sfbasar.de

Literatur-Blog

Michael Schumachers tragischer Unfall – Tiefenpsychologische Spekulationen von Bernd Holstiege

Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland (Weltexpress). Michael Schumacher, der Draufgänger, der kontrollierte Hochgeschwindigkeitsfanatiker, nicht nur im Automobilsport, ist seit über einer Woche nach seinem schweren Skiunfall mit Kopfverletzungen aus dem Koma nicht aufgewacht, in das ihn zur Regeneration seines Gehirns die Ärzte versetzt haben. Das kann noch wochenlang dauern. Die Ärzte sagen, sein Zustand sei stabil, aber er ist immer noch todesgefährdet. Aber täglich steigen seine Chancen. Einem Held, der siebenmal die Formel 1 gewonnen hatte und von vielen verehrt wird, ausgerechnet ihm ist es passiert, daß in einer vergleichsweise harmlosen, banalen Situation er sich schwer verletzt und in Todesgefahr schwebt. Das darf doch nicht wahr sein! Aber kommt das nicht etwa von ungefähr?

In seinem großartigen Erfolgen spiegeln sich projektiv seine Verehrer, seine Erfolge sind ihre Erfolge, und dafür wird er verehrt und als Schumi geliebt. Er hat mit Können und Verstand alle gefährlichen Situationen gemeistert, der Traum eines jeden Verehrers. Er war sozusagen seinen Verehrern zu liebe zum Erfolg und zur Unverletzlichkeit verpflichtet. Dadurch wurde er vereinnahmt. Aber im Angesicht seiner verehrten Persönlichkeit, seines Ruhms und seines tragischen Schicksals sind Fragen über die Hintergründe nicht erlaubt. Diesbezüglich ist seine Person unantastbar.

Die Privatheit seiner Familie hatte er gegenüber der Öffentlichkeit und den Medien abgeschirmt. Er wollte sie nicht den Medien preisgeben, bzw. die Familie wollte das nicht. Dies deutet darauf hin, dass ihm und seiner Familie der Öffentlichkeitsrummel zu viel war. 2009 waren schon schwere Verletzungen nach einem Unfall beim Motorradrennen verschwiegen und der Öffentlichkeit nicht bekannt geworden. Anscheinend wäre sein Image angekratzt worden, eines Helden, der alle Unfälle überlebt. Nach Beendigung seiner erfolgreichen Karriere ist er nach Jahren zurückgekehrt, aber ohne an seine früheren Erfolge anzuknüpfen, im Grunde ist er 3 Jahre nach seinen Ansprüchen hinterher gefahren. Wozu mag er das nötig gehabt haben? Er hätte sich auf seinem Ruhm ausruhen und das Leben nach seiner Karriere genießen können oder eine weitere Karriere anschließen. Aber war er dazu geschaffen? Ich weiß von mir selbst, wie lästig mir das Hochjubeln mancher im Umfeld meiner doch recht bescheidenen sportlichen Karriere und Erfolge war. Andererseits genoss ich es, eine in den Augen mancher legendäre Gestalt zu sein. Und um wie viel mehr dürfte das bei Michael Schumacher sein. Dass er so sehr verehrt wurde, muss ihm zur Last geworden sein, andererseits muss er wie ein Junkey davon abhängig geworden sein.

Ein Mensch, der den Geschwindigkeitsrausch, der die Raserei von Kindesbeinen an liebt, der natürlich auch Erfolg haben möchte, wird im weiteren Verlauf seines Lebens zum Opfer der Öffentlichkeit und der Medien. Das ist ein tragisches Schicksal und das erzeugt Aggressionen gegenüber der Öffentlichkeit.

In der Kindheit werden die Weichen gestellt, ob ein Mensch sich nach sich selbst richtet oder nach dem Umfeld. Nach sich selbst richten, kann er aber nur tun, wenn er darin eine Förderung erfährt, sein Selbstwertgefühl daher bezieht, oder ob er seinen Ruf, sein Image und sein Selbstbild nach dem Umfeld ausrichtet. Dann ist er darauf ausgerichtet, alle Erwartung zu erfüllen. Verpflichtung heißt Fremdverpflichtung, Verantwortung heißt Fremdverantwortung oder Verantwortung für den anderen, und Selbstverpflichtung oder Selbstverantwortung, natürlich im Einklang mit dem Umfeld, werden klein geschrieben. Sie werden als Rücksichtslosigkeit und Egoismus gebrandmarkt. Er wird also von dem Umfeld vereinnahmt. Die Aufopferung ist gesellschaftlicher und kultureller Kontext im christlichen Sinne und wird hoch gepriesen.

Die Kehrseite ist, die weite Verbreitung unter anderem von Depressionen, Angststörungen und somatoformen Schmerzstörungen in unserer Kultur sprechen eine eindeutige Sprache. Sie sind eine Folge der Zerrissenheit zwischen sich selbst und den Ansprüchen des Umfeldes, dem sich aufgeopfert wird. Der Depressive ist voller unterdrückter Aggression, der Angstkranke hat Angst vor den eigenen Aggression und der Schmerzkranke ist hin und her gerissen zwischen Aggressionen und Anpassung. Es ist zwar eine Errungenschaft und Fortschritt der westlichen Welt, im Gegensatz zu anderen Kulturen, die Individualität hervorzuheben, unsere Rechtsprechung fußt auf der Selbstverantwortung, aber dies ist nur scheinbar und oberflächlich, wenn man die psychologischen Zusammenhänge und Hintergründe kennt …

Wenn er darin auch noch Erfolge erzielt, wird sein Lebensweg verstärkt, seine Lebensziele nach den anderen auszurichten. Michael Schumachers tragischer Unfall ist ein hoch ambivalentes Geschehen. Einerseits lebt er sein Geschwindigkeitsrausch und seine Erfolge aus, andererseits werden sie ihn zum Verpflichtung und diese Pflicht ruft seine Aggressionen hervor. Diese Aggressionen gehen aber gegen die verinnerlichten Objekte, er glaubt selbst der Öffentlichkeit verpflichtet zu sein, getreu dem christlichen Bild der Aufopferung, und richten sich somit gegen sich selbst – eine Autoaggression. Die Autoaggression lässt ihn am Scheidewege nach seiner Karriere diesen Unfall geschehen. Man könnte auch es so sehen, Hochmut kommt vor den Fall oder unter dem Aspekt der Selbstbestrafung, Frevel muß bestraft werden. Er hätte unbeschwert vor der Öffentlichkeit das Leben genießen können, und jetzt steht er als tragisches Idol umso mehr in der Öffentlichkeit. Das hat absurde Ausmaße angenommen.

Ich weiß, wenn jemand in eine gefährliche Situation gerät –  ich meine nicht die selbst herbeigerufenen Situationen, diese wären ein verkappter Selbstmord – entscheidet sich in einem Bruchteil von Sekunden, ob latente Selbstmordtendenzen aktiviert werden, und er gerade erst recht drauf hält, oder ob er alles tut, um sich zu retten. Vielleicht war das für Michael Schumacher eine solche Situation. Vielleicht hat er sich auch dabei verkalkuliert, wo er sonst am Rande des kalkulierbaren Risikos fährt.

Michael Schumacher hat sicherlich Neid und Mißgunst bei Mitfahrern und anderen, die sich mit ihm vergleichen, erzeugt. Das war sein Schicksal. Neid verstehe ich als ein positives Gefühl, auf ein erstrebenswertes Vorbild ausgerichtet, während Mißgunst von der Unerreichbarkeit des Vorbildes ausgeht und auf Entwertung und Zerstörung dessen ausgerichtet ist. Diese Begriffe werden oft verwechselt. Er sonnt sich im Neid anderer, andererseits lebte also immer in der von der Mißgunst anderer begleiteten Spannung. Aufgrund dieser Spannungen kann es sein, daß er sozusagen den Mißerfolg herbei sehnte und nach dem Ende seiner Karriere ihm das passierte, er das durchführte. Er schaffte also einen Ausgleich zwischen sich und den anderen. Nun braucht niemand mehr auf Schumi mißgünstig zu sein, und alle können im Chor des Beileides einig sein. Ja, die Psyche geht unbewußt sonderbare Wege, von denen nur ab und zu ein Zipfel zum Vorschein kommt.

Wahrscheinlich ist es eine Mischung von allem. Solange er großartige Erfolge hatte, schwebte er auf der Welle des Erfolges, aber als er in ein Alter kam, diese Erfolge nicht reproduzieren zu können, kam die andere Seite zum Tragen, hatte er keine Lust mehr, war dessen überdrüssig, wurde es sogar zur Last, seine Haut für die anderem zu Markte zu tragen, ständig am Limit zu leben. Nicki Lauda ist ein großartiges Beispiel, wie ein Rennfahrer nach einem schweren Unfall eine neue Karriere aufbaut, in dem er eine Fluggesellschaft gründet und als Experte bei Automobilrennen gesucht wird. Er hat eine Karriere danach geschafft.

Aber ob das bei Michael Schumacher eine Rolle spielt, darüber kann kein Mensch entscheiden, der nicht über seine Kindheit Bescheid weiß. Sicherlich war es ein tragischer Zufall und Pech, eine Verkettung unglücklicher Umstände, aber der Zufall kommt nicht von ungefähr. Oder ist es ein vorbestimmtes Schicksal? Er erinnert an die mythischen Beispiele von Achill, der Achillesferse, oder an Siegfried in der Nibelungensage, dem ein Blatt bei aller Unverletzlichkeit zum Verhängnis wurde.

Viele werden diese Zeilen im Reich der Spekulation sehen, aber man darf auch spekulieren, wofür manches spricht. Es bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass er ohne größere Schäden aus einem Koma erwacht und neue Perspektiven findet. Viel Glück, Schumi!

Von: Bernd Holstiege

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Graf, Gabriele / Rieforth, Joseph
Tiefenpsychologie trifft Systemtherapie

Eine besondere Begegnung

Verlag :      Vandenhoeck & Ruprecht
ISBN :      978-3-525-40454-6
Einband :      Paperback
Preisinfo :      ca. 24,99 Eur[D] / ca. 25,70 Eur[A] / ca. 33,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang :      256 S.
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 01.05.2014
Verkaufshinweise :      Das Beste aus zwei etablierten Therapieverfahren!

Joseph Rieforth und Gabriele Graf verschmelzen zwei anerkannte Verfahren, die Tiefenpsychologie und die systemische Therapie. Die Synthese, die psychodynamisch-systemische Therapie, betrachtet psychische Belastungen und Störungen im sozialen und biografischen Kontext; integriert bewusste und unbewusste Anteile; fördert die Autonomie des Patienten bzw. Klienten; ermöglicht die Anwendung verschiedenster Interventionsformen.

Die Autoren zeigen, wie sich mit dieser neuen Kombination in einer Halt gebenden therapeutischen Beziehung die Basis für ein verändertes Fühlen und Handeln des Patienten bzw. Klienten schaffen lässt. Durch den Aufbau »narrativer Strukturen« entwickeln sich neue Geschichten, (Be-)Deutungen und Wirklichkeitsinterpretationen. Mit viel Kreativität und Wertschätzung wird Patienten und Klienten die Möglichkeit eröffnet, ihren aktuellen psychischen Konflikt zu verstehen und zu bearbeiten.

Gabriele Graf, Diplom-Psychologin, ist als Psychologische Psychotherapeutin in Bremen niedergelassen.

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch 24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Artikeln unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

10 Comments

Add a Comment
  1. Ich bin ja sowieso eher für Sportarten, bei denen mehr Wert auf das Miteinander als auf das Gegeneinander gelegt wird, wie zum Beispiel Pedelec-Fahren. Zum Glück sind fast alle diese Elektroräder auf ein gemeinsames Höchsttempo geeicht, womit der Wettstreit unsinnig wäre. Inzwischen habe ich selbst beim Tischtennis mehr Spass daran, mit einem anderen Spieler den Ball so lange und kunstvoll wie möglich im Spiel zu halten als gegeneinander um Punkte zu spielen.

    Früher habe ich mal begeistert Billard und Bowlling gespielt aber das sind Spielarten, die viel zu sehr das Siegen in den Vordergrund stellen, deshalb habe ich da kaum noch echten Spass dran …

    Wem geht es ähnlich wie mir oder ist das tatsächlich lediglich eine Erscheinung des Älterwerdens, des Altwerdens? 🙁

  2. Ich fasse es nicht. Jetzt steht schon wieder so ein Mist hier drin. Herr Holstiege, ich weiß ja nicht, welche Probleme Sie so mit sich herumschleppen? Aber was Sie hier wieder „zum Besten“ geben, schlägt jedem Fass den Boden aus.

    Michael Schumacher war ein herausragender Sportler, der Rekorde in Serie aufgestellt hat. Das jemand mit einem solchen Können und Liebe zu seinem Beruf permanent – auch nach seiner Karriere – in der Öffentlichkeit steht, ist doch klar. Also normal. Dass er sein Privatleben so weit als möglich privat hält, ist auch verständlich, wünschenswert und ebenso normal. Dass er Geschwindigkeit liebt (klar, es war sein Beruf, sein Leben, seine Begeisterung; und sie wurde ihm von niemanden aufdoktriniert, sondern war sein Lebensziel!) auch privat nach der Formel-1-Karriere auslebt, ist auch klar. Jet-Ski, Ski, Motorrad, was auch immer. Seine Verletzungen beim Motorradunfall bis ins Kleinste in die Öffentlichkeit zu tragen, wäre armselig, mitleidheischend und unpasssend gewesen. Dass er und seinUmfeld sich hier bedeckt hielten, ist nur Teil seinesn Privatlebens.

    Dass er irgendwann seinen eigenen Leistungsansprüchen aufgrund normalen Altersprozesses nicht mehr genügt hat und er diese Rennsportkarriere beendet hat, ist auch klar. Die Gründe für seine kurzzeitige Rückkehr sind vielfältiger Natur. Schlussendlich musste er aber – wie jeder Sportler – halt dem Lauf der Zeit Rechnung tragen und aufhören. Im Gegensatz zu vielen andern, die sich selbst demontiert haben, hat er den Absprung noch mit Anstand und Ehre geschafft. Er ist und bleibt eine Rennsportlegende.

    Sein Unfall ist tragisch (das Einzige, was in Ihrem Beitrag stimmt). Er trug einen Helm, war offensichtlich nicht übermäßig schnell und hat als einzigen Fehler den begangen, den massenhaft andere schon vor ihm begangen haben: Er verließ die offizielle Strecke. Auch Prominente haben halt mal Pech. Leider scheint das Tages“geschäft“ in Skigebieten zu sein.

    Aber hieraus ihm eine latente Selbstmordtendenz anzudichten, ist einfach nur Schwachsinn und eine Frechheit! Sie sollten Ihre obskuren Theorien in die nächste Tonne hauen, sich zurückziehen und sich eventuell selbst mal untersuchen lassen. Ich fürchte allerdings, dass Sie in 9 von 10 Fällen an jemanden geraten, der die gleichen verschrobenen Ansichten hegt und pflegt. Im Grunde tun Sie mir leid.

    An dieser Stelle wünsche ich Michael Schumacher vollständige Genesung und hoffe, dass seine Familie und wir Fans uns bald wieder auf ihn als Privat- oder Geschäftsmann freuen dürfen.

    Alles Gute, Michael!

    Werner Karl

  3. Wie immer (leider, leider) ohne Sinn, ohne Verstand, nutzlos bis auf den Umstand, dass der Adrenalinspiegel ein bisschen angehoben wird in der sonst etwas trägen Nachweihnachtszeit 😉
    (Der Artikel ist natürlich gemeint!)

    Sagt man was dagegen, heißt es: „ich habe es gewusst, dass ich beim Aussprechen der ungeliebten Wahrheit auf Gegenwehr stoße“ oder „diese Reaktion ist von Menschen, die nicht weit genug denken, zu erwarten.“

    Wozu sich also die Mühe machen? Ergo: …

    @ Detlef
    Mannschaftssportarten kann man halt nur im Wettkampf betreiben. Gewinnen ist schön, aber wer nicht verlieren kann, sollte es bleiben lassen. Das Bier danach, das überdies den abtrainierten Bauch wieder nachwachsen lässt, sollte über das schlimmste hinweg helfen ;-). Joggen (oder Walken für Rück- oder Gelenkschwache) betreibt man zumeist allein. Wenn man an einem Lauf mit vielen hundert Leuten teilnimmt, denke ich, ist es schon ein Triumph, wenn man seine persönlich Zeit unterboten hat – auch wenn man als 123. einläuft.

    Pedelec-Fahren kann man auch wettkampfmäßig betreiben: mit Bodychecks, Stöckchen zwischen die Speichen, abdrängen usw. 😉 😉 😉

  4. Sehr lustig, Micha: „Pedelec-Fahren kann man auch wettkampfmäßig betreiben: mit Bodychecks, Stöckchen zwischen die Speichen, abdrängen usw. 😉 😉 ;-)“ Tolle Ideen. Was wohl der ADAC dazu sagen würde?

    P.S.: Warum regt man sich eigentlich so auf: Jeder hat halt seine eigene Meinung und darf sie auch äußern, egal wie verschroben sie auch ist, daß muß Demokratie einfach aushalten!

  5. Wäre es nicht furchtbar, wenn sich alle einig wären? Würde sich in der Welt was ändern? Ich glaube nicht.

  6. Eine eigene Meinung kann ich respektieren, Schwachsinn aber nicht. Denke mal nur an unerfahrene, leichtgläubige und beeinflussbare Personen, denen so ein Schmarrn eingeredet wird. Sie nehmen Psychosen an, von denen sie gar nicht wussten, weil sie sie eben gar nicht hatten. Damit kann man jemanden das ganze Leben vermiesen. Und genau aus diesem Grund kann ich so einen Psycho-Scheiß nicht unkommentiert lassen.

    Daran krankt doch unsere Gesellschaft: wegschauen, nicht mehr einschreiten, gewähren lassen, Leute in ihr Unglück rennen lassen. Und das alles mit der Erklärung „leben und leben lassen“ entschuldigen? Sich bequem zurücklehnen und nichts sagen, nichts tun? DAS ist unsozial, arrogant und hat nichts mit Nächstenliebe und Miteinander zu tun.

    Und ja, da rege ich mich auf. Ich bin noch nicht abgestumpft und interesselos. Mich berühren noch Schicksale. Sich auf Kosten Schumachers zu profilieren, mit solchen unseriösen Behauptungen hier im Netz zehntausende Menschen anzusprechen, kann ich nicht einfach so stehen lassen. Gottlob scheinen doch noch genug Leute einen „gesunden Menschenverstand“ zu haben.

    Zu deiner Schlussfrage und (deinem daraus abgeleiteten fatalistischen) Resümee „Würde sich in der Welt was ändern? Ich glaube nicht.“ kann ich nur antworten: Wenn alle so denken würden, dann täte sich wirklich nichts.

    Werner 🙁

  7. Das sehe ich anders, jeder Mitbürger ab 18 Jahren ist selbstverantwortlich für sein Tun und damit ist er auch dafür verantwortlich, was er glaubt und wem er glaubt. Einen Welpenschutz gibt es nicht für Erwachsende. Tut mir leid, ich bin einfach anderer Meinung, Werner. Solange sich das Handeln von Menschen, die ihre Meinung verbreiten, sich im gesetzlichen Rahmen hält, und das ist hier auf jeden Fall so, darf man Meinungen von anderen nicht verbieten. Dazu gehört es sich auch nicht, andere zu beschimpfen. Das geht garnicht. Egal was der andere für einen Meinung vertritt, solange diese im gesetzlichen Rahmen bleibt. Andere Meinungen – ich bin ja auch nicht der Meinung des Verfassers des Artikels – kann man ablehnen und das auch mit Argumenten, aber beleidigend sollte man nicht werden. Das ist einfach eine Sache des Anstands.

  8. Dann unterhalt dich mal mit Opfern solcher „Berater“ …

  9. Belassen wir es einfach dabei, daß ich anderer Meinung bin. Auch das muß man aushalten.

  10. Dr. Heinz-Theo Ullrichs

    Mich beschleicht bei den Texten von Bernd Holstiege immer der Eindruck, daß er auf Grund seiner Biografie einen Weg eingeschlagen hat, der für außenstehende nur schwer nachvolziehbar ist.

    Vielleicht sollte der Verfasser das bei seinen Texten bedenken und nicht erwarten, daß andere Menschen dies nachvolziehen können. Auf einem speziellen Fach-Podium mag das vielleicht funktieren, auf einer Homepage, die sich primär als Literatur-Blog sieht, wohl eher weniger.

    Ich finde das jetzt nicht sonderlich tragisch, denn je bunter, desto abwechslungsreicher. Aber manche Sachen sind für den normalen Bücherleser und Newcomer-Autor eben schon sehr weit vom Schuß.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

sfbasar.de © 2016 Frontier Theme