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Literatur-Blog

JAYNE RAYNOR – DAS LETZTE VERSPRECHEN, ein unheimlicher Western von Günther K. Lietz

Jayne Raynor

Das letzte Versprechen

von

Günther K. Lietz

Jayne Raynor stoppt den Braunen mit einer Hand am Zügel, während die andere runter zu seinem Colt Army greift. Er stellt sich in den Steigbügeln auf, um besser sehen zu können. Raynor hat einen Frauenschrei gehört, da ist sich der raue Cowboy ganz sicher. Jemand braucht Hilfe und Jayne ist kein Mann, der Hilfe verweigert. Nein, Ma’am. So einer ist Jayne Raynor nicht.

Vom Braunen aus hat Jayne einen besseren Überblick. Er kann gerade so über die Kuppe des nächsten Hügels spähen und sieht den dünnen Rauchfaden eines Herdfeuers sich wie ein Fähnchen in der Luft wiegen. Es ist noch ein gutes Stück, aber Jayne weiß, dass er sich auf seinen Braunen verlassen kann. Sie sind schon einige harte Trails miteinander geritten.

Jayne gibt seinem Hengst die Sporen und mit einem lauten und protestierenden Wiehern, setzt sich der Braune in Bewegung. Es ist ein wilder Galopp. Ein falscher Schritt, eine Spalte im Boden oder eine starre Wurzel und Pferd und Reiter würden stürzen, sich wahrscheinlich verletzen – vielleicht sogar tödlich. Doch der Tritt des Braunen ist sicher. Er ging noch nie fehl. Darauf verlässt sich Jayne auch dieses Mal.

Mit donnernden Hufen rast der Braune auf die kleine Farm zu, die sich am Rande des Hügels befindet. Ein Häuschen, ein kleiner, aber gut gepflegter Paddock und eine ordentlich hergerichtete Scheune. Wer hier lebt, der ist eine anständige Person und hat Hilfe verdient. Es sind harte Zeiten und anständige Menschen sollten vor allem dann zusammenhalten.

Jayne wartet nicht, bis der Braune steht, sondern schwingt sich mit der Eleganz einer Rothaut aus dem Sattel. Dieser Cowboy hat lange unter Indianern gelebt, jawohl, Ma’am. Beinahe wäre er einer von ihnen geworden. Der Liebe wegen. Doch ein paar gierige Halunken haben seine Pläne einst zunichte gemacht und die schöne Squaw, die ihm gehörte, brutal über den Haufen geschossen. Seitdem ist er unterwegs, ruhelos, erfüllt von der Sehnsucht nach wahrer Liebe und einem Heim, in dem er sich geborgen fühlen kann.

Noch während Jayne regelrecht durch die Luft fliegt, schnappt er sich seine Winchester’73 aus dem Futteral. Er hat das schon oft getan, es hat ihm in der US-Kavallerie mehr als einmal das Leben gerettet.

Der Cowboy kommt hart auf und heißer Staub wallt empor. Der Braune trabt weiter, bringt sich in Deckung. Das treue Tier ahnt, dass es gleich knallt.

Mit zwei Sätzen ist Jayne Raynor an der Scheunenwand und presst sich mit seinem breiten Rücken gegen das raue Holz. Erneut ist ein Schrei zu hören. Diesmal schriller, schmerzhafter. Es gilt, keine Zeit zu verlieren. Und das hat dieser Mann auch nicht vor.

Wie eine gereizte Klapperschlange springt Jayne ans Tor und stößt es mit einem heftigen Tritt auf. Drinnen ist es düster. Seine Augen müssen sich erst daran gewöhnen. Mit einem weiteren Schritt taucht er in das Halbdunkle ein. Er will kein Ziel bieten, dieser zähe Kerl aus Kentucky. Und gegen das grelle Licht von Draußen zeichnet er sich besonders gut ab. Und das muss nicht sein.

Aber niemand schießt in seine Richtung. Kein Revolver bellt ihn wütend an, kein Gewehr jault laut los. Stattdessen sind nur gequälte Schmerzlaute zu hören und ein leises, kraftloses Wimmern. Es kommt von da vorne, hinter dem großen Strohballen her. Und es wird begleitet von Schmatzlauten, von leisem Knurren und einem faulenden Gestank. Jayne weiß um was es sich dreht, er hat das schon mehrfach erlebt … erleben müssen.

Jayne Raynor atmet tief durch, dann sprintet er los und kommt sauber um den Strohballen. Vor ihm eine abscheuliche Szene. Selbst er, der abgebrühte Ex-Soldat, ehemalige Kopfgeldjäger und Blutsbruder der Rothäute, selbst er muss bei solch einem Anblick noch schlucken.

Eine Frau liegt auf dem Boden, mehr tot als lebendig. Das einstmals himmelblaue Kleid mit der weißen Schürze staubig, mit großen Blutflecken, die sich schnell weiter ausbreiten. Ihr Blick ist fast gebrochen, sie ist beinahe tot. Es sind ihre letzten Atemzüge, ganz sicher, Ma’am.

Der Frau fehlt die Kraft zum Schreien. Trotz ihres Alters ist sie noch hübsch, war in ihrer Jugend sicherlich eine Schönheit und von allen harten Kerlen heiß begehrt. Doch davon ist nur noch wenig übrig, vor allem im Angesicht des Todes.

Ein Mann hockt vor ihr, gekleidet wie einer dieser dahergelaufenen Tagelöhner. Aber das ist er nicht.

Seine Haare sind nur noch struppige Reste, die Haut ist ausgetrocknet, spröde, gerissen. Sie dampft Fäulnis und Tod aus. Irgendwann hat ihm jemand den Unterkiefer halb weggeschossen. Das Hemd ist vorne aufgerissen und deutlich ist der knochige Brustkorb zu sehen, der von einer pergamentartigen Haut überspannt wird. Drei Einschusslöcher sind zu erkennen, alle Kugeln haben das Herz getroffen, ganz sicher. Aber das hat diesen Kerl nicht aufgehalten, denn er ist ein Wandelnder Toter.

Zombie, Wiedergänger, Hirnfresser – diesen Kreaturen wurden viele Namen gegeben. So viele Menschen wie davon wissen verleugnen gleichzeitig ihre Existenz. Jayne gehörte auch mal zu diesen ungläubigen Menschen, damals, in einer besseren Zeit. Aber er kennt seit Jahren die Wahrheit.

Der Anblick ist grausig, denn der Zombie hat seine krallenartigen Hände tief in den linken Arm der Frau vergraben und zu speisen angefangen. Das Blut rinnt ihm über die Lippen und er genießt es regelrecht, sich nach oben vorzuarbeiten. Er kaut, er schmatzt, er schluckt. Er frisst die Frau auf, bei lebendigem Leib.

Jayne erträgt den Anblick nicht länger und spannt den Hahn seiner Winchester. Das leise Klicken lässt den Zombie innehalten. Langsam dreht sich sein Kopf zu Jayne rüber, starrt ihn an. Langsam lässt er den Arm der Frau los, legt den Kopf schief und dreht sich hockend in Jaynes Richtung. Neugierde und Blutlust spiegeln sich in seinen Augen wieder. Seine Bewegungen sind ermüdend, fast einschläfernd. Aber Jayne weiß was los ist.

Und da passiert es auch schon. Wie ein wütende Bergpuma aus den Rockys springt der Zombie vor. Diese Langsamkeit, diese Behäbigkeit, das war nur vorgetäuscht. O ja, sie sind clever, diese Zombies. Verdammt clever!

Aber das ist Jayne auch. Er kennt diese Monster zu genüge. Der Lauf seiner Winchester folgt dem Sprung des Zombies, dann drückt Jayne Raynor auch schon ab. Der Kopf des Monsters zerplatzt wie eine reife Melone. Blut, Hirn und Knochen spritzen in alle Richtungen davon. Der Kopf ist es, der weg muss. Alles andere bedeutet nur mühselige Arbeit und schickt keinen Wandelnden Toten in die Hölle. Nein, Ma’am, dass schafft nur eine Kugel in den Kopf hinein.

Der Schuss verhallt, beißender Rauch verweht. Jayne lauscht in die dunkle Scheune hinein. Bis auf die Frau ist alles still. Es droht keine weitere Gefahr. Raynor verlässt sich auf seinen Instinkt. Damit ist er bisher immer gut gefahren. Bis zur Hölle und zurück. Und Gott weiß, dass es stimmt.

Der Cowboy lädt seine Winchester nach, während er zu der Frau hinüber geht. Tränen und Schmerz stehen in ihren Augen. Und Jayne sieht die Hoffnung, die bei seinem Anblick aufkeimt. Aber er weiß, dass es keine Hoffnung gibt.

Die Lippen der Sterbenden bewegen sich, sie will etwas sagen. Ein letztes Gespräch. Jayne ist kein Reverend, aber ein paar warme Worte zum Abschied kommen dem wohl gleich. Also beugt er sich zu ihr hinab, legt sein Ohr nahe an ihre Lippen, auf denen rosa Blutbläschen aufgehen und zerplatzen.

„Sir, Danke, Sir. Ben und Mitch … die beiden sind in die Stadt … kommen erst spät zurück. Zu spät. War mit Kelly alleine hier. Meine kleine Kelly. Sir, bitte, Sir, er hat sie mitgenommen.“ Ihr Worte werden immer leiser. Jayne ist wie erstarrt. Er versteht jetzt die Hoffnung in ihren Augen. Es ist die Hoffnung einer Mutter, die glaubt jemand könne ihr Kind retten.

„Madam, wissen sie wohin?“ fragt er mit belegter Stimme. Er ahnt, dass mehr hinter der Sache steckt. Stecken muss.

„Keine gute Idee, die Sache mit den Knochen. Sagen Sie Ben, dass ich ihn … ich ihn … ihn hasse …!“ Ihr Kopf sackt zur Seite weg, sie ist tot.

Jayne drückt sanft die Augen der Toten zu, bettet sie ordentlich auf dem Boden und zieht ihr Kleid glatt. Es war sicher eine anständige Frau, eine gute Mutter. Sie hat sich Sorgen um ihr Kind gemacht, ihre kleine Kelly. Dieser harte Kerl muss schlucken, bei dem Gedanken daran. Und er schwört sich Kelly zu retten, koste es was es wolle. Die Tote hat nicht viel gesagt, aber für Jayne reicht das Wenige aus. Noch kennt er sein Ziel nicht genau, aber er weiß, wo er graben muss.

* * *

Ben und Mitch zu finden ist ein Kinderspiel. Der Farmer ist mit seinem Sohn in die nächste Stadt geritten und bekannt wie ein bunter Hund. Bereits der erste Gentleman den Jayne Raynor auf der Straße anspricht kann Auskunft geben.

„Ben Briscol und seinen Sohn Mitch? Die beiden finden Sie drüben im Black-Cat-Saloon, Mister. Da steigen die Jungs immer ab, wenn sie in der Stadt sind.“

Jayne tippt sich dankend an seinen Hut, dann lässt er den Braunen gemütlich die Straße hinab zum Saloon traben.

Der Saloon ist schon aus einiger Entfernung zu sehen. Zwei Stockwerke hat er, steht in der Mitte der Stadt und wirkt wie ein Palast. Jemand hat ein großes Brett in Katzenform geschnitten, schwarz gestrichen und über der Türe angenagelt. Aus dem Inneren ist Pianomusik zu hören und lautes Gelächter.

Der Braune hält an der Tränke vor dem Saloon und taucht gierig seine Nüstern in das erfrischende Nass. Der Ritt war hart und das Tier sehnt sich nach einer Pause.

Jayne Raynor steigt ab, klopft sich den Staub von seinem dunklen Gehrock und schlingt dann die Zügel locker um die Stange an der Tränke. Außer seinem Braunen sind keine weiteren Pferde da. Die Briscols scheinen wohl länger bleiben zu wollen und haben ihre Gäule im Stall untergebracht.

Die Luft ist verraucht, es riecht nach Schweiß und Whisky. Der Mann am Piano spielt einen flotten Song und raucht dabei eine Zigarette, die in seinem Mundwinkel klebt.

Als Jayne den Saloon betritt blicken einige wenige in seine Richtung, wenden sich dann wieder ihren Geschäften zu. Der harte Cowboy überlegt erst an die Bar zu gehen und sich einen Whisky zu genehmigen. Aber er schluckt schwer und verschiebt die Sache auf später. Sein Blick schweift über die Frauen und Männer im Black Cat. Sein Blick bleibt auf zwei Kerlen hängen, der eine jung, der andere alt. Beide sehen sich ähnlich, Vater und Sohn.

Das müssen sie sein, Ben und Mitch Briscol. Sie tragen einfache, aber gepflegte Kleidung. Eine gute Frau hat sich darum gekümmert, dass ihre Männer stets ordentlich gekleidet sind. Eine gute Frau, die einen schrecklichen Tod fand. Wut kocht in Jayne hoch, denn diese Männer hier haben diese Fürsorge nicht verdient. Das sieht er auf den ersten Blick.

Eine halb volle Flasche Whisky steht auf ihrem Tisch, ein paar Karten und Pokerchips liegen daneben. Auf ihren Knien balancieren zwei junge Mädchen, die nur wenig tragen und um so mehr zur Schau stellen. Sie kichern über die Scherze der Kerle, aber in ihren Augen ist keine Freude zu erkennen. Doch das kümmert die Briscol-Jungs nicht.

Jayne Raynor setzt sich in Bewegung. Er stoppt erst am Tisch und sein Schatten fällt auf die Briscols. Das Kichern der Girls erstirbt und die beiden blicken mit großen, erstaunten Augen zu Jayne hoch.

Der tippt sich entschuldigend an den Hut. „Ladys, ich würde gerne ein Gespräch mit den beiden Gentlemen führen. Privat.“

Es ist etwas in seiner Stimme, dass alle am Tisch aufhorchen lässt. Die Frauen springen von den Knien der Männer auf und suchen das Weite, während in Ben und Mitch Briscols Augen kalte Wut aufflammt.

Der Vater kratzt sich missmutig am stoppeligen Kinn, der Sohn rutscht mit dem Stuhl einige Zentimeter zur Seite und legt die Hände locker auf seine Oberschenkel. Er trägt zwei Revolver und zeigt sie auch. Er setzt damit ein Zeichen, lässt erkennen, dass er mit den Schießeisen umzugehen weiß.

„Was wollen Sie, Mister?“ fragt Ben mit heißerer Stimme, die vom Whisky schwer ist. „Sehen Sie nicht, das wir beschäftigt sind?“

Jaynes Blick gleitet abfällig über die beiden Männer. Sie gefallen ihm nicht. Ganz und gar nicht. Aber für solche Befindlichkeiten hat er keine Zeit.

„Sir, ich muss Ihnen und Ihrem Sohn leider eine traurige Nachricht überbringen.“

Neugierde flammt in den Augen der Briscols auf. Aber nur wenig. Ben kratzt sich mit der linken Hand über die rechte Wange. „Meine Frau?“

Jayne Raynor nickt. „Mein Beileid, Sir.“

„Pa?“ ruft Mitch fragend in Richtung seines Vaters. Der hebt nur die Hand, um seinen Sohn zum Schweigen zu bringen.

„Was genau ist passiert?“

Mit einigen schnellen Worten erklärt Jayne was geschehen ist. Die letzten Worte der Toten lässt er aus. Das verlangt der Respekt. „Wir sollten uns auf den Weg machen, um Ihre Tochter zu retten, Sir. Sie können auf mich zählen. Haben Sie eine Ahnung, wer Kelly entführt haben könnte?“

Mitch kichert und genehmigt sich einen Schluck Whisky. Jayne schaut ihn ratlos an. Der Cowboy weiß nicht, was an seinen Worten so lustig ist.

„Danke, Sir“, sagt Ben Briscol und schenkt sich ebenfalls einen Drink ein. „Vermutlich ist Kelly bereits tot, Sir. Eine traurige Sache. Aber ich werde deswegen nicht auf Rache reiten.“

„Was?“ kommt es Jayne verblüfft über die Lippen. Damit hat er nicht gerechnet. „Sir?“ Der harte Kerl glaubt, sich vielleicht verhört zu haben. Aber nein, das machen ihm die Briscols jetzt klar.

„Ich habe Mary nur aus Mitleid geheiratet. Nach dem Tod ihres Mannes musste sie die Farm ganz alleine bewirtschaften und sich um Kelly kümmern. Das hat mein weiches Herz gerührt.“ Ben Briscol grinst und Jayne muss sich zusammenreißen, um ihm keine reinzuhauen.

„Tja, jetzt wo Mary und Kelly tot sind, da sollten wir die Farm wohl verkaufen, Pa. Oder?“ Mitch sieht zufrieden aus und sein Vater nickt.

Jayne Raynor muss schwer schlucken und es ist hart für ihn, seine Wut in Zaum zu halten. Auch wenn sich die beiden Männer wie dreckige Bastarde benehmen, er will noch etwas von ihnen wissen. Irgendjemand muss sich auf die Suche nach dem kleinen Mädchen machen. Und das wird er sein, denn er hat es sich und Kellys Mutter geschworen. Und Jayne Raynor hält seinen Schwur, Ma’am. Jawohl, das tut er!

„Gentlemen!“ Jayne spricht das Wort angeekelt und gedehnt aus, als würde er einen alten Kaugummi kauen. „Auch wenn Kelly nicht ihre leibliche Anverwandte ist, sollten sie genug Anstand haben, um ihr Leben zu retten.“

Die Augen des alten Briscols verengen sich. Er schätzt seinen Gegenüber ein, trifft die falsche Entscheidung. „Hör mal zu, Du verfickter Bastard! Ob wir uns in die Sättel schwingen oder nicht, dass ist ganz alleine unsere Sache.“ Sein linkes Auge zuckt vor Erregung.

„Genau, Pa“, stimmt der junge Briscol zu und trifft ebenfalls eine falsche Entscheidung. Seine Hände zucken zu den Schießeisen. Er will ziehen und Janye Raynor aus den Stiefeln fegen. Aber der ist ein echter Mann von Schrot und Korn. So schnell fegt Raynor niemand aus den Stiefeln.

Jayne tänzelt regelrecht einen Schritt seitlich zurück und zieht dabei seinen Colt. Noch bevor Mitch Briscol seine Schießeisen im richtigen Anschlag hat, bellt der Colt Army bereits wütend auf und die Kugel verbeißt sich im Kopf des jungen Manns. Eine Angewohnheit, die Jayne wohl nicht mehr los wird und die ihm in Colorado den Namen Head-Shot-Jayne einbrachte.

Da trifft ein harter Schlag Jayne Raynor an der Brust und lässt ihn ein paar Inches nach hinten taumeln. Ben Briscol hat ebenfalls gezogen und abgedrückt. Die Kugel hat die Brust getroffen, dort aber nur die fein gearbeitete Weste aus bestem Geisterstahlgewebe getroffen.

Die winzigen Platten geben etwas nach, der Einschlag war heftig und es wird ein hässlicher blauer Fleck übrigbleiben. Aber mehr nicht. Dafür war der Schuss zu schlecht, Ma’am.

Der alte Briscol flucht und kippt die lose Tischplatte nach oben, um dahinter Deckung zu suchen. Eine Verzweiflungstat, denn die nächste Kugel aus dem Colt Army schlägt problemlos durch das Holz und bohrt sich tief in Ben Briscols Fleisch. Er schreit auf, lässt seinen Colt fallen und presst sich die Hände auf den Bauch.

Jayne tritt die Tischplatte und Briscols Colt zur Seite. Ein Schuss genau in den Magen, niemand wird dem Mann mehr helfen können. Aber etwas Zeit hat er noch, bevor die Magensäure in die Brusthöhle läuft und den Bastard elendig vergiftet. Und Briscol weiß, dass auf ihn ein lausiger Tod wartet.

„Bring es zu Ende, Mister. Bitte …“

Jayne Raynor hockt sich neben den Sterbenden und lädt gemütlich seinen Revolver nach. „Die Sache mit Kelly, Mister Briscol. Jemand muss sie zu einem Ende bringen. Und möglichst zu einem guten Ende. Sie fallen ja leider aus, wie wir beide wissen. Also werde ich mich um die Sache kümmern. Aber ich bräuchte da ihre Hilfe.“

Ben Briscol stöhnt und wimmert. Sein bitteres Ende naht und er hätte es nur zu gerne mit einer Kugel versüßt.

„Ihr Eheweib, die zu ehren und zu beschützen Sie vor Gott geschworen haben, erwähnte mit ihren letzten Worten etwas von Knochen. Es muss von Bedeutung sein, Mister, sonst wäre es einer Sterbenden sicherlich nicht über die Lippen gekommen.“ Jayne Raynors Blick ist hart wie Stahl, als er den langsam sterbenden Briscol mustert. „Können Sie mir da vielleicht weiterhelfen?“

Im ersten Augenblick sieht es aus, als würde Ben Briscol schweigen und das Geheimnis mit in den Tod nehmen. Doch dann besinnt er sich. Mag es nun aufrichtige Reue oder der verdammte Schmerz sein, der ihn dazu treibt.

Mit schwacher Hand greift er in seine Jackentasche und zieht einen Beutel hervor. Er ist aus weißem, weichem Hirschleder, sauber genäht und mit einem feinen Stickmuster versehen. Indianische Zeichen, erkennt Jayne sofort. Anishinabe. Einer der großen Stämme und im Gebiet der Großen Seen beheimatet.

Raynor nimmt den Beutel und öffnet ihn. Darin sind kleine Knochen. Die Knochen einer Hand – einer Kinderhand.

„Ich war im Chaintrail Canyon unterwegs. Habe die Knochen da gefunden. Dachte mir, die sind vielleicht was wert.“ Briscol keucht und hustet. Er grinst. „War ein verdammter Irrtum, Mister. Habe auf diesen roten Hund geschossen, als er uns gefolgt ist. Verdammter Mistkerl. Einer von dieser beschissenen Geistertänzern war das. Elende Rothaut …“

Ben Briscol krümmt sich vor Schmerzen erneut zusammen. er sieht Jayne Raynor flehend an, will die Kugel. Aber Jayne steht nur auf, tippt sich grüßend an den Hut und geht. Für solch einen Mistkerl hat Jayne keine Kugel übrig, Ma’am. Für solch einen Mistkerl nicht.

* * *

Es ist ein harter Ritt, aber dem Braunen gefällt das. Er mag das Weite Land und die Bewegung. Der Hengst ist ein genauso verwegener und verrückter Kerl wie sein Reiter. Deswegen verstehen sich Jayne Raynor und der Braune auch so gut. Sie passen zusammen und sind beste Freunde. Auch ohne Worte.

Der Chaintrail Canyon liegt einen Tagesritt von der Farm entfernt, auf der alles angefangen hat. Jayne hat sich den Weg erklären lassen und unterwegs darüber nachgedacht, was sich wohl genau abgespielt hat. Warum das kleine Mädchen entführt wurde. Und er hat sich zusammengereimt, dass Ben Briscol einem Schamanen in die Quere kam. Der Beutel und die Knochen, das sieht nach Medizin aus, indianischer Geistermedizin. Und Indianer, Ma’am, die können ganz schön nachtragend sein.

Der Canyon ist abseits gelegen, in einem trockenen Gebiet. Zwei steinige Hügelketten verlaufen parallel zueinander und dazwischen schneidet der Canyon tief hinab. Schattig ist es dort, beinahe düster. Und unheimlich.

Das merkt auch der Braune, als Ross und Reiter den Eingang zum Canyon erreichen. Der Braune stoppt, stellt die Ohren auf und bläht die Nüstern auf. Er wird keinen Schritt mehr gehen. Wahrscheinlich ist das Tier klüger als der Mensch, denn Jayne schwingt sich vom Sattel, schnappt sich seine Winchester und geht alleine weiter. Er ist ein harter Kerl und etwas unheimliche Düsternis, die hält ihn nicht auf.

Leise bewegt sich Jayne Raynor vorwärts. Immer achtsam, immer wachsam. Er hat es bei den Indianer gelernt. Er weiß, wo der Tritt sicher ist, keine Spuren zurückbleiben und worauf man achten muss. So kommt er gut voran, während sein Blick aufmerksam die Umgebung betrachtet. Da sieht er sie auch, die Spuren. Nur wenige, aber sie sind da. Hier ist jemand vor kurzem langgegangen. Also folgt Jayne den Spuren ebenfalls.

Ein leiser Singsang ist zu hören. Das muss der Schamane sein. Er spricht zu den Geistern. Was für Geister, da hat Jayne keine Ahnung von. Aber das kümmert ihn nicht. Vorsichtig lugt er um die Ecke. Er blickt in den Eingang einer Höhle hinein. Und was Jayne Raynor sieht, lässt sein Blut in den Adern gefrieren.

Der harte Kerl hat sich geirrt, was Kelly angeht. Sie ist kein kleines Mädchen, sondern eine junge und stolze Frau, einer wilden Stute gleich. Sie kniet auf dem harten Felsen, inmitten eines Ritualkreises aus Blut, Tiergedärm und verschmierten Adlerfedern. Der Boden scheint zu glimmen und von unten herauf die Szenerie mit geisterhaftem Licht zu beleuchten.

Die Bluse wurde Kelly regelrecht vom Oberkörper gerissen, so dass sie ihre festen, melonengroßen Brüste notdürftig mit ihren zarten Händen bedecken muss. Der Anblick dieser wogenden Massen lässt Jayne Raynor schlucken. Verzeihung, Ma’am, aber Jayne ist auch nur ein Mann und die letzten Wochen im Sattel waren verdammt einsam.

Der Schamane hat ihren Rücken mit Blut gezeichnet, dass unter dem wallenden, hüftlangen dunklem Haar langsam das Rückgrat hinabgleitet, um unter dem Rockbund zu versickern. Es sind dunkle, schamanistische Symbole, die der Indianer auf die zarte Haut von Kelly pinselte, deren haselnussbraunen Augen starr nach vorne blicken. Die Augen dieser geschmeidigen Wildkatze schreien „Lauf! Wehr dich! Mach endlich was!“ Doch Kellys Körper erbebt nur hilflos. Sie ist dem Schamanen und seiner verdammten Medizin hilflos ausgeliefert.

Und der hat eindeutig die Oberhand. Seinen Körper selbst mit Blut gezeichnet, nur mit Leggins und Federn geschmückt, führt er hinter Kelly einen grotesken Tanz auf. Sein ölig schwarzes Haar wirbelt in einem wahnwitzigen Rhythmus durch die Luft. Urtümliche Laute tropfen regelrecht über die Lippen des Schamanen und vermischen sich nur widerwillig mit der Luft, zu einem immer schriller werdenden Gesang.

Zwei Leichen liegen abseits des Kreises, in dem Kelly gefangen ist. Es sind Cowboys, wohl schon länger tot und einst ordentlich begraben, jetzt aber aus der Erde befreit und zu Willen des Schamanen. Die toten, ausgedörrten Körper beginnen zu zucken, die spröde Haut reißt und langsam erheben sich die Leichen. Ein bösartiges Unleben flammt in ihren Augen auf und die Mäuler verzerren sich zu hungrigen, grinsenden Fratzen. Die Schatten der Felsen greifen nach ihnen und zucken zurück, denn nicht einmal die Dunkelheit mag solche Kreaturen berühren.

Da zieht der Schamane ein Messer unter einem Felsen hervor, eine breite und scharfe Klinge. Mehr ein Werkzeug, als ein Schmuckstück. Er hebt das Messer an und zielt auf Kellys Nacken. Das Tierblut beginnt sich langsam vom Körper zu lösen, bildet feine Fäden und schwebt scheinbar schwerelos auf einen nahen Felsen zu.

Jayne hebt leise seine Winchester’73. Die Hölle selbst scheint ihre Pforten geöffnet zu haben. Der erfahrene Cowboy muss schlucken und sich zusammenreißen. Alles in ihm schreit danach wegzulaufen, aber er ist ein Mann, ein waschechter Mann. Und niemals würde er eine unschuldige und atemberaubende junge Frau ihrem dunklen Schicksal überlassen. Der Westen ist unheimlich, Ma’am, aber für einen Jayne Raynor nicht unheimlich genug.

Das Blut berührt den Felsen, schmeichelt ihm förmlich. Ein Sigel flammt auf, brennt sich gleißend hell in den Felsen. Der ist nichts anderes als eine Blockade, ein Verschluss. Dahinter geht es weiter, tief in eine Höhle hinein. Und niemand weiß zu sagen, was dort lauert.

Mit einem schrillen Schrei beendet der Schamane seinen Gesang und springt auf Kelly zu. Einer Schlange gleich stößt er das Messer vor, mit aller Kraft die er besitzt. Doch nur wenige Dinge sind schneller als eine Kugel.

Jayne schießt und trifft den Arm. Mit einem überraschten Ruf wirbelt der Schamane einmal um sich selbst, verliert dabei das Messer. Noch hat er keine Schmerzen, schützt ihn der Schock. Da kommt die nächste Kugel angepfiffen und bohrt sich in den Unterkörper der Rothaut. Mit Verwunderung im Blick knickt der Schamane ein. Enttäuscht schreit er auf, da verpasst ihm Jayne mit der dritten Kugel ein Loch zwischen die Augen. Tot, der Mistkerl und seine widerliche Medizin sind erledigt.

Die Wiedergänger stieren zu ihrem toten Meister, dann stöhnen sie laut auf und beginnen zu rennen. Sie wollen sich Jayne schnappen, können ihre Gier nach Fleisch, nach Blut und nach Rache kaum zügeln. Aber Jayne ist schneller, zeigt hier, wer der wahre Herr und Meister ist. Er braucht nur zwei Schuss, um beide Köpfe regelrecht zerbersten zu lassen. Der Cowboy grinst zufrieden.

Mit einem lauten Stöhnen fällt Kelly aus ihrer Starre und beugt sich befreit nach vorne. Sie stützt sich mit beiden Händen ab und ihre Brüste baumeln dabei frei und ungezügelt in der Luft. Jayne kann sich bei diesem Anblick nur schwer ein Grinsen verkneifen.

„Alles in Ordnung, Lady?“ ruft er, während er seine Winchester nachlädt.

Kelly nickt und dabei fallen ihre Haare nach vorne. „Danke, Mister. Sie sind meine Rettung.“ Mühsam kämpft sie sich wieder auf die Beine, tritt aus dem Beschwörungskreis und wankt langsam auf Jayne zu. Sie weiß, dass sie halbnackt ist, er ihr üppiges Angebot begutachtet. Aber das ist Kelly egal. Dieser Mann hat sie gerettet und sie ist bereit, ihm alles zu geben, falls er es verlangt.

„Der zweite Ehemann meiner Mutter, mein Stiefvater, ist ein Arsch“, versucht sie zu erklären. „Er hat hier etwas weggenommen und dafür sollten ich und meine Mom leiden.“ Kellys Augen verdunkeln sich und Tränen steigen auf. Doch sie ist stark und hält sie zurück. Noch.

Jayne nickt. „Ich weiß“, kommt es leise über seine Lippen. „Ich war auf der Farm und habe versucht Ihre Mutter …“ Seine Stimme wird leiser und er sieht in Kellys Augen, das sie weiß was er sagen will.

Müde dreht sich die Schöne um und spuckt auf den toten Schamanen hinab. „Er wollte mich töten und meine Knochen bei lebendigem Leibe herausschneiden, um damit die gestohlene Medizin zu ersetzen. Bastard!“

„Aber warum?“ fragt Jayne und ein Grollen aus den Tiefen des Canyons gibt ihm augenblicklich die Antwort.

Mit einem lauten Knall zerplatzt das Sigel und der Fels bekommt Risse. Etwas Großes schlägt von der anderen Seite dagegen und schon zerspringt der Stein in alle Himmelsrichtungen.

Etwas Düsteres kommt aus der Dunkelheit. Gewaltige Knochen schieben sich vor und ein lautes Fauchen zischt Jayne und Kelly entgegen. Die beide schlucken schwer, denn was dort aus der Höhle kommt und sich mit rotglühenden Augen nach Opfern umsieht, ähnelt im ersten Augenblick einem gewaltigen Drachen aus dem Märchen. Aber die Kreatur besitzt weder Haut, Muskeln, Fleisch oder gar Blut. Es sind nur Knochen, die gewaltig emporragen und durch Höllenkräfte zusammengehalten werden.

Solch eine Kreatur hat Jayne noch nie gesehen, jedenfalls nicht lebendig. Oder anders gesagt: Untot. Nein, Ma’am, das hat er nicht. Aber solch eine Ansammlung von Knochen ist ihm bekannt. Die hat Jayne Raynor schon gesehen. Damals, in Boston, im Museum. Lange ist es her. Es war das gut erhaltene Skelett eines Tyrannosaurus Rex. Doch das hier, das ist nicht gut erhalten. Aber dafür verdammt beweglich und blutrünstig.

Kelly stößt einen spitzen Schrei aus und geht hinter einem Felsen in Deckung. Jayne springt zur anderen Seite, um das Vieh von der jungen Schönen abzulenken. Er gibt einen Schuss ab. Das Monster ist nur schwer zu verfehlen, aber die Kugel richtet kaum Schaden an.

„So habe ich mir meinen Tag nicht vorgestellt“, ruft Jayne aus und springt hinter den nächsten Felsen während er noch einen Schuss abgibt.

„Ich weiß was sie meinen, Mister“, entgegnet Kelly und bekommt langsam ihre Furcht in den Griff. „Ich hätte nicht gedacht, als verdammte Jungfer zu sterben.“

Jayne zieht die Augenbrauen hoch, während er einen weiteren Schuss abgibt. „Solch ich Ihnen meinen Colt zuwerfen, Miss?“

„Nicht nötig“, kommt sofort die Antwort und Kelly springt hinter ihrer Deckung hoch. Sie fächert ihre rechte Hand vor ihren nackten Brüsten regelrecht auf und ein Satz geisterhafter Pokerkarten erscheint darin. Mit einer lockeren Handbewegung schleudert sie ihr Blatt in Richtung der Kreatur. Die Karten sausen regelrecht wie Kugeln darauf zu und lassen einige der Knochen zersplittern. Wütend wirft sich das Monster herum und springt auf Kelly zu. Jayne nutzt den Augenblick und verpasst dem Skeletthaufen einen Kopfschuss. Und das schindet endlich Eindruck.

„Respekt, Miss!“ ruft der Cowboy aus und läuft los. Das verdammte Fossil hinter ihm her. Es tritt einen großen Felsen zur Seite, als sei es nur Spielzeug. „Hätte nicht gedacht, dass Sie mit den Manitous pokern. Aber wenn schon, dann bitte auf den Kopf des Viehs. Da scheint es empfindlich zu sein. Scheiße!“

Jayne stolpert über einen Stein und fällt hin. Seine Winchester gleitet ihm aus den Händen und schlittert in eine Spalte. Der Cowboy wirft sich herum, zieht seinen Colt Army und erkennt, dass er zu langsam ist, dass es hier für ihn zu Ende geht.

Der Knochensaurier hat seinen Fuß erhoben und lässt ihn ungestüm nach unten krachen. Das wird Jayne zermalmen, ihn regelrecht zerquetschen. Da sieht er weitere Pokerkarten zwischen den Felsen auftauchen, wie von Geisterhand ihre Flugbahn verändern und in den Kopf des lebenden Knochenmonsters einschlagen. Der Schädel zerbirst, knallt nach allen Seiten weg.

Die Knochen fallen augenblicklich auseinander, türmen sich über Jayne Raynor zu einem gewaltigen Haufen auf. Der Cowboy schreit kurz vor Schmerz, ist aber trotzdem erleichtert. Etwas bohrt sich spitz ein Stück in seinen Oberschenkel, aber das ist ihm egal. Hauptsache leben!

Kelly rennt los und beginnt die Knochen aus dem Weg zu räumen. Die Angst um Jayne, um ihren Retter, steht ihr ins Gesicht geschrieben. „Mister, leben Sie noch?“ kommt es ihr über die vollen Lippen. Sie kann es nicht ertragen, noch jemanden zu verlieren. Und sei es auch dieser Fremde, der ihr das Leben rettete.

Jayne stemmt sich gegen einen besonders großen Knochen und drückt ihn zur Seite. Kellys schönes, von Tränen gezeichnetes und gleichzeitig glückliches Gesicht taucht über ihm auf. Für einen Augenblick glaubt Jayne, ein Engel blickt auf ihn herab.

Sie beugt sich zu ihm hinunter und nimmt sein Gesicht in ihre Hände, um es mit Küssen einzudecken. „Ich hatte so viel Angst, Sie zu verlieren, Mister“, kommt es ihr über die Lippen. Ihr Oberkörper streift kurz Jaynes Revolverhand und der Cowboy grinst, denn diese Berührung fühlt sich verdammt gut an. Ma’am, jawohl, das tut sie.

Jayne Raynor greift nach oben und zieht Kelly zu sich heran, um ihre Küsse zu erwidern. Die Knochen des Monsters geben ein Stück nach und mit einem überraschten Laut fällt Kelly dem fremden Cowboy vollends in die Arme, die sich warm und fürsorglich um sie schlingen.

Draußen wiehert geduldig der Braune und sieht in den Sonnenuntergang, während tief unten im Chaintrail Canyon zwei Menschen ihr Überleben feiern …

ENDE

Copyright (c) 2013 by Günther K. Lietz, all rights reserved

Buchtipp des Autoren:

Tom Holert
Deadwood

128 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-03734-383-8
Erscheint am 18.09.2013

Geschichte ist eine Lüge, auf die wir uns geeinigt haben

»Deadwood«, neben »The Sopranos« und »The Wire« das dritte klassische HBO-Drama des vergangenen Jahrzehnts, ist eine vehemente Kritik der Gewalt, der sich die Wirklichkeit verdankt. Als Neo-Western maskiert, beruht die Serie auf historisch belegten Ereignissen in der Zeit nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Schauplatz: ein exterritoriales, von Schlamm und Demokratiebegehren, von Tod und robustem Unternehmertum geprägtes Goldgräberlager in South Dakota. An diesem Ort herrscht das Prinzip der primitiven Akkumulation in Abwesenheit jeder staatlichen Souveränität. Angesichts dessen verzweifeln und sterben die Menschen. Und entwickeln Elemente einer zivilen Ethik.

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2 Comments

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  1. Da gibt es ja viel zu lesen dieses Mal! 🙂

  2. Hat mir sehr gut gefallen, dieser Text. Der passt ja haargenau in die Anthologie „UNTOT“. Was meint der Autor?

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