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DIE VIERTE GEWALT IM STAAT – Ein kritischer Kommentar von Yvonne Rheinganz

DIE VIERTE GEWALT IM STAAT

Ein kritischer Kommentar

von Yvonne Rheinganz

Ab und an überfällt einen die Erkenntnis, dass die Medien nicht ganz so objektiv berichten, wie man es im Allgemeinen zu wagen hofft.  Bisher hielt ich es so, dass ich dem Fernsehen keinen Glauben schenkte, aber dennoch etwas Vertrauen in die Printmedien besaß. Zwar nahm ich den Niedergang unseres Regionalblattes kritisch zur Kenntnis, ließ mich aber immer wieder dazu verführen ihm Glauben zu schenken. Da ich ein Mensch bin, der seine Meinung nur schwerlich für sich behalten kann, landete ich mit einem Kommentar zum Thema Zweitwohnsitzsteuer in dieser Zeitung. Leider vollkommen falsch zitiert. Zwar ärgerte ich mich etwas darüber, zumal der Kommentar mit Bild abgedruckt war, aber ich kehrte unserer Zeitung immer noch nicht den Rücken zu.

Seit dieser Woche traue ich unserer Zeitung nun nicht mehr weiter über den Weg, als ich meine Waschmaschine werfen kann. Einmal falsch zitieren schön und gut, ein zweites Mal war mir dann doch zu viel.

Nach einer studentischen Aktion unter dem Titel “Demokratie wagen – Transparenz zeigen”, bei der kurzzeitig die Hambacher Gespräche unterbrochen wurden, wurde eine ganze Gruppe von Studenten interviewt, darunter auch, wer hätte es gedacht, ich.

Der Reporter schien sehr interessiert, notierte sich seitenweise unsere Meinungen, Zitate und Hintergründe zur Aktion. Auch übersandten wir ihm unseren Pressebericht zur Aktion, bei dem wirklich alle Hintergründe und Forderungen dargestellt waren.

Der Bericht übertraf dann meine kühnsten Erwartungen, leider im negativen Sinne. Dies lag nicht nur daran, dass Hintergründe nicht tiefgreifend recherchiert waren, sondern auch daran, dass vollkommen sinnentstellt zitiert wurde.

So wurde aus meinem Kommentar, dass vor allem die Geisteswissenschaften von Kürzungen betroffen seien, weil dort keine Drittmittel zu erwarten wären, hingegen die Fächer, in denen gut Drittmittel akquiriert werden können nicht von Kürzungen betroffen seien vollkommen fehlerhaft verkürzt. Ich konnte dann folgendes Zitat von mir in der Zeitung lesen: „In den Geisteswissenschaften wir[d] ganz massiv gekürzt“, weiß die Studentin der Grundschulpädagogik Yvonne Rheinganz, „außer bei Drittmittelprojekten, dort bleibt alles beim [A]alten.“.

Man beachte an dieser Stelle auch die Rechtschreibfehler im Zitat, ich wünschte man hätte hier wenigstens nicht am Lektorat gespart.

So etwas lässt mich sprachlos zurück. Ich schreibe es einfach der konservativen Einstellungen unserer örtlichen Regionalzeitung zu. Und streiche nun auch die Zeitungen von der Liste der Medien, denen ich Vertrauen schenke. Dabei habe ich bisher schon immer fünf Artikel aus unterschiedlichen Zeitungen gelesen, um mich über ein und dasselbe Thema zu informieren. Schließlich hat jede Zeitung ihren Kundenstamm.

Was aber tun, wenn es eben nur einen Artikel zum Thema gibt?

Da hilft nur eins: Man wird zum Blogger.

In diesem Sinne: viel Spaß mit eurer örtlichen Zeitung.

© 2012 Yvonne Rheinganz

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Arnsfeld, Andreas
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Aspekte ihrer Wechselwirkungen unter dem Stichwort Politainment

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Updated: 23. Juni 2012 — 11:12

4 Comments

Add a Comment
  1. Was sagt Ihr dazu, liebe Community-Autoren? Schreibt mal Eure Meinung!

  2. Tja, das übliche. Das ist halt auch einer der Gründe, warum die Blogs abgeschossen werden sollen. Als aktuelles Beispiel mag das Leistungsschutzrecht gelten, das gerade im Schatten der EM angekündigt wurde und somit unter dem Radar der Deutschen fliegt. Und da die Zeitungsverlage den Mist auf den Weg gebracht haben, gibt es auch keine echte Berichterstattung zu dem Thema. Aber es geht ja nicht nur um die Blogs, es wird das deutsche Internet vernichtet.

    Ich finde Yvonnes Artikel gut. Und noch darf sie das ja schreiben. Ich denke, nachträglich wird es da keine Abmahnung geben. 🙁

  3. Sonst noch jemand eine Meinung dazu?

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