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Peter Sloterdijk wurde der Karl-Kraus Preis verliehen – Mit der Annahme verpflichtet sich der Preisträger, nie wieder eine Zeile zu schreiben!

Sloterdijk hat gerade den Karl-Kraus Preis bekommen, der ihn bei Annahme verpflichtet, nie mehr eine Zeile zu schreiben, und das Buch aus dem Argument-Verlag „Angriff der Leistungsträger? Das Buch zur Sloterdijk-Debatte“ ist in der Urteilsbegründung genannt!

Aus der Begründung der Redaktion:

„Mit seinem Vorschlag, Steuern durch eine freiwillige Gabe zu ersetzen, hat Sloterdijk einen Angriff auf die Grundfesten unseres Sozialstaates unternommen und eine Geisteshaltung offenbart, die eher dem Denken der herrschenden Klasse einer antiken Sklavenhalter-Gesellschaft entspricht als dem Grundkonsens einer demokratischen Gesellschaft im 21. Jahrhundert (…)

Zitieren wir abschließend aus einem Beitrag von Jan Rehmann und Thomas Wagner: ‚Sloterdijks Leistung fürs Hegemonieprojekt der herrschenden Elite besteht in der aktualisierenden Zusammenführung eines wirtschaftsliberalen Besitzindividualismus mit Nietzsches heroischem Egoismus und autoritären Ansätzen der Konservativen Revolution.’

Als Philosoph eines verrohten Bürgertums und einer heruntergekommenen Bourgeoisie ist Sloterdijk ein würdiger Träger des Karl-Kraus-Preises 2012.

Wie zu Beginn erwähnt, enthält der Karl-Kraus-Preis noch eine besondere Klausel:

„Mit der Annahme des Karl-Kraus-Preises verpflichtet sich der Preisträger, nie wieder eine Zeile zu schreiben.“

Hier der Link zur köstlichen Begründung der Jury:

http://hugendubelverdi.blogspot.de/2012/04/karl-kraus-preis-2012-fur-peter.html

Buchtipp der sfbasar.de-Redaktion:

Götze, Karl H / Irrlitz, Gerd / Zander, Michael / Weber, Klaus / Gellermann, Ulrich / Honneth, Axel / Gumbrecht, Hans U / Menke, Christoph / Bohrer, Karl H / Kreye, Adrian / Pilz, Dirk / Precht, David R / Stremmel, Jochen / Sommerfeld, Franz / Roedig, Andrea / Greiner, Ulrich / Claussen, Johann H / Rössler, Beate / Hartmann, Michael / Gerhardt, Volker / Meyer, Thomas / Lessenich, Stephan / Walther, Rudolf / Lucke, Albrecht von / Lieber, Christoph / Steinfeld, Friedrich / Baureithel, Ulrike / Otten, Henrique R / Salomon, David / Beck, Ulrich / Trampert, Rainer

Angriff der Leistungsträger?
Das Buch zur Sloterdijk-Debatte

Herausgegeben von Rehmann, Jan / Wagner, Thomas
Verlag :      Argument Hamburg
ISBN :      978-3-86754-307-1
Einband :      Paperback
Preisinfo :      ca. 19,90 Eur[D] / ca. 20,50 Eur[A] / 33,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      ca. 250 S. – 21,0 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 2010
Aus der Reihe :      Argument Sonderband 307

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Mitten in der Krise postulierte Peter Sloterdijk eine Abschaffung der Steuern für “Leistungsträger” und gab damit den Anstoß zu einer hitzigen Debatte. Das Buch kommentiert und dokumentiert diese Diskussion mit Beiträgen von Axel Honneth bis zu Karl-Heinz Bohrer, von Hans Ulrich Gumbrecht bis zu Rainer Trampert, von Richard David Precht bis zu Gerd Irrlitz, vom Spiegel bis zum Freitag, vom Cicero bis zur Jungen Welt.

Der Ausdruck “Leistungsträger” polarisiert laut Allensbacher Institut für Demoskopie die Deutschen stark. Gibt man das Wort bei Wikipedia ein, so erfährt man zunächst, es sei ein politisches Schlagwort, das die “Besserverdienenden” bezeichne. Weiter liest man, eine verbindliche Definition gebe es nicht, aber wer das Wort “Leistungsträger” benutze, tue dies, um in der politischen Diskussion eine Senkung der Spitzensteuersätze zu begründen. Der Begriff führt also unmittelbar ins Zentrum der Verteilungskämpfe des gesellschaftlichen Reichtums.

In einer ökonomischen Krise, wo die Frage, wer für die Werteverluste und leeren Staatskassen zahlen soll, wieder neu aufgeworfen wird, hat Peter Sloterdijk die üblichen Steuersenkungsparolen utopisch überboten, als er in seinem FAZ-Beitrag vom 13. Juni 2009 den “produktiven” Schichten der Leistungsträger das Ziel einer Abschaffung der Steuern und ihre Ersetzung durch freiwillige Gaben vor Augen führte und sich erstaunt zeigte, dass sie nicht zum “plausiblen” Mittel eines “antifiskalischen Bürgerkriegs” griffen. Mit Sloterdijks gezielter Provokation kam die im Mai 2009 eröffnete FAZ-Artikelserie zur Zukunft des Kapitalismus so richtig in Fahrt. Und mit der Antwort von Axel Honneth in der Zeit kam es zum Medienereignis einer “Sloterdijk-Honneth-Debatte”, an der sich alle größeren Zeitungen Deutschlands beteiligten.

Es ist in diesem Sammelband nicht nur gelungen, die in den größeren Printmedien ausgetragene Debatte nahezu vollständig zu dokumentieren, sondern auch ein ungewöhnlich breites Spektrum von Positionen und Denkkulturen zu versammeln. Welches Buch kann schon für sich beanspruchen, Beiträge von Axel Honneth bis zu Karl-Heinz Bohrer, von Hans Ulrich Gumbrecht bis zu Rainer Trampert, von Richard David Precht bis zu Gerd Irrlitz, vom Spiegel bis zum Freitag, vom Cicero bis zur Jungen Welt zu vereinen?

Neben der Vielfalt der Inhalte gibt es unterschiedlichste Textsorten: vom Zeitungskommentar bis zur philosophischen Hintergrundstudie, von der ideologiekritischen Zeitgeistanalyse bis zur Satire. Die Herausgeber haben besonderes Augenmerk darauf gelegt, nicht bloß die unmittelbare Zeitungsdebatte wiederzugeben, sondern sie informativ einzubetten in Analysen zum gesellschaftspolitischen Hintergrund, zur geistigen Entwicklung und zum Werk.

Thomas Wagner, 1955 in Mannheim. Studium der Germanistik und Philosophie in Heidelberg und Brighton, Sussex. Seit 1991 Redakteur für Bildende Kunst der FAZ, seit 1997 auch zuständig für Design. Honorarprofessor für Kunstwissenschaft und Kunstkritik an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.

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Updated: 25. April 2012 — 16:44

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