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TAUSEND FEUER – Gedanken von Daniel Sand

TAUSEND FEUER

Gedanken
von
Daniel Sand

Die tausend Feuer in meinem Innersten brennen lichterloh und verzehren alles in roter Glut. Nie zuvor spürte ich solch Gefühl, wenn ich dich sah in den Nächten und Sternenfahrten zuvor. Doch dies Feuer zehrt sich in mich hinein mit Gewalt und ohne Unterlaß greift es nach meinem Leben und nach meiner Liebe. So wie ein Kind vor einem prächtigen roten Tor, stehe ich vor mir selbst und sehe mich brennen, nicht vor Leidenschaft, sondern vor Verzweiflung über die Unwichtigkeit meines Dasein.

Der Anblick erinnert mich an die Vulkane des kleinen, blauen Planeten, der gar nur aus Wasser zu bestehen scheint und ich friere bei dem Gedanken, nichts weiter zu sein, als ein Feuer unter vielen in der Dunkelheit. Auch wenn man behaupten mag, jedes Feuer steht für ein Leben, so kann ich mich damit begnügen, nur dahin zu brennen, wie eines unter vielen.

Das Wesen, was ich einstmals war, scheint dahin zu gehen in dieser schlackigen, roten Flut aus geschmolzenem Fleisch. Eine Träne löst sich mir aus den Augen, verdampft auf meiner heißen Haut und dein Lachen löst Stichflammen in meinem Geist aus und scheint mein Ende zu besiegeln. Doch noch steckt Leben in dem gewaltigen Feuer der Nacht. Noch vermagst du es zu löschen, indem du wie Wasser über mich kommst, dich wie ein gebrochener Damm über mich ergießt und mich aus dem Elend zurück ins Licht dieser Welt holst.

Scheinst du mir doch der Schlüssel aller Fragen dieser Welt zu sein, scheint es so, als würde nichts in dieser Welt alleine für sich stehen. Offenbar gibt es für jedes Feuer auch das entsprechende Gegenstück, etwas, was selbst den größten Brand zu löschen mag, etwas, was im Gegensatz zum Schwarz der Nacht steht.

Wie Lava ergießt sich nunmehr mein Leben über den Abgrund der Gegenwart hinab in die Schlucht der Vergangenheit, verschwindet in der Tiefe der Nacht, dort wo keine Sterne, Kinder der Nacht, mehr existieren. So viele Feuer hast du in mir geschürt, doch keines vermochte mich bisher so zu verzehren, wie dieses. Diesen Tag hatte ich vor so vielen Sonnenkreisen herbei gefürchtet, mich gefragt, ob ich solche Gefühle haben kann und wie sie sich wohl zu manifestieren vermögen.

Dieses einzigartige Wesen, das ich einst war, fließt nun hinab in die schwarze Schlucht der Hoffnungslosigkeit und fällt in den See der roten Trauer, dort wo bereits andere Seele ihr Dasein als heiße Schlacke fristen. Das Leid, was ich dort erfahre, mag mich ein Leben lang begleiten, mir einerseits Hoffnung machen, mir zeigen, das ich nicht alleine bin, mir aber auch andererseits offenbaren, das ich nur noch in der Schlucht der Gewöhnlichkeit zu vegetieren vermag und nicht mehr, Göttern gleich, am Himmel der Nacht strahlen werde.

Wie dem auch sein, die Erinnerung an das Leben im Himmel werde ich niemals vergessen und auch nicht jene Feuer, die du in mehr geweckt hattest, die mich hochtrieben in die größten Höhen des Daseins, bis du mich schlußendlich verbranntest.

-ENDE-

Copyright © 2015 by Daniel Sand (um auf die Homepage des Autoren zu gelangen, einfach auf das Feuer der Kerze klicken!)

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BUCHTIPP DER REDAKTION:

Zur Feuermetaphorik des jungen Goethe (Kartoniert)
„Mein Geist war ein verzehrend Feuer, Mein ganzes Herz zerfloß in Glut.“
von Wöbcke, Kai

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Verlag:  GRIN Verlag GmbH
Medium:  Buch
Seiten:  28
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  November 2014
Maße:  210 x 148 mm
Gewicht:  55 g
ISBN-10:  3656843511
ISBN-13:  9783656843511

www.grin.com

http://www.grin.com/de/e-book/284473/

Beschreibung
Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Germanistik – Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Christian-Albrechts-Universität Kiel (Neuere Deutsche Literatur und Medien), Veranstaltung: Goethe, Lyrik der 1770er Jahre, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Farben sind Taten des Lichts, Taten und Leiden. Über die Taten, also deren Wirkungen kann laut Goethe in Zur Farbenlehre zum Wesen eines Phänomens vorgedrungen werden. Was sind nun die phänomenologischen Taten des Feuers?

Feuer geht einher mit Licht und Wärme. Doch dies sind positiv besetzte Attribute, und, wie sich zeigen wird, nicht die einzigen, die in Johann Wolfgang von Goethes Gedichten Anwendung finden. In seinen Werken inszeniert Goethe Feuer als sowohl schaffendes wie zerstörendes Prinzip, deren besondere Qualität, einer naturphilosophischen Grundlage bedingt.

Bereits für Heraklit, jener Vorsokratiker, der sich intensivst mit Feuer beschäftigte, galt dieses als Urgrund alles Lebens:
Alle Qualitäten des Seins selbst Gegensätze sind im allumfassenden Feuer aufgehoben, nicht äußerlich sichtbar, ist es eine Art von Weltseele, die alles Leben durchwirkt und das All der Erscheinungen aufbauend und zerstörend lenkt.

Dieser Interpretation folgend, erhält Feuer als Element eine allumspannende und überschreitende Geltung, so verfährt auch Goethe, indem er den Erdgeist als Feuer alles Lebendige beseelen und, durchaus heraklitisch die Gegensätze umgreifend, sogar Geburt und Grab , also Werden und Vergehen bestimmen läßt.

Doch die umfassende Bedeutung des Feuers ist nur eine Qualität des metaphorischen Gebrauchs in Goethes Werken. Es gibt [k]napp 800 Belege [für Feuer], davon etwa 450 im dichterischen Werk, 150 in den [naturwissenschaftlichen] Schriften .

Den Begriff des Feuers durchzieht wie es scheint kein inflationärer Bedeutungsgehalt, dennoch enthält er eine Vielzahl an Implikationen. Nehme man neben der pansophisch universalen Begrifflichkeit das zerstörende und schaffende Prinzip im Prometheus sowie das kreative und schöpferische Attribut in Wandrers Sturmlied. So scheint die [r]eiche Entfaltung der Bedeutungsstruktur, bes[onders] auch der Bildlichkeit, ab 1770, zuerst unter dem Eindruck von Mystik u Hermetismus [z.B. Feuer des Lebens], dann entsprechend dem Lebensgefühl des Sturm und Drangs [im Besonderen in der Hymnik, auf die im weiteren Verlauf eingegangen wird] einen interessanten Bearbeitungsgegenstand zu bieten. Neben der literarischen Verarbeitung beschäftigte sich Goethe auch intensiv mit dem theoretischen Konzept des Feuers in Form einer Vertiefung in die Elementenlehre der Antike [sowie der] Rezeption der Oxidationstheorie Lavoisiers . […]

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Updated: 19. August 2015 — 20:36

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