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Literatur-Blog

BUCHREZENSION: Roberts, Aileen P. – Der Feenturm. Roman. – Besprechung von Petra Weddehage.

Aileen P. Roberts
Der Feenturm

Wilhelm Goldmann Verlag, München, 1. Auflage: 09/2012
TB
47711, Urban Fantasy, 978-3-442-47711-1, 638/1299
Umschlaggestaltung: von UNO Werbeagentur, München
Umschlagmotiv: © FinePic; Getty Images/Colin Anderson
Autorenfoto: Isabelle Grubert

http://www.splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/17116/der_feenturm

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Dana und Marita lernen während ihres Urlaubs in Schottland die Engländer Marc und Alec kennen. Sie beschließen, die Reise gemeinsam fortzusetzen. Schnell wird aus Marita und Alec ein Paar. Dana gibt sich gegenüber Marc distanziert, da sie schlechte Erfahrungen mit ihrem Ex-Freund Jens gemacht hat.

Eine Wette zwingt Dana dazu, eine Nacht in einer keltischen Ruine, dem „Feenturm“, zu verbringen. Dort begegnet ihr der Geist der keltischen Kriegerin Rionach. Diese bittet Dana, in die Vergangenheit zu reisen, um Rionachs Tod zu rächen und deren Familie zu beschützen. Erst zögert die junge Frau, kommt aber dann doch der Bitte der Erscheinung nach.

In der Vergangenheit findet sie in Drostan eine neue Liebe, die ihr aber schon bald durch den Tod entrissen wird. Ausgerechnet Ardan, Rionachs Witwer, ist es, der ihrer Trauer größtes Verständnis entgegenbringt und sie zur Kriegerin ausbildet, damit sie Drostans Tod rächen kann. Zudem hofft Dana, mit Hilfe der Waffen die Familie der Keltin zu beschützen.

Dann wäre da noch Rionachs Rachedurst: Sie verlangt, dass Dana den Druiden Domech tötet. Aber etwas ist seltsam an der ganzen Geschichte …

Die Autorin Aileen P. Roberts lebt mit ihrer Familie in Süddeutschland. 2009 erschien ihre Reihe Thondras Kinder, mit der sie große Aufmerksamkeit erregte. Wer mehr über die Schriftstellerin erfahren möchte, sollte ihre Homepage www.aileen-p-roberts.de besuchen.

Mit Feenturm hat sie das Rad jedoch nicht neu erfunden. Vielmehr reiht sie sich in die Gruppe Autorinnen ein, die bevorzugt Zeitreisen in die Ära der schmucken Highlander benutzen, um große Gefühle mit dem Flair einer vergangenen, romantisierten Epoche zu verknüpfen. Die „Tales of Partholon“ Reihe von P. C. Cast bietet ein ähnliches Ambiente. Dass Aileen P. Roberts deutlich phantasievollere und atmosphärisch dichtere Geschichten schreiben kann, beweist sie in ihrem Dreiteiler Weltennebel. Allerdings gibt es dort ähnlich angelegte Szenarien: In der Trilogie waren es zwei Archäologiestudenten, die von Irland aus in eine andere Dimension gelangten. Diesmal ist es eine Urlauberin, die in Schottland durch Zauberei die Zeiten wechselt.

Dana wird von drei Männern beeinflusst. Marc in der Gegenwart und Drostan sowie Ardan, Rionachs Witwer, in der Vergangenheit. Ihre Verbundenheit mit Ardan wird durch die Zuneigung zu seiner kleinen Tochter Mael noch gestärkt. Um zu erläutern, wieso Rionach ausgerechnet Dana wählt, um ihren Racheplan zu realisieren, wird flugs noch ein vorhersehbares Familiengeheimnis ausgegraben. Trotz der zahlreichen Klischees – wie beispielsweise die Tatsache, dass Danas Wurzeln woanders liegen, als gedacht, oder dass sie sich ausgerechnet in den Mann von Rionach verliebt – die bedient werden, überzeugen die Protagonisten in ihren jeweiligen Rollen.

Außerdem schafft es die Autorin durch vage Andeutungen, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint, einen Spannungsbogen aufzubauen, z. B. indem sie die Vergangenheit durch Dana anders beurteilt als Rionach. Diese ist nur auf Rache aus. Dem Leser dürfte allerdings schnell klar werden das auch hier einiges im Argen liegt.

Vor allem das Zusammenspiel mit dem Druiden Domech verläuft völlig überraschend. Gut und Böse können nicht eindeutig voneinander getrennt werden. Selbst Rionach sind nicht alle Umstände bekannt, die zu ihrem Tod geführt haben. Folglich gibt es reichlich Gelegenheit, die Story, mit allerlei Geheimnissen, die gelüftet werden müssen, und Prüfungen, die es zu bestehen gilt, zu bereichern.

In ihrer Rolle als keltische Seherin und Heilerin gelingt es Dana, dem harten Leben, das die meisten Menschen damals fristeten, zu entkommen. Erst als sie ihre Ausbildung als Kriegerin beginnt, wird sie in die tödlichen Kämpfe involviert. Schauerliche Kriegshandlungen werden allerdings nicht erzählt, sondern die wenigen Gefechte auf ein notwendiges Minimum beschränkt.

Die Autorin schafft es, alle losen Fäden der Geschichte, in Gegenwart und Vergangenheit, aufzunehmen und zu einem großen Ganzen zu verweben. Dies wirkt leider sehr gezwungen. Vielleicht wäre es sinniger gewesen den Band zu splitten und als Zweiteiler herauszubringen. So hätte der Leser Gelegenheit erhalten die Interaktion der verschiedenen Beziehungskonstellationen und Verbindungen der Protagonisten untereinander besser zu verstehen. So wirkt die Handlung gehetzt und das Verständnis für das Zusammenspiel einiger Figuren gerät zuweilen sehr gezwungen. Alles in allem, liefert Aileen P. Roberts ein akzeptables Werk, für romantische Seelen. Dabei lässt sie sich ein Hintertürchen offen, um eventuell später noch einmal auf ihre Figuren zurückgreifen zu können. Romantischen Leserinnen wird die Geschichte bestimmt gut gefallen. Leider ist das Thema nicht neu belebt worden, so dass sich die Story und ihre Protagonisten nur allzu vorhersehbar entwickeln. Wer sich auf ein paar angenehme Mußestunden freut und keine zu hohen Ansprüche stellt, wird diesen Band bestimmt gerne zur Hand nehmen.

Der Feenturm vereint alles, was romantische Leserinnen mögen. Es gibt magische Zeitreisen mit dem Flair der Highlands, gutgebaute Männer, Intrigen und eine Liebe, die über die Zeiten hinweg besteht. Leider gerät die Handlung sehr vorhersehbar und dümpelt im Fahrwasser der muskelbepackten Krieger diverser Liebesromane.

Wer anspruchsvollere Kost erwartet, sollte sich der Weltennebel-Trilogie der Autorin zuwenden.

Copyright © 2012 by Petra Weddehage (PW)

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Updated: 31. Oktober 2012 — 17:20

4 Comments

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  1. Da es bei der vorherigen Rezension von Irene Salzmann zu diesem Titel einige Diskussionen gab, habe ich versucht, eine weitere zu besorgen. Ich befürchte aber, dass auch diese Besprechung nicht so ganz die Autorin und einige Community-Autoren zufrieden stellen wird. Was meint Ihr?

  2. Ich bedanke mich noch recht herzlich bei der Rezensentin und splashbooks.de für die Überlassung der Rezension.

  3. Nun, ich glaube, eine Rezension ist erst mal nicht dazu gedacht, irgendwen „zufrieden zu stellen“ *zwinker*

    Aber ich weiß nicht, ob ein glühender Fan des Genres nicht vielleicht generell anders ans Buch rangeht und liest. Vielleicht würden dann Dinge, die hier kritisiert werden, dort positiv, weil erwünscht, bezeichnet.

    Mir gehts ganz oft so, dass ich Bücher toll finde, in der Story versinke, wo andre sagen würden, oh Gott, wie kitschig, wie schwülstig oder auch: zu blutig, zu krass…. Wie mans mag grad 😉

    Etwas so persönliches, wie eine Rezension, kann meines Erachtens nie für sich allein stehen, um wirklich allzu viel auszusagen. Eher sehe ich darin entweder einen Anreiz, erst recht mich auf die Geschichte, bzw. das Buch, einzulassen oder eben nicht und ich warte noch auf andre Meinungen…

    Hier in dem Fall bleib ich dabei, ich möchts irgendwann lesen, weil mich die Leseproben sehr angesprochen haben.

    Liebe Grüße
    Bine

  4. Ich bin auch nicht der Meinung, dass Rezensionen zufrieden stellen müssen – weder mich noch sonst jemanden.
    Ausserdem hat Irene Salzmann da etwas sehr Richtiges gesagt: Gibt 100 Lehrern einen Aufsatz und du wirst alles von 1-6 erhalten!
    Genauso ist es mit Büchern. Ich habe schon eine ganze Reihe von Leserbriefen bekommen oder Rezis von Lesern gesehen, die total begeistert waren. Anderen gefiel es gar nicht oder sie fanden es mittelmäßig – das ist völlig normal.
    Schaut mal auf meiner Website, auf Lovely Books, Amazon und diversen Portalen, da gibt es genügend Auswahl von 1-5 Sternen
    Und die Rezi von Petra Wedderhage ist doch sehr gut geschrieben. (Mal abgesehen von dem Spoiler mit Drostans Tod 🙁 ) Sie sagt, was ihr persönlich nicht gefällt und hebt auch das hervor, was sie als gelungen empfindet. Die Weltennebel-Triologie hat ihr besser gefallen – das ist doch schön! Der Tonfall ist weder verletzend noch unfair … also mit so etwas kann ich gut leben 😉
    Nur bei Weltennebel hat auch sie sich geirrt. Es sind keine zwei Archäologiestudenten sondern ein BWL-Student, der in eine Parallelwelt von Schottland reist. Und mit Zeitreise hat das rein gar nichts zu tun …
    Und was die gut gebauten Highlander angeht 😉 Ich glaube nicht, dass ich die körperlichen Merkmale besonders hervorgehoben habe (zumindest nicht so, wie sie manchmal auf äußerst kitschigen Buchcovern prangen 😉 ), aber einen Krieger, Steinmetz oder auch nur Bauern dieser Zeit als schmächtigen Bürohengst darzustellen wäre einfach lächerlich gewesen. Denkt nur an die Brochs die sie erbaut haben, oder die Steinwälle, die noch immer die Highlands durchziehen. Habt ihr jemals versucht, einen davon anzuheben? Ich schon – und am Bau eines Brochs wäre ich kläglich gescheitert (obwohl ich kein Bürohengst … äh Stute bin 😉 ) Also, auch wenn es wenig historisch Belegtes über die Keltenzeit gibt. Muskeln hatten die Jungs garantiert!

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