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IM PSYCHIVERSUM – Eine fantastische Kurzgeschichte von Michael Bahner

Im Psychiversum

Eine fantastische Kurzgeschichte

von

Michael Bahner

Nebel. Schwarze Nebel, von hinten, von vorne, von unten, von überall kamen sie her.

#Das ist normal, wenn man Kontakt aufnimmt. Vor allem, wenn man’s eilig hat; und eilig hat man es meistens. Am Anfang kitzelt es etwas im Psychosensorium. Und da man nicht lachen kann, wird das Ganze leicht unangenehm. Aber mit ein bisschen Übung hat man die Sache sehr schnell im Griff. Das wirst du auch bald merken.#

::Au.::

#Nicht so hastig. Wenn du so unvorsichtig mit den Fühlern umgehst, wirst du ruckzuck rausgeworfen. Bleib dicht hinter mir, und sei vor allem vorsichtig mit deinen Bewegungen. Siehst du da vorne den gelben Fleck? Gut. Da gehen wir zuerst hin.#

::Warte auf mich, ich komm nicht vorwärts.::

#Ach herrje, das habe ich ganz vergessen. Du darfst nicht deinen Körper motivieren, der nützt dir hier überhaupt nichts. Pass auf. Fühle, wie ich mich bewege. Ungefähr hier hier muss es dich anstrengen. Probiere es mal.#

::Ja, da strengt’s an. Und, schau her, ich bin schon vorwärts gekommen.::

#Gut, gut. Du musst zwar noch üben, aber für den Anfang war’s schon recht gut. Weißt du, deine Bewegungen dürfen nicht deinen Körper bewegen, das kann sonst recht gefährlich werden. Natürlich passen andere Leute auf, dass ihm nichts passiert. Aber so hundertprozentig sicher ist das auch nicht. Komm, besuchen wir den gelben Fleck.#

Beide kamen sie an den gelben Fleck und nahmen in ihm Platz. Die große Psyche hüllte sich um die kleine und vermittelte ihr eine andere Welt.

#Merk dir alles gut.#

Die dunklen Nebel verschwanden, formten Gebäude – sehr seltsame Gebäude –, schufen Wesen in jeder Größe, Farben, den Himmel, Dimensionen, gaben jedem Ding und jeder Kreatur einen Namen und machten sie mit der Kleinen bekannt. Und die Kleine freute sich so sehr, sodass die Große sie etwas bändigen musste. Beide verließen den gelben Fleck, um sich in der Welt umzusehen und um sich in ihr zurecht zu finden. Die Große war immer ganz dicht bei der Kleinen und immer in Sorge um deren Körper, der sich mit jeder ihrer psychomobilen Kapriolen mit bewegen musste. Schließlich rief sie die Kleine zur Ordnung, ermahnte sie, wieder brav zu sein und mit ihr nach Hause zu gehen.

#Für heute ist es genug. Außerdem kann man nie sicher sein, ob die Leute, die deinen Körper pflegen und vor Schaden bewahren sollen, gerade aufpassen. Aber wenigstens hast du jetzt mal das Psychiversum ein wenig kennengelernt. Und das behalte für die Zukunft: wie sicher du auch immer deine Psyche zu motivieren vermagst, tue nie unüberlegte Handlungen. Dein Körper wird immer an die hängen, bis zum Tod und wird immer mit motiviert werden. So, für heute lassen wir es gut sein. Sei also schön brav bis morgen, dann hole ich dich wieder ab. Gute Nacht.#

::Gute Nacht.::

Beide kehrten wieder heim.

Die Schwester beruhigte das Kind, legte es in sein Bett und setzte sich ein wenig daneben. Nach einigen Minuten war es eingeschlafen, und die Schwester löschte das Licht und verließ das Zimmer. Nach und nach erloschen auch die anderen Lichter in der Therapieanstalt für geistesgestörte Kinder.

Ende

Copyright © 1984 by Michael Bahner

Bildrechte: “Psychogenese – Dem Wahnsinn auf der Spur” (Psychogenese5.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Psychogenese-50-minus150-0.jpg” (Originaltitel: Psychogenese5.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Leseempfehlung des Autors:

Varus, Chiara / Norstrøm, Sven
Das vierte Stockwerk

Im Buch blättern

Verlag :      AAVAA E-Book Verlag UG
ISBN :      978-3-86254-161-4
Einband :      Paperback
Preisinfo :      9,95 Eur[D] / 10,30 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 22.03.2011
Seiten/Umfang :      ca. 239 S. – 20,0 x 14,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 22.03.2011
Gewicht :      250 g

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Die Studenten Kai und Simon haben nur eins im Sinn: Saufen und Kiffen. Aus akuter Geldnot nehmen sie einen Job als Nachtwächter in der Psychiatrie an. Eigentlich prima, doch hier lauert ein uralter Dämon. Der ergreift Besitz von Kai und hat ebenfalls nur eins im Sinn: Chaos und Zerstörung. Nun ist es an Simon, seinen Freund zu retten – und nebenbei die Menschheit. Gemeinsam mit seinem Nachbarn, dem übergewichtigen Programmierer Achim, nimmt er den Kampf auf. Dabei stellen sich ihre Gegner als ebenso skurril heraus wie ihre Mitstreiter. Doch was tun, wenn jeder Plan schief geht? Wenn jeder Verbündete einen verarscht? Und wer geht Bier holen? „Etwas in ein Buch zu schreiben, bedeutet auch immer, eine Geschichte zu erzählen. Soll diese Geschichte etwa von fünf Versagern handeln?“

Sven Norstøm (geb. 1978) plante Apple aufzukaufen. Leider reichte sein Erspartes nicht mal für einen gebrauchten Amiga 500. Nun spart er auf Google. Als unverbesserliche PC-Userin („Ein Mac zum Zocken?“) strebte Chiara (geb. 1976) die Weltherrschaft mit Windows-basierten Kampfdronen an. Windows 98. Noch Fragen? Beide besuchten dieselbe Grundschule, lernten sich aber erst viel später kennen. Da blickten sie bereits auf eine lange Karriere voller Callcenter- und Studentenjobs zurück. Aber was soll’s. Man kann immer noch in die Politik gehen.

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21 Comments

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  1. So, Buchtipp ist drin! Ich sehe gerade, die Story ist von 1984? Dann hat sie ja auch schon ein paar Jährchen auf dem Puckel! War das mal eine Arbeit für einen anderen Wettbewerb?

  2. Nein, das nicht. Jff, just for fun 🙂

  3. Dann machst du das ja auch schon eine ganze Weile!

  4. Eine ganze Weile ist nicht ganz richtig. Ich habe jetzt erst wieder angefangen, d.h. über zwanzig Jahre keine Storys geschrieben.

  5. Felis Breitendorf

    Toll, dass du für uns wieder angefangen hast! 😉

  6. Genauer gesagt habe ich wegen euch wieder angefangen. Vor allem, weil die Community hier richtig rege ist, was bei manch anderen Seiten nicht der Fall ist.

    Und deswegen habe ich mir eine ganz besondere Kostbarkeit für euch ausgesucht: obige Geschichte!

    Haha, kleiner Scherz :D. Sie ist mir nur kürzlich wieder in die Hände gefallen und ist kurz genug, dass ich sie schnell mal elektronisch erfasst habe.

  7. Felis Breitendorf

    Das mit der regen Community hier war wohl auch eher ironisch gemeint, was? 🙁

  8. Ich muss gestehen, als mein Vater mir den Link hier geschickt hat, habe ich schon erst mal dumm geschaut. Mein Name ist auch Michael Bahner, und ich schreibe auch Kurzgeschichten. Freut mich, wenn ich meinen Namen unter Geschichten sehe, die ich noch nicht kenne 😉

  9. Hallo Michael 2, vielleicht hast du ja Lust auch bei unserem Wettbewerb mitzumachen. Schau dir doch mal die Regeln oben dazu an. Was meinst du?

  10. Hallo „Micha 2“, schnell reinstellen die Geschichten, viel Zeit bleibt nicht :-). Aber wir müssen uns irgendwie namentlich unterscheiden, sonst gibt’s den größten Kuddelmuddel. Hast du vielleicht einen 2. Vornamen, den du zusätzlich reinsetzen willst?
    Oder hat sonst jemand eine Idee, wie das aufzulösen ist?

    @Felis
    Nein, das war mein voller Ernst. Ich habe schon in SF-Foren reingeschaut, wo sich monatelang keiner gefunden hat, der zu einer Geschichte (nicht meine) Stellung nehmen wollte. Dort habe ich mich natürlich nicht angemeldet, ist ja verschwendete Zeit.
    Wenn auch bei uns nicht jeder zu jedem Thema was sagt oder manche zeitweise verschwunden sind (man hat ja mal Urlaub oder wenig Zeit), so ist doch immer wieder neue Kommentare da.

  11. Hi, Micha 1,

    wir haben ja auch ne Menge Senf, den wir dazu geben können, haha. Nein, im Ernst, die Feststellung habe ich auch schon in anderen Plattformen machen dürfen. Ich hab das aber hier nicht erwähnt, weil man ja sich nicht selbst loben soll. Es ist ein mühsames – und i.d.R. brotloses – Unterfangen, eine Community aufzubauen.

    Aber Fleiß (Günni, Detlef und unser „Heer“ von RezensentInnen) und gute Ideen sind schon mal eine gute Basis. Gerade läuft ja ein Langzeitversuch mit unserem fleißigen Bienchen Iris auf Facebook, das auch recht gut aussieht. Aber ich muss mich da noch mehr mit befassen, damit ich verstehe, was Facebook für Möglichkeiten bietet.

    Hi, Micha 2,

    also ich bin auch dafür, dass ihr beiden euch mit einem mördermäßig guten Nickname unterscheidet. Wie wär´s mit Micha-of-Nine? Oder M2D2? Oder Fahrenheit Micha? Oder Darth Micha?
    Hahaha, wie ihr beide seht, bin ich ein wenig von der SF beeinflußt. Aber nur gaaaanz wenig.

    Mit galaktischen Grüßen 😉
    galaxykarl … der Einzigartige … der Unvergleichliche … der Phantastische …
    Öööööh, bis einer kommt, der auch Karl heißt, was ja nicht ganz so unwahrscheinlich ist.

  12. Na was für ein Glück, dass ich weder Micha noch Karl heiße *gg* 😉

  13. Ich wußte gar nicht, dass es hier Bienchen gibt und manche Personen als „Langzeitversuch“ betrachtet werden. Gut, dass ich hier nur gelegentlich vorbeischaue, sonst würde ich sicher noch einige „Versuchskaninchen“ entdecken………Auch wenn Ostern schon vorbei ist.

  14. Mensch Schlumeline, nicht du bist ein Langzeitversuch, sondern eben das Projekt „F“. Ich ziehe meinen Hut, wie toll du das machst. Aber es ist hier – nach dieser kurzen Zeit – noch nicht festzustellen, ob es den erhofften Nutzen bringt. Außerdem müssen wir hier zu gegebenem Zeitpunkt unseren Datenzauberer fragen, ob er einen Weg kennt, auch hierfür Mediadaten zu eruieren.

    Du bist aber wirklich empfindlich. Wenn ich jemanden als fleißiges Bienchen bezeichne, ist das doch ein Lob, herrgott, und keine Diffamierung. Bei so etwas bin ICH empfindlich. Und dass ich mich bei „F“ nicht so gut auskenne, möge man mir (noch) verzeihen.

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl 🙂

  15. Och, galaxy….Du kannst aber auch keinen Spass verstehen, oder?
    Scherz beiseite. Ich weiß ja nicht was ihr euch für einen Nutzen versprecht. Vielleicht muss sfbasar ja auch zu „F“ und richtig auskennen tue ich mich da auch nicht, vor allem da die Seiten einer Privatperson ja auch irgendwie anders sind. Mir fehlt leider auch die Zeit mich damit intensiver auseinanderzusetzen. Die Frage ist allerdings, ob ihr hier mit der Zeit gehen wollt oder nicht und was ihr erwartet von „F“.

  16. Also gut, Friede!

    Was wir uns erhoffen? Unglaublichen Reichtum, Millionen von Besucher, pulitzerpreisverdächtige Rezensionen, tiefschürfende Kommentare, Ruhm und Ehre in der Hall-of-Rezi (äh, gibt´s die eigentlich?), einen Stern auf dem Walk-of-Literature natürlich. Was hast denn du gedacht?

    Schön, das wir beide das Lachen nicht verlernt haben.

    Natürlich wollen wir mit der Zeit gehen (übrigens sehr doppeldeutig). Aber wohin? Ad astra? Zu den Sternen? In die Zukunft natürlich. Aber bitte in eine strahlende (ohne Millirem!).

    Ich glaube, wir sollten uns ein Beispiel an gewissen Fantasy-Autorinnen nehmen. Die scharen im „F“ eine Fangemeinde um sich, die sich sehen lassen kann. Wenn wir in dieser Richtung aktiv werden können, wäre das super. Bitte frag mich nur nicht, wie das geht. Aber mit der Zeit werden wir auch das hinbekommen. Du siehst also, liebe Iris, dass dein Projekt sehr wichtig ist und mit ziemlichen Interesse von uns beachtet wird.

    Neue Technologie eröffnet neue Wege. Anything goes …

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl 😉 … ein „F“-Küken

  17. Wußte garnicht, dass du so eine schwere Kindheit hattest, Micha! 😉

  18. Jaja, vor allem schlimme Träume 😉

  19. Dafür hattest du ja das Kraut zum Rauchen als Ausgleich! 😉

  20. Manchmal schon peinlich, wenn man das heute so liest. Aber das Internet vergißt ja bekanntlich nichts. Außer Günther oder Detlef drücken auf den Löschknopf hier? 😉

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