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Literatur-Blog

PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 5 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Christine Lehmann: Notorisch Nerz – Acht Eskapaden mit Lisa Nerz.

Christine Lehmann
Notorisch Nerz – Acht Eskapaden mit Lisa Nerz

Argument, Hamburg, 03/2010
TB, ariadne krimi
ISBN 978-3-86754-181-7
Titelgestaltung von Martin Grundmann unter Verwendung einer Skulptur von Wolfgang Thiel

www.argument.de
www.ariadnekrimis.de
www.lehmann-christine.de
www.martingrundmann.de
www.atelier-thiel.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

„Notorisch Nerz“ beinhaltet „Acht kurze Nerze“, so der Argument Verlag auf dem Backcover-Text. Automatisch denkt man an die possierlichen Tiere, an wertvollen Pelz – und an die ‚Schwabenreporterin„ Lisa Nerz. Dem Krimi-Freund ist klar: Lisa Nerz ist auf jeden Fall drin, ihre unkonventionelle Art ist amüsant, aber sie kann auch so bissig sein wie das kleine Raubtier, und die Geschichten, die sich um sie ranken, sind wahre Perlen des Genres. Christine Lehmann verfasste bereits acht Romane mit Lisa Nerz in der Hauptrolle, außerdem acht Kurzgeschichten, von denen drei in Anthologien des Argument Verlags und die übrigen in anderen, zumeist kleinen Publikationen erschienen sind. Dank der vorliegenden Sammlung kann man nun auch die weniger bekannten und nur noch schwer zu findenden Erzählungen genießen.

In „Rotkuss“ begleitet Lisa Nerz ihren Freund, den Staatsanwalt Richard Weber, zu einer Kapitelsitzung der Weinbruderschaft. Obwohl in dieser Runde keine Frauen zugelassen sind, nimmt die androgyne Lisa, die sich gern als Mann ausgibt, an der Weinprobe teil. Dabei findet sie auf unangenehme Weise heraus, wir vor Kurzem eine Frau durch den Genuss des titelgebenden Weines zu Tode kam. „Der Spuk von Jena“ konfrontiert Richard mit einem Kapitel seiner Vergangenheit, über das er bisher mit niemandem gesprochen hat, da die Erinnerung ausgesprochen unschön ist. Zusammen mit einem Pfarrer aus dem Osten half er Ausreisewilligen, die DDR zu verlassen. Doch dann ging etwas schief, die Grenzer unterzogen Richard einem Verhör und drohten ihm mit jahrelanger Haft. Die Frage, ob der Pfarrer ihn damals verraten hat, belastet ihn noch immer.

„Lisa Nerz fährt Fahrrad“ in Stuttgart und ärgert sich wie so viele andere über rücksichtslose Autofahrer, die nicht auf die übrigen Verkehrsteilnehmer achten und einfach die Türen aufreißen oder anderen die Vorfahrt nehmen (dass es die Radfahrer nicht anders machen, findet keine Erwähnung …). Nach einer kleinen Tour durch Stuttgart, einem fiesen Porsche-Fahrer immer hinterher, stößt Lisa auf eine Leiche – und kennt auch den Mörder. „Der Engel von Ostheim“ findet die Beute eines Raubüberfalls und sinnt darüber nach, wie viel Gutes man mit dem Geld tun könnte. Interessiert schließt sich Lisa den Überlegungen der alten Frau an. „Der Zahlendolch“ ist im übertragenen Sinne die Mordwaffe, der ein genialer Mathematiker zum Opfer fällt, der seine Entlohnung vor der offiziellen Ehrung zu bekommen wünschte und sich dafür den falschen Partner suchte.

Etwas aus dem Rahmen fällt „Der Frauenkopfmord“, der sehr viel düsterer ist als die anderen Krimis mit ihrem vergnüglichen Augenzwinkern. Zudem scheint Lisa Nerz in diesem Fall keine große Rolle inne zu haben, bis sich das Verwirrspiel auflöst. „Die Blutnacht von Uhlbach“ verbindet mehrere Menschen. Nur ein Todesfall blieb bislang ohne Aufklärung – für Lisa ein Grund, unbequeme Fragen zu stellen. In „Das Vesperbrett“ helfen Lisa und Friederike einer alten Dame, ihre Einkäufe nach Hause zu bringen. Nebenbei erfahren die beiden eine Menge über die unkultivierten Ehemänner ihrer Bekanntschaft, die eines plötzlichen Todes starben. In Lisa und ihrer neuen Freundin keimt ein schrecklicher Verdacht …

In dem Nachwort, das auf jede Geschichte folgt, erklärt die Autorin, wo, wann und zu welchem Anlass die verschiedenen Erzählungen entstanden sind. Ihnen allen ist gemein, dass Lisa Nerz ihrer Rolle als neugierige, freche Reporterin gerecht wird und sie auf ungewöhnliche Weise zur Aufklärung der Fälle beiträgt. Die Handlung ist mit vorgegebenen Themen und aktuellen Anlässen wie dem Mauerfall verknüpft. Man merkt, dass den kurzen Geschichten genauso akribische Recherchen voraus gingen wie den Romanen. Zwar können sich die Charaktere auf den wenigen Seiten nicht im selben Maße entfalten, aber die Handlung ist komplex und atmosphärisch dicht, vor allem in „Der Zahlendolch“, der vielleicht besten und originellsten Story.

Schätzt man Spannung auf gehobenem Niveau, Lokalkolorit, eine wandelbare, gewitzte Heldin, ungewöhnliche Mordfälle und gelegentliche Sprachexperimente, wird man viel Freude an der „Lisa Nerz“-Reihe haben, die zu den Highlights des Argument Verlags zählt und vor allem Leserinnen, aber auch aufgeschlossene Leser anspricht.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Preisrätsel 5 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wie viele Geschichten enthält der Band? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 30 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! DIE GEWINNER LAUTEN: Henni Naujok, Cristian Behr, Claudia Wilde, Jan Fischer und Laura Arnss. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN UNSEREM SPONSOREN UND AUCH ALLEN TEILNEHMERN!

Updated: 4. April 2011 — 20:38

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  1. DIE GEWINNER LAUTEN: Henni Naujok, Cristian Behr, Claudia Wilde, Jan Fischer und Laura Arnss. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN UNSEREM SPONSOREN UND AUCH ALLEN TEILNEHMERN!

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