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RÜCKKEHR MIT HINDERNISSEN IV – eine Fantasy-Kurzgeschichte von little_wonni

Rückkehr mit Hindernissen IV


eine


Fantasy-Kurzgeschichte


von


little_wonni

>> Zum vorherigen Teil <<

Das war definitiv, die beschissenste Woche ihres ganzen verdammten Lebens. Dabei war ihre Woche noch keinen ganzen Tag alt und sie wusste noch nicht einmal was für ein Wochentag gerade war. Gerne hätte sie dafür alle Schuld ihrem Bruder in die Schuhe geschoben, aber hier hatte sie sich alleine reingeritten.

Die alte Frau hysterisch anzuschreien und mit Kleidungstücken aus ihrer Tasche zu bewerfen, war ihr zunächst wie eine richtig gute Idee vorgekommen. Dies fand aber ein jähes Ende, als die zum Hörer griff und die Polizei anrief. Hätte sie in dem Moment schnell genug geschaltet und wäre das Universum auch nur ein bisschen auf ihrer Seite gewesen, hätte sie es noch schaffen können sich aus dem Staub zu machen. Da aber das Universum im Moment vollkommen gegen sie arbeitete, war die nächste Polizeistreife gerade mal einen Block entfernt gewesen und fing sie am Hauseingang ab, als sie gerade mit den verbliebenen Kleidern in ihren Tragetaschen flüchten wollte.
Das Entgegenwerfen der Tragetasche wurde ihr dann auch noch als Widerstand gegen die Staatsgewalt gewertet und bescherte ihr gleich eine Fahrt ins Polizeirevier. Zu allem Übel hatte sie sich beim Einsteigen auch noch den Kopf angehauen und hatte nun üble Kopfschmerzen. Verzweifelt versuchte sie den Polizisten klarzumachen, dass nichts von dem ganzen Schlamassel ihre Schuld war, was sich aber als mehr als schwierig herausstellte, da sie  von den vielen Treppenstufen aus der Puste war.

“Wie oft soll ich Ihnen das jetzt noch erklären? Nichts von dem, was passiert ist, war meine Schuld! Meinen Bruder sollten sie verhaften, diesen elenden verlogen Mistkerl. Schließlich hat er mich …”

“Ja, ja in einen Frosch verwandelt”
, begann er entnervt. “Das hatten wir schon Miss Bloodstone. Und ich wiederhole mich da wirklich ungern: Zum einen haben wir ihren Bruder nicht in der Wohnung von Frau Rosenberg vorgefunden, also kann er nichts mit der Sache zu tun haben. Frau Rosenberg hat uns mittlerweile bestätigt, dass er vor 7 Monaten aus ihrem gemeinsamen Apartment ausgezogen ist. Er erwähnte auch gegenüber Frau Rosenberg, dass sie und ich zitiere an dieser Stelle “auf einem ganz komischen Trip wären und nicht mehr alle beisammen hätten”. Und zum anderen gibt es keine Menschen, die andere in Frösche verwandeln können!”, endete er brüllend.

“Er ist ja auch ein Elf! Die können zaubern. Und ich konnte auch zaubern, wenn ich meine Ohren noch hätte, würde ich sie auf der Stelle in einen Frosch verwandeln, damit sie mal sehen wie sehr sie sich irren!”
brüllte sie zurück.

In dem Moment öffnete sich die Tür des Befragungszimmers und ein anderer Polizist steckte seinen Kopf durch die Tür. Braune Haare, braune Augen und von der großen Nase einmal abgesehen, ziemlich niedlich.

“Brauchst du auch einen Kaffee, Dirk?”

“Ja bitte, Sam! Und ruf mir jemanden vom psychologischen Dienst.”

“Wieso, was haben wir denn?”, fragte der Braunhaarige.

“Das Übliche kurz vor Vollmond. Hausfriedensbruch, tätlicher Angriff und ach, ja einen bösen Bruder, der sie in einen Frosch verwandelt hat”
, sagte er und zog wissend die Augenbrauen nach oben, “Außerdem sollst du mich in der Dienstzeit nicht mit meinem Vornamen ansprechen.”

“Ja das könnte ein Grund sein den psychologischen Dienst anzurufen, Herr Petersen, Sir!”, frotzelte Sam und verschwand durch die Tür.

“McGrey gibt mir bei den Spätschichten wirklich den Rest”
, murmelte er und schaute Dahlia noch einmal mit einem resignierten Blick an, “Noch einmal von vorne Miss Bloodstone… ”

Dahlia war völlig am Ende. Ihr Kopf tat so unheimlich weh und pochte unaufhörlich. Sie war nicht in der Lage auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Wenigstens hatten sie sie im Beisein einer Polizisten duschen lassen, sodass sie jetzt nicht mehr den ganzen Schmutz vom Tümpel in den Haaren hatte und ihre Füße wieder schneeweiß waren. Auch hatten sie ihr erlaubt frische Kleidung aus ihrer Tasche zu kramen. Sie trug jetzt einen schwarzen Rock der Handbreit über den Knien endete und eine rote Bluse.
Allerdings verbesserte ihr frisches Aussehen, die Laune des grauhaarigen Polizisten nicht. Vielmehr schien es ihn noch wütender zu machen, als er eh schon war.

“Mein Bruder hat mich in …”, setzte sie erneut an.

“Ich werde mir den Scheiß nicht noch einmal anhören!”, rastete Dirk Petersen nun vollkommen aus.

Sam McGrey hörte die Wutschreie seines Kollegen, durch 2 Bürowände und die geschlossene Tür. Er musste etwas unternehmen, bevor sein Kollege die Kleine endgültig plattmachte. Leider fiel ihm für die Lösung dieses Problems nur eine Person ein. Er griff zum Telefon. Dieser Anruf würde ihn teuer zu stehen kommen …

FORTSETZUNG FOLGT…

>> Zum nächsten Teil <<

Copyright (c) 2012 by little_wonni

Bildrechte: Coverillustration “Fremdwesen01” (TN-20110131041632-4c05fc6e.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Fremdwesen01-100-minus55-100.jpg” (Originaltitel: TN-20110131041632-4c05fc6e.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

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Updated: 21. April 2012 — 14:33

10 Comments

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  1. Vom Schreiben her gefällt mir dieser teil und auch die Handlung funzt. Hier hast du ja jetzt sowas wie einen Miniplot, sehr gut. Ich finde nur, dass die Reaktion des Polizisten am Ende doch zu heftig ausfällt als glaubwürdig rüber zu kommen. Hier wäre meiner Meinung nach weniger mehr. Ansonsten mach dieser Part Spass beim Lesen und neugierig darauf, wie es weitergeht.

    Das Buchcover ist mal wieder zu groß und nicht mittig. Ich würde diesen Teil gerne einer Anthologie zuordnen, was meinst du wo sie am besten reinpasst?

  2. In welche Anthologie machen wir das hier denn jetzt rein?

  3. Keine Ahnung. Vorschläge?

  4. Christa Kuczinski

    Klasse, dieser Teil gefällt mir besonders gut. Insbesondere haben es mir diese Sätze angetan:

    Das war definitiv, die beschissenste Woche ihres ganzen verdammten Lebens. Dabei war ihre Woche noch keinen ganzen Tag alt und sie wusste noch nicht einmal was für ein Wochentag gerade war.

    Das Entgegenwerfen der Tragetasche wurde ihr dann auch noch als Widerstand gegen die Staatsgewalt gewertet 😉

  5. Wenn wir eine Anthologie hätten die „Satire“ thematisieren würde, würde das perfekt passen, oder? 😉

    Keine Ahnung, bestimmt fällt mir noch was ein, wer hat einen Vorschlag?

  6. Also s ich nicht verstehe ist, warum die Protagonistin denn über haupt das mit den Ohren, den Elfen und dem Zaubern erwähnt, die muß sich doch denken, daß sie damit nicht durchkommen wird! Ist die Kleine wirklich so naiv? Ich denke die Elfen werden so alt und lebenserfahren? Was sagt die Autorin dazu?

  7. Hängt vielleicht an dem Tag den sie hatte: nackt und nass im Tümpel erwacht, inkooperativer Taxifahrer und zickige Nachbarin, verständnisloser Polizist und angeschlagener Kopf. Vielleicht fehlt ihr auch im Moment die menschliche Geistesgegenwart? Immerhin war sie vor wenigen Stunden noch ein Frosch. Da darf man schon etwas verwirrt sein! Außerdem wird man nicht allzuoft in seinem Leben in einen Frosch verwandelt …

  8. Hauptsache es kommt in dem Moment kein Franzosenkoch vorbei, oder? 🙂

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