sfbasar.de

Literatur-Blog

WIR SIND DIE GUTEN! – Science Fiction-Kriminalgeschichte (Teil 9) von Detlef Hedderich und Marianna Müller

WIR SIND DIE GUTEN!

Science Fiction-Kriminalgeschichte (Teil 9)

von Detlef Hedderich und Marianna Müller

Zurück zu Teil 8

9.0

Nun lasse ich den Nebelwald hinter mir und betrete den riesigen Dschungel der Tiefebene. Mein Rechner erklärt mir, dass in diesem Regenwald im Jahr fast drei Meter Niederschlag auf die Erde prasseln. Und man würde hier über eine Millionen verschiedener Tier- und Pflanzenarten finden. Schließlich bleibe ich stehen und schaue mich um: Jetzt bin ich definitiv im Regenwald. Das erkennt man an den hohen Bäumen. Mein Handrechner spricht von einer Höhe von fast 25 Metern. Außerdem ist es hier unten viel, viel schwüler und deshalb ziehe ich einiges von dem, was noch immer nass an meinem Körper klebt, aus und habe nun nur noch den Overall an, unter dem ich nun komplett nackt bin. Ich befinde mich in einem Bachbett und hoffe, dass mich der Bach weiter in die Zivilisation führen wird. In der Regenzeit, erklärt mir mein Schlauberger-Rechner, wäre mein Bachbett ein reißender Fluss. Im Moment aber kann ich ihn als Weg benutzen. Ich erreiche eine Gabelung an der zwei Bäche zusammenfließen. Aber man sollte immer dem Wasser bergab folgen, was ich auch mache.

Die Anzahl der Tierarten hier ist unheimlich hoch, wie wir gehört haben. 1,4 Millionen kennt mein Rechner bereits. Aber wahrscheinlich sind es viel mehr. Als ich einen umgekippten Baum sichte, finde ich eine dicke fette Raupe, laut Scann und meinem Handrechner ein sogenannter Palmrüssler.

Das sind die wohl größten Raupen, die ich je in meinem Leben in Life gesehen habe. Ich finde noch eine zweite und sammle sie auf. Auf diesem modernden Baumstamm scheint es ihnen richtig gut zu gefallen. Mein Rechner erklärt mir, dass sie sich von dem weichen fauligen Holz im Inneren des Stamms ernähren. Sie sind echt riesig! Mein Rechner erklärt mir, das diese Raupen essbar sind und reich an wertvollen Proteinen. Er behauptet, dass man sie einfach am Stück essen kann. Als ich eine der beiden fester packe um sie in den Mund zu schieben und ein Stück abzubeißen, fängt diese sich an zu winden. Ich muss meinen Ekel überwinden. Wie das geht habe ich bei der Armee und bei der ERK gelernt. Doch leicht fällt es mir nicht. Ich beiße in das Tier hinein und reiße ihm den Kopf ab, den ich nun wirklich nicht essen mag und spucke ihn auf den Waldboden. Danach beiße ich ein Stück des verbleibenden Teils der Raupe ab um ihn zu vertilgen. Aber ich kann diesen angeblichen Leckerbissen nicht würdigen und verspeise den Rest nur noch, damit das arme Tier nicht umsonst sterben musste. Schrecklich! Mein Rechner kann diese Delikatesse behalten und hat Glück, dass dieser nicht in der Lage ist, die Leckerei zu vermampfen, sonst hätte ich ihn dazu gezwungen, sie zu goutieren. Aber am Ende hätte sie einem Wesen aus Metall noch hervorragend gemundet. Verrückte Welt.

Palmrüssler
Rhynchophorus ferrugineus
ist ein Käfer aus der Familie der Rüsselkäfer, Unterfamilie Dryophthorinae. Ursprünglich aus Asien stammend, verbreitete er sich in nur wenigen Jahren fast weltweit, unter anderem auch im Mittelmeerraum und bedroht hier sämtliche Bestände von Palmen. Seine Larve ist bekannt als Sagowurm und wird lokal als Nahrungsmittel und wichtiger Eiweißlieferant genutzt.

Die Larven, die Sagowürmer genannt werden, haben einen cremefarbenen, prallen Körper mit feingezahnten Querrillen und einen kleinen, hartschaligen und kastanienbraunen Kopf. Bei näherer Betrachtung sind am Körper feine Härchen zu erkennen.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rhynchophorus_ferrugineus

Übermittler: „Schon mal einen Snuff-Holofilm gesehen?“

Investor: „Nein. (Pause) Sie etwa?“

Übermittler: „Nein. Würden Sie?“

Investor: „Nein! Würde ich nicht!“

Übermittler: „Es ist so: Der Betrachter ist ein Teil der Produktionskette. Sobald sie sich so was ansehen oder käuflich erwerben, machen sie sich des Mordes schuldig. Und das ist VPS-Recht, das heißt, überall wo die VPS vertreten oder anwesend ist, in welcher Form und Konstellation auch immer, gilt dieses Recht. Und zwar in der gesamten Milchstrasse, bzw. dem von Menschen besiedelten Gebiet. Und was das heißt, wissen wir: ab in die Tiefgefriergruft der VPS. Und zwar lebenslänglich, ausser die VPS kann sie irgendwo einsetzen oder ihre Fähigkeiten oder Fertigkeiten gebrauchen, dann dürfen sie für den Zeitraum der Nutzung am Leben sein. Anschliessend geht es wieder in die Kälte. Bis ans Lebensende, wenn man Pech hat.“

Investor: „Kennen Sie jemand, der so was angesehen hat?“

Übermittler: „Ja, allerdings. Er hat hinterher gesagt: Die Kleine hätte heulend in die Kamera gesehen als ihr der Kopf abgeschlagen wurde.“

Investor: „Oh Gott.“

Übermittler: „Sie war erst süße 14 Jahre alt!

Investor: „Ach du Scheiße.“

Übermittler: „Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal was spritzen oder einwerfen!“

Investor: „Ich nehme keine Drogen!“

Übermittler: „Freut mich zu hören. (Pause) Denn was jetzt folgt, liegt hoffentlich außerhalb dessen, was Sie sich auch nur vorstellen können. Sie schickten anschließend jemanden da rein, der sich über den kopflosen und blutleeren Körper des jungen Mädchens hermachte und dafür richtig viel Kohle hinblätterte. Eigentlich noch ein Kind, welches, das darf man nicht vergessen, wegen seiner Jugend und Schönheit und seiner Unschuld ausgewählt wurde. Und für all das hat dieser Typ soviel Geld bezahlt, dass man sich dafür ein richtig nettes Anwesen auf Wagis hätte leisten könnte. (Pause) Also, was denken Sie kostet das, so grob geschätzt?“

Als Snuff-Film, kurz Snuff (englisch umgangssprachlich to snuff someone out = jemanden auslöschen), wird die filmische Aufzeichnung eines Mordes bezeichnet, der zur Unterhaltung des Zuschauers begangen wurde.

Es gibt keinen Nachweis, dass ein solcher Film je real veröffentlicht wurde. Der reale Snuff-Film gehört daher zu den modernen Sagen. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Snuff-Film

9.5

Ich überwinde mich schließlich, da ich weiß, dass ich was in den Magen bekommen muss, um nicht vor Erschöpfung umzufallen und futtere auch die zweite Raupe, nachdem ich ihr den Kopf abgebissen habe. Dann sauge ich an dem Rest und habe plötzlich den Mund voller Glibber. Diese Taktik hat also keine Vorteile gebracht und macht die Sache nur noch schlimmer. Es fühlt sich an, wie Frischkäse mit knusprigen Knorpelstückchen. Und so was mag ich schon im Original nicht. Aber dieser Glibber ist so reich an Proteinen, das ich den Rest auch noch runterwürge. Als ich meine Mahlzeit beendet habe, erklärt mir mein Handgelenkrechner, dass es hier mit Sicherheit viele andere Tiere gibt, die mir deutlich besser schmecken dürften. Na bravo, das sagt er mir jetzt, nachdem ich beinahe gekotzt hätte. Ich muss mich zügeln, dass ich den Rechner nicht in einem der Pfützen im Bachlauf ertränke. Aber wie ich mein Glück kenne, ist das Teil auch noch wasserdicht, oder schlimmer: komme ich bestimmt in Situationen, in denen mein Leben von diesem Schlaubergeteil abhängt. Schließlich warte ich weiter durch das Wasser des Bachlaufs.

Es nieselt wieder. Eine gute Gelegenheit um zu fischen. Der Regen lenkt die Fische ab, so dass ich näher an sie herankomme. Doch zuerst einmal brauche ich eine Waffe. Beim Laufen habe ich Ausschau gehalten nach einem Stück Holz für einen Bogen. Ich finde ein Stück von schwarzer Farbe, dass mein Handrechner als Teil einer Pfirsichpalme identifiziert. Dieses Teil scheint mir ideal, denn es splittert nur in Längsrichtung. Ich reiße die Holzplanke von den Schlingpflanzen, die sie am Boden hält. Dann packe ich mein Messer aus und mit Hilfe meines Schlauberger-Rechners beginne ich die Holzplanke zu bearbeiten. Der Bogen, den ich mir schnitze, soll speziell zum Fischen sein. Man kann mit einem solchen Bogen sehr gut schnelle Fische in seichten Gewässern schießen.

Ich schaue mein Ergebnis an. Das Holz war perfekt. Ich habe nur 15 Minuten gebraucht um es auf die richtige Länge zu bringen. Ich muss nun noch an jedem Ende eine Kerbe machen, an der ich die Sehne befestigen kann. Mein Rechner erklärt mir, dass hier im Dschungel an mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einige Jambiira-Palmen zu finden sein werden, eine Art Zitronenbaum-Gewächs. Ich lasse mir einige Bilder davon zeigen und mache mich auf die Suche.

Die Jugendstadien des Palmrüsslers sind an Palmen gebunden. Das Weibchen legt seine bis zu 300 Eier einzeln oder in kleinen Gelegen in Spalten oder selbst ausgefressenen Hohlräumen in der Palme ab. Nach 2 bis 5 Tagen schlüpfen die Larven. Sie fressen sich durch das Gewebe, bis in den Wachstumskegel an der Stammspitze im Bereich des Blattansatzes. Andere Teile der Pflanze, z.B. Blätter, faserige oder verholzte Stammabschnitte, werden nicht dauerhaft befallen. Das Larvenstadium dauert ein bis drei Monate; die Larve häutet sich dabei sieben bis zwölfmal. Anschließend verpuppt sie sich in einer langgestreckt ovalen und aus Pflanzenfasern bestehenden Puppenkammer. Nach 14 bis 21 Tagen Puppenruhe schlüpfen dann die adulten Käfer (Imagines). Sie sind beinahe ganzjährig anzutreffen, in den gemäßigten Breiten verbleiben sie allerdings oft bis zum Frühjahr in der Puppenkammer.

Der Befall ist in den frühen Stadien äußerlich nicht erkennbar. Sobald Symptome zu sehen sind, ist der Baum in der Regel bereits rettungslos verloren. Zum Ende eines Befalls sterben die Blattwedel ab, der vollkommen aufgebrauchte und zerstörte Wachstumskegel kann keine neuen Blätter mehr ausbilden.

Eine Vielzahl verschiedener Palmenarten werden befallen, darunter auch die ökonomisch bedeutenden Kokospalmen, Sagopalmen, Echte Dattelpalmen und Silber-Dattelpalmen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rhynchophorus_ferrugineus

Investor: „Scheiße, was für eine perverse verkommen Welt ist das, in der wir leben?“

Übermittler: „Hhmm.“

Investor: „Gott.“

Übermittler: „Der Punkt ist, Oberst, dass Sie immer noch denken, dass es Dinge gibt, zu welchen diese Leute nicht fähig wären. Da irren Sie sich! (Pause) (Der Übermittler zieht seinen Barzahlungsring über den Tisch, nimmt seinen Hut und meint im Aufstehen): “Oberst, ich weiß nicht was sie tun sollen. Aber das liegt jetzt auch nicht mehr in Ihrer Hand.“

Investor: „Was machen Sie?“

Übermittler: „Dass dieser Tag kommen würde, wusste ich seit langem. (Pause) Bereue ich meine Taten? Das wäre selbstgefällig. Ich hätte längst von Bord gehen müssen und habe es nicht getan.“

Investor: „Und was passiert als nächstes?“

Übermittler: „Ich suche mir einen netten und ruhigen Planeten in einem weit entfernten System und denke über alles nach. Ich würde Ihnen das Selbe raten aber ich weiß, Sie tun es nicht. Wenn Sie meinen, Oberst, Sie könnten in dieser speziellen Welt leben, in der nicht nur die Verbrecher, sondern auch die Polizisten käuflich und korrupt sind, ohne ein Teil davon zu sein, dann liegen Sie völlig falsch. Es geht auch nicht darum, ob sie untergehen, Oberst, sondern was und wen Sie alles mit sich reißen auf dem Weg nach unten. Denken Sie mal darüber nach.“

Dann klopft er dem nachdenklich dreinschauenden Investor auf die Schulter und verlässt den Ort.

Bezahlungsringe
Die Träger des Kerv-Rings können mit nur einer einzigen Geste sofortige kontaktlose Zahlungen von bis zu 30 £ erledigen − keine Karten, PINs oder gekoppelte Smartphones erforderlich. Überall auf der Welt, wo kontaktlose Zahlungen akzeptiert werden, ist Kerv stets „zur Hand“, und es erübrigt sich, Brieftaschen, Geldbörsen, Bargeld oder Karten bei sich zu tragen − ideal für alle, die einen aktiven Lebensstil lieben. Der Kerv-Ring braucht nie geladen und auch nicht mit einem Smartphone gekoppelt zu werden, um zu funktionieren. Quelle: http://www.prnewswire.com/news-releases/erster-ring-fur-kontaktlose-bezahlung–ausschreibungseroffnung-auf-kickstarter-529011881.html

(Weiter zu Teil 10)

Copyright © 2016 by Detlef Hedderich und Marianna Müller

Bildrechte: DIE FRÜHEN FÄLLE DER MILENA HIMIKO KOMORE” (milena-antho-cover.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

Bildrechte: “Eingangsgrafik” (wir sind die guten.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Summe über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Buchtipp der Autoren:

Regenwald (Gebunden)
von Theiss, Konrad

Medium:  Buch
Seiten:  272
Format:  Gebunden
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  März 2015
Sonstiges:  mit Schutzumschlag
Verlag: Theiss, Konrad
Maße:  294 x 165 mm
Gewicht:  1850 g
ISBN-10:  3806227993
ISBN-13:  9783806227994

 

Regenwald
Beschreibung
„Regenwald“ ist mehr als romantische Abgeschiedenheit oder üppige, immergrüne, tropische Umgebung. Mit spektakulären Bildern und durch die einzigartige Vernetzung von Naturwissenschaften und Völkerkunde ermöglicht der vorliegende Band einmalige Einblicke in einen faszinierenden Lebensraum. „Regenwald“ bedeutet mehr als romantische Abgeschiedenheit oder üppige, immergrüne, tropische Umgebung. Menschen, Tiere, Pflanzen haben ihre Lebensweise an die Bedingungen in den Regenwäldern erfindungsreich angepasst.

Mit spektakulären Bildern und durch die einzigartige Vernetzung von Naturwissenschaften und Völkerkunde ermöglicht der vorliegende Band einmalige Einblicke in einen faszinierenden Lebensraum. Staunen Sie über packende Pflanzen- und Tierwelten und folgen Sie den Überlebensstrategien verschiedener Völker rund um den Globus.

Lernen Sie den Regenwald als Ökosystem kennen und erforschen diesen besonderen Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen. Erleben Sie ein Regenwald-Abenteuer und bilden Sie sich selbst eine Meinung über die Zukunftsperspektive der Regenwälder zwischen Verschwinden und Rettung.

Kritik
„Der großformatige Band ist ansprechend bebildert und enthält gut lesbare Beiträge von Ethnologen, Biologen, Zoologen, Ökologen, Forst- und Klimawissenschaftlern.“ sprektrum

Autor
Prof. Christian Feest leitete das Museum für Völkerkunde in Wien und lehrte an der Universität Wien. Er ist Herausgeber des Review of Native American Studies.

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei Libri.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

 

1 Comment

Add a Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

sfbasar.de © 2016 Frontier Theme