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Literatur-Blog

Knapp, Robert: Römer im Schatten der Geschichte. Gladiatoren, Prostituierte, Soldaten: Männer und Frauen im Römischen Reich. – BEI UNS DREI EXEMPLARE IM PREISRÄTSEL!

Erstellt von Detlef Hedderich am 5. Mai 2012

Knapp, Robert
Römer im Schatten der Geschichte
Gladiatoren, Prostituierte, Soldaten: Männer und Frauen im Römischen Reich

Klett-Cotta
ISBN 978-3-608-94703-8
Übersetzt von Ute Spengler
Umfang: 398 Seiten
Mit 30 Farbtafeln und weiteren s/w-Abbildungen
Hardcover
Erscheinungsdatum: 1. Aufl. 15.03.2012
Geschichte, Römisches Reich/Gesellschaft, Sozialwissenschaften

www.klett-cotta.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Autor:

Robert Knapp ist emeritierter Professor für Alte Geschichte in Berkeley, University of California. Er hat sich vor der Erforschung der Mittel- und Unterschichten insbesondere der Epigrafik und der römischen Geschichte der iberischen Halbinsel gewidmet.
(Klappentext)

Zum Buch:

Kein antiker Staat, kein Imperium, das diese Bezeichnung wirklich verdient hat, ist bekannter als das antike Römische Reich. Und natürlich kennen wir viele bekannte Namen von Imperatoren wie Cäsar, Caligula und Nero. Namen von Heerführern – ob erfolgreich oder nicht – wie Scipio und Varus, oder Philosophen und Politiker wie Seneca und Cicero. Aber sie alle sind nach heutiger Bezeichnung Prominente, die Elite, die dünne Oberschicht. Über ihr Leben und Wirken gibt es massenhaft überlieferte Literatur und Belege.

Doch wie sieht es mit den einfachen Menschen aus? Selbstverständlich machen sie wie bei jedem Volk die Masse der Bevölkerung aus. In vielen Filmen über diese Zeit erscheinen sie als Randfiguren. Seltene Ausnahmen wie Spartacus als Sklave und Gladiator, später als Aufständischer, zeigen aber im Film nicht das wahre Bild. Wie lebte das einfache Volk? Hier ist der Titel des Buches perfekt gewählt: „Römer im Schatten der Geschichte“.

Gewöhnliche Männer und Frauen, Arme, Sklaven, Freigelassene, Soldaten, Prostituierte, Gladiatoren (nicht die wenigen berühmten, sondern die Masse) und letztendlich auch die „Outlaws“, Banditen und Piraten. Wie sah ihr Tag aus? Was bestimmte ihr Leben, ihr Handeln? Welchen Regeln und gesellschaftlichen Zwängen unterlagen sie?

Fazit:

„Römer im Schatten der Geschichte“ gibt uns hier detaillierte und oft genug erstaunliche Einblicke. Die 30 farbigen Bildtafeln zeigen auch durch scheinbar nebensächliche Gegenstände, wie o. g. Bevölkerungsgruppen im Alltag gelebt haben. Bei der Lektüre dieses Buches verrückte sich von Seite zu Seite mein Bild über die antiken Römer. Robert Knapp ist für mich der Guido Knopp für das Thema Rom.

Copyright © 2012 by Werner Karl

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wie viele farbigen Bildtafeln gibt es laut Buchrezension? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Eine alternative Teilnahme per Kommentar findet sich hier!

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Telepolis Special Mensch+

Erstellt von Galaxykarl am 28. April 2012

Telepolis Special Mensch+
Upgrade – Revolution für Homo sapiens

Heise Zeitschriften Verlag, Hannover
Magazin, Ausgabe 01/2012
Medizin, Kybernetik, Gentechnik, Evolution
Umfang 130 Seiten
inkl. zahlreicher s/w und farbiger Abbildungen

www.heise.de
www.telepolis.de

Wer sind wir und wohin entwickeln wir uns? Eine uralte Frage, die sich sicher auch schon unsere Vorfahren gestellt haben dürften. Aber unsere Generation ist vielleicht die Letzte, die für sich in Anspruch nehmen kann, noch rein auf natürlichem Wege entstanden zu sein: mit dem Sperma des Vaters und der Eizelle der Mutter. Hoppla, sagen bestimmt jetzt einige von Ihnen. Wir sind nicht auf diese klassische Weise gezeugt worden, sondern …

Und Peng! schon sind wir mitten drin im Thema. Sind In-vitro-Kinder – sei es von den Eltern, sei es von Leihmüttern oder Samenspendern – keine „echten“ Menschen mehr? Ist hier der erste Schritt zu einer asexualen Fortpflanzung schon getan und wie weit geht das noch? Wie weit wollen wir das treiben?

Wir erleiden Unfälle und Krankheiten und lassen uns mit den Mitteln modernster Medizin helfen. Natürlich, warum nicht? Sind ein künstliches Hüftgelenk, ein künstliches Herz, eine Spenderniere, einfache oder höchst komplizierte Prothesen eine ärztliche Notwendigkeit oder schon der Weg in die Unsterblichkeit? Wie weit wollen wir mit Ersatzteilen, künstlichen Organen gehen? Sind wir denn mit einem elektronisch gesteuerten Körperteil schon ein Cyborg? Ab welchem Prozentsatz an austauschbaren Teilen von uns sind wir mehr Mensch oder schon mehr Roboter?

Das Telepolis Special Mensch+ gibt hier ein Statement ab und diskutiert mit berufenen Leuten alle Facetten des Themas.

- Roboterprothesen geben Hoffnung
- Der Weg zum Designer-Menschen
- Personalisierte Gen-Medizin
- Leben aus dem Gen-Baukasten
- Extremschub für die Denkfähigkeit
- Gelingt die Simulation des Hirns?
- Zwang zu Schönheitsoperationen
- Gesellschaftsrisiko Langlebigkeit

… sind die 8 Hauptthemen des Magazins und zeigen auf, was heute möglich ist, was Stand der Praxis und was in sehr naher Zukunft machbar ist. Der Autor Andreas Eschbach diskutiert z. B. die Frage der Unsterblichkeit. In insgesamt 24 Beiträgen erfahren Sie mehr, als Sie vielleicht wissen wollten, aber mindestens soviel, wie Sie wissen sollten.

Mein Favorit als Science-Fiction Fan ist der Beitrag „Methusalems Erben“ von Harald Zaun. Untertitel: Wie die Medizin die Lebensspanne des Homo sapiens verlängert.

Copyright © 2012 by Werner Karl

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Fremdwesen”

Erstellt von Galaxykarl am 21. April 2012

“Fremdwesen”

sfbasar.de-Anthologie Band 5

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Editorial

Liebe Besucher, liebe Leser, liebe Community-Autoren

Wieder kann ich Euch einige Beiträge unserer Anthologie auf sfbasar.de vorstellen. Zu erkennen an der roten Bezeichnung “NEU” vor dem Link! Weiterhin sind sämtliche Community-Autoren und solche, die es werden wollen, aufgerufen die Anthologie mit zahlreichen Beiträgen zu bereichern. Rückmeldungen in Form von Lob, Kritik oder Verbesserungsvorschlägen sind auch diesmal ausdrücklich erwünscht.

Der Titel der neuen Anthologie: FREMDWESEN

Und dieser Begriff bezieht sich nicht nur auf Aliens im Genre Science-Fiction, sondern gilt ausdrücklich für alle Wesen, die nicht menschlich sind, also auch Vampire, Werwölfe, Drachen usw. Manche Männer – mich eingeschlossen – sind ja der Meinung, dass Frauen definitiv nicht von dieser Welt sind, aber für diese Anthologie möchte ich sie doch zur Spezies Mensch zählen. Frauen sind einfach göttlich. Ergo fallen sie NICHT in die Kategorie, die hier behandelt werden soll. Auch irdische Tiere würde ich nicht unbedingt zu Fremdwesen zählen, Ausnahme Drachen und ähnliche Fabelwesen, das sie bis dato nicht historisch und archäologisch nachgewiesen werden konnten.

Ich bin trotzdem begeistert von Lothar Bauers Bild. Diese Femme Fatale, mit düsteren, unheimlichen Katzenaugen und blasser Haut trifft den Nagel auf den Kopf. Sie kann Vampir, Catwoman, Sirene oder sonst was sein. Sie soll alle in die Stimmung versetzen, hier mit richtig tollen FREMDWESEN-Beiträgen teilzunehmen.

Grundsätzlich ist hier jeder Beitrag, der sich mit dem Thema befasst, willkommen. Wir suchen nicht nur Geschichten sondern auch Gedichte, Leseproben und Artikel. Das Copyright der eingereichten Beiträge, unabhängig von der Art des Beitrags, muss wie immer beim jeweiligen Autor liegen.

Die zahllosen Beiträge unserer Community-Autoren erwarten wir ebenso gespannt, wie die Kommentare unserer Leser.

Mit galaktischen Grüßen
euer galaxykarl ;-)

Und jetzt zu den Beiträgen:

DAS LIED DER SIRENE  – Science-Fiction-Story von Werner Karl

BUCHREZENSION: DENN DAS BLUT IST LEBEN. GESCHICHTEN DER VAMPIRE – von Frank Fest (Hg.) – Rezension von Michael Drewniok

DER ERSTE MORGEN – eine Fantasy-Horror-Geschichte von Leon Ferri (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 1/2012)

BUCHREZENSIONETERNITY – MEENA HARPER – LIEBE MIT BISS (Band 1) – von Meg Cabot – Rezension von: Yvonne Rheinganz

HOTEL, HOTEL – Auszug (Kapitel) aus dem Roman: “Es gibt kein Ende …” von Vera Anschütz

KEIN SPIEGELBILD – Vampir-Story von Alfred Bekker

BUCHREZENSION: MONSTER. DÄMONEN, DRACHEN & VAMPIRE – von Christopher Dell – Rezension von: Michael Drewniok

NEU= MORGENGRAUEN – eine Kurzgeschichte von little_wonni

NEU= MORGENGRAUEN II – eine Kurzgeschichte von little_wonni

PLASMAABWEISEND – eine Kurzgeschichte von Simone Wilhelmy

RÜCKKEHR MIT HINDERNISSEN – eine Fantasy-Kurzgeschichte von little_wonni

RÜCKKEHR MIT HINDERNISSEN II – eine Fantasy-Kurzgeschichte von little_wonni

NEU = RÜCKKEHR MIT HINDERNISSEN IV – eine Fantasy-Kurzgeschichte von little_wonni

NEU = RÜCKKEHR MIT HINDERNISSEN V – eine Fantasy-Kurzgeschichte von little_wonni

SCHICKSAL – Fantasy-Story von Barbara Wegener

BUCHREZENSION: BUCHBESPRECHUNG: VON DER NACHT VERZAUBERT – 1. Band der Trilogie von Amy Plum – Rezension von Iris Gasper

WESEN DER NACHT – Horror-Leseprobe aus der Titelstory aus der Anthologie “Wesen der Nacht” Hrg. Wilfried A. Hary von Vera Anschütz

(wird weiter fortgesetzt!)

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Werner Karl

Bildrechte: Coverillustration “Fremdwesen01” (TN-20110131041632-4c05fc6e.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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Cloud-Computing – Der rote Teppich für Hacker und Industriespione

Erstellt von Galaxykarl am 8. März 2012

Cloud-Computing – Der rote Teppich für Hacker und Industriespione

Um es gleich vorwegzusagen: Ich werde niemals meine Daten extern speichern. Die Gründe dafür sind mannigfaltig und dürften meine nachfolgende Auflistung noch deutlich überschreiten. Und jeder, der mit dem Gedanken spielt in Zukunft seine Daten in eine Cloud zu stellen, sollte vorab sich sehr gründlich überlegen, ob er es tun will. Dieser Artikel soll einige Denkanstöße dazu liefern.

Was ist Cloud-Computing?

Einfach ausgedrückt die Speicherung aller Daten nicht auf einem lokalen Rechner mit begrenzter Speicherkapazität, sondern eben auf einem externen Speicher, einer sogenannten Cloud und angepriesener unendlicher Speicherkapazität. Und hier ist der Begriff sehr treffend gewählt worden, denn die „Wolke“ umschreibt recht gut, wohin Ihre und meine Daten ausgelagert werden sollen.

Doch zunächst fairerweise zu den wenigen Vorteilen, welche die Cloud bieten soll:
• Die Computerbranche argumentiert mit der Behauptung, dass großer und sehr großer Speicherplatz dem Privatmann, einer Firma und erst recht einem Konzern viel Geld und Personal kosten würde.
• Man argumentiert weiter, dass Systeme rasch überholt sind und vorgenannte Zielgruppen, im Grunde alle Computernutzer, periodisch – und meistens zu spät(!) – aufrüsten müssen. Und dies gilt genauso für die Hardware, sprich Speicherkapazität, als auch für die Software, sprich Firewall, um die wertvollen und sensiblen Daten vor Angriffen zu schützen.

Wer will das wirklich abstreiten? Niemand.

Aber das gilt doch für den Cloud-Anbieter genauso. Sicherlich kann hier ein IT-Konzern wie z. B. die Telekom ganz anderes Geld in die Hand nehmen, als Sie und ich oder etwa ein wirklich finanzkräftiger Automobilkonzern. Aber das heißt doch nicht automatisch, dass die modernste und teuerste Cloud-Anlage, die aktuell verfügbar ist, nicht genauso rasch technisch überholt ist wie die Hard- und Software, welche ein Endverbraucher nutzt. Im Gegenteil: Stellen Sie sich vor, wie gigantisch der Raumbedarf und die Investitionskosten einer Cloud-Anlage sein müssen, um von Millionen privaten – und vor allem gewerblichen und industriellen – Cloud-Nutzern die Daten aufzunehmen. Und diese sicher sehr teure Anlage muss eben in diesem Umfang in recht kurzen Abständen aufgerüstet werden.

Wer soll das bezahlen? Richtig: Sie und ich.

Durch eine Gebühr, ob sie nun Nutzungs-, Zugriffs-, Mietgebühr oder Flat-Cloud oder was auch immer genannt werden wird. Wir werden dafür bezahlen müssen, Monat für Monat, Jahr für Jahr mit steigenden Kosten. Dahinter versteckt sich ein Dilemma der Computerbranche: In Wahrheit werden Chips mit immer gigantischerem Speichervermögen immer billiger! Hatte man anfangs als Programmierer noch über schlankes Programmieren und damit verbundener kleiner Softwaregröße wirklich nachgedacht, ist es heute sch…egal, wie viel Megabyte ein Programm benötigt, um einwandfrei funktionieren zu können. Längst hantieren wir mit Begriffen wie Gigabyte und Terabyte. Irgendwie erinnert mich das an die Finanzkrise (ob Banken-, Euro- oder Griechenlandkrise ist hier egal), in der zig Millionen nur Peanuts und wir nahe dran sind, auch die Sphäre von Milliarden gegen die von Billionen einzutauschen.

Und hier ist einer der Knackpunkte offenbart, warum Sie Ihre privatesten und geheimsten Daten in die Cloud stecken sollen: Sie bezahlen sicher einen Betrag x, gestaffelt nach der Masse und einer evtl. definierten Sicherheitsstufe. Früher oder später wird ein cleverer Cloud-Anbieter – wenn es denn nicht längst schon so geplant ist – auf die Idee kommen, hier unterschiedliche Angebote zu präsentieren.

Sagen wir mal …

Sicherheitsstufe 1 – normale Daten
… wie z. B. Ihre Urlaubsfotos. In Zeiten der Digitalfotografie und sich überschlagender Megapixel-Gigantomanie bedeutet das alleine schon mal zig Millionen MB´s bundesweit. Erinnern Sie sich an Ihren letzten Maledivenurlaub? Waren es 100, 200 oder noch mehr Bilder, die sie geknipst haben? Von Fotografieren will ich hier gar nicht reden. Und das natürlich in der besten Auflösung, die Ihre nigelnagelneue Digi-Kamera bieten kann. Schließlich will man ja superscharf zeigen, wo man war und was man sich leisten kann. Und heute wird nicht mehr überlegt, wie viele Bilder der Farbfilm noch erlaubt, sondern man knipst drauflos und beruhigt sein Gewissen damit, dass man Zuhause ja die schlechten Fotos löschen kann. Nur tut man es Zuhause dann doch nicht. Urlaubsfotos sind ein echter Speicherplatzkiller. Über den Nutzen dieser Bilder später mehr.

Sicherheitsstufe 2 – wichtige Daten
… wie z. B. die Korrespondenz mit Verwandten und Freunden, sei es als klassischer Brief – den man ja am Home-PC oder Laptop tippt und sich ausdruckt – oder als Email. Liebesbriefe, aber auch Briefe an Feinde (Nachbarschaftsstreit, ehemalige Arbeitgeber, Unfallgegner u. Ä.).

Sicherheitsstufe 3 – sensible Daten
… wie z. B. Steuererklärungen, Steuerbescheide, Anwalts- und Gerichtsunterlagen, Versicherungsverträge, Erbschaftsangelegenheiten, Bankunterlagen wie Kontoauszüge, Kreditverträge, Vermögensaufstellungen, Aktiendepots, Krankenunterlagen usw. usw.

Wollen Sie dies alles ins Daten-Nirwana stellen?

Sicherheitsstufe 4 – Wirtschaftsdaten
… wie z. B. Kundendateien, Kalkulationen und Einkaufskonditionen, Kundenverträge, Arbeitszeugnisse, Personalakten, Urlaubskalender (später dazu mehr), Abwesenheitsdaten, Lohn- und Gehaltslisten, Produktionsdaten, zukünftige Planungen und Projekte usw. usw.

Sicherheitsstufe 5 – Forschungsdaten
… wie z. B. banale oder bahnbrechende Ideen und revolutionäre Entwicklungen, lukrative Patentanträge, Testergebnisse, einfach Forschungsdaten aller Art.

Die Masse an Daten ist unendlich.

Aber eines kann ich Ihnen versichern. ES GIBT GAR KEINE SICHERHEITSSTUFEN!

Es ist völlig egal, was Ihnen die Cloud-Anbieter alles an tollem Technikgeblubber erzählen. Alles, wirklich alles kann gehackt werden. Früher oder später kommt ein schlauer Kopf auf die Idee, wie diese oder jene Firewall geknackt werden kann. Und in der Regel ist es nicht der pickelige Nerd, der sich auf die Schenkel klopft, und vor seiner Hacker-Gemeinde als der absolut Größte gefeiert wird. Nein, es sind echte, ganz echte Kriminelle, die sich zwar auch freuen, vielleicht sogar auf die Schenkel klopfen, aber dann richtig das Arbeiten anfangen. Mit Ihren Daten.

Ob dies die Daten der amerikanischen Diplomatie sind – erinnern Sie sich noch an Herrn Julian Assange, den Chef von Wikileaks? Sicher war hier ein Maulwurf am Werk und kein Hacker, das war gar nicht nötig. Aber wer sagt denn, dass sich nicht der eine oder andere Mitarbeiter eines Cloud-Anbieters Ihrer Daten bedient, um so richtig Kasse zu machen? Hier einer von vielen Links. http://www.bild.de/politik/2010/politik/was-verraten-us-berichte-ueber-deutsche-politiker-14809134.bild.html

Oder die Daten von Steuerhinterziehern, die so mancher Staat und manches Bundesland mit Freuden aufgekauft haben? Auch hier waren geldgierige Verräter am Werk und hier gilt die gleiche Frage wie im Beispiel vorher. Dass hier kriminelle Steuerhinterzieher getroffen wurden, befriedigt mich zutiefst. Aber das nur nebenbei bemerkt. Hier der Link:
http://www.sueddeutsche.de/politik/schweiz-cd-ueber-steuerhinterzieher-die-machtworte-verpuffen-1.57333

Wie sieht es denn mit normalen Bankdaten aus, die wirklich von Hackern zu Tausenden aus scheinbar gaaanz sicheren Bankcomputern geholt wurden und dann einem freundlich lächelndem Kriminellen für seine ganz speziellen Zwecken verkauft wurden? Hier der Link: http://www.n-tv.de/ratgeber/Bankdaten-gehackt-article466069.html

Hören Sie mir auf mit ID-Nummern, PIN und TAN und weiß der Kuckuck noch für tolle neue 3er-Kürzel. Sie alle wollen Sie darüber hinwegtäuschen, dass im Grunde nichts sicher ist im weltweiten(!) Netz. Und dort wollen Sie alles o. g. auslagern? Und dafür auch noch permanent bezahlen?

„Ja, was wollen die mit meinen Urlaubsfotos schon anfangen?“

Gefällt es Ihnen, wenn Ihre Frau im superknappen Bikini als Wichsvorlage in einschlägigen Sex-Plattformen auftaucht? Oder das Bild ihrer nackigen 2-jährigen Tochter gleichermaßen Pädophilen zu Diensten ist? Sie vielleicht in einem scheinbar sicherem Social-Network nur ihre Freunde wissen lassen wollen, dass Sie auch nächstes Jahr zur gleichen Zeit wieder nach Griechenland fahren wollen? Vergessen Sie nicht bei Abfahrt den roten Teppich auszurollen, damit es die Einbrecher auch hübsch bequem haben.

Der gewiefte Hacker checkt natürlich vorher o. g. Information mit dem gleichermaßen verfügbaren und genehmigten Urlaubsantrag Ihres Arbeitgebers ab. Schließlich muss auch er logistische Arbeit leisten: Einen LKW klauen (er weiß ja, wo die Dinger fahrbereit herumstehen), seine Leute an Ihr Haus heranführen (es lebe das neueste Update von Straßenansichten) und schon mal vorab Kaufinteressenten für Ihre Einrichtung und Wertsachen vormerken.

Dazu kommen die – vorerst – harmloseren Gefahren:
• Ihr Cloud-Anbieter stellt die Anlage einfach kurzfristig ab. („Wir aktualisieren Ihre Speicherkapazität/Ihre Sicherheitsstufe/unsere neueste Firewall. Der Service ist zurzeit nicht verfügbar.“). Ätsch, gerade dann, wenn Sie Zugriff auf Ihre Daten haben wollen oder damit arbeiten müssen.
• Ihr Cloud-Anbieter ist pleite. Der Preiskampf dürfte auch hier zu einer Reihe von Billiganbietern führen, die – wie mancher Mobilfunkanbieter – Sie erst mal als Kunde an der Angel hat, Ihre Daten „besitzt“ und dann (wahrscheinlich wenig sang- und klanglos) vom Markt verschwindet.
• Ihr Cloud-Anbieter wird von einem anderen geschluckt. Ihr alter Anbieter „Ihres Vertrauens“ ist weg und Sie sind bei genau dem gelandet, dem Sie eben nicht vertraut haben.

Oder die gefährlicheren Umstände:
• Ihr Cloud-Anbieter wird gehackt und alle Daten sind vernichtet. Ade, Tausende von o. g. Daten. Und wenn Sie jetzt sagen: „Ich hab ja eine Sicherheitskopie von allem.“ Wozu brauchen Sie dann die Cloud?
• Die Cloud-Anlage wird von Terroristen schlichtweg zerbombt. Ich spinne? Völlig an den Haaren herbeigezogen? Haben Sie den Anschlag auf das World Trade Center schon vergessen? Und wie kann man die Wirtschaft besser treffen, wenn man alle ihre Daten auf einen Schlag vernichtet?
• Apropos „auf einem Schlag“. In einer Cloud sind alle Ihre Daten schön kompakt abgespeichert. Der glückliche Hacker hat es also nicht mehr nötig, alle Ihre relevanten Daten aus verschiedenen Quellen zusammenzusuchen; Sie präsentieren sich selbst im Paket. Von wegen gläserner Bürger. Gegen den Staat protestieren und auf die Straße gehen, um gegen die Volkszählung aufzubegehren, aber freiwillig Kriminellen alles auf dem Tablett servieren. Das Dankeschön der Internet-Mafia ist Ihnen sicher.

Jetzt mal zu Gegenargumenten meiner paranoiden Befürchtungen:

„Meine Daten und die meiner Firma kann auch ein Mitarbeiter verraten.“
Sicher, aber ihn ausfindig und haftbar zu machen ist sicher zigfach einfacher, als im Daten-Nirwana einen Hacker ausfindig zu machen. DAS INTERNET IST GLOBAL!

„Ich habe eine Datenverlust-Versicherung (beim Cloud-Anbieter oder bei der Versicherung meines Vertrauens) abgeschlossen.“
Jaaaaaa. Natürlich wird Ihnen der Cloud-Anbieter eine solche Versicherung nur bei der höchsten Sicherheitsstufe – Sie erinnern sich: die Teuerste(!) – anbieten. Extra abgezockt. Eine seriöse Versicherung (gibt es eine?) wird dies schlichtweg ablehnen, weil sie weiß, dass es keinen 100%igen Schutz gibt. Andere Versicherungen werden Ihnen gegen saftige Beiträge Schutz suggerieren … und im Schadensfall auf das Kleingedruckte verweisen und eben doch nicht zahlen. Vielleicht verweisen Sie auch darauf, dass Sie immer nur dann Anspruch auf Schadensersatz haben, wenn Sie alle Updates nachweislich gekauft haben. Dass die Daten trotzdem weg sind, ist ja jetzt doch völlig egal. Hauptsache die Manager können weiterhin in Ruhe ihre Jacht genießen; die Mitarbeiter des vernichteten Betriebes gehen in einem Sozialplan auf, später in Arbeitslosigkeit und Hartz IV.

Man muss sich immer und jederzeit bewusst sein, dass alles, was man ins Netz stellt, sich weltweit verbreitet, niemals nur einer bestimmten Zielgruppe vorbehalten bleibt und schon gar nicht geheim ist und bleibt. Und sich im Klaren sein, dass es nicht mehr gelöscht werden kann. Niemand kann wissen, wieviel Kopien davon auf irgendwelchen Servern schlummern.

Am Ende kann ich nur hoffen, dass sich dieser Wahnsinn namens Cloud verhält wie das meteorologische Original: Sie löst sich auf oder regnet ab.

Copyright © 2012 by Werner Karl

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Buchrezension von Carl Reiner Holdt zu Werner Karls “Danger Zone – Science-Fiction Stories”

Erstellt von Detlef Hedderich am 1. März 2012

Werner Karl
Danger Zone – Science-Fiction Stories
Eine Hommage an The Twilight Zone®

(sfbentry)
Tredition, Erscheinungsdatum: 05.04.2011
Science Fiction
ISBN: 978-3-8424-0091-7
Bindung: Paperback
Seitenanzahl: 188
Titelbild von Crossvalley Smith “2 Million Lightyears from Home”
s/w-Illustrationen von Dennis Glies (1) und Antje Jürgens (2-5)

http://sfbasar.filmbesprechungen.de/fantasy/autorenportrat-werner-karl/
http://www.crossvalley-design.de/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Danger Zone ist eine Hommage an Twilight Zone®, einer Kult-Serie aus den 50er und 60er Jahren, noch bevor Klassifizierungen wie SCI-FI, Fantasy oder Phantastik üblich waren. Sie lief daher in Deutschland unter dem Titel „Unwahrscheinliche Geschichten“. Und das sind sie auch, die zwölf Stories von Werner Karl: Unwahrscheinliche Geschichten!
Ich habe mich keine Minute gelangweilt. Auch der Ausgang einer Story nahm für mich immer eine überraschende Wendung.

Danger Zone wird im Untertitel als eine Sammlung von Science Fiction Stories angekündigt. Das trifft nur bedingt zu, es handelt sich eher um Phantastische Literatur. Jede Zeit hat ihr eigenes Verhältnis zur Wissenschaft und zu den Verheißungen und Gefahren ihrer Technik. Darin zeigt sich eine gewisse Begrenzung des Genres SCI-FI, weil die tatsächliche Veränderung der Lebensumstände eher selten vorausgesehen und statt dessen nur der Ist-Zustand fortgeschrieben wird. So knüpft auch Danger Zone an das Technikbild der 60 Jahre an:  Lebewesen (ggf. auch exoterrestrische) vor Schaltpulten, „Geräte“ als erratische Blöcke in einem sonst eher psychologischen Handlungsgefüge. Dass Nano- und Gentechnik in naher Zukunft unter die Haut gehen und die Vernetzung von Mensch/ Mensch/ Maschine kurz bevor steht, wird nicht thematisiert. Oft wird überhaupt nicht auf Technik eingegangen. Sie erscheint in der Erzählperspektive vielmehr als Deus ex Machina. Manchmal zeigt sie sich sogar wie ein fremdes Artefakt in den Händen von Barbaren, wenn z.B. Strahl- und Distanzwaffen aus dramaturgischen Gründen lieber im massenhaften Nahkampf eingesetzt werden oder sogar nur als Ergänzung zum guten alten Schwert (Das Lied der Sirene, Die letzte Schlacht).

Kurz: Technik oder wissenschaftliche Spekulationen sind nicht die Themen des Autors. Das tut der psychologisch Relevanz seiner Stories keinerlei Abbruch! Vielmehr liegen para-psychische Fähigkeiten unter dem Stichwort „Mutanten“ in seinem Interesse: Die Geschichten sind bevölkert von Empathen mit besonderen Fähigkeiten (Zerrissene Herzen), Teleportern (Spring!), Gestaltwandlern (Das Lied der Sirene, Der perfekte Spion), der Fähigkeit, das Raumzeit-Kontinuum zu verbiegen (Das Krokodil) – was ich sonst nur aus Iljon Tychys „Sterntagebüchern“ kenne – und vor allem Gedankenlesern und -manipulatoren aller Art (Tage der Bestien, Das Krokodil, Das Lied der Sirene, 500 Pfund Kartoffelsalat).

Getreu der Devise von Dürrenmatt, eine Geschichte sei erst dann aus-erzählt, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen habe, befinden sich die Protagonisten mit wenigen Ausnahmen (Die Blase, Zerrissene Herzen, Zurück auf Anfang) kurz vor eben dieser Wendung. Ob sie ihre Lage einem fundamentalen Missverständnis zwischen Aliens verdanken, selbst dafür verantwortlich oder Opfer einer lieblosen, grausamen und manipulatorischen Mitwelt sind, sei der Neugier und Entdecker-Freude des Lesers überlassen.

Die Geschichten sind stilsicher geschrieben und gut lesbar mit solide aufgebauten Spannungsbögen. Einzig einer Story (Spring!) merkt man die mehrjährige Schaffenspause des Autors aufgrund unnötiger Partizipial-Konstruktionen und verschachtelter Sätze an. Kleinigkeiten, die ein gutes Lektorat beseitigen kann.

Insgesamt kann ich sagen: sehr gerne gelesen!

Copyright © 2012 by Carl Reiner Holdt

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Titel ist auch als Ebook erhältlich

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Autorenlesung mit Werner Karl in Kurort Bad Staffelstein am 3. 3. 2012

Erstellt von Galaxykarl am 22. Februar 2012

Veranstaltungsort: 96231 Bad Staffelstein im Ambiente-Laden “Zauberhaft”, Marktplatz 3, Tel. 0170 / 86 12 33 0
Beginn: 16 Uhr; der Laden ist vorher geöffnet
Eintritt: frei
In den Pausen kann man sich an kleinen Köstlichkeiten stärken

Werner Karl liest ein Kapitel aus dem Fantasy-Roman “Túan mac Ruith – Druide der Spiegelkrieger”,
Band 1 der Spiegelkrieger-Trilogie; Vorbestellungen unter: 
galaxykarl[at]gmx.de
und aus “Danger Zone – Science Fiction Kurzgeschichten”
Bestellungen:
E-Book ISBN 978-3-86850-804-8
Print-Book ISBN 978-3-8424-0091-7

Die Science-Fiction-Story “Das Krokodil” hat im Wettbewerb 2011 des Noel-Verlages in der Kategorie Science Fiction gewonnen und Einzug in das Hardcover “Weltentor” gefunden:
“Weltentor – Science Fiction II”
Bestellungen:
ISBN 978-3-942802-53-6

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Schreibtipps (5. aktualisierte und überarbeitete Version)

Erstellt von Galaxykarl am 22. Februar 2012

Schreibtipps (5. aktualisierte und überarbeitete Version)

An dieser Stelle möchte ich sporadisch den einen oder anderen Schreibtipp einstellen, der mir – und vielleicht auch anderen – das Schreiben erleichtert. In Klammern stehende und/oder mit einem Pfeil versehene Begriffe verweisen auf den entsprechenden Schreibtipp.

Inhaltsangabe:

  • Am Anfang steht eine Idee
  • Produktives Faulenzen NEU
  • Prämisse
  • Ambiente
  • Handlungsbogen / Kapitelaufbau
  • Personenregister / Protagonisten
  • Tiere / Fremdwesen
  • Zeigen, nicht erzählen! NEU
  • Monologe / Dialoge / mehrere Sprecher NEU
  • Recherche
  • Texte laut und mit Betonung sich selbst vorlesen
  • Überarbeitung, die Erste: Rechtschreibprüfung
  • Überarbeitung, die Zweite: Chronologie
  • Überarbeitung, die Dritte: Menschenjagd
  • Überarbeitung, die Vierte: Die Kunst des Streichens
  • Lektorat / Korrekturzeichen
  • Die Grenze zwischen Autor, Lektor und Verlag NEU

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  • Am Anfang steht eine Idee

Eine Idee? Ja, eine gute oder sehr gute Idee trägt einen guten Teil einer Geschichte. Aber kann sie wirklich als eine einzige Idee den Leser bei der Stange halten? Eher benötigt man um die Hauptidee herum (siehe Prämisse) eine ganze Reihe an Einfällen. Ein Romanautor sollte eben sehr viel Fantasie, Einfalls- und Ideenreichtum mitbringen und diese um die Hauptidee herumbauen.

Nun verlangt niemand, dass Sie sich hinsetzen und plötzlich nur so sprühen von genialer Ideenvielfalt. Viel einfacher und beruhigender ist es, sich alle Ideen in einer Datei zu sammeln. Ob dies nun Namen, Begriffe, kleine Szenen oder andere Dinge sind. Sammeln Sie diese in einer Ideen-Datenbank. Lieber 50 Ideen sammeln und nach einiger Zeit die weniger tollen wieder streichen, als um eine vermeintlich gute Idee, die sich dann doch als Flop herausstellt, mühsam einen Text zu schaffen, der irgendwann im Sand verläuft. Oder eine wirklich zündende Idee vergessen und sich schwarz ärgern.

Natürlich kann es dem Schicksal gefallen haben, dass schon jemand vor Ihnen die gleiche Idee hatte. Die Gefahr eines Plagiats schwebt ja über jedem Kreativen. Da hilft nur die (siehe) Recherche oder die einfache Tatsache, dass Sie aus der Idee – ob nun schon vorhanden oder nicht – etwas Neues machen, sie in eine andere Richtung weiterentwickeln, als das evtl. schon Existierende.

  • Produktives Faulenzen

Was das ist? Natürlich ein Oxymoron, ein Widerspruch in sich. Aber ich meine das völlig Ernst.

Zunächst richten wir einmal einen Lichtstrahl – besser einen entlarvenden Scheinwerfer – auf unseren Alltag: Permanent werden wir berieselt, ja, wir sorgen sogar selbst dafür. Schon beim Aufstehen schalten viele das Radio ein, um wach zu werden oder um Musik und Nachrichten zu hören. Andere machen gleich die Glotze an; in Amerika laufen die Geräte in jedem Raum. Auf dem Weg zur Arbeit blubbert das Autoradio, in gefühlten 90 % aller Lifte eine schrecklich nichtssagende „Liftmusik“ (mein Gott, die armen Komponisten, die solchen Mist produzieren müssen). In der Arbeit nerven uns Computer, Maschinen, Kollegen und wieder Unterhaltungsgeräte. Und zuhause geht es munter weiter: Abendnachrichten, evtl. ein wenig Kultur, ein guter Spielfilm, schließlich: gute Nacht. Am Wochenende stürzen sich viele in Freizeitstress: Familie, Freunde, Verpflichtungen.

Wie soll da ein Autor, eine Autorin kreativ sein? Bei all den mannigfaltigen Ablenkungen kommen wir nicht mehr dazu, unser wichtigstes Werkzeug zu benutzen: unser Gehirn. Sich einen Freiraum (siehe oben Ambiente) schaffen allein genügt nicht. Wir setzen uns nicht einfach an den Schreibtisch oder den Computer und legen los und sind genial, oder strukturiert, oder behalten den Überblick. Wir achten nicht stilsicher auf Kausalität, Logik und all die anderen Dinge, die aus unserem Text einen tollen Roman machen sollen. Also, was tun?

Nutzen wir die Phasen der Ruhe. Besser: Suchen wir sie und nehmen sie ohne schlechtes Gewissen wahr. Ein Nachmittag in der Hängematte ohne Buch, ein entspannendes Bad ohne Radiountermalung, einen Spaziergang ohne MP3-Player. Unser Gehirn können wir ohnehin nicht ausschalten; es arbeitet weiter und das ist gut so. Geben wir ihm die Chance eine Figur zu überdenken, stellen wir uns den Charakter eines Protagonisten vor und überlegen, wie er wirklich reagieren würde, wenn ihm dies oder jenes widerfährt. Am Bildschirm lenken uns die leere Seite oder auch die vorangegangenen Zeilen ab, die Technik summt und erinnert uns ständig daran, dass wir scheinbar unproduktiv davor hocken. Falsch!

Schließen wir die Augen und versetzen uns in die Figur. Unser Körper ruht, unser Gehirn nicht. Und wenn wir darüber einschlafen? Na und? Wenn wir erwachen, sind wir erfrischt und setzen uns mit Freude und Lust ans Werk. Das Einzige, was wir bei dieser scheinbaren Faulheit benötigen, ist ein Blatt Papier und ein Stift.

  • Erheben Sie sich nicht!
  • Schreiben Sie diese Idee nicht sofort ins Reine!
  • Bleiben Sie liegen und denken Sie weiter nach!
  • Notieren Sie sich nur Stichpunkte!

Das Gehirn ist fantastisch; es wird nach der Ruhephase die Stichpunkte in entsprechende Texte umsetzen können.

  • Prämisse

Was zur Hölle ist eine Prämisse? Und wie antworten Sie, wenn Sie eine Agentur, ein Lektor, ein Verlag nach Ihrer Prämisse für Ihr aktuelles Romanprojekt fragt? Keine Antwort? Sehr gefährlich …

Eine Prämisse ist etwas „Vorausgeschicktes“, eine Annahme, der Gag, die Idee, auf der Ihr Roman beruht. Sie kennen die Eingangsfloskel: „Ich schicke ´mal voraus, Sie wissen, dass Wasser keine Balken hat.“ Und dann kommt eben die Handlung, die darauf beruht, das Wasser keine Balken hat … oder eben vielleicht doch. Wenn dies Ihre Prämisse ist. Denn eine Prämisse kann auch falsch sein! Wichtig ist nur, dass sie in sich stimmig ist und so ihre Romanhandlung ermöglicht. Beispiele? Aber bitte sehr:

Schicken wir voraus, dass es – sagen wir einmal – einfacher wäre, eine giftige Atmosphäre, z. B. die der Venus, durch Atmosphärenwandler in eine für uns atembare zu verändern, anstelle auf einem anderen Planeten, z. B. dem Mars, eine völlig fehlende Atmosphäre erst mühsam künstlich zu erschaffen. Vorausgesetzt wir hätten solche fantastischen Atmosphärenwandler. Wenn diese Prämisse verwendet wird, dann ist eine Besiedlung der Venus wahrscheinlicher, als die des Mars, der ja ohne Atmosphäre die harte Strahlung auf die Kolonisten nicht abwehren könnte.

Schicken wir voraus, es gäbe tatsächlich Vampire, dann hätte die Menschheit ein wirklich schreckliches Problem. Wenn, ja wenn da nicht die Annahme wäre, dass es eine Handvoll effektiver Mittel gäbe, wie man dieser Bedrohung Herr werden könnte und man die Viecher wieder dorthin schickt, wohin sie gehören. In einen Sarg.

Schicken wir voraus, dass es wirklich so etwas wie Zauberei gäbe, dann wären eben Zauberer mächtige Wesen und allerlei Unheil und auch Gutes könnten unserem Protagonisten passieren.

Sie sehen also, dass sogar die fantasievollsten Prämissen nichts mit der Realität zu tun haben müssen. Nur in sich müssen sie stimmig und mit einem oder zwei Sätzen beschreibbar sein.

  • Ambiente

In welcher Umgebung sind Sie am kreativsten? Können Sie schreiben, wenn das Radio, der Fernseher läuft? Wenn Familienmitglieder im Raum sind und irgendwelche lärmenden Dinge tun oder sie in ein Gespräch verwickeln wollen? Oder permanent fragen: „Schatz, hast du Hunger?“, „Was macht denn dein alter Freund Willy?“ und „Wann gehen wir mal wieder aus?“

Schreiben ist ein einsamer Job. Denn ich unterstelle einmal, dass ich nicht der Einzige bin, der nur dann effektiv, kreativ und mit Lust schreiben kann, wenn er Ruhe hat. Darüber hinaus entwickelt man fast automatisch bestimmte Rituale, um sich in Schreiblaune zu versetzen: Alle elektronischen Ablenkungen sind abgeschaltet, das Telefon und die Türklingel in der Toter-Mann-Stellung (also: Stecker raus) und ein entspannendes Glas Rotwein – oder was auch immer Sie bevorzugen – steht griffbereit auf dem Schreibtisch.

Ich habe gehört, dass auch andere Autoren sich diese Ruhezeiten und -zonen mühsam einrichten, ja sogar von ihren Lieben erkämpfen müssen. Die Einen schreiben nur nachts, Andere in Tabuzonen oder schlichtweg außer Haus. Egal, trotz all der stimmigen Bedingungen kann es dann passieren, dass man vor dem Blatt Papier oder dem Computer sitzt und es läuft einfach nicht.

Entweder ist es dann zu lange her, dass Sie das letzte Mal an Ihrem Text gearbeitet haben (Sie sind „draußen“) oder es stört noch irgendetwas. Ich mache in so einer Situation einfach Fleißarbeit: Recherche, eine der Überarbeitungen (von denen man eh´ nie genug machen kann), stöbere in meiner Ideen-Datenbank oder Ähnliches. Und schwupp: Nach kurzer Zeit hat mich das Fieber wieder gepackt und ich steige am Ende des bisherigen Textes ein und haue in die Tasten.

Wenn die Buchstaben dann wieder förmlich aus den Fingerspitzen schießen, spielt ein neuerlicher Störenfried mit seinem Leben. Kleiner Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Partner über so eine Gefahrensituation und entschuldigen Sie sich besser schon vorher.

  • Handlungsbogen / Kapitelaufbau

Genies setzen sich mit ihrer Idee spontan an den Schreibtisch, greifen zur Feder oder hauen munter in die Tasten. Das kann was werden … wenn man eben ein Genie ist. Alle anderen – und das dürften inklusive meiner Wenigkeit sehr, sehr viele sein – sollten sich doch mehr Gedanken darüber machen, wie denn die Handlung ablaufen sollte.

OK, in der Schule haben wir gelernt: Anfang, Hauptteil, Höhepunkt, Schluss. Leider ist es nicht so einfach und wir wollen ja weit mehr, als ein „Befriedigend“ oder „Gut“ erreichen. Es gibt Geschichten, die laufen schnurgerade und bauen sich sukzessive auf und können grandios sein. Viel häufiger jedoch hat man Abschnitte, verschiedene Handlungsebenen, die ineinandergreifen und sich kreuzen, verlieren, überschneiden, schließlich auf einen Höhepunkt zusteuern und … upps! Ach ja, (siehe) das Ende. Nun ist schon beim Sex ein abruptes Ende wenig befriedigend, bei einer noch so tollen Geschichte gilt dies auf andere Weise aber genauso.

Für jede Variante aber gilt, dass man als Schreibende/r sehr schnell den Überblick verlieren kann. Die Aus-dem-Bauch-Schreiber werden recht schnell den Punkt erreichen, an dem sie nicht weiter wissen, an dem sie sich in eine Sackgasse manövriert haben. Und dann? Peng! Schreibblockade, Pause, Grübeln und langsam aufkommende Panik machen sich breit. Hat man sich einmal so ins literarische Aus manövriert, ist es sehr mühsam, nachträglich den angerichteten „Schaden“ wieder umzubauen.

Um dies zu vermeiden – und auch um der ganzen Geschichte ein Gesicht, einen Guss zu ermöglichen – ist zumindest eine Grundplanung vonnöten. Die kann wie folgt aussehen:

Sie haben Ihre Grundidee – Ihre Prämisse – definiert und einen groben Verlauf der Handlung im Kopf. Schreiben Sie diese in Stichpunkten untereinander. Schon hier werden Sie sehr rasch bemerken, dass der eine Punkt besser weiter nach oben gehört, andere nach unten usw. Wenn Sie diese erste Aufstellung gemacht haben – auch wenn sie nur aus noch sehr wenigen Einzelpunkten besteht – ergänzen Sie die einzelnen Stichpunkte durch zwei oder drei Sätze, welche die Punkte etwas genauer beschreiben. Stellen Sie dabei fest, dass ein Stichpunkt nicht durch diese wenigen Sätze definiert werden kann, teilen Sie das, was in diesem Abschnitt passieren soll, doch lieber in zwei oder drei Teile auf. Beachten Sie hierbei auch den chronologischen Ablauf Ihrer Geschichte.

Sollte Ihre Geschichte eben nicht wie oben erwähnt schnurgerade verlaufen, sondern eine zweite oder dritte Handlungsebene aufweisen, dann markieren Sie die verschiedenen Ebenen evtl. farbig. Stellen Sie sich z. B. bei einem Krimi vor: Rot für den Mörder, Grün für das Opfer und Blau für den Blickwinkel des Ermittlers. Drei Handlungsebenen – oder Perspektiven – die Abwechslung bieten und einen ganz wichtigen Punkt ermöglichen: den (siehe) Spannungsaufbau. Doch dazu mehr unter einem eigenen Punkt.

Recht rasch erstellen Sie auf diese Weise eine Struktur. Sie bekommen ein Gefühl für die großen Zusammenhänge. Sie behalten den Überblick! Benutzen Sie dieses Stadium, um der Geschichte ein Auf und Ab zu ermöglichen, planen Sie kleinere Höhepunkte und Erholungsabschnitte ein, steigern Sie die Spannung durch geschickte Schnitte und treiben Sie die Handlung stetig voran. Moderne Hollywood-Filmproduktionen erschlagen uns mit einem – im wahrsten Sinne des Wortes stattfindendem – Feuerwerk (meine Familie und ich nennen so etwas Pyro-TV und Pyro-Kino) und pausenloser Action. Am Ende kommen wir geplättet aus dem Kino und spüren aber bei aller Bildgewaltigkeit eine Leere in uns: Wir haben keine Geschichte erlebt, geschweige denn genossen, sondern nur Bilder konsumiert. Bei einem Roman ist dies exakt genauso. Unentwegte Action wirkt darüber hinaus unglaubwürdig und ist auch für den Leser strapaziös.

Ich pflege seit meinem zweiten Roman eine strukturierte Arbeitsweise und schätze mittlerweile dieses immer noch grobe Gerüst und hangele mich daran entlang. Es gibt AutorInnen, die das bis ins Extrem betreiben, andere wählen den goldenen Mittelweg und wieder andere halten von dieser Methode gar nichts. Ob und inwieweit Sie so vorgehen wollen, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Es soll ja niemanden in seiner Kreativität einschränken, es sollen nicht selbst errichtete Schranken aufgebaut werden, die sie eingrenzen und bremsen.

Im Gegenteil bietet so eine – in Detail und Umfang den eigenen Wünschen angepasste – Planung einen Schutz vor Irrwegen. Bei einem Romanprojekt hatte ich zu Beginn vielleicht ein Dutzend (Kapitel) Punkte aufgelistet. Schon bei den ersten geschriebenen 50 Seiten wuchs die Anzahl der Kapitel auf 25. Am Ende waren es dann 34 Kapitel und der Roman hatte ca. 440 Seiten. Betrachten Sie also den Kapitelaufbau nicht als Dogma, sondern als lebendiges Werkzeug.

Der amerikanische Autor Simon Haynes hat eine eigene Freeware dazu programmiert: yWriter5
Wer wirklich planvoll arbeiten und schreiben will, kann sich hier diese kostenlose Software downloaden:
Hier der Link: http://www.spacejock.com/yWriter.html

  • Personenregister / Protagonisten

Man hat mir einmal vorgeworfen, es würden sich in einem meiner Romane zu viele Personen tummeln. OK, wer schon mal die Chung-Kuo-Serie von David Wingrove gelesen hat, weiß, was die Kritiker hier meinen. Aber das krasse Gegenteil sind z. B. Agentenfilme wie James Bond: Bei den ersten Filmen mit Sean Connery war einfach der Zeitgeschmack so, dass man permanent den Agenten alles erleben, alles wissen, alle Probleme lösen ließ. Leider hat man das fast genauso auch dem modernsten – und härtesten James Bond aller Zeiten -, nämlich Daniel Craig, zugestanden. Ich glaube aber nicht, dass selbst der beste Geheimagent immer den vollen Durchblick hat. Es liegt doch allein schon – im echten, wie im fiktiven – Milieu begründet, dass ein Agent niemals alles verstehen, richtig interpretieren und im Alleingang abarbeiten kann.

Sie brauchen mehrere Personen, Hauptfiguren, eben Protagonisten und dazu eine möglichst glaubwürdige Anzahl von Nebenpersonen und Randfiguren. Auch hier besteht die Gefahr, dass man den Überblick verliert: Hat auf Seite 38 die Heldin noch blonde Haare, kann sie schlecht 30 Seiten später ihre wallende brünette Mähne einem Mann um die Nase wedeln lassen. Außer, sie hat sie sich aus irgendeinem Grund gefärbt. Einfach nur, weil sie das blond über hatte, oder weil sie in möglicherweise böser Absicht, den Mann mit einer anderen Haarfarbe von ihrer wahren Identität ablenken wollte. Wie auch immer, solche Informationen gehören in ein Personenregister.

Manche Autoren basteln sich ihre Protagonisten schon im Grundaufbau ihres Romans zusammen, komplett mit Charakterprofil und führen sogar virtuelle Interviews mit ihnen. Wichtig dabei ist, dass diese handelnde Figur in sich schlüssig strukturiert ist. Das heißt aber nicht, dass sie ihre Macken, mit denen sie von Ihnen versehen worden ist, ständig praktiziert. Und erst recht heißt das nicht, dass diese Figur die ganze Handlung über immer so bleibt, immer gleich reagiert, vorausberechenbar ist … und damit langweilig. OK, ein Serienmörder hat seinen individuellen Hau weg, agiert nach seinem Schema und hat vielleicht ein Markenzeichen, das er seinen Opfern zufügt.

Aber selbst er wird eine Entwicklung durchmachen, von harmlosen Seltsamkeiten bis hin zu perversen Gelüsten. Im Gegenzug kann ein gnadenloser Rächer im Laufe seines Lebens erkennen, dass ihn alle seine Morde keine Befriedigung gebracht haben, er trotzdem leer bleibt und sich am Ende besinnt und das Morden aufgibt. Was ich damit sagen will, ist dies: Wenn Sie Ihre Hauptpersonen erschaffen, gehen Sie aus deren Sicht die geplante Handlung durch. Wie würde sich Ihr Held an dieser Stelle entscheiden, was würde er sagen, wenn man ihm dies oder jenes offenbart, wenn er ein Geheimnis erfährt oder das er angelogen wurde. Ein Mensch verändert sich aufgrund seiner Umwelt, seiner Erlebnisse, ob guten oder schlechten.

Und noch etwas: Jemand kann sehr gerne auch in Wahrheit ein ganz anderer sein, als dass er zu Beginn der Handlung erscheint. Überraschungen, Wendungen liegen zu einem guten Teil in den Absichten, Zielen und Wünschen der auftretenden Personen begründet.

Sie können Ihren Protagonisten einige Schlüsselfragen stellen:

  • Wer bist du und wo kommst du her?
  • Welche Ziele und Wünsche hast du?
  • Was motiviert dich, diese Ziele zu erreichen?
  • Welchen Charakter hast du und wie wirst du auf ein bestimmtes Ereignis reagieren?

Die Antworten auf diese Fragen werden Sie vielleicht selbst überraschen. In jedem Fall gewinnt aber die Person an Profil. Je früher Sie bei Ihrer Arbeit an Ihrer Geschichte sich diese Fragen stellen – und die Antworten darauf auf Herz und Nieren prüfen, damit sie auch glaubwürdig sind -, desto schlüssiger wird sich der Charakter der betreffenden Figur entwickeln.

Sie müssen nicht von Anfang an ein vollständiges Personenregister erstellen. Es genügt, wenn Sie die Hauptpersonen zu Leben erwecken, ihnen erste Merkmale verpassen, die sie augenscheinlich haben müssen. Andere offenbaren sich erst nach und nach. Vermeiden Sie in jedem Falle die plattesten Klischees, ergehen Sie sich aber auch nicht in extremen Gegensätzen. Ein spindeldürres Teenagermädchen wird kaum einen Vergewaltiger in kleine Stücke hauen können. Aber vielleicht kann sie durch ein erfolgreich absolviertes Kung-Fu-Training ihn so verletzen, dass sie entkommen kann. Ein Fettkloß mit einem Körpergewicht von schlappen 180 Kg wird kaum elegant über die Tanzfläche schweben, ohne nach wenigen Minuten schweißgebadet zu sein. Und eine abgrundtief grässliche Hexe wird kaum Odysseus verführen können … es sei denn, sie spiegelt ihm eine wunderschöne Fata Morgana vor. Und auch solche Eigenschaften gehören in ein Personenregister.

  • Tiere / Fremdwesen

Nun kann es ja sein, dass in Ihrem Roman, ihrer Geschichte, Handlungsträger vorkommen, die keine Menschen sind. Ob dies nun irdische Katzen, Hunde, Schweine – ja selbst King Kong – oder magische oder gruselige Wesen wie Elfen, Zwerge, Monster, Zombies oder außerirdische Lebensformen wie Romulaner, Aliens und Wookies sind: Sie alle werden sich wahrscheinlich nicht wie wir – wie Menschen – verhalten. Außer, Sie übertragen menschliche Handlungsweisen absichtlich auf andere Lebewesen. Dann können Sie diesen Tipp überspringen. Wenn nicht, dann aufgepasst!

Sie werden mir recht geben müssen, wenn ich behaupte, dass das Wedeln mit dem Schwanz und das Anlegen der Ohren eng an den Kopf bei einer Katze etwas völlig anderes aussagt, als bei einem Hund. Ein Schwein wird sicherlich andere Dinge fressen als eine Elfe. Und ein Drache wird sich nicht mit Kleidung bedecken, wie man es selbst einem Romulaner zutrauen könnte.

Was ich damit sagen will, ist Folgendes: Gerade der Einsatz nichtmenschlicher Protagonisten, selbst in Nebenrollen, erfordert ein ebenso stimmiges Bild wie für Ihre menschlichen Helden. Erstellen Sie gerade bei solchen Wesen ein Bild, dem man als Leser Glauben schenken kann. Übergroß ist natürlich hier die Gefahr, sich in altbekannten Klischees zu bedienen: Der Hund ist immer dem Menschen zugetan, die Katze ist immer eigensinnig, die Elfen sind immer edel, der Zauberer ist immer mächtig usw. usw.

Egal wie Sie Ihr Wesen definieren: Es muss ein geschlossenes Bild ergeben, an das sich der Leser gewöhnen kann. Am Anfang der Figureneinführung mag es sogar eine Überraschung sein, wenn z. B. ein Zauberer überhaupt keine Zauberkräfte verfügt. Der Leser wird sich fragen: „Warum?“ Es kann witzig sein, einer Katze völlige Tapsigkeit und Ungeschick anzudichten, wenn es zu der Figur und zur Geschichte passt. Es kann durchaus sein, dass es Klingonen gibt, die sich beim Anblick von Gagh ekeln; aber das wäre nur ein Insiderwitz. Schon allein in Ihrer Vorstellung, wie ein fremdes Wesen zu sein hat, liegt ein unglaubliches Potenzial für Ideen, für Szenen mit Witz, Spannung und Überraschungseffekten.

Wenn Sie also ein nichtmenschliches Wesen erschaffen, verfahren Sie, wie es im vorherigen Tipp Personenregister beschrieben ist. Nur noch genauer. Denn Ihrer literarischen Schöpfungskraft muss der Leser folgen können; er muss Wort für Wort ein ihm unbekanntes, vielleicht sogar noch nie beschriebenes Wesen im Geiste nachformen können.

  • Zeigen, nicht erzählen!

„Die Hunnen überfielen Europa und versetzten alle Menschen in Angst und Schrecken.“
„Sie verführte ihn nach allen Regeln der Kunst.“

Das ist Erzählen. Kurz, aber im Grunde langweilig und wenig mitreißend.

„Einige Tausend wilder Reiter stürzten sich in die Schlacht. Ihre schnellen Pferde waren den schwer gepanzerten Reittieren der europäischen Ritter sowohl an Geschwindigkeit als auch an Beweglichkeit haushoch überlegen. Noch bevor die Ritter ihre Schilde zur Abwehr heben konnten, waren die dunkelhäutigen Horden heran und schossen Pfeil auf Pfeil mit unglaublicher Treffsicherheit ab. Viele edle Kämpfer starben schon im ersten Ansturm. Dem Anführer der Ritter stand das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben.“

„Ihre Hand strich sanft über seine braune Haut und gekonnt verhielt sie einige Momente, um ihm Gelegenheit zu geben, ihre Zärtlichkeit zu erwidern. Mit geradezu entnervender Langsamkeit schob sie einen Träger ihres Tops zur Seite, und als der Träger nicht völlig abglitt, half er mit einem Lächeln im Gesicht nach und das Top fiel endgültig zu Boden. Nun standen sie beide völlig nackt voreinander, nur Millimeter voneinander entfernt.“

Das ist Zeigen. Und wie Sie sicher bemerkt haben, auch ein längerer Text. Das soll nicht bedeuten, das viel Text gut und weniger Text schlecht ist, nein. Es bietet Ihnen aber die Möglichkeit, das Geschehen im Detail zu beschreiben, ein Bild, eine Stimmung im Kopf des Betrachters – des Lesers – zu erzeugen.

Der Leser sieht praktisch die über die Ebene preschenden Hunnen auf die vor Schreck erstarrten Linien der Verteidiger zurasen. Wild, ohne schützende Rüstung und trotzdem absolut tödlich. Der Leser wird Bestandteil des Liebespaares oder bleibt Voyeur je nach Veranlagung.

Durchforsten Sie Ihren Text nach Erzählsätzen und tauschen Sie diese gegen echte, packende Handlung aus.

Hier der Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Show,_don%E2%80%99t_tell

  • Monologe / Dialoge / mehrere Sprecher

Monologe

Ein Mensch spricht. Sie denken, das sei eine einfache Sache? Möglich. Aber das gilt – und das auch nur begrenzt – z. B. bei einer Robinsonade. Sie können Ihren Protagonisten entweder tatsächlich akustisch hörbare Selbstgespräche führen lassen, was in einsamen Situationen übrigens eine Schutzfunktion ist. Wer´s übertreibt und den Bezug zur Realität verliert, verfällt allerdings bald in Wahnvorstellungen. Oder ihr Held bleibt akustisch stumm und sie offenbaren seine Gedanken, die in der Regel in Kursivschrift gesetzt werden. Das kann ein Plot für eine spannende Geschichte sein. Oder Sie erzählen eine Geschichte aus Sicht Ihres Helden/Ihrer Heldin in der Ich-Form (siehe Erzählformen).

Die so scheinbar einfache Sache kann aber für den Leser sehr schnell langweilig werden, außer Sie sind ein genialer Autor, der dieses Risiko nicht hat. Das Problem ist, dass in der Ich-Form immer nur ein Blickwinkel zur Verfügung steht und man auf viele Informationsquellen verzichtet: auf die Gedanken anderer Romanfiguren. Lediglich deren schriftliche und mündliche Äußerungen kann Ihr Protagonist erfahren. Die Gedanken anderer sind ihm nicht zugänglich. OK, bei Science-Fiction-Romanen kann Ihr Held Telepath sein. Man kann dieses Problem elegant umgehen. Wenn der Protagonist ein sehr guter Beobachter ist (z. B. „Sherlock Holmes“,  „Patrick Jane“ in „The Mentalist“ oder „Dr. Cal Lightman“ in „Lie to me“), die ihre Informationen aus Mimik, messerscharfer Beobachtung oder der Kombination von Informationsbruchstücken beziehen. Einfach genial, wenn man so eine Gabe oder ein Gespür dafür hat und seiner Romanfigur geben kann. Wenn nicht, wird man rasch unglaubwürdig. Und sie alle können von schauspielerisch hochbegabten Verbrechern trotzdem angelogen und hinters Licht geführt werden. Sie können rein optisch verfügbare Informationen schlichtweg falsch auslegen und so auf die falsche Fährte gelockt werden und allerlei Unheil anrichten.

Dialoge

Ein Gespräch zwischen zwei Menschen. Der eine sagt etwas, der andere antwortet darauf. Auch eine einfache Sache? Nicht unbedingt, denn es muss ja nicht sein, dass der andere richtig zugehört hat, oder einfach nicht versteht. Der eine lügt, der andere nimmt es für bare Münze. Richtig gute Dialoge kann man mit den Gedanken des Sprechenden verknüpfen und der Leser erfährt zweigleisig das gesprochene Wort und die Wahrheit dahinter. Die Gefahr dabei ist immer, sich in Klischees zu verlieren. Fragen Sie sich immer: Warum sagt jetzt die Person das jetzt? Ist es notwendig für den Verlauf des Gespräches? Kann man auch stumm einen Dialog führen? Oder beides gleichzeitig, um Dritte (Beobachter) in die Irre zu führen? Sehr genial gemacht in „Der Wüstenplanet“ von Frank Herbert: Zwei Bene-Gesserit-Hexen sprechen offen über Belanglosigkeiten und ihre Finger führen das wirklich wichtige Gespräch.

In Agenten-, Terroristen- und Krimiromanen ist einen Codesprache Tagesgeschäft. Aber Vorsicht! Die Codesätze sollten wirklich auch für sich Sinn machen, denn sonst sie sie ja als solche sofort erkennbar und ein Lauscher erkennt, dass er an der Nase herumgeführt wird.

Mehrere Sprecher

Jetzt wird es richtig kompliziert. Es sind mehrere Personen anwesend und jeder gibt seinen Senf dazu. Aber bitte nicht in der Weise: Sprecher A, dann B, dann C und dann wieder A, B und C. Der Gesprächsverlauf kann und sollte auch durcheinanderlaufen, denn auch in der Realität wird nicht schön der Reihe nach gesprochen. Einer hält sich zurück, ein anderer sagt erst mal gar nichts und haut am Ende einen Satz rein, der alle verblüfft und das Ende dieses Kapitels mit einem Cliffhanger zum nächsten Kapitel krönt (siehe Spannungsbogen).

Egal wie Sie Ihre Gespräche stattfinden lassen, egal wie viele Personen daran teilnehmen: Der Leser sollte bitte immer mitbekommen dürfen, wer gerade spricht. Den auf der Hand liegenden Fehler, den man hier machen kann, ist dieser: „…“, sagte er. „…“, sprach sie. Immer und immer wieder. Das ist fürchterlich und auch langweilig. Schöner ist es, wenn Sie die wörtliche Rede in Handlungen des Sprechenden einbauen, z. B.: Tom nagte an dem dürren Knochen und verzog abfällig den Mund. „Is´ nich viel dran an dem Vieh. Wer soll da denn satt werden?“ Und auch seinen Partner am Lagerfeuer kann man meinetwegen so antworten lassen. „Hast´ recht, Alter. Aber besser ´n dürrer Hase, als gar kein Fleisch.“ Und eine dritte Person: Melinda verzog ebenfalls das Gesicht. Aber ihr abfälliger Ton hatte noch eine humorvolle Färbung. „Fleischesser, pah! Kaut ihr doch an dem armen Karnickel herum, ich bleib bei meinem Gemüsetopf.“

Vergessen Sie auch nicht, jeden Protagonisten so reden zu lassen, wie es seinem Charakter und seiner momentanen Gefühlsregung entspricht. Stehen o.g. Personen kurz vor dem Hungertod, würden sie sicher nicht so entspannt miteinander frotzeln. Sind es militante Tierschützer, würde das Gespräch mit gleicher Aussage völlig andere Wörter, Tonlagen und eine andere Dramatik benötigen.

  • Recherche

Ob Sie nun ein Sachbuch oder einen Roman schreiben: Das, was drin stehen wird, sollte auch der Realität, den Fakten, einem stimmigen Zusammenhang entsprechen. Das gilt für fiktive Geschichten genauso wie für fantastische Abenteuer. „Was“, sagen Sie? „Warum soll ein Science-Fiction Roman reale Fakten enthalten, ist doch eh´ alles nur erfunden?“ Schon, aber bestimmte Dinge müssen einfach stimmen, sonst verlieren Sie an Glaubwürdigkeit. Auch Superman kann in Chicago nicht auf das Empire State Building hüpfen, denn dieses steht in New York im Stadtteil Manhattan. Spidermans Haut besteht nicht aus Schuppen, denn er ist ja von einer Spinne gebissen worden und nicht von einem Fisch. Sie verstehen, was ich meine? Natürlich.

Und trotzdem fallen mir als Rezensent in manchen Romanen Behauptungen auf, die so nicht stimmen können, Zauberei, Fantasy und obskure Erklärungen hin oder her. Auch für Romanautoren gilt es, Objekte, Umstände, reale oder fiktive Orte genau zu recherchieren oder zu konstruieren. Und dazu ist ein gerüttelt Maß an Recherche unerlässlich. Der modernen Kommunikationstechnologie sei Dank, können wir dazu das scheinbar unerschöpfliche Internet nutzen. Vorbei die Zeiten der aufwändigen Büchersuche in Bibliotheken und Archiven. Die schönste Variante der Recherche sind natürlich Reisen an die Orte der Handlung. Aber wer hat so viel Zeit und kann sich das auch finanziell leisten?

Ernüchternd ist es aber dann doch, wenn man die gesuchte Information partout nicht finden kann, entweder, weil sie niemand weiß oder sie noch nicht ins Netz gestellt wurde. Suchen Sie z. B. mal nach Informationen zur Sprache der schottischen Pikten. Da wird die Luft schon dünn im World Wide Web. Trotzdem ist das Internet Autors Liebling: in der Regel schnell, billig und jederzeit verfügbar.

  • Texte laut und mit Betonung sich selbst vorlesen

Irgendwann an einem Abend ergab sich im Gespräch mit meiner Familie, dass sie der Meinung war, Texte können stumm nur ohne Betonung gelesen werden. Ich meine, dass dies sehr wohl auch stumm funktioniert und zusätzlich mehr Lesespaß verursacht.

Selbst geschriebene Texte – die ja stumm eingetippt werden – fehlt in der Sekunde des Schreibens aber ein wesentlicher Bestandteil: Emotion. Auch als gefühlvoller Mensch werden sie just nicht dann weinen, wenn es Ihre Heldin tut, sie werden kaum Mordgelüste empfinden, wenn Ihr Killer gerade sein Opfer angreift. Sie werden (leider) nicht die Exstase erleben, die Ihr Liebespaar in diesem Moment in einen Sinnesrausch versetzt. Wer sich seine Texte aber abschnittsweise selbst laut vorliest, kann hören, ob der Satz klingt. Ob das, was man mit Worten ausdrücken will, als Laut auch bestätigt oder unterstrichen wird. Drückt die Zeile die Verzweiflung, die Angst, die Freude aus, die der Protagonist gerade empfinden soll? Man merkt recht schnell, dass die vermeintliche Leidenschaft einer Szene plötzlich gar nicht mehr so leidenschaftlich rüberkommt, wie man gedacht hatte.

Natürlich mache ich das nur dann, wenn niemand in der Nähe ist. Sozusagen im stillen Kämmerlein. Da ist es nicht peinlich, wenn man eine weinerliche, entschlossene, mutige, drohende, verführerische Betonung auch ein wenig übertreibt. Ist das Liebesgeständnis des Verehrers ehrlich gemeint, oder ist er ein Schleimbolzen, der die Jungfer nur abschleppen will? Ist das Versprechen ernst gemeint oder ist der Redner ein Lügner? Plötzlich gewinnt eine Figur an Profil, sie entspricht besser dem verabreichten Charakter und auch Wandlungen im Verlauf der Geschichte können so subtil vorangetrieben werden.

Sogar die (siehe) Rechtschreibung profitiert von einem laut ausgesprochenen Satz. Man wird eher akustisch einen Fehler entdecken, als dass man ihn sofort optisch wahrnimmt. OK, die „automatische Rechtschreibfunktion“ Ihres Textverarbeitungsprogramms tut Einiges, aber eben halt nicht alles.

Weiterhin wird das eigene Sprachgefühl trainiert. Klingt der Satz rund, harmonisch und vor allem: Ist er sprachlich gut? Nach dem einzelnen Satz kann man sich einen ganzen Abschnitt vorlesen und fühlt dabei, ob diese Szene sozusagen aus einem Guss ist. Wer an spätere (siehe) Lesungen denkt, kann hierbei auch seine eigene Stimme trainieren und wird dann auch vor Publikum seine Betonungen, das Auf und Ab einer Geschichte, seinen Sprechrhythmus besser rüberbringen können.

  • Überarbeitung, die Erste: Rechtschreibprüfung

Als Autor sind Sie natürlich ein Künstler. Schließlich ist Schreiben ein kreativer, ein schöpferischer Akt. Aber weder Sie noch ich sind Gott, der angeblich keine Fehler macht. Wenn Sie nun glauben, dass Sie in der Schule ohnehin als Einserschüler perfektes Deutsch abgeliefert haben und Sie als Künstler ohnehin „über“ den Dingen schweben, dann, ja dann, darf ich Sie ganz rasch auf den harten Boden der Realität herunterholen.

Selbst wenn Sie gut in unserer Muttersprache sind, vielleicht sogar sehr gut, sind Sie nicht vor dem bösen, bösen Fehlerteufel gefeit. Sie hauen in die Tasten, die Geschichte sprudelt nur so aus Ihnen heraus. Es ist und bleibt eine Tatsache, dass Sie sich bei mehreren Hundert Seiten zig-mal vertippen werden. Und das sind keine Druckfehler! Ich hasse dieses Wort; schließlich komme ich aus und arbeite in der Druckbranche. Ein Drucker kann nur das drucken, was die Druckform beinhaltet. Das, was man inflationsmäßig in gedruckten Medien vorgesetzt bekommt, geht auf keine Kuhhaut! Und in Emails und Internet-Foren sind scheinbar sämtliche rechtschreiberischen Dämme gebrochen. Für mich sind das keine Belanglosigkeiten, sondern ein Verfall von Kultur. Und wer permanent unsauber geschriebene Texte vor Augen hat, wird selbst schlampig schreiben. Punctum!

So richtig nach hinten geht so ein Schuss dann, wenn Sie ihr Textwerk anderen Personen anbieten, die wirklich relevant sind: Literaturagenturen, Lektoren und Verlagskaufleuten. Denn sie sind es, die darüber entscheiden, ob Ihr Meisterwerk angenommen wird. Oder eben nicht. Strotzt Ihr Meisterwerk nur so vor Rechtschreib-, Grammatik- und Tippfehlern, wird die entscheidende Person Ihr Manuskript innerhalb weniger Augenblicke weiter befördern. In den Papierkorb. Außerdem empfinden solche Leute – zu Recht – schlampige Texte als persönliche Beleidigung.

Es bricht sich niemand etwas aus der künstlerischen Krone, wenn er die einfachsten – und oft dazu kostenlosen – Möglichkeiten nutzt, seinen Text gründlich zu überarbeiten. Jedes vernünftige Rechtschreibprogramm hat diese Funktion. Leider aber eben mit sehr unterschiedlichen Qualitäten. Als Mindestanforderung kann man sich sehr preisgünstig den Duden Korrektor 7.0 anschaffen, sei es als CD oder Download.

Hier der Link: http://www.duden-downloadshop.de

Um die Mühsal der Überarbeitung noch zu steigern, hier ein weiterer Stolperstein: Sie haben Ihrem Text die magischen vier Buchstaben ENDE verpasst und o. g. Rechtschreibkorrektur brav durchgeführt. Sobald Sie aber an die textliche, sprich inhaltliche Nacharbeit gehen, werden Ihnen evtl. erneut Tippfehler und andere Grausamkeiten passieren. Also, die Zähne zusammenbeißen und ganz, ganz am Ende noch einmal in die Korrektur gehen. Nervig, aber die Leser werden es Ihnen danken. Wie? Ganz einfach: Sie werden auch Ihren nächsten Roman kaufen. Denn Lesevergnügen beginnt bei einem sauberen Text.

Es gibt sicher viele Quellen, wo man sich mit der deutschen Sprache und deren korrekter Anwendung beschäftigt. Ich habe vor langer Zeit ein Mini-Radioprogramm des Bayerischen Rundfunks entdeckt: „So I zu I sa I gen – Bemerkungen zur deutschen Sprache“ auf Bayern 2. Jeden Freitag von 15:20 bis 15:30 Uhr. Das sind immer 10 launige Minuten, in denen ein kleines Thema behandelt wird. So während einer langweiligen Autofahrt ein wenig Kultur streichelt die Seele und pflegt das eigene Sprachempfinden. Im Download-Center von B2 kann man sich natürlich auch verpasste Folgen anhören.

Hier der Link: http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-sozusagen.shtml

  • Überarbeitung, die Zweite: Chronologie

Manche Geschichte verläuft schnurgerade. Viele andere haben zwei oder mehr Handlungsstränge und ungezählte Erzählungen besitzen Rückblicke, Zeitsprünge, parallele Geschehnisse, Überschneidungen usw. usw. Am kompliziertesten sind hier im Bereich der Science-Fiction natürlich Zeitreisen und aufgrund von absichtlichen oder unbeabsichtigten Eingriffen Veränderungen im Geschichtsverlauf. Doch egal welche Geschichte Sie erzählen: Sie sollten den Überblick behalten.

Schon bei Ihrer groben Planung eines Romans sollten Sie also Klarheit schaffen:

  • Welche Handlungsstränge gibt es und wie ist deren Zeitablauf?
  • Gibt es Lücken und Zeitsprünge vor oder auch zurück?
  • Was muss zuerst passieren, damit die nachfolgende Handlung stimmig ist?
  • Können die Protagonisten über den gesamten Zeitablauf am Leben sein? (Wenn Ihr Held ein Vampir ist, ist das scheinbar kein Problem, aber wenn Sie die Geschichte einer Eintagsfliege erzählen, kann die Handlung keine Woche lang sein).

Sie erkennen natürlich, was ich damit sagen will. Aber jetzt fragen Sie sich: „Moment! Hier steht doch Überarbeitung.“

Genau! Sie haben bei der Kapitelplanung o. g. Fragen beantwortet und Ihren Text so geschrieben. Aber Sie können sich nun vorstellen, dass es ein Leichtes ist, hier den Überblick zu verlieren. Je länger Ihr Roman ist, desto schwieriger ist es. Also, was tun? Nun, eben die dritte Überarbeitung …

  • Überarbeitung, die Dritte: Menschenjagd

Ich helfe mir hier mit einem ganz primitiven Trick: Ich gebe im Bearbeiten-Menü meines Textprogrammes als Suchwort den Namen meines Protagonisten ein und hangele mich so personengebunden durch den Roman. Ich teile dabei den Bildschirm (links den Text, rechts mein Personenregister) und überprüfe bei jedem Erscheinen meiner Figur nicht nur das Charakterprofil, sondern auch die Timeline, die Chronologie, die zeitliche Logik auf Stimmigkeit.

Diese Methode hat nur einen Fehler: Es werden keine Treffer erzielt, in der über meine gerade im Suchlauf befindliche Figur ohne Namensnennung berichtet wird. Daher muss ich Verweise auf meine Hauptfigur auch beim Suchlauf aller anderen Handlungsträger berücksichtigen. Sogar ggf. bei einigen Nebenfiguren, soweit diese keine Eintagsfliegen (siehe hierzu auch: Die Kunst des Streichens) sind.

  • Überarbeitung, die Vierte: Die Kunst des Streichens

Wir hatten gerade den Begriff Eintagsfliegen. Natürlich kann das eben dieses Tier sein, aber ich meine hier Personen, die nur ein- oder zweimal auftauchen, eben Randfiguren. In jeder Geschichte sind sie zu finden. Mehr oder weniger gut beschrieben, entsprechend der Häufigkeit ihres Erscheinens. Mit oder ohne Namen, mit Gesicht, spezifischer Kleidung und Ausrüstung oder eben ohne all dies. Mir ist es schon passiert, dass sich so eine Person plötzlich selbstständig gemacht hat. Sie hat mich gezwungen, Buchstaben in die Tastatur zu hämmern, im verzweifelten Bemühen, von mir nicht gleich wieder massakriert zu werden. Nebenfiguren wollen leben!

Nun ist es mir schon passiert, dass in eine anfangs als Randerscheinung gedachte Figur plötzlich immer mehr Bedeutung einfließt. Wenn dies der Geschichte eine neue Würze gibt, Sie dabei neue Ideen entwickeln, die ihre Geschichte interessanter macht, dann Hurra! Aber Vorsicht. Beachten Sie dabei den gesamten Handlungsverlauf und überlegen, inwieweit der durcheinandergebracht wird. Die Gefahr sich zu verzetteln ist genauso groß, wie die Gefahr, eine neue, gute Idee nicht weiter zu verfolgen.

Ein gesundes Maß ist notwendig, jede überflüssige Person verwirrt aber nur. Und auch zu wenige Personen sind unglaubwürdig, siehe Personenregister. Also überlegen Sie genau:

  • Braucht es diese neue Figur?
  • Ist sie nur Statist ohne nähere Beschreibung?
  • Kann eine andere, bereits vorhandene Figur, hier einspringen?
  • Muss diese Figur denn überhaupt einen Namen haben oder ist das egal für die Geschichte?

Nur betrifft die Kunst des Streichens natürlich nicht nur Romanfiguren, sondern komplette Abschnitte, Ausflüge ins Salbadern und Philosophieren, kurz: Sie schweifen ab. Überprüfen Sie ihren Text auf solche Abschnitte:

  • Trägt der thematische Ausflug zur Geschichte bei?
  • Hat eine Exkursion z. B. zum Thema Religion in Ihrer Geschichte eine Daseinsberechtigung? Wenn Sie an Frank Herberts Dune-Zyklus denken sehr wohl. Auch bei Star Wars ist Religion ein wichtiger Fakt, eben die „gute“ Jedi- und die „böse“ Sith“-Religion. Bei einer Zombie-Geschichte wäre das Thema aber fehl am Platz.
  • Hat ein solcher Abschnitt mit einem der Protagonisten zu tun und offenbart sich das eventuell erst am Schluss des Romans als Auflösung, als Gag, als Aha-Effekt? Dann können Sie solche Textstellen getrost beibehalten.

Auch innerhalb der Handlung muss man aufpassen, nicht unnötig Text zu produzieren, den es im Grund nicht braucht. Während eines Kampfes muss der Held nicht mehrfach die Waffe ziehen, er hat sie ja schon in der Hand (außer er hat sie verloren und muss sie erneut greifen). An jeder Stelle, an der ihr Protagonist auftaucht, muss man nicht erwähnen, dass er schwarzes Haar hat, oder die Frau unglaublich sinnliche Lippen besitzt. Wiederholungen von Eigenschaften können den Leser rasch ermüden und eine langsam innere Abwehrhaltung zum gesamten Text entwickeln. Die Lust am Weiterlesen schwindet. Streichen Sie gnadenlos solche Sätze.

  • Lektorat / Korrekturzeichen

Sie haben es geschafft! Eine Agentur oder ein Verlag hat Ihr Manuskript gelesen und angenommen. Herzlichen Glückwunsch! Sie glauben jetzt, dass Sie als Autor nun fertig sind? Dann liegen Sie falsch. Denn Sie können noch so gut sein, auch Sie werden Fehler übersehen haben und ein Teil der Arbeit eines Lektors ist die Perfektionierung Ihres Textes. Auch in Sachen Rechtschreibkorrektur, Duden Korrektor hin oder her.

Sie erhalten in der Regel Ihr komplettes Manuskript, oder nach und nach in Teilen, mit zahlreichen Korrekturzeichen versehen zurück. Der Lektor merkt nur an! Er verbessert nicht Ihre Fehler. Schließlich haben Sie als Autor das Urheberrecht auf Ihre Arbeit und die wird in Deutschland Gott sei Dank in der Regel respektiert und geachtet. Ergo haben Sie die Ehre diese Fleißarbeit zu erledigen. Kennen Sie alle Korrekturzeichen und Ihre Bedeutung? Ich kannte nicht alle.

Hier der Link: http://www.textup.de/index-4.html Sehr schön gemacht von Text’up Lilian Kura

  • Die Grenze wischen Autor, Lektor und Verlag

Ja, wo ist die Grenze zwischen der Arbeit des Autors und des Lektors?

Dazu muss man erst mal vorher erwähnen, dass heutzutage immer mehr das sogenannte Grundlektorat von einer Literaturagentur ausgeführt wird/werden sollte. Nachdem pro Jahr Tausende von Manuskripten auf die Agenturen und Verlage einprasseln, landen bei Direkteinsendungen (vom Autor zum Verlag) mindestens 90 % im Papierkorb. Stellen Sie sich vor, Sie sind Verlagslektor und erhalten pro Woche 50 Romanmanuskripte. Völlig unmöglich diese – neben der prall gefüllten Tagesarbeit – auch noch alle fair und unvoreingenommen lesen zu wollen. Also verlagert sich diese Arbeit längst auf “Freie Lektoren” oder eben Literaturagenturen. Sie dienen den Verlagen als Filter und der größte Mist – oder auch schon mal der eine oder andere gute Roman – bleibt auf der Strecke.

Warum tun dies überhaupt die Agenturen? Weil Sie Ihr eigenes Image aufwerten, wenn Sie einem passenden Verlag schon mal ein Textwerk in die Hand geben können, das nicht mehr viel – oder im Idealfall – gar kein Nach- oder Feinlektorat mehr benötigt. Das ist so wie eine Katze, die sich selbst in den Schwanz beißt: Siebt die Agentur gut aus, schafft sie sich eine Vertrauensposition bei den Partner-Verlagen. Diese werden dann von der Agentur präsentierte Projekte mehr und mehr ernsthafter betrachten und eben in ihr Programm aufnehmen. Eine seriöse Literaturagentur nimmt dafür 15-20 % vom Autorenhonorar.

Dazu muss man noch wissen, dass weder die Agentur noch ein Verlag auf Anhieb bei einem Erstlingswerk eines Autors nennenswertes Geld verdienen, außer der Autor heißt Joanne Rowling, Frank Schätzing oder so ähnlich. Warum? Weil der Autor erst “aufgebaut” werden muss: Werbemaßnahmen wie Flyer, Poster, Displays für die Buchketten, Messestände, Präsentationshilfen wie Buchboxen, Aktionen, honorarträchtige Lesungen, Reisekosten usw. usw. Dazu das Risiko, dass der Markt den neuen Autor übersieht oder nicht annimmt. Die Vorauszahlung an den Autor muss – bei einem anständigen Verlagsvertrag – auch bei einem Flop nicht mehr vom Autor an den Verlag zurückgezahlt werden und dergleichen Dinge mehr.

Der Autor …

… hat natürlich die Aufgabe sein Werk selbst zu schreiben. Außer man heißt Guttenberg. Plagiatsvorwürfe sind der Todesstoß für jeden Autor, das ist literarischer Selbstmord. Also gilt hier wie sonst im Leben auch: Ehrlichkeit währt am längsten. Wer schreibt, sollte auch vorher sehr viel gelesen haben. Wer also Tausende Seiten korrektes Deutsch vor Augen hatte, wird schon beim Schreiben selbst viele Fehler gar nicht erst machen. Ein – für mich – absolutes Must-do ist die konsequente Anwendung der Rechtschreibfunktion, die jedes Schreibprogramm heutzutage bietet. Oder auch der „Duden Korrektor“ und ähnliche Software. Jedes hat seine kleineren Mängel, aber jeder Lektor sieht sofort, ob der Autor diese Funktion nutzt oder sträflich vernachlässigt hat. Die Folge: Der Text wird „aus handwerklichen Mängeln“ abgelehnt. Vielleicht mag es Fälle geben, in denen eine geniale Geschichte trotz solcher Mängel angenommen wird; aber verlassen würde ich mich darauf definitiv nicht.

Hat der Autor also a. seinen Text geschrieben, b. mehrfach Korrekturgelesen, c. o.g. Rechtschreibprüfung durchgeführt, gibt es noch mehrere weitere Checks, die er selbst vornehmen kann (siehe Überarbeitungen). Trotz all dieser Arbeit (und wenn ein Autor diese nicht macht, schraubt er selbst seine Chancen gegen Null) ist man als Autor textblind. Die Kunst des Streichens beherrschen nur wenige Autoren. Wer will schon scheinbar gelungene Sätze und Formulierungen rausschmeißen, in die man verliebt ist?

Die Literaturagentur …

… ist aber eben nicht textblind. Zunächst wird sie schon gar nicht mit der Lektüre von einigen Hundert Romanseiten beginnen, sondern mit dem Exposé (siehe hierzu auch: Drei Seiten für ein Exposé). Dies sollte der Autor so aussagekräftig und kurz ausgefertigt haben wie möglich. Gefällt das Exposé, liest der Agent das 30-50seitige Manuskript. Findet auch das Gefallen, nimmt die Agentur den Autor und sein Werk unter Vertrag. Der Agent ist entweder selbst auch Lektor oder reicht den Autor und sein Werk an den Lektor der Agentur weiter. Und jetzt geht es erst richtig los. Die Lektorin wird zu Ihrer Zweitfrau, ein Lektor zu einem väterlichen Freund. DIE LEKTOREN SIND NICHT IHRE FEINDE, SONDERN IHRE VERBÜNDETEN! Warum ich das hier so betone? Weil viele Autoren eingeschnappt sind, wenn sie ihren Text mit blutroten Markierungen übersät zurückbekommen und den Eindruck gewinnen könnten, sie hätten zeitlebens in Deutsch eine 6 erhalten. Das ist beinahe der Normalzustand, und wenn man mal die Anmerkungen genau analysiert, betrachtet und konsequent durcharbeitet, versteht man, wie die Lektorin „tickt“. Natürlich sind auch sie Menschen mit Vorlieben und Abneigungen. Ideal ist, wenn man einen Partner gefunden hat, dem generell das Genre liegt.

Also, die Literaturagentur erledigt in enger Zusammenarbeit mit dem Autor das Grundlektorat. Das kann schon mal 3, 4 oder 5x hin und her gehen. Natürlich wird man mit fertig lektorierten Kapiteln schon auf Verlagssuche gehen und nicht – sagen wir mal – 500 durchlektorieren und dann findet sich leider doch kein Verlag, der das Werk unter Vertrag nimmt.

Der Verlag …

… erhält von der Agentur ein Präsentationspaket, bestehend aus einem Exposé, das die Agentur erstellt hat, sozusagen in ihrem hauseigenen Stil und ggf. genau auf die Reihe des Zielverlages abgestimmt ist. Dazu ein lektoriertes Manuskript, die Vita des Autors und eine kurze Vorstellung DER WEITEREN PROJEKTE DES AUTORS! Ein Verlag ist definitiv nicht an Eintagsfliegen interessiert (s.o. Kosten), sondern will mit Folgetiteln dann seine Grundinvestitionen rasch wieder reinholen und richtig Umsatz machen, was sich ja alle Beteiligten wünschen und völlig legitim ist. An dieser Stelle muss ich mal eine Lanze für die Begriffe Umsatz, Gewinn, Marge usw. brechen: Leider sind diese Wörter fast schon negativ belegt und von naiven Menschen sogar verpönt. Was ist denn verdammt noch mal schlecht daran, wenn man mit seiner Arbeit Geld verdient?

Zurück zur den Grenzen Autor/Lektor/Verlag:

Der Verlag wird im Bedarfsfall das Feinlektorat vornehmen, außer die Agentur hat es mit dem Autor schon druckfertig hinbekommen. Der Verlag wird in der Folge dann – mit Abstimmung des Autors – aus dem Arbeitstitel einen verkaufsträchtigen Titel formulieren, ein Cover in Auftrag geben, in einer passenden Reihe des Verlages einen Titelplatz und Veröffentlichungsdatum bestimmen und das Werk natürlich in Druck geben. Parallel dazu o.g. Werbemaßnahmen.

Wie heißt es in Hollywood so schön?
To be continued …

5. aktualisierte und überarbeitete Version, Copyright © 2012 by Werner Karl

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Buchrezension von Werner Karl zu Carl Reiner Holdts “Gezeitenwechsel”

Erstellt von Detlef Hedderich am 19. Februar 2012

Carl Reiner Holdt
Gezeitenwechsel

Südwestbuch, Stuttgart
1. Auflage 2011
ISBN 978-3-942661-76-8
Science-Fiction
Taschenbuch, 259 Seiten
Titelfotos: James Thew
Titelgestaltung: Julia Karl

www.swb-verlag.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Über den Autor:

Carl Reiner Holdt wurde 1958 in Rom geboren. Nach dem Studium der Mathematik und Allchemie arbeitete er als Gärtner, Krankenpfleger, Erzieher und Lehrer. 20 Jahre verbrachte er im Kloster. Seit sieben Jahren ist er verheiratet und lebt heute in der Nähe von Tübingen.

Klappentext:

„Der Himmel im Schwarzwald ist immer schwarz, kein städtisches Streulicht, nur Sterne. Normalerweise. Jetzt wurden die Sterne von einem runden Schatten gefressen, bis der ganze Himmel über Reuters’ Haus verschwunden war. Der Sieger war angekommen.“ Die Erde ist Zankapfel zweier galaxisweit konkurrierender politischer Systeme, der Liga und dem Kaiserreich der R’rall. Major a. D. von Reuters, Kampfpilot und Gentleman der alten Schule, hätte im Traum nicht gedacht, welche Dienste der Kavalleriesäbel seines Ur-Großvaters ihm noch leisten würde, als er zwischen die Fronten gerät. Er erobert im Duell mit einem R’rall -Admiral einen Ring, der als Insignie der Macht gilt. Mit diesem Ring, einer Truppe von Freischärlern und einer 320-jährigen Liga-Agentin schafft er das scheinbar Unmögliche: die Befreiung der Erde. Lokalkolorit, packende Kampfszenen mit ausgefeilter Nano-Technik, erotische Begegnungen der dritten Art und eine erstaunliche Interpretation der Geschichte von Luther und Napoleon machen diesen Sci-Fi-Thriller zum faszinierenden Gesamtkunstwerk.

Vorbemerkung:

Eine Rezension zu schreiben, scheint für Außenstehende eine einfache Sache zu sein: Du bekommst ein Buch, liest es und gibst deine Meinung dazu ab. Punkt. Fertig. Das Internet ist voll von solchen Stellungnahmen. Die Anzahl dürfte bei den großen Buchverkaufsplattformen Legion sein. Wenn man ein Genre, einen Autor oder einen Plot nicht mag, wird aus der Rezi schnell ein Verriss und das oft genug zurecht. Und den Verlagen ist ein Verriss sogar noch lieber, als wenn das Buch gar nicht besprochen wird.

Aber was tun, wenn der Plot an sich gut ist, der Autor nett, ja sogar freundschaftlich mit dem Rezensenten verbunden ist? Tut man ihm einen Gefallen, wenn man seinen Text lobt? Noch schlimmer: Wenn der Rezensent selbst schreibt und auch für sich selbst längst nicht in Anspruch nimmt, besser oder gar perfekt zu sein? Gilt hier nicht der Spruch: „Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen“?

Oder ist es für beide – Autor und Rezensent – nicht ehrlicher, wenn man bei den Fakten bleibt und beide(!) daraus lernen und beim nächsten Roman besser, schlichtweg professioneller werden? Ich weiß, dass man es nicht allen Menschen recht machen kann und ich ohnehin schon den Ruf der Korinthe, des Oberlehrers und vielleicht sogar eines Meckerers weghabe. Aber ich kann nicht anders.

Zum Buch:

Ich will hier jetzt nicht noch einmal die Geschichte skizzieren, dafür genügt der Klappentext völlig. Jedes weitere Wort würde einem Käufer den Spaß verderben. Denn Lesespaß hat mir die Story tatsächlich bereitet. Der Grundplot ist gut, ja sogar außergewöhnlich: Zwei Alien-Rassen streiten sich um die Erde. Zumindest fällt mir auf Anhieb kein Roman ein, wo ich diese Idee schon mal gelesen hätte. Und viele kleine Ideen fand ich schlichtweg super, manchmal sogar witzig, z. B. die katzenähnlichen R´rall-Soldaten sind alle weiblich, haben vier Zitzen/Brüste und tragen bei passender Gelegenheit auch schon mal High Heels, welche perfekter zu ihrer Anatomie passen, als die gleichen Qualtreter für Menschenfrauen.

Auch das Lokalkolorit ist ein nettes Bonbon, aber nicht unbedingt für das Funktionieren der Story notwendig. Die Querverweise auf geschichtliche Verstrickungen treffen ohnehin eines meiner Lieblings-Untergenre und die Anklänge von Military-SF sowieso.

Was „Gezeitenwechsel“ aber von einem sehr guten Roman trennt, ist zuallererst einmal das mangelnde Lektorat. OK, es wird in unserer schnelllebigen Zeit immer schwieriger, einen wirklich fehlerfreien Text zu erstellen. Aber genau dafür ist das Lektorat eben da; vor allem wenn noch betont wird, dass auch ein Korrektorat stattgefunden haben soll. Hier im Klappentext noch von einem „faszinierenden Gesamtkunstwerk“ zu schwadronieren, tut dem Text unrecht und leistet dem Autor einen Bärendienst, weil völlig überhöht und sicher nicht auf Bestreben des Autors so formuliert. Würde ein Verlag ähnliche Übertreibungen bei einem meiner Texte vorschlagen, würde ich sicher auf die Barrikaden gehen und für die Streichung solcher Wörter kämpfen.

Was man dem Autor als Einziges vorwerfen kann, ist schlichtweg, dass er seine tolle Idee so gerafft (magere 250 Seiten) erzählt. Holdt nutzt seine eigenen guten Einfälle nicht und nach der dritten oder vierten verpufften Chance fällt es immer mehr auf. An vielen Stellen ist er sprunghaft, nutzt an sich fesselnde Geschehnisse nicht, um sie auszuleben, den Leser mitzureißen, echte Gefühle zu zeigen und diese im Idealfall beim Leser zu wecken. Leider fehlt ihm die Fähigkeit, aus der packenden Geschichte eben auch einen packenden Text zu machen. Sicher ist „Gezeitenwechsel“ kein Liebesroman, aber die distanzierte Kühle der Erzählweise lässt es nicht zu, sich als Leser mit dem Protagonisten zu identifizieren, mit ihm zu kämpfen, zu sterben und … upps, beinahe was verraten.

Dramatische Ereignisse werden in zwei Sätzen abgehandelt, beinahe schon, als wäre es ihm peinlich, die Schrecken von Kampfhandlungen beim Namen zu nennen. Faszinierende, weil außerirdische Waffen müssen doch auch ihre überlegene Funktionalität zeigen dürfen. Natürlich verlangt niemand nach der detaillierten Beschreibung offenliegender Gedärme, aber kein einziger Protagonist ist geschockt, erschüttert, zeigt Anteilnahme, Verzweiflung. Ständig tauchte beim Lesen in mir das Bild von Bruce Darnell von DSDS auf, der die Hände in die Luft wirft und „Gefuhle! Gefuhle!“ ruft.

Fazit:

Hätte Holdt ein Lektorat nutzen können, dass diese Bezeichnung verdient, wäre „Gezeitenwechsel“ ein wirklich guter Roman geworden, hätte eine Länge von locker 550 oder 650 Seiten erreicht, ohne eine einzige Seite langweilig geworden zu sein. Auch der beabsichtigte Schwenk von Teil 1 aus der Stilform einfache Vergangenheit (Präteritum) in die einfache Gegenwart (Präsens) bei den Teilen 2 und 3 verwirrt mehr, als das es dem Lesefluss oder der Handlung wirklich nützt. Aber vielleicht musste sich hier der Titel niederschlagen; gebraucht hätte es das nicht.

Alles in allem zeigt mir doch dieses vorliegende Beispiel, wie wichtig ein zweites, drittes oder viertes Augenpaar ist, das einem Autor zur Seite steht. Einem guten Lektorat wären all die o. g. Punkte mit gnadenloser Sicherheit aufgefallen und der Autor hätte eine Chance erhalten, aus seiner guten Idee ein Hammerbuch zu machen. Und wenn das Ziel beim fünften Überarbeiten eben noch nicht erreicht wurde, dann eben beim sechsten oder siebten Mal.

Und es macht mir höllische Angst, dass es mir mit meinen Texten genauso gehen könnte. Ich wünsche mir Freunde, Kollegen, Lektoren und Agenten, die mir helfen, meine Fehler auszumerzen. Denn ich mache sie ganz sicher auch. Ich hoffe nur, das es immer weniger werden. Und Carl: ich würde mich freuen, wenn du einer dieser Freunde bist.

Ein Verriss? Nein, von meiner Seite aus nicht. Für das (schwache) Lektorat kann der Autor nichts, die Story ist wirklich gut und insgesamt hat sie mir gefallen. Kritik? Ja, und zwar eine ehrlich gemeinte. Ich kann das Buch Hardcore-SF-Fans durchaus empfehlen. Und ich werde auch weitere Titel des Autors lesen und sehen, wie er sich entwickelt.

Copyright © 2012 by Werner Karl

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

PREISRÄTSEL/GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR MIT PERSÖNLICHER WIDMUNG DES AUTORS (!): Holdt, Carl Reiner – Gezeitenwechsel.

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“Das Krokodil” im Weltentor – Science Fiction II

Erstellt von Galaxykarl am 18. Dezember 2011

“Das Krokodil” von Werner Karl ist eine von 30 Kurzgeschichten, die im letzten Wettbewerb in der Kategorie Science Fiction gewonnen haben. Bereits wie im letzten Jahr erscheint nun – rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft – je ein …
Hardcover ISBN 978-3-942-80256-7 und ein …
Taschenbuch ISBN 978-3-942-80253-6 mit allen 30 Sieger-Stories.
Beide Ausgaben ziert das gleiche Titelbild, geschaffen von Mark Freier

Bestellungen unter: www.noel-verlag.net

Auf Platz 1: “Warum immer ich?” von Bianka Thon
Auf Platz 2: “ANDROidoLOGIE” von Janine Renn
Auf Platz 3: “World Of Phantastic-War?” von Ernst Diesdrich Habel

Die weiteren Stories nach alphabetischer Reihenfolge nach Autoren:
Angler, Martin W. “Der umgekehte Geburtshelfer” 
Baneth, Alexander “Der Stein”
Beesk, Alexander “Wasserteilchen”
Bethe-Hartwig, Martina “Hundertzehner”
Bensonmem “Fett II – Fett Reloaded”
Gerrit, Dan “Die letzte Zuflucht”
Goebels, Stefan “Sharerazade”
Groth, Wolfgang “Heide “”
Herrmann, Werner “Du bist nicht allein”
Holzbauer, Bernd “Androidenjäger”
Karl, Werner “Das Krokodil”
Krüger, Kevin “Keine Angst vor der Zukunft”
Lahayne, Olaf “Avila”
Lehnhardt, Sven “Jenus”
Lepore, Nino “Eine Hand wäscht die andere”
Liedtke, Harry Michael “Gothic Girl”
Müller jr., Wilko “Eine Drachengeschichte”
Nepomuk, Viktor “Der Hampelmann”
Nunold, Beartrice “Weltenwächter”
Sanss, Tedine “Beut, Holder, mir die zarte Wange dar”
Slizz, Benjamin “Die Macht der Kristalle”
Stiewi, Dieter “Kanaaiten”
Tenzer, Tom “Vom Ende der Welt”
Vierkant, Vivian “Weltraumaffen”
Waßmann, Arndt “Gefährdungsstufe unbekannt”
Zuber, Rüdiger “Sag den Sternen Lebewohl”

Auch in den Kategorien “Fantasy” und “Mystery” erschienen 2010 und jetzt 2011 entsprechende Ausgaben.

Copyright © by Werner Karl

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Klaus Müller – interviewt von Werner Karl

Erstellt von Galaxykarl am 15. Dezember 2011

Interview mit Klaus Müller

sfbasar: Herr Müller, leider gibt es in Deutschland sehr viele Männer mit gleichlautendem Namen, was mir die Recherche für dieses Interview nicht gerade leicht gemacht hat. Auch auf der Verlagsseite findet sich eine nur sehr spärliche Vita von Ihnen. Welcher Mensch steckt hinter (diesem) Klaus Müller?
KM: Zum Glück gibt es nur Männer und nicht auch noch Frauen mit diesem Namen! Manchmal kommt es mir fast so vor. Hinter mir steckt eigentlich gar nicht so viel, eher davor. Ich trage mein Anliegen, die menschliche Verkörperung der sozialen Marktwirtschaft geradezu wie ein Banner vor mir her. Daneben bin ich ein Familienmensch, der allerdings als ehemaliger Anwalt und Autor geistig so oft in eigenen Dimensionen unterwegs ist, dass meine Frau gelegentlich in Versuchung gerät, mich als verheirateten Single wahrzunehmen. Tatsächlich gestaltet es sich nicht einfach, in realen und fiktionalen Welten gleichermaßen zu funktionieren, eine Last, die letzten Endes auch meine Kinder austarieren müssen.

sfbasar: Den wenigen Daten kann man entnehmen, dass Sie gelernter Jurist sind und in entsprechenden Fachzeitschriften Rezensionen veröffentlicht haben oder noch tun. Welche Themen interessieren Sie hier besonders?
KM: Mein Themenschwerpunkt als aktiver Anwalt war immer das Handels-, Wirtschafts- und Gesellschaftsrecht mit dem Schwerpunkt auf dem Recht der Kapitalgesellschaften. Im Strafrechtlichen haben mich immer die besondere Intelligenz hinter bestimmten Vermögensstraftaten sowie die menschlichen Motive hinter Kapitalverbrechen interessiert.

sfbasar: Jedes anspruchsvolle Wirtschaftsunternehmen beschäftigt eigene Juristen oder arbeitet mit Fachkanzleien zusammen. Wie sieht Ihr Tagesablauf aus und welche Bandbreite an Aufgaben müssen/dürfen Sie hier bewältigen?
KM: Inzwischen habe ich mich ja aufs Schreiben verlegt. Aber bis dahin war mein Job der eines geschäftsführenden Seniorpartners einer kooperationspartnerschaftlich verzweigten Rechtsanwaltssozietät in Zusammenarbeit mit vorwiegend kapitalgesellschaftlich organisierten Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern. Der Seniorpartner vertritt seine Organisation vorwiegend nach außen, regelt die Zusammenarbeit der Beteiligten und ermittelt in Zusammenarbeit mit ihnen die Richtlinien, nach denen die Kanzlei vorgeht. Dazu gehörte auch die tägliche Konferenz der Partner, in der über den Stand der Dinge unterrichtet, diverse Probleme erörtert und Strategien „ausbaldowert“ werden. Ansonsten hat er – im besten Falle – das letzte Wort und ein besonderes Veto.

sfbasar: Neben dem aktuellen Buch „Deutschland – Deppenland?!“ sind Sie Autor weiterer Bücher. Leider konnte auch hier das angeblich allwissende Internet keine gesichert auf Sie zurückführenden Titel aufzeigen. Wie lauten die Titel Ihrer Bücher und welche Themen behandeln Sie in ihnen? Sind es ausschließlich Sachbücher?
KM: Nein. Allerdings sind meine zuletzt im MEDU Verlag erschienenen Titel „Deutschland – Deppenland?!“ und „Die verkaufte Generation“ so etwas wie populistische Sachbücher, die neben der Faktenlage auch eigene Analysen, Meinungen und Befindlichkeiten wiedergeben. Ganz wie im richtigen Leben! Daneben befasse ich mich mit philosophisch angehauchten Themen, diversen Romanen, und allen möglichen weiteren Themengebieten bis hin zu reinen Spaßbüchern.

sfbasar: Nun sind Sachbücher per se nicht unbedingt Bestseller, wenn man einmal von Sarazzins letztem – und wie ich meine schrecklichem – Erguss absieht und auch Reiseführer und Kochbücher ausklammert. Zusätzlich ist Sachpolitik und Selbstkritik nicht jedermanns Sache. War es schwer, für fast 500 Seiten geballte Kritik einen Verlag zu finden?
KM: Erdenklich schwer, da viele Lektoren sich insgeheim zu Höherem berufen fühlen, insbesondere zum Kritiker. Der Wunsch alleine vermag indes die Sachkompetenz nicht zu ersetzen. Besondere Bedeutung in Sachen Erschwernis kam dabei der Selbstbetroffenheit der Lektoren zu, die sich an manchen Stellen selbst übel auf den Schlips getreten fühlten.

sfbasar: Nun wirft man uns Deutschen ja fast weltweit vor, wie seien die ewigen Nörgler und Jammerer. Und tatsächlich möchte man manchmal gut bezahlten Leuten entgegnen, dass sie auf hohem Niveau leben und trotzdem unzufrieden sind. Das Prinzip Prinzessin-auf-der-Erbse. Stimmen Sie diesem Vorurteil zu?
KM: Eine „blonde“ Prinzessin hätte es vielleicht nicht einmal bemerkt, aber schon rein mathematisch geht für viele die monatliche Rechnung nicht auf. Was nützt es, wenn man keine schmutzige Kohle mehr schleppen muss, aber die tolle Gasheizung nicht mehr bezahlen kann? Nicht das Anspruchdenken der Einzelnen an den Lebensstandard ist gewachsen, sondern die finanziellen Ansprüche, die an ihn gestellt werden. Von der Bildung über die Computerisierung bis hin zur Arbeitsplatzmobilität. Für viele Bürger in unserer Gesellschaft ist die Teilhabe daran alles längst unbezahlbar geworden. Und es trifft, von einigen Ausnahmen abgesehen, fast alle, nicht nur die Armen, auch die heutige Mittelschicht. Vor vier Dekaden musste man das 17-fache eines Durchschnittseinkommens erwirtschaften, um dem Einkommenssteuer-Höchstsatz zu unterfallen, heutzutage reicht das 2,5-fache.

sfbasar: Natürlich darf man Korruption, Misswirtschaft, Klüngelei und dergleichen Dinge mehr nicht kleinreden und schon gar nicht ignorieren. Und Sie zeigen ja nicht nur Mängel auf, sondern bieten auch Lösungsvorschläge an. Glauben Sie, dass aus der Riege der Verantwortlichen sich jemand auch nur einen einzigen Ihrer Punkte zu Herzen nimmt?
KM: Privat weiß jeder, was er verbricht. Aber jeder ist in diesem aktiven Verdrängungsprozess sich selbst der Nächste und jeder macht mit im Spiel gegen die Angst. So ähnlich hatten wir das ja schon einmal … Egal, ob in Versicherungen oder Banken, in der Werbung oder in all den Callcentern, ob in der Politik oder der Verwaltung. Jeder bescheißt so gut er kann, entweder direkt für sich oder über den Arbeits- oder Auftraggeber indirekt für sich.

sfbasar: Nun bearbeiten Sie in „Deutschland – Deppenland?!“ mehr oder weniger alles: Politik, Wirtschaft, Militär, Religion. Woher haben Sie die dafür zugrunde liegenden Daten? Aus den Medien? Aus Studien?
KM: Aus Medien, Studien und öffentlichen Statistiken, aus der Gegenüberstellung und Zuordnung dieser Daten, vor allem aber aus anwaltlicher Erfahrung und dem Abgleich des Individuellen mit dem Kollektiven.

sfbasar: Es fällt auf, dass Sie keinerlei Tabellen, Zahlen, Fakten aufführen. Fürchten Sie nicht den Vorwurf, dass Sie dieses oder jenes nur behaupten und nicht belegen können? Wiegt gesunder Menschenverstand Tonnen von – vielleicht absichtlich verwirrendem Zahlenmaterial – auf?
KM: Einer alten Weisheit zufolge sollte man keiner Statistik trauen, die man nicht selbst gefälscht hat. So halte ich es auch. Es geht in der Tat um den gesunden Menschenverstand und damit um das Tendenzielle und nicht um Absoluta. Jeder weiß es, und jeder, der Zahlenspielchen verlangt, hat bereits seine eigenen Fälschungen in der Tasche. Es geht um Gier, nicht um Zahlen. Und ob sie nun von zehn oder zwölf Autos überrollt worden ist, ist für die Leiche auch schon egal.

sfbasar: Ich unterstelle Ihnen ein gerüttelt Maß an hoher Allgemeinbildung, sensibler Aufmerksamkeit und den Scharfsinn, Dinge zu hinterfragen. Aber wie schreibt man so ein Buch? Hat Sie hier die Wut gepackt und Sie haben sich all Ihren Ärger, evtl. auch Frust und Angst von der Seele geschrieben?
KM: Natürlich hat mich die Wut gepackt. Ich habe nicht gerade Schaum vor dem Mund, aber was die deutsche Politik ihren Bürgern zumutet, das ist schon ungeheuerlich. Die Fehler, die „oben“ allüberall täglich fabriziert werden, müssen die ganz „unten“, jeder für sich alleine, Tag für Tag ausbaden. Um die Größenordnung klar zu machen: Circa 90 Prozent der Deutschen weist keine positive Vermögensbilanz aus. Das ist doch mal eine Hausnummer, oder? Als Wirtschaftsanwalt bin ich eigentlich angetreten, um den Kapitalismus und die soziale Marktwirtschaft im Volk zu unterstützen, aber nicht, um ein Unternehmen nach dem anderen abzuwickeln. Aber die Ordnung in diesem Lande sieht vor, dass derjenige, der sich gegenüber seiner eigenen Volkswirtschaft fair verhält, zwangsläufig untergehen muss.

sfbasar: Im Untertitel steht der Hinweis: „… im Lande der Dichter und Denker“. Wenn man Ihr Buch gelesen hat, täglich Nachrichten hört und aus der PISA-Studie erfährt, dass im Durchschnitt jeder Deutsche nur 2,5 Bücher pro Jahr liest, könnte man tatsächlich verzweifeln. Es scheint so, dass immer weniger Menschen wirklich über die Dinge um sie herum nachdenken. Fühlen Sie sich hier einsam und hoffen auf ein kleines Schärflein Mitstreiter?
KM: Die Versäumnisse der Schüler sind in Wahrheit Versäumnisse der Lehrer – sie zeigen sich eben nur bei den Schülern. Und das Verschulden der Erwachsenen ist wohl auch ihrer täglichen Existenzangst zuzuschreiben, der sie mit Verdrängung und Resignation statt mit Aufarbeitung begegnen. Trotzdem bin ich natürlich über jede einzelne Person froh, die sich möglichst unvoreingenommen dem Wohl unseres Landes und seiner Bürger widmet. Leider stellen sie zumeist ihre Fähigkeiten in den Dienst einer Organisation, innerhalb derer sie auf ein schnelles Emporkommen hoffen und so selbst anfällig für „Nettigkeiten“ werden. Ich selbst bin weder Vereinsmeier noch everybodies darling. Als überparteilicher, aber parteiischer Zeitzeuge lasse ich mich – trotz zahlreicher Anfragen – auch vor keinen parteipolitischen Karren spannen. Natürlich hat man mehr Feinde als Fans, wenn man sich in verschiedenen Gebieten mit seiner Kritik austobt und jeder irgendwann mit seinen spezifischen Dummheiten an der Reihe ist. Es ist nun einmal so: Irgendwo trifft man jeden. Weil es einfach so ist, weil das ganze Land mitmacht. Allerdings kann ich nicht in die Rolle des Papstes schlüpfen, der hier zur Exkulpation schreitet, dafür ist es noch viel zu früh. Am Ende stehe ich also zumeist alleine da und ein paar lachende Freunde in der Sache würden mir ganz gut tun.

sfbasar: Wir existieren in einer schnelllebigen Zeit. Oft könnte man meinen, die Zeit rast und die Dinge – meistens die Negativen – überschlagen sich. Die amerikanische Immobilienblase wurde zur Wirtschaftskrise, die Versäumnisse der Vergangenheit, die eigenen Fehler und die unserer europäischen Nachbarn bescheren uns eine hammerharte Finanzkrise, die nicht nur den gesamten Euroraum erfasst, sondern sich wie ein Flächenbrand ausweitet. Müssten Sie nicht schon wieder ein neues Buch schreiben? Die fast täglichen Hiobsbotschaften sind schneller als jede Druckmaschine. Kommen wir mit dem Denken der Realität nicht mehr hinterher?
KM: Heutzutage wird Kompliziertheit mit Kompetenz, Bildung mit Intelligenz, Einfachheit mit Dummheit und Effektivität mit einem Mangel an Intellekt verwechselt. Was will man da erwarten? Im Übrigen haben wir weder eine Finanzkrise noch eine Eurokrise. Dem Euro ist das, was zur Zeit geschieht nämlich völlig egal. Wir haben nur eine Wirtschaftskrise, und zwar da, wo sie in Europa schon immer war. Warum? Weil man wirtschaftlich Äpfel mit Birnen vergleicht und die Birnen nun das Anspruchsdenken der Äpfel angenommen haben. Haben Sie je von irischen, portugiesischen oder griechischen Technik- oder Wirtschaftserfolgen gehört? Warum sollten die sich jetzt einstellen? Wenn die keine Küste, schönstes Urlaubswetter und Tourismus hätten, dann wären die nicht einmal auf der Landkarte. Und die Banken machen dank ihrer, von Lobbyisten eingebrachten, beabsichtigten Gesetzeslücken das Geschäft ihres Lebens. Früher hätte man die beteiligten Politiker samt Bankern wegen Hochverrats an die Wand gestellt. Ansonsten verhalten sie sich wie Kapitalisten. Ein Unternehmer darf zwar sozialistisch denken, muss aber unternehmerisch handeln. Ein Politiker in einem Sozialstaat muss unternehmerisch denken, aber sozialistisch handeln.

sfbasar: Ich bin wahrlich kein Angela-Merkel-Fan, aber ihre bis zu dieser Stunde (15.12.11) noch aktuelle Ablehnung von Euro-Bonds, nach Baroso jetzt „Stabilitäts-Bonds“, scheint mir wie ein vernünftiger Fels in der Brandung. Alle rennen uns Deutschen die Hütte ein und wollen uns in die (finanzielle) Verantwortung für die Schuldenberge der schwachen Euro-Länder nehmen. Was ist Ihre Meinung?
KM: Ich könnte mich totlachen. Erst koppelt man einen Haufen Schwachwährungsländer aneinander in der ebenso dummen wie trügerischen Hoffnung, daraus langfristig eine Starkwährung statt einer Blase zu konstruieren, und dann soll ausgerechnet der hiesige Steuerzahler die miesen wirtschaftlichen Ergebnisse der anderen „Währungspartner“ ausgleichen. Man könnte es fast für einen Scherz halten. Was machen wir denn, wenn sich im Strudel der Ereignisse unsere eigene Leistungskraft erschöpft? Dumm aus der Wäsche gucken?

sfbasar: In so manchen Nachrichten fällt der Passus: „… in der Realwirtschaft“. Ist die Finanzkrise nur ein virtuelles Drama? Aufgeblähte Giga-Umsätze und Gewinne? Spekulativer Unsinn? Warum lassen wir es dann als Volk zu? Sollten wir nicht wie die US-Amerikaner auch eine „Occupy“-Bewegung auf bundesdeutsche Straßen bringen?
KM: Die sogenannte Finanzkrise ist tatsächlich ein virtuelles Drama, allerdings mit verheerenden tatsächlichen Auswirkungen, weil sie ganz reale Zahlungspflichten an die ungefragt Mitwirkenden und regelmäßig Unterlegenen knüpft. Die Logik dahinter: Die Wetten sind mehr als zehn Mal so groß wie die dahinter stehende Realwirtschaft, also sind auch die Wettverluste – weil eben nichts in der gleichen Größenordnung geschaffen wird – so hoch. Klar, dass die Bürger verlieren und die Banken als Initiatoren des Spiels gewinnen. Als Volk lassen wir all diesen Unsinn nur indirekt über die Wahlen und das unperfekte Wahlsystem zu. Die bestechlichen Garanten des großangelegten Betruges sitzen jenseits der Fünfprozentklausel wegen unseres Verhältniswahlrechts immer in unseren Parlamenten, dito in Brüssel. Und die Banken beschäftigen ihre „eigenen!“ Rating-Agenturen nun nicht nur mit der Herabstufung der Unternehmen, sondern gleich ganzer Staaten, um ihre eigenen Zinssätze ins Unermessliche zu treiben – und mit einem fein austarierten System dank bezahlter Politiker die Steuerzahler dafür bluten zu lassen. DAS Geschäft des beginnenden 21. Jahrhunderts. Die „Occupy“-Bewegung ist ja auch längst hierzulande aktiv, ich selbst war nicht selten Gast bei „Occupy-Frankfurt“.

sfbasar: Wenn Sie eine Legislaturperiode Bundeskanzler oder wenigstens Finanzminister wären; welche konkreten Maßnahmen würden Sie veranlassen? Ich bitte um Stichpunkte.
KM: Es ist so erschreckend einfach, ich sehe es geradezu bildlich vor mir. Aber dafür muss man handlungsfähig sein. Zu allererst müsste ein Gesetz seitens des Parlamentes durchgewunken werden, dass die Verknüpfung öffentlicher Ämter mit der Privatwirtschaft unter absolut drakonische Strafen stellte. Und den Rest findet man dann in meinem neuen Sachbuch, welches sich genau mit diesem Thema befasst.

sfbasar: Schreiben Sie an einem neuen Buch? Vielleicht mit dem Titel: „Nach der Weltwirtschaftskrise – Alte Fehler oder neue Wege?“ (Sie dürfen mir gerne diesen Titel abkaufen, haha.)
KM: Womit wir beim o.g. Thema wären. Ja, ein neues Buch zu diesen Themata kommt definitiv. Ich würde den guten Titelvorschlag allerdings in „Nach der Wirtschaftskrise ist vor der Wirtschaftskrise“ umändern. Wobei ich mich in Sachen Weltwirtschaftskrise immer frage, wie man als Nation so dämlich sein kann, sein eigenes, noch dazu mit Steuergeldern gefördertes, technisches Know-how in asiatische Unrechtsstaaten mit Genickschuss-Praktiken für Regime-Gegner zu transferieren? Aber dazu später …

sfbasar: Herr Klaus Müller, ich danke Ihnen für Ihre interessanten Ausführungen und hoffe, dass sehr viele Menschen dieses Interview und Ihr Buch lesen werden. Und sich ihre eigenen Gedanken machen. Herzlichen Dank.
KM: Auch ich bedanke mich für diese recht intelligent gestellten Fragen und erkenne mit Freude, dass sich bereits ein kleines Schärflein Mitstreiter zu entwickeln beginnt.

Copyright © 2011 by Klaus Müller und Werner Karl


Klaus Müller
Deutschland – Deppenland?!
Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Irrungen und Wirrungen im Lande der Dichter und Denker

Medu-Verlag, 2010
Softcover
Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
Umfang 492 Seiten
ISBN 978-3-941955-31-8
Titelbild: Dieter Schütz

www.medu-verlag.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Autor (Verlagsinfo):

Klaus Müller, Jahrgang 1962, ist mit einer Juristin verheiratet, Vater von vier Kindern und lebt und arbeitet nach diversen Tätigkeiten in der freien Wirtschaft seit mehr als 15 Jahren in Frankfurt am Main. Neben seiner früheren Tätigkeit als Seniorpartner in einer im Wesentlichen auf Wirtschafts- und Scheidungsrecht ausgerichteten Rechtsanwaltskanzlei veröffentlichte er Rezensionen in juristischen Fachzeitschriften und ist Autor diverser Buchtitel.

Zum Buch:

Deppenland?! Um es kurz zu machen: Ja, definitiv. Und das bezieht sich nicht auf uns, das Volk – in dem es selbstredend und zweifellos auch genügend Deppen gibt. Aber hier bekommen Vertreter von Politik und Wirtschaft so richtig einen vor den Latz geknallt. Und zwar zu Recht!

Mein Lieblingskapitel VIII 2: „Der Techniktransfer ins Ausland“:
Ich habe selbst in meiner Branche mehrfach Beispiele für bodenlose Dummheit von Management erlebt. Ein Beispiel: Einer der Marktführer eines bestimmten Produktes (das Ich hier leider nicht nennen darf, sonst weiß jeder, was und welche Firma ich meine) hatte in Bayern eine florierende Auftragslage. Top Qualität zu einem gerechtfertigten Preis sicherten über 150 Mitarbeitern Lohn und Brot. Irgendwann Anfang der 80er Jahre verfiel die Firmenleitung auf die geniale Idee Kosten sparen zu wollen und verlegte einen Teil der Kunststoffproduktion in ein osteuropäisches Ausland. Klar, in den ersten Jahren Null Steuern, mickrige Grundstückspreise, Arbeitssicherheit völlig unbekannt und Sklavenlöhne. So wurde produziert. Dass man dazu auch jahrelang Techniker, Meister, Manager und Spezialisten hinüberschicken musste, um dort Tugenden wie Qualität, Effektivität, Termintreue einzuführen, wurde unter den Tisch gekehrt. Von Innovationsfähigkeit und umweltgerechter Produktion einmal ganz zu schweigen. Die Kosten für Reisen, Spesen und Arbeitsausfall in Deutschland für alle die genannten Fachleute wurden nicht in die neuen Produktionskosten einkalkuliert. Man rechnete sich selbst die Zahlen schön.

Bald erkannten die Neueuropäer, dass sie auch Rechte und Ansprüche hatten und die Lohnkosten stiegen. Um es kurz zu machen: Der Betrieb verlagerte in den Folgejahren die Produktion von einem Land in das nächste; immer weiter nach Osten, in immer vermeintlich billigere Länder, schließlich landete er wo? Natürlich in China.

Und jetzt wird´s richtig lustig. Die Chinesen lächelten und übernahmen die Kunststoffteileherstellung. Kurz darauf die saubere Entgratung, danach den Zusammenbau. Immer schön mithilfe der deutschen Fachleute. Nach Jahren wachsender Verlagerung von einem Prozessschritt nach dem anderen nach China fehlte nur noch die abschließende farbige Dekoration. Als auch die – und damit die komplette Herstellung – in China einigermaßen zufriedenstellend lief, passierte Folgendes: Die chinesischen „Partner“ legten dem größten Kunden des ursprünglichen Herstellers ein fertiges Produkt auf den Tisch und sagten, es koste die Hälfte des bisherigen Preises. Die Folge? Der deutsche Mutterbetrieb kämpfte mit drohender Insolvenz und musste ein Drittel der Belegschaft entlassen, nicht „freistellen“ (zum Kotzen das Wort). Und was glauben Sie, wie hat der Kunde reagiert? Na klar, er hat gekauft. Und zwar von den Chinesen!

Wir blöd sind Manager und Politiker, die solche Joint Ventures ermöglichen und um ihren eigenen kurzfristigen Vorteils (scheinbarer politischer Erfolg und Cash-in-die-eigene-Tasche) tagtäglich durchführen?

Fazit

Klaus Müller legt mit gnadenloser und absolut nachvollziehbarer Logik solchen – und anderen – Schwachsinn an vielen Stellen unserer Gesellschaft offen. Und das ohne unverständliche Anglizismen und verschleierndem Wirtschaftsgebabbel. Ein weiteres Müssen-Sie-lesen-Kapitel: VI 7: „Folter als Mittel der Gefahrenabwehr am Beispiel Daschner“

„Deutschland – Deppenland?!“ müsste Pflichtlektüre an allen Gymnasien, Hochschulen und Universitäten sein. Leider wird dies das Kultusministerium zu verhindern wissen. Aber Ihre Wahl dieses Buch zu lesen, kann es nicht verhindern. In vielen Ländern dieser Welt wäre so ein Buch unmöglich. Machen wir täglich drei Kreuze, dass wir bei aller Bemängelung unseres Staates in einer freien Gesellschaft, in einer der besten Demokratien leben können, die dies ermöglicht.

Einen der wenigen Punkte, in dem ich dem Autor nicht zustimmen kann, möchte ich hier nicht unerwähnt lassen. In Kapitel III 8 „Das Leid mit dem geheimen Wahlrecht“. Er stellt eine geheime Wahl gleich mit einer Heckenschützen-Mentalität. Jeder solle für die möglicherweise negativen Folgen seines Wahlverhaltens belangt werden können. Hier irrt er natürlich und beweist damit, dass auch er von Irrungen nicht gefeit ist. Er ist halt auch nur ein Mensch.

Trotzdem würde ich dieses Sachbuch jedem empfehlen, der den täglichen Blödsinn um sich herum beobachtet und am Verzweifeln ist. Sei beruhigt, Unbekannter, es gibt mehr Menschen als dich, die fähig sind, 1 und 1 zusammenzuzählen und sogar ein korrektes Ergebnis erhalten. Und sich nicht von täglichen Nebelkerzen unserer Politiker und Supermanagern eigenes Nachdenken verbieten lassen. Klaus Müller ist so ein Mensch.

Copyright © 2011 by Werner Karl

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

ZUM SFBASAR.DE-PREISRÄTSEL/GEWINNSPIEL: 5 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Klaus Müller – Deutschland – Deppenland?! Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Irrungen und Wirrungen im Lande der Dichter und Denker.

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