sfbasar.de

Literatur-Blog

WIR SIND DIE GUTEN! – Science Fiction-Kriminalgeschichte (Teil 7) von Detlef Hedderich und Marianna Müller

WIR SIND DIE GUTEN!

Science Fiction-Kriminalgeschichte (Teil 7)

von Detlef Hedderich und Marianna Müller

Zurück zu Teil 6

7.0

Mein Magen fängt so langsam an zu knurren und ich habe meine Energieriegel bereits alle verzerrt. Ich habe gelernt, dass man im Wald immer was zu Essen findet. Als ich mich umblicke, sehe ich wie auf Bestellung eine wild wachsende Orchideenart. Laut meinem Handrechner kann man sie leicht erkennen, denn sie ist Gelb und hat braune Punkte. Das tolle an ihr ist, dass sie nicht nur schön ausschaut, sondern, dass man sie auch essen kann! Also mampfe ich meinen Hunger mittels der gelben Blüten hinfort.

Es gibt laut meinem Handrechner tausende von Pflanzen im Nebelwald. Und wenn man sich hier auskennt, so wie mein elektronisches Helferlein, muss man keinen Hunger leiden. Als ich mich weiter umschaue, entdecke ich einige Blüten, die mein Handrechner als Begonien identifiziert, die ebenfalls essbar sind. Man erkennt sie an ihren fleischigen roten Blüten und ihren versetzt angeordneten, ungleichen Blätter. Die Blüten schmecken hervorragend, ziemlich süß und nach mehr. Laut meinem Helferlein enthalten sie viel Glukose. Die Blätter schmecken eher sauer und liefern angeblich viele Vitamine und Mineralstoffe. Im Nebelwald hilft dir jeder Bissen. Doch nicht alles ist essbar.

Ich erblicke einen interessant aussehenden Baum und scanne ihn. Mein Rechner erklärt mir, dass sich die Natur darauf auf besondere Weise organisiert hat: Man kann zum Beispiel schnell daran vorbeilaufen ohne zu bemerken, dass auf dem Stamm Hunderte von Raupen sitzen. Man sieht dabei alle Entwicklungsstadien. Die Raupen und die Kokons bis zu dem Zeitpunkt an dem die Schmetterlinge schlüpfen.

Zwei der gefährlichsten Dinge im Regenwald sind Ameisen und Raupen, habe ich in der Ausbildung bei der ERK gelernt: Wenn man etwa die Härchen dieser Tiere anfasst, kann das die eigene Haut bis zu einem Jahr irritieren. Ich entdecke eine Pflanze mit zwei eingerollten Köpfen, die mein Rechner als junge Farnwedel bezeichnet. Sie sollen essbar sein, aber angeblich muss man sie zweimal kochen, bis sie genießbar werden. Sie sind wie ein Affenschwanz eingerollt und mit ekligem dickem Schleim überzogen. Den haben sie angeblich entwickelt, um nicht von Insekten gefressen zu werden. Ich scheide mir davon die oberen Hälften ab, um sie später zu kochen und zu essen. Ich lerne: Nur durch das zweimalige Kochen kann man sie von dem giftigen Schleim befreien, welcher ansonsten schwere Bauchkrämpfe auslösen würde, sagt mein Handcomputerschlauberger.

Ich mache mich weiter auf den Abstieg und schlittere auf der Pflanzendecke nach unten. Ich beschließe, dass es Zeit ist, mir einen Unterschlupf zu suchen. Ich könnte mir einen bauen, so wie ich das mal bei der Armee gelernt habe, aber die Natur hat die Arbeit schon für mich erledigt. Unweit erkenne ich einen Höhleneingang. Ich habe hier schon ein paar davon gesehen und dieser hier wäre der perfekte Ort für die Nacht. Aber erstmal muss ich die Höhle erreichen denn ein Wildwasserlauf trennt mich von ihr. Dieser Fluss ist einfach zu kräftig um hindurchzuwarten. Vorerst habe ich noch keine Stelle gefunden, um hinüber zu kommen und schaue mich weiter um.

Begonien (Begonia), auch Schiefblatt genannt, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Schiefblattgewächse (Begoniaceae). Insgesamt werden etwa 1400 bis 1500 Arten dieser Gattung zugeordnet, damit gehört sie zu den artenreichsten Pflanzengattungen. Der Gattungsname ehrt Michel Bégon, einen Reisegefährten des Botanikers Charles Plumier. Viele Arten und Sorten der Gattung Begonien (Begonia) werden wegen ihres farbenprächtigen Laubes oder ihrer eindrucksvollen Blüten als Zierpflanzen in Räumen oder als Beet- und Balkonpflanzen gepflegt.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Begonien


Einige Tage später bekommt der Investor einen Anruf vom Übermittler: „Oberst?“

Investor: „Was gibt es?“

Übermittler: „Wir haben da ein Problem! (Pause) Sind Sie noch dran?“

Investor: „Ich bin dran. (Pause) Wie groß ist das Problem?“

Übermittler: „Sagen wir ziemlich groß. Und dann nehmen Sie es mal zehn.“

Investor: „Scheiße!“

Übermittler: „Im Garten von GORGINIA BLUE!“

Investor: „OK! Wann?“

Übermittler: „Jetzt! Gewöhnen Sie sich gleich an Ihren neuen Lebensstil!“

Der Investor nimmt sich einen Mietgleiter und besucht den Garten. Dort trifft er auf den Übermittler, der in einer Sitzgruppe am überdachten künstlichen Strand sitzt und eine virtuelle Nachrichtenbrille aufhat. Als er ihn erkennt, geht der Investor direkt auf ihn zu und setzt sich zu ihm.

Übermittler: „Morgen!“

Investor: „Morgen.“

Übermittler: „Schon die Nachrichten gesehen?“

Investor: „Nein.“

Der Übermittler überträgt die Nachrichten, die er durch die VR-Brille anschaut, auf die Tischoberfläche der kleinen Sitzgruppe und fragt den Investor: „Wissen Sie wer THE BAMBOO-RIDER ist?“

Investor: „THE BAMBOO-RIDER?“

Übermittler: „Ja.“

Investor: „Eine Comicfigur.“

Übermittler: „Ein Jumper-Kurier.“

Investor: „Scheiße.“

Übermittler: „Hmm.“

Investor: „Na gut, was? Sitzt er im Knast?“

Übermittler: „Steht in den Nachrichten.“ Und zeigt auf die Tischoberfläche auf der über einem Nachrichtentext die Meldung steht:

JUMPER-KURIER WÄHREND DES FLUGES VON STERNENAUFZUGDRAHT SAMT SCHIFF IN ZWEI HÄLFTEN ZERTEILT.

Kurier

Ein Kurier bezeichnet den Überbringer einer Botschaft oder eines (kleinen) Gegenstandes (siehe auch Kurierdienst). Im diplomatischen Dienst bezeichnet der Kurier einen Staatsboten zur Übermittlung wichtiger geheimer Nachrichten und Schriftstücke. Der Begriff leitet sich aus dem frz. courrier = Eilbote, zu courir = laufen, rennen, ab (vgl. lat.: currere = laufen, rennen). Sinngemäß ist ein Kurier also ein „schneller Läufer“.

Formal gesehen gleicht ein Bote zunächst und grundsätzlich einem Medium, das eine Information einem Adressaten vermittelt.

Im Unterschied zum abstrakten Medium jedoch tritt der Bote konkret und leibhaftig als Person in Erscheinung. Rechtlich gesehen ist ein Bote der Übermittler einer Willenserklärung.

7.5

Vorhin habe ich Bambus gesehen und mich daran erinnert, wie wir bei der Armee damit Gletscherspalten überquert haben. Das hat mich auf eine Idee gebracht: Ja diese Bambusröhren, vor denen ich nun hocke, habe ich vorhin gesehen.

Es gibt angeblich über 100 Sorten von Bambus, mischt sich mein Handrechner in meine Gedanken ein. Ich hoffe, dass die vor mir befindlichen Röhren dünnwandig genug sind, dass ich sie mit meinem Allzweckmesser durchbekomme. Mal sehen ob das klappt. Ich halte die große Klinge an eine der Röhren und klopfe mit einem dicken Holzstück auf die Rückseite der Klinge. Ja, das geht. Es geht wirklich durch. Super! Zwei lange Bambusstangen und ein paar Querstreben sollten zumindest mein Gewicht aushalten. Damit komme ich rüber in die Höhle! Ich suche nach Lianen um damit die Querstreben festzubinden. Ich finde zwar einige Lianen aber die sind völlig ausgetrocknet und bringen mir gar nichts, denn sie brechen sofort. Ich brauche lebendige Ranken und schaue mich um. Ich finde welche und reiße sie aus. Diese Lianen sind gut, sie sind schön biegsam und noch lebendig und damit widerstandsfähig. Davon mache ich mir eine größere Menge fertig, um mir aus den Röhren und Querverstrebungen eine Art Leiter herzustellen.

Für die Sprossen habe ich mir gespaltene Baumtriebe ausgesucht. Hier habe ich die erste Strebe und binde sie mit einer geschmeidigen Liane an die beiden Bambusröhren. Die Natur liefert einem in einer solchen Situation alle Hilfsmittel, die man braucht. Das Tolle an diesen Lianen ist, dass man nur einen oder zwei Knoten braucht. Weil sie feucht und elastisch sind, halten sie richtig gut. Als ich fertig bin, sehe ich ein kleines Baumäffchen, das meine Aktivitäten neugierig von weiter oben aus den Bäumen beobachtet.

Der Bambus ist zwar hohl aber so ein großer Rahmen ist für eine zarte Frau wie mich doch ganz schön schwer. Dieser hier wiegt bestimmt um die 50 Kilogramm, wenn nicht mehr. Deshalb habe ich ihn auch an der Stelle zusammengebaut, an der ich das Gebilde später benötige. Lieber sollte man die Einzelteile dorthin bewegen als dieses schwere Teil. Sobald das Teil richtig liegt, werde ich über das Wasser zu meiner Höhle gelangen können.

Bambus (Bambusoideae) ist eine der zwölf Unterfamilien aus der Familie der Süßgräser (Poaceae), der etwa 116 Gattungen zugerechnet werden. Die Unterfamilie wird in drei Tribus geteilt, wobei Arundinarieae und Bambuseae verholzende Arten beinhalten und Olyreae krautig wachsende Pflanzen. Bambusarten treten auf allen Erdteilen auf mit Ausnahme von Europa und der Antarktis. Die Halme sind meist seitliche Äste leptomorpher Rhizome oder Triebe aus dem Ende pachymorpher Rhizome. Ihre Wuchsform kann aufrecht, aufrecht mit überhängenden Spitzen, aufsteigend, bis breit gebogen oder kletternd sein. Sie können gerade oder im zickzack wachsen.[6] Ein Halm, der aus einer seitlichen Knospe eines leptomorphen Rhizoms entsteht, besteht aus zwei Teilen: dem eigentlichen, oberirdisch wachsenden Halm selbst und die unterirdisch wachsende Halmbasis. Die Halmbasis besteht ähnlich wie die Rhizome aus der eigentlichen Halmbasis (englisch culm base proper, Halmbasiskörper) und dem Halmbasishals (englisch culm neck). Die eigentliche Halmbasis ist ein schmaler Konus, dessen Knoten eine Blattscheide, einen Wurzelansatz und meist auch einen Knoten bildet. Bei Bestockung können aus diesen Knospen weitere Halme entstehen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bambus

Investor: „Was hat er getan?“

Übermittler: „Sie haben nichts davon gehört?“

Investor: „Wovon denn?“

Übermittler: „Wie gesagt: Steht in den Nachrichten.“ Wobei er erneut auf die Tischoberfläche deutet.

Der Investor wendet sich wieder der Meldung auf dem Tisch zu und liest. „Er hatte keinen Ausweis bei sich?“

Übermittler: „Nein.“

Investor: „Was soll das?“

Übermittler: „Das wollte ich von Ihnen wissen? (Pause) Unser Geschäftspartner hat sich gemeldet! Die wollen mal mit Ihnen reden. (Pause) Der Verstorbene hat für die gearbeitet. (Pause) Und die Lieferung ist auch verschwunden. Und sonst wissen die nur noch, dass er auf der Beobachtungsliste Ihrer Dienststelle stand. Vielleicht ein Spitzel Ihrer Vorgesetzten?“

Investor: „Was? Nein. Davon wüsste ich!“

Übermittler: „Offenbar nicht. (Pause) Sie haben ihn aus dem Knast geholt für eine Infiltration auf ihrem Planeten eingesetzt. Dabei hat er offenbar dafür gesorgt, dass man einen ganzen Ring von Drogenhändlern auffliegen lassen hat.“

Investor: „Oh Gott, darum geht es. Aber das ist 20 Jahre her!“

Übermittler: „Mag sein. Aber offenbar hat einer Ihrer Vorgesetzten ein gutes Angebot bekommen, denen zu verraten, wer sie damals verraten hat.“

Investor: „Aber das ist 20 Jahre her!“

Spitzel unterscheiden sich von verdeckten Ermittlern. Diese dringen in der Regel als Angehörige einer staatlichen Dienststelle (z. B. Polizei oder Zoll) in deren Auftrag mit falscher Identität in Gruppen oder Organisationen ein, die diese Dienststelle illegaler, meist strafbarer Handlungen verdächtigt, welche sie aus offenen Quellen nicht nachweisen kann.

 Ebenso von Spitzeln zu unterscheiden sind V-Mann oder V-Frau („V“ für Vertrauen oder Verbindung). So werden Personen bezeichnet, die in einer festen Beziehung zu einem Nachrichtendienst (meist einem staatlichen, aber auch dem einer politischen Organisation, wie z. B. im vergangenen Jahrhundert der SA, SS, dem AM-Apparat der KPD) stehen und in dessen Auftrag und nach dessen Weisungen mit einiger Regelmäßigkeit Nachrichten aus ihnen (oft dank Mitgliedschaft oder Sympathisantenstatus) zugänglichen Gruppen, Kreisen, Organisationen beschaffen.

 (Weiter zu Teil 8)

Copyright © 2016 by Detlef Hedderich und Marianna Müller

Bildrechte: DIE FRÜHEN FÄLLE DER MILENA HIMIKO KOMORE” (milena-antho-cover.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

Bildrechte: “Eingangsgrafik” (wir sind die guten.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Summe über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Buchtipp der Autoren:

Bambusrauschen (Kartoniert)
Kurzgeschichten aus der Blütezeit der Science Fiction
von Lanzendörfer, Helmut

Verlag:  Books on Demand
Medium:  Buch
Seiten:  192
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  Juli 2015
Maße:  215 x 135 mm
Gewicht:  266 g
ISBN-10:  3738621105
ISBN-13:  9783738621105

Bambusrauschen

Beschreibung
In diesem Band werden drei Kurzgeschichten vorgestellt, die ganz unterschiedlicher Art sind: Während Isaac Kwacszynski als amerikanischer Neubürger eher unverhofft zu Reichtum gelangt und damit sein Dasein als mittelmäßiger Vertreter beenden kann, gerät der überhebliche Ingenieur Mark T. Webb in den Radar des amerikanischen Geheimdienstes. Aus diesem kann er sich nur mit Hilfe seines Erfindungsgeistes und tatkräftiger Unterstützung seiner Mutter befreien. Willibald Himmel erfährt auf seiner Forschungsreise in die Naga Hills, mit der er wichtiges Material für seine Habilitation sammeln will, Dinge, die ihn zwar forscherisch nicht weiter bringen, sein Leben aber ganz anders bereichern.

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei Libri.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

Updated: 16. März 2016 — 06:16

1 Comment

Add a Comment
  1. Ist ja richtig spannend. Obgleich ich je eher andere Themen bearbeite als SF bin ich gespannt auf die nächste Folge. auch der Erzählstil, der zwei Geschichten parallel beschreibt, gefällt mir. bin gespannt, wie die beiden Geschichten sich am Ende zusammen fügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

sfbasar.de © 2016 Frontier Theme