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Literatur-Blog

SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Die Abenteuer der Milena Himiko Komore”

Erstellt von Felis Breitendorf am 30. April 2013

Die Abenteuer der Milena Himiko Komore

sfbasar.de-Anthologie Band 33

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Liebe Besucher von sfbasar.de, liebe Leser unserer Homepage. Sicher haben sich einige von Euch schon des öffteren gefragt, was die Grafik unserer Seite, die eine untenherum unbekleidete Raumfahrerin mit einem Raumhelm in der linken Hand ihres künstlichen, cyborgartigen Arms zeigt, wohl zu bedeuten hat. Diese Anthologie soll nun ihre Geschichte, ihre Abenteuer, ihren Lebensweg in Form eines Episodenromanes schildern.

Alle Autoren, Community-Autoren und Fans unserer Seite sind herzlich dazu eingeladen, sich daran zu beteiligen. Wer gerne daran mitschreiben möchte, meldet sich bei uns. Oder wer seine Meinung dazu abgeben möchte oder einfach nur Verbesserungsvorschläge hat, kann unsere Kommentarfunktionen verwenden.

Es ist sehr begrüßenswert, dass mehrere Autoren an dem Projekt mitarbeiten. So werden die Mainstream-, die Hintergrundgeschichten bzw. der jeweilige Mythos von einem anderen Autoren verfaßt. Diese Teile wechseln sich im Cliffhangerprinzip ab. So wird sich der Leser sicherlich mit Freude wundern, wenn es stilistische Abweichungen und Abwechslungen gibt, welche bestimmt für die Gesamtgeschichte hilfreich sind und keine Langeweile aufkommen lassen.

Wer uns einfach nur loben möchte, der ist mit seiner Meinung natürlich erst recht willkommen! Wie auch immer, bitte nehmt teil daran, was unsere kleine Raumfahrerin so erleben wird! Die Buchrezensionslinks in dieser Anthologie lehnen sich leicht an die Tätigkeiten der Milena Himiko Komore an, die in Aktion tritt als Ermittlerin, Spezialagentin und mehr …

BUCHBESPRECHUNG: DANGEROUS DEAL von Andreas Schlüter – Rezension von Iris Gasper

DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 1) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 2) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 3) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 4) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

NEU - DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 5) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 6) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 7) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 8) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 3. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 9) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 3. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 10) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 3. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 11) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 3. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 12) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

HÖRBUCHBESPRECHUNG: DER AUTOMATISCHE DETEKTIV von A. Lee Martinez – Rezension von Florian Hilleberg

BUCHBESPRECHUNG: DIE PFORTE von Patrick Lee – Rezensiert von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: EIN VERHÄNGNISVOLLER AUFTRAG (Mary Quinn 1) von Y. S. Lee – Rezension von Irene Salzmann

BUCHBESPRECHUNG: SCHATTENFREUNDIN von Christine Drews – Rezension von Iris Gasper

BUCHBESPRECHUNG: TODESRITUAL von Nick Stone – Rezension von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: UNDERGROUND von Lee Child – Rezension von Michael Drewniok

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Felis Breitendorf, Bella C. Moremo und Petra Weddehage

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 5) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

Erstellt von Felis Breitendorf am 30. April 2013

DAS ZWEITE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 5)

von

Felis Breitendorf & Petra Weddehage


(Zum vorherigen Teil)

Es ist so fremd und so alleine in dieser Galaxis. Es vermisst die Klänge und Farben seiner Heimat. Doch es ist ein Wissenschaftler und durch den Riss geflogen, um zu schauen, wie dieser geschlossen werden kann. Das Überleben seiner Spezies, ja seiner ganzen Galaxis, hängt davon ab. Doch nun scheint sein Ende nahe und es wird wohl seine Mission nicht zu Ende führen können. Niemand hat ahnen können, dass es hier in diesem kalten Raum keine Klänge gibt, die es umschmeichelt, keine Farben, die ihm helfen, sein Ziel zu erreichen. Seine Kräfte schwinden und so ist es nun auf diesem tristen Planetoiden gelandet, angezogen von einer Farbe so hell wie die Sterne. Hoffnungsvoll schaut es das Objekt an, das es gefunden hat. Seine Messungen haben ergeben, dass es mindestens so alt ist, wie dieser Ort hier. Wer hat es erschaffen und warum ist es zurückgelassen worden?

Der Wissenschaftler in ihm beginnt sich interessante Theorien auszudenken. Dieses runde, schwarze Ding strahlt etwas aus. Es ist wohl Energie aber leider keine, die es brauchen kann. Verzweiflung wogt durch das Wesen und läßt seinen Körper erzittern und dunkel schimmern. Kraftlos beschließt es zu meditieren.

***

“Ich bin einverstanden. Wenn ich Ihrem Vorschlag nicht zustimme, dürfen sie anschliessend eine Teillöschung meines Gedächtnisses durchführen, was dieses Gespräch betrifft, Major Tochlavski.”

Der Mann schaut mich kurz mit seinen durchdringenen Augen an und ich bemerke, dass sie einen fast stahlgrauen Farbton besitzen. Er notiert etwas in seinen Handcomputer. Danach drückt er einige Knöpfe an dem vor ihm stehenden Gerät, damit die Abhörsicherheit gewährleistet ist. Dann spricht er mit klarer durchdringender Stimme:

“Frau Komore, wie Sie sich sicherlich vorstellen können, gibt es einen Grund, warum wir Ihnen noch keinen Ersatzarm haben anpflanzen lassen, nachdem sie Ihren Shuttleunfall hatten …”

“Das hatte ich mir schon gedacht …”

“Jedenfalls geht es hier um die höchste Geheimhaltungsstufe und um die Sicherheit der Regierung der Vereinten Planetensysteme. Die VPS sind im Besitz eines außerirdischen Artefaktes in der Größe eines kleinen Schwalbeneies. Dieses Gerät ist in der Lage, eine für unsere Begriffe fast unendlich große Menge Engergie zu speichern. Außerdem kann dieses Artefakt einige erstaunliche Dinge, die ich Ihnen jetzt nicht ausführlich erläutern möchte. Dazu später, wenn Sie meinem Vorschlag zugestimmt haben. Nur so viel: Das Artefakt haben wir in einen künstlichen Arm eingebaut mit dessen Hilfe der Träger eine ganze Reihe von Fähigkeiten nutzen kann. Welche genau das sind, dazu kommen wir ebenfalls später. Können Sie sich vorstellen, dieses Gerät an Ihren Körper anpflanzen zu lassen und dann die damit möglich werdenden Aufgaben zu erledigen?”

Da ich noch immer – wenn auch in stehender Weise – im Autodoc eingeschlossen bin und nur der Kopfbereich der Maschine geöffnet ist, damit ich dieses Gespräch führen kann, sind auch noch alle Kontrollen in Betrieb und so höre ich das akkustische Signal, das meinen Herzschlag signalisiert. Ich höre, wie sich dieser Rhythmus beschleunigt, was meine Aufregung nicht besser ausdrücken könnte. Mir ist klar, dass ich jetzt an einer Wegscheide meines Lebens stehe und dass ich bestimmte Entscheidungen nicht mehr werde rückgängig machen können. Ich horche in mich hinein. Ich denke an mein bisheriges Leben und wie ich es mir eingerichtet habe und ob ich damit glücklich bin. Der Major scheint zu ahnen, was mich bewegt und welche bedeutende Wahl ich zu treffen habe. Doch er läßt mir die Zeit, auch wenn er mich dabei mit seinen durchdringenden Augen aufmerksam beobachtet. Ich finde, dass ich mehr erfahren muß, um mich zu entscheiden und frage ihn:

“Würde ich dann zum Militär gehören und nicht mehr zur ERK?”

“Frau Komore, Sie würden direkt der VPS unterstellt sein. Besser gesagt direkt dem Regierungsrat der VPS.”

“Ich würde also nicht mehr als ERK-Ermittlerin in Aktion treten? Und müßte ich militärische Aktionen durchführen?”

“Vornehmlich wären Sie VPS-Spezial-Agentin für besondere Aufgaben. Ihr Einsatzbereich würde sehr breit aufgestellt sein. Das könnten Ermittlungen für das ERK sein, aber auch polizeiliche und auch geheimdienstliche Aufträge bis hin zu militärischen Aufträgen, die vom Rat der VPS bewilligt werden müssen.”

“Was würde sich für mich ändern, für mein Leben?”

“Zuersteinmal würde sich ändern, dass ihre Tätigkeiten der Geheimhaltung unterliegen ebenso wie ihre technischen Ausstattungen und die Natur der Aufträge.”

“Würde ich denn weiterhin zur Unterstützung Teams von anderen Fachbereichen einschliesslich der technischen Ausrüstung erhalten? Und würde ich weiterhin als Teamleiterin andere Fachbereiche befehligen und leiten?”

“Das wird sich eher einschränken, insbesondere der Umgang mit anderen Menschen wird sich reduzieren, also der Umgang mit Kollegen und Fachleuten. Sie werden hauptsächlich mit ihrer festen Partnerin arbeiten, sozusagen im Zweierteam …”

“… ich bekomme eine feste Partnerin?”

“Wie soll ich es sagen, Sie werden ein eigenes Schiff erhalten, das von einer Emergenten KI kontrolliert wird und mit der Sie zusammenarbeiten würden.”

“Eine KI?”

Mit ihrem Schiff, aus einer ehemaligen Kolonie, sind sie nun hier in dieser Einöde, einem Asteroidenfeld, unterwegs. Ihr Auftrag ist einfach: Asteroiden suchen, finden, katalogisieren, analysieren und markieren. „Auf keinen Fall wollen wir havarieren“, denkt der Käpt´n und Anführer der vierköpfigen Mannschaft mit tiefschwarzem Humor. Und nun das, ein einfacher aber lebensbedrohlicher Fehler soll ihnen allen den Kopf kosten? Die Crew der ASTARDE, ein Schiff des Besitzers einer ehemaligen Bergbaukolonie, ist von einem Brocken unglücklich erwischt worden. Fast alle Energiezellen sind dabei zerstört worden, ausgerechnet die bereits geleerten Zellen sind verschont geblieben. So machen sie sich auf die Suche nach einem Landeplatz. Da entdecken sie innerhalb des Asteroidenfeldes einen Planetoiden, der vorher von den Sensoren nicht entdeckt wurde. Die Instrumente zeigen immer noch nichts an, aber in der Not frisst der Teufel Fliegen und so beschließt der Käpt´n dort zu landen. „Und dann …”, denkt er bei sich, reiß ich Murphy, diesem alten Suffkopp, den Ar— auf“.

***

Jetzt ist meine Neugierde wirklich geweckt. Eine KI, die ein Schiff befehligt oder kontrolliert? Das sind ja ganz neue Töne! Ich dachte immer, dass die Paranoia des Militärs es nicht zulassen würde, einer KI die alleinige Befehlsgewalt eines Raumschiffes zu übertragen, vor allem dann, wenn es bewaffnet ist. Dann kann es sich ja nur um ein sehr kleines unbedeutendes Schiff handeln, das weder Bewaffnung noch gefährliche Güter an Bord hat. Deshalb wird meine nächste Frage auch ein wenig forscher:

“Sie meinen, ich bekomme ein Shuttle, das von einer KI gesteuert wird und damit werde ich auf den entsprechenden Planeten landen und meinen jeweiligen Auftrag ausführen?”

“Frau Komore,” presst der Major aus sich heraus, wobei ihm seine Genervtheit darüber, dass er mir nicht zu viele Details offenbaren kann, bevor ich nicht fest zugesagt habe, ins Gesicht geschrieben steht, “ich verstehe ja, dass Sie mehr Information haben möchten.  Bedenken Sie bitte, dass wir nur eine begrenzte Menge an Daten Ihrem Gedächtnis entnehmen können. Ohne dabei Schäden anzurichten, stoßen wir bereits jetzt an diese Grenze. Ich schlage vor, dass ich mir einen Kaffee hole und Sie sich inzwischen Gedanken machen, ob Sie den letzten Schritt tatsächlich gehen möchten.”

Auf die Frage des Majors an den Autodoc, ob ich bereits in der Lage sei, ebenfalls einen Kaffee zu goutieren, lehnt dieser  strickt ab und verlässt den Raum.

In meinem Kopf beginnt sich das Karussell zu drehen. Natürlich bin ich inzwischen ganz heiß darauf, die Fähigkeiten des neuen Wunderarms auszutesten. Auf der anderen Seite ist die Sache mit der Geheimhaltung ziemlich heikel. Sowas führt meistens zur Einsamkeit, denn man kann ja dann mit niemandem mehr offen sprechen. Hinzu kommt die Sache mit der KI. Ich bin da wirklich ein gebranntes Kind. KIs sind in meinem Leben immer als Problemmacher aufgetreten. Selten mal, dass diese neunmalklugen Dinger mir in irgendeiner Weise hilfreich waren. Warum will man ausgerechnet mir eine solche Maschine aufbürden. Auch noch eine Emergente. Das ist eine ganz andere Sache als ein Computerprogramm oder selbst eine Sub-KI, die nach festen Regeln “denkt”. Auch mit perfektem Wissen über die kompletten Bestandteile und Fähigkeiten einer solchen Emergenten KI, lassen sich die Ergebnisse kaum vorhersagen. Es bleibt ein unvorhersehbares Risiko, einer Emergenten KI bestimmte Aufgaben zu überlassen, die für Menschen oder deren Sicherheitssystem von Bedeutung sind. Da ist es meist “sicherer”, sich “nichtbewußten” Subroutinen und -programmen anzuvertrauen, als solchen bewußten künstlichen Wesen. Mir wird klar, dass mich solche Gedanken nicht wirklich weiter bringen oder zu einer Lösung für mich führen werden. Ich werde nicht umhin kommen, ein Risiko einzugehen.

Als Major Tochlavski den Raum mit einem Becher Kaffee in den Händen betritt, habe ich mich zu einer Enscheidung durchgerungen. Ich werde mich darauf einlassen, auf dieses neue Abenteuer als Super-Agentin.

Als ich Major Tochlavski mitteile, den vorgeschlagenen Weg zu gehen, scheint er doch irgendwie nachdenklich. Bestimmt denkt er, dass ich nicht wirklich verstanden habe, auf was ich mich da einlasse. Er hinterfragt meine Enscheidung jedoch nicht, sondern steht mir und meinen Fragen nun bedingungslos zur Verfügung. Ich frage deshalb geradeheraus: “Wie kommt es, dass ich für diese sicherlich verantwortungsvolle Aufgabe überhaupt in Frage komme?”

Der Major schaut mir in die Augen und antwortet: “Sie sind eine von fünf Personen, die in Frage kommen. Ihr Shuttleunfall hat schließlich dazu geführt, dass wir uns spontan entschlossen haben, Ihnen dieses Angebot zu machen.”

Ich schweige einen Moment und frage dann eher vorsichtig: “Was passiert, wenn ich mich als ungeeignet für diese Aufgabe erweise? Dann wird man mich sicherlich nicht wieder gehen lassen. Und eine Löschung des Gedächtnisses in größerem Umfang ist ja dann auch nicht mehr möglich.”

Der Major scheint mit einer solchen Frage gerechnet zu haben und anwortet: “Dazu wird es wohl nicht kommen, denn die Auswahl auf fünf Personen, die für diese Aufgabe in Frage kommen, schließt dies nahezu aus. Wir haben uns ein derart detailiertes Bild von ihrem Wesen, ihrer Psyche und ihrem Verantwortungsgefühl und nicht zuletzt von ihren Fähigkeiten, die Sie vor allem als ERK-Ermittlerin im Laufe der Jahre allzuoft bewiesen haben, machen können, dass wir ein Versagen im Prinzip ausgeschlossen haben.”

“Und wenn doch?”

“Wenn doch, werden wir einen entsprechenden Weg oder eine Lösung finden, mit der wir alle leben können. Ein bisschen Vertrauen Ihrerseits sollte es schon auch geben,” wobei er zum ersten Mal eine Andeutung eines Grinsens macht und fortfährt: “schliesslich bringen wir Ihnen ja auch ein erhebliches Maß an Vertrauen entgegen, wenn wir das Objekt in Ihre Hände geben, besser gesagt in Ihren neuen Arm einbauen.”

“Jetzt möchte ich mehr darüber wissen, was es mit dem ARTEFAKT auf sich hat und wie das mit dem Arm funktionieren wird, Major!”

(wird fortgesetzt!)

Copyright © 2013 by Felis Breitendorf & Petra Weddehage

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: Die Raumfahrerin” (Raumfahrerin 22,5mm hoch.jpg) © 2013 by Detlef Hedderich/sfbasar.de

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Layman, John
Chew – Bulle mit Biss 5

Erste Liga

Zeichnungen von Guillory, Rob. Übersetzt von Frisch, Marc Oliver
Verlag :      Cross Cult
ISBN :      978-3-86425-130-6
Einband :      gebunden
Preisinfo :      16,80 Eur[D] / 17,30 Eur[A] / 24,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 10.08.2012
Seiten/Umfang :      ca. 128 S. – 18,0 x 12,0 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 12.2012

Tony Chu – der cibopathische Bundesagent, der von allem, was seinen Gaumen kitzelt, übernatürliche Eindrücke erhält und damit bereits so manch heiklen Fall gelöst hat – ist entführt worden. Er wurde in einen Hinterhalt gelockt, K. O. geschlagen, an einen abgelegenen Ort verschleppt und ohne die geringste Chance auf Flucht festgesetzt. Um von seinen Fähigkeiten zu profitieren, plant Tonys Entführer, ihn mit einem Menü seiner Wahl zu füttern, um herauszufinden, was Tony „sehen“ kann. Tonys Tochter Olive wurde aus dem gleichen Grund entführt. Zwei Kidnapper, zwei Entführte und zwei sehr unterschiedliche Ergebnisse …Der fünfte Band der mit dem Harvey-Award und mehreren Eisner-Awards ausgezeichneten Serie über Bullen und Buletten, Köche und Kannibalen, Erleuchtete und Entführer!

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Titel bei Libri.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys und Leseproben unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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DAS ULTIMATIVE EINKAUFSERLEBNIS – Shortstory von Petra Weddehage

Erstellt von Petra Weddehage am 26. April 2013

DAS ULTIMATIVE EINKAUFSERLEBNIS

Shortstory

von

Petra Weddehage

Eines Morgens stand es da auf unserem Festplatz, einfach so, wie von Zauberhand platziert. Ein riesiges buntes Zelt mit vielen blinkenden Lichtern und einem riesigen Werbeschild mit Leuchtreklame. Hier waren Wörter zu sehen wie: „Billig, Super, Absolut Genial, Rabatte, 10% auf alles!“ Die Leute strömten neugierig herbei.

Hübsche Frauen und Männer verteilten Luftballons und Bonbons, sowie Proben von Shampoo, kleine Lippenstifte und Lose. Da es ein Samstag und somit die ganze Familie zu Hause war, beschlossen meine Eltern mit mir und meinen Geschwistern zu dem Spektakel zu gehen, das sich fast vor unserer Haustür abspielte.

Mit leuchtenden Augen schauten Brigitte und Michael auf die leuchtenden, bunten Lampen. Sogleich bekamen wir süße Lutscher geschenkt und für jeden gab es einen Luftballon. Nun fühlte ich mich mit meinen 13 Jahren doch schon zu groß dafür und beschloss ihn später meiner Mutter zu geben. Die konnte derlei Dinge immer gut gebrauchen um damit einer Geburtstagsparty den richtigen Pfiff zu verleihen. Eine schöne, schlanke Frau gab mir einen kleinen Lippenstift und zwinkerte mir lächelnd zu. Ich fühlte mich sogleich verstanden, sie schien genau zu wissen, was ich gerade gedacht hatte. ´Nun ja´, dachte ich bei mir, ´das ist halt Verkaufsstrategie´. Dieses Thema hatten wir gerade in der Schule. Wir lernten wie die Werbung uns auch unbewusst beeinflusste.

Als ich mich gerade umdrehen wollte, fiel das Sonnenlicht auf die junge Frau und ihre Augen schienen rot aufzuleuchten. Das sah doch recht gruselig aus und ich bekam innerlich eine Gänsehaut. Ich tat es als Leuchteffekt ab wie bei den Fotos auf denen die Augen der Leute auch rot aufleuchteten wenn im falschen Licht fotografiert wurde. Dafür gab es ja Bildbearbeitungsprogramme.

Meine Mutter rief: „Luzia, nun trödle nicht so herum, komm, es gibt noch viel zu sehen.“ Eilig betraten wir das Zelt. Ich blieb mit offenem Mund stehen, so etwas hatte ich noch nie gesehen. Irgendwie wirkte das Zelt im Innenraum größer als es von außen zu sein schien. Es sah ein wenig aus wie auf dem Jahrmarkt. Überall gab es Verkaufsstände mit den interessantesten Kleidern und Accessoires zu bestaunen. Sogar ein Pferdekarussell und Essensstände waren aufgebaut. Viele kleine Kinder stürzten auf das Karussell zu, da das Fahren darauf umsonst war. Allerdings mussten sie jeweils ein neues Ticket ziehen. Dies erschien mir nur fair. So konnten auch andere Kinder damit fahren und die Pferde, Kutschen und andere fantasievolle Figuren, wie die entzückenden Einhörner und der gläserne Pegasus, waren nicht dauernd besetzt.

Meine Mutter stieß einen Schrei des Entzückens aus und stürzte sich auf ein Regal voller Schuhe. Unser Vater hatte inzwischen von einem der Mitarbeiter einen Einkaufswagen bekommen. Wir Kinder wurden mit Stofftaschen in verschiedenen Farben beschenkt. Darin waren je drei Lose. Neugierig öffnete ich eins davon. ´Ein Makeup Set plus ein Styling´, stand auf meinem einen Zettel. Auf dem anderen: ´Ein Outfit Deiner Wahl` und auf dem dritten Los: ´Ein cooles Handy`. Kurz verschwamm die Schrift vor meinen Augen doch ich konnte nicht erkennen was nun darauf stand. Ein leichter Schwindel erfasste mich, so jung und schon Kreislaufprobleme, das konnte ja heiter werden, dachte ich sarkastisch. Kurz darauf ging es mir wieder gut und ich war bereit, meine Gewinne zu nutzen. Ob Mama das mit meinen Haaren wohl erlauben würde?

Ich sah mich nach meiner Mutter um, die war ganz im Kaufrausch versunken und ihr Einkaufswagen war schon gut bestückt. Mein Vater sah mit einem seligen Lächeln zu mir. Er hatte ebenfalls einen großen Einkaufswagen den er vor sich herschob. Während meine Mutter ihrem Schuhtick frönte, hatte er sich auf Werkzeuge und Sportartikel gestürzt. So langsam wurde mir die Sache unheimlich, doch noch bevor ich meine Mutter fragen konnte, ob das mit dem Styling O.K. ging, war wieder die junge Frau vom Eingang bei mir. „Nun junge Dame, was hast Du den Schönes gewonnen.“, fragte sie mich freundlich. Verdattert reichte ich ihr meine Lose. Sie stieß einen freudigen Laut aus: „Nein was bist Du für ein Glückspilz. Lucrezia“, rief sie im Befehlston, „hier ist jemand für Dich!“

Sofort und damit meine ich wirklich augenblicklich sah ich eine weitere wunderschöne Frau mit dunklem Haar vor mir. Noch ehe ich mich wundern konnte, hatte sie mich schon mit in einen anderen Bereich genommen, der von einem rosa Vorhang verdeckt wurde. Dahinter verbarg sich ein fantastischer Anblick. Kleider, Schuhe, Hüte, Taschen und unglaublich viel Schmuck, sowie tolle Haarspangen und viele Kosmetika waren da zu bestaunen. Ruckzuck war ich von drei weiteren Damen umgeben, die mir helfen wollten, meinen Gewinn einzufordern. Während ich die Haare gewaschen bekam und von einer wundervollen, einschläfernden Musik berieselt wurde, begann ich mir keine Gedanken mehr darüber zu machen, was Mama wohl zu den Farbkombinationen in meinem Haar sagen würde, wenn ich fertig umgestylt war. Ich fühlte mich wie eine Prinzessin.

Als ich fertig war, sah ich mich erstaunt im Spiegel an. Meine zottigen braunen Haare glänzten in einem dunklen mahagonibraunen Ton und die sehr poppig rosa eingeschweißten Strähnen vervollständigten meine Frisur. Mein Haar floss in sanften Wellen meinen Rücken hinunter. Hier stutze ich kurz, war es nicht länger als vorher? Mein Haar war doch nur Schulterlang gewesen. Dazu sah das Makeup einfach super aus. Natürlich passend zu dem rosa Touch, der sich auch in meiner Garderobe wiederfand. Ein Kleid mit Spitzen und Rüschen in schwarz, mit rosa Stoffrosen besetzt und mit silbernen Fäden bestickt ließen mich wie eine Gothic Prinzessin aussehen. Dazu hatte ich schwarze Schuhe an, die ebenfalls mit silbernen Fäden durchwoben waren. Die dazu passende Handtasche und eine tolle Haarspange vervollständigten mein Outfit.

Dann ging es daran mein Handy auszusuchen. Schnell fand ich eins, das meinem neuen Aussehen entsprach. Die Farben passten ebenfalls zu meiner neuen Gestalt.

Zum Schluss wurde ich mit dem gesamten Team fotografiert. Lucrezia flüsterte mir zu: „Ab und an wirst Du eine Nachricht auf Deinem Handy von uns bekommen. Ich hab Dir eigens eine App aufgespielt. So weißt Du wo wir sind und kannst Dir ab und an ein paar Proben holen oder Dir von uns schicken lassen.“ Das fand ich aber sehr nett von ihr und bedankte mich artig. Hier verzog sie kurz ihr Gesicht als wenn ihr mein Dank gar nicht so recht war.

Ich betrat wieder den Innenraum des Zeltes und sah wie meine Familie auf mich zukam. Wie ich selber hatten auch sie ein neues Outfit und nette Spielereien bekommen.

Mama hatte zudem alles bezahlt was Papa und sie sich ausgesucht hatten. Meine Schwester hatte für ihre Spielzeugautos eine Garage und eine Waschanlage sowie allerlei Zubehör gewonnen. Mein Bruder eine Ritterburg samt Drachen und Rittern mit Burgfräulein und weiterem Schnickschnack. Dazu hatten alle ebenfalls ein Handy bekommen. Mein Bruder war völlig hin und weg, da seine Glücksfee ihm zudem noch Apps mit kostenlosen Spielen geladen hatte.

Mama und Papa waren gestylt und sahen aus wie Topmodels, die sich gleich zu einer exklusiven Party aufmachen wollten.

Mama meinte erfreut: „So billig habe ich noch nie eingekauft. Ich habe für alle genug Kleidung und Schuhe für das ganze Jahr bekommen und nicht einmal einen Bruchteil des eigentlichen Wertes bezahlt.“

Als wir das Zelt verlassen wollten waren da wieder die netten jungen Männer und Frauen. „Entschuldigen sie, bitte. Wären sie so nett uns kurz zu sagen wie es ihnen bei uns gefallen hat.“ Meine Mutter schielte auf ihre neue Uhr. Der junge Mann der meine Mama angesprochen hatte sagte sofort: „Natürlich bekommen sie dafür ein kleines Präsent von uns.“ So beantworteten meine Eltern die Fragen der Verkäufer und bekamen zum Schluss noch jeder eine riesige Tüte mit Lebensmitteln geschenkt. Wir Kinder bekamen ebenfalls neue Tüten mit allerlei Süßkram.

Da hörte ich wie gesagt wurde: „Wenn sie kurz hier unterschreiben würden damit wir ihnen auch weiterhin kostenlose Proben zusenden können!“ schlich ich mich an den Verkäufer ran. Der Zettel den die Verkäufer meinen Eltern hinhielten schien vor meinen Augen zu verschwimmen und neue Sätze erschienen. Ich las etwas wie: Drei Jahre Höllenqualen, vier Jahre Kohlenschippen, Eltern haften für ihre Kinder … doch schon veränderte sich die Schrift wieder. Ich wollte mir die Augen reiben und dachte gerade noch daran, dass ich ja Wimperntusche aufgetragen bekommen hatte.

Kurz darauf gingen wir nach Hause. Wir alle waren zufrieden und ich hatte den seltsamen Vorfall mit der Schrift schon vergessen. Von meinem Fenster aus konnte ich das Zelt blinken sehen. Leute strömten hinein und kamen mit zufriedenen Gesichtern wieder hinaus. Die Leuchtreklame blinkte wie verrückt und so konnte ich nicht schlafen. Irgendwann musste ich wohl doch eingenickt sein. Irgend etwas weckte mich und ich sah neugierig aus dem Fenster. Das Zelt leuchtete immer noch, aber was ich nun sah schien einem Alptraum entsprungen zu sein. Die netten jungen Frauen und Männer hatten auf einmal Hörner und Schwänze, ihre Haut war rot und ihre Augen leuchteten gelb. Die Leuchtschrift hatte sich ebenfalls verändert hier stand nun statt der protzigen einlullenden Werbung: „Jedes verschenkte Kleidungsstück: 1 Jahr Seelenqualen. Alle Proben: 5 Jahre Höllenqualen. Pro Handy: 2 Jahre Kohlenschüppen. Eltern haften für ihre Kinder. Tretet ein und … lasst alle Hoffnung fahren.“

Copyright (C) 2013 by Petra Weddehage.

Bildrechte: Coverillustration “Überraschungsgeschichten-der-besonderen-Art1.jpg ” () © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Connolly, John
Das Portal der Dämonen

Übersetzt von Koob-Pawis, Petra
Verlag :      cbj
ISBN :      978-3-570-22371-0
Einband :      Paperback
Preisinfo :      7,99 Eur[D] / 8,30 Eur[A] / 11,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 16.01.2013
Seiten/Umfang :      320 S. – 18,3 x 12,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      14.01.2013

Medien :
Leseprobe(PDF)

Der 11-jährige Samuel ist eigentlich ein ganz normaler Junge, bis seinen gelangweilten Vorstadtnachbarn nichts Besseres einfällt, als ein wenig Dämonenbeschwörung zu üben. Das klappt dummerweise überraschend gut und nun sind die dämlichen Nachbarn nicht nur von Dämonen besessen, sondern diese fiesen Gestalten auch noch hinter Samuel und seinem Dackel Boswell her. Die waren nämlich unfreiwillige Zeugen, als die Hobby-Satanisten das Portal im Universum auftaten, durch das der finstere Lord nun seine Trupps in die Welt der Menschen entsendet. So muss Samuel nun den Untergang der Menschheit verhindern – irgendwie …

John Connolly, geboren in Dublin, wurde weltweit berühmt durch seine »Charlie Parker«-Thrillerserie. All seine Romane stürmten die Bestsellerlisten und als erster Nichtamerikaner gewann er den Shamus Award. »Das Portal der Dämonen« ist sein erstes Kinderbuch.

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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LEGENDEN – Shortstory von Petra Weddehage

Erstellt von Petra Weddehage am 26. April 2013

LEGENDEN

Shortstory

von

Petra Weddehage

Der Himmel war so hell und klar wie schon lange nicht mehr. Dieser fantastische Blauton hätte jeden Künstler in Ekstase versetzt. Die Strahlen der Sonne brachten die Blumen zum Blühen und die Wiesen glänzten in einem saftigen Grün. Endlich war der Frühling gekommen.

Die Sonnenstrahlen drangen auch durch das dichte Blättergewirr des Tausend-Jahre-Waldes. Der Waldkönig hatte seine Gemahlin und seine Kinder um sich versammelt. Sie befanden sich auf einer wunderschönen Lichtung. In der Ferne war das Rauschen eines Wasserfalles zu hören, der dem kleinen Teich durch sein Wasser neues Leben einhauchte.

Die Nixen, die wie immer aus ihrem Wasserschloss gekommen waren um mit dem König und seinen Untertanen den Beginn des Frühlings zu feiern, sangen: „Neues Wasser, bringt neues Leben. Neues Leben bringt neue Seelen.“

Aus allen Teilen des Waldes waren sie zusammengekommen, die Einhörner und die Waldfeen, die Elfen und die Faune. Hoch oben aus der Luft sanken Pferde, mit Flügeln wie aus schimmerndem Glas, zu Boden. Bald waren alle Bewohner des Waldes eingetroffen und eine andächtige Stille legte sich über den Wald.

„Wann kommt den jetzt endlich die Geschichte, Mama“, fragte ein kleiner Pegasus voller Ungeduld. „Jetzt mein kleiner Untertan.“ ertönte die Stimme des Herrschers und er begann seine Erzählung:

„Es war einmal der Mensch, es war das schrecklichste Wesen auf dieser Welt. Diese Monster waren teilweise sehr schön anzusehen, doch brachen sie immer wieder die Verträge mit uns Naturgeschöpfen. So waren wir vom Aussterben bedroht. Unsere letzte Hoffnung lag in einer der anderen Dimensionen. Wir flohen in die Welt der Fantasie, nur dort konnten wir überleben. Die Magie war fast gänzlich aus der Welt der Menschen, die der Technik den Vorzug gaben, verschwunden. Nur mit einer letzten, gemeinsamen Kraftanstrengung überwanden unsere Vorfahren den hauchzarten, jedoch kaum zu durchdringenden, Schleier in diese Welt. Diese Dimension war abhängig von den Träumen und Wünschen der Menschen und das erwies sich für unser Überleben als wahrer Glücksfall. Umso mehr ihre eigene Welt in Rauch, Feuer und Maschinen voller technischer Raffinessen versank, desto mehr sehnten sich die Menschen nach einer anderen Lebensweise. Vor allem die Kinder waren ein kaum zu zügelnder Quell fantastischer Ideen. Sie wollten auf Drachen reiten und mit magischen Pferden durch die Lüfte segeln. Die männlichen Kinder wollten auf die höchsten Bäume steigen, als Piraten das Meer überqueren oder einfach nur an einem Strand hohe Sandburgen bauen. Die Mädchen träumten von Feen, Elfen und Waldtieren, die ihnen freundlich gesinnt seien und die Sprache der Menschen verstehen. Sie träumten von Palästen, wunderschönen Gewändern und wünschten sich Fahrten in einer goldenen Kutsche. Sie wollten im Prinzessinnengewand auf einem Ball tanzen. Die Wünsche wurden umso zahlreicher, je grausamer und hoffnungsloser ihr eigener Alltag sich gestaltete.

Eines Tages geschah folgendes:

Jasper war ein Junge von vierzehn Jahren. Er lebte in einem Hochhaus im vierzehnten Stock mit vierzehn weiteren Bewohnern. Seine Welt war alles andere als schön zu nennen. Überall gab es Fabriken, in denen die Menschen sich zu Tode schufteten. Es gab zahlreiche Computer und noch effektivere Maschinen, die dem Boden ihre Schätze entrissen. Mit Raumschiffen wurde hin und wieder ein Versuch gestartet eine zweite Erde zu finden. Diese Hoffnung zerplatze wie eine Seifenblase, da die Entfernungen zu den nächsten bewohnbaren Sternensystemen zu groß waren, um sie zu überwinden. Auch die Urbarmachung der Planeten in der näheren Umgebung scheiterte durch die Gier der Diktatoren und Menschen in Machtpositionen. Die Überbevölkerung der Welt war nicht mehr zu stoppen. Im Laufe der Jahrhunderte hatten sich die Religionen vermischt und es entstand: DIE EINE NEUE KIRCHE.

Durch einen gerissenen Schachzug, indem sie sich die Verzweiflung der Menschen zu Nutze machten, gelang es ihnen auch die weltlichen Belange an sich zu reißen. So brachen Chaos und Anarchie, vermischt mit einem furchtbaren Irrglauben noch schneller über die Menschheit herein.

Verbote waren an der Tagesordnung. Es war verboten zu verhüten, Abtreibung war ebenfalls verboten. Es gab immer mehr Krankheiten und durch den Nahrungsmangel wurden Kinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen geboren, denen keine schöne Zukunft bevorstand. Die Folge davon waren immer mehr Kinder, die irgendwo ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen wurden. Es gab nie genug Waisenhäuser um die Kleinen aufzunehmen oder die hungrigen Mäuler zu füttern. Dann beschlossen die Kirchenoberhäupter, dass alle Menschen das Gleiche erhalten sollten, egal ob sie arbeiteten oder nicht. Es gab einen Kleidungstil je für Männer und Frauen. Die Männer trugen einen sackartigen Kaftan und einen Kapuzenumhang, wobei sie damit ihre Köpfe bedecken sollten. Die Farben wurden verbannt und so gab es nur ein tristes Grau das alle trugen. Frauen wurde wieder einmal alles, was in der Welt schief lief, angekreidet. Ihr verderbter Einfluss sollte schuld daran sein, dass es den Menschen so schlecht ging. Sie mussten ihre Figur und ihre Haare unter langen klobigen Gewändern und Tüchern verbergen. Jeder machte mittlerweile die gleiche Arbeit und bekam das gleiche zu essen. Es waren katastrophale Zustände. Die Sterblichkeitsrate der Neugeborenen erreichte einen traurigen Rekord. Nur auf dem Schwarzmarkt konnte man zu unglaublichen Preisen noch Zigaretten, Alkohol oder Medikamente bekommen.

Die einzigen die im Luxus hausten waren die Oberhäupter der mittlerweile EINEN KIRCHE, die es ja ach so gut mit den Menschen meinten. Das Böse findet immer einen Weg um sich zu bereichern. Chaos war vorprogrammiert.

Es gab immer neue Krankheiten die dafür sorgten, dass ab und an die Weltbevölkerung reduziert wurde, aber es gab immer noch zu viele Menschen. Gegen die rasante Vermehrung der Erdenbewohner schien es kein Mittel zu geben. Für Jasper gab es nur noch graue Gestalten, die sich durch die Gegend bewegten. Die Menschen wirkten wie seelenlose Roboter, unbelebt und mechanisch. Sie beteten dreimal am Tag. Doch der einzig wahre Gott hatte seine Augen verschlossen, die Ohren bedeckt und seine Lippen fest aufeinandergepresst. Auch ein Gott kann irgendwann den Wahnsinn seiner Kinder nicht mehr ertragen und beginnt sich abzuwenden.

Jasper saß vor seinem Computer und tauchte in eine unreale Welt ein. Dank eines Helmes und eines Handschuhs konnte er in Welten reisen, die er selbst mit ein paar Tastenbefehlen erstellt hatte. Darin war er ein wahrer Meister. Sein Talent hielt er wohlweislich vor allen verborgen, sogar vor seinen Eltern. Es gab noch andere Kinder wie ihn, die mit ihm in der anderen Welt zahlreiche fantastische Abenteuer erlebten. Sie erträumten sich große Wälder, feenhafte Mütter und nette Väter, Königen gleich. In dieser Welt ernährten sich die Menschen von Früchten und lebten mit allen Tieren und Fabelwesen in Frieden.

In der Welt der Menschen geschah es, dass eine kleine Gruppe eine große, gefährliche Waffe entwickelte. Sie waren so fanatisch, das sie diese Waffe eines Tages einsetzten, mit verheerenden Folgen. Damit hatten sie nicht gerechnet, doch es war zu spät. Die Welt zersprang und so wurde der Planet namens Erde vollständig zerstört. Von einem Moment zum anderen war die Welt verschwunden, aufgelöst als hätte sie nie existiert. Denn die Wahrscheinlichkeit für eine Welt ohne Hoffnung wurde immer geringer, sie wäre also über kurz oder lang auf jeden Fall verschwunden. Die Menschen hatten ihr Ende selber beschleunigt.

Dann geschah das große Wunder. Unsere Traumwelt war durch die Wünsche der Kinder so real geworden, dass sie den Platz der anderen Welt einnehmen durfte. Alle Kinder, der nun nicht mehr existierenden Welt, leben nunmehr hier bei uns. Ihr denkt bestimmt das müssen doch sehr viele gewesen sein. Nein, da irrt ihr. Durch eine Krankheit wurden die Männer und Frauen steril und es gab immer weniger Geburten. Nur ein paar hundert Kinder lebten noch auf der Welt, bevor sie zerbarst. Nun leben sie alle hier bei uns, vom kleinsten Säugling bis zum vierzehnjährigen Jasper. Doch leben sie hier nicht in der Gestalt der Menschen, da sich viele vor diesen grausamen Wesen gefürchtet hätten. Und da wo Furcht gesät wird sind auch der Hass und die damit eingehende Zerstörung nicht mehr weit. Der eine wahre Gott gab ihnen die Gestalt der Feen und Waldelfen.“

Damit beendete der Waldkönig seine Geschichte und ein ehrfurchtsvolles Schweigen breitete sich unter den Zuhörern aus. Alle dachten, wie gut sie es doch hatten in dieser paradiesischen Welt.

Auf einmal ertönten liebliche Klänge und wunderschöne Wesen in hauchzarten Gewändern wurden sichtbar. Sie leuchteten voller Farbenpracht und ihre Flügel glänzten schimmernd im Sonnenlicht.

Da rief der König erfreut: „Seht liebe Kinder dort kommt der eine wahre Gott, mit seinem Feenvolk, um mit uns zu feiern. Den hier ist wahrlich das Paradies.“

Sein prächtiges Geweih ruckte herum und alle sahen ihren neuen Freunden entgegen. Das Kind das den Neuankömmlingen voranschritt war wunderschön und eindeutig göttlich.

Copyright (C) 2013 by Petra Weddehage.

Bildrechte: “Sagen” (Zeichnung-Sagen.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: Coverillustration “TräumeundVisionen” (20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Beer, Anika
Wenn die Nacht in Scherben fällt

Verlag :      cbj
ISBN :      978-3-570-40202-3
Einband :      Paperback
Preisinfo :      12,99 Eur[D] / 13,40 Eur[A] / 18,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 03.04.2013
Seiten/Umfang :      416 S. – 20,6 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Produktform (detailliert) :      B504
Erscheinungsdatum :      13.05.2013

Bildgewaltig, unglaublich atmosphärisch und absolut mitreißend.

Schon immer waren Träume für Nele etwas ganz Besonderes, denn sie besitzt die Fähigkeit, sie zu steuern, wie es ihr gefällt. Doch als sie mit ihren Eltern von München nach Erlfeld zieht, taucht auf einmal jemand in ihrem Traum auf, den sie selbst nicht erschaffen hat: Seth, ein junger Mann, den sie unheimlich und zugleich anziehend findet. Aber was macht er in ihrem Traum? Als Nele sich in der neuen Schule mit Jari anfreundet, hofft sie, in ihm jemanden gefunden zu haben, dem sie sich anvertrauen kann. Doch dann verschwindet Jari wie vom Erdboden verschluckt. Nele macht sich auf die Suche nach ihm, und findet heraus, dass nicht nur er in Gefahr ist – sondern die gesamte Traumwelt zu zerbrechen droht …

Anika Beer ist ein Herbstkind des Jahres 1983 und wuchs in der Bergstadt Oerlinghausen am Teutoburger Wald auf. Die Welt der fantastischen Geschichten begleitet sie seit frühester Kindheit: Sie lernte mit 3 Jahren lesen, im Alter von 8 bekam sie eine Schreibmaschine und fing an, erste Geschichten zu schreiben. Anika Beer begeistert sich für Kampfkunst und fremde Kulturen und lebte nach dem Abitur einige Zeit in Spanien, bevor sie in Bielefeld eine Stelle an der Universität annahm. Nach „Als die schwarzen Feen kamen“ ist „Wenn die Nacht in Scherben fällt” ihr zweiter Jugendroman.

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

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MÜTTER BRAUCHEN LANGE ARME! – Eine Shortstory von Petra Weddehage

Erstellt von Petra Weddehage am 26. April 2013

MÜTTER BRAUCHEN LANGE ARME!

Shortstory

von

Petra Weddehage

„Rabää“! wie jeden Morgen wurde Linda durch den Schrei ihrer süßen Tochter Micelia aus dem Schlaf gerissen. Also stand sie gähnend auf und rieb sich ihre Augen. Dann eilte sie zum Gitterbett der Kleinen, die gerade einmal vier Wochen alt war. Sie holte sie heraus und setzte sie in ihren Bauchbeutel. Die junge Mutter hörte wie ihre kleine Tochter wohlig seufzte und spürte dann wie sie an ihrer Beutelwarze zu saugen begann. Linda war froh, dass sie genug Milch hatte. Nur ungern hätte sie Micelia zu einer Amme gegeben wie es leider viel zu vielen Frauen erging, die nicht genug Milch besaßen. Sie dachte aber auch an die armen Unglücklichen, die keinen Bauchbeutel besaßen, ihnen war das Glück einen eigenen Säugling auszutragen somit verwehrt. Ein genetischer Rückfall in zwanzigste Jahrhundert. Leider passierte dies ab und zu. Manchmal bekamen diese Frauen gegen alle Wahrscheinlichkeiten dennoch ein Kind aber sie konnten es nicht selber großziehen.

Micelia war vollkommen auf die Welt gekommen, ebenso ihr vierjähriger Bruder Alex. Linda ging ins Bad und machte sich „City fein“, wie sie es nannte. Alex und Micelia bekamen ebenfalls farblich passende Kleidung. Dies war ein Tick von Linda, damit alle sahen, dass sie zusammengehörten. Dann stieg die kleine Familie in ihr, mit Sonnenenergie betriebenes, Auto. Einen Buggy brauchte sie im Moment noch nicht, da Micelia dafür noch zu klein war, Alex aber lieber zu Fuß ging.

Sie parkte in der Stadt und ging mit ihren Kindern in den Supermarkt. Die riesigen Gänge waren hell erleuchtet und sie fand schnell was sie suchte. Ihr elektronischer Einkaufszettel lotste sie sicher zu den richtigen Regalen und Produkten. Sie kannte sich gut genug um zu wissen, wenn sie nur mal so durch den Markt schlenderte kaufte sie doch mehr als sie wollte. Das war aber nicht fair anderen Menschen gegenüber und so verschenkte sie sehr viel an andere Leute, was sie nicht selber verbrauchte. Im Gegenzug bekam sie von ihren Nachbarn gut erhaltene Kleidung für die Kinder. Vor allem Alex Konsum an Hosen steigerte sich im Moment enorm, da er sehr gerne auf den Knien herumrutschte. Eine ganz normale Angewohnheit und fürs körperliche Wohlbefinden und die Entwicklung des Kindes sehr willkommen.

Auf einmal, sie hatte nur einen Moment nicht richtig aufgepasst, war Alex verschwunden. Linda rief ihn zwar, doch er antwortete nicht. Linda eilte panisch rufend durch die Gänge, von Horrorvisionen verfolgt. Da hörte sie ein Kichern, das war ihr Alex. Sie entdeckte den kleinen Ausreißer wie er gerade eine kunstvoll aufgestapelte Dosenpyramide bestaunte. Doch bevor sie ihn erreichte zog der kleine Racker eine Dose ganz unten aus dem Stapel heraus und die Pyramide begann gefährlich zu kippen. Mit einem fürchterlichen Krachen fiel die Dosenpyramide in sich zusammen.

Lindas beide Fangarme, die jeder Mutter aus den Hüften wuchsen, entfalteten sich blitzschnell und sie konnte ihren Sohn rechtzeitig aus der Gefahrenzone herausziehen. Auf einmal war sie von Leuten umringt, die teils aus Sensationslust herumstanden oder ihre Hilfe anboten. Dankend lehnte Linda ab und versicherte, dass es ihnen allen gut ging.

Der herbeigeeilte Geschäftsführer geleitete die zitternde junge Mutter und ihre Kinder in sein Büro. Alex bekam einen Saft und Linda auf den Schreck eine Tasse Kakao, für Kaffee war sie viel zu aufgeregt. Kurze Zeit später konnte sie schon wieder mit Herrn Meier, so hieß der Leiter des Supermarktes, über das Geschehene lachen. „So ein kleiner Schlingel“, schmunzelte er. Linda und er regelten die geschäftliche Seite und er bekam die Nummer ihrer Haftpflichtversicherung.

„Es ist nur gut, dass ihr Mütter so lange Arme habt“, meinte Herr Meier. „Ja, stellen sie sich vor wie es den armen Frauen früherer erging. Gut das wir im vierzigsten Jahrhundert leben. Die Evolution unserer Rasse ist ein wahrer Segen.“

Linda sinnierte: „Wahrscheinlich ist die genetische Veränderung unserer Körper dafür verantwortlich, dass es nun weniger Kinder gibt, allerdings sind diese auch immer geistig und körperlich gesund. Ich fühle mich dabei richtig wohl. Es ist schön, sein Kind sicher verwahrt zu wissen und diese zusätzlichen Armpaare sind ein echtes Wunder. So kann ich gleichzeitig alles erledigen, von der Hausarbeit bis zum Tele-Rounding mit meinen Freundinnen. Immer hab ich die Sicherheit, dass ich meine Kinder im Griff habe.“

„Die armen Väter früher tun mir leid, sie hatten doch kaum etwas von ihren Kindern,“ antwortete Herr Meier, „Meistens mussten sie bis spät in die Nacht schuften, dann kamen sie müde zu Hause an und waren froh ein wenig ausruhen zu können. Nein, ich hab es da viel besser.“ Bei diesen Worten holte er seinen Sohn Werner aus seinem Bauchbeutel und präsentierte ihn Linda voller Stolz. „Sehen sie, so kann ich meine Frau ein wenig entlasten und mein Kind mit zur Arbeit nehmen. Früher war so etwas undenkbar, wie grausam so etwas gewesen sein muss, sein Kind nur ab und an für ein paar Minuten oder Stunden zu sehen.“ Dabei schüttelte er seinen Kopf.

„So etwas Schreckliches mag ich mir gar nicht vorstellen“, antwortete Linda, „Nein, ich denke wir haben uns so sehr von unsern Vorfahren gelöst, auch im Denken, so dass wir die früheren Zeiten schlecht nachvollziehen können. Früher haben die eigenen Eltern ihren Kindern die schlimmsten Dinge angetan, nein darüber darf ich nicht nachdenken. Überlegen sie nur, heute kann man jedem Menschen sein Kind anvertrauen, es würde einfach nichts passieren.“

„Heute sind wir auch aufgeklärter, körperlich und geistig gesund und wir alle haben genug zu essen. Die Wohnungen sind groß genug und auf die Bedürfnisse der einzelnen Leute zugeschnitten. Jede Familie, mit einem oder mehr Kindern, hat ein Haus mit Garten. Unsere Autos haben alle nur erdenkliche Sicherheitsmaßnahmen. Dazu kommt noch, das wir alle Tätigkeiten ausüben können die uns gerade interessieren. Bis vor wenigen Wochen hab ich noch auf der Bühne gestanden und gesungen. Ich wollte mal einen anderen Tätigkeitsbereich ausfüllen und etwas Neues lernen. Sonst rostet man doch nur ein. Aber das allerbeste sind die Video-Realspiele. Hier dürfen wir uns richtig auslassen und Wut und Agonie ausleben. Ab und an macht es mir doch Spaß, etwas in die Luft zu jagen.“ Beide kicherten bei dem Gedanken. Sie redeten noch eine Weile über die besseren Lebensbedingungen. Dann wurde es für Linda an der Zeit, nach Hause zu fahren. Sie ging zum Auto, die Lebensmittel waren schon verstaut worden und ihre Verzehrkarte entwertet. Sie stieg ins Auto, erst dort ließ sie Alex aus ihren langen Armen in seinen Kindersitz gleiten. Liebevoll strich sie ihm über den Kopf. Micelia musste während der Fahrt ebenfalls ihren warmen Platz im Beutel verlassen und kam in eine Babyschale. Linda startete den Wagen und schaltete das Radio ein. Der Babysitter-Boogie von Ralf Bendix erklang und Alex sang eifrig mit. „Wirklich gut“, dachte Linda, „dass wir Mütter so lange Arme haben.“

Copyright (C) 2013 by Petra Weddehage.

Bildrechte: Coverillustration “SkurileGeschichten1.jpg ” (SKURILE GESCHICHTEN-SPIRALE-20110114083935-8edac2f8) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Pierlot, Holly
Für Mütter

Mit Gott den Alltag meistern – Deutsche Ausgabe mit Praxiskommentaren

Übersetzt von Macova, Katja
Verlag :      fe-medienvlg
ISBN :      978-3-86357-045-3
Einband :      Paperback
Preisinfo :      12,80 Eur[D] / 13,20 Eur[A] / 18,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 07.03.2013
Seiten/Umfang :      310 S. – 21,0 x 14,8 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 07.03.2013

Seelenfrieden statt Nervenzusammenbruch:
Holly Pierlot beschloss, das alltägliche Chaos daheim zu bändigen. Dabei machte die Mutter von 5 Kindern eine unerwartete Entdeckung: Ordensregeln können auch für Mütter eine Kraftquelle sein. Sie ließ sich von der Lebensregel der Schwestern der seligen Mutter Teresa von Kalkutta inspirieren, um einen harmonischen Lebensstil zu finden. Tatsachenbericht und praktische Anleitung zugleich, unterhaltsam und voll geistlicher Tiefe: Hier findet (nicht nur) jede Mutter wertvolle Tipps.

Titel bei amazon.de
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Carrie Jones: Flüsterndes Gold – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 19. April 2013

Carrie Jones
Flüsterndes Gold

Need, USA, 2009
Cbt
ISBN13: 978-3-570-30819-6
All Age Fantasy
1. Auflage: 07/2012
Aus dem amerikanischen Englisch von Ute Mihr
Umschlagfoto: © Corbis/Moodboard/RF,
Umschlaggestaltung: init.Büro für Gestaltung, Bielefeld, unter Verwendung des Originalumschlags
Autorenfotos von © Doug Jones
Taschenbuch, 348 Seiten

www.cbt-jugendbuch.de

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch 24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Zara trauert um ihren verstorbenen Stiefvater. Aus dem fröhlichen Mädchen wurde ein Schatten seines Selbst. Ihre Mutter sorgt sich sehr um sie. So schickt sie Zara nach Maine, zu ihrer Großmutter Betty. Dort angekommen wird sie sogleich in einen mysteriösen Fall verwickelt. Einige junge Männer in der Umgebung verschwinden und eine Mordserie die vor 20 Jahren abrupt endete, scheint ihre Fortsetzung zu finden. Das junge Mädchen erkennt, das die Geschehnisse unmittelbar mit ihrem Erscheinen in Zusammenhang zu stehen scheinen. Dazu kommt noch ein geheimnisvoller Fremder, der sie verfolgt. Gut das es den charismatischen Nick gibt, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Mit ihren neuen Freunden Nick, Devyn und Issie stellt sie sich einem Geheimnis aus ihrer Vergangenheit, das ihr ganzes Weltbild völlig auf den Kopf stellt. Denn auf einmal ist ihre Welt bevölkert von Sagengestalten wie Werwesen und Elfen. Zara ist bereit sich zu opfern um ihre Freunde zu retten.

Die Autorin wählt als Schauplatz für ihre Geschichte Maine aus. Hier sind die Winter lang und die Sommer umso schöner. (Anmerkung der Autorin) Zara, die als sehr sympathischer Charakter angelegt wurde, erlebt ihre Geschichte allerdings in der kalten Winterperiode. Dass sich Elfen in dieser Gegend niederlassen wird dadurch erklärt, dass sie die Zivilisation meiden, da Eisen tödlich für sie ist. Diese Wesen bevorzugen tiefe Wälder. Allerdings entpuppen sie sich als grausame, zutiefst Ichbezogene Sagengestalten. Wenn der Elfenkönig seine Begierde nach einer Königin nicht mehr zügeln kann, muss er das Blut junger Männer trinken. Als Gegenpol erschuf Carrie Jones die Werwesen. Deren Aufgabe besteht darin die Menschen vor den Elfen zu beschützen. Diese Werwesen sehen aus wie normale Menschen, doch sie besitzen die Fähigkeit sich in Tiger, Adler oder Wölfe zu verwandeln. Zudem wiesen sie deren Stärke auf. Erfahrene Fantasy Leser werden sehr schnell merken welche Wesen sich in Zaras Nähe bewegen. Allerdings sind die Figuren, die die Schriftstellerin ersinnt, durchaus für einige Überraschungen gut. Die Story wird zudem aus der Ich-Perspektive erzählt und wirkt umso eindrucksvoller.

Vor jedem Kapitel gibt es als Überschrift eine Phobie die benannt wird, wie etwa die Phobophobie-Die Angst vor der Angst. Dies wird auch mit einem anderen Schrifttyp hervorgehoben. Die Autorin lebt und arbeitet in Main. Mit ihrem Debütroman Flüsterndes Gold stand sie wochenlang auf der Bestsellerliste der New York Times. Obwohl die Geschichte unter der Kategorie Jugendbuch abgelegt wurde, kann man sie doch dem All Age Genre zuordnen. Da auch erwachsene Leser mit einem Faible für sagenhafte Mysterien-Romane und romantischer Fantasy durchaus ihren Reiz aus diesen Bänden ziehen. Der Band endet zufriedenstellend, birgt aber das Potenzial für Fortsetzungen in sich. Diese finden interessierte Leser in den Titeln Finsteres Gold und Verhängnisvolles Gold. Bücherwürmer die mystische Abenteuer mit romantischem Touch wie die Twilight-Saga mögen, werden diese Geschichte lieben.

Copyright by 2013 © Petra Weddehage (PW)

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch 24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wann genau erschien der vorliegende Band? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!

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HEXENFEUER – Kurzgeschichte von Petra Weddehage

Erstellt von Petra Weddehage am 23. März 2013

HEXENFEUER

Kurzgeschichte

von

Petra Weddehage

„Ich sah des Nachts, wie der schwarze Reiter an die Tür der Hexe klopfte. Sein Roß war schwarz wie des Teufels Seele. Aus den Nüstern des Dämonentieres kamen Feuer und Rauch. Gar seltsame Geräusche erklangen später in ihrem Hause. Vor Anbruch des neuen Tages war er wieder verschwunden“, sagte die alte Vettel. Bei ihrem Gerede hatten die Zuhörer schaudernd den Atem angehalten.

Einige Blicke, vor allem die der Männer, fielen lüstern oder hasserfüllt auf die Angeklagte. Stolz stand sie vor ihnen. Ihr einst hüftlanges, lackschwarzes Haar war bis zum Nacken gekürzt. So kamen ihre zarten Gesichtszüge, die elfenhaft schön wirkten, sogar noch besser zur Geltung, was den Unmut einiger junger Dorfmädchen erregte. Ihr wohlgerundeter Körper, jetzt von Flecken und Wunden verunziert, schimmerte durch ihr weißes Büßergewand. Die Männer schauten gierig auf ihren Leib, und manch einer malte sich aus, was er mit der Hure des Teufels anstellen würde, wenn er ihr Wächter gewesen wäre. Das feingemeißelte Gesicht mit dem Porzellanteint wirkte starr und maskenhaft. Nur die Augen der Gefangenen ließen ahnen, wie viel Schmerz und Demütigungen sie hatte erdulden müssen. Doch trotzig richtete sie sich auf, und ihre strahlend blauen Augen verströmten den Stolz darauf, die Wahrheit gesagt zu haben und sich nicht auf ein Geständnis einzulassen, das ihrer ganzen Lebensphilosophie widersprach.

„Wie lange geht dieses unzüchtige Verhalten schon vor sich?“, fragte der Richter die Alte, deren zahnloser Mund sich zu einem grausamen Lächeln verzog. „Schon einige Monde beobachte ich ihr Treiben. Seither starb ein Neugeborenes. Es war allerdings besser für das Kleine, es sah furchtbar entstellt aus. Die Kühe geben nur noch wenig Milch, und das Korn verfault auf den Feldern. Gestern Nacht sah ich sie auf einem Besen durch die Lüfte reiten, und sie sang ein Lied, um ihren Liebsten zu sich zu locken.“

Sie verstummte und war sich gewiss, dass aller Augen auf ihr ruhten. Da sprach der Richter: „Jana, Tochter der Elsea, hiermit bist du schuldig der Hexerei und Buhlerei mit Höllengeschöpfen. Dein unzüchtiges Treiben mit dem Teufel wird ein Ende haben. Ich verurteile Dich zum Feuertod. Hast Du noch etwas zu sagen?“

„Ich bin unschuldig. Das Kind kam zu früh auf die Welt, daher war seine Gestalt seltsam anzusehen. Die Kühe geben weniger Milch, da sie nichts zu trinken und fressen haben. Das Korn verdorrt, weil es erst zu heiß war und uns dann der Regen die Ernte verdarb. Ich bin keine Hexe, wenn ich zaubern könnte, wäre ich doch nicht hier“, kam es noch einmal zornig aus dem Mund der jungen Frau. Doch sie wusste, dass nichts diesem schrecklichen Treiben Einhalt gebieten konnte.

„Oh, Liebster, wo bist Du nur?“, fragte sich die junge Frau verzweifelt. Es schien kein Entrinnen zu geben.

Noch am selben Abend wurde das Urteil vollstreckt. Die alte Vettel näherte sich heimlich der Gestalt, die an den Pfahl gebunden war und stieß ihr ein Messer in den Rücken. Dabei sagte sie leise: „Verzeih mir, er ist mächtiger als ich.“ Die Gestalt zuckte noch ein wenig und blieb dann still. Niemand bemerkte die Tat der alten Frau, und als das Feuer verlosch, war auch der Mord nicht mehr nachweisbar.

Niemand sah, wie des Nachts ein dunkel gekleideter Fremder zu der verleumderisch redenden Frau ging. Sie fiel auf die Knie und sagte „Mein K…, mein Herr, ich tat was Ihr mir befahlt, doch sie musste nicht lange leiden, mein Messer fand sein Ziel.“ Der Mann gab ihr keine Antwort, aber ein Beutel Gold wechselte seinen Besitzer, und noch in derselben Nacht verschwand die alte Frau spurlos. Keiner sollte je etwas von diesem unheiligen Handel erfahren.

Zwei Tage später ritt der Sohn des Königs durch das Dorf. Er sah, dass Janas Hütte von fremden Leuten bewohnt wurde und fragte den neuen Besitzer nach ihr. „Die Hexe ist tot, Herr“, bekam er zu hören.

Die Blicke des Prinzen gingen erschüttert zum Scheiterhaufen, dort aber befand sich nichts mehr, dass ihm über das Schicksal seiner Geliebten Aufschluss geben konnte. Die Asche hatte man schon entfernt und in ungeweihtem Boden vergraben. Eine Träne rollte Misko über die Wange, und er begab sich schweren Schrittes zu dem einzigen Menschen, der ihm die Wahrheit sagen konnte. Der Richter erzählte dem Prinzen, dass Jana aufgrund der Anschuldigungen der alten Esra verurteilt worden war. Er gab ihm die abgeschnittenen Haare Janas, nun, da er wusste, dass diese die Braut Miskos war. „Heute wollte ich sie holen“, sagte der Prinz, bevor er ging. Der Richter sah ihm erschüttert nach.

***

Als Misko vor die Hütte des Richters trat, erwartete ihn dort ein junger Bursche, der gerade erst seine Barthaare bekommen zu haben schien. Flüsternd fragt er ihn: „Seid Ihr Misko?“ Als der Prinz bejahte, zog ihn der Jüngling erstaunlich kräftig in den Schutz einer Hütte. „Verzweifelt nicht und lasst Euch bitte nichts anmerken, wenn ich Euch jetzt etwas Wichtiges sage“, hub der junge Mann zu sprechen an. Erstaunt hörte Misko, was ihm sein Gegenüber erzählte, und ein hoffnungsvolles Leuchten begann, seine Augen zum Erstrahlen zu bringen. Der Prinz gab dem Jüngling ein Pferd und ritt mit ihm und seinen wenigen Getreuen davon.

Im Wald hielten sie an einer Hütte, die gut versteckt lag, so gut, dass nicht einmal die Dorfbewohner von ihrer Lage wussten. Misko und sein Führer traten hinein, und dort sah er seine Geliebte unverletzt am Feuer sitzen. Glücklich schlossen sie einander in die Arme. „Wie bist du entkommen?“, fragte der Prinz seine Braut voller Freude und Neugier. „Dank meines Bruders“, hörte er da die Stimme des Jünglings, die sich auf einmal unmerklich verändert hatte. Erstaunt erkannte er, dass ein Mädchen vor ihm stand und kein junger Mann. „Ich bin Brigitte und selber eine Kräuterkundige. Immer wenn ich höre, dass jemand zum Tode verurteilt wird, weil man ihn der Hexerei beschuldigt, versuche ich zu helfen. Diesmal war es leicht; ich betäubte Janas Wärter mit Wein, so dass er ihr kein Leid antun konnte. Die blauen Flecken und Knuffe brachten Jana und ich ihr bei, da es ja echt aussehen musste. Mein Bruder ist Leichenbestatter und wohnt in einem anderen Dorf. Dort war eine junge Frau mit dunklem Haar vor kurzem an einer schlimmen Krankheit gestorben, und er sollte sie weit weg beerdigen, da alle Dorfbewohner Angst davor hatten, sich anzustecken. Also nahm das arme Mädchen den Platz deiner Verlobten ein. Niemand hat gemerkt was geschah.“

Der Prinz war außer sich vor Freude und versprach Brigitte, die sich oft verkleiden musste, bei ihrem Vorhaben zu helfen, andere vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren, wie es seine Braut fast erfahren hätte. Zuerst allerdings wollte er wissen, wer hinter dem furchtbaren Mordversuch steckte. Die alte Frau war schnell gefunden, da musste er nur der Spur des Geldes folgen. Entsetzt erkannte er sein altes Kindermädchen Esra wieder. Sie erzählte ihm unter Tränen die ganze Wahrheit. „Euer Vater selbst befahl mir, so zu handeln. Er drohte mir, meine Kinder und Enkel zu töten, wenn ich nicht gehorche“, wimmerte sie. Misko und Jana verziehen der alten Frau und gingen daran, sich ein eigenes Leben aufzubauen. Immer öfter hörte man im Land nun die Geschichte von Helfern, die junge Leute, Kinder oder alte Menschen vor dem Feuertod erretteten und ihre Unschuld bewiesen.

***

König Janos wartete vergeblich viele Jahre auf die Rückkehr seines einzigen Sohnes. Erst nach dessen Tod kam Misko zurück und übernahm die Regentschaft. Zusammen mit seiner wunderschönen Frau, die ihm mehrere Söhne und Töchter gebar, regierte er klug und gerecht. Nie vergaßen sie aber das Leid, das Jana erfahren hatte, und so erließ der neue König ein Gesetz, wonach es unter Strafe gestellt wurde, andere Menschen der Hexerei zu bezichtigen. Mit dieser neuen Gesetzesvorlage machte er sich nicht nur Freunde…, aber das ist eine andere Geschichte.

Copyright (C) 2013 by Petra Weddehage.

Bildrechte: Coverillustration “Märchen” (nixe01.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: “Sagen” (Zeichnung-Sagen.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Lucado, Max
Die Kinder des großen Königs & Die Melodie des Königs

Legenden und Weisheitsgeschichten

Verlag :      Brunnen
ISBN :      978-3-7655-4182-7
Einband :      kartoniert
Preisinfo :      7,99 Eur[D] / 8,30 Eur[A] / 11,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 15.12.2012
Seiten/Umfang :      128 S. – 18,6 x 12,0 cm
Produktform :      B: Geklebt
Erscheinungsdatum :      1., TB-Auflage 01.2013
Gewicht :      138 g

„Wenn du etwas wirklich Wichtiges sagen willst, erzähle eine Geschichte.“
Max Lucado tut das meisterhaft. In einprägsamen Bildern erzählt der Bestsellerautor Geschichten vom Anfang der Welt, von Gott und Mensch, von Sünde und Erlösung. Dabei malt er die Botschaft von der Liebe Gottes zu seiner Welt in bunten Farben. Seine Weisheitsgeschichten beantworten eindrucksvoll die wichtigste Frage, die es gibt: Wie wird man ein glücklicher Mensch?

Lucado steht als Pastor im Gemeinde- und Rundfunkdienst und arbeitet als Schriftsteller. Er hat 3 Töchter und lebt mit seiner Frau in San Antonio/Texas.

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Titel bei Libri.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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Richard Ungar: Die Time Catcher – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 19. März 2013

Richard Ungar
Die Time Catcher

Time Snatchers, USA, 2012
cbj
ISBN13: 978-3-570-15574-5
All Age-Fantasy
1. Auflage 03/2013
aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Knut Krüger
Umschlagillustration: © Owen Richardson
Autorenfoto von © Dayna Albert
Hardcover mit Schutzumschlag, 412 Seiten

www.cbj-verlag.de

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch 24.de
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Titel erhältlich bei eBook.de

Der 12-jährige Caleb und seine Freunde reisen durch die Zeit. Hier stehlen sie wertvolle Objekte, wie die Verfassung der Vereinigten Staaten. Damit der Diebstahl nicht auffällt hinterlassen sie immer eine sehr echt aussehende Kopie des Objektes ihrer Begierde. Der Erfinder dieser Geschäftsidee, der sich von den Kindern Onkel nennen lässt, bedient damit den Fetisch einer reichen, exklusiven Kundschaft und lässt sich diese Aufträge gut bezahlen. Im Laufe der Zeit beginnt ein anderer Time Catcher die Aufträge Calebs zu sabotieren und erweist sich als harter Konkurrent um die Zuneigung von Abbie, Calebs bester Freundin. Doch auch Onkel beginnt sich zu verändern. Sein wahnhaftes Verhalten wird immer gefährlicher für die Kinder und Caleb erfährt, dass es schon einige Vorgänger gab, die spurlos verschwunden sind. Immer öfter sinnt er daher auf eine Fluchtmöglichkeit doch Onkel überwacht alle Zeitstränge und nichts scheint ihn vor einer grausamen Zukunft zu bewahren. Caleb gibt jedoch nicht auf und versucht sich und alle die ihm am Herzen liegen zu retten.

Richard Unger interessierte sich schon immer für das Thema Zeitreisen. Seine Faszination inspirierte ihn zu seinem ersten Buch für Kinder und Jugendliche. Der in Toronto lebende Jurist frönt seinem Hobby, wobei ihn Frau und Kinder unterstützen. Sein Erstling fasziniert mit einem fantastischen Plot der sich dem Thema Zeitreisen mit einer ganz anderen Intention annähert.

Seine Protagonisten wirken echt und vor allem der Boss der Firma: ´Edles für die Ewigkeit`, wird charismatisch und gleichzeitig sehr gefährlich strukturiert angelegt. Der Mann, der Waisenkinder unter dem Deckmäntelchen der Publicityträchtigen Werbung mit seinem Spruch: ´Ich liebe Kinder und will ihnen ein gutes Zuhause geben?` aufnimmt, benutzt diese um seine verbrecherischen Pläne umzusetzen. Dabei entwickelt sich der Mann, aus Calebs Sicht, vom Wohltäter zu einem Bösewicht, der nie genug bekommt. Zusätzlich verfällt er dem Wahn, wie ein Gott über die Zeiten zu herrschen. Caleb wird nach und nach bewusst das er und die anderen Kinder durchaus austauschbar sind. Immerhin sind die heranwachsenden Jugendlichen irgendwann dazu in der Lage sich eine eigene Meinung zu bilden, um den durchaus gefährlichen Aufträgen die sie bekommen zu trotzen. Bisher meisterte er mit seiner Freundin Abbie jeden Auftrag wobei sie ihre Fantasy spielen ließen. Als ihnen aber klar wird wie gefährlich ihr Chef wirklich ist, versuchen beide alles dafür zu tun um der Agentur zu entfliehen.

Die Story gerät von Anfang bis Ende sehr spannend. Die Figuren werden beim Leser reichliche Sympathien wecken. Der geniale Böse, der sich selber von den Kindern nur Onkel nennen lässt, gerät sehr subtil und überzeugt in der Rolle des absolut Bösen das nie genug bekommt und immer nur noch mehr haben will. Er gerät allerdings nicht zu abstoßend sondern zeigt, gerade am Anfang, eine charismatische Ausstrahlung mit der er die Kinder und somit auch die Leser für sich einnimmt. Die weitere Handlung gerät sehr spannend und ist nicht nur für Kinder geeignet. Die Story dürfte sich daher hervorragend für die Kinoleinwand eignen. Leser ab 12 Jahren, die von Zeitabenteuern und kindlichen Helden fasziniert sind werden bestens unterhalten.

Copyright by 2013 © Petra Weddehage (PW)

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch 24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Laut Rezensentin ist das Buch für Leser welchen Alters? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!

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Andrew Prentice/Jonathan Weil: Pandämonium – Die schwarzen Künste (Band 1) – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. März 2013

Andrew Prentice/Jonathan Weil
Pandämonium – Die schwarzen Künste
Band 1

Black Arts. The Books of Pandemonium, Oxford, 2012
cbj
ISBN13: 978-3-570-13602-7
Jugendbuch-Fantasy/Horror
1. Auflage 02/2013
aus dem Englischen übersetzt von Ursula Höfker
Umschlaggestaltung und-Motiv: bürosüd, München
Autorenfoto von © Privat
Hardcover mit Schutzumschlag, 478 Seiten

www.cbj-verlag.de
www.buerosued.de

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch 24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Der Taschendieb Jack lebt im London des Jahres 1592. Als der oberste Boss der Londoner Taschendiebe Shackwell ihn in seine Bande aufnimmt, wird ein Traum für ihn wahr. Bei seiner letzten Prüfung entwendet er einem Mann einen Beutel mit seltsamen Goldmünzen, auf denen eine Fliege eingeprägt ist. Da seine Mutter gerne mal ein Pfeifchen raucht, darf er von seiner Beute als Anteil eben diese behalten. Unglücklicherweise gerät der Tabak in sein Auge. Seither sieht er die Welt aus zwei Perspektiven. Geister und Dämonen geben sich ihm zu erkennen. Als der charismatische Hexenjäger Nicholas Webb Jacks Mutter ermordet, schwört er diesem grausame Rache. Allerdings ist Webb ein starker Magier und so ist es nur dem smarten Kit Morely zu verdanken, dass Jack diese Begegnung überlebt. Seine Rachegelüste lassen sich nicht unterdrücken, auch wenn er Shackwell, der ihn in seiner Scheune wohnen lässt, die Treue geschworen hat. Dessen Enkelin Beth und er sollen einen Scharlatan ausnehmen, der reiche Damen um ihre Juwelen erleichtert. Dabei stößt Jack auf ein bizarres Zauberbuch. Eine tödliche Gefahr lauert auf die beiden Diebe und Jack versucht alles um Beth und sich zu retten.

Andrew Prentice und Jonathan Weil sind schon seit einer kleinen Ewigkeit befreundet. Gemeinsam entwickelten sie die Idee zu Pandämonium. Die Geschichte ist als Vierteiler geplant. Mit dem ersten Band gelingt es ihnen Bravourös jugendliche Leser und Leserinnen ab 12 Jahren, in ihren Bann zu ziehen.

Ihre Protagonisten entstanden teilweise aus Figuren die wirklich existierten. Die Gaunerprinzessin Beth Shackwell bekam einige Charakterzüge von Queen Moll einer Diebin die im 16. oder angehenden 17.Jahrhundert gelebt haben soll. Beth kennt die Gesetzte ihrer Sippe auswendig und hält streng daran fest. Sie kann Jack zuerst gar nicht ausstehen und ist nicht gerade erfreut als er sie bei einem Diebeszug begleitet.

Kit Morely entstand als eine Hommage an den Dichter Christopher Marlowe. Kit ist ein Lebemann und scheint der gehobenen Gesellschaft Londons entsprungen zu sein. Allerdings bewegt er sich zwar elegant in der Upper Class, scheint sich aber genauso in einem Hurenhaus behaupten zu können und tritt den bösen Jungs gewaltig in den Hintern. Eben ein Hansdampf in allen Gassen, mit dem Charme eines Indianer Jones. Diese Figur dürfte ebenso große Beliebtheit erlangen wie die von Beth und dem Hauptprotagonisten der Geschichte, dem angehenden Taschendieb Jack. Dieser lebt mit seiner, dem Tabak huldigenden, Mutter in einer versteckten Kate. Mit geschickten Raubzügen und etwas Glück gelingt es ihnen über die Runden zu kommen und nicht zu verhungern. Seine große Chance sieht er gekommen, als er der Bande von Shackwell beitritt. Schnell kann er den Mann von seinen Talenten überzeugen.

Die drei Figuren lernen sich in unterschiedlichen Situationen kennen und verfolgen alle ihre eigenen Ziele, die alles andere als selbstlos sind. In ihren Interaktionen wirken sie sehr überzeugend. Die drei müssen ihre eigenen Ziele, die teilweise recht selbstsüchtig wirken zurückstellen und als Team arbeiten, um zu versuchen Webb das Handwerk zu legen. Als grandioser Bösewicht überzeugt Nicholas Webb. Geschickt gelingt es ihm die Königin von seinen Qualitäten als Hexenjäger zu überzeugen. Die Beweislast liegt eindeutig bei Jack und Kit, die in Webb einen adäquaten Gegner haben.

Den Autoren ist es hervorragend gelungen die damalige Zeit und die Sprache der Unterklasse in ihre Erzählung mit einfließen zu lassen. So findet sich der Leser sehr schnell in einer gefährlichen, atemberaubenden Geschichte voller Magie und menschlicher Tragödien wieder. Der erste Band überzeugt auf ganzer Linie und präsentiert eine in sich abgeschlossene Geschichte. So dürfen Leser sich auf weitere Abenteuer von Beth, Jack und Kit freuen. Jugendliche ab 12 Jahren die Abenteurer von Kindern im schulpflichtigen Alter, magischen Verschwörungen und unglaublichen Begebenheiten mögen, werden diesen Band bestimmt erst dann aus der Hand legen, wenn auch die letzte Seite genüsslich verschlungen wurde.

Copyright by 2013 © Petra Weddehage (PW)

Titel erhältlich bei Amazon.de
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Titel erhältlich bei eBook.de

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Kit Morely entstand als eine Hommage an welchen Dichter? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!


GEWINNER: Klara Allington, Marion Preckewinkel und Borchart Gabelbart. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND VOR ALLEM UNSEREM SPONSOREN!

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Rachel Hartman: Serafina 1 – Das Königreich der Drachen – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. Januar 2013

Rachel Hartman
Serafina 1 – Das Königreich der Drachen

Seraphina, USA, 2012
cbj
ISBN13: 978-3-570-15269-0
All Age-Fantasy
1. Auflage 11/2012
aus dem Amerikanischen übersetzt von Petra Koob Pawis
Titelgestaltung von init. Büro für Gestaltung, Bielefeld unter Verwendung einer Illustration von Japoco Bruno
Autorenfoto von privat
Hardcover mit Schutzumschlag, 500 Seiten

www.cbj-verlag.de
www.serafina-buch.de
http://rachelhartmannbooks.com
http://iacopobruno.blogspot.com

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch 24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de (bisher Libri.de)

Die hochbegabte Musikerin Serafina Dombegh arbeitet als Musikmamsell am königlichen Hof von Gorred. Sie fällt nicht weiter auf, doch der Hofkomponist Viridius weiß ihre Talente – vor allem seine Arbeiten zu erledigen, wenn ihn wieder einmal sein Rheuma plagt – zu schätzen. Plötzlich passieren schreckliche Dinge. Der beliebte Prinz Rufus wird getötet. Die Ermittlungen führen zu einem schlimmen Endergebnis. Es kann sich bei dem Mörder nur um einen Drachen gehandelt haben. Die zerbrechliche Allianz zwischen Menschen und Drachen gerät ins Wanken. Zu allem Überfluss naht der Jahrestag des Friedensschlusses, an dem der Ardmagar, der oberste Anführer der Drachen, erwartet wird.

Serafina gerät mitten hinein in die Ermittlungen, doch sie trägt ein schweres Erbe mit sich. Bei den Recherchen führt ein Zufall die junge Frau auf die Spur des Mörders. Stets an ihrer Seite befindet sich dabei Prinz Lucian Kiggs. Der Hauptmann der königlichen Garde ist auch der Verlobte der künftigen Königin. Seraphina beginnt, zarte Gefühle für den jungen Mann zu entwickeln, aber sie unterdrückt diese Empfindungen, schließlich hütet sie ein schreckliches Geheimnis. Sie fürchtet, dass dieser Umstand dazu führt, das Kiggs sich entsetzt von ihr abwenden wird.

Rachel Hartmann musiziert seit ihrer Kindheit. Das Renaissancelied Mille Regretz inspirierte sie zu ihrem Debütroman Serafina, in dem Musik eine große Rolle spielt. Ihre Protagonistin ist daher ebenfalls eine Musikerin und erzählt den Lesern ihre Geschichte. So erfährt man nur das, was die junge Frau selber sieht, hört, denkt und erlebt. Die Erzählung wirkt keinesfalls langweilig, sondern wird interessant gestaltet. Figuren wie Kiggs, Prinzessin Glisselda, die in ihrer Beschreibung an die gute Fee Glinda aus Dem Zauberer von Oz erinnert, sowie Finas Lehrer Orma, der sich als Drache entpuppt, verleihen der Geschichte genügend Antrieb, um spannend zu bleiben. Die Protagonisten wirken überzeugend und interagieren sehr konsequent.

Die fantastische Geschichte entpuppt sich als Krimi mit dem Flair von Eragon und Der Herr der Ringe. Vor allem das Einbinden der Drachen, die Menschengestalt annehmen können, erweist sich hierbei als Glücksgriff. Dieses Thema ist nicht neu und wurde u. a. schon von Tracy Hickman und Margaret T. Weis in Die Legenden der Drachenlanzen genutzt. Indem Rachel Hartman den Drachen diese Fähigkeiten gibt, sind die Interaktionen der Wesen aus verschiedenen Welten besser nachzuvollziehen. Sehr schnell wird geübten Lesern klar, das Serafina ein Kind dieser beiden Welten ist und darunter leidet. Sie wird immer wieder von Visionen geplagt, und das Erbe ihrer Mutter lastet schwer auf der jungen Frau. Vor allem die fantasievollen Geheimnisse, die den Lesern nach und nach enthüllt werden, machen diese als Dreiteiler angekündigte Geschichte zu einem wunderbaren, betörenden Märchen, dessen Anziehungskraft man sich nur schwer entziehen kann.

Das Cover des Schutzumschlags zeigt passend zum Inhalt eine junge, brünette Frau. Im Hintergrund sieht man einen Drachen. Der Titel wird in goldenen Lettern präsentiert. Die Farbwahl zeigt vor allem kühle Töne.

Christopher Paolini der Schöpfer von Eragon adelt die Geschichte mit folgenden Worten: “Wundervoll geschrieben. Einer der besten Drachenfantasy-Romane, die ich je gelesen habe”. Dem können sich Leser ab 16 Jahre freudig anschließen. Der zweite Teil darf mit Spannung erwartet werden.

Copyright by 2012 © Petra Weddehage (PW)

… und noch eine Rezi zum gleichen Titel:

Mit dem im Juli 2012 bei Random House veröffentlichten Fantasy-Jugendbuch Seraphina debütierte die 1972 in Lexington, Kentucky, geborene Schriftstellerin Rachel Hartman. Zumindest im Bereich Jugendbuch/Fantasyroman, denn Comic-Fans ist sie vielleicht bereits seit Ende der 1990er-Jahre ein Begriff. Von ihr stammt die Serie um Amy Unbounded, die 1998 mit dem Ignatz Award for Best Minicomic ausgezeichnet wurde. Hartman lebt und arbeitet heute nach Aufenthalten in Chicago, Philadelphia, St. Louis, England und auch Japan in Vancouver. Nach eigenen Angaben beeinflussen Pratchett, Eliot, Wynne Jones und/oder McMaster Bujold ihre Arbeiten und zu Seraphina inspirierte die seit ihrer Kindheit Cello spielende Autorin das Renaissancelied „Mille Regretz“.

Ihr Debütroman, der dank cbj in deutscher Übersetzung seit November 2012 auf dem Buchmarkt erhältlich ist, wurde in der Übersetzung von Seraphina zu Serafina. Auch das Cover wurde gänzlich anders gestaltet und der eine oder andere Kritiker hat sowohl daran wie auch an der Übersetzung im gesamten herumgemäkelt. An Charme verloren hat in meinen Augen jedoch weder die Hauptfigur Serafina noch die Geschichte an sich.

Serafina – Das Königreich der Drachen entführt LeserInnen in eine Welt, in der Drachen neben Menschen existieren. Dank eines Friedensvertrages sogar teils direkt unter ihnen. Allerdings nicht im Reich der Drachen in den Nordlanden, wie der Titel vermuten lässt. Die Beschreibung ihrer Welt kommt sogar relativ kurz. Man erfährt, dass sie eine Regierung haben, über großes Wissen verfügen, strikten Regeln und Vorschriften unterworfen sind. Obwohl ihnen Gefühle fremd sind, sind sie nicht per se Einzelgänger. Auch die unter den Menschen in den Südlanden lebenden, forschenden, ja teils pädagogisch tätigen Drachen nicht. Allerdings haben sie das Problem, dass sie in ihrer Menschengestalt Gefühle entwickeln. Wer die und die damit verbundenen Erinnerungen nicht freiwillig löschen lässt, wird rigide bestraft.

Der eigentliche Handlungsort sind die Südlande. Diesen Teil der Welt beanspruchen die Menschen für sich, teilen ihn jedoch mit einigen Drachen in Menschengestalt. Eine Königin und ihr Hofstaat herrschen über die Menschen, Drachen werden größtenteils von Drachen überwacht. Das Leben dort scheint dem Mittelalter vergleichbar. Es gibt keinen modernen technischen Schnickschnack. Eine ganz eigene Welt also, die der unseren in vielen Dingen dennoch überaus vergleichbar ist. Und das bezieht sich auf das Verhältnis Mensch-Drache, das auf jede Minderheit übertragen werden könnte.

Der vermeintliche Friede, der zwischen den beiden so ungleichen Spezies herrscht, ist brüchig bis stark gefährdet. Je näher die Feierlichkeiten zum Jubiläum des Friedensvertrages rücken, desto schlimmer wird es. LeserInnen dürfen nach dem Prolog, der sich um Serafina selbst dreht, ab dem Moment daran teilnehmen, in dem die Beisetzungsfeierlichkeiten für ein Mitglied der königlichen Familie stattfinden. Gerüchten zufolge soll ein Drache soll Prinz Rufus getötet haben. Ganz sicher ist dies jedoch nicht, denn die Söhne von St. Ogdo sind gegen den Friedensvertrag und genau wie abtrünnige Drachen auf Krieg aus. Und so kurz vor den Feierlichkeiten tut rasche Aufklärung not.

Musik kommt in Serafina nicht zu kurz. Die Hauptfigur des Romans lebt quasi für dafür. Nicht nur im Bezug darauf beweist die Autorin, dass sie ihren Bachelortitel in Komparativer Literatur zurecht trägt. Serafina ist Halbwaise. Ihre Mutter ist bereits seit Langem tot, das Verhältnis zum Vater gespalten. Mit ihrem außergewöhnlichen Talent ist sie für den Hofkomponisten tätig und sowohl für den musikalischen Teil der Begräbnis- als auch für den der Jubiläumsfeierlichkeiten zuständig. Dabei sollte sie sich eher dezent im Hintergrund halten, angesichts des Geheimnisses, das sie hegt. Das Mädchen ist im Grunde genommen etwas, das es gar nicht geben dürfte. Sie versteht die menschliche wie auch die Sprache der Drachen, hat einen wesentlich tieferen Einblick als andere und muss dennoch zunächst hilflos verfolgen, was geschieht. Das Mädchen wird seit Längerem von Visionen heimgesucht, die ihr Leben nicht unbedingt erleichtern und die sich zunehmend als Erinnerungen herausstellen. Sie hegt einen Garten voll seltsamer Wesen und Gestalten, der anscheinend nur in ihrem Kopf existiert. Ja, Serafina ist eindeutig nicht so normal, wie es auf den ersten Blick scheint. Ihrem Onkel und Lehrer Orma kann sie sich zwar dann und wann anvertrauen, doch Verständnis findet sie bei ihm nur bedingt.

Nach und nach erfahren die LeserInnen nicht nur, was genau es mit Serafina auf sich hat, sondern lernen ihre stärker werdende Persönlichkeit kennen. Darüber hinaus können sie verfolgen, wie sie genauso zarte wie verbotene Gefühle für den Hauptmann der Garde, Mitglied der königlichen Familie und Verlobten der Thronfolgerin, Lucian Kiggs, entwickelt. Der ermittelt in dem Mordfall an seinem Onkel und versucht mit Serafina die Intrige aufzuklären, die sie hinter dem feigen Mordanschlag vermuten. Dabei weiß er nicht, was er von Serafina halten soll und noch weniger von dem bereits erwähnten Geheimnis. Gleichzeitig spürt er, dass sie einiges verbindet.

Hartman zeigt einmal mehr, dass man weder eine brandneue Idee noch einen bahnbrechend umwerfenden Plot braucht, um einen fesselnden Roman zu schreiben. Denn tatsächlich ist die nicht ganz unbekannte Grundidee relativ einfach gehalten. Was mir an diesem Roman so gut gefallen hat, sind die Bezüge, die die Autorin zur realen Welt darstellt. Es geht um Ablehnung, Ausgrenzung, Fremdenhass, elitäres Denken. Einsamkeit, Verständnis, Anerkennung. Aber auch um Freundschaft und Versöhnung. Sie mischt Fantasy, Märchen und Fabeln mit dem normalen Leben. Überaus geschickt zeichnet sie dabei auch ihre Figuren wohltuend normal. Ohne exorbitante Fähigkeiten meistern sie ihr Schicksal und haben dabei Probleme, Ängste, Sorgen und Hoffnungen wie wir. Fehler und Denkweisen entstehen teils aus Erfahrungen und die sind nicht immer schön. Die Neugier auf die jeweils andere Spezies, die Angst vor dem eigentlich trotz seiner Allgegenwärtigkeit vorhandenen Unbekannten, all das wird schlüssig verwoben und schafft eine dichte und authentische Atmosphäre.

Was etwas behutsam beginnt, offenbart sich sukzessive und immer klarer erkennbar als eine Geschichte, die aktuelle wie historische und rein fiktive Elemente verbindet. Das alles in einer Welt, in der die Monster äußerlich nicht immer zwingend monströs sind. In einer fantastischen Welt, der jedoch die Bezüge zum Jetzt und Heute nicht fehlen. Und mit Charakteren, zu denen man leichten Zugang findet. Nicht nur im Bezug auf Serafina, die trotz ihrer Andersartigkeit liebenswert ist und mit ihrer Intelligenz und ihrem bisweilen schnellen Mundwerk lebendig wirkt. Sie erzählt Serafina – Das Königreich der Drachen im übrigen und haucht auch den übrigen Figuren, wie etwa Prinz Lucian, der Thronfolgerin, dem Hofkomponisten oder auch Orma Leben ein. Beschreibt sie teils sympathisch und liebenswert, teils genau gegenteilig.

Der Zauber der Geschichte entfaltet sich trotz des variierenden Erzähltempos recht schnell. Mehrmals nimmt die Autorin das Tempo etwas zurück, widmet sich genaueren Erklärungen, und steigert es anschließend wieder. Vieles wird in Form von lebendigen Dialogen erklärt. Mal wirft man einen Blick in die Vergangenheit, mal in die Zukunft, mal weilt man damit in der Gegenwart. Immer hat es die Autorin geschafft, die Handlungsfäden schlüssig zu verknüpfen. Auch dies trägt dazu bei, die Atmosphäre lebensecht zu gestalten. Mehr als einmal lenkt Hartman ihre LeserInnen unauffällig von dem Pfad ab, den ihre Figuren doch eigentlich ganz gradlinig beschreiten; führt gedanklich in die Irre oder bestätigt, dass man zuvor eher auf dem Irrweg war.

Fazit:

Der angenehme Sprachstil und einige humorvolle Sequenzen helfen über kleinere Längen hinweg, in denen Hartman zu sehr auf das Thema Musik eingeht. Trotz des mehr oder wenigen offenen Endes verliert sich kein Handlungsfaden unangenehm im Nichts. Sehr praktisch sind das Glossar und das Personenverzeichnis ganz hinten im Buch. Dort habe ich auch den Hinweis gefunden, dass es weitere Bände geben soll. Und auf die warte ich überaus gespannt, nachdem ich für Hartmans gelungenen Auftaktroman Serafina – Das Königreich der Drachen vier von fünf Punkten geben möchte.

Copyright © 2012, Antje Jürgens (AJ)

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch 24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de (bisher Libri.de)

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Laut der ersten Rezensentin ist der Titel ab welchem Alter zu empfehlen? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!


GEWINNER: Arlette Steputis, Ramona Ebermann, Kina Hildebrandt. WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND SPONSOREN!

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