TRÄNEN HINTER GLAS – Gedanken im Banne der Hilf- & Ratlosigkeit von Daniel Sand

Deine Tränen rinnen die dicke Glasscheibe hinab, dein Gesicht zwischen die durchsichtige Wand zwischen uns gepresst. So gerne würde ich die Mauer aus gebackenem Quarzsand durchbrechen, auf die andere Seite gelangen und dir den Kummer nehmen. In kleinen Bächlein läuft dir die Tränenflüssigkeit aus den Augen, tropft auf das Glas und rinnt das harte Material hinab wie Regentropfen an einem Fenster. Immer mehr Tränen speisen den kleinen Fluss und das Glas beschlägt von deinen schweren Atemzügen. Der warme Hauch lässt das kalte Material beschlagen und verdeckt teilweise dein trauriges Antlitz. Allein die Leer in deinem Blick verrät mir, dass du in einem Strudel verzweifelter Trauer gefangen bist. Der Sog zerrt an deinem erkalteten, versteinerten Gesichtsausdruck in dem Versuch, dich in ein tiefes Loch zu ziehen.