EISZEITSYMPHONIE – Supershortstory von Rüdiger Heins

Das Wasser des Aquariums ist durch der Kälte der Nacht gefroren. Der einsame Goldfisch hat im Becken gerade noch so viel Platz, dass er seine Flossen sanft bewegen kann. Benedikt geht in die Küche, um einen Kessel Wasser aufzustellen. Er will mit dem kochenden Wasser das Eis zum Schmelzen bringen, damit der Goldfisch wieder schwimmen kann. Dann ist da noch das Loch in der Küchentür. Onkel Franz hat es am Abend zuvor hineingetreten, um sich Eintritt zu verschaffen. Die hinter der Küchentür standen, seine Mutter, seine beiden Brüder und Benedikt, hatten Angst. Keiner sprach ein Wort, sie sahen sich nicht an, weil sie Angst davor hatten, einander ihre Angst zu zeigen.