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Beschneidung des männlichen Gliedes – weil das männliche Glied und damit der Mann etwas Böses und Gefährliches sind. Ergänzende Gedanken von Dr. Bernd Holstiege. Buchempfehlungen von Detlef Hedderich

Beschneidung des männlichen Gliedes – weil das männliche Glied und damit der Mann etwas Böses und Gefährliches sind.

Ergänzende Gedanken zum Artikel/Buchrezension über die Ausstellung im jüdischen Museum „Haut ab!“ (Link)

von Dr. Bernd Holstiege.

Buchempfehlungen von Detlef Hedderich

Im Artikel über die Ausstellung im jüdischen Museum „Haut ab!“ hatte ich bei meinen Betrachtungen die Traumahypothese zwar als Hintergrund der Beschneidung beschrieben, aber nicht dezidiert die Hypothese vertreten, dass die körperliche Beschneidung als Traumafolge bedeutet, dass die Männer etwas Böses sind und deswegen beschnitten werden müssen. Das männliche Glied symbolisiert den Mann insgesamt. Ich hatte diesen Aspekt völlig vergessen, so sehr habe ich mich von dem Begleitband, vor allem von dem Psychoanalytiker Blumenberg, beeinflussen lassen.

Es ist ja auch kein Wunder, da die Juden über alle Zeiten verfolgt und diskriminiert wurden, diese Untaten wie Kriege von Männern, die Frauen vergewaltigten, durchgeführt wurden, so dass das Männliche etwas Böses und Gefährliches bedeutet. Ein derartiger Mann kann und soll der jüdische Mann (als das auserwählte Volk) nicht sein. Das ist seit Moses und Abraham heiliges Volksgut. (Solange man an Gott glaubt) Gott hat bei Abraham der Sage bzw. dem Glauben nach das Menschenopfer zur Beschneidung des Gliedes herab gemildert. Verbrechen von Männern müssen pauschal am Manne gesühnt werden. Nur so kann der Mann in die Gemeinschaft der Gläubigen laut Tradition aufgenommen werden. Die körperliche Beschneidung bedeutet also ein Sühneopfer überhaupt am Manne. Obwohl sie die Untaten an den Juden überhaupt nicht begangen haben, werden die jüdischen Männer stellvertretend für alle Männer beschnitten. Die Juden bieten sich dadurch als Projektionsfläche an und introjizieren diese Untaten. Psychoanalytisch könnte man diesen Vorgang als projektive Identifikation eines ganzen Volkes interpretieren. Ihre Sühne, Reinigung von einer Schuld, gilt für die Verbrechen anderer an ihnen.

Da die Verbrechen an den Juden über alle Zeiten durchgeführt wurden, wurde die Beschneidung zur Selbstverständlichkeit, ist in Fleisch und Blut übergegangen und wird deshalb als Jahrhunderte, ja Jahrtausende alte Tradition am männlichen Glied des acht Tage alten Säugling ausgeübt, wo er sich noch nicht äußern kann. Man hat wohl auch die Vorstellung, dass er die Schmerzen nicht spürt. Diese These wird jedoch häufig von Medizin und Psychologie infrage gestellt. Der Mann, der die männliche Vorhaut als ein stark mit Nerven durchzogenes Organ nicht mehr besitzt, wird wohl irgendwie den Mangel spüren.

Das Wesen des Traumas ist, traumatische Erlebnisse und Erfahrungen, die die Verarbeitungskraft eines Einzelnen oder eines Volkes übersteigen, sich tief in das Nervensystem und in die Psyche eingraben. Sie entfalten sozusagen ein Eigenleben, wie im posttraumatischen Belastungssyndrom als medizinische Diagnose erfasst. Als Folge kann nicht mehr zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und zwischen der eigenen Person und fremden Personen unterschieden, differenziert werden. Die Grenzen sind aufgehoben. Die Vergangenheit lebt weiter fort, und die traumatischen Ereignisse müssen in der Gegenwart in der Zukunft immer wieder gefürchtet werden. Außerdem findet eine Spaltung statt in entweder – oder, gut und böse, richtig oder falsch. Als Reaktionsbildung, um nicht böse zu sein, müssen die Traumata unter allen Umständen verhindert werden. Gleichzeitig wird die Sühne sozusagen als vorauseilender Gehorsam eingeführt. Die Beschneidung bedeutet also Verhinderung und Sühne zugleich.

Die Wut gegen die Aggressoren, das gilt gegenüber den anderen als auch gegenüber dem eigenen Volk, wird wie in der Eltern-Kind-Beziehung gegen die eigene Person gewandt. Da sie sich die anderen Personen als ungeprägt Wesen zu eigen machen, verinnerlichen oder introjizieren, richten sich die Aggressionen gegen die eigene Person. Sie werden zur Autoaggressionen, wie der Selbstbeschneidung. Unter dem Traumaeindruck kann außerdem nicht mehr zwischen den Personen unterschieden werden, zwischen fremden Völkern und dem eigenen Volk. Männer sind pauschal Männer, und müssen ungefährlich gemacht, kastriert oder beschnitten werden. Deswegen kommen sich manche Beschnittene halb kastriert vor.

Im Islam werde Jungen bis zur Pubertät beschnitten. Sie sind damit in einem Alter, wo sie die Schmerzen voll mitbekommen und spüren, und daß ihnen Schmerzen zugefügt werden. Sie sind eher zu einem Protest fähig, es sei denn, sie sind so von der Tradition erfüllt, dass sie ihre eigene Beschneidung mittragen. Außerdem wird es in einem großen Fest als heilige Handlung zelebriert, und sie zu etwas besonderem erhoben, ähnlich wie bei den Juden. Da bei den Moslems meist die Söhne sechs Jahre lang bei den Müttern bleiben und erst dann in die Männergesellschaft entlassen werden, können die Mütter ihre Ambivalenzen, einerseits sind sie stolz, andererseits sind sie neidisch auf ihre Söhne, da diese wesentlich mehr gelten als Frauen, an den Söhnen auslassen. Sie werden also von den Müttern ausgehend in ihrer Männlichkeit beschnitten. Außerdem sind sie rachsüchtig, da der sexuelle Missbrauch von den Vätern und den Brüdern an den Töchtern verbreitet ist, und sie vielfach traumatisiert sind.

Der Mann trägt die Beschneidung aus verschiedenen Gründen mit. Zum einen ist er von den Müttern geprägt, glaubt ihnen, das es richtig so ist – das ist tief verankert – zum anderen sind die Väter zwar stolz auf ihre Söhne, aber sie neiden ihre Söhne um ihre zukünftige Attraktivität und ihre Zukunftschancen, während sie bei sich nur den körperlichen Verfall sehen. Sigmund Freud hat zwar den Neid auf die Söhne auf die Väter beschrieben, da nur sie im Sexualakt an die Mütter herankommen. Ich sehe das aber andersrum, was eine wesentlich größere Rolle spielt. Als Beweis dienen mir die Kriege, die von den Vätern angezettelt werden, und die Söhne darin umkommen. Die Aggressionen und die Autoaggressionen werden transgenerationell mitvererbt.

Durch Mangel, durch Unvollkommenheit zur Vollkommenheit, der beschnittene Mann, so sind die Phantasien, wird besser in der Lage sein, ungehemmter, nicht gebremst durch ein Häutchen als Kopulationshindernis, sich auszuleben. Er wird also belohnt werden, religiös überhöht, wie etwa die islamistischen Attentäter mit 66 Jungfrauen im Jenseits belohnt werden.

In USA ist die Beschneidung sicherlich ein Beitrag aus so genannten medizinischen Gründen zur Gesunderhaltung. Es existiert eine starke jüdisch geprägte Oberschicht und viele dogmatische Kirchen und Sekten, und gleichzeitig haben sie fast alle einen ‚Reinlichkeitsfimmel‘. Dahinter steht ein traumatisches Schmutzverständnis, ohne Beschneidung schmutzig zu sein, was in früheren, unhygienischen Zeiten, vor allem in heißen Gegenden, auch sicherlich der Fall war. Das übt eine große Strahlkraft auf die übrige Gesellschaft aus und wird zur Mode. Das Ganze ist sicherlich noch stark durch das jeweilige religiöse Sexualitätsverständnis (s. kath. Kirche, wo in der biblischen Schöpfungsgeschichte Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben wurden, weil sie einen Apfel vom Baum der Erkenntnis aßen, und dies zur Erbsünde wurde) bestimmt.

Das gilt allerdings nur für traumatisierte Eltern. Die Beschneidung legt Zeugnis ab, dass Juden und Moslems im Kern ihrer Völker traumatisiert sind. Bei den Moslems können wir z. Zt. erleben, wie sie in Kriegen aufeinander losgehen und ganz besonders die IS-Leute zum Menschenopfer und zur Selbstaufopferung neigen.

Bei der weiblichen Beschneidung bis zur Sexualverstümmelung, die überwiegend mittleren afrikanischen Gürtel traditionell stattfindet, steht der Glaube dahinter, dass Frauen, vulgär ausgedrückt, „sexbesessen und mannstoll„ sind. Die Beschneidung findet statt, damit sie treue und anständige Frauen sind, weil die Frauen dann nicht mehr zu einer Empfindung fähig wären. Auch möchten die Männer Jungfrauen und keine fremden Kinder ernähren. Dass seine Frau fremdgeht, muß wohl für Männer und Frauen eine traumatische Erfahrung sein und führt zu unüberbrückbaren Konflikten. Aber sie findet traditionell (und weniger zeremoniell) durch Frauen an Frauen statt, während die Männer große Mühe haben, einer Frau, die eventuell noch zugenäht ist, den Sexualakt zur Kindererzeugung zu vollziehen. Da es den Müttern auch nicht anders ergangen ist, steht dahinter, daß es den Töchtern in der Sexualausübung auch nicht besser als ihnen ergehen darf. Der Neid der Mütter auf die möglicherweise bessere Situation der Töchter muss brutal transgenerationell durch dieses grausame Ritual verhindert werden. Außerdem beneiden sie ihre Töchter um ihre Attraktivität und ihre Zukunftschancen.

Bekannte meines Versicherungsvertreters, über den ich schon mehrfach berichtet habe und der in der Kindheit sozusagen seelisch als Mann beschnitten wurde und als Folge lebenslang unter Schmerzen und Verspannungen litt, hatten sich enttäuscht über die Ausstellung in Berlin geäußert. Sie sei ihnen zu oberflächlich, und es mangele an Tiefe. Wahrscheinlich hatten sie Ähnliches gemeint. Durch eine Stunde mit ihm kam ich dazu, mir das Thema der Beschneidung noch einmal zu überlegen, vor Augen zu führen und mir die Traumaaspekte zu überdenken. Auch bin ich als Mann immer empörter, dass wir Männer etwas Böses sind, solange ich mir die Hintergründe vor Augen führe.

Durch die heilige Handlung und die Überhöhung durch die Tradition sind all diese vermuteten Hintergründe tabu und unhinterfragbar, zumindest in diesen Völkern. In anderen Kulturen und vor allem in säkularisierten besteht eine andere Rechtsauffassung, deswegen unsere Rechtssprechung. In der USA ist der Fundamentalismus weit verbreitet, deswegen ihre hohe Zahl an Beschnittenen, und ein Kölner Gerichtsurteil wäre nicht möglich. Bei uns ist ja schon der Schrei der Empörung groß und spaltet die Lager. Die kulturelle Akzeptanz ist laut Sander l. Gilmann entscheidend und die Zugehörigkeit in der Gemeinschaft der Gläubigen. Das Zugehörigkeitsgefühl hat Priorität gegenüber der körperlichen Unversehrtheit und den individuellen Rechten.

Ich spreche nicht aus einer antisemitischen oder antiislamischen Position heraus. Jegliche Kultur ist hochzuhalten, auch die jüdische und muslimische, wenn sie auch traumatische Hintergründe hat, wie sie auch in unserer Kultur verbreitet sind. Ich erinnere nur an den Holocaust. Einen der Hintergründe sehe ich in den meist gelesenen pädagogischen Büchern im ausgehenden 19. Jahrhundert, wo der Wille des Kindes um jeden Preis zu brechen ist. Gebrochene Menschen ließen ihre Wut dort aus, wo am meisten Anlaß zu einer Projektionsfläche geboten wurde.

Copyright (c) 2014 by Bernd Holstiege

Bildrechte: “Tabu-Brecher” (tes-tabu2.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

Storybeitrag zum Thema auf sfbasar.de:

ALTE TRADITIONEN HABEN AUCH IHR RECHT! – Eine Kurzgeschichte von Martina Müller (Link)

Buchtipps der Redaktion von Detlef Hedderich:

Die Beschneidung (Kartoniert)
von Dalos, György

Verlag:  Berliner Buchverlagsges
Medium:  Buch
Seiten:  190
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  März 2014
Maße:  125 x 208 mm
Gewicht:  223 g
ISBN-10:  3867891931
ISBN-13:  9783867891936


Beschreibung

Budapest 1955/56: Der zwölfjährige Robi Singer, der während der Bombennächte in einem Budapester Luftschutzkeller zur Welt gekommen ist, wurde nicht, wie es der jüdischen Tradition entspricht, rituell beschnitten. Kurz vor der Bar Mizwa soll dies nachgeholt werden. Robi ängstigt sich, doch er kommt nicht um diesen kleinen Eingriff umhin. Aber auch sonst quälen ihn viele Sorgen: In der Schule nennen ihn alle „Wabbel“, weil er ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen hat, der neue Freund seiner Mutter ist ihm suspekt und seine über alles geliebte Großmutter erleidet eine Herzattacke. Außerdem ist da noch Miriam, die Tochter des Polizeihauptmanns, die ihn in diesen Zustand glücklicher und trauriger Aufgeregtheit versetzt, der von den Dichtern mit dem Wort Liebe bezeichnet wird. Mit viel Wärme und großem Einfühlungsvermögen lässt uns György Dalos in die Gedankenwelt eines Jungen am Vorabend des Volksaufstands blicken. Ein wunderbar poetisches und zugleich heiteres Buch über das Erwachsenwerden.

Autor
György Dalos, geb. 1943 in Budapest in einer jüdischen Familie, gehörte zur demokratischen Opposition Ungarns und lebte in den achtziger Jahren nach Aufenthalten in Berlin in Wien und Budapest. György Dalos wurde vielfach in Deutschland und Ungarn ausgezeichnet und war bis 1999 der Direktor des ungarischen Kulturinstituts in Berlin und im selben Jahr literarischer Leiter des Ungarn-Schwerpunkts während der Frankfurter Buchmesse. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 1995 der „Adelbert-von-Chamisso-Preis“, 2000 die „Goldene Plakette der Republik Ungarn“ und 2010 der „Preis der Leipziger Buchmesse für Europäische Verständigung“.
György Dalos lebt als Autor in Berlin.

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch 24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

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Vom 24. Oktober 2014 bis 1. März 2015 findet im Jüdischen Museum Berlin die Sonder-Ausstellung »Haut ab! Haltungen zur rituellen Beschneidung« statt (Link)

Die Beschneidung von Jungen (Kartoniert)
Ein trauriges Vermächtnis
von Vandenhoeck + Ruprecht Gm

Verlag:  Vandenhoeck + Ruprecht Gm
Medium:  Buch
Seiten:  448
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  März 2014
Maße:  154 x 231 mm
Gewicht:  742 g
ISBN-10:  3525404557
ISBN-13:  9783525404553


Für das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit. Die Religionsfreiheit kann heute kein Freibrief mehr für Gewalt gegenüber Jungen sein, die ohne Einwilligungsfähigkeit beschnitten werden. Belastende körperliche, sexuelle und seelische Langzeitfolgen sind belegt. Fundierte kritische Bewertung zum Thema Jungenbeschneidung aus allen relevanten Disziplinen; Zusammenführung fachlich fundierter Argumente gegen rituelle Beschneidung

Beschreibung
Die Auseinandersetzung um die rituelle, medizinisch nicht begründete Genitalbeschneidung kleiner, nicht einwilligungsfähiger Jungen findet in Deutschland besonders seit dem Urteil des Kölner Landgerichts vom Mai 2012 im Spannungsfeld der Grundrechte auf Religionsfreiheit und dem Recht körperlicher Unversehrtheit statt. Die Heftigkeit der Debatte lässt auf tiefgreifende Ängste und Konflikte schließen. Ein demokratisch geregelter und wissenschaftlich fundierter Diskurs über kinder- und körperverletzende Rituale ist weiterhin nötig. Es ist zu bezweifeln, ob es noch angemessen ist, kleinen Jungen zur Absicherung der gruppalen bzw. religiösen Identität von Erwachsenen Schmerzen und Ängste zuzufügen, sie erheblichen Gesundheitsrisiken und irreversibler körperlicher Verletzung der Intimzone auszusetzen. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass auch kleine Kinder Schmerzen fühlen, und es ist bekannt, dass Gewalt und Schmerzzufügung die Entwicklung von Kindern schädigt.

Autoren
Die Autorinnen und Autoren sind mit dieser Situation unzufrieden und äußern sich kritisch zur Praxis der rituellen Jungenbeschneidung. Betroffene, Fachleute, Ärzte, Juristen, Psychoanalytiker und Politiker engagieren sich in den Beiträgen des Buches dafür, den Kinderschutzgedanken und die Bedürfnisse der betroffenen Jungen weitergehend zu berücksichtigen, als das bisher geschieht. Sie werben dafür, sich in dieser Angelegenheit eindeutig auf der Seite des Kindes zu positionieren, die Debatte auf wissenschaftlicher und rechtlicher Grundlage zu führen und Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie, der Hirn- und Präventionsforschung stärker im Sinne des Kinderschutzes zu berücksichtigen.

Herausgeber
Prof. Dr. med. Matthias Franz ist Univ.-Prof. für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Düsseldorf.

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Artikel zum Thema “Die Beschneidung – jahrtausende altes Glaubensgut versus Selbstbestimmung” stammt von Bernd Holstiege (Link)

un-heil (Kartoniert)
Vorhaut, Phimose & Beschneidung Zeitgemäße Antworten für Jungen, Eltern und Multiplikatoren
von Lichtenheldt, Mario

Verlag:  tredition
Medium:  Buch
Seiten:  200
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  März 2012
Maße:  123 x 197 mm
Gewicht:  218 g
ISBN-10:  3842495404
ISBN-13:  9783842495401

Beschreibung
Trotz moderner nichtoperativer und vorhauterhaltend operativer Behandlungsmöglichkeiten mit hervorragenden Ergebnissen werden auch in Deutschland noch immer zahllose Jungen wegen einer oft harmlosen Phimose an ihrer Vorhaut beschnitten. Die Tatsache, dass eine symptomfreie verengte oder verklebte Vorhaut bis zur Pubertät gar keiner Behandlung bedarf, weil es sich um einen entwicklungsphysiologisch völlig normalen Zustand handelt, erfahren Eltern und Jungen nur selten. Genauso wenig sind ihnen die möglichen physischen, sexuell-funktionellen und psychischen Folgen bewusst, die eine Beschneidung neben dem üblichen Operations- und Narkoserisiko verursachen kann. In Übersee machen Pharma- und Kosmetikkonzerne das große Geschäft mit der Vorhaut und den Schmerzen männlicher Neugeborener. In Afrika und Australien ist die Beschneidung von Jungen ein grausames Ritual, das jährlich viele Tote fordert, und für Juden und Moslems ist der beschnittene Penis ein identitätsstiftendes Symbol, auf das man keinesfalls verzichten kann. Die oft erschreckend oberflächliche Sexualaufklärung von Jungen trägt ein Übriges dazu bei, dass Erwachsene weltweit, fast selbstverständlich und ungestraft an der Verstümmelung kindlicher Genitalien festhalten können. Die einzigen, die bei all dem nicht gefragt werden, sind die betroffenen Jungen selbst.

Autor
Mario Lichtenheldt wurde 1965 im thüringischen Rudolstadt geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Oberweißbach, dem Geburtsort des Kindergartengründers Friedrich Fröbel, mit dessen Idealen er sich ebenso verbunden fühlt wie mit den Geistern der Vergangenheit überhaupt. Beruflich versuchte sich Mario Lichtenheldt deshalb zunächst als Archivassistent, während er seine Freizeit der Kinder- und Jugendarbeit widmete.Etwa 15 Jahre war Mario Lichtenheldt auf dem Gebiet der Steuer- und Wirtschaftsberatung tätig, bevor er sich 2009 als Texter, Autor und freier Journalist selbständig machte.Mario Lichtenheldt schreibt Kinderliteratur, Erotik, Rezensionen und Artikel zu geschlechterspezifischen Themen, Medizin und Medizinrecht, Sternenkinder und verwaiste Eltern, Straffälligenhilfe und Gefangenenfürsorge, Prostitution, Mobbing u.v.m..

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4 Comments

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  1. Bin gespannt auf Eure Kommentare. Habe sehr gründlich recherchiert, was der Buchmarkt im Moment Interessantes dazu hergibt. Würde mich interessieren, wie meine Auswahl an Buchtipps dazu ausfällt in euren Augen! Nur Mut! 😉

  2. Die Buchtipps passen hervorragend zu dem Artikel. Hier scheiden sich wieder einmal die Geister zwischen religiösem Wahnsinn und medizinischer Notwendigkeit.

  3. Hä? Von Medizinischer Notwendigkeit ist hier gerade nicht die Rede!

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