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TAMERIQ – WÄCHTER DES TOTENBUCHS – Kindle Edition – Leseprobe Teil 1 – von Margret Schwekendiek

Tameriq - Wächter des Totenbuches

TAMERIQ – WÄCHTER DES TOTENBUCHS

Kindle Edition – Leseprobe Teil 1

von

Margret Schwekendiek

Historische Krimis 2

.

  1. Epiphi – 12. Schemu III im Jahre 1 des neuen Zeitalters Ramses II (19. Mai 1279 v. Chr.)

Da oben steht er, Ramesisumeriamun Sessu User-Maat-Re-setep-en-Re Ka-nechet-meri-maat Wer-schefit-mek-kemet Aa-chepesch-meri-taui, im allgemeinen jedoch nur Ramses II. genannt, Pharao beider Ägypten – mein Freund, wenn man überhaupt sagen kann, dass jemand wie ich mit dem allmächtigen Pharao befreundet sein kann.

Neben ihm steht Nefertari die Schöne, seine Hauptfrau, die Große Gemahlin. Die Sonne glänzt kaum heller als das Gold des Wesech, dem traditionellen Schmuckkragen, der auf dem nackten Brustkorb von Ramses liegt. Mit unbewegter Miene lässt er zu, dass man die Doppelkrone auf seinen Kopf setzt, der traditionelle Bart wird an seinem Kinn befestigt, und in der linken Hand hält er die Geißel, die Nechacha; die Rechte umschließt das Sekhem, das Königsszepter. Die Uräusschlange auf der Doppelkrone wirkt so lebendig, dass man sie für dressiert halten könnte.

Die große Halle im Palast von Pi-Ramesse, nach dem Willen des Ramses die neue Hauptsstadt von Ägypten, ist bis zum Bersten mit Menschen gefüllt; jeder will dabei sein, wenn Ramses so überraschend schnell nach seinem Vater, der kaum zwei Jahre regiert hatte, den Thron besteigt. Neben den zahllosen Ehefrauen, von denen er vielleicht fünfzig in seinen Gemächern beglückt hat, sind natürlich auch sämtliche Hohepriester der zahlreichen Götter anwesend, dazu die hochrangigen Beamten mit ihren Familien und unzählige Abgesandte aus den angrenzenden Ländern, mit denen die Ägypter gerade nicht im Krieg liegen. Es grenzt an ein Wunder, dass jemand wie ich ebenfalls dieser Zeremonie beiwohnen darf.

Warum? Nun, ich bin ein Kuschiter, jemand aus dem Volk, das von Ramses Vater, Sethos I., in einem gnadenlosen Kampf fast völlig vernichtet wurde. Jemand aus dem Land, das auch Nubien genannt wird, weil es dort Nub, Gold, zu holen gibt. Für uns, die wir überlebt haben, wird die Niederlage in dieser Schlacht ein immerwährendes Trauma bleiben. Und doch ist Ramses mein Freund, und ich gehöre zur Hofhaltung in einer ungewöhnlich einflussreichen Position.

Wer ich bin? Tameriq, der Kuschiter. Ich bin der Kuschiter, der am Hofe des Pharao einen unglaublichen Aufstieg erleben durfte. Und ich bin der Vertraute des Pharao.

Im Alter von acht Jahren musste ich die Niederschlagung meines Volkes erleben, verlor meinen Vater, sah voller Entsetzen, wie meine Mutter vergewaltigt und als Sklavin abgeführt wurde, und kam selbst in Gefangenschaft. Ich gehörte zu denen, die während der Großen Danksagung nach dem Feldzug geopfert werden sollten, doch ein glückliches Schicksal bewahrte mich davor und brachte es mit sich, dass der zwei Jahre ältere Königssohn Ramses Gefallen an mir fand. Auf seine Bitten hin wurde ich verschont und musste als Diener in den Bädern arbeiten. Bald schon stellte sich heraus, dass ich Begabung dafür besaß, die zahlreichen Kinder in den Gemächern zu beruhigen, sie ordentlich zu beaufsichtigen und spielerisch an ihre Aufgaben heranzuführen. Binnen drei Jahren stieg ich vom Sklaven zum persönlichen Diener der Königskinder auf.

Ramses, der eine große Zuneigung zu mir gefasst hatte, sorgte dafür, dass ich sooft wie möglich an seiner Seite dem Unterricht folgen durfte, den er selbst erhielt.

Vier Jahre später beförderte man mich zum Aufseher über die Leibsklaven der Kinder, Ramses und ich machten die ersten Erfahrungen mit willigen Sklavinnen, und ich besiegte ihn zum ersten Mal im Speerwurf. Längst hatte ich unter Beweis gestellt, wie klug ich war, und auch Pharao hatte den Bitten seines Sohnes stattgegeben – ich erhielt eine besondere Ausbildung zum offiziellen Staatsbeamten, ein Privileg, das sonst nur hochgeborenen Söhnen einflussreicher Ägypter zustand.

Obwohl speziell Wesir Paser, einer der mächtigsten Ratgeber im Land, versuchte, mich überall zu behindern, gelang es mir, meinen Platz zu festigen.

Ramses vertraute mir und förderte mich nach Kräften. Noch vor dem Tod seines Vaters berief er mich in seinen persönlichen Regierungsstab.

Paser beobachtete meinen Aufstieg voller Hass und versucht weiterhin mir Steine in den Weg zu legen. Aber jetzt, da Ramses Pharao ist, muss der Wesir vorsichtig sein. Auch wenn er so viel Wissen, Macht und Einfluss besitzt, dass man ihn nicht absetzen kann, wird Ramses wohl kaum zulassen, dass er mir schadet.

Aber mittlerweile kann ich mich auch selbst recht gut schützen. Wissen ist Macht, das habe ich schon früh gelernt. Dementsprechend habe ich mein eigenes Spitzelsystem aufgebaut und erstaunliche Tatsachen erfahren, die ich je nach Bedarf einsetze.

Nun gut, heute ist der große Tag, an dem Ramses die Macht übernimmt über ganz Ober- und Unterägypten. Heute ist aber auch der Tag, an dem ich, Tameriq, der Kuschiter, mein neues Amt antrete, als Ratgeber des Pharao und Aufseher über die Gesetze, obwohl ich dieser Aufgabe schon einige Zeit nachkomme. Meine Berufung ist es, den Gesetzen und Anordnungen des Pharao Geltung zu verschaffen. Wenn man will, bin ich eine Art Polizist und Richter in einem. Verantwortlich nur meinem direkten Vorgesetzten, dem Hauptaufseher Amenacht, und Pharao persönlich.

Ich lächele Ramses an und zeige mein prachtvolles Gebiss, das von meiner dunklen Haut absticht. Ich bin Tameriq, der Kuschiter, und ich bin Ägypter.

Copyright © 2016 by Margret Schwekendiek

Bildrechte: “Historische Kriminalgeschichten” (Historische-Krimis-2.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

 

TAMERIQ – WÄCHTER DES TOTENBUCHS von Margret Schwekendiek

Kindle Edition – Seitenzahl der Print-Ausgabe: 164 Seiten
Verlag: Uksak E-Books; Auflage: 1 (12. September 2015)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B015ALXRZS

Tameriq - Wächter des Totenbuches

Inhalt
Dies ist die Geschichte von Tameriq, dem Kuschiter, Ratgeber des Pharao und Aufseher über die Gesetze. Tameriqs Volk wurde von den Ägyptern fast vollständig vernichtet und doch hat das Schicksal ihn dazu ausersehen, eine bedeutende Rolle im Leben von Ramses II. zu spielen, anstatt geopfert zu werden. Tameriq soll den Mord am Hohepriester lösen. Doch dafür wird er einen furchtbaren Preis zahlen müssen…

Autorin
Eine kleine persönliche Vorstellung: Mein Name ist Margret, oder auch Maggie, oder Oma Maggie – je nachdem, wer gerade etwas von mir möchte. Als ich im Jahr 1955 auf die Welt kam, hat mir keine gute Fee eine Prophezeiung in die Wiege gelegt, dass ich irgendwann einmal mein Geld als Schriftstellerin verdienen würde. Eher das Gegenteil war der Fall, denn ich komme aus einfachen Verhältnissen. Meine ersten Lebensjahre verbrachte ich in Herne, in unmittelbarer Nähe des Rhein-Herne-Kanals, bis heute habe ich eine Vorliebe für Wasser und Schiffe. Im zarten Alter von 12 Jahren begleitete ich meine Eltern beim Umzug nach Ostwestfalen-Lippe, wo ich nach der Schule als kaufmännische Angestellte in der Buchhaltung arbeitete. Hier heiratete ich später auch und zog meine Kinder groß.

Seit rund 20 Jahren bin ich Witwe und lebe heute mit der Familie meines ältesten Sohnes in der Nähe von Koblenz und gleich dreier Flüsse: Lahn, Mosel und Rhein. Meine Vorliebe für Wasser wird also voll befriedigt.

Schreiben war schon während der Schulzeit meine Leidenschaft, aber die ersten richtigen Geschichten entstanden nur für meine eigenen Kinder. Um Fuß im Literaturkreis zu fassen bedurfte es zahlloser Versuche und der Fürsprache eines lieben Kollegen, um das erste Manuskript zu verkaufen. Mit Heftromanen hat alles angefangen, aber es dauerte nicht lange, bis auch andere Genres dazukamen. Ich liebe Geschichten aus der Geschichte und freue mich, wenn ich da große Bögen oder tiefe satirische Wunden schlagen kann.

Mittlerweile schreibe ich schon lange Zeit professionell, aber meine unstillbare Neugier, der Spaß am Schreiben und das Ausleben gewöhnlicher und ungewöhnlicher Ideen hören zum Glück nie auf. Ich bin offen für absurde und verrückte Einfälle, schätze aber auch die Ernsthaftigkeit des konzentrierten Arbeitens mit persönlicher Disziplin und Terminvorgaben. Ich liebe meine Arbeit, auch wenn ich dabei nicht reich werden kann. Aber es ist das, was mich glücklich macht, da nehme ich schon ein paar Abstriche hin – was nicht heißt, dass ich es nicht gern zu finanziellem Wohlstand bringen würde.

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