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KLEIN OSTERHÄSCHEN UND SEIN SCHNATTERNDER STUMMELSCHWANZ – Kurzgeschichte von Barbara Wegener

 

 

 

KLEIN OSTERHÄSCHEN UND SEIN SCHNATTERNDER STUMMELSCHWANZ

Kurzgeschichte

Von

Barbara Wegener

„Wach auf! Wach auf! Es ist schon heller Tag!“ rief der Sonnenstrahl und kitzelte Klein Osterhäschens Nase.

Klein Osterhäschen öffnete vorsichtig erst das eine, dann, als er sah, dass es tatsächlich hell war, das andere Auge.

Frühlingssonne. Es ist endlich Frühling! Und zum allerersten Mal war er dabei. Er war endlich groß genug, um mit den anderen Osterhasen am Ostersonntagmorgen loszuziehen und den braven Kindern bunte Ostereier und Schokolade zu bringen.

Flink stieg er aus seinem Bett, wusch sich schnell und zog seine besten Kleider an. Er wollte sich ja vor den anderen nicht blamieren.

In der Küche hatte seine Mutter schon einen Möhrenbrei zum Frühstück für ihn bereitgestellt. Hastig schlang er den Brei herunter.

„Langsam, langsam!“ rief sein Stummelschwanz ihm zu. „Wir haben noch reichlich Zeit zum Appellplatz zu kommen.“

Aber Klein Osterhäschen hatte schon den letzten Rest seines Breis gegessen und stürmte durch die Tür nach draußen. Aus allen Türen der Osterhasensiedlung kamen festlich herausgeputzte Hasen und Häsinnen und plapperten aufgeregt miteinander.

„Hallo Klein Osterhäschen! Darfst du in diesem Jahr auch mitmachen? Ich bin ja so aufgeregt. Wie wird es in der Welt der Menschen wohl sein? Meine Mutter sagt wir sollen bloß aufpassen, dass wir keinem Fuchs, Jäger oder gar einer Hexe in die Hände fallen“,  rief Knubbelnäschen, sein Freund ihm zu, als er sich dem Hauptweg zum Appellplatz näherte.

„Oh, Mann, der schnattert ja schneller als ich“,  flüsterte Klein Osterhäschens Stummelschwanz leise.

„Pst. Sei ruhig. Nicht, dass jemand merkt, dass du sprechen kannst.“ erwiderte Klein Osterhäschen und sah sich besorgt um. Aber niemand schien etwas bemerkt zu haben. Alle waren in ihren Gedanken schon bei ihrer bevorstehenden Aufgabe.

Endlich erreichte er den Appellplatz und konnte einen Platz in der ersten Reihe vor dem großen Podium ergattern. Knubbelnäschen drängte sich neben ihn.

Ein lauter Gong kündigte den Oberosterhasen an, der mit gemessenem Schritt und sehr würdevoll das Podium betrat.

„Ruhe bitte!“ rief er mit tiefer, lauter Stimme und sofort war es im ganzen Osterhasendorf mucksmäuschenstill. „Liebe Osterhasen und Osterhäsinnen. Es ist mal wieder Zeit, dass ihr in die Welt hinaus zieht und eure wichtige Aufgabe erfüllt. Jedes Jahr warten aufgeregt überall die Kinder auf ihre gefüllten Osternester. Jeder von euch bekommt einen großen Rucksack mit bunt gefärbten Ostereiern, Schokoladeneiern und Schokoladenosterhasen. Ihr habt während des Winters in der Schule gelernt, wie und wo ihr die Osternester verstecken sollt und welche Gefahren in der Menschenwelt lauern. Nun zieht hinaus und macht eure Sache gut.“

Er breitete seine Arme aus und auf dem großen Podium erschienen unzählige Rucksäcke, die prall gefüllt waren mit allem, was das Kinderherz zur Osterzeit begehrt.

Schnell schnappte sich Klein Osterhäschen einen der Rucksäcke und begab sich zu dem großen magischen Portal, dass die Osterhasenwelt mit der der Menschen verbindet.

Urplötzlich befand er sich in einem dichten, dunklen Wald wieder. Ängstlich und schnell hoppelte er in Richtung Waldrand.

„Hoffentlich ist kein Fuchs oder Jäger in der Nähe und ich hab gehört, dass es im Wald eine Hexe in einem Knusperhäuschen gibt, die sogar kleine Kinder isst. Die wird dann bestimmt auch nicht vor Osterhasen zurückschrecken.“ schnatterte aufgeregt sein Stummelschwanz.

„Das ist doch ein Märchen. Du brauchst keine Angst zu haben. Wir werden da vorne in den Garten des Hauses gehen, unsere Osternester aufbauen und sofort wieder verschwinden“,  beruhigte Klein Osterhäschen ihn und zeigte auf ein Haus, das sich gleich in der Nähe des Waldrandes befand.

„Hoffentlich geht alles gut! Hoffentlich geht alles gut!“ schnatterte das Stummelschwänzchen immer wieder.

„Ruhe! Wir sind in der Nähe der Menschen. Wir dürfen nicht entdeckt werden“,  wies ihn Klein Osterhäschen zurecht.

Er hoppelte in einen kleinen Garten und zog zwei Nester aus Stroh und Gras heraus. Sofort sprangen jeweils fünf bunte Ostereier, sieben Schokoladeneier und ein Schokoladenosterhase aus dem Rucksack und legten sich hinein.

„So. Das wäre geschafft“,  sagte Klein Osterhäschen zu seinem Stummelschwanz. Plötzlich erschrak er. Vom Haus her hörte er ein leises Poltern. Schleunigst versteckte er sich hinter einer großen Regentonne, die an der Grundstücksgrenze aufgestellt war. Kaum hatte er sich in Sicherheit gebracht, kamen schon zwei Kinder aus dem Haus gestürmt und machten sich auf die Suche nach den Osternestern.

„Ich hab eins gefunden!“ rief das kleine Mädchen und strahlte über das ganze Gesicht.

„Ich hab auch eins!“ rief der kleine Junge und biss sofort genüsslich in ein Schokoladenei.

Sie trugen vorsichtig die beiden Nester ins Haus.

„Uff, das war knapp.“ meinte das Stummelschwänzchen.

„Du hast Recht. Wir sollten sofort zurück ins Osterhasenland“,  erklärte Klein Osterhäschen und hoppelte schnurstracks in den Wald zurück. Schnell fand er das magische Portal, dass ihn wieder in seine Osterhasenwelt brachte.

Für dieses Jahr war seine Aufgabe erfüllt und er freute sich schon darauf im nächsten Frühling wieder Kinderaugen durch seine Geschenke strahlen zu lassen.

Ende

Copyright (c) 2011 by Barbara Wegener für Text und Buntstifteingangszeichnung „Osterhase“

Bildrechte: Coverillustration “Schwarze Katzen” (20110205113353-e67c2f3d.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Schwarze-Katzen-400×600-41-minus-30-41.jpg” (Originaltitel: 20110205113353-e67c2f3d-400×600.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

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13 Comments

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  1. Felis Breitendorf

    Auch diese Story braucht noch das Häckchen unter Nominierungen(sfb) wenn sie beim Wettbewerb gewertet werden soll!

  2. Felis Breitendorf

    Ach, jetzt ise ja schon drin! 😀

  3. Barbara hatte vergessen sich unter Storys einzutragen und ihren Namen bei den Schlagwörtern nicht angeklickt. Ich habe das nachgeholt, aber der Eintrag will einfach nicht in die Nominierungsliste rein, da muß der Günnie mal nachschauen, ich denke das hat was mit dem Permalink zu tun, der nicht erkannt wurde, wegen der fehlenden Daten am Anfang, abe genau weiss ich ich es auch nicht, werde ihn mal danach fragen, also keine Panik!

  4. Sagt mal hier bei den Kommentaren bescheid, wenn einer von Euch so ein Problem damit hat!

  5. Barbara Wegener

    Irgendwann – in ferner, ferner Zukunft – hab auch ich verstanden, wo ich was anklicken muss. Ich glaube fest daran. Gebt mich nicht auf :XD

  6. Erinnert ein bisschen an die Häschenschule, nur dass die dort nicht durch Portale hüpfen 😉 Habe ich das eigentlich richtig verstanden: Klein Osterhäschen spricht mit seinem Stummelschwanz? Offensichtlich haben nicht nur die Menschen Neurosen 😉

  7. Ich habe den Fehler jetzt gefunden: Barbara hat gar keine Überschrift eingetragen, deshlab kam auch kein Eintrag in der Nominierungsliste. Hab das jetzt nachgeholt und jetzt funzt es auch!

    😀

  8. Brauche hierfür noch eine Buchempfehlung des Autors!

  9. Felis Breitendorf

    Wieso Micha, sprichst du nicht mit deinem? 😉

  10. Felis Breitendorf

    Die Geschichte ist ja echt niedlich. Aber irgendwann hatte ich fast schon erwartet, dass das SG1-Team aus dem Tor tritt und sich verwundert umschaute um wieder im Stargate zu verschwinden! Das wäre lustig gewesen! Eine Osterhasengeschichte mit einem Stargate, super klasse!

  11. Irgendwie hatte ich immer auf eine Wendung gewartet, irgend etwas Gruseliges. Ich hatte die ganze Zeit einen saftigen Hasenbraten vor meinem geistigen Auge. Vielleicht sollt man solche Stories nicht mit hungrigem Magen lesen.

    Mit galaktischen Ostergrüßen
    galaxykarl 😉

  12. Felis Breitendorf

    Das ist witzig! Meine Nachbarin ist auch immer empört, wenn mein Magen zu knurren anfängt, wenn ich ihren Hund bellen höre!

    Mein Wok ist ja jederzeit bereit! 😉

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