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Thien Tran. Gedichte: Fieldings – Quartheft 11 der Bibliothek Belletristik

fieldingsThien Tran. Gedichte
Fieldings

Quartheft 11 der Bibliothek Belletristik
Verlagshaus J. Frank, Berlin, 8/2009
TB mit Klappbroschur, Lyrik und Prosa, Surrealismus
ISBN 9783940249081
Titel- und 5 Innenillustrationen (schwarz-weiß-rot) von Lena Baklanova

www.belletristik-berlin.de
www.poetenladen.de/thien-tran.htm

Thien Tran, geboren 1979 in Ho Chi Minh-Stadt/Südvietnam, lebt seit 1982 in Deutschland und studiert an der Uni Köln Germanistik, Philosophie und Klassische Literaturwissenschaften. Seit geraumer Zeit veröffentlicht er Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, ferner Literaturrezensionen. „Fieldings“, erschienen im Verlagshaus J. Frank, beinhaltet aber nicht nur Gedichte, die sich dem Haiku anlehnen, wie es der Titel verspricht, sondern auch einen längeren Prosatext, den man durchaus in Lyrikform hätte auflösen können. Insofern besteht das Buch aus zwei Teilen, die durch Illustrationen von der Künstlerin Lena Baklanova voneinander getrennt werden.

Erwähnenswert ist die ansprechende Gestaltung des Bandes: Taschenbuch mit Klappbroschur, das erste und letzte Blatt in Schwarz, die Texte und Illustrationen ausschließlich auf der rechten Seite – die linke bleibt unbedruckt bis auf die Seitenzahl, ein großzügiges Layout, die Schrift des Prosatextes ist recht klein, die der Gedichte größer, wobei kursive und in Großbuchstaben geschriebene Worte Akzente setzen.

Obwohl durch den Punkt für kurze Sätze gesorgt wird, hat man das Gefühl, einem frei fließenden Inneren Monolog oder ‚Stream of Consciousness’ zu folgen. Der Autor erzählt in direkter Rede: Er beobachtet, beschreibt, was er tut oder sieht, seine Gedanken schweifen weiter, zu ihm selbst, seinen Erinnerungen und ganz anderen Dingen, kehren wieder zurück zu dem, was er sieht usw. Es sind Impressionen vom Leben und den Menschen um ihn herum, die Reflexionen seiner Eindrücke und Überlegungen. Die Sprache verdeutlicht diese Wechsel, indem Sätze und Gedankengänge nicht immer vollendet werden. Der Mensch, sein Denken und die Umwelt erscheinen als Fragmente. In den Überlegungen geht es auch um die Sprache an sich, die gepflegt werden soll, und die Freiheit der Gedanken.

In etwa dasselbe spiegelt sich in den Gedichten wieder, die mit wenigen Worten z. B. das Charakteristische eines Regentags oder des Umfelds einer Pommes-Bude beschreiben. Nicht immer weiß man auf Anhieb, was der Autor zum Ausdruck bringen will, denn die Interpretationsmöglichkeiten sind mannigfaltig. „Fiedlings“ wendet sich an Leser, die inhaltlich und sprachlich experimentelle, auch surreale Texte – sowohl in Prosa- als auch in Gedicht-Form – zu schätzen wissen. In Kombination mit der interessanten Gestaltung entstand ein kleines ‚Kunst-Werk’, das weniger bei der breiten Masse, jedoch in Insider-Kreisen gewiss Beachtung finden wird. (IS)

Titel bei Amazon.de: Fieldings

Updated: 14. Oktober 2009 — 19:08

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