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GENERATION BURNOUT – MIT VOLLGAS VOR DIE WAND – ein Artikel von Dr. Constantin Sander. – FÜNF BUCHEXEMPLARE DES AUTORS VON SEINEM NEUESTEN TITEL ANSCHLIESSEND BEI UNS IM PREISRÄTSEL!

GENERATION BURNOUT – MIT VOLLGAS VOR DIE WAND

ein Artikel von

Dr. Constantin Sander

Burnout hat Konjunktur. Es ist mehr als ein psychisches Syndrom und mittlerweile zur Lebensweise einer ganzen Generation geworden,  meint Businesscoach und Trainer Constantin Sander und hilft das Dickicht zwischen Banalisierung und Symptombehandlung etwas zu lichten.

Viele Mediziner tun sich mit Burnout schwer. Kürzlich berichtete ein Psychiater in einem großen deutschen Magazin, dass Burnout an sich gar keine Krankheit sei, weil es in keine der internationalen Klassifizierungssysteme passe. Er spricht stattdessen von Erschöpfungsdepression. Wohl denn, was in keine Schublade passt, wird passend gemacht. Dabei ist Depression nur eine mögliche Ausprägung eines Burnout. Und das Symptom sagt wenig über die Ursachen und gar nichts über die nötige Therapie aus – wenn man mehr als nur Symptome behandeln will.

„Burnout ist eine Kompetenz“

Burnout ist ein Zustand der völligen Erschöpfung, ausgelöst durch permanenten Stress. Es ist eine Folge nicht mehr kontrollierbarer Belastung, eben dann, wenn Menschen Dinge aus dem Ruder laufen. Warnsignale sind körperliche Symptome wie Kopfschmerz, Konzentrationsstörungen, innere Unruhe, das Gefühl des völlig Ausgebranntseins als auch psychische Anzeichen, wie Sinnleere, gepaart mit dem Gefühl des Getriebenseins, so Gunther Schmidt, Arzt für Psychotherapie. Schmidt bezeichnet Burnout allerdings als Kompetenz. Es ist die Kompetenz des Körpers den Stecker zu ziehen, bevor es endgültig zu spät ist. Wir wissen seit langem, dass ein großer Teil der Herz-Kreislauferkrankungen stressbedingte Ursachen haben.

Aber ursprünglich ist Burnout eine Fahrtechnik. Mit durchdrehenden Reifen, bis die qualmen. Danach ist Auswechseln angesagt. Diese Metapher ist recht passend und viel besser als jede medizinische Klassifizierung, finde ich. Wer ständig überdreht, immer auf Hochtouren fährt, der überhitzt irgendwann allerdings nicht nur die Reifen, sondern auch den Motor. Jeder Formel-1-Fan weiß das. Bei uns ist das nicht viel anders. Unser Körper (zu dem auch unser Gehirn gehört) kann auch heißlaufen. Nur auswechseln können wir ihn nicht. Und doch meinen wir, im Zeitalter des Multitasking, die Beschleunigung immer weiter vorantreiben zu müssen. Jede technische Revolution wälzt auch die Anforderungen an uns Menschen um.

Selbst die digitale Revolution hat sich diesbezüglich nicht gerade als hilfreich erwiesen. Sie führt Dank Internet und Smartphone dazu, dass Menschen immer mehr Online sind, ständig Informationen aufnehmen und austauschen. Unser Körper braucht aber auch Ruhezeiten, in denen er sich wieder regenerieren kann. Bekommt er die nicht, wird Burnout zur Lebensweise.

Gutes Zeitmanagement ist übrigens zu dessen Vorbeugung nicht unbedingt das probate Mittel. Ein effektiver Umgang mit Zeit kann exakt die gegenteilige Wirkung entfalten: Eben noch mehr Aufgaben in noch kürzerer Zeit zu erledigen. Klassisches Zeitmanagement ist ein Tool des Maschinenzeitalters, mit dem die Taktung optimiert wird. Aber es dient nicht dazu, auf den eigenen, inneren Takt zu hören. Dieses Gespür haben immer mehr Menschen verloren. Darauf kommt es aber an, wenn wir nicht unsere inneren Ressourcen ausbeuten, sondern unsere Potentiale entwickeln wollen.

Die Krux ist, dass sich die Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung sich mit der Zunahme von Komplexität in unserer Welt des 21. Jahrhunderts potenzieren. Das ist faszinierend und gefährlich zugleich. Es öffnet uns eine Menge Türen, denn nie zuvor waren Information so leicht zugänglich, war Kommunikation so einfach und waren Entfernungen so kurz. Und diesem Raum füllen wir nur zu gern mit engagierter Arbeit aus – oft bis zum Anschlag und darüber hinaus.

Signale wahrnehmen

Es wird Zeit, eben wieder auf den inneren Takt zu hören, achtsam auf die Signale zu achten. Denn die gibt es: Ständiges Rotieren im Job, gepaart mit Erschöpfung, Schlafstörungen, leichter Reizbarkeit und körperlichen Symptomen, die individuell so verschieden sein können, dass sie eben in keine medizinische Klassifizierung hinein passen.

Wie kann die Prophylaxe aussehen? Hier sind einige Fragen, die Sie sich stellen könnten:

  • Haben Sie ständig das Gefühl, mit Ihren Aufgaben nicht fertig zu werden und fühlen Sie sich häufig überfordert?
  • Fühlen Sie sich oft „neben der Bahn“ und meinen, eher getrieben zu sein, als dass Sie Dinge wirklich steuern?
  • Sind Sie zeitlich und gedanklich sehr stark auf Ihre Aufgaben fokussiert und haben Sie wenig Zeit auszuspannen?
  • Verspüren Sie oft eine innere Unruhe, sind Sie häufiger gereizt oder sogar aggressiv?
  • Zeigen sich bei Ihnen körperliche Symptome wie die oben genannten oder sind Sie in letzter Zeit häufiger krank als gewöhnlich?
  • Treten Ihre realen, gelebten sozialen Kontakte in Ihrem Privatleben hinter Ihren Job zurück? Und empfinden Sie Ihre sozialen Kontakte als unterstützend und wertschätzend?
  • Und wenn ich Sie fragen würde, wie viel Sie sich tatsächlich körperlich bewegen und wie viel Sport Sie tatsächlich treiben, fiele es Ihnen dann schwer, eine ehrliche Antwort zu geben?
  • Wenn Sie einmal darüber nachdenken würden, wann Sie sich zuletzt so richtig wohl gefühlt haben und den Eindruck hatten, mit sich selbst im Reinen zu sein und in Ihrem Leben mindestens ebensoviel Energie zu gewinnen, wie Sie aufwenden, müssten Sie dann lange nachdenken?

Wenn Sie sich bei der Beantwortung dieser Fragen ganz gut wiedererkennen, dann könnte es vielleicht hilfreich sein, etwas zu ändern – vorausgesetzt Sie wollen sich und Ihrer Gesundheit etwas Gutes tun.

Dabei kann es nicht darum gehen, Belastungen grundsätzlich zu vermeiden. Herausforderungen zu meistern sind ja das Salz in der Suppe unseres Lebens. Es geht vielmehr und die Frage, wie Sie mit Belastungen stressfreier umgehen können.

Auswege

Selbstachtsamkeit ist eine wichtige Voraussetzung für physische und psychische Gesundheit. Zu Selbstachtsamkeit gehört neben der Fähigkeit Grenzen zu erkennen, auch den Mut diese zu setzen. Sich selbst und anderen. Entspannung und Bewegung sind wichtige Phasen, um Stress abzubauen. Daneben ist soziale Vernetzung ein wichtiger Faktor für eine ausgeglichene Lebensweise. Wohlgemerkt: Damit sind nicht virtuelle Netzwerke wie Twitter, Facebook und Co. gemeint, sondern reale Kontakte im wirklichen Leben. Von Angesicht zu Angesicht.

Letztlich geht es immer wieder darum, was Aaron Antonowsky in seinem Entwurf der Salutogenese beschrieben hat: Die Frage ist nicht, wie wir Symptome kurieren können, sondern die Frage ist, wie wir unser Leben – zu dem auch unsere Arbeit gehört – so gestalten, dass wir Belastungen als handhabbar, verstehbar und sinnvoll begreifen können. Dann gelingt es uns nämlich, ein inneres Gleichgewicht zu erhalten. Das bedeutet: Kontrolle herstellen, irritierende Komplexität reduzieren, Multitasking zurückfahren, Orientierung zurückzugewinnen und vor allem, die Sinnhaftigkeit unseres Tun noch im Auge haben.

Mikail Häkkinens Satz „Wenn Du alles unter Kontrolle hast, bist Du zu langsam.“ ist zum Credo der Generation Burnout avanciert. Es ist die Illusion des „alles ist möglich!“ Sind wir des Wahnsinns! Höchstleistung kann niemals zum Dauerzustand werden und auch Multitasking ist eine neuronale Unmöglichkeit. Das müssen auch Führungskräfte begreifen. Unser Bewusstsein kann sich nur auf eine Aufgabe gleichzeitig konzentrieren, unser Unbewusstes hingegen kann sehr gut multitasken. Nur: dazu braucht es Ressourcen. Permanenter Stress reduziert aber die Fähigkeit zur Ressourcenaktivierung. Die Generation Burnout ist daher gut beraten, die Steuerung über ihr Leben wieder zu übernehmen. Das ist nicht nur eine Frage der Einstellung, sondern eine Frage des Umgangs mit sich selbst. Der Motor soll schließlich laufen und nicht ausbrennen.

Copyright © 2012 Text und Autorenfoto by Dr. Constantin Sander


BUCHEMPFEHLUNG DES AUTORS:

Sander, Constantin
Change! Bewegung im Kopf

Mit neuen Erkenntnissen aus Biologie und Neurowissenschaften

Verlag :      BusinessVillage
ISBN :      978-3-86980-177-3
Einband :      Paperback
Preisinfo :      24,80 Eur[D] / 25,60 Eur[A] / 37,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 13.03.2012
Seiten/Umfang :      CCLVI S. – 21,0 x 15,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      3. Aufl. 12.03.2012
Gewicht :      350 g

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Barack Obamas Motto „Change“ hat Menschen angespornt und elektrisiert. Aber wie geht eigentlich Veränderung? Reichen positives Denken, Bekämpfung des inneren Schweinehundes und ein Motivationstraining als Schlüssel zur Veränderung aus?

Wir laufen meist noch völlig untauglichen Vorstellungen von Wahrnehmung, Lernen und Motivation hinterher. Entscheidungsprozesse in unserem Kopf funktionieren anders als wir denken. Der Bauch dominiert den Kopf – der rational gesteuerte Homo oeconomicus ist ein Mythos vergangener Zeiten. Veränderung kann nur gelingen, wenn wir die Grundlagen unseres Verhaltens verstehen und als Ressource nutzen. Denn das Potenzial, über uns selbst hinauszuwachsen und etwas zu verändern, ist uns angeboren – wir müssen es nur nutzen.

Leicht verständlich und unterhaltsam belegt Dr. Constantin Sander anhand neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Neuropsychologie und Biologie, wie Veränderungsprozesse in der Praxis funktionieren.

Dr. Constantin Sander hatte eine mehrjährige Karriere in der naturwissenschaftlichen Forschung hinter sich, als er in die Wirtschaft wechselte und dann in einem mittelständischen Unternehmen die Marketingleitung übernahm. Kommunikative Prozesse faszinierten ihn schon lange und so absolvierte er neben dem Job zunächst eine Ausbildung zum NLP-Master und später zum Integrativen Coach. Er betreibt in Heidelberg eine Coachingpraxis und berät Firmen im Marketing. Am liebsten geht er mit seinen Klienten in den Wald: „Dort gibt’s keine Wände, sondern Bäume, die fast in den Himmel wachsen. Und daher auch genug Inspiration für die manchmal eingeschränkte Wahrnehmung.“

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Preisrätsel 5 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!):  In welcher Stadt betreibt der Autor eine Coachingpraxis und berät Firmen im Marketing? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 500 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen!

DIE GEWINNER LAUTEN: Dorothea Kapitzke, Britta Brüning, Grit Flickinger, André Moser und Dirk Jahrsau. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN UNSEREM SPONSOREN UND ALLEN TEILNEHMERN!

Updated: 28. Juli 2012 — 20:07

19 Comments

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  1. Ein interessantes Thema, das uns alle betreffen kann. Wer möchte dazu was sagen oder wer hat Fragen dazu?

  2. Ja, sehr interessanter Artikel. Nicht vergessen sollte man, dass man heutzutage in allen möglichen Bereichen die große Freiheit hat: freie Wahl der KK, alle möglichen Zusatz-Versicherungen (für sorgenfreies Leben), Geldanlagen, Anbieter von Telefon, Strom, Gas, usw. auf eine ausgewogene Ernäherung sollte man achten. Sie sollte sowohl Magen, Wohlbefinden, Haut, Knochen, Zähne und Geldbeutel zufrieden stellen. Zusatzstoffe lesen, am besten während des Einkaufs mit dem Smartphone recherieren, die ganz persönlichen gesundheitlichen Konsequenzen abwägen. Kaufen oder Bleibenlassen, auf jeden Fall mit einem schlechten Gewissen. Wahl des Arbeitgebers, der richtigen Schule, des Kindergartens, der Förderungen (Instrument, Sport, Sprache …) für die Kinder … Die Liste ist endlos. Irgendwann muss es gut sein. Aber so wie man immer drangsaliert und gegängelt wird, hat man doch immer das Gefühl irgendwas zu verpassen oder falsch zu machen.

    Und was steckt dahinter? Nichts anderes als der schnöde Mammon! Trotzdem, der schlechte Nachgeschmack bleibt und das unbestimmte ungute Gefühl in der Magengegend.

    So geht’s mir jedenfalls. Und ich versuche schon mich aus den für mich unwichtigsten Sachen rauszuhalten und bei den anderen möglichst früh die Bremse reinzuhauen.

  3. Was ist mit Affinität? Wo ist die Affinität für die Dinge, die wir lieben, die wir möchten, die wir uns wünschen. Ich glaube, dass die Affinität verlorengefangen ist. Ersetzt wurde sie durch „gemachte“ Wünsche, die man nicht wirklich braucht, sondern von denen man glaubt sie zu brauchen oder benötigen, um dazu zu gehören. Lange dachte man, dass die westliche Welt sich in Richtung Individualität entwickelt, aber das war blos ein Trugschlauss. Tatsächlich sind die Menschen im Westen keine individuelle Wesen sondern Schwarmwesen, die ihr Leben fast ausschliesslich danach ausrichten, Dinge zu tun, zu besitzen oder über sie zu reden, die ausschlaggebend dafür scheinen, dazu zu gehören. Das ist leider eine bedauerliche Entwicklung…

  4. Burnout? Logo, wenn man glaubt, jeden Scheiß mitmachen zu müssen, geschäftlich wie privat.

    Kennt ihr „Die Kunst des Weglassens“? Den Begriff „Entschleunigen“? Einfach mal „Nein“ sagen?
    Es lebt sich viel entspannter, wenn man sich das (aufdringliche) Telefongesülze für einen „noch viel günstigeren Handy-Tarif“ erst gar nicht anhört, sondern „Nein, danke“ sagt und auflegt.

    mgg
    galaxykarl 😉

  5. Christa Kuczinski

    Es fängt doch bereits im Kleinen an. Kindergartenkinder werden mit kaum zwei Jahren in den Kindergarten gesteckt (ich rede jetzt nicht von den Eltern, denen durch ihre begrenzten finanziellen Mitteln keine andere Möglichkeit bleibt, allerdings machen gerade diese deutlich, wie es um Kinderfreundlichkeit im Land wirklich bestellt ist). Die Kleinen werden in einem solchen Maße gefördert/gefordert/überfordert, dass sich mir der Magen rumdreht.
    In der Schule geht es dann lustig weiter: Keinen hochwertigen Schulabschluss/hervorragende Noten und Schwups ist es mit der „Aussicht auf eine sorgenfreien Zukunft“ vorbei.
    An welcher Stelle steht der junge Mensch? Wer sieht seine Charaktereigenschaften und seine Begabungen, die sich eben nicht unbedingt in den Noten widerspiegeln?
    Jemand (egal welchen Alters)der keine überragenden Leistungen zeigt und mithalten kann,ist von wenig Nutzen und fällt schnell durch das Raster.
    Jemand der sich in seinem Beruf etabliert hat, bleibt dennoch nur so lange an der „Spitze“ (dahinter steht bereits eine lange Warteschlange potenzieller Kandidaten, die nur darauf Warten nachzurücken)wie er mithalten kann.
    Die Medien und die Verführungen, die sich daraus ergeben, besitzen einen immensen Einfluss und bestimmen das Maß aller Dinge, in der heutigen schnelllebigen Zeit.
    Das Wort Burnout, ist für mich nicht nur eine psychische Erkrankung darstellt, sondern die Summe vieler Komponenten, die dazu geführt haben.

  6. Liebe Community, wir haben hier die Chance Fragen an den Verleger und an den Autor zu stellen, die man mir vesprochen hat sie zu beantworten. Also macht alle mit und stellt Eure Fragen. Macht bitte alle mit, ok? 😀

  7. Weitere Inspirationen gibt es auch im Blog des Autoren.
    Einfach mal reinschauen: http://www.mind-steps.de

  8. Vielen Dank an den Verlag. Ich habe das Bild des Autoren mal damit verlinkt!

  9. Ist es nicht das was die Wirtschaft möchte? Jahrelang haben wir uns die Generation Burnout herangezüchtet. Und nun? Nun beschweren wir uns über die Nebenwirkungen die damit verbunden sind. Was hat man denn erwartet? Man bekommt ein schlechtes Gewissen gemacht, wenn man es wagt um 22 Uhr ins Bett zu gehen, und morgens um 7.00 Uhr noch nicht seinen E-Mail-Account abgerufen hat. Auf sein Handy nicht zu reagieren ist ein absolutes No-Go und wenn man kein Smartphone hat gilt man als antquiert.

    Aber wie entschleunigen, wenn alle anderen den Mist mitmachen? Gesellschaftlichen Erwartungen möchte man schließlich entsprechen. Und die Generation G8, die mit 17 an der Uni landet und sich durch einen überfrachteten Bachelor quält, hat gar keine Chance einmal kritisch über das bestehende System zu reflektieren. Der Mensch wird zur Maschine, nur das man ihm die Wartung verwährt.

    Den Humanismus können wir nun wohl endgültig zu Grabe tragen …

  10. Ich sage doch immer, dass der Mensch letztlich zur Maschine wird! 😉

  11. Ich war jetzt zwei Tage lang zur Schulung und damit für meine Kunden nicht erreichbar. Es ist für mich eine Frage des Anstandes und Respektes gegenüber dem Seminarleiter, dem Veranstalter – und schlussendlich auch gegenüber meinem Chef -, dass ich mich auf die Schulung konzentriere und nicht durch permanente Anrufe meiner Kunden aus dem Seminar gerissen werde und wesentliche Dinge nicht mitbekomme.

    Man muss seine Klientel auch erziehen. Das gilt für Weiterbildung und Privatleben. Früher gabe es weder FAx, Email noch Handys oder Smartphones. Wenn weg, dann weg. Und da haben wir auch eine blühende Wirtschaft zusammengebracht; vielleicht sogar noch besser – und überlegter – als heutzutage.

    mgg
    galaxykarl 😉

  12. Christa Kuczinski

    galaxykarl, ich bin ganz deiner Meinung, nur leider ist das vielen Arbeitnehmern nicht mehr möglich. Es wird inzwischen einfach vorausgesetzt, dass man jederzeit erreichbar ist.
    Wer sich weigert könnte durchaus als Drückeberger und als, nicht für die Ansprüche des Arbeitsplatzes (der Firma, …) geeignet, schon im Vorfeld disqualifiziert werden.

  13. Rückblickend ist meine gesamte Schulzeit davon durchdrungen, dazu gehören zu wollen. Mit 20 habe ich es schließlich aufgegeben und mein eigenes Ding gemacht. Fußball interessiert mich z.B. nur aus Marzipan … Irgendwann habe ich auch kapiert, dass ich es niemandem recht machen kann, manchmal nicht einmal mir selbst.

    Wir machen mit unserem Ladengeschäft im Sommer drei Wochen Betriebsferien. Das ist einzige Möglichkeit im Jahr, aus der 6-Tage Woche raus zu kommen. Obwohl wir das seit nun mehr 10 Jahren praktizieren, hören wir in den Wochen vor den Ferien sowohl von Kunden als auch von Vertretern immer wieder erstaunt „Das können sie sich leisten?“ In den ersten Jahren waren wir betroffen, fühlten uns „schuldig“, zumal zwei Mitbewerber 10m und 50m entfernt ihre Läden haben. Inzwischen antworten wir mit „Wir können es uns nicht leisten, 52 Wochen im Jahr durch zu arbeiten.“

    Und was ich seit ein paar Jahren auch mache: zum Abendessen (gegen 19:30 Uhr) und Sonntags in der Mittagszeit schalte ich das private Festnetztelefon aus. Es gibt da Kunden … Meine Handynummer hängt für Notfälle im Schaufenster. Interessanterweise wurde das in 10 Jahren gerade 2x genutzt, und das waren echte Notfälle.

    Die Kunden erziehen? Wir arbeiten daran. Die Konkurrenz allerdings auch. 😉

    Ich erwähnte hier vor 1 – 2 Wochen in einem anderen thread, dass ich nur noch eine Geschichte für einen Wettbewerb hätte, aber keine passende Buchempfehlung. Ich „fürchte“, die Geschichte würde genau hier rein passen, aber frühestens in 10 Tagen. Also falls jemand ein passendes Buch weiss …

    An den Autor/Verlag:
    In dem Artikel konnte ich für mich nicht Neues finden. Das Wissen hat sich in vielen Jahren angesammelt. Dennoch vielen Dank für die konzentrierte Zusammenfassung, was den Artikel für mich wichtig macht. Mit der Umsetzung des Wissens zu einer Lebensgestaltung, die einen dauerhaft gar nicht erst in die Nähe von Erschöpfung kommen lässt, hapert es selbstverständlich. Es führt mich zu dem Gedanken: Lebenskunst ist, wenn es mir gut geht, es mir gut gehen zu lassen, damit es mir auch weiterhin gut geht. Und hier nun die Frage: Welche Bedeutung messen Sie _religiösen_ Regeln und Riten als Entschleunigungstechniken bei (z.B. Nichtarbeitsgebot, Gebetsgebot)?

    herzlichen Gruß
    Martin (Ott)

    (email Signatur) „Ich bin die Konsequenz meiner Entscheidungen.“

  14. Nachtrag: unsere Kunden sind unser Arbeitgeber.

  15. Stellt doch hier mal konkrete Fragen an den Autor, damit der Verleger den auch dazu aufordert, dass der sich hier mal dazu äußert!

  16. > Martin Ott sagt:
    > Freitag 22. Juni 2012 um 20:55
    > …
    > An den Autor/Verlag:
    > …
    > Welche Bedeutung messen Sie _religiösen_ Regeln und Riten als Entschleunigungstechniken bei (z.B. Nichtarbeitsgebot, Gebetsgebot)?

  17. Die Arbeitgeber sind (in den meisten Fällen) ja nicht blöd und haben Augen im Kopf. Die können schon differenzieren zwischen Leistungsträgern und Drückebergern. Irgendwann NACH der Arbeitszeit das Handy abschalten, ist kein drücken vor der Arbeit.

    Da gibt es ganz andere „Signale“:
    – keine Arbeit liegen sehen
    – Kollegen nicht zur Seite springen, wenn sie sich mit etwas quälen
    – nicht die geringste Verantwortung übernehmen
    – unflexibel sein, was i.d.F. bedeuten soll, dass man auch vorgefasste Pläne und Termine den Wünschen und der Tageshektik anpassen können sollte … und dabei das Ziel nicht aus den Augen verlieren
    – an einen Kurzurlaub gleich ein paar „Kranktage“ anhängen … und das schön regelmäßig, nicht wenn man mal wirklich krank ist
    – Sprüche wie „das ist nícht mein Aufgabenbereich“
    – auch mal einfachere Aufgaben übernehmen, wenn der entsprechende Kollege ausgefallen ist (man bricht sich auch als Führungskraft nichts aus der Krone; außerdem kann man das als Chance nutzen, die Kollegen in anderen Abteilungen zu entlasten)
    … und dergleichen mehr

    mgg
    galaxykarl 😉

  18. Galaxy, hast du nicht ein paar konkrete Fragen an den Autor des Artikels?

  19. DIE GEWINNER LAUTEN: Dorothea Kapitzke, Britta Brüning, Grit Flickinger, André Moser und Dirk Jahrsau. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN UNSEREM SPONSOREN UND ALLEN TEILNEHMERN!

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