DIE RUINE (2) – Eine Kurzgeschichte in zwei Teilen von Irene Salzmann

“Nein“, Carla setzte alles auf eine Karte, „du hast Pech gehabt. Du weißt nämlich gar nichts. Und ich denke überhaupt nicht daran, dir auch nur einen Penny zu zahlen. Geh zur Polizei. Ich lasse es darauf ankommen. Wenn sie mich verurteilen, bekommst du nämlich auch nichts. Das ist besser, als ständig neue Forderungen von dir erfüllen zu müssen. Du wirst nie aufhören, mich zu erpressen, genauso wenig, wie du aufhören kannst zu koksen. Oder, ich weiß noch etwas Besseres: Ich gehe zur Polizei und erzähle, dass du eine arme Witwe belästigst. Wahrscheinlich hat nicht der Irre Andreas ermordet, sondern du, weil du dachtest, dann endlich durch mich deinen Drogenkonsum finanzieren zu können.“ – „Den Teufel wirst du.“ Svens Hände zuckten nach vorn, doch geistesgegenwärtig wich sie aus. „Tu das nicht. Ich bin schon so weit gegangen …“