Willi, ich möchte nicht drängeln, aber wir müssen langsam ins Stadion.“

Ralf sah Willi fragend an.

„Ralf, ich bin zusammen mit einem Fanclub aus der Eifel hier. Ich bin sozusagen der Betreuer. Werner und Alfons sind unsere Begleiter. Ich muss leider weiter.“

Ralf betrachtete nun die interessante Truppe, die hinter dem Sör und Biene stand, etwas genauer. Er runzelte die Stirn. Vor allen Dingen den Dalai Kurt und Herbert konnte er nicht einordnen.

„Ich mache dir einen Vorschlag. Schnüffel und Alfons gehen mit den anderen schon mal in Richtung Stadion und ich stelle dir und deiner Freundin meine Kollegen vor. Ich habe ihnen so viel von dir und unserer tollen Zeit in Eng-land erzählt, dass sie dich unbedingt näher kennenlernen wollen. Du gehst dann etwas später ins Stadion. Es bleibt immer noch genügend Zeit bis zum Anstoß.“

Willi sah Martin Scherff und Biene fragend an. Beide nickten. Schnüffel gab Willi zwei Karten und setzte sich wieder in Bewegung.

Willi und Biene blieben vorerst bei Ralf und seinen Kollegen.

Am Eingang sprach Schnüffel kurz mit dem Kontrolleur. Die elf Personen konnten dann ohne Weiteres die Kontrollen passieren. Die Schalker wurden von der guten Stimmung im Stadion überrascht. Martin fragte sich, was sie überhaupt hier sollten. Von Depression keine Spur. Immer wieder skandierten die Fans „Borussia“. Da hörte er Norberts Stadiondurchsage und vermutete, dass die Stute und die kleinen Engel der Grund für die gute Laune der Fans waren. Er musste lachen.

Schnüffel führte sie zu ihren Plätzen. Da der Dalai Kurt auch hier zwei Sitze benötigte, war Martin froh, dass sie fünfzehn Plätze zur Verfügung hatten. Er achtete darauf, dass alle Schalker in der vorgesehenen Reihenfolge saßen. Nach wenigen Minuten musste Kevin das erste Mal zur Toilette. Martin bat Alfons, Kevin den kürzesten Weg zu zeigen und forderte dann Milan auf, die beiden zu begleiten. Er traute Kevin nicht über den Weg. Milan verstand Martin sofort und folgte den beiden. Nach wenigen Minuten kehrten die drei zurück. Kevin wirkte jetzt etwas entspannter.

(…)

(wird fortgesetzt!)

Copyright (C) 2013 by Jörg Müller.

Bildrechte: Coverillustration “SkurileGeschichten1.jpg ” (SKURILE GESCHICHTEN-SPIRALE-20110114083935-8edac2f8) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Wer wissen möchte wie die Geschichte endet, kann das Buch mit Klick auf das Cover oder durch den untenstehenden Link käuflich erwerben.

Was ist eigentlich eine Deeskalationswaffe und welches Trauma muss der Dalai Kurt überwinden? Was macht überhaupt das Besondere des Ruhrgebiets aus? Wie fühlen die Menschen im Revier, wie ticken sie und warum ist Fußball besonders im Revier die wichtigste Nebensache der Welt? – Das sind einige der Fragen, die der Wanne-Eickeler Autor Jörg Müller in seinem Erstlingswerk mit viel Liebe fürs Detail und in seiner ganz eigenen Art beantwortet. Viele liebenswerte, teilweise auch skurrile und vor allem völlig unterschiedliche Figuren bestimmen das Geschehen in diesem Fußballmärchen. Von Herbert über Robie, die Zwillinge Alpha und Beta, die Jugos und Oma Paula – alle Figuren haben und leben ihre Geschichte, in der sich oft auch die Geschichte des Ruhrgebiets widerspiegelt. Sie werden für den Leser lebensechte Begleiter rund um die Erlebnisse des 33. Spieltags der Fußballbundesliga. Schmunzelnd verfolgt der Leser, wozu echte Liebe zum Fußball führt und was möglich wäre, wenn ein Märchen wahr wird. Nicht nur für Fußballfans ein Muss, sondern auch für Liebhaber des Ruhrgebiets und solche, die es werden wollen.

Vor über dreißig Jahren studieren elf junge Männer in Münster Geisteswissenschaften. Sie stammen  alle aus dem Ruhrgebiet. Jeder von ihnen ist  Anhänger eines renommierten Fußballvereins aus dem Revier. Ein- bis zweimal die Woche treffen sie sich auf einer Wiese, um gemeinsam Fußball zu spielen. Schon bald sind die elf als „die elf Freunde“ bekannt. Untereinander sprechen sie sich nur mit dem Namen ihres Lieblingsvereins an. So gibt es unter anderem den Schalker, den Dortmunder und den Bochumer. Jeder wird später erfolgreich in seinem Beruf sein und seinen Verein ehrenamtlich unterstützen. So bilden die elf ein im Fußball einmaliges Netzwerk, das sie zum Wohl ihrer Vereine nutzen.

Zurück zur Gegenwart. Vor dem 33. Spieltag treffen sich die elf zu ihrem sonntäglichen Frühschoppen.

Die Dortmunder Borussia hat nach einer herausragenden Hinrunde in der Rückrunde das Pech gepachtet. Die Verantwortlichen sind verzweifelt, alle Bemühungen, die Mannschaft in die Erfolgsspur zurückzubringen, scheitern. Ganz im Gegensatz dazu die Schalker und die Bayern. Nach einem verkorksten Start holen die beiden Vereine Punkt für Punkt auf. Und so kommt es am 33. Spieltag zum vorentscheidenden Spiel in Dortmund, wo die Borussia die sich in Topform befindlichen Bayern aus München empfängt. Gewinnen die Bayern, so sind die Dortmunder und die Schalker mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Rennen um die Meisterschaft.

Die zehn Freunde versuchen, den Dortmunder aufzubauen, denn alle wollen, dass ein Revierverein Deutscher Fußballmeister wird. Der Bochumer kommt auf den genialen Gedanken, die aktuelle Schalker Euphorie auf die Dortmunder Mannschaft zu übertragen. Und so macht sich der Schalker auf den Weg, elf Schalker Fans ausfindig zu machen, die Schalke repräsentieren und bereit sind, in Dortmunder Trikots nach Dortmund zu fahren, um dort die Dortmunder zum Sieg gegen die Bayern anzufeuern.

Begleitet werden die elf vom Sör und von Herbert. Der Sör hat sowohl Schalker als auch Dortmunder Wurzeln. In jungen Jahren lernt er bei seiner ersten Englandreise eine echte englische Adelige kennen, die ihn einlädt, kostenfrei für unbegrenzte Zeit auf ihrem wunderschönen Landsitz in Cornwall zu wohnen. Als Gegenleistung bietet der Sör der Lady an, die vernachlässigte Parkanlage rund um das Anwesen wieder zu altem Glanz zu führen. Gemeinsam mit dem Chauffeur der Lady und einem ehemaligen englischen Fußballprofi beginnt er mit der Arbeit. Aber schon bald merken die drei, dass ihre Arbeitskraft nicht ausreicht. Und so entwickeln sie ein ebenso einfaches wie geniales  Geschäftsmodell. Über die Kontakte des ehemaligen Fußballprofis rekrutieren sie angehende Fußballprofis aus schwierigen Familienverhältnissen, Hooligans und gestresste Manager, um mit ihnen, alle arbeiten ohne Entgelt, basierend auf  einer einmaligen Mischung aus „arbeiten an der frischen Luft Cornwalls, gemeinsam Fußball spielen und regelmäßig den einzigen Pub besuchen“, zum Vorteil aller die Parkanlage wiederherzustellen. Damit die Hooligans nicht auf dumme Gedanken kommen, stellt der Leiter einer militärischen Eliteeinheit dem Sör traumatisierte Elitesoldaten als Aufpasser und Mitarbeiter für die Gartenarbeit zur Verfügung, in der Hoffnung, dass sich seine Jungs dort wieder erholen. Der Erfolg gibt dem Sör Recht. Bei einem Besuch in Dortmund erfährt er zufällig von zwei Dortmunder und zwei Schalker Problemfällen aus der Fanszene und lädt die vier nach Cornwall ein, wo sie unter der Aufsicht der Elitesoldaten  nach anfänglichen Schwierigkeiten zu wahren Musterexemplaren der Gesellschaft werden. Die Dortmunder und Schalker Fans wissen es zu schätzen, dass da jemand den hoffnungslosen Fällen aus der gewaltbereiten Fanszene der beiden Vereine eine letzte Chance gibt, ihr Leben neu zu ordnen.

Herbert wird im Alter von zwei Wochen vor einer Klosterpforte in einem Korb abgegeben. Eine Nonne übernimmt die Aufgabe, ihn großzuziehen. Schon bald merkt die Oberin, dass Herbert ein besonderer Mensch ist. Sie versucht, ohne Erfolg, herauszufinden, was der liebe Gott mit Herbert vor hat. Als die Nonne, die ihn aufgezogen hat, verstirbt, zieht  Herbert nach Gelsenkirchen um, wo er zwangsläufig mit dem Fußballsport im Allgemeinen und den beiden Vereinen Schalke und Dortmund im Besonderen in Berührung kommt.

Herbert liebt alle Geschöpfe Gottes gleichermaßen und sie ihn.

Ob Kinder, Erwachsene, Pitbulls oder eingefleischte Schalke- und  Dortmundfans, alle lassen sich von seiner positiven Lebensart anstecken. Wo Herbert ist, gibt es keinen Streit. Herbert lässt sich von niemandem  beeindrucken. Er bleibt in seiner Welt, wo es keinen Fußball gibt, sondern  nur viele nette Menschen, die alle seine Freunde sind, und er freut sich, jeden Tag neue Freunde kennenzulernen.

So machen sich der Sör und Herbert  am Samstag mit einem Maschinenbauingenieur, einem Taubstummen, griechischen Zwillingen, drei Ex- Jugoslawen, einem städtischen Mitarbeiter, einem heiligen Mann, einer Kindergärtnerin und einer blonden Schönheit auf den Weg mit dem Bus von Schalke nach Dortmund. Sie alle vereint, dass sie eine interessante Lebensgeschichte und eine besondere Beziehung zum FC Schalke 04 haben. Durch einen Übermittlungsfehler fährt der belgische Busfahrer anstatt nach Dortmund nach Lüdenscheid. Dort treffen sie auf eine Oma mit ihren vier bis sechs Jahren alten kleinen „Engeln“, die von der Dortmunder Borussia als Ehrengäste eingeladen sind, aber auf Grund einer Buspanne in Lüdenscheid festhängen. Sie laden die Oma und die Kinder ein, mit nach Dortmund zu fahren.

Das Spiel endet dank der Unterstützung der Schalker Fans 4:4. Da die Schalker Mannschaft gleichzeitig ihr Spiel gewinnt, kommt es zu einem absoluten Novum in der Fußballbundesliga. Die Vereine Bayern, Schalke und Dortmund sind vor dem letzten Spieltag punktgleich. Die Bayern haben lediglich eine um ein Tor schlechtere Tordifferenz.

Nach dem Spiel wird der Dortmunder Trainer von einer Reporterin des WDR auf eine vermeintliche Unterstützung seiner Mannschaft durch Schalker angesprochen. Er gibt daraufhin für den Fall, dass dies zuträfe, das Versprechen, zu Fuß von Dortmund nach Schalke zu gehen, um dort seinen Mitgliedsantrag bei den Blauen zu stellen. Und so kommt es zu dem einmaligen Schauspiel, dass sich an einem Samstagmorgen die Dortmunder und Schalker Teams, begleitet von jeweils 1000 Fans der beiden Vereine, auf den Weg  machen, um über die gesperrte Lebensader des Reviers, die Autobahn A40, und unter dem Beifall von hunderttausenden von Zuschauern nach Gelsenkirchen zu gehen, wo der Dortmunder Trainer den Mitgliedsausweis des ruhmreichen FC Schalke 04 entgegennimmt.

Weitere Infos finden Sie unter: http://www.mein-name-ist-herbert.de

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Updated: 2. Dezember 2013 — 21:54

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