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Literatur-Blog

SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Skurrile Geschichten”

Erstellt von Susan Ott am 26. April 2013

“Skurrile Geschichten”

sfbasar.de-Anthologie Band 15

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Liebe Freunde, liebe Besucher, liebe Leser, liebe Community und vor allem liebe Freunde des Bizarren, Schrägen und Absonderlichen. Heute kann ich Euch wieder einen neuen Betrag anbieten, und ich hoffe, dass es Euch wie mir geht. Die Freude, witzige, eigenwillige und schräge Geschichten zu lesen und auch selbst zu schreiben, brachte mich dazu, diese Anthologie zu betreuen. „Skurrile Geschichten“ fasst all jene Erzählungen zusammen, die dem Leser einen nicht zu erwartenden Ablauf, eine nicht alltägliche Beschreibung bieten. Oft ist es auch nur der ungewohnte Blickwinkel. Doch fast immer kann man auch einen Funken Wirklichkeit darin entdecken und so verlässt man diese Geschichten mit einem Lächeln auf den Lippen.

Also liebe Leser, liebe Besucher und liebe Autoren und Community-Autoren, schreibt etwas, von dem ihr glaubt, dass es einen Berührungspunkt dazu gibt, so das Euer Werk in diese Anthologie aufgenommen werden sollte. Neben Prosa und Lyrik nehmen wir gerne auch anderweitige Texte mit in diese Ausgabe, wenn sie in irgendeiner Form dazu passen. Nur Mut, und nun greift zur Feder oder Tastatur, denn wir hoffen auf Eure Unterstützung. Von unseren Lesern und Besuchern der Seite hoffen wir auf Feedback, direkt in dem entsprechenden Beiträgen in Form von kurzen Kommentaren oder auch direkt hier in diesem Editoral, das ebenfalls Raum für jede Menge Kommentare bietet. Das wäre wirklich hilfreich nicht nur für die beteiligten Autoren sondern auch für uns als Herausgeber, damit wir uns ein Bild machen können, was warum gewünscht wird und was nicht und warum nicht, was uns bei weiteren Anthologien helfen kann, die richtigen Themen zu finden. Aber genug der Worte. Lassen wir jetzt die Beiträge zum Themenkreis: “Skurrile Geschichten” sprechen:

500 PFUND KARTOFFELSALAT – Science-Fiction-Story von Werner Karl

BUCHBESPRECHUNG: AUSGELACHT von Steffi von Wolff – Rezenion von Iris Gasper

DAS HERZ DER GALAXIS – Groteske von Anna Breitzke

BUCHBESPRECHUNG: DAS KÄNGURU-MANIFEST Band 2 von Marc-Uwe Kling – Rezension von Yvonne Rheinganz

DIE DAMPFNUDELQUETSCHE – Eine phantastische Erzählung von Günther Kurt Lietz

BUCHBESPRECHUNG: DIE HOLZHAMMER-METHODE von Fredrika Gers – Rezension von Iris Gasper

BUCHBESPRECHUNG: DIE KÄNGURU-CHRONIKEN Band 1 von Marc-Uwe Kling – Rezension von Yvonne Rheinganz

BUCHBESPRECHUNG: DON MARTIN – DIE MAD-WERKE DER ZEICHNERLEGENDE (1956 – 1967) (MAD’s Große Meister 1) – Rezension von Gunter Arentzen

BUCHBESPRECHUNG: FINGER, HUT UND TEUFELSBRUT – SEIFFERHELD  3 von Tatjana Kruse – Rezension von Gunther Barnewald

GÖTTER DES OLYMP – Kurzgeschichte von Susan Ott

BUCHBESPRECHUNG: IMMER ÄRGER MIT OPA von Brigitte Kanitz – Rezension von Iris Gasper

JACK, DAS SOCKENMONSTER – ein unvollendeter Roman von Yvonne Rheinganz

KÖRPERFRESSER – Eine Fantasy-Kurzgeschichte von Barbara Wegener

LOUNGENGEFLÜSTER – Eine Kurzgeschichte von Christa Kuczinski

NEU - MÜTTER BRAUCHEN LANGE ARME! – Eine Shortstory von Petra Weddehage

BUCHBESPRECHUNG: SAUHAXN von Dorothea Böhme – Rezension von Iris Gasper

BUCHBESPRECHUNG: SAG NIEMALS NIE von Dan Wells – Rezension von Yvonne Rheinganz

BUCHBESPRECHUNG: SCHLURI SCHLAMPOWSKI UND DIE SPIELZEUGBANDE von Brigitte Endres – Rezension von Iris Gasper

BUCHBESPRECHUNG: VERFRESSEN, SAUSCHNELL, UNKAPUTTBAR. Das phantastische Leben der Kakerlaken von Hannes Sprado – Rezension von Werner Karl

BUCHBESPRECHUNG: VOM LIEBESLEBEN DER STECHPALME von Maria Kolenda – Rezension von Sandra Stockem

BUCHBESPRECHUNG: WER HIER STIRBT, IST WIRKLICH TOT von Maximo Duncker – Rezension von Iris Gasper

ZEIT ZU GEHEN – Shortstory von Susan Ott

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Susan Ott

Bildrechte: Coverillustration “SkurileGeschichten1.jpg ” (SKURILE GESCHICHTEN-SPIRALE-20110114083935-8edac2f8) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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NEW EDEN – Fantasy-Kurzgeschichte von Susan Ott

Erstellt von Susan Ott am 15. Januar 2013

NEW EDEN

Fantasy-Kurzgeschichte

von

Susan Ott

„Frühstück! Kommt, beeilt euch!“

Wie jeden Morgen rief Katrin ihre Familie zusammen. Sie bestand auf gemeinsame Mahlzeiten am Morgen und Abend. „Wer möchte was? Rind, Schaf, Kalb, Ziege, Mensch?“

„Mensch“, rief Clarissa, und die übrigen Mitglieder der Familie schlossen sich an.

Katrin verteilte die Konserven. „Das war der Rest. Nach der Arbeit werde ich bei der Blutbank vorbeischauen müssen. Habt ihr eure Schulsachen gepackt?“

Mit vollem Mund nickten beide Kinder.

Endlich erschien auch das Familienoberhaupt. Mit einem „Hallo Schatz“ begrüßte sie ihn. „Frühstückst du mit uns, oder soll ich dir deine Beutel einpacken?“

„Bin leider spät dran. In dreißig Minuten findet eine Videokonferenz mit den Werwölfen in Südafrika statt. Kann heute später werden.“

Er griff nach der Lunch Box mit der Blutkonserve und stürmte aus dem Haus.

„Warum zankt ihr euch schon wieder?“ fragte Mutter ihre Sprösslinge, die sich wütend ansahen.

„Clarissa hat ´nen neuen Freund. Einen Werwolf! Das ist ein absolutes No-go! Werwölfe stinken, wenn sie nass werden!“

„Da musst du grade deinen Senf dazu geben. Hab dich letztens mit dieser Busfahrerin gesehen. Zombie. Der ist doch tatsächlich während der Arbeitszeit das Ohr abgefallen. Wie peinlich ist das denn? Wie viel muss die eigentlich im Monat für den Schönheitschirurgen ausgeben?“

„Zankt euch nicht, Kinder! Was haben Vater und ich euch beigebracht? Keine Streitereien am Frühstückstisch! Und, hey, auseinander! Nicht beißen! Beeilt euch lieber, sonst verpasst ihr den Bus!“

Die Mutter seufzte erleichtert, als die Kinder ihre Schultaschen nahmen und das Haus verließen. Nun musste sie sich selbst beeilen. Ihr Kollege Ralf, anders als sie ein Mensch, wollte sie zur Arbeit mitnehmen und würde in wenigen Augenblicken mit dem Auto vor dem Haus stehen. Sie überprüfte noch einmal Make-up und Kleidung, griff nach dem Aktenkoffer und erreichte kurz vor Ralfs Ankunft die Auffahrt.

„Du wirkst heute ein wenig nervös“, meinte sie, als sie sich neben ihn setzte.

„Katrin, ich weiß auch nicht, was heute mit mir los ist. Seit ich aufgestanden bin, plagen mich merkwürdige Angstattacken!“

„Wegen der Revision? Wir haben doch gestern alles noch mal überprüft. Die Firma muss sich absolut keine Sorgen machen!“

„Keine Ahnung, ob es die Revision ist. Ich habe Angst, fühle mich irgendwie verloren und bin bereit, jeden Augenblick die Flucht zu ergreifen!“

„Die Flucht? Vor wem? Vor der Arbeit?“

Katrin grinste schelmisch. Sie fühlte sich seltsam beschwingt. Und Ralf duftete heute besonders köstlich. Seine pulsierende Halsschlagader zog sie magisch an. Sie stellte sich vor, wie sie ihre Zähne in das weiche Fleisch … Stopp! Wie kam sie nur auf solche Gedanken?

„Halt bitte an“, rief sie mit sich überschlagender Stimme. „Sofort!“

Irritiert bremste Ralf. „Was ist denn los? Wir sind doch gleich da. Nur noch zwanzig Meter!“

Doch Katrin hatte schon die Beifahrertür aufgerissen und sprang aus dem Wagen.

Die frische Luft ließ sie zur Besinnung kommen. „Fahr allein weiter“, rief sie. „Ich geh die letzten Meter! Los!“

Sie hielt den Atem an, weil sie wegen Ralfs Geruch keinen weiteren Anfall bekommen wollte. Was war nur mit ihr los? Sie fuhr doch schon seit Jahren mit ihm zur Arbeit.

Gedankenverloren blickte sie seinem Wagen nach, der wenige Meter vor ihr in das Parkhaus neben dem Bürogebäude fuhr, in dem sie beide arbeiteten.

Katrin griff nach ihrem Handy. Sie musste den Notfalldienst informieren. Doch sie hörte nur das Besetztzeichen. Sie versuchte es wieder und wieder. Dann bemerkte sie, dass der Stadtbus direkt neben ihr hielt und einige Menschen ausstiegen. Katrin blickte auf, als sie deren wunderbaren Geruch wahrnahm, und sie sah Panik in ihren Augen.

Außerdem spürte sie ein unangenehmes Kribbeln auf der Haut, das immer unerträglicher wurde. Die Sonne! Sie vertrug das Sonnenlicht nicht mehr! Entsetzt rannte sie in den Schatten des Bürohauses.

Wieder versuchte sie, den Notruf zu erreichen, ließ das Handy aber sinken, als sie ein furchtbares Spektakel zu sehen bekam. Einige Meter von ihr entfernt verfolgte ein Zombie mit vorgestreckten Armen einen Menschen, der offenbar um sein Leben rannte. Der Wind trug dessen Duft zu ihr und sie wollte sich am liebsten auf ihn stürzen, konnte sich aber gerade noch zurückhalten.

Von überallher drangen nun Schreie an ihre Ohren, und sie sah vor wild gewordenen Zombies und Werwölfen flüchtende Menschen. Dann klingelte ihr Handy.

„Liebling! Geht es dir gut? Der Stadtrat hat gerade über die Medien verbreitet, dass der Aktivschirm über der Region zusammengebrochen ist! Offenbar haben militante Ghuls einen terroristischen Anschlag verübt! Alle Geister sind ausgefallen. Niemand weiß, wann sie wieder einsatzfähig sein werden! Und niemand ist mehr sicher!“

„Ich stehe immer noch im Schatten des Bürogebäudes, in dem ich arbeite. Ich kann hier nicht weg. Die Sonne … Hier ist momentan der Teufel los!“

Angewidert drehte sie sich zur Seite, als ein Zombie wenige Schritte neben ihr einen Menschen zerfetzte und sich genüsslich die Eingeweide einverleibte. Dann hörte sie wieder die Stimme ihres Mannes.

„Rühr dich nicht vom Fleck! Ich lasse dich von einem Spezialfahrzeug abholen! Und, keine Sorge. Die Kinder sind schon in Sicherheit! Sind grade hier eingetroffen!“

Katrin atmete auf und begann zu schnüffeln. „Bis gleich!“, brachte sie noch hervor, ehe sie auflegte. Dieser köstliche Menschengeruch ganz in ihrer Nähe! Einfach unwiderstehlich! Unmittelbar hinter der Tür, an die sie sich lehnte, um dem zerstörerischen Sonnenlicht zu entgehen, stand ein Exemplar der Spezies homo sapiens. Sie hörte dank immer feiner werdender Sinne, wie sein Blut rhythmisch in den Adern pulsierte, drehte sich langsam um und sah nun die warme, schmackhafte Mahlzeit hinter der Tür. Die war für sie, obwohl metallen, kein Hindernis, und schon war sie bei ihrer Beute. Die schrie angsterfüllt, war aber unfähig, sich zu bewegen und lehnte an der Wand. Schritt für Schritt ging sie auf den Menschen zu. Kostete die Angst, die dem Opfer aus allen Poren zu tropfen schien. Dann stand sie direkt vor ihm. Es war ein kleiner, etwas dicklicher Mann, den sie oft gesehen hatte. Ah! Sie erinnerte sich! Vor ihr stand der Paketbote!

Sie war jetzt von Sinnen, wollte nur noch ihre spitzen Zähne in seinen Hals schlagen. Schon setzte sie zum tödlichen Biss an, als das Geräusch quietschender Reifen ihre Konzentration störte. Sie drehte sich zur Straße und erkannte eine schwarze Limousine mit dunkel getönten Scheiben, die vor dem Bürohaus zum Stehen gekommen war. Zwei Vampire mit Atemmasken sprangen heraus und stürmten auf sie zu.

Ein zorniges Knurren drang aus ihrer Kehle. Wollte ihr jemand die Mahlzeit wegnehmen?

Da waren die beiden Vampire auch schon bei ihr. Katrin wehrte sich vehement, als sie vom Paketboten weggezerrt und ihr eine Atemmaske aufgesetzt wurde, doch dann kam sie zur Besinnung. Voller Reue und Scham wollte sie sich beim Fast-Opfer entschuldigen, doch das wollte nur noch so schnell wie möglich weg von ihr.

Bedrückt setzte sie sich ins Fahrzeug, das sofort losfuhr. Immer wieder musste der Fahrer Menschen, Zombies und Werwölfen ausweichen, die über die Straßen jagten.

Schließlich erreichten sie die Stadtmitte und damit den Komplex des inneren Schirms. Katrin sah eine Rauchwolke an der Kuppelstelle, wo die Geister normalerweise ihrer Tätigkeit nachgingen.

Der Wagen fuhr in die Tiefgarage, und Augenblicke später erreichte sie mit dem Fahrstuhl die Etage, auf der ihr Mann arbeitete. Man hatte ihn informiert, dass sie angekommen war, und so lief er ihr schon entgegen, als sich die Fahrstuhltüren öffneten.

„Zum Glück ist dir nichts geschehen. Komm. Die Kinder sind in meinem Büro.“ Liebevoll nahm er sie in seine Arme und führte sie dann den Flur entlang.

„Geht es euch gut?“, rief Katrin aufgeregt, als sie ihre Kinder sah.

„Clarissa, hast du etwa einen Menschen angefallen?“ Ihr Blick fiel auf den blutverschmierten Mund ihrer Tochter.

„Blutkonserve. Ziege“, antwortete die mit vollem Mund und wies mit dem Kopf auf Vaters Schreibtisch, wo ein fast leerer Beutel herumlag.

Erleichtert nahm Katrin ihre Kinder in die Arme.

„Wie konnte das nur passieren?“ Erwartungsvoll sahen die drei den Vater an.

„Wir wissen schon, dass sich heute vor Sonnenaufgang eine Gruppe Ghuls Zutritt zum Gebäude verschafft hat. Die Fanatiker sind in die Kuppel eingedrungen und haben das Vakuum zerstört, in dem die Geister leben. Die haben vergeblich versucht, die Kuppel zu schließen, und so gibt es zurzeit weder die das Zusammenleben unserer Arten garantierende Kraft noch den Schirm, der die für uns tödlichen UV-Strahlen abhält! Den Rest habt ihr ja selbst miterlebt. Die Kuppel ist mittlerweile wieder geschlossen und es wird alles unternommen, um die Geister wieder aufzuwecken. Ein schwieriges Unterfangen.“

Sein Telefon klingelte.

„Müller“, meldete er sich. Danach lauschte er einige Augenblicke dem Anrufer. „Verstehe. Danke für die Information.“ Er legte auf.

„Der UV-Schirm ist wieder aktiv. So, wie es aussieht, kommen auch die Geister langsam wieder zu sich. Was für ein Tag … Kommt, lasst uns in die Kantine gehen! Ich hab langsam Durst!“

„Die haben aber nur Ziege. Der Lieferant ist heute nicht gekommen“, rief Clarissa.

„Besser als Nichts“, antwortete ihr Vater, und gemeinsam gingen sie den Flur zum Kantinenraum hinunter.

Am späten Nachmittag bemerkten sie, dass ihre Gier nach frischem Menschenblut nachließ. Als Vaters Telefon klingelte, wussten sie bereits, dass die Geister wieder aufgewacht waren und ihrer Tätigkeit nachgingen. Sie konnten heimfahren.

Als sie das Parkhaus verließen, bot sich ihnen ein grauenvoller Anblick, Überall war Blut und lagen Leichenteile herum. Ein älterer Werwolf bemühte sich, die Blutung am Hals eines am Boden liegenden Menschen zu stillen und winkte den Rettungswagen herbei, der mit hoher Geschwindigkeit auf ihn zusteuerte.

Vor ihrem Haus stand ein junger Werwolf, der vor Freude über beide spitzen Ohren strahlte, als er Clarissa unversehrt aus dem Auto steigen sah. Sie rannte auf ihn zu und warf sich ihm in die Arme.

„Bernd! Dir ist nicht passiert! Gott sei Dank!“, rief sie immer wieder.

„Als wir merkten, dass etwas nicht in Ordnung war, begab sich unsere gesamte Familie in den Keller und ließ sich dort vom Nachbarn einschließen. Er ist ein Mensch, und wir mussten uns keine Sorgen machen, dass er uns herauslassen würde. Erst, als der Stadtrat Entwarnung gegeben hatte, schloss er den Keller wieder auf. Ich bin sofort hierher gelaufen.“ Weiter kam er nicht, weil Clarissa ihren Mund fest auf seinen presste.

„Bleibst du zum Abendessen?“, fragte Katrin. „Es ist aber nur Rind, Schaf, Kalb und Ziege da. Mensch ist aus, bin nicht zum Einkaufen gekommen, was du sicher verstehst!“

„Zu Schaf sag ich nicht Nein!“, antwortete Bernd, als er sich endlich von Clarissa und ihren stürmischen Küssen lösen konnte. Und zusammen traten Vampire und Werwolf ins Haus, um sich von den Aufregungen der letzten Stunden zu erholen.

- Ende -

Copyright (C) 2013 by Susan Ott

Bildrechte: Untot – Wiedergänger-, Gespenster-, Geister- & Zombiegeschichten” (Zeichnung untot.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

Bildrechte: Untot – Wiedergänger-, Gespenster-, Geister- & Zombiegeschichten” (Zeichnung untot.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Untot – Wiedergänger-, Gespenster-, Geister- & Zombiegeschichten” (Originaltitel: UNTOT – LB.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Buchtipp der Autorin:

Schockstarre #5 [Kindle Edition]
H.L. WEEN (Autor), Barbara Wegener (Autor)

Dateigröße: 164 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 34 Seiten
Verlag: Satzweiss (30. November 2012)

ASIN: B00AFVI092
Titel bei amazon.de

Marias Alptraum könnte schrecklicher nicht sein. Der Gottseibeiuns vergewaltigt sie und hinterlässt auf ihrem Bettlaken eine riesige Blutlache. Ist er aber auch der Vater des Kindes, das die Ballettschülerin bald darauf erwartet? Der von den Mayas prophezeite Weltuntergang am 21. Dezember 2012 ist Ausgangspunkt der Horrorgeschichte The Time After von Barbara Wegener. Die Autorin schildert eindringlich das Schicksal einer Gruppe Überlebender, die mit Mutanten, Monstern und den Folgen atomarer Verstrahlung zu kämpfen haben. Für einen kranken alten Mann heißt es in der gleichnamigen Short Story Abschied vom Leben nehmen. Und dass mit der Freilassung eines Entführungsopfers der Schrecken noch nicht vorbei sein muss, schildert die letzte Geschichte in dieser Folge des Serials Schockstarre .

Auch lieferbar über Weltbild.de


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ZEIT ZU GEHEN – Shortstory von Susan Ott

Erstellt von Susan Ott am 18. Januar 2012

ZEIT ZU GEHEN

Shortstory

von

Susan Ott

Schon wieder dieser fürchterliche Lärm. Können die nicht einmal Rücksicht nehmen? Klar. Ich bin nur ein Untermieter. Noch dazu mit einem befristeten Mietverhältnis.
Aber, muss das sein?

Warm ist die Wohnung ja. Aber ich habe das Gefühl, dass der Raum immer enger wird.
Naja, ich habe hier freie Kost und Logis. Sogar eine Art Pool ist vorhanden, in dem ich mich die ganze Zeit aufhalte.

Aber ich habe keinen Einfluss auf das servierte Essen. Was ich gestern Abend vorgesetzt bekommen habe… Ich sollte wirklich bald ausziehen.
Und jetzt hat jemand draußen auch noch eine fürchterlich helle Lampe angemacht.

Das ist Folter.
Mir reicht es nun endgültig.
Ich will hier raus!

Bisher habe ich noch keine Tür in meiner Behausung entdeckt. Und drehen kann ich mich nicht mehr. Der Raum ist viel zu eng. Seit heute morgen kommen die Wände ständig näher und dehnen sich dann wieder aus. Das ist eine Zumutung!

Da!
Eine Öffnung!

Sie ist zwar nur sehr klein, fast winzig, aber ich werde versuchen mich hindurchzuquetschen.
Wieder stoßen diese dummen Wände mich an.

Vorsicht, die Ohren. Ha! Mit dem Kopf bin ich durch.
Was ist das?

Oh, Mann. Hier ist es ja noch enger. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Ordnungsamt solch einen Notausgang genehmigt.

Also weiter.  Und dunkel ist das hier. Irgendwo muss es doch hier raus gehen.

Ah. Da vorne ist Licht. Also weiter.

Autsch! Meine Schultern. Ich glaub, ich muss mich etwas drehen.

Ja. So geht’s.
Jetzt geht’s leichter. Da drückt einer von hinten.
Oh! Mit dem Kopf bin ich durch. Der Rest kommt nach.

Geschafft. Hab meine Unterkunft verlassen.

„Wääääääh!“

Toll. Ich kann Töne von mir geben.

„Wäääääh!“

Kalt. Es ist kalt hier. Ich will wieder zurück! Wo geht’s wieder rein?

Mist. Da trägt mich einer von meiner Wohnung weg.

„Wääääh!“

Jetzt lieg ich auf etwas weichem. Wo bin ich? Was ist das?
Den Herzschlag kenn ich doch. Den hab ich in den letzten Monaten ständig gehört.

Ist ja doch nicht so schlecht hier.

Da schaut mich jemand an.

Diese Augen! Ich hab mich verliebt.

Mutti!

Hier bleib ich. Hier fühl ich mich wohl.

Welt, ich bin da! Ich werde dich erobern!
Aber nicht jetzt.

Morgen.

Jetzt bin ich müde…

Copyright © 2012 by Susan Ott

Bildrechte: “Skurrile Geschichte” (SKURILE GESCHICHTEN-SPIRALE-20110114083935-8edac2f8.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Skurrile Geschichte” (Originaltitel: 20110114083935-8edac2f8.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Buchtip der Autorin:



Janus, Ludwig
Der Seelenraum des Ungeborenen

Pränatale Psychologie und Therapie

Verlag :      Patmos-Verlag der Schwabenverlag AG
ISBN :      978-3-8436-0057-6
Einband :      kartoniert
Preisinfo :      14,90 Eur[D] / 15,40 Eur[A] / 21,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang :      ca. 240 S. – 2,0 x 1,3 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      2. Aufl. 31.05.2011

Erkenntniss der Pränatalen Psychologie zeigen, dass Ungeborene über ein eigenständiges elemantares Gefühlsleben verfügen und die Zeit der Schwangerschaft sowie der Geburt affektiv miterleben. Ludwig Janus präsentiert die neuesten Forschungsergebnisse der Pränatalen Psychologie, die immer mehr bestätigen, dass vorgeburtliche Erlebnisse einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung und das spätere Leben eines Menschen haben können. Der Autor zeigt dabei anschaulich, wie die Kenntnisse der Prä- und Perinatalen Psychologie für die psychotherapeutische Behandlung nutzbar gemacht werden können.

Dr. med. Ludwig Janus ist Psychoanalytiker und ärztlicher Psychotherapeut in eigener Praxis in Heidelberg seit 1975, außerdem Lehranalytiker am Institut für Psychoanalyse Frankfurt. Zahlreiche Veröffentlichungen von ihm widmen sich vor allem der pränatalen Psychologie und der Psychohistorie.

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ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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KORREKTURBUTTON – Eine Kurzgeschichte von Susan Ott

Erstellt von Susan Ott am 20. Oktober 2011

KORREKTURBUTTON


Eine Kurzgeschichte

von

Susan Ott


Der Tyrannosaurus Rex stand seinem Opfer gegenüber. Nichts konnte den Saltasaurus mehr retten. Das Tier war verletzt. Blut rann aus einer großen Fleischwunde am linken Hinterbein auf das satte Grün zu seinen Füßen. Todesmutig wandte er sich seinem Feind entgegen. Doch der Tyrannosaurus Rex wartete ab.

Er hatte Zeit. Der Blutverlust würde sein Opfer dahinraffen und er musste nicht unnötig Energie aufwenden, um ihn zu töten.

Doch die Mahlzeit sollte ihm versagt bleiben.

Im Asteroidengürtel des Sonnensystems waren zwei riesige Asteroiden aufeinander geprallt und hatten sich gegenseitig zerschmettert. Bruchstücke dieser Asteroiden rasten auf die inneren Planeten zu. Eines dieser Bruchstücke, mit einem Durchmesser von zehn Kilometern, erreichte den Planeten Erde.

Einer zweiten Sonne gleich jagte der riesige, glühende Meteorit durch die Atmosphäre und schlug hinter der nahen Hügelgruppe ein.

Eine gewaltige Explosion vernichtete sofort alles Leben in weitem Umkreis. Auch die beiden Dinosaurier wurden nicht verschont.

Die Explosion schleuderte gewaltige Mengen Staub in die Atmosphäre und verdunkelte den Himmel für lange Zeit.

Die meisten Lebewesen hatten keine Chance, diese Katastrophe und ihre Folgen zu überleben.

Nachdem der Himmel sich wieder geklärt hatte, übernahmen Säugetiere die Herrschaft über das Land. Jahrmillionen herrschte ein Gleichgewicht zwischen den Arten.

Dann aber tauchte der Mensch auf.

Er vermehrte sich, machte sich Land, Wasser, Tier- und Pflanzenwelt Untertan und veränderte den Planeten in kürzester Zeit.

Tier- und Pflanzenarten wurden ausgerottet, Wasser, Luft und Erde verseucht.

Die Menschen schickten sich an das Weltall zu erobern, als…

„Hab ich dir nicht gesagt, dass du am Weltengenerator nichts zu suchen hast? Ab in dein Zimmer! Was hast du da nur wieder angestellt? Oje, der schöne Planet!“

„Aber Mutti. Die Dinosaurier waren so langweilig. Mit den Menschen ist es viel interessanter.“

„Menschen! Schau nur, was sie aus dem Planeten gemacht haben. Ich sagte, du sollst auf dein Zimmer!“

Seufzend setzte sich die Mutter vor den Weltengenerator. Mit flinken Fingern gab sie Befehle ein und drückte schließlich zufrieden den Korrekturbutton.

Eine andere Szene war auf dem Monitor vor ihr zu sehen. Keine zerstörte Natur mehr.

Der Tyrannosaurus Rex stand seinem Opfer gegenüber. Nichts konnte den Saltasaurus mehr retten. Das Tier war verletzt. Blut rann aus einer großen Fleischwunde am linken Hinterbein auf das satte Grün zu seinen Füßen. Todesmutig wandte er sich seinem Feind entgegen. Doch der Tyrannosaurus Rex wartete ab.

Er hatte Zeit. Der Blutverlust würde sein Opfer dahinraffen und er musste nicht unnötig Energie aufwenden, um ihn zu töten…

-Ende-

Copyright © 2011 by Susan Ott

Kaufempfehlung der Autorin:


Weinhold, Angela
Wieso? Weshalb? Warum? 55: Wir erforschen die Dinosaurier

Im Buch blättern

Illustriert von Weinhold, Angela
Verlag :      Ravensburger Buchverlag
Website: http://www.ravensburger.de
ISBN :      978-3-473-32856-7
Einband :      Spiralbindung
Preisinfo :      12,99 Eur[D] / 13,40 Eur[A] / 22,90 CHF UVP
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Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 09.09.2011
Seiten/Umfang :      16 S., durchg. farb. Ill. u. Text, mit Klappen u. Ausklappseite – 27,8 x 24,5 cm
Produktform :      B: Spiralbindung
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 01.06.2011
Gewicht :      548 g

Aus der Reihe :      Wieso? Weshalb? Warum? 55

Medien :
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Dinosaurier sind seit jeher die unangefochtenen Helden in vielen Kinderzimmern. Sie faszinieren durch enorme Größe, ungewöhnliches Aussehen und nicht zuletzt ihr rätselhaftes Aussterben. Basierend auf dem aktuellen Forschungsstand beantwortet dieses Buch die brennendsten Kinderfragen rund um die beliebten Urzeitgiganten und deren Erforschung: Was fraßen die Dinos? Wie jagten sie ihre Beute? Und wie kamen sie ins Museum? Beeindruckende Klappeneffekte holen die Urzeit zurück ins Kinderzimmer.

Die Illustratorin und Autorin Angela Weinhold wurde 1955 in Geesthacht, Kreis Lauenburg, geboren. Im Alter von 19 Jahren ging sie an die Folkwangschule Essen, an der sie bis 1980 Visuelle Kommunikation studierte. Die Buchillustration gehörte zu ihren Schwerpunktthemen. Seit über 20 Jahren illustriert sie nun freiberuflich Kinder-, Jugend- und Schulbücher. Ihre Begeisterung für fremde Länder und Kulturen zeigt sich in ihren Büchern. Ihre Freizeit verbringt Angela Weinhold gerne in ihrem Garten. Zudem interessiert sie sich für die Bildhauerei, ist stets auf der Suche nach neuen Kochrezepten und reist gerne durch die fünf Kontinente dieser Welt. Angela Weinhold lebt in Essen.

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MAGIE – Leseprobe von Susan Ott

Erstellt von Susan Ott am 20. Juli 2011

M A G I E

Leseprobe

von

Susan Ott

Mir war bewusst, dass er mich vernichten würde, sobald er Gelegenheit dazu hätte. Noch drängten wir zusammen in vollkommener Harmonie, gemeinsam mit  unzähligen Elementarteilchen wabernd in einem Urbrei und sorgten für den Zusammenhalt.

Aber es war abzusehen, dass die Katastrophe nicht lange auf sich warten lassen würde. Unsere Existenz währte nun schon 10^-53 Sekunden. Genug Zeit also für ihn, seine Pläne für die Alleinherrschaft  in dem nun bald neu entstehenden Universum zu schmieden.

Ich spürte die Kräfte, die an mir zerrten, als die vier Naturkräfte entstanden und sich der kleine Punkt, der uns bisher eine Heimstatt war, blitzartig ausdehnte. Zunächst verschwanden fast alle Materieteilchen, da die sich im Urbrei befindlichen Quarks fast alle ihre Opponenten, die Anti-Quarks fanden und mit einem Aufflackern gleißende Helligkeit aufhörten zu existieren. Aber einige Quarks konnten der Vernichtung entgehen, schlossen sich zu Protonen und Neutronen zusammen. Sie fanden schließlich mit den Elektronen zusammen und das Universum wurde durchsichtig.

Das Universum dehnte sich weiter aus, Teilchen verschmolzen, schlossen sich zusammen, drifteten wieder auseinander, es entstanden größere Atome und im Laufe der Zeit Zusammenschlüsse verschiedenster Moleküle. Die Zusammenschlüsse wurden größer, es bildeten sich Sonnen, um die Planeten kreisten und ich floh während dieser Zeit stets im Schatten dieser neu entstehenden Gebilde.

Mein Gegenpart wurde, genauso wie ich, vom Zentrum des neu entstandenen Universums weggeschleudert. Ich spürte seine Nähe, spürte den Willen auf mich zu treffen. Im Gegensatz zu den Quarks und Antiquarks würden aber bei diesem Zusammentreffen nicht beide Seiten in strahlendem Glanz vergehen. Der Sieger würde hier überleben.

Ich wollte ihn nicht vernichten. Er war ein Teil von mir gewesen. Ich liebte ihn. Ich liebte ihn, trotz des Hasses, der wie eine gewaltige Welle von seiner Existenz ausstrahlte.

Wir hatten die gleichen Fähigkeiten, waren gleich stark und gleich schnell. Aber ich würde nicht immer vor ihm fliehen können. Ich musste mir eine andere Strategie überlegen.

In einiger Entfernung erschien wieder eine kleine Sonne. Ich hielt auf sie zu.  Wieder einmal eine kleine Abwechslung in der unendlichen Leere des Universums.

Ein Planet, der diese Sonne umkreiste, erregte meine Aufmerksamkeit. Seine Materie war älter, als die der Sonne. Sie stammte von explodierten Roten Riesen, deren kosmischer Staub sich verdichtete und zusammenballte. Die Anziehungskraft der Sonne hatte die weißglühende Kugel schon vor längerer Zeit eingefangen und nun umkreiste sie den Stern in einer stetigen Bahn.

Mittlerweile war der Planet an der Oberfläche abgekühlt. Aus seinem Innern stiegen Dämpfe empor, die kochende Meere bildeten. Starke elektrische Entladungen trugen dazu bei, Aminosäuren und Nucleotide entstehen zu lassen.

Dieser Planet würde Leben entwickeln.

Eine Idee stieg in mir auf.

Wenn es mir nicht gelang, meinem Bruder durch den Raum zu entkommen, warum dann nicht durch die Zeit?

Der Planet vor mir war prädestiniert Leben zu entwickeln.

Die Sonne schleuderte dem Planeten einen gewaltigen Plasmastrom entgegen.

Das war die Gelegenheit, auf die ich gewartet hatte.

Durch den gewaltigen Anstieg von Protonen, Elektronen und Alphateilchen verborgen, sammelte ich meine magischen Kräfte und begann eine Reise durch die Zeit.

Australopithecus africanus

Beinahe wäre ich in die Tiefe gestürzt, als mein Bewusstsein in den Körper des Weibchens eintrat. Krampfhaft hielt ich mich am dicken Stamm des Baumes fest, auf dem der Körper bis vor wenigen Augenblicken geschlafen hatte.

Es war noch Nacht, aber die leichte Andeutung von Helligkeit kündigte den nahen Beginn des Tages an.

Ich durchforschte das Gedächtnis meiner Wirtin.

Die Gruppe, in der sie lebte, bestand aus 6 Geschöpfen. Allerdings bestanden verwandtschaftliche Beziehungen zu anderen, in der nähe lebenden, Gruppen.

Geführt wurde ihre Gruppe von ihrer Mutter, was ihr selbst eine relativ hohe Stellung einbrachte.

Die Geschöpfe verbrachten fast den gesamten Tag auf ihrem Baum und verließen ihn lediglich, um am nahen Fluss zu trinken. Der Weg dorthin war nicht sehr weit, barg aber große Gefahren. Unzählige Raubtiere warteten nur darauf, sie fressen zu können.

Ich zuckte zusammen, entspannte aber sofort wieder und ein wohliger Laut drang aus meiner Kehle. Das Weibchen neben mir war auch aufgewacht und begann meinen Körper nach Ungeziefer abzusuchen.

Ich fand im kleinen Gehirn des Geschöpfes die Information, dass dieses Verhalten den Gruppenzusammenhalt stärken soll und meine eigene höhere Stellung in der Gruppenhierarchie widerspiegelte.

Und dann fand ich noch etwas. Sehr schwach, aber es war vorhanden.

Dieses Geschöpf, in dem sich nun mein Geist befand, verfügte über magische Kräfte. Das war wohl der Grund, warum mein Geist gerade diesen Körper gewählt hatte.

Mittlerweile war die Sonne über der weit entfernten Hügelkette aufgegangen und beleuchtete  eine weite Ebene mit einer geschlossenen Krautschicht, die von Zeit zu Zeit von einzelnen, weit ausladenen Bäumen durchbrochen wurde.

Ich drehte mich um und erkannte einige Kilometer entfernt einen dichten Regenwald, aus dem laute Rufe und Schreie zu mir herüber drangen.

Die übrigen Mitglieder der Gruppe waren nun auch erwacht und die Anführerin machte sich bereit den Baum zu verlassen, um am nahen Fluss zu trinken. Die Gruppe folgte ihr.

Auf allen Vieren, die Arme dabei zu Hilfe nehmend, näherten wir uns dem dichten Schilfgürtel, der den Fluss umgab. Die ersten Mitglieder der Gruppe waren bereits in dem hohen Schilf nicht mehr auszumachen.

Ich selbst blieb kurz vor dem Schilfgürtel stehen. Es behagte mir nicht, mich in diese dichte Pflanzenwand zu begeben. Ich würde Feinde nicht erkennen können, wenn ich, dicht über den Boden gebeugt, dem Fluss entgegen strebte.

Ich richtete sich auf. Es war ein seltsames Gefühl, sich nur mit den Beinen fortzubewegen. Immer wieder musste ich meinen Körper ausbalancieren, um nicht hinzufallen. Nach kurzer Zeit hatte ich aber den Körper unter Kontrolle und trat in den Schilfgürtel. Die Pflanzen reichten mir bis zur Schulter. So schritt ich, mich immer wieder nach Fressfeinden umsehend, dem Fluss entgegen.

Die Gruppe stillte bereits ihren Durst und einige Artgenossen blickten kurz auf, als sie die ungewöhnliche Fortbewegungsart bemerkten, achteten dann aber nicht weiter auf mich. Nur die Mutter meiner Wirtin, die ihren Durst bereits gestillt hatte, betrachtete mich interessiert.

Sie schien nachzudenken. Die dicken Wülste über ihren Augen zogen sich zusammen. Dann entspannte sie sich. Sie hatte verstanden.

Ungeschickt hin und her wankend, richtete sie sich auf. Nun war auch das Interesse der Gruppe geweckt. Einer nach dem Anderen erhob seinen Körper. Zunächst bereitete es einigen Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten. Zwei Weibchen versuchten, mit gebeugten Knien den Oberkörper aufrecht zu halten. Ein halbwüchsiges Weibchen hatte besondere Schwierigkeiten, die Schwerkraft zu überwinden.

Ich überdeckte mir meiner weißen Magie die Gruppe. Ich spürte, dass das Gehirn meiner Wirtin ein, wenn auch nur geringes Maß, an Umfang gewann. Auch die Gehirne der übrigen Gruppenmitglieder wuchsen.

Gemeinsam und stolz aufrecht gehend, kehrten wir zu unserem Baum zurück.

Schon nach wenigen Tagen bereitete der aufrechte Gang keine Schwierigkeiten mehr. Die Gruppe hatte erkannt, dass er viele Vorteile bot. Zunächst einmal konnte man die Savanne weiter überblicken. Ein junges Männchen wagte sich sogar, aufrecht gehend, weiter in den Fluss hinein und war so in der Lage, frische grüne Schilfblätter zu sammeln und ans Ufer zu bringen.

Die langen Finger der Hände eigneten sich nun, da sie nicht mehr zum Gehen benötigt wurden, hervorragend zum Tragen von Nahrung und zur Verteidigung.

Wir saßen in den frühen Morgenstunden auf unserem Baum und beobachteten Aasfresser, die sich über einen Kadaver hermachten. Wir würden warten müssen, bis die Tiere satt waren und dann versuchen, von den Überresten noch etwas Fleisch abzunagen.

Doch an diesem Morgen sollte es anders kommen.

Ich beobachtete einen Halbwüchsigen, dessen Blick immer wieder vom Kadaver zu einem dicken Ast am Boden hin und her glitt. Eine Entscheidung reifte in ihm, das war deutlich zu sehen.

Nach ein paar Minuten ließ er sich langsam von seinem Schlafplatz gleiten und sprang leise zu Boden. Mit großer Geschicklichkeit griff er den Ast und lief, laute Kampfschreie ausstoßend und mit dem schweren Ast in der Luft wedelnd, auf den Kadaver zu.

Die Gruppe Hyänen, die sich an dem Kadaver gütlich tat, ergriff erschrocken die Flucht.

Stolz sah sich der Halbwüchsige um. Die Gruppe verließ, nachdem die Anführerin das Zeichen gab, den Baum und lief zu ihm.

Der Kadaver hatte noch reichlich Fleisch zu bieten und zum ersten Mal seit langer Zeit konnte jeder so viel essen, wie er wollte.

Behäbig schleppten wir uns zurück. Unterwegs sammelten wir noch weitere Äste. Wir würden uns nie wieder mit Resten begnügen müssen. Wir waren bereit, zu kämpfen.

Bereit, für einen weiteren Schritt in der Evolution.

Ich lebte zufrieden in meiner Gruppe. Aber meine Sinne suchten ständig nach der Anwesenheit meines Bruders. Mir war bewusst, dass er mich aufspüren würde.

Und eines Tages war es soweit.

Zunächst war da nur ein leichtes, dunkles Aufflackern im magischen Geflecht, das noch immer vom früheren Zusammenhalt des Ursprungs durch die Magie zeugte.

Eine lange Zeit geschah nichts weiter. Die Gruppe lebte wie bisher, sammelte und fraß Blätter, Wurzeln und Knollen, entriss Aasfressern ihre Beute, trank am Fluss und brachte sich vor jagenden Raubtieren auf unserem Baum in Sicherheit.

Und dann kamen sie.

Die Sonne war gerade aufgegangen, als sie den nahen Urwald verließen. Es waren zwölf Wesen, allesamt viel größer, als die Mitglieder meiner eigenen Gruppe. Auch sie gingen aufrecht. Auch sie trugen Äste als Waffen. Aber an den Spitzen der Äste waren mit Sehnen scharfkantige Steine befestigt.

In der Savanne hörte man keinen Laut. Alles schien abzuwarten.

Die Gruppe blickte angespannt zu den Neuankömmlingen. Man sah den Gesichtern an, dass sie hofften, ein anderer Schlafbaum, der näher zur Urwald stand, würde Ziel dieses Angriffs sein.

Aber ich wusste es besser. Ich spürte die Kräfte meines Bruders in einem der Angreifer. Spürte den unbändigen Hass, der wie eine Welle vor ihm hergetragen wurde.

Er wollte mich.

Er wollte mich endlich vernichten.

Die Gruppe wurde unruhig, als sie sah, dass die Angreifer die übrigen Bäume unbeachtet ließen und stetig auf sie zuhielten. Die scharfkantigen Waffen machten ihnen Angst.

Ich war mir bewusst, dass die Angreifer uns mit diesen Waffen überlegen waren.

Ich musste schnell handeln, um mich in Sicherheit zu bringen. Mein Bruder würde mir folgen und ich hoffte, dass die anderen, ohne ihren offensichtlichen Anführer, eine geringere Gefahr für meine eigene Gruppe darstellten.

Ich hatte meine Gefährten lieb gewonnen. Ich wollte nicht der Grund für ihre Vernichtung sein.

Also konzentrierte Ich mich auf Meine Magie, konzentrierte mich auf den Strom der Zeit und verließ den Wirtskörper…


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GÖTTER DES OLYMP – Kurzgeschichte von Susan Ott

Erstellt von Susan Ott am 29. April 2011

GÖTTER DES OLYMP

Kurzgeschichte

von

Susan Ott

„In Größe 42?“

Es ist eine Schande. Ich, Hermes, Sohn des Zeus, sitze hier am Telefon eines Callcenters und notiere Bestellungen.

„Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“

Athene ist am Arbeitsplatz neben mir und hat wieder diesen leidenden Gesichtsausdruck.

Dabei haben wir es noch gut getroffen, nachdem der Olymp geschlossen wurde.

Hera arbeitet in einer Kinderkrippe und darf Babybrei aufwischen und Windeln wechseln.

Poseidon ist Bademeister im Spaßbad an der Stadtgrenze.

„Danke für Ihren Einkauf und noch einen schönen Tag.“

Am schlimmsten ist Kerberos dran. Wachhund bei einem Gebrauchtwarenhändler. Drei Köpfe zum Preis eines Hundes.

Der Gebrauchtwagenhandel liegt direkt neben dem Beerdigungsinstitut, in das Hades als Juniorpartner einsteigen konnte.

Ich kann mich noch genau erinnern, als Hera die Götter und Halbgötter zu einer Generalversammlung gerufen hatte.

Pleite seien wir. Die Menschen würden nicht mehr an uns glauben und somit auch nichts mehr opfern.

Wir hätten eine Woche, uns Jobs und Unterkünfte in der Welt der Sterblichen zu suchen. Der Olymp sei an ein aufstrebendes Chinesisches Unternehmen verkauft worden.

Der Tumult, der nach dieser Ankündigung ausbrach, war gigantisch.

Man könne so was doch nicht mit uns machen – wir wären schließlich Götter.

Aber es half nichts. Wir mussten unsere Heimstatt verlassen.

Hera gab uns noch mit auf den Weg, dass wir Griechenland besser ganz verlassen sollten, da das Land selbst am Rande der Pleite stehe und wir besser in einem solventeren Land aufgehoben wären.

Das war vor drei Monaten.

Eine kleine Einzimmerwohnung und den Job im Callcenter hatte ich relativ schnell gefunden. Die Dame im Personalbüro war sichtlich amüsiert, als ich meinen Namen als Hermes vom Olymp angab. „Niedlich“ fand sie das.

Noch 10 Minuten und meine Schicht ist vorbei. Wieder ein Arbeitstag hinter mich gebracht.

Wochenende.

Heute Abend sind wir zu Dionysos eingeladen.

Abhängen, Wein trinken und über die vergangenen Zeiten reden.

Wie immer wird  Hephaistos  Aphrodite bezichtigen, ihn zu betrügen. Ares wird wieder einmal laut von der Eroberung der Welt träumen und Artemis darüber schimpfen, dass alle Männer gleich sind und die Welt ohne sie besser wäre. Sie hatte sich schnell einer dieser militanten Frauengruppen angeschlossen. Apollon wird wieder eines seiner Gedichte vortragen und Demeter  von ihrer Arbeit auf der Entbindungsstation der Städtischen Klinik schwärmen.

Eigentlich sind die Wochenenden gar nicht so anders, als die vergangenen Zeiten im Olymp.

Feierabend.

Jetzt muss ich noch schnell in den Supermarkt ein paar Knochen für Kerberos und Knabberkram für uns übrige kaufen. Dann holen wir Poseidon ab und die Feier bei Dionysos kann beginnen.

Ich kann nur hoffen, dass der Garten der Hesperiden nicht auch verkauft werden muss. Wir brauchen die Äpfel daraus für unsere ewige Jugend. Gar nicht auszudenken was geschieht, wenn Aphrodite die ersten Falten in Spiegel entdecken sollte.

Doch genug nachgedacht. Schnell eingekauft und dann ab zum Spaßbad. Poseidon wartet bestimmt schon ungeduldig auf uns. Er wird immer so schnell wütend, wenn er seinen Willen nicht bekommt und übertreibt es dann mit den Wellen in den Schwimmbecken. Ich möchte nicht für den nächsten Tsunami vor dem Kinderplanschbecken verantwortlich sein.

Ende

Copyright (c) 2011 by Susan Ott

Bildrechte: “Skurrile Geschichte” (SKURILE GESCHICHTEN-SPIRALE-20110114083935-8edac2f8.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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Hercules
Vom Olymp ins Ruhrtal

Herausgegeben von LWL-Industriemuseum
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Erscheinungsdatum :      1. Auflage 02.08.2010
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Um Herkules und Herkules-Taten dreht sich alles in der Sonderausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in seinem Wittener Industriemuseum Zeche Nachtigall zeigt.

Der Prototyp des abendländischen Helden lieh nicht nur dem Hauptschacht der Zeche Nachtigall 1840 seinen Namen. Er ist bis heute Garant für Kraft und Leistungsfähigkeit. Sehr unterschiedliche Menschen, Unternehmen und Institutionen berufen sich auf die griechisch-römische Sagengestalt. Die Wittener Schau, die begleitend zur Kulturhauptstadt-Ausstellung “HELDEN. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen” in der Henrichshütte Hattingen läuft, stellt den Wandel des Mythos und Herkules-Taten aus den letzten 200 Jahren vor.

Das Spektrum der Exponate reicht von antiken Tongefäßen über Medaillen bekannter Sportler, Hercules-Fahrräder und -Motorräder bis hin zur interaktiven Medienstation eines Hercules-Flugsimulators. Als regionale Helden oder Vollbringer von “Herkules-Taten” stehen beispielhaft die Freiheitskämpferin Mathilde Franziska Anneke (1817–1884) aus Sprockhövel und der “Gute Hirte von Bommern” Constanz Wilhelm Hueck (1779–1838)

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FELIX, DER KLEINE HELD – Katzen-Kurzkrimi von Susan Ott

Erstellt von Detlef Hedderich am 26. September 2010

Felix, der kleine Held


Katzen-Kurzkrimi

von

Susan Ott

Felix sehnte sich nach seinem Zuhause. Seit vier Tagen schon saß er vor der Gittertür, verweigerte das Essen, lediglich etwas Wasser hatte er zu sich genommen.

Er wollte heim. Endlich heim.

Auf der anderen Seite des weitläufigen Geländes jaulte verloren ein Hund. Felix hatte noch nie etwas für Hunde übrig gehabt. Aber mittlerweile hatte er Mitleid mit dem Tier.

Es war genauso ein Gefangener, wie er selbst.

Eine langhaarige, weiße Katzendame schlich auf leisen Sohlen auf ihn zu. Felix beachtete sie nicht. Er wollte keine Freundschaft. Er wollte zu seiner Familie. Außerdem hatte er schon einen Freund. Tobias.

Tobias brauchte ihn. Felix wusste, dass Tobias in großer Gefahr schwebte.

Aus dem Nebenzimmer, in dem der dicke Kerl mit der Brille saß, der offenbar auf alle Gefangenen aufpassen sollte, drangen leise Stimmen zu ihm. Radio. Der Mann hörte Radio.

Felix spitzte die Ohren, als der Name von Tobias Eltern genannt wurde.

Der Nachrichtensprecher berichtete, dass die Polizei noch immer keinen Hinweis auf den Entführer hatte. Eine Lösegeldforderung sei, obwohl der Junge schon vier Tage vermisst würde, noch nicht eingegangen und man rechnete mit dem Schlimmsten.

Dann war da diese vertraute Stimme. Tobias Mutter flehte den Entführer an, ihrem einzigen Sohn kein Leid zuzufügen. Ihre Stimme stockte immer wieder.

Felix glaubte, sein Herz würde zugeschnürt.

Er mochte diese Frau. Nicht so sehr wie Tobias, denn der erlaubte ihm, in seinem Bett zu schlafen und spendierte ihm immer Leckerbissen von seinem Abendbrotteller, aber die Zweibeinerin war immer freundlich zu ihm. Sie reinigte das Katzenklo, sorgte stets für sauberes Wasser in seinem Napf und wies Tobias zurecht, wenn der wieder einmal vergessen hatte, den Futternapf zu füllen.

Er musste aus seinem Gefängnis heraus. Unbedingt.

Felix wusste, dass er seinem Zweibeinern helfen konnte. Seine Nase war um so viel feiner als die der felllosen Lebewesen. Er würde seinen Tobias schon finden.

Felix erstarrte.

Schritte näherten sich seiner Zelle.

Der dicke Wächter machte sich bereit, die Futterschalen zu füllen.

Langsam drehte sich Felix herum und schlich zur hinteren Tür, durch die der dicke Zweibeiner in den letzen Tagen immer zu ihnen herein gekommen war.

Die Tür öffnete sich.

Der dicke Zweibeiner kam mit mehreren Schachteln Trockenfutter in den gekachelten Raum. Felix hob seine linke Pfote. Ganz vorsichtig, um den Wächter nicht auf sich aufmerksam zu machen, setzte er eine Pfote vor die andere und umrundete die Tür gerade in dem Augenblick, als der Mann die Tür hinter seinem Rücken schließen wollte.

Die erste Hürde war geschafft.

Nun musste er sich verstecken. Sobald der dicke Mann das Haus verlassen würde, wollte Felix mit ihm aus dem Gefängnisbau verschwinden.

Vor sich sah er eine Sitzreihe. Felix schnupperte daran.

Hier saßen offensichtlich immer Zweibeiner, die eines der Tiere aus den Gefängniszellen mit nach Hause nehmen wollten.

Hinter der Sitzreihe war genug Platz um sich zu verstecken. Felix setzte sich hinter eines der Sesselbeine.

Er zuckte zusammen. Ein leises Schnurren hatte ihn aus seiner Konzentration gerissen. Er blickte sich um.

Das durfte doch wohl nicht wahr sein. Diese weiße Schönheit war mit ihm aus der Zelle entwischt und setze sich neben ihn.

Felix bleckte kurz die Zähne, um sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie nicht erwünscht war.

Das Mädel ignorierte seine feindselige Haltung und putze sich seelenruhig das rechte Bein.

„Was willst du hier?“, fragte er schließlich.

„Ich will hier raus“, antwortete sie „du glaubst doch nicht, dass ich mir die Gelegenheit entgehen lasse zu verschwinden.“

„Mach, was du willst“, entgegnete er resigniert und beobachtete die Tür zu seiner ehemaligen Zelle.

Der dicke Zweibeiner hatte ihre Flucht offensichtlich nicht bemerkt, denn er kam, lustig pfeifend, zurück und setzte sich an seinen Schreibtisch.

Felix beobachtete, wie er einen Leinenbeutel aus dem Schreibtisch nahm und eine blaue Thermoskanne sowie eine rote Butterbrotdose hineinstellte.

Bald war es soweit. Der dicke Mann bereitete sich auf seinen Feierabend vor.

Immer wieder sah er zur großen Uhr über der Tür.

Bald war es zehn und er konnte heimgehen.

Heimgehen… Felix schluckte. Er würde auch heimgehen. Er würde Tobias finden.

Der dicke Mann erhob sich endlich, zog eine schwarze Lederjacke an, nahm den Leinenbeutel und ging zur Tür.

Felix wartete, bis er den Schlüssel im Schloss drehte, die Tür öffnete und das Licht im Zimmer löschte.

Da spurtete er los, streifte kurz die stämmigen Beine des Mannes und schon atmete er die Luft der Freiheit.

Felix hielt nicht an.

Mit großen Sätzen spurtete er zum großen Baum neben dem hohen Gitter, der das Gelände einzäunte.

Mit zwei Sprüngen hatte er die ersten dicken Äste des Baumes erreicht, berechnete die Entfernung zum Boden auf der anderen Seite des Zaunes und sprang todesmutig.

Trotz des tiefen Falles, kam er sanft auf seinen vier Pfoten auf. Lediglich das merkwürdige Echo seines Aufsprungs irritierte ihn.

Schnell lief er weiter. Er wollte möglichst viel Entfernung zwischen sich und dem Gefängnis bringen. Er lief und lief und lief.

Erst, als er eine große Baumgruppe erreicht hatte, blieb er stehen, um sich zu orientieren.

Sein Zuhause lag schräg links vor ihm. Er würde nur wenige Kilometer laufen müssen.

Vor ihm lag die Baumgruppe, dahinter war eine große Straße, auf der um diese Uhrzeit aber kaum Autos fuhren, hinter ihm lag das Gefängnis und rechts neben ihm…. saß die weiße Katze und beobachtete ihn neugierig.

„Was willst du?“, fragte er genervt. „Du bist entkommen, also verschwinde endlich.“

„Ich weiß aber nicht, wohin ich gehen soll“, antwortete sie traurig. „Meine Zweibeinerin ist gestorben und da hat man mich hierher gebracht. Ich habe kein Zuhause mehr.“

Felix sah, dass Tränen in ihren Augen standen. Er seufzte.

„Ich kann dich aber nicht mitnehmen. Ich muss meinen Zweibeiner retten. Das wird gefährlich. Zu gefährlich für dich.“

Die weiße Katze blickte traurig zu Boden.

„Ich versteh schon. Du kannst mich auch nicht gebrauchen. Niemand braucht mich.“ Ihre Stimme wurde immer leiser und trauriger.

Felix wehrte sich, aber langsam bröckelte sein Widerstand.

„Gut. Du kannst mich begleiten. Aber du tust genau dass, was ich dir sage. Und ich werde dir nicht helfen, wenn du in Schwierigkeiten kommst.“

Die Augen der weißen Katze blitzten glücklich auf.

„Danke. Ich heiße übrigens Bella.“

Felix sah sie sich genauer an. Schnuckelig sah sie ja aus. Doch genug. Tobias war in Gefahr. Tobias brauchte seine Hilfe.

Er sprintete los und durchquerte die Baumgruppe. Ein weißer Wollknäuel rannte an seiner Seite.

Hinter zwei Autos rasten sie über die Straße. Weiter und weiter liefen sie. Felix hätte sich normalerweise an der schnellen Hatz erfreut, wenn sein Herz nicht voll Sorge um seinen Freund Tobias gewesen wäre.

Sie rannten Stunde um Stunde.

Der volle Mond erhellte den Himmel.

Bald kamen Felix die Gerüche der Umgebung bekannt vor. Er näherte sich seinem Zuhause.

Ein letzter Sprung über die breite Buchsbaumhecke und das Haus, in dem er geboren war, lag vor ihnen.

Trotz der späten Nachtstunde, waren die Fenster im Erdgeschoss hell erleuchtet. Felix rannte in Richtung der geöffneten Terrassentür und wollte schon laut maunzend ins Zimmer stürmen, als ihn eine innere Stimme davon abhielt. Stattdessen blieb er im Schatten des großen Pflanzkübels, der direkt neben der Tür schon seit Jahren seinen Platz hatte, stehen und lauschte. Bella hatte sich neben ihn gesellt und blickte ihn fragend an.

Sein Fell sträubte sich, als er den Zweibeiner sah, der das Zimmer hinter der Terrassentür betrat und seiner Zweibeinerin eine Tasse mit einer dampfenden Flüssigkeit reichte.

Er kannte diesen Mann. Sein Grundstück grenzte direkt an das seiner Zweibeiner. Felix verstand nicht, warum seine Menschen den verschlagenen Blick des Mannes nicht erkennen konnten.

Er selbst hatte von Anfang an gewusst, dass man dem Kerl nicht trauen konnte.

„Trink das, meine Liebe. Der Tee wird Dir gut tun.“ Der Mann hatte ein Lächeln aufgesetzt.

„Die Polizei wird Tobias schon finden. Ich werde jetzt gehen. Wenn Ihr etwas hören solltet, könnt ihr mich jederzeit anrufen.“ Tröstend legte er eine Hand auf die Schulter der Zweibeinerin.

„Danke für Deine Hilfe“, kam aus der anderen Ecke des Zimmers, die Felix nicht einsehen konnte. Offensichtlich stand Tobias Vater neben dem großen Esstisch auf der rechten Seite des Raumes. „Ich bringe Dich zur Tür.“

Nun kam auch Tobias Vater in Felix Blickfeld. Sein Gesicht war genau so blass, wie das seiner Frau. Gemeinsam mit dem unheimlichen Kerl verließ er das Zimmer.

Felix überlegte.

Er hatte dem fremden Kerl noch nie getraut. Sollte…. Nun, das ließ sich herausfinden.

Felix lief durch den Garten in Richtung der Haustür. Bella folgte ihm.

Sie kamen gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie die beiden Männer sich verabschiedeten.

„Und jetzt?“, fragte Bella.

„Wir folgen dem Mann. Mit dem stimmt etwas nicht. Ich hab das im Gefühl“, antwortete Felix leise.

Der Mann ging langsam zu seinem eigenen Haus und bemerkte seine Verfolger nicht, die sich vorsichtshalber im Schatten der alten Eichenbäume hielten, die die Straße säumten.

Als Felix am Haus des Mannes angekommen war, stutze er. Der Nachrichtensprecher hatte gesagt, dass die Entführung vor vier Tagen stattgefunden hat.

Aber der Geruch, der ihm in die Nase stieg, war frisch. Tobias Geruch.

Felix umrundete zusammen mit seiner Begleiterin das Haus des Mannes.

Auf der Rückseite befanden sich die Kellerfenster. Hier war der Geruch besonders stark.

Felix war sich sicher. Tobias befand sich in diesem Haus und der unheimliche Zweibeiner war der Entführer.

Was sollte er aber jetzt tun? Felix überlegte.

Er selbst konnte nicht ins Haus. Alle Fenster und Türen, auch in der oberen Etage, waren fest verschlossen. Felix brauchte Hilfe.

„Wir müssen zurück und die beiden Zweibeiner holen. Sie sind nicht besonders helle. Es sind ja nur Menschen. Aber irgendwie müssen wir sie dazu bringen, uns hierher zu folgen“, raunte er Bella zu.

Gemeinsam liefen sie zurück.

Die Terrassentür stand immer noch weit offen und die Zweibeinerin saß immer noch schluchzend im Sessel. Felix sprang auf ihren Schoß und leckte ihr Gesicht. Sie schrie erschrocken auf.

Felix sprang herunter und lief zur Tür, dann wieder zu ihr zurück. Das wiederholte er mehrere Male.

„Felix, da bist Du ja wieder“, rief sie erfreut. „Wo warst Du denn so lange?“

Felix lief wieder zu ihr, so dass sie ihn kurz streicheln konnte und rannte dann wieder zur offenen Terrassentür. Dabei maunzte er aufgeregt.

„Der Kater will uns offenbar etwas zeigen.“

Gott sei dank, hatte der Mann es verstanden, dachte Felix. Hoffentlich folgt er mir.

Er rannte eine kurze Strecke in den Garten und blickte sich um. Die beiden Zweibeiner folgten ihm.

Am Haus des unheimlichen Mannes angekommen, sahen sich die beiden irritiert an.

„Warum hat Felix uns hierher geführt?“, fragte die Zweibeinerin.

„Ich habe keine Ahnung. Horst wird aber noch nicht im Bett sein. Ich werde mal bei ihm Klingeln. Irgendwie hab ich ein merkwürdiges Gefühl“, antwortete ihr Mann.

Das laute Schrillen der Türklingel durchbrach die Stille der Nacht. Nach wenigen Augenblicken wurde die Tür geöffnet und der unheimliche Mann stand ihnen gegenüber.

„Elke, Jörg. Ist etwas passiert?“ Er sah sie fragend an. Dann fiel sein Blick auf Felix und seine Augen wurden schmal. „Das… das ist nicht möglich. Der Kater ist im Fluss….“

Felix fauchte den Mann an, als die Erinnerung zurück kam.

Der Kerl hatte Tobias betäubt und als Felix seinen kleinen Freund verteidigen wollte, hatte er ihn gepackt, in ein Kopfkissen gesteckt und in den nahen Fluss geworfen. Er erinnerte sich, dass der Stoffbeutel mit ihm in seinem Innern schnell untergegangen war. Er hatte geschrieen. Er hatte getobt. Er hatte um sich getreten und gekratzt. Irgendwann, als er schon dachte, dass er seine sieben Leben verbraucht hätte und nun die letzte Reise antreten würde, gab der Stoff nach und er konnte sich aus dem Stoffbündel befreien. Mit letzter Kraft erreichte er das Ufer, an dem er vollkommen erschöpft zusammenbrach. Als er erwachte, lag er in der Gefängniszelle, zusammen mit anderen herrenlosen Katzen.

Wut stieg in ihm auf. Sein Schwanzfell und seine Rückenhaare sichteten sich auf. Ein Fauchen bahnte sich seinen Weg aus den Tiefen seiner Kehle.

Dann sprang er dem bösen Kerl ins Gesicht und krallte sich in ihm fest. Rache. Das war, was seine Gedanken beherrschte. Seine scharfen Krallen bohrten sich in die weiche Gesichtshaut des Übeltäters.

„Felix! Nicht!“ Die Zweibeinerin versuchte ihn zurück zu halten. “Felix!“, schrie sie und zerrte an dem Kater. Mittlerweile hatte sich auch Bella in den Oberschenkel des Mannes verkrallt und hieb ihre scharfen, langen Zähne in die Hand, mit der er versuchte, sie herunter zu reißen.

„Mutti!“

Plötzlich war es still. Felix hatte von dem Mann abgelassen und lauschte in die Dunkelheit des Hauses. Auch Bella hatte sich von ihrem Opfer gelöst und saß mit gespitzten Ohren neben Felix. Niemand rührte sich.

„Mutti!“

Der Mann, von dessen Gesicht Blut in dicken Tropfen auf den hellen Teppich zu seinen Füßen fiel, versuchte in aller Eile die Haustür zu schließen. Doch er hatte seine Rechnung ohne die beiden Zweibeiner und ihre vierbeinige Unterstützung gemacht.

Er wurde zurück gedrängt und stolperte rückwärts den dunklen Flur entlang.

„Mutti? Mutti, ich hab Angst.“

Felix stürmte, zusammen mit seiner weißen Partnerin, auf die Kellertür zu. Tobias musste sich dahinter befinden. Sie hörten es genau. Sie rochen ihn.

Die Zweibeinerin schloss schluchzend die Tür auf und öffnete sie.

Tobias stolperte heraus und fiel seiner Mutter in die Arme.

„Tobi!“ Sein Vater stürmte auf ihn zu und umarmte ihn glücklich.

Der böse Zweibeiner versuchte die Unaufmerksamkeit der anderen Menschen zur Flucht zu nutzen. Doch Felix und Bella hatten sich nicht ablenken lassen. Voller Wut stürzten sie sich erneut auf den Verbrecher und ließen erst von ihm ab, als Polizeibeamte, die von Tobias Eltern gerufen worden waren, dem Mann Handschellen anlegten.

Bella und Felix waren die Helden des Tages. Die Familie beschloss, auch die kleine Bella zu behalten.

Später teilte man der Familie mit, dass Tobias seinen Nachbarn dabei beobachtete, wie er gestohlenes Diebesgut in seinem Garten vergraben hatte. Daraufhin entführte er den Jungen.

Er konnte nicht sagen, was er weiter mit ihm vorhatte. Er gab an, sich darüber noch keine Gedanken gemacht zu haben.

Die Diebesbeute wurde geborgen und an die Eigentümer zurückgegeben.


- Ende -

Copyright der Kurzgeschichte (C) 2010 by Susan Ott
Copyright der Eingangszeichnung (C) 2010 by Susan Ott

Bildrechte: Coverillustration “Schwarze Katzen” (20110205113353-e67c2f3d.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Schwarze-Katzen-400×600-41-minus-100-41.jpg” (Originaltitel: 20110205113353-e67c2f3d-400×600.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Lesetip der Autorin:


Schwartz, Gesa
Grim 01

Das Siegel des Feuers

Verlag :      LYX
ISBN :      978-3-8025-8303-2
Einband :      gebunden
Preisinfo :      19,95 Eur[D] / 20,60 Eur[A] / 30,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      688 S. – 22,0 x 14,8 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      15.03.2010


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Der Pariser Gargoyle Grim ist ein Schattenflügler, seine Aufgabe ist es, das steinerne Gesetz zu wahren, dass niemals ein Mensch von der Existenz seines Volkes erfahren darf. Doch eines Tages wird dieses Gesetz gebrochen und Grim begegnet der jungen Sterblichen Mia, die über eine besondere Gabe verfügt: Sie ist eine Seherin des Möglichen. Mia gerät in den Besitz eines rätselhaften Pergaments, das mit merkwürdigen Schriftzeichen bedeckt ist, die sie nicht entziffern kann. Kurz darauf wird sie von gefährlichen Anderwesen verfolgt. Gemeinsam beschließen Grim und Mia, das Geheimnis des Pergaments zu ergründen. Sie ahnen nicht, dass sie sich damit auf eine gefährliche Reise begeben. Denn sie sind einem Rätsel auf der Spur, das nicht nur ihr eigenes Leben bedroht, sondern das Schicksal der ganzen Welt …

Gesa Schwartz wurde 1980 in Stade geboren. Sie hat Deutsche Philologie, Philosophie und Deutsch als Fremdsprache studiert. Ihr besonderes Interesse galt seit jeher dem Genre der Phantastik. Nach ihrem Abschluss begab sie sich auf eine einjährige Reise durch Europa auf den Spuren der alten Geschichtenerzähler. Zurzeit lebt sie in der Nähe von Hamburg.

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