OFF – Geschichte aus dem Cyberspace von Frank Hebben

In ihrem Kopf ein Raum – schwarz und weit. Stromausfall in der Stadt. Magdalena hatte die Kabel nicht aus den Buchsen gezogen, auch wenn der Kosmos und alles Licht und alle Daten in ihren Nerven nur noch Echos von Echos warfen. Ein Flimmern in der Dunkelheit. Sie war allein, nach über zwanzig Jahren, in denen sie Tag und Nacht die Kabel bis zum Bett gezogen hatte, sobald sie schlafen musste. Und zur Tür und zum Klo, zu den Fenstern, zum Balkon. Online, immer. Als Magdalena langsam die Augen öffnete und von der Tastatur aufsah, wurde ihr erst bewusst, was sie soeben getan hatte: der Stadt das Lebenselixier geraubt, den Strom aus sechs Fusionskraftwerken. Aber es war ruhig, weder Stimmen noch Sirenen. Nichts.