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Literatur-Blog

Dört Graul vom Argument-Verlag im Fragebogen-Interview beim BuchMarkt-Magazin.

Heute wird der „andere“ Fragebogen von Dörte Graul (Foto) beantwortet, die im Argument Verlag mit Ariadne für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und den Vertrieb zuständig ist.

1. Welcher Tag war Ihr schönster in diesem Jahr?

Der schönste Tag war der 12. Juli! Unsere Verlags-Sommerpause stand vor der Tür und wir mussten noch schnell die 2. Auflage unseres Ariadne-Krimis Letzte Schicht von Dominique Manotti in Auftrag geben. Denn dieser brillant geschriebene Wirtschaftskrimi verkaufte sich so gut, dass die 1. Auflage schon nach 3 Monaten weg war.

2. Worüber haben Sie sich 2010 am meisten geärgert?

Über Vertreter der Presse, die mir auf meine Nachfrage, ob sie rezensieren, genervt und larmoyant von den übergroßen Bücherstapeln vor ihnen berichteten.

3. Was war 2010 Ihr schönster Erfolg?

Dass der Ariadne-Krimi von Dominique Manotti Letzte Schicht von Juni bis September auf der KrimiWelt-Bestenliste stand, ganze 4 Monate!

4. Und Ihr traurigster Misserfolg war…?

Dass ich keinen der großen Hamburger Kulturveranstalter überzeugen konnte, die französische Autorin Dominique Manotti zu einer Lesung in die Hansestadt einzuladen.

5. Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag in diesem Jahr?

Die schönste Buchhandlung in diesem Jahr war für mich die Bücherklause in Hamburg, die den Mut hatte, eines ihrer Schaufenster wochenlang mit nur einem einzigen Titel zu dekorieren: Freitags isst man Fisch, dem herrlich szenigen Debütkrimi von Bohnet Pleitgen.

6. Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?

Über Regiokrimis. Weil ich (über) gute Bücher lesen möchte und nicht über Marketing-Maschen.

7. Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?

Über die engagierten Buchhändlerinnen und Buchhändler, die durchhalten, die Literatur lieben und es jedes Jahr aufs Neue schaffen, ihren Kundinnen und Kunden eine individuelle Auswahl zu präsentieren.

Über unsere reisenden Vertreter, ganz besonders Gérard Scappini, dessen Enthusiasmus einfach mitreißend ist.

Über die fleißigen „Macher“ in den vielen kleinen Buchverlagen, die sich wacker im Haifischbecken unter den Großen behaupten und die jedes Jahr wieder idealistisch genug sind, ein anspruchsvolles Programm auf die Beine zu stellen.

Und, last but not least, über die vielen wundervollen Autorinnen und Autoren, die ihre Ideen, Träume und Geschichten zu Papier bringen und viele Leserinnen und Leser damit überglücklich und nachdenklich zugleich machen.

8. Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie im kommenden Jahr vermeiden?

Wichtige Ziele, die ich habe, zu früh aufzugeben.

9. Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?

Für tolle Debüt-Autorinnen zu kämpfen, obwohl das ökonomisch „zu wenig“ bringt!

10. Welches Buch hat Ihnen in diesem Jahr besonders viel Freude gemacht?

Malefizkrott von Christine Lehmann
. Weil da die Wahrheit über unsere Branche drinsteht und weil ich darin höchstpersönlich vorkomme!

11. Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr?

Wahrsagen kann ich leider nicht. Vielleicht Roter Glamour, der nächste Kriminalroman von Dominique Manotti, der im Frühling erscheinen wird? Oder das kunstvolle Debüt der österreichischen Autorin Anne Goldmann Das Leben ist schmutzig?

12. Von wem würden Sie auch gern mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?

Von Christine Lehmann, die gerade Malefizkrott, den hochbrisanten Krimi zur deutschen Literaturlandschaft geschrieben hat.

13. Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?

Wird es 2022 nur noch wenige große Verlage geben, die die kleinen nach und nach aufgekauft oder verdrängt haben?

14. Hier können Sie die auch beantworten…

Nein, im Gegenteil. 2022 wird es eine Art Gegenkultur geben: Kleine Buchverlage werden in den kommenden Jahren mehr und mehr Rückenwind bekommen. Idealistische Konsumenten werden den Markt komplett umkrempeln: Kleine Buchläden blühen auf und gedeihen. Es wird kulturelle Veranstaltungen und Lesungen allerorten geben, eine neue, von „unten“ organisierte Kulturszene wird sprießen.

© 2010/2011 by BuchMarkt Verlag

Die sfbasar.de-Redaktion dankt Frau Graul vom Argument Verlag und dem buchmarkt-Magazin für die Abdruckrechte!

Updated: 22. Januar 2011 — 17:52

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