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IST EIN LEBEN ALS BEHINDERTER WENIGER WERT ALS DAS EINES GESUNDEN MENSCHEN? – EIN ZWEIJÄHRIGER JUNGE MUSS STERBEN. – Eine Supershortstory nach wahren Gegebenheiten von Tröpfchen Kakadu

IST EIN LEBEN ALS BEHINDERTER WENIGER WERT ALS DAS EINES GESUNDEN MENSCHEN? – EIN ZWEIJÄHRIGER JUNGE MUSS STERBEN.

Eine Supershortstory nach wahren Gegebenheiten

von

Tröpfchen Kakadu

Nichts schmerzt mehr als gestohlene Hoffnung – so müssen sich gerade die Eltern von Muhammet fühlen. Ihr zweijähriger Junge liegt im Sterben. Dabei kämpften die Eltern um sein Leben, sahen sich kurz vorm Ziel und stehen nun hilflos am Abgrund. Die kalten Herzen von Medizinern und Ethikern und die zweifelhafte Bürokratie von Vorschriften haben sie dorthin geführt.

Muhammet wurde im Jahre 2012 in der Türkei geboren, doch er leidet an einem Herzfehler. Seine Eltern setzen alle Hoffnungen auf eine Herz-Transplantation. Über soziale Netzwerke und das Fernsehen sammeln sie in der Türkei die Kosten für die Operation ein. Eine Uniklinik in Deutschland verspricht den Eltern eine Operation zu wagen, sollten sie den Preis dafür bezahlen. Ihr Kind steht nun ganz oben auf der Organ-Liste.

Doch leider kommt es zu einem tragischen Zwischenfall:

Der Junge erleidet kurz vorm Abflug nach Deutschland einen Herzstillstand, doch er wird ins Leben zurückgeholt, aber die deutschen Ärzte diagnostizieren einen bleibenden Hirnschaden. Der Junge werde nun für immer taub und gelähmt bleiben und er würde auf ein Beatmungsgerät angewiesen sein.

Sie nehmen den Jungen von der Warteliste für eine Transplantation und versuchen den Eltern diese Entscheidung zu erklären: Die Vorschriften bei der Vergabe von Organen besagen wenn neben dem zu ersetzenden Organ ein weiteres geschädigt ist, dürfe man nicht mehr auf der Warteliste stehen.

Auch seien die erhöhten Operationsrisiken nicht mehr einschätzbar, selbst wenn der Junge das Organ bekäme. Die Eltern sollten bedenken, das solche Spenderorgane höchst selten seien und wenn ihr Junge bei der Operation sterben würde, währe auch das Herz nicht mehr zu gebrauchen und ein anderes kleines Kind, das dieses Herz erhielte, würde danach vieleicht ein gesundes Leben leben können und wäre nicht behindert, so wie der kleine Muhammet es auf jeden Fall hinterher wäre.

Es gibt also kein Menschenrecht auf Hoffnung für ein Kind, das hinterher ein Behinderter wäre.

Dass das Spenderherz einem anderen Kind fehlen würde, bleibt zynisch. Das Leben ist so kostbar, das jeder Mensch hat. Warum sollte man nicht auch Menschen die Chance auf ein Überleben geben, wenn diese gering ist? Nur weil die „Ware“ Spenderorgan so selten ist, bekommt ein kleiner Junge keine Chance darauf?

Dabei fing doch alles so gut an: ein Spenderherz wurde Muhammet versprochen. Es wegen zu geringer langfristiger Erfolgschancen zu verwehren, ist doch einfach absurd.

Manchmal lässt es schaudern, in wessen Hände man sich im medizinischen Notfall begibt. Das wäre alles ganz anders, wenn mehr Menschen einen Organspenderausweis mit sich tragen würden, sagen die Fachleute. Warum ist das eigentlich so, fragt man sich. In manchen Ländern muß man einer Organspende explizit widersprechen, nur dann darf kein Organ entnommen werden. Das bringt sehr viel mehr Organe. Muß hier wirklich die Politik eingreifen und ein neues Gesetz her?

-Ende-

Copyright (c) 2014 by Tröpfchen Kakadu

Bildrechte: Eingangsgrafik und Subcover “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

Buchtipp der Autorin:

Organspende. Eine Betrachtung der Transplantation unter dem Schöpfungsaspekt (Kartoniert)
von Schröder, Constanze

Verlag: GRIN Verlag GmbH
Medium:  Buch
Seiten:  16
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  April 2014
Maße:  148 x 210 mm
Gewicht:  38 g
ISBN-10:  3656643504
ISBN-13:  9783656643500

Beschreibung
Organspende oder Organtransplantation spricht von der sogenannten Verpflanzung von menschlichen Organen – das heißt: die Entnahme eines Organs aus dem Körper des Verstorbenen und die Übertragung in den lebensbedrohlich erkrankten Körper eines anderen Menschen.

Es geht um Leben und Tod. Dies ist vielen gar nicht direkt bewusst. Ist die Organspende überhaupt zu verantworten? Oder widerspricht sie dem theologisch anthropologischen Menschenbild?

Bevor auf diese Fragestellung eingegangen wird, werden erst einige Informationen zur Organspende allgemein genannt. Weitergehend wird der Zusammenhang der Organspende mit dem Tod, und der Menschenwürde erläutert, wobei dann folgend noch auf Biblische Befunde in Bezug auf Organe und Blut eingegangen wird. Zuguterletzt, vor dem abschließenden und zusammenfassenden Fazit werden Pro und Contra Punkte aus theologisch-anthropologischer Sicht zur Organspende diskutiert.

In dieser Arbeit wurden einige Literaturquellen mit anthropologisch-theologischem Hintergrund verarbeitet unter anderem von Thomas Brust und Eberhard Fincke, jedoch auch ein großer Teil von Internetquellen, um die Aktualität der Fragestellung zu gewährleisten.

Problemstellung:
Die Organspende scheint ein Thema zu sein, welches nicht großes Interesse unter der Bevölkerung erregt. Für viele scheint es weit weg vom Alltag zu sein. Jedoch ist es ein relevantes, aktuelles Thema, und es ist wirklich empfehlenswert sich mit ihm im Vorhinein zu beschäftigen. Eine Organspende wird oft als technischer Fortschritt angesehen. Das Organ wird ausgepflanzt, und einem erkrankten Menschen übertragen. Ist dies machbar an einem toten Menschen? Nein, nur an Menschen, deren Hirnfunktionen versagen, jedoch das Herz-Kreislauf-System mit Maschinen aufrecht erhalten werden kann. Ist nun die Vorstellung des Hirntodes mit dem endgültigen Tod gleichsetzbar? Oder spricht dies möglicherweise gegen die Schöpfungsvorstellung, oder auch die Entstehungslehre?

Veröffentlichung
Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Philosophie – Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, …), Note: 2,0, CVJM-Kolleg Kassel, Sprache: Deutsch

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9 Comments

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  1. Na, da haut uns Tröpfchen Kakadu mal wieder ein Thema um die Ohren! Nicht schlecht.

    Wer möchte was dazu oder darüber hier verlauten?

  2. Würde gerne Eure Meinungen hören zu der Eingangsgrafik von unserem Künstler Lothar Bauer!

  3. Organspende ist ein Reizthema. bei dem die Meinungen auseinandergehen. Ich persönlich sage immer: Wenn jemand nach meinem Tod noch was von mir gebrauchen kann bitte abgeben, reicht ja wenn mein falscher Zahn beerdigt wird.
    Viele Menschen haben Angst das sie Organhändlern zum Opfer fallen oder sie vorschnell für Tod erklärt werden wenn sie sich dazu entschließen Organspender zu werden. Hier in Deutschland gibt es jedenfalls sehr klare Regeln. Die Geschichte macht betroffen. Allerdings ist sie wie ein Kurzreferat aufgezogen. Als Shortstory würde ich sie daher nicht werten aber gut recherchiert. Zudem ist der Buchtipp grandios gewählt worden. Hut ab Tröpfchen, weiter so.

  4. Zu der Grafik, gefällt mir sehr gut. Das Spiegelbild ist mein klarer Favorit.

  5. Die Form von Tröpfchens Story ist schon etwas anders als das, was wir anderen hier machen, ich finde aber, aktuelle Themen und Geschehnisse nachzuerzählen, hat auch ihre Berechtigung. Vielleicht sollte man sowas als Storybericht oder als journalistische Geschichte bezeichnen. Aber wir sind hier ja beim sfbasar für alle Formen offen. Und anbetracht des noch jungen Alters der Autorin, finde ich es viel wichtiger, dass wir sie aufmuntern, mit dem Schreiben weiter zu machen und nicht zu den Bildchenschiebern überzuwechseln, weil uns ihre Art der Nacherzählung ungewohnt vorkommt, nicht war? 🙂

  6. Wegen der Grafik hatte ich mal gefragt, weil ich lange gesucht habe, für diesen Beitrag was aus Lothars Bestand zu finden. Finde aber, dass die Grafik sehr gut passt und auch der Name Spiegelbild impliziert ja sowas wie die Wahrnehmung und Beurteilung von sich selbst. Ich finde sie einfach hammergut! 🙂

    Vielleicht kann uns Lothar ja mal erzählen, was dahintersteckt, wie sie entstand und zu welchem ursprünglichen Zweck!

  7. Der Zweck heiligt die Mittel. Das Bild wurde von mir aus einer Idee heraus umgesetzt.
    Blickt das Wesen in sein Spiegelbild? Oder ist es gar ein klon seiner selbst?
    Das fertige Bild findet man hier:
    http://saargau-arts.de/wp-content/uploads/2013/09/spiegelbild-fertig.jpg
    Die ganzen Feinheiten sind auf dem Scann aber nicht alle zu erkennen.

  8. Das fertige Bild ist natürlich noch viel besser. Hätte ich aber so für die Story wohl nicht gewählt, weil die Details zu sehr in eine andere Richtung deuten als wie die Story evoziert. Findest du nicht auch, das die rein schwarz/weisse Version für die Story besser passt, Lothar?

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