sfbasar.de

Literatur-Blog

Gisela Ruthenberg: Richtig schreiben. Rechtschreibprogramm für die Schule und zum häuslichen Üben – BEI UNS FÜNF EXEMPLARE IM PREISRÄTSEL!

Gisela Ruthenberg
Richtig schreiben
Rechtschreibprogramm für die Schule und zum häuslichen Üben

Kohl-Verlag
ISBN 978-3-86632-427-5
Bildung
Erschienen 2011
Umfang 70 Kopiervorlagen, mit Lösungen

www.kohlverlag.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Inhalt

Fördermaterial bei Lese-Rechtschreib-Schwäche
Das hier vorgestellte Werk wurde von Diplompsychologin Gisela Ruthenberg in langjähriger Arbeit in der Praxis mit Schülern und Eltern entwickelt. Es eignet sich hervorragend für Eltern und Lehrer, die mit ihren Schützlingen sinnvoll üben wollen. Mit diesen Kopiervorlagen können Schüler ihren Erfolg selbst messen. Das Rechtschreibprogramm beinhaltet die intensive Schulung folgender Bereiche: das Hören, das genaue Hinsehen, das Regeln lernen und sprachliche Ableitungen. Dieses Werk beweist, dass Üben Erfolg bringt und es steigert die Lernmotivation.

Fazit

Dieses Rechtschreibprogramm deckt die häufigsten Fehlerschwerpunkte ab. Das Programm reicht von der Verwechslung gleich klingender Buchstabenpaare (b/p, g/k, d/t) bis hin zur Groß- und Kleinschreibung. Zu jedem Fehlerschwerpunkt hält das Werk eine Regelseite und Übungswörter bereit, die noch einmal durch eine Wörterkartei am Ende des Materials aufgegriffen werden. So kann jedes Kind seinen bekannten Wortschatz erweitern. Durch das Lernkarteiprinzip gelangt die Richtigschreibung des Wortes auch vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis. Weitgehend ähnliche Übungsstrukturen sorgen für Klarheit und ermöglichen so eine kinderleichte Anwendung des Programms.

Durch viele Einsetzübungen wird das Kind vom vielen Diktatschreiben entlastet und der Spaß am Üben bleibt erhalten. Hervorragend war auch die wirklich ausführliche Erklärung der Autorin zu dem vorhandenen Übungsmaterial. Ein gut durchdachtes Übungsprogramm, das sich auch noch in höheren Klassenstufen einsetzen lässt.

Copyright © 2011 by Yvonne Rheinganz

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Preisrätsel 5 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Laut der Rezensentin hält das vorliegende Werk Zu jedem Fehlerschwerpunkt was bereit? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 500 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Eine alternative Teilnahme per Kommentar findet sich hier!

Updated: 16. März 2012 — 18:04

14 Comments

Add a Comment
  1. Ich finde es ja ein Armutszeugnis für die Haupt- und Grundschulen. Die sind nicht in der Lage, den Schülern soviel Deutsch beizubringen, dass die sich bei einer Bewerbung anständig unterhalten und artikulieren können, geschweige denn eine schriftliche Bewerbung ohne Hilfe verfassen können.

    Ich habe Kontakt zu fast 500 Firmen und oft genug zu deren Chefs, Meister und Ausbildern. Was die mir erzählen, schockiert mich immer wieder. Und wer nicht seiner Landessprache mächtig ist, versteht die Aufgabenstellungen nicht korrekt und wird allein deshalb die Aufgabe nicht hundertprozentig abarbeiten können.

    mgg
    galaxykarl :-I

  2. Das vorgestellte Buch wendet sich ausdrücklich an Eltern; Lehrern und Schüler mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche und ist nicht für den „Normalschüler“ gedacht.

    Hier den Schulen den schwarzen Peter für fehlende Deutschkenntnisse zuzuschieben finde ich nicht gerechtfertigt. Die Ursache fehlender Sprachkompetenz liegt oft im Säugling- und Kleinkindalter. Kleinkinder von Migrantenfamilien kommen äußerst selten in den Genuss eines Kindergartenbesuches. Viele dieser Kinder sprechen sie bei der Einschulung kein einziges Wort Deutsch, da in den Familien kein Deutsch gesprochen wird. Abhelfen könnte hier nur eine generelle Kindergartenpflicht, denn im Kleinkindalter lernt man im Umgang mit den anderen Kindern spielerisch die Landessprache. Dazu müsste jedoch die Regierung unpopuläre Entscheidungen treffen, sowie die entsprechenden Mittel für geeignete Kindergartenplätze zur Verfügung stellen. Was in skandinavischen Ländern problemlos machbar ist, scheitert hier an der fehlenden Flexibilität und Einsicht der Politiker.

    Verhängnisvoll halte ich dagegen die Entwicklung in Kindergärten Erzieherinnen zu beschäftigen, die die jeweilige Muttersprache der Migrantenkinder beherrschen, denn dadurch entfällt der Anreiz sich die Landessprache anzueignen für viele Kinder vollkommen. Wozu soll man etwas lernen, wenn man einen Dolmetscher zur Verfügung hat? Diese Entwicklung ist leider auch in einigen Grundschulen sichtbar, teilweise aus reiner Hilfslosigkeit von Seiten der Lehrer und der Schulleitungen, denn irgendwie sollen sie diese Kinder in den Unterricht integrieren und im besten Fall Wissen vermitteln.

    Lehrkräfte stehen oft hilflos der Tatsache gegenüber, dass von 30 Kindern höchstens 5 überhaupt einigermaßen der deutschen Sprache mächtig sind. Sie sind aber weder dazu ausgebildet diesen Kindern eine neue Sprache zu vermitteln, noch können sie in einer solchen Situation den Kindern lesen und schreiben beibringen. Ohne grundlegende Deutschkenntnisse auf Schülerseite steht der Lehrer von Anfang an auf verlorenem Posten.

    Nur an die Migranteneltern zu appelieren ist sinnlos, da in verschiedenen Kulturkreisen Kinder eben bis zum Eintritt der Schulpflicht nur innerhalb der Familie aufwachsen. Der Gesetzgeber ist hier gefragt und solange der nicht zu Potte kommt, leidet die ganze Volkswirtschaft darunter.

    Die Schuld einseitig bei den Lehrern zu suchen halte ich aus diesen Gründen für fatal, denn wie bei jedem anderenHandwerk auch, gilt auch hier das Motto:
    Das Ergebnis einer Arbeit kann nicht besser sein als die Qualität des Ausgangsmaterials. Das beste Werkzeug in den Händen eines Meisters kann aus schlechtem Material kein Meisterstück zaubern. 😉

    Lieben Gruß

    Ariana

  3. Liebe Ariana,

    bitte halte mich nicht für dumm und schon gar nicht für oberflächlich. Ich hab schon geschnallt, dass das Buch für eine spezielle Zielgruppe gedacht ist und ich kenne die Problematik mit Migrantenkindern zur Genüge.

    Mein Kommentar hat sich trotzdem auf die tagtägliche Praxis bezogen, die ich erleben muss. Ausbilder und Vorgesetzte klagen, dass Schulabgänger – ob mit oder ohne Zeugnis, ob Haupt- oder Realschüler, ja, mitunter sogar Gymnasiasten – mehr als deutliche Mängel in Schrift und Sprache aufzeigen. Und leider erstreckt sich das Defizit nicht nur auf das Fach Deutsch, sondern auch auf Mathe und andere Basisfächer.

    Und sicher kann ich das z.T. auch den Eltern – ob deutsch, migrant oder Hartz-IV – anlasten. Aber eben auch den Lehrern. Letztere sind eben die ausgebildeten Pädagogen und SIE haben definitiv den Lehrauftrag, nicht die Eltern und nicht die Kindergärtnerinnen. Ich gebe dir selbstverständlich Recht in dem Punkt, dass eine praktizierte Ausgrenzung durch die Eltern oder Kindergärtnerinnen irgendeiner Sprachgruppe kontraproduktiv ist.

    Es ist aber schon bezeichnend, wenn Migranten der 3. Generation ein besseres deutsch sprechen, als ein gebürtiger – sagen wir mal – Kölner (O-Ton: „Isch f.. disch, Alte“) oder Berliner (O-Ton: „Ick liebe dir“). Jetzt kannst du dagegen anführen, dass das Dialekt ist und ja gar nicht so schlimm. Aber wer so spricht, hat eben seine Probleme mit korrektem Deutsch und wird im Diktat, Aufsatz und einer Prüfung welcher Art auch immer schlechte Noten kassieren. Erstaunlicherweise solle MANCHE Dialekte das genaue Gegenteil bewirken. Aber eben nur, wenn der betreffende Schüler beides kennt und beherrscht: seinen landestypischen Dialekt und Schriftdeutsch (von Hochdeutsch möchte ich gar nicht sprechen).

    Noch mal: Weder Eltern noch Kindergärtnerinnen haben die Ausbildung für das Schulfach Deutsch. Alle drei Gruppen sollten aber wirklich auf eine Sprachqualität (und alle anderen Fächer ebenso) hinarbeiten, die diese Bezeichnung verdient, sodass die Schulabgänger eine Chance auf eine gute Lehrstelle und Arbeitsplatz haben.

    Gottlob haben wir in Bayern angeblich das härteste Schulsystem und ich wehre mich mit allen Fingern und Klauen dagegen, dieses zu verwässern und auf ein „Niveau“ wie in manch anderen Bundesländern herabzuschrauben. Eher unseres weiter verbessern und alle anderen dazu anhalten, sich die Abgangsnoten nicht schönzuschminken. Das hilft niemanden und den Schülern schon gar nicht.

    mgg
    galaxykarl 🙂

  4. Ich kann nicht erkennen, woraus Du ersiehst, dass ich Dich für dumm oder oberflächlich halte. Dies steht weder in meinem Kommentar, noch habe ich das angenommen.

    Meine Anmerkung zum Buch galt weniger Dir als anderen Lesern der Seite.(Es soll tatsächlich welche geben, habe ich gerüchteweise vernommen.) 😉

    Als Kind habe ich Ohrfeigen riskiert, wenn ich Dialekt sprechen wollte, da hieß es jedes Mal: Sprich Deutsch, sonst bist Du nachher in der Schule schlecht. Dialekt beherrsche ich immer noch nicht. 😉

    Die Klagen über Schüler, die über zu wenig Basis- und Allgemeinwissen verfügen häufen sich überall. Das ist in der Erwachsenenbildung nicht anders, als in Industrie und Handwerk. In meinem näheren Umfeld sind einige in Einrichtungen für Erwachsenenbildung. Mit wie wenig Grundkenntnissen da einige vom Jobcenter in Ausbildungsmaßnahmen gesteckt werden, ist erschreckend. Zur fehlenden Grundbildung kommen dann noch Lernunwille und Leistungsverweigerung, sodass man sich schon wundert, wie einige die Aufnahmeprüfungen geschafft haben.

    Ich jedenfalls bin froh und glücklich, dass ich meinen allerersten Berufswunsch, den ich im reifen Alter von sechs Jahren hatte, nämlich Lehrerin zu werden, nicht verwirklicht habe, denn heute als LehrerIn vor einer Klasse zu stehen ist alles andere als ein Zuckerschlecken.

    Und nun widme ich mich ausgiebig dem wunderbaren Wetter, setze mich in den Bus und geniesse den Tag!

    Carpe diem!

    Lieben Gruß

    Ariana

  5. Also irgendwie habt ihr ja beide recht, ich kenne beide Problemkreise auch recht gut, vor allem seit ich mal für 6 Monate in verschiedenen Schulen in der Schulbibliothek gearbeitet habe.

    Auf der einenen Seite ist es natürlich so, wei Ariane schreibt: „Die Ursache fehlender Sprachkompetenz liegt oft im Säugling- und Kleinkindalter. Kleinkinder von Migrantenfamilien kommen äußerst selten in den Genuss eines Kindergartenbesuches.“

    Hier würde ich es wirklich zur Pflöicht machen, dass Kinder in den Kindergarten müssen, um sich diese fehlende Kompetenz anzueignen, die später ansonsten die Lehrer verzweifeln lassen, oder wir Galaxy schreibt: „Die sind nicht in der Lage, den Schülern soviel Deutsch beizubringen, dass die sich bei einer Bewerbung anständig unterhalten und artikulieren können, geschweige denn eine schriftliche Bewerbung ohne Hilfe verfassen können.“

    Es sollte Lösungswege geben, diese Kinder und Schüler aufzufangen und in die richtigen Wege zu leiten ohne mit dem Schreckgespenst „zwinge den SChüler zum Deutschlernen“ daherzukommen. Ein motivierte Jugentlicher ist in jedem Falle besser als ein einer, der es längst aufgegeben hat und das mit der Schule alles nur noch als lästig ansieht. Und das gilt natürlich auch für die Jüngeren, die im Kindergarten doch so schön motiviert werden können und die Sprache spielerisch lernen können und sich austesten dürfen.

    Dazu bedarf es aber eines Willens der Verantwortlichen und damit meine ich jetzt nicht so sehr die Lehrer als die verantwortlichen Politiker und die Eltern selbst.

    Mir fällt dazu immer der Spruch ein: „Wer das wirklich will, der findet Wege, die für alle angenehm und gangbar sind. Wer das nicht will, der findet mit Sicherheit Gründe um das zu verteufeln oder zu verhindern!“

    Was sagt da eigentlich die Rezensentin dazu, die ist doch Lehrerin, vielleicht kann sie was dazu sagen? Yvonne?

  6. Yvonne Rheinganz

    Ich habe eure Diskussion sehr angeregt verfolgt, auch wenn ich nicht allen Punkten zustimmen kann. Fertige Lehrerin bin ich übrigens noch nicht, ich habe erst das erste Staatsexamen.
    So liegt es nicht unbedingt am Migrantenstatus, dass Kinder ohne Basiskompetenzen in die Schule kommen und diese auch ohne diese wieder verlassen. Vielmehr würde ich hier von der Gruppe der Kinder aus einem „anregungsarmen“ Umfeld sprechen, die einfach bisher nicht gefordert waren und die auch während der Schulzeit keine Unterstützung im Elternhaus finden. Da wir in Deutschland immer noch ein Schulsystem haben, das sich überwiegend auf den Vormittagsunterricht mit einer Nachmittagsbetreuung stützt, können nur Grundlagen im morgendlichen Unterricht gelegt werden. Geübt werden muss hierbei immer noch zu Hause. Wer das nicht tut und den Stoff nicht auf Anhieb beherrscht wird leider abgehängt. Während des Unterrichts bleibt dann meist keine Zeit auf Defizite einzelner Schüler einzugehen, dafür bleibt bei 25-30 Schülern einfach keine Zeit.

    Die Lese-Rechtschreib-Schwäche zeigt sich allerdings unabhängig von den oben genannten Faktoren. Hier haben die Schüler meist mit optischen und akustischen Differenzierungsproblemen zu kämpfen, die besondere Übung bedürfen. Hierfür ist die Lehrerschaft noch nicht ausgebildet. So kam in meinem Studium kein Seminar zu Lernschwächen vor. Dies bleibt weiterhin Lerntherapeuten und Sonderpädagogen vorbehalten.

  7. Nun mal langsam mit den Pferden. OK, ich fürchte, einige der DiskutantInnen sind schlichtweg zu jung, um einen Fakt aus eigener Erfahrung zu kennen: Es hat in Deutschland – und sicher in vielen anderen europäischen Ländern auch – jahrzehntelang auch ohne Ganztagsschule und Nachmittagsunterricht hervorragend funktioniert, Schülern ihre eigene Landessprache beizubringen. Fragt doch eure eigenen Eltern und Großeltern, wie mächtig sie der Muttersprache sind und vergleicht das mit den Jugendlichen, die sich mit einer Sammlung von 4ern und 5ern bei den Betrieben bewerben.

    Zu meiner Schulzeit war es überhaupt kein Punkt, sich Gedanken zu machen, am Schulende des Schreibens, flüssigen Lesens und Mathe fähig zu sein. DAS WAR EINE SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT! Heutzutage wird dies ja leider schon als Besonderheit betrachtet, wenn einer diese rudimentären Fähigkeiten erlangt hat. Wie armselig ist denn das Niveau geworden, wenn wir es zulassen, dass Schulabgänger dies eben nicht in akzeptabler Qualität können?

    Und wir haben jetzt mehr Geld, mehr Mittel, mehr Technik zur Verfügung als in den Jahren nach – sagen wir mal – 1960. Wir nennen unser Zeitalter das Kommunikationszeitalter, und ein erschreckend großer Teil hält Prol-SMS und Abkürzungswahn für moderne Kommunikation. Aber einen anständigen Satz bringen sie nicht über die Lippen.

    Kann mir einmal jemand erklären, warum das heute nicht mehr funktioniert?

    mgg
    galaxykarl ???

  8. Mehrere Faktoren – und auch ohne Zweifel so genannte „Problemgruppen“ (scheußliches Wort) – kämen dafür infrage:
    1. neue Medien, mit denen wir in unserer Jugend (60er, 70er) nicht in Berührung gekommen sind. Bei uns gab es auf dem Gymmi in späteren Jahren Informatik als Wahlfach, wobei ein Rechner mit gigantischen 32K RAM zu unseren Großrechnern gehörte und nur unter der Aufsicht des zuständigen Lehrers benutzt werden durfte. (Jede Grußkarte mit Soundchip ist heutzutage leistungsstärker).
    Dazu gehören eben Computer, massenhaft CDs, MP3s, Videos, Handy usw. usf.

    2. Im Fernsehen gab es lange nicht so viele Sendungen, die „geeignet“ gewesen wären, bei denen die Eltern auf die Idee gekommen wären, sie zusammen mit den Kindern anzuschauen. Heute gibt es ja ach so viele offenbar „pädagisch Sinnvolles“ in der Flimmerkiste (ok, flimmern tut sie nicht mehr).

    3. Zu viele Angebote für Kinder und „must dos“: Kinderschwimmkurs, Musikpädagogische Früherziehung, KiTu, möglich viel Brimborium am Wochenende, wo statt eines gemütlichen Spaziergangs schon öfter um die halbe Welt gegurkt wird, weil’s dort einen Spielplatz mit „Rollercoaster“ (früher Achterbahn), Pommesbude und was weiß ich noch gibt. Rumhetzen, um dem Kind was gutes zu tun? Eher sich selbst, vermute ich mal. Und um sich der Verantwortung zu entziehen, sich mit dem Kind selbst zu beschäftigen.

    Manchmal würde es reichen, den Kindern vorzulesen und ihnen den Spaß daran und am Selbstlesen zu vermitteln. Ebenso beim Malen und Basteln. Gut, alles ist nicht jedermanns Sache, aber irgendeinen Kompromiss muss man schon eingehen.

    Möglicherweise gibt’s sogar Bastel- und Malkurse für Kinder, aber Vorlesen? Nein, da haben die Kinder dann schnell irgendwelche Insuffizienzen.

    Wie gesagt, das trifft sicher nicht auf jeden Fall zu, aber überdenken sollte man das auf jeden Fall. Die „Schuldfrage“ hin- und herzuschieben bringt nicht viel bei so einem komplexen Problem. Leidtragende sind die Kinder und da sollte sich jeder in seinem Einflussbereich fragen: Was kann ich dazu beitragen?

    An die Kinder/Jugendlichen werden jetzt auch ganz andere Ansprüche gestellt. Ich meine, die Stundenpläne meiner Neffen seien viel voller und auch das Niveau höher, als das seinerzeit bei mir der Fall war. Vielleicht verklärt die Zeit aber auch viel und die Brüchigkeit meiner Erinnerungen ;-). Aber PISA, das „glorreiche“ finnische Schulsystem, internationale Wettbewerbsfähigkeit und international anerkannte Abschlüsse in jungen Jahren, das alles lastet zusätzlich auf den Buckeln unserer Kinder. Sowas mit zurückgefahrener Zuwendung und Beschäftigung zu begegnen, unter dem Vorwand, den Kindern „notwendige“ Kurse usw. angedeihen zu lassen, ist für mich der falsche Weg.

  9. Also Ablenkung durch Technikwahn und Freizeitstress? Dann hast du den Schwarzen Peter wieder ins Lager der Eltern gebracht.

    Meinetwegen sind auch das Niveau und die Ansprüche gestiegen.

    Aber noch mal: Diese Generation hat mehr finanzielle und materialle Mittel zur Verfügung und ich habe den Eindruck, dass das Endergebnis immer schlechter wird, anstelle zu erwartender Verbesserung.

    Und es erklärt aber immer noch nicht, warum ein Schulsystem mit 10 oder 12 Jahren Laufzeit nicht in der Lage ist, den Schülern o.g. Fähigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln.

    mgg
    galaxykarl 😉

  10. Ich kann dir sagen woran das liegt, das liegt an der Unterschiedlichkeit der Lerngeschwindigkeiten der Schüler, die hat sich nämlich stark verändert. Lernen, das haben Untersuchungen gezeigt, kann jeder Schüler egal wie langsam oder schlecht er ist den gesamten Stoff. Nur ist es eben so, dass jeder Schüler seine eigene Lerngeschwindigkeit hat, da ist dann auch mal irgendwann die Frustationsgrenze eines Schülers überschritten, dem die allgemeine Geschwindkeit zu schnell ist, welche die Vorgabe und die tatsächliche Lerngeschwindkeit, die von allen in der Klasse gefordert wird. Eigentlich müsste jede Klasse in vier getrennte Miniklassen geteilt werden. Dann könnte man jeder dieser vier klassen eine eigene Lerngeschwindkeit geben. Dann würde zum Schluß jeder, wirklich jeder den Stoff drin haben, denn dann wird jedem die Zeit gegeben, die er dafür braucht. Leider würde dann aber jede dieser Klassen einen anderen Zeitrahmen dafür benötigen. Dafür ist aber unser Schulsystem nicht ausgestattet und die Notengebung schon gar nicht. Also hinken die, denen alles zu schnell geht nicht einfach hinterher, sondern sie schlaten ab. Dann wird behauptet, dieder und jener Schüler sei dumm, was aber eine Lüge ist. Unser Schulsystem ist einfach Scheiße!

  11. Sorry, lasse ich auch nicht gelten, denn das war auch früher schon so. Wir hatten auch Hirnis und Genies in der Klasse, aber am Ende konnte jeder Depp wenigstens Lesen, Schreiben und Mathe. Nein, nein, das alles überzeugt mich nicht.

    Meine fürchterliche Ahnung, was dahinter steckt, ist schlichtweg, dass die Lehrer von den Schülern nicht mehr respektiert werden (aus welchen Gründen auch immer). Die Schüler tanzen den Lehrern auf der Nase herum und schütteln sich wie ein Betz (ein Bär), wenn sie eine schlechte Note kassieren. Sie wissen ja, dass sie durch das Schulsystem durchgeschleift werden. Und ja, die o.g. Ablenkungen tragen sicher einen guten Teil dazu bei.

    In diesem Zusammenhang mal (m)eine Story: Ich hatte in der ersten Klasse in Deutsch eine 5, in allen anderen Fächern 1, 2 oder 3. Meine Klassleiterin war eine prächtige Lehrerin und hat sich tatsächlich mit dieser meiner Auffälligkeit beschäftigt und vermutet, dass ich schlecht sehe. Sie empfahl meinen Eltern, mit mir mal zum Augenarzt zu gehen. Gesagt, getan.
    O-Ton des (nürnberger) Augenarztes: „Des iss mir scho klar, dass der Bub a Fünpf in Deitsch hot; der Bub sichd nix.“ Ich bekam eine Brille, hieß von da an erstmal „Brillngobl“, nach einem halben Jahr aber „der Professor“. Ich erlebte also im zarten Kindesalter eine Initialzündung, denn die bis dato nur konsumierten Comicbilder ergaben beim lesen der Sprechblasen eine viel lustigere Geschichte. Ich wurde zur Leseratte und „fraß“ alles an Gedrucktem was ich finden konnte: TV-Hefte, Magazine, Zeitungen, Comics, Sachbücher, Romane, den „Spiegel“ usw. usw. Innerhalb eines halben Jahres machte ich aus der „Fünpf“ eine 2, im nächsten Halbjahr eine 1. Letztere habe ich bis zum Ende meiner Schulzeit durchgezogen.

    Eine Erfolgsstory? Ja, nicht für mich (OK; das auch), aber auf jeden Fall für meine Klassleiterin. Danke, Frau Schmidt. Ich fürchte allerdings, dass sie leider nicht mehr leben dürfte und wenn doch, diesen Kommentar sicher nicht lesen wird.

    mgg
    galaxykarl 😉

  12. Das mit dem fehlendem Respekt ist aber keines das nur auf Lehrer zutrifft sodern sich allgemein verändert hat, der Respekt allen Erwachsenen gegenüber hat sich verändert, weil es keine sofort wirksamen und konsequenten Restrikionen mehr gibt, die zum Tragen kommen. Das kann sich aber auch wieder ändern, spätestens wenn die Alterpyramide dafür sorgen wird, dass von der dann zumeist älteren Mehrheit Gesetze zugesetzt werden, die es dann in sich haben werden, ich verweise da mal auf Bekkers Buch Herrschaft der Alten, dann werden die Kinder und Jugendlichen bestimmt auch nicht haben wollen: http://sfbasar.filmbesprechungen.de/preisratsel/bekker-alfred-herrschaft-der-alten-bei-uns-drei-exemplare-im-preisratsel/

  13. Nein, ich meine nicht, dass der schwarze Peter jetzt bei den Eltern ist. Jeder hat eine Verpflichtung, also natürlich auch die Eltern. Und das Überangebot von allem, insbesondere Medien, die das Lesen „ersetzen“ kann nicht bis ins Letzte von den Eltern kontrolliert werden. Ab einem bestimmten Alter der Kinder werden die Eltern kaum noch Einfluss auf das haben, was die Sprösslinge konsumieren. Aber Lehrer usw. auch nicht. Die Kids sind vielleicht ohne dass jemand es direkt merkt meiner Meinung nach überfordert, reizüberflutet – die Erwachsenen (ich nehme mich da nicht aus) möglicherweise ebenso. Wie soll man sich da noch auf eine Sache konzentrieren?

    Und die unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten? Waren die nicht immer unterschiedlich? Nur damals gab es sicherlich nicht diese Dichte an Studien und Untersuchungen. Zumindest hat niemand davon erfahren. Wenn sie tatsächlich immer stärker auseinanderlaufen, dann frage ich mich, weshalb überhaupt noch jemand auf die Idee kommt, Gesamtschulen zu propagieren, wo doch alle zusammengeworfen werden. Das ist ja wohl kontraproduktiv. (Oder es steckt was anderes dahinter.) Und wenn die Kluft immer größer wird, heißt das doch, dass die Lehrpläne voller und die Ziele ergeiziger werden. Genau dann treten solche Unterschiede immer mehr zutage.

    Richtig, also aus eigenem Antrieb was anderes als Comics gelesen habe ich erst relativ spät, nach der Grundschule. Trotzdem kann ich lesen und bilde mir auch ein, mich einigermaßen in der Grammatik, Rechtschreibung usw. auszukennen.

    Das mit dem fehlenden Respekt vor Lehrpersonal kann ich noch nicht wirklich beurteilen. Die Lehrerin meiner Großen „regiert“ ihre Klasse meiner Meinung nach sehr gut. Das ist natürlich auch eine wichtige Grundlage für konzentriertes Lernen, also letztendlich den Lernerfolg.

  14. Das mit dem reizüberflutet ist auch meiner Meinung nach der Grund warum die Kids es tatsächlich schwerer haben als wir früher. Computer, Handys und Internet gab es weit und breit noch nicht und ich weiß noch, dass es einmal in der Woche Musikvideos oder den Beatclub im Fernsehen gab und 2 Radiosender, die unsere Musik gespielt haben. Das TV brachte ansonsten meist sehr langweiliges Zeug für Jugendliche und ab 23:30 Uhr war Sendepause. Da hat man sich dann alternativ ein Buch mit ins Bett genommen, denn das mit der Freundin im Bett war früher auch eher schwierig. Es gab ja noch die drohende Gefahr des Verkupplungsparagraphen, der Eltern davon abgehalten hat allzu freizügig ihren Kindern ein eigenes Sexualleben zu erlauben. Was blieb da einem anderes übrig als ein Buch mit ins Bett zu nehmen? 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

sfbasar.de © 2016 Frontier Theme