HANNI – Eine Short Story von Rüdiger Heins

Detrois schien wieder nüchtern zu sein. Er stand am Fenster und träumte vor sich hin. Ruckartig öffnete er einen Flügel des Fensters, lauschte dem entfernten Rauschen der Nahe, während Hanni die Schuhe von ihren Füßen in den Raum schleuderte. Der Fluss lag ruhig in seinem Bett. Ab und zu hörte Detrois ein sanftes Gluckern, das sich harmonisch in die Melodie der Landschaft einfügte. Der Mond, der in einem zarten Buttergelb über dem Flussbett stand, warf mit seinem Schein eine lange Lichtsäule, die bis in die Mitte des Flusses hineinreichte. Zart spielten die Wellen mit diesem Funkeln, verwandelten sein Spiegelbild in bizarre Formen. Bäume, die am Ufer standen, bildeten mit ihren Ästen fantastische Strukturen. Sie erinnerten ihn an die Riesen aus alten Märchen, die ihn durch die verwunschenen Träume seiner Kindheit begleiteten …