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Interview (1) mit dem Künstler „Courtage“ und Werkevorstellung zu seinen ersten Industrial-Arbeiten aus der Zeit Sommer 2014. Das Interview führte Detlef Hedderich. Preisangebote für die vorgestellten Werke bitte an: info@sfbasar.de – wir leiten das dann weiter an den Künstler.

Interview (1) mit dem Künstler Courtage und Werkevorstellung zu seinen ersten Industrial-Arbeiten aus der Zeit Sommer 2014. Das Interview führte Detlef Hedderich.

Preisangebote für die vorgestellten Werke bitte an: info@sfbasar.de – wir leiten das dann weiter an den Künstler.

sfbasar: Lieber Courtage, meine erste Frage lautet: Wie kommt man dazu, sich einen solchen Künstlernamen zuzulegen?

Courtage: Courtage bezeichnet man die vermittelnden Tätigkeiten in verschiedenen geschäftlichen Disziplinen. Meine Idee ist die Vermittlung meiner Sichtweise auf das Universum, das Leben und den ganzen Rest. Somit ist mein Künstlername eine Hommage ans Vermitteln, aber auch eine Analogie und soll bedeuten, dass ich hier was vermittle ohne dass sich mein Gegenüber dagegen wehren kann.

Eine Provision (von lateinisch providere ‚vorsorgen‘, ‚sorgen für‘) ist das Entgelt für eine verkäuferische oder vermittlerische Tätigkeit und wird überwiegend vom Kunden z. B. über eine Versicherungsgesellschaft an den Vermittler (meistens Handelsvertreter oder Handelsmakler) gezahlt. Synonym wird der Begriff der Courtage, Kurtage oder des Packing verwendet.

Im mittelalterlichen Kirchenrecht wird unter Provision die Verleihung eines Kirchenamtes verstanden, verbunden mit Benefizien, worunter „nutzungsfähige Vermögensteile“ zu verstehen sind. Die zuständige kirchliche Autorität „providierte“ eine Person mit einem bestimmten Amt.

Später wurde der Begriff erweitert auf die Versorgung oder den Unterhalt einer Person, oft in Form einer regelmäßigen Zahlung wie einer Leibrente. In diesem Sinne ist die „Versorgung“ das Synonym zur Provision.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Provision

sfbasar: Deine Arbeiten umfassen ja einige verschiedene Stilrichtungen und Techniken. Wir wollen uns hier heute nur auf deine Industrial-Werke konzentrieren. Wie kamst du auf die Idee, sowas zu machen oder wer und was hat dich dazu inspiriert?

Courtage: Im Grunde geht es hier um Metall, und darin lag für mich schon immer ein gewisses Faszinosum. Metall kann man ja auf verschiede Art und Weise bearbeiten. Mich reizt es einfach, aus etwas Kaltem ein lebendiges Objekt zu schaffen, dass von seiner Formlosigkeit zu einer Form wird, die mehr ausdrückt, als einfach nur ein Werkstoff zu sein. Ich liebe zum Beispiel auch Möbel aus Metall, selbst Regale und andere Gebrauchsgegenstände. Metall hat auf mich eine starke Wirkung durch seinen Glanz, das Massive,  was dennoch eine oft weiche Formsprache auszudrücken in der Lage ist.

Industrial ist eine Kunst- und Musikrichtung, die sich ab der Mitte der 1970er-Jahre weltweit aus Elementen der experimentellen und Avantgarde-Musik sowie der Konzept- und Aktionskunst entwickelte. Der Begriff entstammt ursprünglich dem englischen Label Industrial Records, das kollektiv von den Mitgliedern der Band Throbbing Gristle gegründet und geführt wurde, die eine zentrale Position im frühen Industrial innehatten. Seine Wurzeln hat der Industrial neben der englischen Szene auch in den Vereinigten Staaten.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Industrial

sfbasar: Welches deiner hier vorzustellenden Industrial-Werke stand denn am Anfang, war das chronologisch erste?

Courtage: Das erste von den hier vorzustellenden Werken war Bridges of Madison County. Inspiriert wurde ich von den Metallarbeiten auf metallart.at. Zuerst habe ich eine verzinkte Metallplatte zersägt und mit Lötmitteln Verbindungen geschaffen, die einen brückenähnlichen Charakter darstellen sollten. Die blaue Leinwand, die unter Glas eine Art Fluss darstellen soll, wurde von mir mit einer Acrylfarbe gestaltet. Den Farbton nennt man Ultramarin.

sfbasar: Auf mich wirken die beiden Teile wie riesige Rasierklingen. War das beabsichtig.

Courtage: Nein, das war ganz und gar nicht beabsichtigt.

sfbasar: Kommen wir zum chronologisch zweiten Werk dieser Serie.

Courtage: Das zweite Werk nennt sich Fenêtres de l’âme und bedeutet so viel wie das „Fenster zur Seele“. Der Untergrund sind blaue Kunststoffplatten, auf die eine große verzinkte Metallplatte geklebt wurde, wobei sich dazwischen wieder eine Glasplatte befindet. Dieses Werk war eigentlich ein Experiment, um festzustellen, wie ich mit Metall arbeitstechnisch zurechtkomme. Die Strukturen entstanden dabei nach und nach und ergaben sich zum Teil auch zufällig.

sfbasar: Was mir aufgefallen ist zum vorherigen Werk, dass hier wesentlich mehr Stellen zu finden sind, die auf mich wie eine Art Rost wirken. War das beabsichtig und wenn ja, wie entstanden diese braunen Verfärbungen?


Courtage: Das war beabsichtig, weil ich dem Werk eine Art vergängliche Struktur im Sinne einer Patina verleihen wollte. Der Rost entsteht, weil ich die Brücken aus Stahlblech geschnitten habe und dann mit Lötmitteln verschweißte. Die optischen Roststellen entstanden durch den Effekt, das bestimmte Anteile des Lötmittels bei der Erhitzung aus diesen Stellen herausfließen.

sfbasar: Sehr schöner Effekt und eine wirklich tolle Arbeit. Aber warum „Fenster zur Seele“?

Courtage: Tut mir leid, dass kann ich nicht wirklich erklären, nur dass ich plötzlich Nachts aufwachte und sich mir der Titel regelrecht aufdrängte. 😉

sfbasar: Der Titel des nächsten Werkes lautet wie?

Courtage: La Roue du Temps soll so viel bedeuten wie „Das Rad der Zeit“ und wurde aus den gleichen Materialien geschaffen wie die beiden Vorgänger. Lediglich die Platte unter Glas ist von roter Farbe und das Objekt rund. Hier wurden die Verbindungsbrücken über den äußeren Bereich des Hauptrings geformt um alles optisch besser auszufüllen.

sfbasar: Ok, wunderschön. Wäre es ein Frevel, wenn ich sage, dass mich das Objekt ein wenig an ein Steuerrad eines alten Schiffes erinnert?

Courtage: „Das Rad der Zeit“ hat mich nach Fertigstellung selbst ein wenig daran erinnert und der Titel des Werkes passt ja dann auch gut, weil man mit „Das Rad der Zeit“ ebenso ausdrücken könnte, dass wir dem Ende zusteuern, eben ans Ende der Zeit! 😉

sfbasar: Das nächste Werk ist der Eiffelturm? Wie kam der zustande?

Courtage: Tour Eiffel de l’illumination stellt nicht nur den Eiffelturm dar, sondern bedeutet auch Erleuchtung. Wobei man das in verschiedenem Sinne begreifen kann. Hierbei hat mich vor allem die Struktur des Eiffelturms inspiriert und der Ehrgeiz dazu getrieben, mittels Lötmittel jede feine Linie des Turms nachzuvollziehen.

Mit dem Eiffelturm setzte sich auch die Malerei intensiv auseinander. Er wurde in fast allen Stilen seit Ende des 19. Jahrhunderts von einer Vielzahl von international bedeutenden bildenden Künstlern gemalt. Das höchste Pariser Wahrzeichen trug gerade durch seinen technischen Charakter zu einer Debatte in der Kunst bei, welche ganz neue Ansätze für architektonische und räumliche Ausdrucksformen fand.[133]

Bereits 1888 – also noch vor seiner Fertigstellung – malte Georges Seurat ein Bild mit dem Werktitel La Tour Eiffel, das heute in den Fine Arts Museums of San Francisco ausgestellt ist. Zu den berühmtesten Malern, die den Eiffelturm malten, zählen unter anderem Henri Rousseau, Paul Signac, Pierre Bonnard, Maurice Utrillo, Marcel Gromaire, Édouard Vuillard. Raoul Dufy malte 1890 Seine Grenell, das Bild befindet sich im Privatbesitz. Marc Chagall malte 1913 Paris Through the Window, wo er das Pariser Stadtbild mit dem beherrschenden Eiffelturm und daneben einen Fallschirmspringer darstellte. Chagall griff 1954 das Motiv des Turmes ein weiteres Mal in Champ-de-Mars auf.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Eiffelturm

sfbasar: Das ist auch wirklich gut gelungen. Schon mal daran gedacht es dem Louvre Museum anzubieten? 😉

Courtage: Ich weiß nicht, ob sie bereit sind, den entsprechenden Preis zu zahlen! 😉

Das Museum

Rubens-Saal

Die Sammlung des Museums umfasst ungefähr 380.000 Werke, von denen etwa 35.000 Exponate auf einer Fläche von über 60.000 m² präsentiert werden. Damit ist der Louvre, flächenmäßig betrachtet, das drittgrößte Museum der Welt. Besonders hervorzuheben ist die Qualität der griechischen und römischen Antikensammlungen, der Abteilungen der italienischen Renaissancemalerei und der flämischen Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts sowie der französischen Malerei des 15. bis 19. Jahrhunderts.

Der Ursprung der Sammlung geht auf das 14. Jahrhundert zurück. Damals häufte der Herzog Jean Duc de Berry (1340–1415), ein Bruder Karl V., eine Sammlung von Gemälden, Tapisserien und Buchmalereien an, von denen einige noch in der heutigen Ausstellung zu sehen sind.

Der eigentliche Begründer der Sammlung ist aber König Franz I. (1515–1547), der als der erste große Sammler und Mäzen auf Frankreichs Thron gilt. Er richtete auch dem greisen Leonardo da Vinci 1517 ein Domizil an der Loire ein. Nach dessen Tod 1519 gelangten dessen Bilder – darunter wahrscheinlich auch die Mona Lisa – in die Sammlung des Königs, die zu dieser Zeit noch im Schloss Fontainebleau aufbewahrt wurde. Kardinal Richelieu, der 1624 Minister unter Ludwig XIII. wurde, baute auf Staatskosten eine große Privatsammlung auf, die 1636 zum Großteil in den Besitz der Krone überging. 1660 zog die Sammlung dann in den Louvre um. Auch unter Ludwig XIV. wurden kostbare Werke, unter anderem von Tizian und Raffael, erworben, während unter Ludwig XV. kaum neue Bilder der Sammlung hinzugefügt wurden.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Louvre

sfbasar: Kommen wir zum letzten Werk, offensichtlich ein Abbild eines Piratenschiffes?

Courtage: Pirates in the wind habe ich ehrlicherweise aus noch vorhandenen Resten kreiert und denke, dass es dafür gar nicht so schlecht geraten ist.

sfbasar: So wirkt es gar nicht, sondern richtig ansprechend, fast schon wie eine Auftragsarbeit.

Segeln mit dem Piraten

Der Pirat ist eine Jugendjolle. Er wurde für das Segeln auf Binnenrevieren konstruiert, eignet sich aber auch hervorragend für das Regattasegeln in küstennahen Bereichen der Ostsee, des Mittelmeeres und des Atlantiks. Die Holzpiraten waren in der Vergangenheit beliebte Fahrtensegelboote. Moderne, aus Kunststoff gefertigte Rennpiraten werden heute fast ausschließlich als Regattaboote genutzt.

Regatten werden mit dem Piraten gesegelt, solange es ihn gibt. Früher war er die einzige Klasse, in der deutsche Jugendmeisterschaften ausgerichtet wurden. Gegenwärtig verzeichnet die Klasse allein in Deutschland mehr als 380 Teilnehmer in der offiziellen Rangliste und ist damit in Deutschland eine der aktivsten Regattaklassen. Jährlich werden u. a. etwa 70 Ranglisten-Regatten (national und international) in Deutschland ausgetragen. International gibt es derzeit 216 Ranglistenregatten. Der Pirat wird vom Deutschen Segler-Verband als nationale Einheitsklasse und als Jugendklasse geführt.

Die Bootsbesatzung besteht aus zwei Personen, dem Steuermann und dem Vorschoter. Das Segeln im Trapez ist nach Klassenvorschrift nicht erlaubt. Bei frischeren Winden ist der Pirat für leichte Crews schwer aufrecht zu segeln und es bedarf eines guten Trimms, um diese Jolle schnell und erfolgreich fahren zu können. Bei gutem Segeltrimm und optimaler Positionierung der Crew im Boot besitzen Rennpiraten auf Raumschotkursen ab 4 Bft. trotz der Knickspantbauweise gute Gleiteigenschaften.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pirat_%28Bootsklasse%29

Courtage: Vielen Dank dafür!

sfbasar: Damit sind wir auch schon am Ende und werden uns das nächste Mal, wie besprochen, der Musik und deinen Lieblingsbands widmen. Ich freue mich auf die nächsten Arbeiten von dir und bedanke mich für deine Zeit und deine Antworten für diese Seite.

Courtage: Das Antworten hat mir Spaß gemacht und ich freue mich ebenfalls auf eine Fortsetzung!

Copyright (C) 2014/2015 für Text und Bilder by Courtage / für Text 2015 by Detlef Hedderich/sfbasar.de

Preisangebote für die vorgestellten Werke bitte an: info@sfbasar.de – wir leiten das dann weiter an den Künstler.

Buchtipp der Redaktion:

Street Art Reloaded (Gebunden)
Neue Kunst von der Straße
von Kuittinen, Riikka

Verlag:  Prestel Verlag
Medium:  Buch
Seiten:  224
Format:  Gebunden
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  März 2015
Originaltitel:  Street Craft. Yarnbombing, Guerrilla Gardening, Light Tagging, Lace Graffiti and More
Maße:  228 x 182 mm
Gewicht:  869 g
ISBN-10:  3791381385
ISBN-13:  9783791381381

Beschreibung
Die spannendste Kunstform des 21. Jahrhunderts: Street Art boomt!

Vor einigen Jahren noch als illegales Treiben einer Handvoll Aktivisten unter Strafe gestellt, hat sich Street Art in den letzten Jahren als eine der vitalsten und kreativsten Kunstformen nicht nur in den Medien, sondern auch auf dem Kunstmarkt etabliert.

Heute werden Graffitis nicht mehr nur gesprüht, sondern mit Licht an die Wände riesiger Hallen projiziert, Hausfassaden mit dreidimensionaler Origamikunst geschmückt und Straßenschilder in Guerilla-Knitting-Aktionen umstrickt. Diese neue Form der Street Art ist ein aufregender Mix aus Materialien, Motiven und Techniken. Das Buch stellt in 28 Porträts internationale Straßenkünstlerinnen und -künstler vor, deren Kunstwerke und Installationen ihre Betrachter mit einem Augenzwinkern verzaubern und das Stadtbild von Metropolen auf der ganzen Welt prägen.

Autor
Riikka Kuittinen arbeitet als freie Kuratorin und Autorin in London. Sie kuratierte die Wanderausstellung Street Art: Contemporary Prints (2010 – 2012) des Victoria and Albert Museums und ist Herausgeberin des Begleitkatalogs. Darüber hinaus verfasst sie Beiträge für zahlreiche Kunst- und Designpublikationen und schreibt für das britische Onlinemagazin Photomonitor.

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei ebook.de

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10 Comments

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  1. Martina Müller

    Mit der Bitte um einige Kommentare zum Interview (1) mit dem Künstler Courtage und Werkevorstellung zu seinen ersten Industrial-Arbeiten aus der Zeit Sommer 2014. Bitte auch den Buchtipp mal sich anschauen und beurteilen!

  2. Das sind schöne Stücke; nicht unbedingt mein Stil aber professionell gemacht und in der entsprechenden Umgebung zweifellos sehr wirkungsvoll.
    Die Fragestellung im Interview gibt dem Künstler die Möglichkeit seine Gedanken etc zu den Werken darzulegen. Der Leser sollte diese Ausführungen als Bereicherung begreifen, Gedanken, auf die er selbst bei der Betrachtung möglicherweise nicht gekommen wäre, denn: Jedes dieser Werke inspiriert je nach Stimmung, Tageszeit, Unternehmungslust usw in einer vielfältigen Weise, man muss sich nur einfach mal gehen lassen.

  3. Mir gefallen die Kunstwerke sehr gut. Das Material mit dem der Künstler arbeitet lässt die Bilder wie Skulpturen, Schmuck, Ornamente oder fantasievoll gestaltete Rahmen aussehen. Die Farben für den Hintergrund auf dem die geschweißten Elemente zu sehen sind wurden ebenfalls mit bedacht gewählt.
    Das ´Rad der Zeit` ist ebenfalls recht einfallsreich gestaltet worden. Verbindungen die mit Hammer und Schwert hergestellt wurden zeigen die Verbundenheit von Gegenwart und Vergangenheit. Die beweist eine kreative Vielfalt und Bandbreite des Künstlers.
    Jedenfalls ist es das was ich daraus erkennen kann. Eine nicht alltäglich gestaltete Kunstrichtung die ansprechend für eine große Bandbreite von Kunstliebhabern sein dürfte.
    Das Piratenschiff mag ich ebenfalls sehr gerne. Einfach wundervoll.

  4. Oh, cool, Piraten. Sieht supergeil aus, aber ich liebe Piraten auch unheimlich. Mir gefallen vor allem die Segel richtig gut. ^^

  5. Drei der Streben aus dem „Rad der Zeit“ assoziiere ich spontan mit Schwertgriffen, dazu passendem Heft und – Kausalität lässt grüßen – das komplette Objekt mit der Tafelrunde. Auch beim „Fenster zur Seele“ hatte ich eigentlich sofort den Begriff Computerchip vor Augen. Woran man wieder mal erkennen kann, dass einem die eigenen aktuellen Themen auch in der Betrachtung von Neuem beeinflussen. So frei, soll heißen: vorurteilsfrei scheinen wir also nicht zu sein.

    By-the-way: Nie im Leben hätte ich als Künstler verraten, dass ich dieses oder jenes Objekt aus Resten geschaffen habe. Das entwertet das Ergebnis immer automatisch. Natürlich ist es begrüßenswert, wenn man auch aus Resten etwas kreieren kann. Als Marketingaussage ist es aber eine Killerbemerkung. Als potentieller Käufer hätte ich hier schon 50% vom Preis gekürzt.

    Auch „… das bestimmte Anteile des Lötmittels bei der Erhitzung aus diesen Stellen herausfließen …“ kann man nicht als Absicht – also als gewollten, kontrollierten kreativen Akt oder bewusst angestrebten Effekt – werten. Hinterher einer nicht beherrschten Löttechnik einen künstlerischen Willen zu unterstellen, ist für mich so typisch für viele „Kunstwerke“.

    Wahre Kunst kommt immer noch von Können, von der Beherrschung einer Technik, von einem gezielten Schaffensprozess, an dessen Ende ein Werk steht, dass genau so sein sollte, wie es der Künstler haben wollte. Alles dazwischen – Zufallsergebnisse, handwerkliche Unfälle und Unvermögen – ist für mich keine Kunst, sorry.

    Gottlob dürfen das aber alle Kunstliebhaber ganz anders sehen.

    Werner 😉

  6. Martina Müller

    Du bist aber hart drauf, Werner. Bei kaum einem „Kunstwerk“, bei dem solche zufälligen Prozesse stattfinden, kann man eigentlich von einem Zufall sprechen, da es ja oftmals Sinn und Zweck von Experimenten beim Erschaffen ist, diese Resultate zu erwarten, also in dem Sinne, dass man nicht genau weiß, was letztlich rauskommt. So gesehen darf man bestimmt 90 % von Aktionskunst in deinem Sinne nicht als Kunst bezeichnen, das ist aber sehr schade. Ich sah mal im TV, wie ein Maler Farbe auf eine Leinwand tropfte und dann das Ganze schief hinstellte, damit daraus Farbspuren wurden, die vorher kaum in dieser Art exakt zu erwarten waren. Mir hat das Ergebnis richtig gefallen. Sowas kann man aber nicht wirklich planen, Werner, oder?

  7. „… 90 % von Aktionskunst in deinem Sinne nicht als Kunst bezeichnen …“ Exakt so meine ich das. Und auch dein Beispiel mit verlaufender Farbe ist keine Kunst sondern – wie du richtig anmerkst – ein Experiment. Dagegen ist ja nichts zu sagen, mag für jemanden, z.B. dich, sogar ansprechend sein. Aber mit Kunst hat das alles nichts zu tun.

    Wenn man sich die klassischen Künstler anschaut – im wahrsten Sinne des Wortes heutzutage mit Scans, die unter die obersten Farbschichten blicken können – sieht man oft genug, dass hier Skizzen gemacht wurden, um Proportionen, Bildaufbau und Betonungen herauszuarbeiten. Denn Leinwand und vor allem Farbe waren sehr teuer. Die Künstler haben nicht drauflos geschmiert sondern sich ausgiebig mit Vorbereitungen beschäftigt, die am Ende einmöglichst perfektes Ergebnis zuließen. Von Albrecht Dürer über Michelangelo bis hin zu Van Gogh kann man Werke bewundern, die einem vom Hocker hauen.

    mgg
    Werner 😉

  8. Lieber Detlef, eine gelungenes Interview, wie ich finde. Meinst du wir könnten das Interview und die Kunstwerke in die eXperimenta mit übernehmen?

    Gruß Rüdiger

  9. Melde dich doch mal telefonisch. Ich muss das mit dem Künstler absprechen, zu welchen Konditionen.

  10. Der Künstler verwendet etwas andere Werkmittel als viele seiner Kollegen. Das sorgt durchaus für frischen Wind, denn längst ist man nicht mehr auf Leinwand und Pinsel, Holz, Gips usw. beim Schaffen begrenzt (und es gibt noch viel ungewöhnlichere Stoffe). Auch die Resultate sind interessant und optisch ansprechend. Dass durch die Ver-/Bearbeitung (Löten) andere Materialien verwendet werden und dies die ersten Korrosionsstellen sind, weiß jeder Autofahrer, dem irgendwann mal das ‚heilige Blechle‘ weggerostet ist …
    Ich persönlich hätte gern mehr über den Hintergrund des Künstlers erfahren. Die Interpretation der Werke überlässt man i. d. R. dem Betrachter. Muss man seine Arbeiten erklären, wirkt das immer etwas … unfertig, als habe der Künstler seine Intention nicht richtig vermitteln können.
    Zu der Buchempfehlung kann man leider wenig sagen, wenn man den Titel nicht kennt. Der einzige Zusammenhang hinsichtlich des Interviews scheint das Stichwort ‚Kunst‘ zu sein. Street Art = Graffiti = bemalte/besprühte Wände mit ‚Popart‘ oder – leider! – Schwachsinn(sparolen extremistischer Natur). Der Bogen der hier gespannt wird, ist nachvollziehbar, aber dünn, doch so muss man als Journalist/Autor/Rezensent oft arbeiten.
    Insgesamt ein interessanter Beirag.

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