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Interview mit Rüdiger Uckert zu seinem Titel „Die Leere“

Interview mit Rüdiger Uckert zu seinem Titel „Die Leere“

Das Interview führte Verena Brennig.

Welche (unerwarteten) Schwierigkeiten ergeben sich beim Schreiben aus der Zukunft?

Uckert: Generell bestand die Schwierigkeit darin, die zukünftigen Entwicklungen, wie sie in „Die Leere“ dargestellt werden, aus technischer und gesellschaftlicher Sicht möglichst realistisch und logisch erscheinen zu lassen und somit nachvollziehbar zu machen. Mal abgesehen davon, dass die Hauptperson die Unsterblichkeit erlangt. Unerwartete Schwierigkeiten traten auf, wenn mir eine originelle und interessante Idee in den Sinn kam und ich bei den Recherchen dann darauf gestoßen bin, dass diese Idee schon andere Autoren vor mir hatten.

Mit welchen Science-Fiction-Autoren würden Sie sich am ehesten vergleichen?

Uckert: Stanley Robinson, der in seiner Marstrilogie ebenfalls, neben den rein technischen Aspekten, die wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Tendenzen beschreibt. Auch wenn ich mich mit Stanislaw Lem nicht vergleichen möchte, so haben seine Romane und Gedankenspiele mich sicherlich beeinflusst.

Wie würden Sie Ihre Hauptfigur Winston Edelmann charakterisieren?

Uckert: Winston Edelmann, den ich gerne als Chronologisten bezeichne, besitzt sicherlich fatalistische Wesenszüge. Hinzu kommt, dass aus ihm immer wieder ein wenig der Zynismus ausbricht, wenn er sich mit der künftigen Gesellschaft auseinander setzt. Dies lässt ihn zuweilen unsympathisch erscheinen; doch ich habe ihn lieb gewonnen. Man stelle sich nur die psychische Herausforderung vor, die eine Unsterblichkeit mit sich bringt. Zunächst ein vermeintlicher Segen, der sich langsam aber unerbittlich zum Fluch entwickelt.

Fortsetzung folgt?

Uckert: Die Fortsetzung ist in Arbeit. Sie behandelt eine Zeitschleife, die ihren Ursprung in „Die Leere“ hat. Dabei geht es um die Frage, wie das Universum auf zwei existierende Realitäten reagiert. Es wird mehr Action als im ersten Teil geben und wieder kein Happy End.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse für Sie als Debütautor?

Uckert: Erstens, man sollte schreiben, wie man es für richtig hält, und nicht versuchen, sich irgendeinen Stil anzueignen. Zweitens, und hier hatte ich Glück, ist es wichtig, einen guten, engagierten Verlag zu finden.

3 Dinge, die für Ihren erfolgreichen Schreibprozess unabdinglich sind …

Uckert: 1. Viel lesen. 2. Disziplin. Für mich bedeutet es, dass das in einem bestimmten Zeitraum gesteckte Pensum abgearbeitet wird. 3. Immer wieder auf logische Fehler in der Geschichte achten. Auch hier hatte ich das Glück, dass eine verdammt gute Lektorin sich meinem Roman angenommen hat.

Was ist die größte Herausforderung für Sie beim Schreiben?

Uckert: Im Vorfeld erarbeite ich mir meine Hauptfiguren und konzipiere die Geschichte. Somit kenne ich die Story. Und jetzt stellt sich die Herausforderung, die Geschichte für den Leser spannend und mit überraschenden Handlungssträngen zu gestalten. Dabei stelle ich an mich selbst den Anspruch, die üblichen Pfade (z.B. Held verliert seinen besten Freund, aber findet seine große Liebe und dann das Happy End) nicht zu beschreiten.

Was bedeutet „Zukunft“ für Sie persönlich?

Uckert: Neugierig, wie ich bin, bedeutet für mich „Zukunft“ das Eintreten von bisher nicht bedachten Tendenzen, Erfindungen und Ereignissen, wie z.B. das Ende des Ost-West Konflikts, das von niemandem vorher gesagt wurde. Auch, dass wir zu meinen Lebzeiten auf dem Mars landen.

Danke für das Interview.

Das Interview führte Verena Brennig.

Copyright © 2013 by Medu-Verlag/Verena Brennig/Rüdiger Uckert / Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Medu-Verlages.

DAS ENDE DER ERDE (irgendwann einmal) – Leseprobe (Teil 1) – aus dem Roman “Die Leere” von Rüdiger Uckert

Und hier geht es zum Buch von Rüdiger Uckert:

Uckert, Rüdiger
Die Leere

Ein Tagebuch aus der Zukunft

Verlag :      MEDU VERLAG
ISBN :      978-3-941955-48-6
Einband :      Paperback
Preisinfo :      14,95 Eur[D] / 15,40 Eur[A] / 21,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 21.11.2011
Seiten/Umfang :      458 S. – 21,0 x 14,8 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 11.2011

Eines Abends findet der Marketingmanager Rüdiger Uckert auf seinem Computer eine seltsame Datei vor: Fragmente aus dem Tagebuch eines Unbekannten. Schnell offenbart sich, dass es sich um eine nahezu unendliche Geschichte handelt, aufgezeichnet von Winston Edelmann, der Jahrmilliarden der Geschichte des Universums miterlebt hat. Winstons persönliche Lebensgeschichte verbindet sich mit der universalen Entwicklung, und seine Unsterblichkeit eröffnet ihm eine einzigartige Perspektive. Ein Mann zwischen ewigem Leben und ewiger Vergänglichkeit – dies ist sein Tagebuch.

Rüdiger Uckert, 1960 in Essen/Ruhrgebiet geboren, studierte Volkswirtschaft in Linz/Österreich und ist in der Automobilbranche tätig. Auch wenn sich Rüdiger Uckert in seiner Freizeit für Astrophysik und Science Fiction interessiert, war es nie sein Bestreben, Autor zu werden. Mit dem Erscheinen der außergewöhnlichen Aufzeichnungen von Winston Edelmann auf seinem PC entschloss er sich allerdings, dessen Geschichte aus der Zukunft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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Updated: 3. Mai 2013 — 17:27

9 Comments

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  1. Gibt es hier eine Meinung zu diesem kurzen Interview?

  2. Christa Kuczinski

    Ja. Obwohl sehr kurz, erhält man doch einige Informationen über die Gedankengänge des Autoren vor und während des Schreibens.

    Eines kennen wohl viele Schreibende:
    @ wenn mir eine originelle und interessante Idee in den Sinn kam und ich bei den Recherchen dann darauf gestoßen bin, dass diese Idee schon andere Autoren vor mir hatten. Die Suche nach neuen unverfälschten Ideen ist manchmal durchaus frustrierend.

    Ein sehr schoenes Interview!

  3. Christa: Gibt es überhaupt was, was andere nicht schon gedacht haben? Und wenn man das im Internet nicht findet, sollte man sich dann sicher sein, dass das noch keiner verwendet hat und man nun bedenkenlos verwenden kann?

    Was ist mit den ganzen Vampirromanen? Da werden Ideen zuhunderten mehrfach geschrieben und veröffentlicht. Gilt das da nicht?

  4. Wer hat denn das Interview geführt?

    mgg
    galaxykarl

  5. Steht doch da: „Das Interview führte Verena Brennig.“

  6. Christa Kuczinski

    Detlef, genau das ist es. Schreibt man über ähnliche Themen, schwimmt man sehr schnell auf der Welle mit und geht, wenn der Ansturm vorbei ist, ebenso schnell unter.
    Meine Gedankengänge gehen dahin, Klischees bewusst zu brechen. Allerdings trifft das nicht immer auf die Zustimmung der Leser, aber allen kann man es halt nicht recht machen 😉

  7. @ Christa

    Wem außer den Lesern willst du es denn noch recht machen? 😉 („Hohoho, ein kleiner Fohpoh!“, wie Oliver Hardy so trefflich bemerkte.)

    @ ++

    Aber zum Thema: wirklich Neues ist wirklich spärlich gesät. Fast alles gibt in der einen oder anderen Form schon oder in einer anderen Zusammensetzung. Daher finde ich den Anspruch des Autors ziemlich ambitioniert.
    Macht ja nichts, wenn es nur gut rübergebracht wird. Alter Inhalt oder bekannte Zutaten in neuem coolem Gewand und ungewohnter Mischung :-).

  8. Christa Kuczinski

    Micha @ In erster Linie moechte ich es mir recht machen 😉 Denn wenn mich meine eigene Geschichte nicht begeistert, kann ich sie gleich in die Tonne…
    Lg Christa

  9. Da hast du natürlich recht 🙂

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