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GEH WEITER… – Eine Reflexion über die Beziehungslosigkeit von Bella C. Moremo

GEH WEITER…

Eine Reflexion über die Beziehungslosigkeit

von

Bella C. Moremo

Mir ist bereits im Vorfeld klar, was du sagen wirst, sind es doch die selben Worte die ich auch benutze. „Hallo, wie geht’s?“

Gut sage ich, beschissen liegt mir auf der Zunge.

Resigniert stelle ich die erwartete Gegenfrage: „Und dir?“

Die Antwort habe ich schon wieder vergessen, kaum das sie mich erreicht.

Meine Gedanken kreisen einzig um die Worte: geh weiter, geh weiter…

Aber natürlich, du tust es nicht.

„Was machst du so.“

Ich seufze leise auf, zu spät.

Was meinst du? Gestern, heute, morgen?

Ein Schulterzucken meinerseits.

Falsch, das war Falsch!

Ich erkenne, dass du dich gerade gemütlich einrichtest, in der Erwartung mir etwas von meiner kostbaren Zeit zu stehlen.

„Also, ich …“

Ich habe dich nicht verstanden, war gerade damit beschäftigt dem Käfer zuzusehen, wie er zielstrebig den Bordstein hinauf krabbelt. Er wenigstens hat es schafft, seinen Weg unbehelligt von dir fortzusetzen. Aber egal, rede ruhig weiter, ich höre dir interessiert zu.

Sieht mein Gesicht auch konzentriert aus? Dich kann ich ja leider nicht fragen…

Du stockst, wie, hast du schon gesagt was du sagen wolltest?

Dein Blick geht gen Himmel, meiner auch.

„Oh, die Sonne scheint.“

Gibt es vielleicht zwei gelbe Scheiben und ich habe die Zweite übersehen?

Vorsichtshalber nicke ich.

Du trippelst von einem Bein auf das andere.

Widerwillig verschlucke ich die Worte, die mir auf der Zunge liegen: Du brauchst Bewegung, spürst du es nicht?

Nein, tust du nicht. Schade!

Stattdessen spüre ich deinen anklagenden Blick auf mir ruhn. Wieso eigentlich? Habe ich dir nicht die ganze Zeit zugehört?

„Na ja, ich muss dann man los,“ sage ich um es voranzutreiben.

Du jedoch hast anscheinend nur das Los gehört und beginnst mir zu erzählen, was du so machst oder gemacht hast oder noch vor hast zu machen.

Meine Augen gehen auf der Suche nach Abwechselung auf Wanderschaft, während du einen Schritt zur Seite machst.

Ich habe mich getäuscht, der Käfer kam auch nicht unbehelligt davon.

Meine Geduld neigt sich dem Ende zu: „Sorry, aber jetzt muss ich wirklich los.“

Obwohl ich keine Uhr trage bin ich mir sicher, dass seit unserer Begegnung bereits mehrere Stunden vergangen sind.

Du zeigst Erbarmen und nickst verständnisvoll.

Klar, Verständnis, dass habe ich mir auch verdient. Oder doch nicht? Na egal.

Mit einem entschuldigenden Lächeln gehe ich weiter und denke flüchtig: Wie war doch gleich dein Name?

-Ende-

Copyright (c) 2012 by Bella C. Moremo

Bildrechte: Besinnliche Momente und Reflexionen” (Besinnlich-die-zweite.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Besinnliche Momente und Reflexionen” (BESINNLICHE MOMENTE-SUBCOVER-100-minus-100-0) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

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Jochen Mai , geb. 1968, ist Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsjournalist und Leiter des Ressorts Management + Erfolg bei der „WirtschaftsWoche“. Sein Blog und Jobportal wurde 2009 mit dem Lead-Award ausgezeichnet. Jochen Mai ist ein gefragter Redner, Diskussionsteilnehmer und Social-Media-Experte.

 

Daniel Rettig , geb.1981 in Köln, absolvierte die Kölner Journalistenschule und studierte parallel dazu Volkswirtschaft und Politik. Prakitka u. a. beim „Spiegel“, der „Financial Times Deutschland“ und der „WirtschaftsWoche“. Dort arbeitet der Diplom-Volkswirt seit 2008 als Redakteur im Ressort Management & Erfolg. In seinem Blog schreibt er über Psychologie im Beruf und Privatleben.

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10 Comments

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  1. Interessanter Beitrag. Auch den Buchtipp finde ich recht nett.

  2. Hallo Kai,

    bist du zufällig Fotograf?

    mgg
    galaxykarl

  3. Brauchst du ein Portraitfoto für deinen neuen Roman?

  4. Ich finde diese Geschichte ziemlich düster. Ist das wirklich so, dass man die lust an einem anderen Menschen so schnell verliert, den man vorher vielleicht mal mochte? Oder war das nie der Fall?

  5. Christa Kuczinski

    Corinna,

    ich denke, dass es hier gar nicht um jemanden geht den man vielleicht mal mochte, sondern eher auf typische Bekannte abzielt. Denn wenn man es mal genau nimmt, wie viele Personen sind wirklich Freunde und wie viele Leute sind einfach nur Bekannte, die man zwar „kennt“ aber mehr auch nicht?

  6. Erzähl das mal facebook! 😉

  7. Christa Kuczinski

    Kai, wäre kein Problem, einfach teilen 😉

  8. Abgesehen von kleinen Fehlern gefällt mir die Geschichte.
    Da es nur eine „Reflexion“ ist, kann ich nur 3,5 of 5 geben.

  9. Was heisst hier „nur“? Schliesslich bin ich die Herausgeberin der Anthologie dieser Reflexionen, die mir oft lieber sind als Standartgeschichten.

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