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Literatur-Blog

AUTORENWERKSTATT: Ann-Kathrin Karschnick arbeitet an einem neuen Fantasy-Roman…

Werkstattbericht zu meinem neuen Fantasyroman

Einleitung

Mein Name ist Ann-Kathrin Karschnick und ich möchte euch in den folgenden Zeilen ein wenig über die tägliche Arbeit einer Autorin berichten. Begleitet mich bei meinem derzeitigen Werk.

Der Roman, dessen Titel ich noch nicht bekannt geben möchte, wird ein 6-bändiger Fantasy-Zyklus.

Alles begann vor etwa einem Jahr, als ich die Idee zu dieser Saga entwickelt. Damals noch in ganz groben Zügen. Ich begann den ersten Band zu schreiben. Nach drei Monaten war es geschafft. Doch dann begann die Arbeit erst. Die große Überarbeitung.

Februar

Endlich, nur noch 150 Seiten zu überarbeiten. Seit Anfang Dezember sitze ich an den 430 Seiten. Die ersten Zeilen versuchte ich noch auf meinem Netbook zu korrigieren, aber ich merkte schnell, dass ich so nicht alle Fehler fand. Also hieß es mit 430 Seiten und einem Aktenordner morgens in die Bahn.

Mir sitzt niemand im Nacken, außer meinem eigenen, kleinen Schweinehund. Ich setze mir Seitenziele. Und tatsächlich: Ende Februar der erste Erfolg. Nur noch zwanzig Seiten blieben mir.

März

Ich mache mich auf die Suche nach Beta-Lesern. Mein Plan ist es, fünf verschiedene Typen von Lesern zu finden.

1.    Jemand, der sich auf Kommata versteht.
2.    Jemand, der auf Logikfehler achtet.
3.   Jemand, der falsche Bilder/Phrasen und Satzstellungen aufdeckt.
4.    Jemand, der Rechtschreibfehler findet.
5.    Jemand, der mir jeden Blödsinn ankreidet, den ich da verzapfe.

Schon seit einer Weile bin ich mit einer jungen Frau im Kontakt, die keine Scheu hat, mir die Meinung über meine bisherigen Werke zu sagen. Vielleicht kann ich sie ja überzeugen… Eine Email später kommt die begeisterte Zusage. Also ist die 5 abgehakt. Die junge Frau stelle auch sofort den Kontakt zu einer Buchhändlerin her, die ein „Komma-Fetischist“ ist.  Somit habe ich auch die 1 erledigt.

Seit Anfang des Jahres bin ich Mitglied im Tintenzirkel, einem Forum speziell für Fantasy-Autoren. Dort finde ich ziemlich schnell die Nummern 2, 3 und 4. Betaleser erhalten ihre Version.

Ich habe Zeit.

Endlich! Der detaillierte Plot für den ersten Band kam mir beim schreiben. Noch kein Problem, er ist die Grundlage. Aber jetzt muss der Plot für den zweiten Band her. So vieles zu beachten, so vieles einzuflechten. Und dann auch noch darauf achten, dass die versteckten Hinweise auch wirklich versteckt bleiben. Puh, gar nicht so einfach. Nach einer Woche endlich steht der Plot. Alle Figuren stehen, alle Handlungsstränge sind miteinander verflochten, alle Völker … Nanu, wer versteckt sich denn da unter dem Papier?

Ein Volk hat noch keinen Namen und ist auch noch gar nicht ausgearbeitet. So geht das aber nicht.

Mittagspause: Mein Kollege, der die gesamte Handlung inzwischen genauso gut kennt wie ich, muss herhalten. Wir diskutieren eine Stunde lang über das Volk und haben am Ende einen Namen, eine Größe und eine Lebensdauer. Wunderbar. Für den Anfang reicht´s.

Ich gönne mir ein paar Tage Ruhe. Lasse die Magie des zweiten Bandes auf mich wirken. Je länger ich warte, desto hibbeliger werden meine Finger. Sie wollen endlich die Geschichte weitererzählen.

April

Anfang des Monats:
Ziel für diesen Monat steht fest: 30.000 Wörter. Minimum. Jeden Tag knapp 1.000 Wörter. Da ich wochentags nach Hamburg pendele, bleibt mir für jede Strecke eine Stunde, in der ich schreiben kann. Eee-PC rausholen, Sitzplatz in der S-Bahn suchen, schon geht’s los. Es ist jeden Tag dasselbe. Man sitzt mit einem kleinen PC in der Bahn und wird angestarrt. Manchmal hört man Kommentare wie: „Noch so eine Chatsüchtige“ oder „Müssen die immer einen Sitzplatz wegnehmen?“ Die wenigsten kommen auf die Idee, dass ich gerade ein Buch schreibe, was gerade Pendlern in einem Jahr die Bahnfahrt verkürzen wird.

Am ersten Tag schreibe ich etwa 1.000 Wörter. Das ist im Ziel. So geht es weiter. Nun sind die ersten acht Tage herum, konsequent jeden Tag geschrieben. Aktuell sind es 8599 Wörter und zweieinhalb Kapitel. Gut im Schnitt. Jetzt heißt es Daumen drücken und hoffen, dass nichts dazwischen kommt…

(wird fortgesetzt!)

Alle Bücher von Ann-Kathrin Karschnick bei Booklooker.de

Updated: 10. April 2010 — 14:31

16 Comments

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  1. Wenn ich das so lese, bedaure ich fast, dass ich selbst nicht mehr pendeln muss. Wenn ich daran denke, wieviel Zeit ich früher auf dem Weg von und zur Arbeit damit verbracht habe, könnte ich – hätte ich damals schon geschrieben – vermutlich eine eigene kleine Bibliothek füllen. Nein, Spaß beiseite. Ich lese gerade ein Buch von dir (und bin restlos begeistert) und wollte dir nur mitteilen, dass du einen neuen Fan hast.

    Viele Grüße
    Ati

  2. Ati, ich hoffe, du machst für unsere Seite buchrezicenter.de ein kleine Buchkritik darüber? Oder war das jetzt zu überfallartig und hat dir einen Schrecken eingejagt?

  3. Nein überhaupt nicht. Ich stelle die Kritik gerne da rein. Kann dass denn jeder Otto-Normal-Verbraucher?

  4. Wobei – nachträglich angemerkt – viel Kritik wird da nicht rüberkommen. Ich finde das Buch von Ann-Kathrin klasse!

  5. Na dann mach ne Lob-Rezension, noch besser, sende die Rezi bitte an den Werner, der ist der Redakteur beim Buchrezicenter, ok?

  6. Hi Ati,

    vielen Dank. Das freut mich doch. 🙂
    Ja, pendeln ist für mich ein Segen. Ich bin 1,5 Jahre mit dem Auto gefahren und habe mich jeden Tag geärgert, dass ich nicht zum Schreiben kam. Bis ich eine recht gute Bahnverbindung gefunden habe. Dank der, schaffe ich pro Tag mindestens 1000 Wörter. *g* Man kommt doch gut voran.

    Liebe Grüße,
    Ann-Kathrin

  7. Hallo zusammen,

    …und plötzlich hat es ZOOOM gemacht. Kann das mit der Bahn nachfühlen und ebenso vermissen. Hatte mal ein halbes Jahr gependelt, 1h rauf, 1h runter. Hab da in wenigen Wochen 80 Seiten meines Romans „Die Kolonisten“ (leider noch unverlegt) geschrieben. Mit der Hand! Jetzt muss ich mir jede Stunde Ruhe zum Schreiben „erkämpfen“.

    mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl

  8. Noch was,

    guckt mal auf die Uhrzeit: Sogar Kommentare und emails checke ich, bevor ich zur Arbeit fahre.

    Muss jetzt weg, im Büro wartet der Kaffee
    galaxykarl

  9. Die Zeit stimmt ja garnicht, da die Bloggersoftware eine falsche Uhrzeit angibt!

  10. Wer is hier nu die Korinthe?

    Jou, hab ich gecheckt, iss statt 5:21 eben 6:21 gewesen. Der Sachverhalt stimmt aber (…vor der Arbeit).

    galaxykarl 😀

  11. Bin mal auf das Endprodukt gespannt. 🙂

    @Zeitzone
    Habe die heute umgestellt, hatte vergessen die Software entsprechend zu konfigurieren. Sorry.

  12. Jou, Tasyal lebt noch.

    schön, mal wieder was von dir zu hören, Taysal. Wir hatten schon befürchtet, du wärst nach Alpha Centauri umgezogen. Schöner Planet, aber halt so weit weg.

    Mach mir doch bitte einen neuen Zugang zum filmrezicenter, kann dich da mit meinen Rezis entlasten.

    Grüße nach Alpha Ceutauri von…
    galaxykarl ;-D

  13. Galaxykarl: du bist falsch informiert! Alpha Centauri is nix mit schönen Planeten, alles unbrauchbar dort für Menschen! Nichtmal ein Besuch dorthin lohnt sich!

  14. Ach menno…

    und wer zahlt mir jetzt mein Storno-TUI-Ticket nach Alpha Centauri? Und Sigma Draconis ist doch um diese Jahreszeit völlig überlaufen. Die Scheiß Klingonen hocken aber auch an jedem Strand und fressen ihr Gack (oder wie das genau heißt).

    Hat noch jemand eine Mitflug-Gelegenheit nach Beteigeuze? Soll auch ganz nett sein…

    Gruß
    galaxykarl 😉

  15. Hey Taysal,

    wenn du die Zeit umstellen kannst, dann… bist du doch vielleicht verwandt mit H.G.Wells? Der konnte in der Zeit reisen (lassen).

    Muss jetzt weg, mein Time-Taxi ist gerade vorgefahren. Ich fahr jetzt nach Alpha Centauri, bevor die Klingonen wieder ihrer Handtücher überall hinlegen.

    Hihihi,
    gruß galaxykarl

  16. Was willst du da? Du wirst dort nichts finden, mit dem Menschen was anfangen können!

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