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Literatur-Blog

REISEERZÄHLUNGEN EINES WELTRAUMABENTEURERS – AUFBRUCH – Science Fiction von Günther K. Lietz

Reiseerzählungen eines Weltraumabenteurers

Science Fiction
von
Günther K. Lietz

Aufbruch

Viele Wege führen nach Rom, liebe Leser. Aber das ist eine Untertreibung, denn alle Wege führen nach Rom. Jedenfalls im Jahre 3010. Das ist zufälligerweise auch genau das Jahr, in dem ich von der Akademie abging und meine Forschungsreisen aufnahm. Zur damaligen Zeit noch eine gefährliche Tätigkeit, die einem unglücklichen Expeditionsteilnehmer schnell einmal das Leben kosten konnte. Doch der jugendliche Tatendrang und die damit verbundene Neugierde auf das Leben sind Dinge, die ich im Nachhinein keinesfalls missen möchte. Und ich muss gestehen, trotz all der Gefahren war es eine aufregende und schöne Zeit. Meistens.

Wie von mir bereits angedeutet, liegt Rom im Zentrum der dem Menschen bekannten Welt. Und diese Welt ist sehr groß, umfasst sie doch mehr als eintausend bewohnte Planeten. Das sind jedenfalls offizielle Schätzungen und die Dunkelziffern dürften ein wenig höher liegen. Aber dabei handelt es sich weitgehend um kleine Felsbrocken im All, auf denen sich niedere Charaktere und der Abschaum des Imperiums vor den Augen des Gesetzes verborgen halten.

Im Zentrum des Imperiums liegt also Rom, ein wunderschöner Planet und Sitz des Senats. Der setzt sich wiederum aus Vertretern der imperialen Planeten zusammen und erlässt die imperialen Gesetze, die dann über den planetaren Gesetzen stehen. Man sollte nun meinen da könnten rasch Streitigkeiten aufkommen, aber weit gefehlt. Die Planeten handeln weitgehend in Eigenverantwortung und nur die grundlegenden Gesetze müssen befolgt werden. Dabei handelt es sich um die Menschenrechte, Zölle und Abgaben.

Damit es zu keinen Ungerechtigkeiten kommt, muss jemand ein waches Auge auf den Senat haben und in der Lage sein, sämtliche Angelegenheiten des Imperiums zu koordinieren. Das macht der Imperator, der für eine Dekade regiert, dann abdankt und seinem Nachfolger Platz macht.

Der Imperator wird übrigens vom Volk aus den Reihen der Senatoren gewählt. Das bedeutet natürlich alle zehn Jahre ein großes Spektakel, dass im ganzen Universum übertragen wird und einem großen Volksfest gleicht. Auf den meisten Planeten wird eine ganze Woche lang gefeiert und in Rom dauern die Feierlichkeiten sogar einen ganzen Monat an.

Sicherlich fragen Sie sich jetzt, was ich mit Woche und Monat meine. Nun, im Imperium gilt der imperiale Standard. Meistens. Es gibt viele Planeten, Stationen und Schiffe, für die der Standard unmöglich einzuhalten ist. Dann muss man schon ein wenig rechnen und es ist von Vorteil einen Agenten zu besitzen. Liebe Leser, ich sollte ihnen vielleicht auch kurz einige erklärende Worte zu Agenten erzählen.

Bei dem Agenten eines fortschrittlichen imperialen Bürgers, handelt es sich um eine virtuelle Sache. So besitze ich unter meiner Haut einen kleinen Chip, der sämtliche wichtigen Daten meines Lebens beinhaltet und sichert. Durch entsprechende Geräte ist es mir nun möglich die Daten auszulesen, zu bearbeiten und auch wieder abzuspeichern. Ich benutze dazu meine Armbanduhr, die zwar schlicht aussieht, aber allerlei nützliche Spielereien beinhaltet.

Wichtig zu erwähnen ist auch noch, dass jeder Agent eine eigene Persönlichkeit besitzt. Die technischen Details würden an dieser Stelle nur unnütz aufhalten, doch sei gesagt, dass Agenten eine künstliche Intelligenz sind und ihr Verhalten durch den jeweiligen Benutzer mitbestimmt wird.

Zu erwähnen sei ebenfalls, dass moderne Agenten in ihren Fähigkeiten eingeschränkt sind. Es gab eine Zeit, in der ein Agent viel mehr Möglichkeiten besaß, mit seinem Besitzer zu interagieren und Agenten auch mit allerlei Implantaten verbunden waren. Das führte zu Konflikten und Krieg, denn einige der Agenten erklärten sich für unabhängige Individuen und übernahmen die Kontrolle über ihre Besitzer. Dieser Abschnitt in der Geschichte des Imperiums ist blutig und traurig – und sicherlich keines weiteren Wortes mehr wert.

Jedenfalls hatte ich das Sommersemester 3010 an der römischen Akademie als Jahrgangsletzter absolviert. Sicherlich kein Grund darauf stolz zu sein, doch muss ich es erwähnen, um falsche Vorstellungen bezüglich meiner Person zu vermeiden. Glauben Sie bitte nicht ich wäre ein unfähiger junger Mann, der gerne große Worte spricht. Nein.

Es ist viel mehr so, dass ich ein Mann der Praxis bin und Theorie als eher langweilig empfinde. Das soll nun keine Rechtfertigung sein, sondern nur eine Feststellung. Und in dem ich mich Ihnen hier mit meiner beschämenden Leistung offenbare, sollte ich meine Glaubwürdigkeit unterstreichen. Denn somit wissen Sie ja, dass ich kein Mann bin, der etwas verbirgt.

Ich hatte in den letzten zehn Jahren verschiedene Studienfächer ausprobiert und keines hatte mir gefallen. Schlussendlich schrieb ich mich in Xenophilosophie ein und machte mit Mühe und Not meinen Abschluss. Das war auch dringend angeraten, erreichte mich doch eine traurige Nachricht aus dem Hause meiner Eltern auf Sodium Prime: Sind bankrott, zählen nun auf Dich.

Das war eine sehr knappe Nachricht, aber die Kosten für die Nachrichtenübertragung innerhalb des Imperiums mittels Hyperpulsgeneratoren sind sehr hoch. Man kann zwar Nachrichten mit Hilfe von Postbooten versenden, aber da sind wiederum die Transportzeiten sehr lang. Das meine Eltern trotz ihrer finanziellen Probleme eine Nachricht per Hyperpulsgeneratorstation übermittelten mag aufzeigen, wie schlimm es ihnen ging.

Also packte ich meinen kleinen Koffer, zog aus dem Studentenwohnheim aus und saß erst einmal auf der Straße. Glücklicherweise ist das Klima auf Rom sehr milde und die Straßen sauber, sodass die ersten Tage noch recht angenehm waren. Doch das Leben als Obdachloser ist kein sorgloses Leben. Zwar gibt es imperiale Organisationen die Abhilfe schaffen, doch ich wollte zu diesem Zeitpunkt keinesfalls als Pionier auf ein Kolonieschiff eingeladen werden. Dieses imperial verordnete Pionierleben klingt nun vielleicht nach ein wenig staatlichem Zwang, aber so hat jeder Bürger des Imperiums die Gelegenheit, etwas aus seinem Leben zu machen.

Da saß ich also im Park, fütterte mit meinem letzten Brot die Enten und überlegte, was für eine Karriere ich einschlagen wollte.

Das Militär schied aus, denn mir schwebten Abenteuer vor – und das Leben eines imperialen Legionärs ist eher langweilig, setzt es sich doch aus Büroarbeit, Protokolle schreiben und Wache stehen zusammen. Aber in der Not ist eine jede Arbeit verlockend die ein Auskommen ermöglicht. Also stieß ich einen tiefen Seufzer aus und machte mich auf den Weg zum Rekrutierungsbüro der Legion.

Während ich nun langsamen Schrittes förmlich durch die Straßen schlich, ließ ich meinen Blick über die leuchtenden und blinkenden Anzeigen der Geschäfte und Büros schweifen. Und dieser Blick verweilte dann zufällig auf der Anzeige einer großen Reederei im Schaufenster einer Reiseagentur, die Arbeitskräfte für ein Luxuskreuzfahrtschiff suchte. Bezahlung gut, Arbeit einfach, viel Freizeit und die Möglichkeit das Imperium und seine Planeten aus erster Hand genauer kennenzulernen. Ich muss sagen, ich war begeistert.

Also griff ich kurzerhand meinen Koffer fester, drückte die Türe zum Büro auf und trat ein. Das Büro selbst war nur ein kleiner und unbedeutender Raum, in dessen Mitte ein gläserner Tisch stand, über dessen Oberfläche Bilder und Texte flimmerten. Vor dem Tisch standen drei wacklige Metallstühle.

Hinter dem Tisch saß ein kleines Kerlchen mit kahl geschorenem Schädel. Seine schiefe Nase zuckte nervös und seine winzigen Äuglein fixierten mich abschätzend. Das Kerlchen trug einen schlichten grauen Anzug, mit einer schief sitzenden Fliege in rosa und grün. „Ja?“ Die Frage war vorsichtig und gedehnt vorgebracht.

Mit einem breiten Grinsen ließ ich meinen Koffer zu Boden poltern und setzte mich auf einen der freien Stühle. „Leeds, Gee Point Leeds mein Name. Ich habe Ihre Anzeige im Fenster gesehen und muss sagen, dass ich begeistert bin.“

„Was denn für eine Anzeige?“ Hoffnung schwang in seiner Stimme mit.

„Dass Sie auf der Suche nach jungen und motivierten Arbeitskräften sind, die das Abenteuer suchen.“

Das Kerlchen schürzte die Lippen und blickte mich kurz enttäuscht an. „Ach ja, stimmt, diese Anzeige meinen Sie, Herr Leeds. Ja, gut, Vrock Kent mein Name, bin Manager hier und arbeite für die Starline-Reederei. Bei mir sind Sie genau richtig. Schon mal als Steward tätig gewesen?“

„Nein.“

„Haben Sie denn Erfahrung auf Kreuzfahrtschiffen?“

„Ebenfalls nein.“

„Können Sie irgendein Arbeitszeugnis vorlegen?“

„Sieht auch schlecht aus.“

Kent runzelte nun die Stirn und tippte nervös auf der Glasplatte des Tischs. „Studium?“

„Ja, aber reden wir lieber nicht darüber.“

„Haben Sie eine Ahnung, was auf Sie zukommt?“ Kent rieb sich mit der linken Handfläche über seinen blanken Hinterkopf.

„Ungenau. Weiß nur das, was ich eben in der Anzeige im Fenster gelesen habe.“ Meine offene Art schien das Kerlchen überzeugt zu haben.

Seufzend fertigte Kent einen Vertrag an und drehte ihn zu mir. Ich beugte mich also über den Tisch und überflog eilig die ersten Absätze, dann sprang ich sofort zum Ende und drückte meinen Daumen auf die Glasplatte. „Gee Point Leeds, Bürger des Imperiums“, bestätigte ich hörbar meinen Abdruck und hatte somit den Vertrag unterzeichnet. Stolz lehnte ich mich im Stuhl wieder zurück.

Kent speicherte den Vertrag und schickt mit einem Knopfdruck eine Kopie an die Starline-Reederei. Dann reichte er mir seine Hand zum Einschlagen.

„Willkommen bei Starline, mein Junge. Sie haben die richtige Entscheidung getroffen. Bei Starline werden Sie echte Abenteuer erleben, die große weite Welt kennenlernen und was zu sehen bekommen. Die nächsten fünf Jahre werden die schönsten Jahre Ihres Lebens sein. Bin mir sicher, dass es Ihnen gefallen wird.“

„Fünf Jahre?“ Ich war verblüfft und ehrlich überrascht.

„Ja, mein Junge, stand ja im Vertrag. Irgendwo in der Mitte, so um Paragraf dreißig oder vierzig, hinter dem Haftungsausschluss meine ich. Selten jemand gesehen, der so flink unterzeichnet hat.“

„Ja, nun, ich stehe natürlich zu meinem Wort. Wann trete ich denn meine Arbeit an? Und vor allem wo?“

Kent lächelte. „Das werden Sie mir jetzt kaum glauben, aber es geht sofort los. Sie haben Glück, die Queen Britt ist im Orbit, wartet scheinbar nur noch auf Sie. Großes und modernes Schiff, genau das Richtige, mein Junge. Sachen haben Sie alle gepackt, wie ich sehe. Mann von schneller Entscheidung. Lobe ich mir.“

Nun, zu diesem Zeitpunkt keimte in mir zum ersten Mal der Verdacht auf, einen großen Fehler begangen zu haben. Doch wie meine Mutter mir immer sagte: „Fehler sind zum Korrigieren da“. An diesen Leitspruch wollte ich mich in dieser Situation halten. Immerhin musste meine Mutter wissen was sie mich lehrte, war sie doch Lehrerin.

Das Kerlchen übertrug meinem Agenten die nötigen Papiere, dann reichten wir uns die Hand und ich machte mich auf den Weg zur nächstgelegenen Transport-Station.

Diese Stationen müssen Sie wissen, befinden sich auf jedem Planeten. Mal mehr, mal weniger. Es handelt sich dabei um eine Art großen Bahnhof, von dem aus Personen in den Orbit gebracht werden, um dort an Bord eines großen Schiffes zu gehen, da diese, aufgrund ihrer Masse und Konstruktion, kaum zum Landen taugen. Zu einer dieser Transport-Stationen ging nun auch ich.

Meine neuen Papiere beinhalteten eine Flugkarte zur Queen Britt. Die Flugkarte war allerdings nur für einen Linienflug tauglich. So musste ich zuerst mit einem beengten Zwei-Personen-Schweber zur Transport-Station Himmelfahrt und dann in einen Linientransporter umsteigen, der vollkommen überfüllt war.

Die Fahrgäste stammten offensichtlich aus allen denkbaren sozialen Schichten der Arbeiterklasse. Mit prallen Koffern drängten sie sich in den bananenförmigen Transporter und ich musste regelrecht um einen Sitzplatz kämpfen. Schlussendlich saß ich eingepfercht zwischen zwei Gestalten, die nur als kurios zu bezeichnen sind.

Der Eine war ein Mann von großer und kantiger Statur. Sein massiger Körper schien nur aus gestählten Muskeln zu bestehen, die sich unter seinem blauen Overall prall spannten. Sein blondes Haar hatte er kurzgeschoren und einige violette Strähnen eingeflochten, die sich in unregelmäßigen Abständen rosa färbten, einmal glitzerten und dann wieder violett wurden. An seinem linken Ohr baumelte ein kleiner silberner Ohrring, der die Form einer Ananas hatte. Ich schätzte diesen Hünen auf Mitte dreißig.

„Leonardo Rosin.“ Er reichte mir mit einem freundlichen Lächeln seine Pranke zum Einschlagen. Ich nahm die Geste ebenfalls freundlich lächelnd an und stellte mich vor. Dabei klang mein Name wohl etwas gequetscht, denn Leonards Händedruck war fester, als ich vermutet hatte. Schmerzhaft schüttelte ich die Finger aus und massierte mit zusammengekniffenen Augen die wehe Hand.

„Oh, entschuldigen Sie.“ Leonard guckte mich erschrocken an. Seine hellblauen Augen zeigten offene Bestürzung und unwillkürlich kam in mir der Eindruck auf, es mit einem unbedarften Riesensäugling zu schaffen zu haben. „Das passiert mir immer wieder. Ich kann meine Kraft einfach nicht einschätzen.“

„Das stimmt“, kommentierte nun mein anderer Sitznachbar, ein dürrer und knochiger Mann, der wohl auf die sechzig Jahre zuging. Dürr dürfte eigentlich kaum zutreffend sein, verdorrt beschreibt es eher. Ich habe selten einen so mageren Gesellen gesehen, wie diesen Kerl.

Er trug einen gut geschnittenen Nadelstreifenanzug mit zurückgeschlagener Kapuze. So war sein wettergegerbtes Gesicht zu erkennen, in das sich tiefe Falten gegraben hatten, die nun lustig seine Mundwinkel und seine warmen braunen Augen umspielten. Sein blaues Haar war sehr schütter und bestand aus nur drei Strähnen, die er mittels Haarfestiger regelrecht an seinen kahlen Schädel in Schneckenhausform geklebt hatte. Es wirkte beinahe wie eine Tätowierung.

„Beau Drexel.“ Er reichte mir die linke Hand und ich erkannte, dass ihm der kleine Finger und der Ringfinger fehlten. „Sie können mich Beau nennen.“ Entweder hatte er für eine Korrektur der deformierten Hand kein Geld oder lehnte den kleinen Eingriff aus persönlichen Gründen ab. „Meinen Mann haben sie bereits kennengelernt.“

„Freut mich, Beau.“ Ich reichte ihm meine wehe Hand zum Gruße, die er rücksichtsvoll drückte. „Gehören sie beide denn ebenfalls zum Personal der Queen Britt?“

„Ja, wir sind schon seit zwei Jahren dabei. Ich vermute, das hier ist ihr erster Job auf einem Luxuskreuzfahrtschiff, Gee?“

„Ja, woran haben Sie das erkannt?“

„Nun, Ihre etwas unbeholfene Art und Ihr Auftreten zeigen, dass Sie noch keine echten Weltraumbeine haben.“

„Weltraumbeine?“

Leonard nickte. „Ja, Weltraumbeine. Wissen Sie, Gee, an Bord eines Raumschiffs entwickelt man einen leicht anderen Gang. Trotz der künstlichen Schwerkraft ist es doch ein Unterschied, sich auf einem Planeten zu bewegen. Das werden Sie noch feststellen. In wenigen Wochen haben Sie aber sicherlich  selbst Weltraumbeine. Als was haben Sie denn angeheuert?“

„Steward.“ Ich grinste breit, als sei Steward etwas Besonderes. Meine beiden neuen Bekannten grinsten ebenfalls, doch mehr freundschaftlich über meinen Stolz, als dass sie meine Tätigkeit als etwas Besonderes empfinden würden.

„Steward also.“ Beau schnalzte mit der Zunge. „Wohl Ihr erster Job würde ich wetten. Steward, das ist der Job für die Neulinge, für die ohne Ahnung. Steward, das ist die Bezeichnung für den Kerl, der man überall einsetzt. Steward nennt man genau den Knaben, von dem man noch nicht weiß, was er kann oder dem man nichts zutraut. Steward, da will jeder Bursche mit genug Verstand schnell von weg. Steward ist eine Sache, die man im ersten Jahr macht. Dann hat man sich einen Namen an Bord verdient und sieht zu, dass man woanders landet. Steward, wer das nach zwölf Monaten noch macht, der hat den Weltraum und die Luxuskreuzschifffahrt nicht verstanden. Steward, das ist in Ordnung – für den Anfang.“

Ich nickte mit großen Augen und offenem Mund. Scheinbar fing ich an Bord ganz unten an und würde mich nach oben arbeiten müssen. Doch in Leonards und Beaus Augen sah ich, dass sie es nicht böse, sondern dass sie es nur ehrlich mit mir meinten. Ich erkannte, dass ich hier zwei neue Freunde gewonnen hatte. „Und was für Tätigkeiten üben Sie an Bord aus?“

„Haardesigner“, antwortete Leonard. „Ich bin auf dem Gebiet ziemlich talentiert. Wenn Sie eine neue Frisur brauchen, Gee, kommen Sie einfach bei mir vorbei. Geht natürlich aufs Haus.“

Beau grinste. „Mein Kleiner kann es nicht lassen. Aber genau deswegen liebe ich ihn so.“ Er reichte mit seiner gesunden Hand an mir vorbei und tätschelte Leonard am Kinn. „Ich bin übrigens Steward.“

Mein Blick war innerhalb eines Augenblicks sehr verblüfft und Beau lachte auf. „Chefsteward. Ich bilde die Neuen aus und zeige ihnen, worauf es ankommt. Das wird dann wohl auch für Sie gelten, Gee. Und ich werde keine falsche Rücksicht üben, mein Lieber. Das gebe ich Ihnen als Warnung im Vorfeld mit.“

Ich lachte ebenfalls und auch Leonard stimmte mit ein. Diese beiden Männer waren originelle Kerle, die man einfach nur lieben konnte.

Ich bemerkte nun, wie der Transporter langsamer wurde. Die Zeit war wörtlich wie im Fluge vergangen und wir hatten unser Ziel erreicht: die Queen Britt. Das Abenteuer begann.

ENDE

Copyright (c) 2013 by Günther Lietz, all rights reserved

Buchtipp der Redaktion:

Boom, Dirk van den
D9E – Die neunte Expansion

Eine Reise alter Helden

Umschlaggestaltung von Preuss, Alexander
Verlag :      Wurdack Verlag
ISBN :      978-3-95556-010-2
Einband :      Paperback
Preisinfo :      12,95 Eur[D] / 13,40 Eur[A] / 18,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 07.02.2013
Sonstige Preise :      10,00 Eur[D] Gültig bis 15.09.2013 / 10,30 Eur[A] Gültig bis 15.09.2013 / 14,90 CHF UVP Gültig bis 15.09.2013
Seiten/Umfang :      ca. 256 S. – 21,0 x 13,2 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 12.10.2013
Gewicht :      280 g
Aus der Reihe :      D9E – Die neunte Expansion 1

Das schwer beschädigte irdische Kriegsschiff Interceptor flieht nach einer verlorenen Schlacht vor den rätselhaften Hondh und kann die heimatliche Erde erst nach einem langen Unterlichtflug erreichen. Während auf dem Schiff nur wenige Jahrzehnte verstreichen, sind auf der Erde fast 500 Jahre vergangen. Jetzt, in ihrer Zukunft, muss die Mannschaft feststellen, dass die Aliens den Krieg für sich entschieden haben und die Menschheit ihren neuen Herren seit langer Zeit Tribut und Gehorsam schuldig ist. Die müden Soldaten stehen vor einer wichtigen Entscheidung: sollen sie jetzt ihren persönlichen Frieden suchen oder den verlorenen Krieg 500 Jahre in der Zukunft wieder aufnehmen?

Dirk van den Boom, geb. 1966, arbeitet eigentlich als Consultant und ist Professor für Politikwissenschaft. Als Science-Fiction-Autor hob er die Serie »Rettungskreuzer Ikarus« aus der Taufe. Neben seinem Engagement für »Die neunte Expansion« veröffentlicht er regelmäßig weitere Romane in seinem Military-SF-Zyklus um den Tentakelkrieg sowie der alternative-history-Serie um die Kaiserkrieger. Darüber hinaus ist er als Übersetzer tätig.

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei Libri.de

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5 Comments

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  1. Klingt interessant! Geht das weiter? Wird das eine Fortsetzungsgeschichte?

    Bitte trag auch du noch die Copyrightvermerke ein und bitte auch einen Buchtipp.

    Was meinen die anderen Leser zu dieser Geschichte? Gibt es hierzu Meinungen?

  2. Christa Kuczinski

    Top! Ein schoener Schreibstil, ich würde weiterlesen… Was mir besonders gut gefallen hat, der Leser erfährt bereits am Anfang etwas über den Planeten. Die sehr angenehm eingefügten Informatinen ergeben ein schoenes Bild, man ist als Leser mitten im Geschehen*

  3. Keine Ahnung, wohin das führt. Bisher ist das eine lockere Ansammlung von kurzen Geschichten. Weder chronologisch, noch lückenlos. 🙂

  4. Christa Kuczinski

    Das habe ich auch bei meiner ersten Romanseite gesagt und inzwischen ist daraus eine Trilogie entstanden. Lass dich einfach von deiner Muse führen 😉

  5. Jetzt nochmal mit einem Buch der Redaktion von einem Titel, der im Oktober rauskommen wird. Von diesem Titel versuche ich eine Leseprobe für unseren AWARD zu bekommen und ein Verlsoungsexemplar mit persönlicher Widmung, da unsere Community-Autorin Irene den Autor gut kennt. Mal sehen ob das alles so klappt. Wie findet ihr den Titel? Interessant?

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