Aileen P. Roberts und Stephan Lössl – interviewt von Werner Karl
Erstellt von Galaxykarl am 15. August 2011
Interview mit Aileen P. Roberts und Stephan Lössl
Das Interview führte Werner Karl
sfbasar: Herzlich willkommen Claudia und Stephan Lössl. Oder soll ich lieber Aileen P. Roberts sagen? Denn schließlich publizierst du, Claudia, unter diesem Pseudonym. Und warum benutzt du, Stephan, keines?
SL: Ich habe mir bislang zu einem Pseudonym ehrlich gesagt nur wenige Gedanken gemacht und die waren eher von der lustigen Art. Deshalb kam außer Esswerkzeug (z. B. Stephen T. Löffl) wenig dabei raus. Somit werde ich wohl einfach bei meinem richtigen Namen bleiben, obwohl ich ein Pseudonym auch nicht gänzlich ausschließen möchte.
APR: Ich höre auf beides.
sfbasar: Ihr beiden teilt viele Dinge miteinander, lebt sie zum Teil sogar: Die Liebe zu Schottland, Pferden – ihr habt sogar welche –, Fantasy und das Schreiben von Romanen. Waren es diese Gemeinsamkeiten, die euch zusammengeführt haben, oder haben sich diese erst nach eurem „Aufeinandertreffen“ gezeigt?
APR: Eines unserer ersten Aufeinandertreffen war meine Pferdebürste, die ich gezielt auf Stephans Kopf geworfen habe *räusper* und die anderen Gemeinsamkeiten? Na ja, die kamen erst nach und nach. Vor allem nach unserem ersten England/Schottlandurlaub Ende September, als es hier in Strömen gegossen hat und uns alle einstimmig für verrückt erklärt haben, mit dem Zelt in ein “kaltes Land“ zu fahren, in dem es vermutlich nicht mal sanitäre Anlagen oder Bäcker gibt?
SL: Wusstet ihr, dass Bürste und Brüste besonders für „Nichtmuttersprachler“ schwer auseinander zu halten sind? Aber nee, die Angaben oben sind korrekt, nur um Missverständnissen vorzubeugen.
sfbasar: Ihr seid beide in Bayern geboren und lebt auch hier. Andere Menschen schwärmen für die Südsee, einsame Inseln und ähnlich romantische Orte. Wie kam es zu eurer Leidenschaft ausgerechnet für Schottland? Ein Land außerhalb des Kontinentes und i. d. R. kühler und regnerischer als eure Heimat. Ist es die Magie, die sich dort scheinbar in jedem Fels, in jedem Baum finden lässt?
SL: Der Pingelige würde jetzt auf Franken bestehen, aber wir sind da ja nicht so. Aber mal im Ernst: Schottland, ja, tatsächlich könnte man meinen, die Magie aus uralten Tagen schwelt noch heute im Nebel, verweilt in den Tälern oder träumt in den Tieren, die die Highlands bevölkern. Wenn man dann von einer prähistorischen Höhle aus Hochlandhirsche beobachtet, die dem Berggipfel nahe dahinziehen, ihre Geweihe teils verborgen in den tiefhängenden Wolken, dort wo sich Traum und Wirklichkeit vereinen, dann beginnt man an Magie zu glauben.
APR: Ich bin weder in Bayern noch in Franken geboren, sondern in Düsseldorf. Bin aber schon als kleines Kind hierher gezogen. Sagen wir´s mal so, ich gehöre zu der seltenen Spezies, der es in Deutschland im Sommer zu warm ist (okay, dieser nicht). Als “Heimat” im eigentlichen Sinne sehe ich D eigentlich nicht an. Es ist soweit ganz okay, aber als ich die ersten Male in den Highlands war, wusste ich, wo ich wirklich leben möchte!
sfbasar: Ihr habt beide Berufe gelernt, die auf den ersten Blick wenig mit magischen Welten, unerschrockenen Helden und zauberhaften Feen zu tun haben. Betrachtet ihr das Schreiben von Fantasy als Realitätsflucht – was ja generell der gesamten Zunft fantastischer Autoren unterstellt wird – oder was fasziniert euch an diesem Genre?
SL: Fantasy als Realitätsflucht bekommt man tatsächlich oft zu hören. Ich behaupte genau das Gegenteil: Fantasy bedeutet, sich der Realität zuzuwenden, oder diese zu erweitern! Schreibt man, taucht man in eine andere Welt ein und oft enthüllen sich Dinge über einen selbst, Dinge, die mitnichten surreal sind, sondern Wahrheiten über die eigene Persönlichkeit zeigen können.
Es ist so eine Art Sehnsucht, die einen antreibt, sich auf eine phantastische Reise zu begeben und eine Welt samt ihrer Wesen und Charaktere entstehen zu lassen, die irgendetwas in uns widerspiegelt, eine tiefere Realität sogar. Dem Leser geht es da sicher meist ähnlich: er liest und manche Geschichten bewegen etwas in ihm, etwas Verborgenes im Unbewussten, für den Verstand bis dahin nicht greifbar, dennoch ist es präsent.
Mir fallen da gerade meine oben erwähnten Hirsche wieder ein. Während ihre Beine fest auf dem schottischen Boden fußen, so tragen sie doch mit Stolz ihr Geweih, auch wenn es im selben Moment für den Betrachter von den Wolken verhüllt bleibt.
Oder mit anderen Worten: Wohin könnten wir schon fliehen, sei es körperlich oder mit dem Geist, wo die Realität uns nicht folgt?
APR: Ich glaube auch, dass verdammt viel Realität in Fantasyromanen steckt – nur etwas anders verpackt. Und mal abgesehen davon, wenn einen die Realität manchmal nervt – was ganz sicher bei jedem von uns irgendwann der Fall ist – was spricht dagegen mal für ein paar Stunden zu fliehen?
sfbasar: Aileen: Du hast 2006 auch einen eigenen Verlag – Cuillin – gegründet. Dort sind bisher fast ein Dutzend Pferderomane und mehrere Fantasybücher erschienen. Inwieweit spiegelt das deine oben erwähnte Liebe zu Land und Tier wider, bzw. inwiefern hattest du weibliche Teenager als Zielgruppe im Auge? Scheinbar ist das ja ein unverwüstliches Thema: (Pubertäre) Mädchen und Pferde.
APR: Die spiegelt sich sehr deutlich in Rhiann und Deana wider und ganz sicher sind weibliche Teenager die Hauptzielgruppe, obwohl ich auch schon jede Menge Emails von begeisterten Müttern bekommen habe, denen die Bücher ebenfalls gefallen. Ich wollte mal etwas anderes schreiben, ein Buch, das ich mit 15, 16 oder 17 selbst gern gelesen hätte. Nicht das typische: Mädchen kauft Pferd, gewinnt nach kurzer Zeit jedes Turnier und bekommt am Ende den Sohn des Stallbesitzers noch mit dazu.
Rhiann dreht sich um Probleme in der Pubertät, Stress mit den Eltern, davon seinen eigenen Weg zu gehen, ja, Pferde kommen auch vor, aber eben keine “tollen Turnierpferde” sondern die in Deutschland sehr seltenen Highlandponies. Außerdem natürlich Schottland, Land und Leute – und klar – ein bisschen Romantik, das muss einfach sein.
SL: Und die Highlandponies geben durchaus brauchbare Turnierpferde ab.
sfbasar: Stephan: Du bist im Hauptberuf selbstständiger Lehrer für Tai-Chi-Chuan und Qi-Gong, darüber hinaus TCM-Ernährungsberater. Beides, meditatives Körpertraining und bewusste Ernährung, erhalten mehr und mehr Zulauf. Zum einen als Gegengewicht zu unserer hektischen Berufswelt und zum anderen wegen permanenter Lebensmittelskandale. Fast hat man den Eindruck, dass intelligentere Menschen – und Haushalte, die sich nicht mit Fast Food begnügen wollen und müssen – in beidem ein Leben wie zu früheren Zeiten erhoffen und dies eben damit wenigstens zum Teil ermöglichen. Stimmst du dieser Einschätzung zu oder liege ich hier völlig falsch?
SL: Leider muss ich gestehen übe ich die gesundheitsorientierten Berufe nicht hauptberuflich aus. Dennoch kann ich sagen, es gibt zwar den Trend zu gesundheitsbewusstem Leben, aber es herrscht häufig noch die „Ich zahle, also sorgst du gefälligst dafür, dass es mir gut geht“–Mentalität vor. Bewusste Ernährung und Bewegungskünste wie Tai-Chi erfordern aktives Tun, der Praktizierende muss sich häufig umstellen und bewusst und regelmäßig an sich selbst arbeiten. Daran scheitert es häufig – leider, denn in der TCM Ernährung oder auch 5-Elemente Ernährung vermag man durchaus ein Leben wie in früheren Tagen zu finden. D.h. sich beispielsweise im Rhythmus der Jahreszeiten zu ernähren, möglichst naturbelassene Lebensmittel dann zu essen, wenn sie tatsächlich draußen wachsen, also keine Erdbeeren aus Spanien im Winter oder mit Vitamin C versehene Orangenmilch.
sfbasar: Noch einmal Stephan: Gesunde Ernährung und respektvoller Umgang mit dem eigenen Körper gehen an vielen Gesellschaftsschichten völlig vorbei. Sei es, weil sie es sich nicht leisten können, sei es, weil sie es nicht ernst nehmen oder einfach, weil viele Couch-Potatoes zu bequem geworden sind. Siehst du eine Gefahr für die Gesundheit der Menschheit, vor allem dann, wenn du an verfettete Amerikaner und Bürger anderer Industrienationen denkst?
SL: Ja, die sehe ich durchaus. Gesund sein bedeutet ja nicht nur, sich gesund zu ernähren oder den Körper mit regelmäßiger Leibesertüchtigung zu erfreuen, sondern setzt auch eine entsprechende Geisteshaltung voraus. Letztere erachte ich persönlich sogar als das wichtigste Element und da macht es uns unser Gesellschaftsystem schwer. Wir leben in steter Hektik, oft geben Firmen den Takt vor, der, einem Flächenbrand gleich, auf unser Privatleben übergreift. So fällt es schwer, Zeit für sich zu finden und die Stille zu erfahren, in der unser Geist Heilung finden könnte. Die Folge: immer mehr Menschen brennen aus und das bewusst gekochte Essen fällt Fastfood, Mikrowelle und Tiefkühlkost zum Opfer. Aber: Ich glaube auch an den Wandel, und der wird vieles ändern.
APR: Da muss ich leider mal wieder widersprechen, was mich in Anbetracht der folgenden Frage zum Schmunzeln bringt. Die verfetteten Amerikaner – wobei man u.U. gar nicht unbedingt über den großen Teich schauen muss – wird ganz sicher die Einsicht nicht treffen und wenn, dann erst nach einem Tsunami, der es krachen lässt, dem Yellowstone der in die Luft geht oder einem dezenten Meteoriteneinschlag … Von selbst? Das wird wohl leider nur ein sehr kleiner Teil der Menschheit bleiben.
SL: So, schon ist der Ehekrach perfekt. Aber Tsunamis und Erdbeben sind ja gerade der Wandel von dem ich spreche. Nichts anderes geschieht gerade in der Welt, so in Japan und der Bewusstseinswandel folgt ja auch. Zugegeben: in Amerika wird’s noch dauern.
sfbasar: Ihr beide wirkt auf mich als Paar völlig in sich stimmig, wenn ich mich so ausdrücken darf: Stephans Tätigkeiten, eure Liebe für ein mythisches Land und faszinierende Tiere, dazu eben Fantasy als Genre, in dem ihr beide schreibt. Das ist so wie aus einem Guss. Seht ihr euch selbst auch so oder müsst ihr hier lächeln?
SL: Ein Stück weit könnte man das sicher so beschreiben, aber auch wir kämpfen mit den alltäglichen Herausforderungen, wie zum Beispiel liegen gelassene Socken, deren Spuren man bis zur Einfahrt des Nachbar verfolgen kann.
APR: Kleine Anmerkung: Es handelt sich um meine Socken *g* und nicht zu vergessen die Rübenschnitzel im Fußraum des Autos.
sfbasar: Aileen: Du hast mittlerweile auch im Fantasybereich bei Goldmann einige Romane veröffentlicht und mit der „Weltennebel“-Trilogie haust du einen neuen Kracher auf den Tisch. Wie lange schreibst du an einem Buch und ab welchem Punkt weißt du, das wird ein Einzelroman und das wird ein Mehrteiler?
APR: Das ist jetzt nicht so ganz einfach zu beantworten, weil ich teilweise 2 Sachen parallel schreibe/geschrieben habe bzw. ein Buch noch korrigiert/lektoriert wird und das andere gerade in der Entstehung ist. Aber Weltennebel habe ich zum Beispiel 2009 begonnen. Also knapp 2 Jahre für 3 Teile.
sfbasar: In der Gerüchteküche hört man, dass nach Abschluss und Veröffentlichung aller drei Weltennebel-Romane bei euch ein gemeinsames Projekt – auch Fantasy – in Angriff genommen werden soll. Stimmt das Gerücht und wenn ja, was könnt ihr beide darüber schon den Fans verraten?
APR: Allzu viel können wir da noch nicht verraten, weil auch noch gar nicht raus ist, ob es jetzt wirklich High Fantasy oder doch eher in die historische Richtung geht. Sicher ist erst mal ein Fantasy/Zeitreise-Roman von mir, der voraussichtlich im September 2012 erscheint. Was danach kommt – mal sehen.
SL: Psst !
APR: Schon gut, die brave Ehefrau schweigt gehorsamst (wäre auch das erste Mal, *hihi*)
sfbasar: Ich habe auch einmal mit einem Freund eine Co-Produktion eines Science-Fiction Romans begonnen. Er sollte aus Alien-Sicht schreiben, ich aus Sicht der Menschen. Trotzdem haben wir uns nach einigen Kapiteln sozusagen auseinandergeschrieben und das Projekt vorerst auf Eis gelegt. Wie bekommt ihr das hin?
APR: Wir haben mehrere Schaukampfschwerter im Haus – also können wir das “ausdiskutieren”.
Nein, mal im Ernst, manchmal kracht es schon, aber irgendwie haben wir uns bisher immer geeinigt. Meist haben wir kapitelweise geschrieben und jeder das durchgelesen, was der andere zuvor geschrieben hat. Und das Grundgerüst haben wir gemeinsam erstellt.
SL: Da kann ich mich nur anschließen. Wichtig ist auch, sich vorher ein wenig abzusprechen, was in der Szene, die geschrieben werden soll, passieren muss.
sfbasar: Wenn ihr – jeweils für euch – einen neuen Roman beginnt, wie viel Vorarbeit macht ihr und in welchem Stadium beginnt ihr mit dem eigentlichen Schreiben? Vor allem: Hat jeder hier seine eigene Methode, Technik oder pflegt ihr hier eine ähnliche Arbeitsweise?
APR: Also ich für meinen Teil überlege mir den groben Plot. Anfang, Mittelteil, Ende (wobei bei Weltennebel das Ende relativ lange offen für mich war) und einige wichtige Stationen innerhalb des Buches. Dann natürlich die einzelnen Charaktere, die in einer Liste festgehalten werden, die sich nach und nach füllt. Dann lasse ich mir aber relativ viele Freiheiten, wie sich alles entwickelt. Haargenau planen liegt mir nicht …
SL: Nun, ich mache mir auch eine grobe Vorstellung, von dem was passieren soll und wie die Geschichte enden soll. Ich finde es gut, vorab schon ein Exposé zu erstellen, so dass man einen Leitfaden hat. Allerdings sehe ich das Exposé nicht als zwingend an, da eine Geschichte ihre ganz eigene Dynamik entwickelt und man einfach Raum braucht. Ich finde, man merkt einem Buch auch an, ob dessen Verlauf ganz genau geplant, oder besser gesagt konstruiert ist. Manchmal nimmt das der Geschichte die Lebendigkeit und das Leben selbst ist ja auch nicht wirklich planbar.
sfbasar: Ich nehme an, dass ihr euch gegenseitig als Kritiker nutzt und zu Ideen, Szenen und Handlungsabläufen austauscht. Wenn einer von euch dem anderen sagen muss, dieses oder jenes sei nicht gelungen, belastet das eure Partnerschaft? Könnt ihr als Ehepaar mit Kritik umgehen oder klammert ihr das aus und überlasst die Kritik anderen, z. B. Agenturen und Lektoren?
SL: Wir lesen gegenseitig die Bücher (deswegen werden meine Werke ja dauernd ausgebremst), aber bisher gab es hier noch keine Probleme mit Kritik. Gewiss, es brechen Diskussionen aus, aber es fliegen keine Bürsten mehr. Was Kritik im Allgemeinen anbelangt, so finde ich es immer nur schade, wenn die Geschichten mit anderen, in der Regel sehr bekannten Büchern verglichen werden, anstatt die Geschichte nur ganz allein für sich zu betrachten. Jedoch gibt es das bei uns in der Ehe nicht.
APR: Dem schließe ich mich mal an – wobei ich ja auch deine Bücher lese und mich selbst ausbremse.
sfbasar: Wie haltet ihr das mit dem komplexen Aufbau eines Romans? Plant ihr hier Kapitel für Kapitel und haltet euch mehr oder weniger dran oder lasst ihr euch – und eure Fantasie – „gesteuert“ treiben (hah, ein Oxymoron!) und seid selbst am Ende überrascht, wo ihr gelandet seid?
APR: Wie schon oben erwähnt, eigentlich eine Mischung aus beidem. Grobe Planung und dann “treiben lassen”.
SL: Genau, es muss wachsen, manchmal zur Sonne, manchmal in die Dunkelheit. Und tatsächlich, die Überraschung wartet häufig auf einen, wenn das Buch beginnt zu enden. (Ist das nicht noch so ein Oxy-dings-bums? Wäre auch ein guter Name für einen Ork)
sfbasar: Jeder Autor scheut sich davor, Textstellen, evtl. sogar ganze Abschnitte oder Nebenpersonen zu streichen, wenn sie für die Handlung nicht relevant sind und der Lektor mit dem Zeigefinger droht und unmissverständlich auf die Löschtaste deutet. Trifft euch das hart oder bleibt ihr hier cool und professionell? Und macht es dann auch so?
APR: Textstellen zu streichen ist ein Stück weit normal, und auch wenn man meist zuerst schlucken muss, gewöhnt man sich daran. Ehrlich gesagt bin ich meiner Lektorin sogar dankbar, weil es mir selbst ausgesprochen schwer fällt zu streichen und ich ohnehin zu dicken Wälzern neige.
2 Personen “musste” ich in Weltennebel streichen, aber die waren nicht wirklich wichtig und damit konnte ich ganz gut leben. Wären es jetzt Hauptcharaktere oder Figuren, die mir besonders am Herzen liegen, hätte ich vermutlich schon ein Problem damit.
SL: Ist mir mangels Veröffentlichungen noch nicht passiert, sollte aber nicht so das Problem sein. Manchmal ist es ja gut, wenn der Lektor das Geschriebene etwas distanzierter betrachtet und da Tipps gibt.
sfbasar: Überhaupt: Wie macht ihr eure Überarbeitungen? Wann habt ihr das Gefühl oder die Sicherheit „Ich bin fertig.“ Und wie lange plagen euch Zweifel? Oder verlasst ihr euch – ab welchem Zeitpunkt? – auf das Lektorat der Agentur oder des Verlages?
APR: Ich glaube, man hat nie das Gefühl, wirklich fertig zu sein, aber irgendwann muss man sein Buch einfach “gehen lassen”, denn im Endeffekt ist die Gefahr größer, etwas schlechter zu machen wenn man zu lange überlegt, was man noch anders oder besser machen könnte. Bei jedem meiner Bücher würde ich vermutlich im Nachhinein zumindest eine Kleinigkeit anders machen.
SL: Ich denke auch, man muss es irgendwann sein lassen, obwohl ich dazu neige, die Geschichte immer anzupassen, zu modifizieren oder sprachlich zu verbessern.
sfbasar: Auch wenn Schottland und das Genre Fantasy recht ergiebig für Romanstoffe sind, habt ihr Ideen oder zukünftige Projekte in petto, die andere Themen aufgreifen, evtl. sogar die Grenzen der Fantasy sprengen?
SL: Ja, da gibt es einige Ideen, aber bislang sind das eben nur Ideen. Sicher kann man das Thema Schottland verlassen, aber ich glaube die Phantasie niemals. Wie heißt es so schön in Michael Endes unendlicher Geschichte: Phantasien hat keine Grenzen, sprach zumindest der Gmork, und der muss es ja wissen.
APR: Vorstellbar ist so ziemlich alles, aber ich habe noch so viele Ideen, dass ich wohl vorerst bei Schottland/Fantasy bleiben werde.
sfbasar: Auf einer Autorenlesung habe ich euch beide in entsprechender Kleidung angetroffen. Sind solche Rollenspiel-Treffen ein Teil eurer Freizeit oder Teil des Autorengeschäftes? Verbindet ihr hier das Angenehme mit dem Nützlichen?
APR: Gelegentlich gehen wir schon auf Mittelaltermärkte und ähnliche Veranstaltungen. Teil des Autorengeschäfts – ich weiß nicht … Man muss sich ja nicht gewanden. Aber ich für meinen Teil tue es ganz gerne und ich finde, es passt gerade zu Fantasylesungen gut.
SL: Da schließe ich mich einfach mal an.
sfbasar: Ich hätte noch tausend weitere Fragen, aber leider würde das zu viel von eurer Zeit fürs Schreiben rauben und schließlich hoffen wir auf viele neue fantastische Geschichten von euch. Ich bedanke mich im Namen des sfbasars herzlich für eure Antworten und wünsche euch weiterhin viel Erfolg.
APR: Dir vielen Dank für deine interessanten Fragen und Gruß an den sfbasar
SL: Auch von mir Vielen Dank und einen herzlichen Gruß.
Copyright © 2011 by Aileen P. Robert, Stephan Lössl und Werner Karl
Aktueller Lesungstermin: 20.08.2011 umd 15:00 Uhr in der Buchhandlung Thalia in Erlangen
Autorenporträt Aileen P. Roberts im sfbasar
Autorenporträt Stephan Lössl im sfbasar
Bibliografie:
- 2011: “Weltennebel 3 – Im Schatten der Dämonen” (Dezember)
- 2011: “Weltennebel 2 – Das Reich der Dunkelelfen”
- 2011: “Weltennebel 1 – Das magische Portal ”
- 2010: Kurzgeschichte: “Kapitän Norwinns Rumkuchen” in der Fantasyanthologie “Die Köche – Bis(s) zum Mittagessen” vom Ulrich Burger Verlag
- 2010: Kurzgeschichte “Das Herz eines Kriegers” in der Fantasyanthologie “Weltentor” vom Noel Verlag
- 2010: „Im Schatten der Xashatâr“
- 2009: „Thondras Kinder – Am Ende der Zeit“
- 2009: „Thondras Kinder – Die Zeit der Sieben“
- 2009: „Deana und der Feenprinz: Ciarans Geheimnis“
- 2008: „Deana und der Feenprinz: “Highlandsommer”
- 2008: „Jenseits des Nebelmeers“
- 2008: „Dìonàrah – Das Geheimnis der Kelten: Band 2“
- 2007: „Dìonàrah – Das Geheimnis der Kelten: Band 1“
- 2007: „Die Tochter des Mondes“
- 2007: „Rhiann – Verschlungene Pfade“
- 2006: „Rhiann – Sturm über den Highlands“
- 2006: „Rhiann – Nebel über den Highlands“
Vorschau:
2012: Voraussichtlich September: Ein Fantasy/Zeitreiseroman wird bei Goldmann erscheinen
Bibliografie Stephan:
Synnivan – Das Buch der Flammen (noch unveröffentlicht)
Synnivan – Der Ruf des Blutes (noch unveröffentlicht)
Die Feuer von Erenor (noch unveröffentlicht)
Weitere Romane in Planung
Abgelegt unter Autorenwerkstatt, Fantasy, Interviews, sfb-Interviews | 20 Kommentare »













