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Literatur-Blog

Welt der Geschichten 7

Bernd Rothe & Astrid Pfister
Welt der Geschichten 7 – pulp magazine, 1/2008

Band 7: Christian Schmitz – Wir wollen niemals auseinander gehen
Magazin, Horror, SF, Adventure, Fantasy, ISSN 1864-4880, 68/500
Titelillustration von M. Sagenhorn
Kontakt und Bezug: welt-der-geschichten@piper-home.de
www.welt-der-geschichten.eu

Im siebten Band der Reihe „pulp magazine“ von den „Welt der Geschichten“-Machern ist endlich einmal ein anderer Autor als Rainer Innreiter federführend. Christian Schmitz präsentiert mit „Wir wollen niemals auseinander gehen“ eine in der nahen Zukunft angesiedelte Dark Future Geschichte.

Gegen Ende des 21. Jahrhunderts hat sich nicht nur das politische Gesicht der Erde gewandelt, auch die Technik ist weiter fortgeschritten. Die Menschen verlassen sich immer mehr auf Roboter und nennen nur noch selten archaische Gerätschaften wie eine Mikrowelle ihr Eigen.

Paul und Lara besitzen ein computerisiertes Containerschiff. Auch wenn sie kaum noch etwas zu tun haben, lassen sie es sich nicht nehmen, Fracht von einem Ende der Welt zum anderen zu bringen.

Und so wissen sie durchaus, dass Piraten – vor allem im südchinesischen Meer – nicht nur eine romantische Legende aus den Vergnügungsparks sind. Doch von wem die wirkliche Gefahr ausgeht, das erkennen sie erst, als es schon fast zu spät ist.

Christian Schmitz entwirft ein Zukunftsszenario, das gar nicht einmal so abwegig ist. Immer wieder fließen entsprechende Erklärungen in seine Geschichte mit ein – aber genau das ist auch eine der entscheidenden Schwächen des Kurzromans. Viele Exkurse haben nicht unbedingt etwas mit der eigentlichen Handlung zu tun. Er hält sich zu lange mit der Schilderung politischer Verhältnisse auf, die nur eine bedingte Rolle für die Geschichte spielen. Und wenn er sich auf diese konzentriert, dann verfällt er immer wieder in Klischees, gerade was das Verhalten von Lara betrifft, die über weite Strecken des Romans eher wie eine frustrierte Ehefrau wirkt, die neue Abenteuer und Abwechslung sucht. Ausgearbeitet ist nur Paul. Aber das allein genügt nicht, um den Leser auf Dauer bei der Stange zu halten. Stilistisch ist an der Geschichte nichts auszusetzen – sie ist flüssig und ohne Brüche geschrieben – nur inhaltlich fehlt einiges.

Daher ist „Wir wollen niemals auseinander gehen“ trotz guter Ansätze und Ideen auch nur bedingt zu empfehlen, da weder das Genre SF, noch das Abenteuer wirklich zum Tragen kommen, und auch die Schilderung der Beziehung zwischen den Helden eher unausgereift wirkt. (CS)

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Updated: 17. Februar 2009 — 13:01

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