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MORGENGRAUEN II – eine Kurzgeschichte von little_wonni

Morgengrauen II


eine


Kurzgeschichte


von


little_wonni

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Kaum war die Sonne über den Horizont gekrochen erwachte Brandon. Er hatte nicht nur einen widerlich altkupfrigen Geschmack in seinem Mund, sondern auch noch etliche Haare. Ächzend fischte er die Haare aus seinem Mund und steckte sie zu den anderen fettig verfilzten Strähnen auf seinem Kopf. Ein Blick nach unten bestätigte ihm schon das, was er längst befürchtet hatte: Er war vollkommen nackt und rund um mit Dreck beschmiert. Also hatte er es gestern Abend nicht mehr rechtzeitig nach Hause geschafft. Nun konnte er sich auf die Suche nach seinen Kleidern begeben. Erfahrungsgemäß fanden die sich immer innerhalb eines 3-Kilometer-Radiuses rund um die Stelle an der er aufwachte.

Von Gebüsch zu Gebüsch huschend bahnte er sich seinen Weg durch den Park, welchen er als den wiedererkannte, der sich schräg gegenüber seiner Bar befand. Er war seinem Ziel also so nah gewesen und hatte es dennoch nicht mehr geschafft. Endlich fand er seinen Kleider in einer kleinen Grillhütte wieder, die erstaunlicherweise nicht von irgendwelchen Pennern belagert war.
Schnell schlüpfte er hinein. Nun konnte er wenigstens nicht mehr als Exebitionist verhaftet werden. Allerdings sollte er sich doch schnellstmöglich entweder eine Regenpfütze suchen oder schnell durch den Park in Richtung seiner Bar laufen. Beides barg das Risiko in diesem Zustand gesehen zu werden. Er konnte es sich nicht leisten mit weiß der Himmel was für Flecken im Gesicht, aufgefunden zu werden.

Als sein Blick, dann auf die alte Grillasche fiel, schienen alle seine Probleme gelöst. Schnell schmierte er sich sein Gesicht, Hände und Arme mit der Asche ein. Besser war es einem Camoflage-Militär-Junkie zu gleichen , als einem gemeingefährlichen Irren. Dann machte er sich auf den Heimweg, der nur wenige Minuten beanspruchen sollte.
Alles war ungemein friedlich. Die Vögeln sangen in den Bäumen, Insekten flogen durch das grüne Gras und die ersten Blumen öffneten ihre Kelche im Morgenlicht.Doch zum Verweilen und durchschnaufen blieb ihm keine Zeit.

Den ganzen Weg durch den Park schaffte er ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen. Schnell lief er über die Straße und kam endlich vor seiner Bar an. Zitternd steckte er den Schlüssel ins Türschloss, als ihm jemand von hinten an die Schulter fasste.
Zuerst wollte er einfach die Tür aufschließen, sich nicht herumdrehen, einfach hineingehen und die Tür von der anderen Seite wieder verschließen. Seine dunkelbeschichteten Barfenster hätten seinen Anblick bestimmt genug verzerrt, dass sein Aufzug nicht aufgefallen wäre. Doch dann erkannte er den Geruch wieder, den er seit Monaten vermisst hatte. Wunderbar blumig stahl sich der Geruch in seine Nase. Eigentlich hatte er schon den Glauben daran verloren, ihr jemals wieder zu begegnen. Die kleine Elfe aus dem Park hatte also endlich den Weg zu seiner Bar hinter sich gebracht. Aber irgendetwas war dieses Mal anders. Unter dem Blumenduft schien der Gestank von Verfall zu lauern.

“Willst du nun deinen eklig-siffigen Mantel zurückhaben oder nicht?” fauchte sie ihn an.

Seufzend gab er seinen Plan auf und drehte sich zu ihr herum und fauchte zurück: “Vier Monate sind aber auch eine verdammt lange Zeit um einen Mantel, den man nicht ausstehen kann zurückzugeben!”

“Wenn man auf seine Scheiß-Visitenkarte auch mal eine richtige Adresse draufschreiben würde, oder sowas hochmodernes wie eine Telefonnummer, müsste man nicht ewig auf seinen Krempel warten!”

Er musterte sie von oben bis unten. Sie war verdammt dünn geworden,  ihre Haare glichen einem Krähennest und ihre Haut war durcheinend wie Pergamentpapier. Tiefe Schatten unter den Augen und ihre aufgesprungenen Lippen erweckten den Eindruck, dass sie seit Tagen nicht einmal mehr Wasser zu sich genommen habe. Das Leben schien ihr die letzten paar Monate übel mitgespielt zu haben. Beunruhigend fand er auch, die beiden riesigen Tragetaschen, die sie mit sich herumschleppte und an die sie sich klammerte, als hinge von ihnen ihr Überleben ab.

Er nahm ihr den Mantel in dem Augenblick ab, als sie zu Boden stürzte.

ZUR FORTSETZTUNG

Copyright (c) 2012 by little_wonni

Bildrechte: Coverillustration “Fremdwesen01” (TN-20110131041632-4c05fc6e.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Fremdwesen01-100-minus16-100.jpg” (Originaltitel: TN-20110131041632-4c05fc6e.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

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Letzte Preisänderung am 27.03.2012
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Auch Träumen kann gefährlich sein …Jess ist ein impulsives und toughes Mädchen. Doch als sie plötzlich von merkwürdigen Träumen heimgesucht wird, ist sie zunächst verunsichert. Haben diese Träume etwas damit zu tun, dass sie kurz zuvor vom Blitz getroffen wurde? Und warum schwirren ihr plötzlich die Aufenthaltsorte vermisster Menschen im Kopf herum? Aber Jess schüttelt ihre Verwirrung schnell wieder ab und weiß, was zu tun ist: Die vermissten Menschen müssen gerettet werden! Dass das manchmal nicht so einfach ist und dass auch noch das FBI Wind von der Sache bekommt – damit hat sie nicht gerechnet …

Meg Cabot stammt aus Bloomington, Indiana, und lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Katzen in New York City und Key West. Nach dem Studium hoffte sie auf eine Karriere als Designerin in New York und arbeitete währenddessen u. a. als Hausmeisterin in einem Studentenwohnheim. Mit großem Erfolg, denn immerhin ließ dieser Job ihr genügend Zeit, ihr erstes Buch zu schreiben. Inzwischen hat Meg Cabot mehr als 40 Romane verfasst und ist eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen der Welt. Ihre Plötzlich-Prinzessin-Romane wurden von Hollywood verfilmt.

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Updated: 3. Januar 2014 — 23:42

8 Comments

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  1. Ist der Besitzer des Mantels vielleicht ein Werwolf oder täusche ich mich?

    Ich habe jetzt irgendwie den Überblick verloren, spielt das Ganze jetzt vor oder nach den Erlebnissen der anderen Forsetzunggeschichte? Es ist doch die selbe Elfe, oder?

    Das Buchcover wird nicht angezeigt, dass mußt du neu aus dem Archiv von WordPresse reinstellen.

  2. Habe das Buchcover nochmal reingestellt als ich das Subcover der Anthologie eingebaut habe, brauchst du also nicht mehr machen, little_wonni!

  3. Christa Kuczinski

    Ich denke ebenfalls, dass es sich um einen Werwolf handelt.
    das ist die Fortsetzungsgeschichte oder? Ich vermute, dass erst im Laufe der weiteren Geschichte erkennbar wird, was ihr in der Zwischenzeit passiert ist. Hat sie eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen?

    Unter dem Blumenduft schien der Gestank von Verfall zu lauern. – Der veränderte Geruch könnte darauf hindeuten.

  4. Findet Ihr die kleinen oder größeren Subcover über den Storys besser?

  5. Die kleinen gefallen mir definitiv besser, die großen erschlagen einen und wirken auch ein wenig protzig. Sollen ja eben „nur“ Subcover sein.

    mgg
    galaxykarl 😉

  6. Ich finde die kleinen auch besser.

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