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REBELLION DER SYNTHETIKER – Leseprobe (Teil 1) des gleichnamigen Romans von Angela Fleischer

REBELLION DER SYNTHETIKER

Leseprobe (Teil 1)

des gleichnamigen Romans

von Angela Fleischer

1.

Klick, surr, krach, bumm!

Der Roboter schwebte an ihm vorüber. Breladan betrachtete die Anzeige seines Scanners. Alles in Ordnung bei diesem Exemplar.

Klick, surr, krach, bumm!

Ein weiterer gerade gefertigter Roboter flog an ihm vorbei. Auf den Supraleitern seines Rechenkerns befanden sich minimale Kristallablagerungen, die Werte lagen aber noch im Toleranzbereich. Breladan fielen die Augen halb zu.

Nicht einschlafen!

Er hatte diesen Job nur bekommen, weil Arbeiter billiger als leistungsstarke Roboter waren. Dem Betreiber der Fabrik wäre es ein Leichtes, Breladan gegen irgendeinen anderen Hungerleider auszutauschen.

Klick, surr, krach, bumm!

Breladan blickte sich nach einem Pfeiler um, an dem er sich anlehnen konnte. Wie immer befanden sich jedoch keine in seiner unmittelbaren Umgebung. Zumindest geriet er so nicht in Versuchung, sich eine unerlaubte Pause zu gönnen.

»He du, warum starrst du ins Leere, Synthetiker?«, schreckte ihn die rivianische Aufseherin von der Seite auf. »Kümmere dich sofort wieder um die Roboter!«

Er sah auf das pelzbedeckte Wesen mit der riesigen Nase hinab. Die Gestalt wirkte drahtig. Die Knie wiesen nach vorne und sie hielt den Oberkörper gebeugt, als setze sie zum Sprung an – ein Eindruck, den alle Rivianer erweckten.

»Wie die Herrin es wünschen«, antwortete Breladan, obwohl die Rivianerin als Geruchsempathin seine wahren Gefühle erschnüffeln konnte. Als die Aufseherin gegangen war, murmelte er: »Sklaventreiber!«

Er hatte in der Schule als hochbegabt gegolten und ausgezeichnete Noten nach Hause gebracht. Aber ihm haftete auch der Makel an, als Timianerten-Abkömmling auf die Welt gekommen zu sein und nicht als Mensch, Rivianer oder Krone-Aqualon. Für Synthetiker – der Sammelbegriff für im Labor gezüchtete Rassen und Mechanoiden – existierten keine guten Jobs. Es gab nur miese Arbeit wie diese hier, mit Gehältern, die gerade ausreichten, sich über Wasser zu halten.

Er ballte eine Faust, dabei bohrten sich die scharfen Fingerspitzen in seinen Körperpanzer.

Klick, surr, krach, bumm!

Der Roboter war in Ordnung, Breladan ließ ihn passieren.

Klick, surr, krach, bumm!

Mit der Zeit verschmolzen die einzelnen Roboter miteinander, ebenso wie die Zahlen und holografischen Abbildungen, die er von seinem Scanner ablas.

Breladans Gedanken drifteten ab, wanderten zu seinem Bruder Naschwolar, der zu Hause auf ihn wartete. Er hätte jetzt eigentlich bei ihm sein sollen anstatt in dieser Fabrik.

Breladans Hals schmerzte. Es war anstrengend, ständig dieselbe Körperhaltung beizubehalten. Unter leisem Knacken lockerte er seine Gliedmaßen.

Klick, surr, krach, bumm!

Dieser Roboter war defekt. Breladan schickte mit seinem Scanner einen elektronischen Befehl ab, der ihn als Ausschussware kennzeichnete.

Die Sirene schrillte. Schichtwechsel. Breladan rieb sich die Augen. Der Chronometer zeigte 28:73 an. Heute würde er nicht mehr zum Schlafen kommen, denn es fand eine Gewerkschaftsversammlung statt, die er auf keinen Fall verpassen wollte.

Breladan duschte sich den Staub vom Panzer und trat in die kühle Nacht Zolks hinaus. Er war noch nicht lange in der Gewerkschaft. Seine Mitgliedschaft hatte begonnen, als er von Ijon Asstur, dem Freiheitskämpfer auf Valerio, erfahren hatte. Der Stawe hatte auf seiner Heimatwelt eine regelrechte Lawine losgetreten. Einst war er ein Mitglied des Galaktarats gewesen, doch eines Tages hatte er sich nicht mehr damit begnügt, im Rat Anträge zu stellen, die von den großen Vier – der Erde, Fuitschant, Talessa und Omardan – abgeschmettert wurden. Er begann, auf Valerio eine Rebellion zu organisieren.

Ein undenkbares Unterfangen, sagten die meisten, denn Valerio besäße keine Waffen, keine nennenswerte Raumflotte und keine mächtigen Verbündeten.

Asstur hatte ihnen das Gegenteil bewiesen, und die Rebellion dauerte noch immer an. Nun behaupteten die Medien, es wäre irrelevant, wenn sich Valerio gegen das Galaktareich stellte, es sei nur ein kleiner Planet ohne wirtschaftliche und politische Bedeutung. Doch Valerio stellte ein Symbol für all die übrigen Arbeiterplaneten dar, von denen einige durchaus über Waffen und politischen Einfluss verfügten. Zolk zum Beispiel, der ein wichtiger Knotenpunkt für den galaktischen Güterverkehr war.

Vor dem Eingang zum Gewerkschaftsgebäude zeigte er Breladan seine Tätowierung vor, die ihn als Gewerkschaftsmitglied auswies.

»Das genügt schon, Breladan.« Der Mechanoide L-35, der die Tür bewachte, winkte ihn durch.

Breladan betrat den Versammlungsraum und erschrak. Überall missmutige Mienen. Sogar die Ravidanerinnen, die wie ihre rivianischen Verwandten normalerweise ein fröhliches Gemüt besaßen, wirkten traurig.

»Was ist denn passiert?«, fragte er eine Stawin, die in der Ecke des Raums lehnte. Die glatzköpfige Humanoide mit der grünbraunen Haut und den großen Füßen überragte ihn um gut einen halben Meter.

»Sie haben ihn gefangen genommen und wollen ihn vor ein Tribunal stellen, wegen Volksverhetzung.« Sie verzog verächtlich das Gesicht. Ihre Spezies war für ihre Aggressivität und Energiegeladenheit bekannt. »Unsere Muskeln haben sie schon, jetzt wollen sie auch noch unsere Münder kontrollieren.«

Breladans Tasthaare sanken hinunter. Wenn die Galaktas Asstur für Jahrzehnte einbuchteten, starb jede Hoffnung für Valerio und all die anderen Welten. Das Galaktareich würde einen seiner verlogenen Prozesse abhalten, in dem sie ihm die Schuld für alles zuschoben, den Verstoß gegen Gesetze vorwarfen, denen niemand von ihnen je zugestimmt hatte – mit denen die Galaktas lediglich sich selbst und ihren unrechtmäßig erworbenen Wohlstand schützten. Es blieb nur zu hoffen, dass sich woanders ein zweiter Asstur erheben und neuerlich die Fahne des Widerstands ergreifen würde.

Für einen Moment sah sich Breladan die Fackel weitertragen, entgegen aller Schwierigkeiten, ohne Rücksicht auf das eigene Leben. Doch er war zu jung, kein führendes Gewerkschaftsmitglied, mit einem Wort: schwach.

Das werde ich ändern!

Eine vor nervöser Energie strotzende Schtrowima trat ein, eine Humanoide, die Breladan noch nie zuvor gesehen hatte. Sie trug Markenkleidung, die Gewandung der Unterdrücker, als ob ihr niemand auf der Welt etwas anhaben könne, dabei überragte sie alle außer den Stawen um mehrere Zentimeter.

Zornig reckte Breladan den Kopf in die Höhe.

Doch halt, ihre Kleider waren Fälschungen!

Die Schtrowima war niemand anderes als Tamian Gerrbodden! Jeder kannte sie als die Geliebte Assturs. Früher hatte sie mit gefälschter Markenkleidung gehandelt, und sie stand im Ruf, eine Rebellin zu sein.

Gerrbodden betrat die kleine Bühne, Paron Kabb, die Anführerin dieses Gewerkschaftsstandortes, stellte sich neben sie. Kabb war eine grimmige Stawin, hart wie Stahl, die hatte viele Entbehrungen in ihrem Leben ertragen müssen, ein Zustand, der immer noch andauerte. Doch mit ihrer Stärke inspirierte sie auch die anderen Mitglieder der Gewerkschaft und gab ihnen Hoffnung.

Kabb erhob ihre Stimme: »Liebe Freunde! Heute ist ein ganz besonderer Gast zu uns gekommen. Ich freue mich, euch Tamian Gerrbodden vorstellen zu dürfen, die Freundin des hochgeschätzten Freiheitskämpfers von Valerio, Ijon Asstur. Sie möchte einige Worte an uns richten.«

Applaus brandete auf, der sich aus den verschiedensten Klappergeräuschen zusammensetzte. Breladan übertönte dank seines Körperpanzers alle.

Gerrbodden trat ans Rednerpult und platzierte ihre graphitschwarzen Hände darauf. »Liebe Freiheitskämpfer! Ich bin heute hier, weil mir diese warzigen Scheusale meinen Ijon weggenommen haben!« Ihre hellblauen Augen blitzten.

»Und nicht nur mir, sondern euch allen! Es geht ihnen nicht um ihre Gesetze, sie wollten ihn nicht festnehmen, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Nein, sie haben ihn festgenommen, weil er ihnen in ihre Pläne gepfuscht hat! Den verdammten Omardan-Konzern lassen sie ja auch machen, was er will!«

Sie hieb mit der Faust aufs Podium. »Ich sage, wir lassen uns das nicht gefallen, wir holen ihn da wieder raus! Wer kommt mit mir? Wer hilft mir, ihn vor dem Stasis-Gefängnis auf Talessa zu bewahren?«

Auffordernd sah sie sich in der Menge um. Gemurmel entstand.

»Wie sollen wir das anstellen?«, fragte einer aus der Mitte in Standard-1, der hellen Zwitschersprache der Appianer. »Wir können uns doch nicht einmal selbst retten!«

»Aber Ijon braucht uns, er braucht uns wirklich!«

»Das ist ja schön und gut«, entgegnete Paron Kabb, »aber wir können es nicht riskieren, zu diesem Zeitpunkt auf uns aufmerksam zu machen. Assturs Freiheit ist ein Opfer, das wir im Zweifelsfall für unser aller Freiheit erbringen müssen.«

»Aber Ijon …« Ihre helle Standard-4-Stimme brach. »Er … ich wusste doch, dass das passieren würde. Ich … ach, ihr könnt mich doch alle mal!«

Fluchtartig stürzte sie aus dem Raum. Breladan erhaschte gerade noch einen Blick auf ihren weiß behaarten Hinterkopf.

Was mochte diese übertriebene Reaktion bei ihr hervorgerufen haben?

Sicher nicht die Ablehnung durch gerade einmal zwei Mitglieder der Gewerkschaft.

* * *

Als Tamian Gerrbodden auf dem Weg in ihr Hotel war, wehte ein schneidender Wind. Hier, in der Mitte des einzigen Kontinents des Planeten, kam es häufig zu starken Temperaturschwankungen. Darüber hinaus besaß Zolk eine hohe Sauerstoffkonzentration, was die Gefahr von Bränden erheblich erhöhte.

Doch all das interessierte die Schtrowima im Moment überhaupt nicht.

Stattdessen machte sie sich Gedanken über die Rede, die sie vor wenigen Minuten gehalten hatte.

Ich bin ein hohles Nüsschen!

Wie hatte sie sich vor versammelter Menge nur so blamieren können? Nicht einmal ein Roboter würde Tamian jetzt noch ernst nehmen. Das war bereits das fünfte Gewerkschaftsgebäude gewesen, in dem sie es versucht hatte.

Wenn die Galaktas Ijon wegen ihres Versagens verurteilten …

Es schüttelte sie. Sie würden ihn zusammen mit Mördern und Vergewaltigern einsperren, in ein finsteres Loch, aus dem es kein Entkommen gab!

Verdammter Planet! Verdammte Dummheit!

Wie konnte sie nur so töricht sein? Heftig schüttelte sie den Kopf.

In diesem Moment fiel ihr ein Lebensmittelgeschäft ins Auge. Tamian stürmte hinein und warf wahllos Zuckerkringel, Sonnenringe und Wabberwürfel in ihre Schwebekarre. Kaum hatte sie das Warenhaus verlassen, riss sie die Verpackungen auf und stopfte sich ihre Einkäufe in den Mund.

Mampfen. Sie konzentrierte sich aufs Kauen, die weiche Konsistenz der Sonnenringe, den süßen Geschmack der Zuckerkringel und das säuerliche Aroma der Wabberwürfel. Bald stieß sie sauer auf, weil sie zu viele Süßigkeiten auf einmal hinuntergeschlungen hatte.

Sie seufzte. Ach Ijon! Was sollte sie jetzt tun? Wenn sich niemand darum kümmerte, ihn herauszuholen, würde er bis an sein Lebensende in einer Zelle schmoren. Bisiwaka, der derzeitige Anführer der Rebellen Valerios, hatte klargemacht, dass diese zuerst andere Probleme zu lösen hatten.

Ihr Blick fiel auf die leeren Süßigkeitenpackungen, und sie seufzte erneut.

Das waren bestimmt an die 2000 Kilokalorien gewesen. Sie betrachtete ihren aufgeblähten Bauch und die dicken Oberschenkel. Widerlich! Sie war eine Schande für ihre sonst so schlanke Spezies.

Tamian kehrte in ihr Hotelzimmer zurück, entfernte sich das Make-up und zog die Perücke aus. Das Galaktareich suchte zwar nicht besonders gründlich nach ihr, aber sie veränderte dennoch jedes Mal ihr Aussehen, bevor sie aus dem Haus ging. Eine der Vorsichtsmaßnahmen, die Ijon ihr nahegelegt hatte.

Dann nahm sie Polyfolie und Stift zur Hand und legte sich in ihre Hängematte.

Sie würde nicht mehr aufstehen, bis sie einen Einfall hatte. Nach einer Weile begannen ihre Gedanken zu wandern, wiederholten sich und verhedderten sich schließlich ineinander.

Tamian erinnerte sich. Sie hatte Ijon auf Talessa kennengelernt, dem korrupten Herz des Galaktareichs. Er hatte ihr gezeigt, wogegen er kämpfte:

Rivianer in ihren Luxusbehausungen und mit ihren ultraviolett gefärbten Fellen.

Unverdienter Reichtum, der von Generation zu Generation vererbt wurde.

Unwillkürlich hatte sie das Bild mit Schtrowa verglichen, sah sie den roten Sand in der Sonne brutzeln. Ihre Heimatwelt, ein einziges Drecksloch, das von Verbrechen und Gewalt beherrscht wurde. Ijon hatte ihr klargemacht, dass es auch noch andere Dinge gab als nur den Kampf ums nackte Überleben. Sie musste nicht ihr ganzes Leben als Kleinganovin zubringen, sondern hatte tatsächlich die Macht, etwas zu verändern. Nach und nach war auf diese Weise aus einer Opportunistin eine Kämpferin für das Gute geworden.

Viele Monate waren sie durch die Milchstraße geflogen und hatten verschiedenste Welten besucht, zum Beispiel Alaster Alelot, wo der Schwarzhandel blühte. Später waren sie nach Valerio gegangen, wo es einst eine Hochkultur gegeben hatte, die den Fabriken und nüchternen Arbeiterstädten des Galaktareichs hatte weichen müssen. Der ganze Planet hatte den Aufschwung der galaktischen Wirtschaft nicht verkraftet und sich zu einem einzigen Billiglohnsystem entwickelt.

Warzfüße!

Sie schrieb das Wort kunstvoll auf ihre Polyfolie und unterstrich es.

Tamian blickte aus dem Fenster und genoss die Skyline Toliots. Eigentlich hatte sie eine ärmere Welt erwartet, doch ein erstaunlich großer Prozentsatz der Stawen hier hatte es trotz des allgegenwärtigen Rassismus geschafft, hohe Positionen zu bekleiden. Dabei blieben sie ihren einkommensschwachen Nachbarn weiterhin verbunden.

Ijon hätte hier sein sollen! Seine Ideen wären auf fruchtbaren Boden gefallen. Tamian war auf vielen Welten gewesen, aber nur bei Zolk hatte sie das Gefühl, auf einem regelrechten Pulverfass zu wandeln.

Sie erhob sich und ging hinaus in die Stadt, denn dort gab es noch viele andere, die zu erreichen sie versuchen konnte. Bald redete sie mit diesem, dann mit jenem Arbeiter über die Ausbeutung, die er durch das Galaktareich erfuhr. Doch nur in den seltensten Fällen fand sie Gehör, die meisten hatten genug mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen.

* * *

Es war schon spät, weswegen nur noch wenige Gäste die Dschungel-Disco besuchten. Bol nutzte die Gelegenheit, um ihren Kopf in Richtung des Himmels zu wenden und die Sterne zu betrachten, die ihr Nacht für Nacht Gesellschaft leisteten. Es hielt sie wach, das zu tun.

»Schlafmütze, konzentriere dich!«, fuhr Jobin, ihr stawischer Chef, sie an.

Bol wäre gerne etwas anderes als Türsteher geworden, doch jeder außer ihrer Mutter hatte gesagt, sie wäre zu dumm dafür.

Sie warf die Stirn in Wülste. Sie war nicht dumm! Manchmal brauchte sie länger, um eine Sache zu begreifen, aber das hieß nicht, dass sie nichts verstand.

»Ja, Mister Jobin, ich pass schon auf.«

Bei den meisten, die in die Disco hinein wollten, handelte es sich um solche, die kurz an die frische Luft gegangen waren und nun zurückkehrten. Der Rest waren Querulanten, Leute, die immer dieselben Probleme verursachten, aggressive Intelligenzler, die Streit suchten. Aber in Bols Nähe verhielten sie sich vorsichtiger, denn sie fürchteten sich vor dem Zyangas, das Bol wie jeder erwachsene Solchtaq produzieren konnte – eine tödliche Substanz für die Mehrzahl der Spezies.

Plötzlich vernahm Bol laute Geräusche aus dem Park in der Nähe. Zwar hatte Jobin sie gerade ermahnt, sich auf die Gäste zu konzentrieren, aber sie sah trotzdem hin. Eine Bande Stawen stritt mit einer Gruppe Menschen. Die Stawen rauchten förmlich vor Wut, aber ihre Gegner blieben betont ruhig und trugen arrogante Mienen zur Schau.

Eine Stawin stieß ihren deutlich kleineren und schwächeren Gegenüber.

Dieser landete auf dem Hintern und beschmutzte sich seine feine Kleidung.

Jetzt hielten die anderen Stawen ihre Artgenossin an den Schultern zurück, ehe sie dem Mann noch mehr antun konnte. Die Menschen schrien mit ihren dünnen Stimmen, fauchten und keuchten. Der Mann, der geschubst worden war, schrie am lautesten von allen und deutete dabei auf seine Hose.

Nicht gut.

Stawen waren aggressiv. Irgendetwas in ihrem Blut reizte sie, verlieh ihnen ungewöhnliche Energie. Doch die Stawen zogen überraschenderweise einfach ab, ließen das Gezeter der Menschen hinter sich zurück.

Bol presste die Lippen aufeinander. In letzter Zeit gab es ständig Unruhen, als ob ein Stoff in der Luft läge, der alle wütend machte. Sie lehnte sich gegen die Wand und zupfte ihren Kragen zurecht. Kalt und feucht war es heute. Die meisten Spezies trugen keine Kleidung, aber die Solchtaq taten es, denn ihre Haut war empfindlich und vertrug weder Trockenheit noch Kälte. Sie stammten von Tieren ab, die sowohl im Wasser als auch an Land gelebt hatten.

Die Stunden verstrichen langsam, wie jeden Abend. Bol schlummerte fast ein, es fiel ihr jedoch leichter wach zu bleiben als ihren Kollegen.

Endlich schloss die Dschungel-Disco, und Bol half, die letzten Gäste hinauszutreiben. Einige hatten sich zu viele Dosen in ihren Dosiszugang gespritzt oder andere Rauschmittel zu sich genommen, sodass sie nicht mehr richtig mitbekamen, was um sie herum vorging. Bol stupste sie sanft Richtung Ausgang.

Anschließend schlenderte sie nach Hause und genoss die frische Brise. Die Straßen waren leer, bis auf die Lethoni, kleine, geflügelte Tierchen, die sich auf ihrem Kopf festsaugten. Bol ließ sie in Ruhe, ihrer Haut tat das nur gut.

Da vernahm sie ein leises Schluchzen aus dem Park, in dem vorhin der Streit stattgefunden hatte. Bol folgte dem Geräusch zu seiner Quelle.

Auf einer Bank zwischen zwei verdorrten Sträuchern saß eine Schtrowima.

Sie trug teure Markenkleidung, wie sie sich nur Reiche leisten konnten. Die schwarze Haut der Frau bildete einen interessanten Kontrast zu ihrem schlohweißen Haar und den hellen Iriden ihrer Augen. Sie starrte ins Leere, versteckte ihre Tränen nicht.

Hier, ganz alleine im Dunkeln, wirkt sie richtig verloren. ()

(Fortsetzung folgt)

Copyright © 2012 by Angela Fleischer

Bildrechte: Coverillustration “Fremdwesen01” (TN-20110131041632-4c05fc6e.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

Bildrechte: “Geheimnisse Fremder Welten” (GeheimnisseFremderWelten2.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

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Rebellion der Synthetiker (Kartoniert)
SF-Roman
von Fleischer, Angela

.
Verlag:  Begedia
Medium:  Buch
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  2012
Gewicht:  366 g
ISBN-10:  3943795268
ISBN-13:  9783943795264

Beschreibung
Es ist das Jahr 2904. Die Milchstraße wird vom Galaktareich beherrscht, einem demokratischen Zusammenschluss verschiedener Planeten, der insgeheim von Großkonzernen gesteuert wird.
Die Synthetiker, durch genetische Manipulation erschaffenen Wesen, leben in tiefster Armut. Für das Galaktareich sind sie nichts anderes als Sklaven. Ijon Asstur, ein Mann, der sich schon seit seiner Jugend politisch engagiert, möchte sich das nicht mehr gefallen lassen. Er gründet die Rebellen Valerios, die dafür kämpfen, den Synthetikern mehr Freiheit zu verschaffen. Doch der Traum scheint zu zerbröckeln, bevor er begonnen hat, als Ijon gefangengenommen wird. Tamian Gerrboden, seine Geliebte, will das nicht hinnehmen. Sie stellt ein Team zusammen, das aus ihr selbst, einem ehrgeizigen Fabrikarbeiter und einer gutmütigen Nachtwächterin besteht. Drei Individuen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Gemeinsam müssen sie gefährliche Herausforderungen bestehen und exotische Welten bereisen, wobei sie nicht nur physisch auf die Probe gestellt werden, sondern auch mental. Am Ende stehen sie jedoch vor der Entscheidung, wie weit sie tatsächlich gehen würden, um Ijon Asstur zu befreien…

Autorin
Angela Fleischer wurde am 05.08.1986 in Wien als Tochter einer Französin und eines Österreichers geboren. Dort besuchte sie Volksschule und Gymnasium, um sich anschließend dem Studium der Chemie an der Uni Wien zu widmen. Sie hat drei Geschwister und eine Katze mit übernatürlich lauter Stimme. Ihre Lieblingsbeschäftigungen sind das Kochen, das Lesen und das Schreiben. Außerdem nimmt sie häufig an Turnieren des Sammelkartenspiels Magic, the Gathering, teil. Nicht so gerne befasst sie sich mit dem Aufräumen ihrer Wohnung, sodass diese zyklisch in einen Zustand gerät, der nur als apokalyptisches Chaos beschrieben werden kann …

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