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Literatur-Blog

SIE SIND NUR MENSCHEN (Teil 3) – Phantastische Erzählung von Magret Schwekendiek

SIE SIND NUR MENSCHEN (Teil 3)

Phantastische Erzählung

von Magret Schwekendiek

Der Präsident des Euro-Afrikanischen Volksbundes beendete seinen Brief. Er war nicht ganz glücklich mit seiner Wortwahl, aber eigentlich spielte es doch keine Rolle, denn es war mehr eine Rechtfertigung für sich selbst. Und ob jemand überhaupt einmal diesen Brief in die Finger bekam, war auch noch fraglich. Das, was er vorhatte, war Völkermord, da machte er sich nichts vor. Doch er konnte einfach nicht mehr mit ansehen, wie tagtäglich ungezählte Menschen starben. Er selbst besaß nicht genug Macht und Einfluss, um die befehlenden Offiziere auf beiden Seiten zur Vernunft zu bringen. Diese wenigen Menschen besaßen noch immer viel zuviel Macht über die Menschen, so dass die verheerenden Auseinandersetzungen kein Ende fanden, und auch auf irgendeine Weise noch immer gerechtfertigt wurden.

Der Präsident hatte vor einer Woche seinen letzten Sohn verloren, jetzt lebte nur noch eine Tochter, die allerdings fest in das Gebärprogramm eingebunden war und mittlerweile schon 12 Kindern ein kurzes Leben geschenkt hatte. Alles zum Wohle des Vaterlandes – und für die kleine Genugtuung einen Orden zu bekommen. Die Kinder des Präsidenten waren anders als er gewesen, der sich immer noch tief drinnen ein weiches Herz bewahrt hatte. Ganz sicher war Menschlichkeit ein großes Hindernis in einer Welt wie dieser, die bestimmt wurde von kühler Sachlichkeit und klarem Realismus. Er hatte Kinder mit strahlenden Augen in die Schlacht ziehen sehen, nur um nie wieder etwas von ihnen zu hören. All diese Toten schrien lautlos nach Rache. Und die gepeinigte Erde brüllte förmlich um Erlösung.

Ein Behälter aus Titan nahm den Brief auf, und mit dem nächsten Shuttle, das einen neuen Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen sollte – noch heute Nacht – würde auch dieser Brief in eine relative Sicherheit gebracht.

Der letzte Satellit – er würde den Langzeitplan, den der Präsident schon kurz nach seinem Amtsantritt begonnen hatte, vollenden.

Die Nacht kam, und die Dunkelheit wurde, wie so oft, durch die Einschlagblitze von Lasergranaten und Neutronenwaffen erhellt. Und auch in dieser Nacht starben wieder Menschen.

Am Morgen beleuchtete die Sonne die leerstehenden Gleiterpanzer und Bodenstellungen, die praktisch unversehrt waren; nur das menschliche Material war ausgelöscht und wurde durch den ungeheuren Nachschub, den die Gebärkolonnen produzierten und die Aufzuchtstationen ablieferten, gleich wieder ersetzt.

Diesem Wahnsinn musste endlich ein Ende gesetzt werden!

Der Präsident saß allein in seinem Arbeitszimmer, er hatte sich jegliche Störung verboten, obwohl sein Sekretär händeringend darauf hingewiesen hatte, welche Arbeit anstand und wer ihn alles sprechen wollte. Doch für die nachfolgende Aufgabe brauchte der Präsident absolute Ruhe – und danach würde es keine Rolle mehr spielen.

Das Computerprogramm selbst war rasch aufgerufen, 62 der 124 Satelliten, die im Orbit kreisten, waren in der Lage, jeden Zentimeter auf der Erde lückenlos zu bestrahlen. Durch mehrmalige Passwortabfrage kam der Mann endlich in ein Unterprogramm, das niemandem sonst zugänglich war. Und die Programmierer, die das ermöglicht hatten, würden darüber nicht reden können, sie waren nach dem Ende ihrer Arbeit sehr rasch an einem hartnäckigen Virus gestorben.

Der Präsident aktivierte die heimlich eingebauten Transit-Neutronenstrahler, die in der Lage waren, die Entfernungen durch die verschiedenen Schichten der Atmosphäre zu überbrücken. Für einen winzigen Augenblick zögerte der Mann, doch dann bestätigte er seine Anweisung doppelt. Ein kleines trauriges Lächeln spielte um seine Mundwinkel. Jetzt, da auch der letzte Satellit in Position war, würde es nur noch wenige Minuten dauern.

Der Präsident drückte den Knopf der Rufanlage, und gleich darauf trat der Sekretär erleichtert ein. Noch bevor er mit seinem Bericht anfangen konnte, unterbrach ihn der Präsident.

„Ich wollte Ihnen eigentlich nur sagen, dass ich mit Ihrer Arbeit zufrieden war. Das sollten Sie wissen.“

Verwirrt hielt der Mann inne. „Ich glaube, ich verstehe Sie nicht, Sir.“

„Das müssen Sie auch nicht mehr. Ich habe gerade dafür gesorgt, dass die Erde endlich zur Ruhe kommt. In genau 1,35 min werden die zusammengeschalteten Satelliten die gesamte Fläche der Erde in ein Neutronenfeld hüllen. Und danach wird es nichts mehr geben.“

Stille. Dann warf der Sekretär einen Blick auf seine Uhr, und der Präsident war sicher, richtig gehandelt zu haben. Denn der bevorstehende Tod schockte sein Gegenüber nicht einmal.

„Ich bin dankbar, dass ich Ihnen dienen durfte, Sir. Ich nehme an, Sie haben Ihre Entscheidung gut überlegt?“

„Verdammt noch mal, interessiert es Sie gar nicht, wie viele Tote es geben wird? Dass Sie selbst gleich tot sein werden? Ist Ihnen das alles egal?“

Nur ein leichtes Hochziehen der Augenbrauen. „Es ist ohnehin nicht mehr zu ändern, nein?“

Der Präsident nickte. „Danke, Sie können gehen.“

Stattdessen zündete sich der Sekretär in aller Seelenruhe eine Zigarette an. „Ein letzter Genuss“, stellte er fest.

Die beiden Männer warteten wortlos. Gleich darauf hätte jemand, der darauf achten wollte, ein leichtes Summen in der Luft hören können. Doch wenige Sekunden später gab es niemandem mehr, der noch hören konnte.

Mit den Menschen starben alle Säugetiere auf der Erde, doch es gab noch genügend andere Lebensformen, die das verheerende Strahlenfeld überlebten. Die Erde würde regenerieren – sie hatte Zeit, wenn es sein musste, tausende von Jahren.

*

Nur zögernd waren die Menschen, es gab noch 27 von ihnen, und die schemenhaften Engel aufeinander zugegangen. Jedenfalls einige von ihnen.

Marsha Hamilton gehörte zu denen, die sich fernhielten. Sie und einige andere gingen zu dem abgestürzten Raumschiff, das jetzt soweit abgekühlt war, dass man die Außenhülle berühren und daraus provisorische Hütten bauen konnte. Argwöhnisch blickte diese Gruppe auf die anderen, die sich in einen Kreis gesetzt hatten und mit den Engeln sprachen.

Ricardo Michaelis kam zu ihnen, es gab Verletzungen zu behandeln. Marsha half ihm, und nach einiger Zeit wurde klar, dass weitere Todesopfer zu beklagen sein würden.

Vincent Flanagan saß mit sechs anderen Mitgliedern seiner Crew bei Azrael und weiteren Engeln. Den Menschen zuliebe hatten sie wieder humanoide Gestalt angenommen.

„Ich möchte euch danken“, sagte der Commander jetzt zu Azrael. „Es ist für euch wahrscheinlich nicht ganz einfach uns zu dulden. Aber meine Leute brauchen die Bewegungsfreiheit.“

Die Stimme des Engels klang traurig. „Vielen wird es nichts nutzen, sie sterben.“

Das war eine klare, nüchterne Feststellung. Die Schar der Engel wirkte kompakt und dicht, denn viele von ihnen hatten sich dazu entschlossen, den Menschen fern zu bleiben, zu groß war das Misstrauen.

Doch plötzlich verschwand der Großteil von ihnen, waren einfach weg, ohne Spuren zu hinterlassen.

Vincent fühlte, wie er leichenblass wurde, dann wurde ihm schlagartig klar, dass auf der Erde eine Katastrophe stattgefunden haben musste, wenn eine so große Menge der Engel sich einfach auflöste. Fassungslos starrte der Commander in das weiße Gesicht von Azrael. Die großen dunklen Augen des Engels schienen das Nichts widerzuspiegeln, und dann lösten sich plötzlich zwei Tränen und rollten über das durchscheinende Gesicht.

„Die Menschheit der Erde hat sich selbst vernichtet“, flüsterte er.

Vincent fühlte, wie eine kalte Hand nach seinem Herzen griff. Wenn das stimmte, dann waren sie hier, die Überlebenden der „Fair Lady“, auch die letzten Überlebenden der Menschheit.

Flanagan spürte plötzlich eine sanfte Berührung an der Wange, und erstaunt stellte er fest, dass er selbst auch weinte. Azraels zartes Streicheln war tröstend, doch der Schock saß tief.

Diese Nachricht war irgendwie allen Überlebenden zu Ohren gekommen, und jetzt begannen einige der Menschen, einfach durchzudrehen. Sie liefen kopflos hin und her, griffen schließlich zu ihren Waffen und begannen aufeinander zu schießen.

„Nicht!“ brüllte der Commander und sprang auf. Doch er musste selbst den Schüssen ausweichen.

Als wieder Ruhe einkehrte, lagen weitere Menschen tot am Boden.

Jetzt gab es noch 13 der Raumfahrer und 5 Engel.

Flanagan setzte sich an einen Baum und weinte bitterlich.

*

Es war ein unwirklicher Zustand, in dem sich die letzten Menschen befanden. Ein halbherziger Versuch wurde unternommen, um einen geregelten Tagesablauf einzurichten – aber für wen?

Die Notrationen der toten Kameraden wurden aufgeteilt, es gab genug zu essen, und Wasser war ausreichend auf diesem Planeten vorhanden. Es gab sogar eine Menge Früchte, von denen die meisten essbar waren, wie einige Mutige herausfanden. Eigentlich waren alle Voraussetzungen gegeben, um auf diesem Planeten eine Kolonie, eine neue Zivilisation zu gründen.

Doch der Schock saß so tief, dass keiner sich wirklich aufraffen konnte, etwas Sinnvolles zu tun.

Und dann waren da auch immer noch die Engel, denn keiner so recht traute.

Flanagan hatte faktisch noch immer das Kommando – das Kommando über was? Die Menschen lebten ohne Perspektive, und früher oder später musste es zu einem letzten großen Knall kommen.

Trotz aller Unlust hatte sich eine gewisse Routine eingestellt. Die Zeit des Sonnenaufgangs, mittags und abends zur blauen Stunde trafen sich die 13, um gemeinsam eine Mahlzeit einzunehmen und ein paar Worte miteinander zu reden. Es war eine harmlose Bemerkung vom Doc, die das Unglück auslöste.

„Wir sollten versuchen, die medizinischen Geräte und das Labor aus dem Schiff zu retten. Dann könnten wir anfangen Pflanzen und auch die Bodenschichten hier zu untersuchen“, schlug er praktisch vor.

Marsha Hamilton, die sich in den letzten Tagen sehr zurückgehalten hatte, sprang erregt auf. „Wollt ihr denn jede Hoffnung aufgeben, von hier wieder wegzukommen? Sollen wir die Erde denn ganz und gar vergessen?“ Regelrecht hysterisch rannte sie davon. „Frag doch diese himmlischen Wesen, die wissen doch alles. Und die sind schuld daran, dass wir hier festsitzen. Ich hasse euch! Ich will zurück nach Hause! Ich hasse euch!“ Sie riss die Waffe heraus und schoss auf die Engel. Natürlich konnte sie nichts ausrichten, die Astralwesen waren nicht auf diese Art zu verletzen. Aber die Frau war nicht mehr ansprechbar, sie drehte völlig durch.

Noch immer wild schießend rannte sie weiter auf die Schemen zu, Vincent hinterher, um sie aufzuhalten. Aber Marsha war schneller.

Azrael stand in seiner humanoiden Gestalt einsam da und schaute den beiden hinterher.

Irgendwann blieb Marsha stehen. Sie drehte sich um und starrte Flanagan entgegen, ihr Blick spiegelte Wahnsinn wider.

„Kommen Sie, Marsha, jetzt ist es genug. Geben Sie mir die Waffe, und dann lassen Sie uns zurückgehen.“

„Niemals!“ schrie sie auf. Dann legte sie die Laserpistole auf den Mann an und drückte ab. Er warf sich zur Seite, und schließlich blieb ihm nichts anderes mehr übrig, als selbst zu schießen.

Wie vom Blitz gefällt brach die Frau zusammen, die Waffe fiel ihr aus der Hand.

Vincent beugte sich zu ihr nieder, und wieder hatte er Tränen in den Augen.

Mit einem letzten klaren Blick schaute sie ihn an. „Warum, Marsha, warum?“ fragte er mit brüchiger Stimme. „Weil es kein Zurück mehr gibt!“ sagte sie, dann lag sie ganz still.

Flanagan trug sie auf seinen Armen zurück, um sie bei den anderen zu begraben. Rein zufällig bemerkte er, dass es jetzt nur noch 4 Engel waren.

*

Der Tod von Marsha hatte die Stimmung weiter absinken lassen. Tiefe Depression hatte die 12 Menschen ergriffen, und jeder Versuch der Engel die Menschen etwas aufzumuntern, schlug fehl. Stattdessen begannen sie untereinander wild zu diskutieren, ob es überhaupt noch einen Sinn hatte weiterzuleben. Schließlich eskalierten diese Auseinandersetzungen, so sehr der Commander sich auch bemühte seine restliche Crew zur Ordnung zu rufen. Wie schon bei Marsha kam es zu einer wilden Schießerei, und plötzlich gab es nur noch 5 Menschen und 3 Engel.

Die Situation wurde unhaltbar.

*

Vincent und die 4 anderen hatten sich dazu entschlossen, aus den Überresten des Raumschiffes eine Art Haus zu bauen. Mbotu Matabene, Doc Michaelis, Muriel Hanley und Patricia Baumann machten sich an die Arbeit, denn ein wolkenbruchartiger Regen hatte sie gelehrt, dass das Wetter nicht beständig war. Und außerdem hatte sowieso niemand etwas Besseres zu tun.

Zuerst ging alles gut, ab und zu klang sogar ein kleines Lachen auf, so als wären die Menschen auf dem Wege der Besserung. Man arbeitete Hand in Hand miteinander, und einige Tage später erhob sich ein regelrechtes Gebäude, denn die Außenhülle des Schiffes war formbar.

Der Doc hatte darauf bestanden, auch die medizinischen Instrumente zu retten, er wollte unbedingt Untersuchungen anstellen. Flanagan half ihm dabei, das empfand er als sinnvolle Aufgabe.

Mittlerweile machte sich der Commander auch Gedanken darüber, ob es nicht endlich an der Zeit war, sich um die Fortpflanzung zu kümmern.

Doch auch Matabene schien sich in dieser Richtung Gedanken gemacht zu haben, allerdings ohne seine Auserwählte zu fragen. Als er des Nachts in Patricias Zimmer ging, wehrte sich die Frau. Matabene sah plötzlich rot. Viel zu lange hatte er keine Frau gehabt, und dazu kam die Anspannung, von der sie noch alle erfüllt waren. In seinem Rausch brachte er Pat um.

Und Flanagan, der Doc und Muriel standen plötzlich vor der unangenehmen Aufgabe über Matabene zu Gericht zu sitzen.

*

In lässiger Haltung stand Mbotu Matabene vor den drei anderen, die ein Tribunal bildeten.

„Mir ist nicht ganz klar, auf welcher Rechtsgrundlage ihr hier ein Urteil sprechen wollt“, erklärte der Afrikaner mit Spott in der Stimme.

„Ist dir überhaupt bewusst, dass du getötet hast?“ fragte Muriel schockiert.

„Ich habe damit das Unausweichliche nur abgekürzt.“

„Und wer gibt dir das Recht dazu?“ fragte der Arzt.

„Das gleiche Recht, das du dir gerade anmaßt, um zu glauben, mich verurteilen zu können. Was wollte ihr denn mit mir tun? Mich in einem Erdloch gefangen halten, bis ich mich gebessert habe?“

„Ich finde nicht, dass deine Lage es dir erlaubt, das alles auch noch ins Lächerliche zu ziehen“, mischte sich nun auch Vincent ein.

„Meine Lage?“ Matabene hob die Augenbrauen und schaute die drei Personen mit offener Verachtung an. „Was erwartet ihr jetzt? Soll ich von Reue zerknirscht am Boden liegen und um eure Vergebung betteln? Oder soll ich mir einen Strick nehmen und mich aufhängen als Sühne?“

„Hast du denn gar kein Unrechtsbewusstsein?“ fragte Muriel traurig. „Pat war doch eine von uns.“

„Ich will dir mal was sagen, Muriel. Wir sind hier nur noch ein kleiner Haufen Verlorener, die darum bemüht sein sollten, sich die letzten Tage schön zu machen. Da sollten wir aufgesetzte Moralvorstellungen, eingebildete Rechtsgrundlagen oder was auch immer, beiseitelegen.“

„Du schlägst also allen Ernstes vor, völlig ohne Regeln zusammenzuleben? Das ist Anarchie.“

„Das ist Vernunft. Und nun lasst mich einfach in Ruhe. Ihr benehmt euch lächerlich.“

Plötzlich tauchte einer der Engel auf, den die anderen als Uriel kennengelernt hatten auf. „Bist du noch menschlich, Mbotu Matabene?“ fragte er provozierend. „Als du hierhergekommen bist, warst du es noch. Ein Mensch voller Ideale, der sogar noch einen Glauben an das Gute hatte, was auf der Erde längst nicht mehr zum Alltag gehörte. Was hat dich so verändert?“

„Die Tatsache, dass niemand eine Chance hat – dass das Gute keine Chance hat. Und jetzt geh!“

Er ging drohend auf Uriel zu, der aber nicht zurückwich Sein schimmernder Körper leuchtete grell, als Matabene ihn berührte.

Und dann erstarrte der Afrikaner in der Bewegung, seine Augen quollen aus den Höhlen, dann ächzte er und brach zusammen. Und mit ihm verschwand der Engel.

*

Drei Jahre später:

Vincent Flanagan und Muriel Hanley freuten sich über ihr zweites Kind.

Nach den schrecklichen Vorfällen hatten die drei Überlebenden zunächst in Schockstarre verharrt. Doch sie lebten, und irgendwie musste das Leben weitergehen. Es sei denn, sie wollten sich gleich selbst umbringen. Aber der Lebenswille der drei Personen war stark, zu stark, um einfach aufzugeben.

Vincent und Muriel hatten Gefallen aneinander gefunden, und sich als Paar zusammengetan. Der Planet bot alles, was sie brauchten, und so waren sie überein gekommen, eine Kolonie zu bilden, zumindest den Versuch zu machen. Doc Michaelis hatte nichts weiter im Kopf als seine Untersuchungen, er legte keinen Wert darauf, selbst Vater zu werden, doch er stand Muriel bei, als die Geburt herannahte.

Und nun hielt er schon das zweite Kind in den Armen. Es war doch wie ein Wunder. Und die beiden überlebenden Engel Azrael und Gabriel schauten ebenfalls zu, glücklich darüber, dass es doch noch eine kleine Hoffnung gab.

Als Ricardo Michaelis jetzt den Blick von dem kleinen Baby hob und in die humanoiden und doch nicht menschlichen Gesichter der Astralgestalten schaute, bekam auch seine Seele plötzlich wieder etwas menschliches. Und aus dem Nichts heraus entstand plötzlich ein weiterer Engel.

Noch waren die Menschen und die Engel nicht verloren.

-ENDE-

Copyright (c) 1999 by Margret Schwekendiek

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5 Comments

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  1. Die Geschichte zeigt Kompromisslos das es Menschen gibt die anderen Menschen, gerade in schwierigen Situationen, statt zu helfen noch mehr leid zufügen. Allerdings macht sie auch Hoffnung auf ein Fortbestehen unserer Rasse. Eines zeigt diese Story ganz klar. Die Engel haben nicht eingegriffen bis ganz zum Schluss. Wir alle haben einen freien Willen, dieser wurde in der Geschichte respektiert.
    Der Ablauf der Story macht sehr nachdenklich und so können wir nur hoffen, das die Menschen auf dieser Welt sich irgendwann ändern werden. Ansonsten kann es durchaus so kommen, wie in dem Plot der auf der Erde spielt.

  2. Danke Petra. Ich muss mich entschuldigen, erst so spät was zu sagen. Ich arbeite im Augenblick wie verrückt, hoffe, die beste Großmutter der Welt zu sein und versuche neue Aufträge hereinzuholen. Wenn man vom Schreiben leben will, ist das verdammte harte Arbeit.
    Also, die Engelgeschichte ist schon etwas älter, ich habe sie allerdings noch etwas überarbeitet. Sie entstand eigentlich nur aus Beobachtungen, die man im täglichen Leben macht. Es gibt immer solche und solche Leute, aber auch ich habe Hoffnung, dass die menschlichen Exemplare überwiegen. Wenn ich mir allerdings unsere Politiker- und Wirtschaftskaste ansehe, beschleichen mich Zweifel. Denn immerhin sind das die Menschen, die über andere bestimmen wollen. Der einzele hat nur in einer Masse Macht,und so wird ein Kompromiss in einer Gemeinschaft, gleich welcher Art, immer nur den kleinsten Nenner finden, der vielleicht keine Auswirkungen mehr hat. Ich empfinde es gelegentlich als Aufgabe einer Schriftstellerin, auch mal ernste Themen in unterhaltsame Formate zu verpacken. Das sind das Vorrecht und der Spaß an meiner Arbeit.

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