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STERNENSUCHE – eine Kurzgeschichte von Stephan Lössl

STERNENSUCHE

eine

Kurzgeschichte

von

Stephan Lössl

Wie von einer Albfee gebissen schoss Gwendilor in die Höhe.

Nach dem merkwürdigen Traum, den er eben gehabt hatte, dauerte es eine Weile, ehe er wusste, wo er sich befand und dass er nur geträumt hatte.

Verschlafen blickte er sich um, betrachtete das heruntergebrannte Feuer, dessen Wärme ihm die Nacht zwar nicht gerade bequemer gemacht, ihn aber zumindest am Leben gehalten hatte.

Als er sich mit steifen Gliedern erhob, sah er zu seiner Freude, dass im Osten bereits das erste zaghafte Blau eines neuen Tages durch die Bäume des kleinen Eichenhains hindurch schimmerte.

Der Herbst war vorüber und der eisige Atem des Winters ergriff zunehmend Besitz von Eskyndor, jenem Land im Norden des Ryonischen Reiches, welches von den dunklen Wesen des Shakratgebirges als Erstes überrannt worden war.

Sein Volk, das Volk der Hylaren, hatte die Gefahr rasch erkannt, die sich in den finsteren Bergen nördlich von Eskyndor zusammengebraut hatte, doch die anderen Länder hatten den Kundschaftern keinerlei Glauben geschenkt und die Kunde von einer neuen, bösartigen Rasse als Gerücht, ja sogar als irre Fantasien eines Volkes abgetan, das im Schatten der Shakratberge ein abgeschiedenes Dasein führte.

Doch schon kurze Zeit später war der Sturm über Nacht hereingebrochen, Gwendilor hatte das Heulen der Namenlosen vernommen, hatte ihre lauten, polternden Schritte gehört, als sie mit brutaler Gewalt gehaust hatten.

Im letzten Moment war es ihm gelungen, sich rechtzeitig in einer Hütte, nicht mehr als ein alter Holzverschlag, zu verstecken, und zu seinem Glück hatten die Namenlosen ihn wohl übersehen. Als er später, lange Zeit nachdem die Feinde weitergezogen waren, mit zitternden Beinen sein Versteck verlassen hatte, war er einfach nur gerannt. Er hatte nicht sehen wollen, was die Fremden mit seinen Freunden und Verwandten und all den anderen gemacht hatten und so hatte er sein Heil in der Flucht gesucht.

Zwei Tage war dies nun her und hatte es ihn am gestrigen Abend, nachdem er nur mit Mühe ein Feuer hatte entzünden können, gedrängt, zum Dorf zurückzukehren, so verspürte er plötzlich den Drang weiterzugehen.

Zwar verwunderte ihn dieser Wunsch, der über Nacht in seinem Inneren entstanden war, denn er hatte seit seiner Geburt und somit achtzehn Sommer in dem Dorf gelebt, aber er wusste, dass dies lediglich an dem Traum der letzten Nacht lag.

Gwendilor setzte sich vor das heruntergebrannte Feuer und stocherte gedankenverloren in der kalten Asche herum. Drei Männer waren es, die ihm im Traum erschienen waren, drei Könige sogar, die einem Stern folgten, der in einer anderen, fernen Welt lag.

Der Stern sollte sie Könige zu einem Kind von großer Bedeutung führen, auch wenn Gwendilor sich nicht vorzustellen vermochte, welches Kind wohl von solcher Wichtigkeit sein sollte. Dennoch waren es weniger die Könige und das Kind, um die seine Gedanken unablässig kreisten, nein, es war vielmehr der Stern.

Ein glitzernder Stern war ihm im Traum erschienen, ein funkelnder Diamant im Mantel der Nacht, der heller als alle anderen leuchtete. Die Hylaren selbst lebten immer an einem festen Ort, bauten Edelmetalle in den Bergen ab, manchmal fanden sie sogar Edelsteine im dunklen, kalten Fels und der Gedanke, den Sternen zu folgen, war seinem Volk fremd. Dennoch verspürte Gwendilor etwas Verheißungsvolles, ein Versprechen, welches das Licht des Sterns in sein Herz gebrannt hatte, genauso hell, wie der Stern seines Traumes am nächtlichen Firmament.

Gwendilor blickte zum Himmel, doch alle Sterne waren mittlerweile verblasst. Ein kühler Wind raschelte in den wenigen verbliebenen Blättern der großen Eichen, unter denen er Zuflucht gesucht hatte und er beschloss zu warten, bis die Nacht hereinbrach, so dass er den Himmel absuchen konnte, um seinen eigenen Stern zu finden, dessen Licht er folgen konnte.

Während des Tages fing Gwendilor noch zwei Fische, sammelte Beeren und einige Kräuter, um sich Proviant für seine Suche anzulegen.

Immer wieder ertappte er sich selbst dabei, dass er zum Himmel blickte, stets in der Hoffnung, endlich das ersehnte Glitzern zu entdecken. Je weiter die Sonne ihren Bogen über den Himmel zog, desto ungeduldiger wurde er, bis ihn schließlich ein aufgeregtes Gefühl in der Magengegend überkam, als sich das erste Rot der untergehenden Sonne am westlichen Firmament ausbreitete. Seine Vorfreude wurde jedoch jäh erstickt, als sich dicke Wolken auftürmten, die bald schon nicht nur die Sicht auf die Sterne verhüllten, sondern die Welt auch mit einer ersten weißen Schneeschicht bedeckten.

So musste Gwendilor eine weitere Nacht und einen weiteren Tag ausharren, eher er endlich zu einem kalten, aber klaren Sternenhimmel aufblicken konnte. Unzählige Sterne funkelten und glitzerten in den dunklen Weiten und zum ersten Mal in seinem Leben bemerkte Gwendilor erstaunt, wie viele Sterne es gab. Zu Tausenden bevölkerten sie den Himmel, breiteten sich in der großen nächtlichen Himmelskuppel aus, als können man sie einfach herunter pflücken. Fasziniert spähte Gwendilor empor, ließ seinen Blick sehnsüchtig von Stern zu Stern wandern, denn er suchte nicht irgendeinen Stern, sondern DEN Stern, seinen ganz eigenen Stern.

Bald wurde seine Aufmerksamkeit von einem hellen Blinken im Süden angezogen und er glaubte, endlich gefunden zu haben, was er suchte. Doch schon bald erreichte sein Auge ein weiteres Glitzern und er zweifelte daran, dass der Stern im Süden der Richtige war.

Gwendilor legte den Kopf in den Nacken, drehte sich im Kreis und je mehr er suchte, desto weniger konnte er sich für einen Stern entscheiden. Jener, der ihm im Traum erschienen war, war irgendwie größer und heller gewesen, als alle Sterne, die heute Nacht am Himmel standen.

Doch Gwendilor gab nicht auf. Er schwor sich, weiterhin jede Nacht Ausschau zu halten und wenn er seinen Stern an diesem Ort nicht finden sollte, so würde er sicher an einem anderen Ort fündig werden.

So kam es, dass er wenige Tage später tatsächlich Richtung Osten aufbrach und jede Nacht erfüllte ihn mit Vorfreude, der jedoch die Enttäuschung darüber folgte, seinen Stern abermals nicht gefunden zu haben.

Eines Tages, Gwendilor machte gerade im Schutze eines Birkenwäldchens Rast, hörte er ein Rascheln. Jemand bewegte sich unbekümmert durch das herbstliche Laub, dass den gefrorenen Boden bedeckte. Langsam ergriff er seinen Stab, der ihm als Wanderstock diente und den er notfalls auch als Waffe einzusetzen gedachte.

Die Schritte kamen näher, Gwendilor hielt den Atem an. Endlich nahm er zwischen den hellen Stämmen der Birken eine Bewegung wahr. Eine Gestalt in einen langen grünen Umhang gehüllte, kam direkt auf ihn zu. Wenige Schritte noch und sie wäre bei ihm. Entschlossen sprang Gwendilor auf.

»Was willst du«, fuhr er den Fremden an, als dieser plötzlich direkt vor ihm stand. Die Gestalt zuckte zusammen, hatte Gwendilor offenbar nicht bemerkt, fasste sich jedoch schnell wieder. In einer ruhigen Handbewegung zog sie sich die Kapuze vom Kopf und Gwendilor klappte der Unterkiefer herunter.

Vor ihm stand ein junges Mädchen, vielleicht ein oder zwei Jahre jünger als er selbst, und blickte ihn aus großen dunklen Augen an. Lange kastanienbraune Haare fielen ihr über die Schultern und umrahmten ein gleichmäßiges, fein geschnittenes Gesicht.

»Wer … wer bist du«, stammelte er und konnte fühlen, wie ihm die Hitze ins Gesicht schoss, sicher glühten seine Wangen ebenso rot wie die Abendsonne.

»Ich bin Arykin, und wer bist du?«

»Gwendilor«, erwiderte er rasch, als er bemerkte, dass er Arykin nur angestarrt hatte. Das Mädchen vor ihm erschien ihm ungewöhnlich schön, wenngleich er nicht sagen konnte, was ihre Attraktivität wirklich ausmachte.

»Was tust du hier, Arykin?«

Arykin entspannte sich und ließ sich auf dem umgestürzten Baumstamm nieder, auf dem Gwendilor eben noch selbst gesessen hatte.

»Ich bin vor den Finsteren aus den Shakratbergen geflohen.«

»Den Finsteren? Meinst du etwa die Namenlosen?«, unterbrach er sie sogleich aufgeregt.

Arykin zuckte mit den Schultern. »Ich weiß nicht, wer sie wirklich sind, aber sie haben unsere Stadt im Norden der Berge überrannt. Chaos entstand und es gab ein heilloses Durcheinander. Viele wurden getötet, ich aber konnte auf einem Pferd fliehen.«

»Deine Stadt? Meinst du damit etwa Alkrystan, die hohe Stadt des Nordens?«

Arykin nickte und ihre dunkelbraunen Augen wirkten traurig. Gwendilor konnte es kaum fassen. Er hatte Alkrystan noch nie zu Gesicht bekommen. Der direkte Weg von seinem Dorf aus führte durch die gefährlichen und unwirtlichen Berge und darum herum zuwandern hätte ewig gedauert. Offensichtlich war es Arykin gelungen, dank eines schnellen Pferdes die Shakratberge in östlicher Richtung zu umreiten, wo sie schließlich auf ihn gestoßen war.

Das Volk von Alkrystan galt als sehr gebildet und sollte von uraltem Blute sein. Einst, vor langer Zeit war es ein kriegerischer Stamm gewesen, doch hatten sie die Kriegkunst begraben und sich zu einem wohlgebildeten Volk entwickelt, stets bestrebt ihr Wissen über die Welt und ihre Geheimnisse zu erweitern.

»Die Finsteren kamen wie eine Flut über uns«, fuhr Arykin fort und ein Schatten legte sich über ihr Gesicht. »Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele überlebt haben. Es war so schrecklich, dass ich nie wieder zurück gehen möchte.«

»Mir geht es genauso«, entgegnete Gwendilor und berichtete dem Mädchen, was in seinem Dorf geschehen war.

Dann erzählte er ihr von seinem Traum und das Mädchen mit den großen dunklen Augen lauschte seinen Worten aufmerksam.

Auch sie fand es mehr als seltsam, dass drei Könige einem Stern folgen sollten, um ein Kind zu finden, aber irgendetwas an diesem Gedanken schien ihr zu gefallen, denn auf ihrem Gesicht zeigte sich ein Lächeln, dass Gwendilor in seinen Bann zog.

»Drei mächtige Männer, Herrscher ihres Landes, folgen dem Stern, nur um einem Kind zu huldigen. Die Starken verbeugen sich vor den Schwachen und üben sich in Demut«, sinnierte sie, »ein Kind, wie Wasser, dass sich an der tiefsten Stelle sammelt und irgendwann beugt sich selbst der Mächtige zu ihm herab.«

»Was?«, fragte Gwendilor verdutzt.

»Ach nichts. Nur etwas, das mein Vater mich lehrte.« Bei diesen Worten wirkte Arykin sehr traurig und obwohl Gwendilor sie erst vor wenigen Augenblicken kennen gelernt hatte, konnte er nicht anders und legte einen Arm um sie. Sie ließ es geschehen und schmiegte sich sogar an ihn. Es fühlte sich gut an.

So kam es, dass Gwendilor und Arykin gemeinsam weiterzogen und nach dem Stern suchten. Sie ritten zusammen auf Arykins dunkelgrauer Stute, die immer angetrabt kam und freudig wieherte, wenn das Mädchen den Namen des Pferdes, nämlich Elahira, rief.

Eines Nachts, nur wenige Tage nachdem sie sich getroffen hatten, rasteten sie am Fuße eines kleinen Hügels. Noch immer hatte Gwendilor keinen Stern gefunden, der, wie er glaubte, dem seines Traumes auch nur annähernd glich.

»Wir werden deinen Stern niemals finden«, sagte Arykin. »Mit jedem Tag, den wir länger suchen, wird der Stern in deinem Kopf immer größer und strahlender. Kein Stern an diesem Himmel«, sie zeigte hinauf in die dunkelblaue Nacht, »kann mit dem in deinem Kopf konkurrieren.«

»Aber ich muss ihn finden. Ich weiß, dass es ihn gibt, Arykin.«

Sie schüttelte den Kopf, wollte etwas erwidern, doch da wieherte Elahira nervös und Arykin und Gwendilor fuhren erschrocken auf.

»Was war das?«, fragte Gwendilor.

»Ich weiß nicht.« Arykin lauschte angestrengt in die Dunkelheit. Da, da war es wieder. Ein Knacken, gefolgt von einem Geräusch, das wie rasselnder Atmen klang.

Gwendilor wollte rasch nach den Zügeln des Pferdes greifen, doch da schnellte etwas aus dem Unterholz und griff nach Arykin. Zu Gwendilors Überraschung jedoch fuhr sie schnell herum und hatte sogar eine schlanke Schwertklinge unter ihrem Umhang hervor gezogen.

Als Gwendilor erkannte, dass es einer der schwarz verhüllten Namenlosen war, der seine bleichen, skelettartigen Finger nach Arykin ausstreckte, zuckte er erschrocken zusammen und war wie gelähmt vor Schreck.

So konnte er es auch kaum fassen, dass Arykin in einer raschen Bewegung die Klinge herumwirbelte und den Angreifer niederstreckte, auch der Zweite fiel ihrem surrenden Schwert zum Opfer. Ein dritter kam und Gwendilor erkannte, dass sie dieses Mal nicht schnell genug sein würde, zu schnell sauste der Gegner von hinten an das Mädchen heran.

Endlich jedoch packte Gwendilor seinen Stab und schlug ihn dem Angreifer so fest auf den Kopf, dass dieser zu Boden ging.

»Nichts wie weg«, schrie Arykin und schwang sich auf Elahiras Rücken. Nur wenige Schläge seines pochenden Herzens später saß Gwendilor hinter Arykin und beide preschten in rasantem Galopp davon.

»Hat dir das Kämpfen auch dein Vater beigebracht?«, wollte er wissen.

Arykin lachte nur und nickte, während der Wind ihre Haare nach hinten wehte, so dass Gwendilor immer wieder die Sicht verdeckt wurde. Das Arykin mit ihrer schnellen Reaktion ihm in dieser Nacht das Leben gerettet hatte, sollte ihm erst später bewusst werden.

Sie zogen weiter und bald schon verband die beiden mehr, als lediglich die Tatsache, dass ihre Völker von den Namenlosen überrannt und getötet worden waren, ja sogar mehr noch als die Suche nach dem Stern, denn etwas viel mächtigeres brachte sie einander so nahe, wie es zwei Menschen nur sein konnten.

Sie verliebten sich ineinander und irgendwann wurde Arykin der Suche nach Gwendilors Stern überdrüssig. So errichtete er eine Hütte an den Ufern eines kristallblauen Sees, in einem Land, dass im Osten lag, weit entfernt von den Shakratbergen. Sie verbrachten einen kalten, aber glücklichen Winter miteinander, doch als der Frühling kam, wurde Gwendilor unruhig.

Es war der Stern. Noch immer drängte es ihn, den Stern zu finden, dem die drei Könige aus einer fernen Welt einst gefolgt waren. Auch wenn Arykin nicht begeistert war, ließ sie ihn gehen und er versprach, bald wieder hier zu sein.

Tatsächlich blieb Gwendilors Suche erfolglos und er kehrte nach wenigen Tagen zu Arykin zurück, die ihn glücklich in die Arme schloss. Doch bald schon plagte ihn erneut diese Unruhe. Des öfteren saß er bei Nacht draußen und starrte zum Himmel, aber kein Stern war ihm gut genug.

Abermals zog er los und kam zurück, ohne gefunden zu haben, was er so sehr begehrte. Immer wieder machte er sich auf die Suche und die Zeit, in der er fort war, wurde immer länger, doch den Stern seines Traumes fand er nicht. Jedes mal wenn er zurückkehrte, empfing ihn Arykin mit einem Lächeln voller Liebe und schloss ihn in seine Arme. So zogen die Winter und die Sommer ins Land und eines Tages bemerkte er in Arykins Lächeln, dass auch in ihrem Gesicht der Herbst Einzug gehalten hatten.

Aus Liebe ließ sie ihn stets ziehen und in Liebe erwartete sie ihn vor der Tür ihrer Hütte. Eines Tages jedoch, als Gwendilor, über dessen Haare nun auch der Reif des Winters hinweggezogen war, von seiner Sternensuche zurückkehrte, erschrak er und hielt abrupt inne.

Irgendetwas stimmte nicht. Arykin wartete diese Mal nicht vor der Tür, es gab keine liebevolle Umarmung, kein Lächeln.

Gwendilor rannte los, stürmte durch die Holztür, so dass diese beinahe aus den Angeln gerissen wurde und blieb laut keuchend in dem Zimmer stehen.

Als seine Augen sich an das Dunkel gewöhnt hatten, erkannte er Arykin, die schwer atmend auf dem Bett lag. Er war zu lange fortgewesen, viel zu lange.

»Was ist mit dir?«, fragte er und ließ sich neben ihrem Bett nieder.

»Ich bin alt und krank geworden, mein Liebster. Mir bleiben nicht mehr viele Tage.«

»Aber du …«, stammelte Gwendilor, brach aber ab, als er sah, wie schwach sie war.

Grau durchzog ihr einst kastanienfarbenes Haar und Falten hatten sich um ihre dunklen Augen gelegt. Sicher sah auch er nicht jünger aus, aber Arykins Lebenskraft war verbraucht.

Hatte seine Suche, seine ständige Abwesenheit sie so sehr erschöpft? Zum ersten Mal in seinem Leben kam im dieser Gedanke und insgeheim kannte er die Antwort.

»Gwendilor, gib mir meinen alten Umhang, du weißt schon, den Grünen, den ich trug als wir uns kennenlernten.«

Gwendilor kramte den Umhang hervor und legte in ihr auf das Bett. Mit zitternden Händen griff sie in eine der Innentaschen und holte eine fein gearbeitete Silberkette hervor, die sie sich um den Kopf legte, Gwendilor hatte inzwischen einige Kerzen entzündet, um den Raum zu erhellen und als er sich Arykin zuwandte hielt er plötzlich inne.

Alles Blut wich ihm aus dem Gesicht, ihm wurde kalt um die Nase und schwindlig obendrein. Langsam und mit zittrigen Knien zog er einen Stuhl an Arykins Bett und betrachtete die Halskette, die sie sich um den Kopf gelegte hatte und in deren Mitte ein Diamant eingearbeitet war, der nun auf ihrer Stirn im Kerzenlicht funkelte und glitzerte.

»Ich habe es dir nie erzählt«, begann sie, »aber ich bin Arykin Askillion, die Tochter des Königs von Alkrystan. Dieses Diadem ist das Zeichen meines Erbes, das Zeichen des Königshauses. Bitte, ich will es tragen, wenn du mich begräbst.«

Gwendilor vernahm ihre Worte wie aus weiter Ferne. Sein Blick ruhte nur auf dem Edelstein auf Arykins Stirn und er wusste, wo er dieses Funkeln, dieses ganz besondere Glitzern, dass nun durch seine Tränen um ein Vielfaches verstärkt wurde, schon einmal gesehen hatte.

Er kannte es, hatte es bewundert in seinem Traum, dem Traum vom großen Stern. Endlich begriff er, verstand, dass das, wonach er all die Zeit gesucht hatte, schon seit langem zu ihm gekommen war.

Sein ganz persönlicher Stern hatte ihn längst gefunden und er trug den Namen Arykin.

ENDE

Copyright © 2010 by Stephan Lössl

Bildrechte: Besinnliche Momente und Reflexionen” (Besinnlich-die-zweite.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Besinnliche Momente und Reflexionen” (BESINNLICHE MOMENTE-SUBCOVER-100-minus-120-0) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

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12 Comments

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  1. Hallo Stephan, schön dass du jetzt doch noch mitmachst beim Wettbewerb. Ich bräuchte jetzt noch einen Buchtipp von dir passend zu deiner Story (wenn möglich!). Bitte nicht: Heyne, Bastei, Goldmann, Piper oder Rowohlt. Bitte auch kein BOD und nichts aus der Schwarzen Liste vom Buchrezicenter.

    Schreib dein Buchtipp einfach in den Kommentar, ich baus dann ein und zeig es dir.

  2. Ach so: nicht älter als vom Vorjahr!

  3. Hallo Stephan,

    schön, dass du mit einer neuen Story auch an diesem Wettbewerb teilnimmst. Sehr romantisch, wirklich. Aber warum 3 Könige, die durch einen Stern zu einem besonderen Kind geleitet werden? Die Parallele zu Jesus passt eigentlich nicht in deine Fantasywelt. Sollte es die Erde sein – was ja interessant wäre – fehlt der Bezug zu deinem Liebespaar. Der Plot, dass die Königstochter der lange gesuchte Stern des Protagonisten ist, funktioniert doch auch ohne die drei Könige. Letztere waren übrigens gar keine Könige, sondern Weise, was damals allgemein für Forscher/Astronomen/Astrologen stand.

    Deine Story hätte weit mehr Esprit, wenn du da eine geniale, fantastische oder mystische Verbindung finden würdest.

    Mit fantastischen Grüßen
    Cameo

  4. Traurig, traurig. Hätte Ar…(Moment)…Arykin doch nur schon früher von ihrer Herkunft erzählt 🙁

    Cameo hat es schon angesprochen, die Weisen mitsamt der Parallelen zur Weihnachtsgeschichte hätte es nicht gebraucht. Im Gegenteil, sie verwässern eher den Charme der Geschichte.

    So viele fremde Namen hemmen mich immer stark beim Lesen, vor allem, wenn sie nicht unbedingt notwendig sind. Vielleicht benutzt du sie ja auch in deinen anderen Werken, aber mir sind sie halt nicht geläufig.
    Arykin scheint ja recht wehrhaft zu sein, wohingegen die „Namenlosen“ doch eher lästig sind als wirklich gefährlich. Oder täuscht das? Wie die die ganzen Städte erobern konnten, ist mir schleierhaft?

  5. Ich vergaß:
    alles in allem hat mir die Story aber ganz gut gefallen 🙂

  6. Erst Mal ein fröhliches Hallo :-),

    erst mal Sorry, dass ich erst jetzt schreibe. War während der letzten Tage nicht gerade oft am PC. So, aber jetzt:

    @ Detlef: den Buchtipp hab ich drin. Ist eigentlich kein Roman, ich finde Quantenheilung aber mehr als interessant und denke jeder kann davon profitieren.

    @ Cameo: Die Parallele zur Weihnachtsgeschichte liegt daran, dass die Kurzgeschichte zu Weihnachten geschrieben wurde, mit dem Gedanken, etwas „weihnachtliches“ in die Story zu bringen. Das kann ( muss aber nicht ) zum Nachdenken anregen. Für mich war der Hintergedanke bzw die Frage eigentlich, muss man dem Stern folgen, bis zur Grippe, bis zum Kind und damit zu Jesus, oder sagen wir Gott? Ist dieser Weg nötig, muss man diesen Weg wirklich beschreiten, um etwas zu finden, was schon längst da ist und was man schon in sich selbst hat?
    Beispiel: Stellt euch einen Raum vor mit lauter Musik, die euch nervt. Man kann jetzt den Weg nach draußen beschreiten, um irgendwo Stille zu finden, man kann aber auch einfach die Musik/den Lärm abstellen, denn die Stille ist ja dennoch da, hinter der Musik nämlich, da war sie schon immer. (Uups, hoffe das war jetzt nicht zu abschweifend…:-) )

    Für mich spielt die Geschichte in einer anderen Welt, also nicht auf der Erde. Gwendilor hatte eben nur diesen Traum, der halt aus einer (für ihn ) anderen Welt stammt. Wer weiß, wo unsere Träume immer so herkommen…?

    Cameo, welche mystische Verbindung schwebt dir denn vor?

    @ Leon: mit den vielen Namen geb ich die Recht, das ist so eine Sache, besonders in einer Kurzgeschichte, wo man ja eigentlich nicht genug Zeit hat, sich als Leser an alle Namen zu gewöhnen und als Autor nicht genug Papier, um all Namen bzw was dahinter steckt dem Leser nahe zu bringen.

    Na ja, wenigstens sind die Namenlosen namenlos geblieben :-). Aber daran, dass ich mir keinen Namen für sie habe einfallen lassen, erkennt man vielleicht auch, dass sie mir in diesem Fall nicht wichtig waren, und nur Mittel zum Zweck.
    Um den Schrecken der Namenlosen wirklich aufzubauen, also die Eroberung ganzer Städte, die Unterdrückung, ihre Macht auch die Wehrhaften zu schlagen etc., hätte es dann eher ein Buch werden müssen, eine Kurzgeschichte ist da einfach zu kurz, besonders wenn der Focus auf etwas anderem liegt.

    Also, wenn’s noch Fragen gibt…

    Viele Grüße!

  7. Hallo Stephan,

    Vielen Dank für deinen Buchtipp. Ich habe ihn reingestellt. Bitte mal nachsehen, ob alles so in Ordnung.

    An alle anderen Community-Autoren: Ihr schreibt ja bei Pressemeldungen und dem dabei von mir ausgesuchten Titel recht oft Eure Meinung dazu.

    Jetzt möchte ich Euch bitten, das selbe auch zu Titeln zu machen, die von den Autoren ausgesucht wurden und unter ihren Storys stehen.

    Wir wollen ja den jeweiligen Verlag dazu bringen, diese zur Verlosung zu sponsern, damit mehr Besucher auf sfbasar.de kommen und dabei Bücher über unsere Bestellinks ordern, damit die Werbekostenerstattungen, die wir dafür erhalten, die Preisggelder für den Storywettbewerb weiter aufstocken!

    Danke schon mal!

  8. „bis zur Grippe“ Oh, der Arme hat die Grippe 🙂 dann passt ja das Quantenheilungbuch supergut 🙂

    „(Uups, hoffe das war jetzt nicht zu abschweifend…:-) “ Ähm, doch! 😉

    Eigenartige oder fremdklingende Namen in Geschichten sind doch im Fantasybereich normal, finde ich.
    Wäre ja auch komisch in einer Fantasystory einen Schorsch und eine Marianne zu finden, oder 😉

  9. Das fände ich mal echt witzig, wenn die Protagonisten in einer Fantasy-Story oder in einer aus einer anderen Welt so heißen würden. Wäre mal was neues!

  10. Oh je, die Grippe 🙂 . Aber wer weiß, wenn die drei Weisen Tage lang unterwegs waren und Joseph und Maria in der Krippe geschlafen haben, da könnte sich schon wer ’ne Grippe eingefangen haben.

    Das mit den Namen ist echt schwer, gerade in der fantastischen Literatur. Alltägliche Namen machen da sicher keinen Sinn, andererseits müssen die Namen zu den Protagonisten passen und auch noch aussprechbar sein.

  11. Du hast recht, Namen für Fantasy-Geschichten sind echt schwer zu finden. Sie sollten aussprechbar und nicht zu schwer zu merken sein. Toll finde ich Namen, die sich vertraut anhören und bei denen man gleich ein Bild vor Augen hat, wie die aus „Herr der Ringe“ (deutsche Übersetzung).

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