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Warum sind so wenig Frauen in den Chefetagen von Wirtschaft und Industrie? – weil in den Frauen die Mütter gefürchtet werden! Ein Essay von Bernd Holstiege. Buchtipp von Detlef Hedderich

Warum sind so wenig Frauen in den Chefetagen von Wirtschaft und Industrie? – weil in den Frauen die Mütter gefürchtet werden!

Ein Essay von Bernd Holstiege.

Buchtipp von Detlef Hedderich.

Laut der Headhunterin Sylvia Tarves (Frankfurterin Rundschau am 22.3.2014) sind Frauen eher kooperative Führungskräfte, die ein partnerschaftliches Miteinander motiviert und die sich auf soziale Aspekte im Unternehmen konzentrieren. Sie zeigen eine hohe persönliche Lernbereitschaft, stellen sich und ihre Entscheidungen mehr infrage. Sie sind zumeist umsichtige Entscheider; hinterfragen mehr als Männer. Sie können motivieren, die Stärken jedes einzelnen Mitarbeiters fördern, die richtigen Leute an die richtigen Stellen setzen. Das können Frauen schon aufgrund ihrer Sozialisierung mindestens so gut wie Männer.

So beschrieben, wären Frauen die idealen Führungskräfte. Warum sind dann so wenige in den Führungsetagen von der Wirtschaft? Die Antwort ist, die Seilschaften der Männer lassen Frauen nicht in die Führungsetagen herein, wollen strikt unter sich bleiben. Es besteht eine gläserne, aber undurchdringliche Decke. Meist wird als Grund angegeben, sie könnten Kinder bekommen und eine Auszeit nehmen.

Aber wenn die Frauen nicht so sind, wenn sie eher männliche, dominante Eigenschaften, mehr Ellenbogen entwickeln und die Männer in die Pfanne hauen, dann kann das fatale Auswirkungen haben, weit mehr als bei Männern, die das von ihren Geschlechtsgenossen her kennen und nicht so sehr darunter leiden, weil es nicht so sehr ihr Selbstwertgefühl trifft. Ich habe bisher mehrere Patienten gehabt, die sehr unter Frauen, Chefinnen, Vorgesetzten oder anderen einflussreichen Persönlichkeiten, gelitten haben. Einer berichtete sogar, ein Mann habe unter dem Einfluss einer Frau Selbstmord gemacht, ein anderer sei in die Psychiatrie eingewiesen worden, und er selbst habe heftige Symptome entwickelt. Die Empfänglichkeit für diese Frauen konnte ich regelmäßig auf den Einfluss ihrer Mütter zurückführen.

Es ist das Schicksal eines jeden, von Müttern geboren und meist auch erzogen zu werden, und das Schicksal von Frauen, häufig Mütter zu werden. Aber die Mütter sind oft nicht nur gut. Sie erziehen ihre Söhne und Töchter nach über Generationen tradierten Wertmaßstäben, das ist ihr Schicksal, und diese sind oft nicht förderlich. Sie binden oft ihre Kinder zu sehr an sich, fördern nicht ihrer Selbstständigkeit, unterdrücken ihre Gefühle, verlangen Gehorsam und provozieren Trotz, verfolgen sie im Falle des Erfolges mit Missgunst und Neid. Wut und Hass sind die Folge.

Darüber hinaus verinnerlichen die Kinder, auch die Jungen, die Erfahrungen mit ihren Müttern – natürlich auch mit den Vätern, aber diese sind meist nicht so nah und häufig abwesend – ihren Werten und Normen, Geboten und Verboten, machen sie sich zu eigen und sie werden zur Selbstrepräsentanz. Dann müssen sie gegen sich selbst ankämpfen, zweifeln an sich selbst, neigen zum Selbstboykott und Selbstdemontage. Das macht ihnen unheimlich schwer,  zu sich selbst zu stehen und die Selbstachtung aufrecht zu erhalten.

Da die Mütter aber zu sehr verinnerlicht werden, muss Wut und Hass ins Gegenteil verkehrt werden, um sie gut zu stimmen und wohlgesonnen zu machen. Deswegen herrscht in allen Kulturen ein Mutterkult, zum Beispiel bei den Nazis. Andererseits wurden in den vergangenen Jahrhunderten sie als Hexen verfolgt, die Rache der Männer an ihren Müttern. Wenn wir uns an die griechischen Mythos erinnern, dann sind dort die 3 Erinnyien, die Rachegöttinnen (Alekto, die Unaufhörliche, Megaira, der neidische Zorn, und Tisiphone, die Vergeltung), 3 Eigenschaften, unter denen das Kind so sehr gelitten hat. Andererseits werden sie in einem beschwichtigenden Euphemismus auch die Eumeniden, die Wohlmeinenden, genannt. Die Macht der Mütter ist ungebrochen, allein weil sie ihre Kinder prägen. Deswegen üben die Männer ihre Macht aus, weisen den Frauen eine untergeordnete Rolle zu, und lassen sie nicht in die Chefetagen.

Also müssen die Frauen, die in die Führungsetagen gelangen, eine halbwegs gelungene Kindheit haben und ein halbwegs gesundes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein besitzen. Dann können die oben beschriebenen Eigenschaften gut zur Geltung kommen. Sylvia Tarves plädiert für ein gemischtes Management-Team. Das Zusammenwirken männlicher und weiblicher Stärken schafft deutlichen Mehrwert für das Unternehmen. Mixed Leadership bedeutet Kompetenzvielfalt und ist eine Frage der ökonomischen Vernunft. Unternehmen mit gemischten Führungsgremien haben eine höhere Reputation, sind als Arbeitgeber attraktiver, erzielen höhere Gewinne und erreichen eine größere Innovationskraft. Sie führt ein Bonmot zur Lehman-Pleite an. Hätten anstelle der Lehman-Brothers ein paar Lehmanns-Sisters in den Chefetagen der Bank gesessen, wäre die Welt wahrscheinlich die Finanzkrise erspart geblieben

Sollte eine Frau sich zu Höherem berufen fühlen, aber nicht diese Eigenschaften mitbringen, rate ich zu dem Mittel der Triangulierung. Triangulierung bedeutet die Fähigkeit, zu sich selbst auf Abstand gehen zu können, dabei den eigenen Glauben und die Gefühle zu erfassen und Alternativen, andere Sichtweisen und Optionen einzuführen zu können, an sich etwas, was ein guter Vater tut, der der Mutter den Kopf zurecht setzt und andere Sichtweisen und Perspektiven vertritt, an dem und an denen sich das Kind orientieren kann. Schließlich lebt ein jeder in einer und seiner Wirklichkeit. Nur wie er diese Realität sieht, die persönliche Sichtweise, dass bestimmt diese Realität. Auch kann dieses ein Coaching oder eine Psychotherapie leisten. Die Triangulierung sollte an sich ein jeder in jedem Augenblick leisten.

Copyright (C) 2014 by Bernd Holstiege

Redaktioneller Buchtipp zum Thema von Detlef Hedderich:

„Karrieren von Frauen sind Drahtseilakte“
Frauenverbände als Netzwerke der Karriereförderung
von Helke Dreier & Regina Löneke

Medium:  Buch
Seiten:  190
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  Juni 2014
Budrich Verlag
19,90 €
Maße:  172 x 241 mm
Gewicht:  344 g
ISBN-10:  3847401416
ISBN-13:  9783847401414

Kurzbeschreibung
Frauenverbände verfügen über das Wissen und das Potenzial zur Karriereförderung von Frauen. Vernetzung, Unterstützung und Beratung sind wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere. Welche Rolle spielen Frauenverbände hierbei und inwiefern wirkt sich die Mitgliedschaft in einem Frauenverband karrierefördernd aus? Diese Fragen stellten sich Helke Dreier und Regina Löneke am Beginn ihrer Untersuchung und daran anknüpfend: Welche Motive spielen für das Engagement in einem Frauenverband eine Rolle? Wie vereinbaren die Akteurinnen Karrierestreben und Weiblichkeitsvorstellungen? Welchen beruflichen und karrierefördernden Nutzen ziehen vor allem junge Frauen aus dem Engagement in einem Frauenverband? Neben der Beschreibung der unterstützenden Faktoren der Verbände zeigen die Autorinnen auf, wie tradierte Vorstellungen von Geschlechterrollen die Karrieren und den beruflichen Erfolg von Frauen noch immer behindern.

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