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Schrecksekunde während Live-Sendung: Onanie vor laufender Kamera! / Buchtip der Redaktion: „Von böser Lust und rechter Freudigkeit“ von Klaus Dede.

PRESSEMELDUNG (ZITAT): „Yahoo! Magazin – 29. April 2010: Bei einer Talkshow auf n-tv bekamen Moderatorin und Zuschauer mehr zu sehen, als ihnen lieb war.(…)“

Gesamte Pressemeldung lesen.

Buchempfehlung der Redaktion zum Thema Masturbation:

Klaus Dede
Von böser Lust und rechter Freudigkeit

Die Kampagnen der Priester, Pastoren, Ärzte und Lehrer gegen das unglaublich gemeine Laster der zerstörerischen Selbstbefleckung – Eine Diskursanalyse

Leseprobe

Verlag :      Shaker Media
ISBN :      978-3-86858-206-2
Einband :      Englisch Broschur
Preisinfo :      19,90 Eur[D] / 19,90 Eur[A] / 39,80 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      223 S. – 23,0 x 15,0 cm
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 27.07.2009

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Zwei Jahrtausende lang wurde die Onanie von den Christlichen Kirchen mit einem Verbot belegt, das von keinem Jungen jemals eingehalten werden konnte. Trotzdem wurde es seit dem 19. Jahrhundert flächende­ckend mit brutalen Mitteln durchgesetzt. Ein solches Tabu muss, so sagt Klaus Dede, enorme soziale Konsequenzen haben, und die benennt er in diesem Werk:

Das Onanierverbot löste die Jugendbewegung aus, die um 1890 einsetzte, also zu einer Zeit als die allgemeine Schulpflicht auch faktisch durchgesetzt wurde, denn die Jungen zogen nicht in Wald und Feld hinaus, um die deutsche Landschaft kennen zu lernen, sondern um in Ruhe onanieren zu können.

Durch eben dieses Tabu wurde in mehr als vier Generationen ein Ag­gressionsstau aufgebaut, der erst in zwei Weltkriegen abgebaut werden konnte.

Der vergebliche Versuch, das Masturbationverbot durchzusetzen, bewirkte eine üble Schnüffelpraxis der Lehrer, Pastoren und Ärzte, die es möglich machte, dass die Deutschen, die bis dahin nur den zwar keineswegs demokratischen, aber immerhin autoritären Rechtsstaat kennen gelernt hatten, am 31. Januar 1933 wussten, wie sie sich in einem terroristischen Regime, das seit dem 30. Januar bestand, verhalten mussten, um möglicherweise zu überleben.

Allgemein kann man sagen: Zwar war das Onanieren allen verboten, aber zumindest alle Männer haben es getan oder tun es. Hier hatte also die doppelte Moral des Bürgertums ihren Sitz, deren Prinzip so lautet: Man darf alles, aber man darf sich nicht erwischen lassen.

Klaus Dede wurde am 1. Juni 1935 in Nordenham (Nds.) als Sohn des Pfarrers Günther Dede geboren. Er war von Beruf Journalist und lebt heute als Rentner in Oldenburg.

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Updated: 21. Mai 2010 — 11:34

3 Comments

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  1. Felis Breitendorf

    Den ganzen Tag läuft im TV Sex oder Anspielungen darauf, und wenn man Sex mit sich selbst gezeigt wird, sind alle aus dem Häusschen. Selbst die Schimpansen machen das vor dem Zoobesucher und finden es normal!

  2. Ich finde es nicht besonders prickelnd, unfreiwillig Zeuge von so was zu werden. Ob nun in Anspielung oder im Bezug auf eine oder mehrere Personen. Es ist ja nicht abnormal so zu machen, aber man sollte wenigstens die Wahl haben, wem man dabei zusieht. Auch wenn man grundsätzlich die Augen zumachen oder den Kopf wegdrehen kann (oder die Seite wegklickt, wie der Moderator der Sendung), wenn es einem nicht passt, es gibt Dinge, die nicht unbedingt in der Öffentlichkeit gemacht werden müssen. Vielleicht bin ich ja prüde, aber ….

  3. Warum sieht man in Filmen eigetnlich immer Paare beim Sex und niemand bei der Selbbefriedigung, die doch statistisch öffter vorkommt als der Sex mit einem Partner? So gesehen sind Filmhandlungen einfach nur Lügner!

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