AUGENBLICKE – eine Kurzgeschichte von Martin Ott

Am Ufer eines Teiches befinde ich mich in der Hocke, an demselben Punkt, an dem ich in der letzten Zeit immer häufiger angekommen bin. Der Platz scheint reserviert, scheint auf mich zu warten. Die Gedanken gleiten über das Wasser und tauchen hinein. Hinein unter die Oberfläche zu den Augen des Spiegelbildes. Schaue ich anderen Menschen in die Augen, erhalte ich ein tief gehendes Bild von ihnen. Doch manchem kann ich nur bis eine Handbreit vor die Augen blicken. Dann stoße ich auf eine unsichtbare Wand und dahinter ist Nichts. Totale Leere. Als ob mein Gegenüber gar nicht da wäre. Wellen ziehen vorüber. Auch in mir spüre ich eine Leere, wieder und wieder. Etwas fehlt in mir, ohne dass ich es genauer fassen könnte. Erst in der letzten Zeit scheint dieses Etwas eine Form anzunehmen und auch zeitlich näher zu kommen. Wenn ich nur dahinter käme, was es ist …