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Literatur-Blog

SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Fragen an den Opa – aus Technik, Wissenschaft und Forschung”

Erstellt von Felis Breitendorf am 9. April 2013

Fragen an den Opa – aus Technik, Wissenschaft und Forschung

sfbasar.de-Anthologie Band 32

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Liebe Leser, liebe Freunde,

diese Anthologie wird ein wenig aus der Reihe fallen, weil es in diesem Band hauptsächlich darum geht, dass jüngere Leser mit reichlichen Erkenntnissen aus Technik, Wissenschaft und Forschung und mit harten Fakten aus diesen Bereichen versorgt werden.

Dies ist entweder in Form von Storys und Ähnlichem, wie etwa durch die Geschichten um “Fragen an den Opa” oder durch sehr gute Bücher, zu erfüllen. Kurzum, diese Anthologie dient eher der Wissensbereicherung in oben genannten Feldern als dem Präsentieren von Litereratur in belletristischer Form. Das widerum findet nun hauptsächlich statt in dem wir hier passende Buchrezis presentieren, die Sachbücher empfehlen, die diesen Zwecken hervorragend dienen.

Natürlich freuen wir uns dennoch über Geschichten und Ähnlichem, wenn damit die Grundabsicht dieser Anthologie erfüllt werden. Wir freuen uns also nicht nur auf Eure wissenreichen Geschichten sondern auch auf Eure sehr gute Auswahl an Fachliteratur für Jugenliche und Kinder in Form von Artikeln und Rezensionen. Und wer weiß, vielleicht füllen diese ja auch dem einen oder anderem erwachsenen Leser die eine oder andere Wissenlücke!

Bislang können wir folgende Beiträge anbieten:


BUCHBESPRECHUNG:
13 UNERKLÄRLICHE DINGE – DIE FASZINIERENDSTEN WISSENSCHAFTLICHEN RÄTSEL UNSERER ZEIT von Michael Brooks – Rezension von Michael Bahner (FÜR ETWAS ÄLTERE LESER!)

BUCHBESPRECHUNG:
100 SPANNENDE EXPERIMENTE FÜR KINDER von Georgina Andrews und Kate Knighton – Rezension von Yvonne Rheinganz

BUCHBESPRECHUNG:
DUNKLE KOSMISCHE ENERGIE – DAS RÄTSEL DES BESCHLEUNIGTEN UNIVERSUMS von Adalbert W. A. Pauldrach – Rezension von Michael Bahner (FÜR ETWAS ÄLTERE LESER!)

BUCHBESPRECHUNG:
ELEFANTEN IM ALL – UNSER PLATZ IM UNIVERSUM von Ben Moore – Rezension von Michael Bahner

BUCHBESPRECHUNG:
ERFORSCHE … DIE ENERGIE von Barbara Theuer – Rezension von Yvonne Rheinganz

BUCHBESPRECHUNG:
ERZÄHL MIR WAS VOM HIMMEL UND DER ERDE von Gudrun Mebs & Harald Lesch – Rezension von Michael Bahner

BUCHBESPRECHUNG:
EXOPLANETEN – DIE SUCHE NACH DER ZWEITEN ERDE von Sven Piper – Rezension von Michael Bahner

BUCHBESPRECHUNG:
FLIPFLOPS, IPOD, CURRYWURST – WER HAT’S ERFUNDEN? von Steffi Hugendubel-Dolll / Matthias Opdenhövel (Hg.) – Rezension von Yvonne Rheinganz

FRAGEN AN DEN OPA – Shortstory von Mona Mee

BUCHBESPRECHUNG: HOLLYWOOD IM WELTALL – WAREN WIR WIRKLICH AUF DEM MOND? von Thomas Eversberg – Rezension von Michael Bahner

BUCHBESPRECHUNG:
KLASSISCHE MECHANIK – VOM WEITSPRUNG ZUM MARSFLUG von Rainer Müller – Rezension von Michael Bahner (FÜR ETWAS ÄLTERE LESER!)

BUCHBESPRECHUNG:
KOSMISCHE REISE – VON DER ERDE BIS ZUM RAND DES UNIVERSUMS von Stuart Clark – Rezension von Michael Bahner

MEHR FRAGEN AN DEN OPA – Shortstory von Mona Mee


HÖRBUCHBESPRECHUNG:
NEWTON UND DER APFEL DER ERKENNTNIS von Luca Novelli – Rezension von Michael Bahner

(IN VORBEREITUNG) – NOCH MEHR FRAGEN AN DEN OPA – Shortstory von Mona Mee

(IN VORBEREITUNG) – NOCH VIEL MEHR FRAGEN AN DEN OPA – Shortstory von Mona Mee

(IN VORBEREITUNG) – NOCH SEHR VIEL MEHR FRAGEN AN DEN OPA – Shortstory von Mona Mee

BUCHBESPRECHUNG: PLATZ DA, PLUTO! – WAS ALLES IM WELTRAUM ABGEHT UND WARUM WIR NICHT IN SCHWARZE LÖCHER FALLEN SOLLTEN von Volker Präkelt (Autor) & Fréderic Bertrand (Illustrator) – Rezensiert von Michael Bahner

BUCHBESPRECHUNG: QUANTENMECHANIK FÜR AHNUNGSLOSE von Michael Haugk & Lothar Fritsche – Rezension von Michael Bahner (FÜR ETWAS ÄLTERE LESER!)

BUCHBESPRECHUNG:
SCHRÖDINGERS HUND  – QUANTENPHYSIK (NICHT NUR) FÜR VIERBEINER von Chad Orzel – Rezension von Michael Bahner

KALENDERBESPRECHUNG: STERNZEIT 2013 – EINE ASTRONOMISCHE REISE IN RAUM + ZEIT von Rüdiger Vaas (Textredaktion) – Rezension von Michael Bahner

BUCHBESPRECHUNG:
SUPERNOVAE UND KOSMISCHE GAMMABLITZE – URSACHEN UND FOLGEN VON STERNEXPLOSIONEN von Hans-Thomas Janka – Rezension von Michael Bahner (FÜR ETWAS ÄLTERE LESER!)

BUCHBESPRECHUNG:
TITANIC – UNTERGANG EINES TRAUMS von Philip Wilkinson – Rezension von Yvonne Rheinganz

NEU - BUCHBESPRECHUNG: URKNALL, WELTALL UND DAS LEBEN – VOM NICHTS BIS HEUTE MORGEN (WISSENSCHAFT IM DIALOG) von Harald Lesch & Josef Gaßner – Rezension von Michael Bahner (FÜR ETWAS ÄLTERE LESER!)

BUCHBESPRECHUNG: WO IST DAS WELTALL ZU ENDE? – DAS UNIVERSUM MEINEN ENKELN ERKLÄRT von Hubert Reeves – Rezension von Michael Bahner

BUCHBESPRECHUNG: ZEITPFAD – DIE GESCHICHTE UNSERES UNIVERSUM UND UNSERES PLANETEN von Jörg Resag – Rezension von Michael Bahner (FÜR ETWAS ÄLTERE LESER!)


Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Felis Breitendorf und Mona Mee

Bildrechte: “Fragen an den Opa” (FragenAnDenOpa7.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Virtuelle Welten”

Erstellt von Martina Müller am 2. April 2013

Virtuelle Welten

sfbasar.de-Anthologie Band 27

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Was sind VIRTUELLE WELTEN? – Leitthema dieser Anthologie. In der Regel bezeichnet man damit Welten, die sich nicht in der “Gegenständlichen Wirklichkeit” befinden, sondern in einem Computerprogramm oder Ähnlichem (obwohl die neueste Forschung davon ausgeht, dass es diese “Gegenständliche Wirklichkeit” überhaupt nicht gibt, sondern der Inhalt unseres Universums lediglich eine dreidimensionale Projektion seiner zweidimensionalen Oberfläche darstellt). Wichtiges Indiz einer Virtuellen Welt ist die simultane Partizipation mehrerer Teilnehmer oder einer handlungstragenden oder -erzeugenden Künstlichen Intelligenz, die sich voneinander unabhängig darin bewegen. Das reicht von rein textbasierten Produkten bis zu komplexen, dreidimensionalen Umgebungen. Für die Beiträge für diese Anthologie spielt es keine Rolle, welchen bestimmten physikalischen, sozialen und biologischen Gesetzen diese Virtuellen Welten unterliegen, die vom Erfinder, Designer oder Entwickler oder einem Gott festgelegt wurden. Was aber auch paßt – und an das Thema Androiden/Roboter angrenzt – sind Avatare, normalerweise Figuren, durch die Menschen in solchen Virtuellen Welten handeln und wirken, welche in die gegenständliche echte Welt überwechseln oder dort Funktionen übernehmen, dennoch virtuelle Personen bleiben (wie etwa in dem Comic/Film “Surrogates” – hier in der Anthologie vertreten), ganz im Gegensatz zu Robotern und Androiden. Nicht zu vergessen: der virtuelle Raum als Kommunikations- und Arbeitsfeld. Wie also wird in Zukunft die Kommunikation zwischen den Menschen aussehen? Wird man sich in virtuellen Räumen als Avatare treffen und sich gegenüberstehen oder -sitzen, in Wirklichkeit aber tausende von Kilometern, oder vielleicht sogar Lichtjahre von einander getrennt sein – wie in ELEVIN VOM HINDUKUSCH?

Wir würden uns freuen, wenn viele Autoren und Community-Autoren uns bei dieser Ausgabe unterstützen, indem sie uns reichlich Beiträge zur Verfügung stellen. Wir bedanken uns schon mal artig im Voraus und sehen uns im Virtuellen Raum unserer Anthologie – besser gesagt – in den Geschichten, Gedichten, Rezis und Artikeln – wieder.

DAS TRAUMMÄDCHEN 2 – Eine Fortsetzung von Christa Kuczinski

EINTAUCHEN – Leseprobe (Kapitel 1) aus “AZUREUS & PYGMALION”, Roman von Marcus Hammerschmitt

ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 1) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 2) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 3) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

HAINLEINS EXPERIMENTE – Eine utopisch phantastische Kurzgeschichte von Günther K. Lietz (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 1/2013 – Geteilter Preis)

HEILE WELT – eine Science-Fiction-Story von Wilfried Hary

BUCHBESPRECHUNG: HÜTER DER WORTE von Diana Menschig – Rezension von Walter Gasper

BUCHBESPRECHUNG: KRIEG DER SEELEN – KULTUR-ZYKLUS BAND 7 von Iain Banks. – Rezension von Armin Möhle

PLOPP! – Science-Fiction-Kurzgeschichte von Günther Kurt Lietz (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 3/2011)

BUCHBESPRECHUNG: THE RING III – LOOP von Kôji Suzuki – Rezension von Michael Drewniok

COMICBESPRECHUNG: THE SURROGATES von Robert Venditti und Brett Weldele – Rezension von Frank Drehmel

COMICBESPRECHUNG: THE SURROGATES von Robert Venditti und Brett Weldele – Rezension von Christel Scheja

FILMBESPRECHUNG: SURROGATES – MEIN ZWEITES ICH (USA 2009) – Regie: Jonathan Mostow – Rezensiert von Werner Karl

NEU - VERLINKT – Leseprobe aus dem Fantasy-Roman “Die Geister der Landes – Das Erwachen” von Judith C. Vogt

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Außerdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muß das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

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i.A.
Martina Müller & Mona Mee

Bildrechte: “Virtuelle Welten” (http://sfbasar.filmbesprechungen.de/wp-content/uploads/virtuelle-welten-cover.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Tabu-Brecher”

Erstellt von Mona Mee am 10. Februar 2013

“Tabu-Brecher”

sfbasar.de-Anthologie Band 23

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Was bedeutet “Tabu“? – Schon Platon legte in seinem Werk „Der Staat“ 433 v. Chr. einzuhaltende Tabus fest. So solle der Dichter nichts entwerfen, was den Ideen des Gesetzlichen, Gerechten, Schönen und Guten entgegenstünde, noch solle ihm erlaubt sein, seine Schöpfung irgendeiner privaten Person zu zeigen, bevor er sie nicht den dazu berufenen Zensoren und Gesetzeshütern zugänglich gemacht habe und diese zufrieden gewesen seien.

Sigmund Freud erklärt das Tabu in seinem Werk „Totem und Tabu“ so: „Das Objekt des Begehrens ist häufig auch das Objekt, mit dem man nicht in Kontakt kommen darf. Dieser Kontakt darf oft nicht einmal auf metaphorische und intellektuelle Weise stattfinden.” Wenn man diesen Gedanken des Vaters des Psychonalayse folgt, dann gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Formen von Tabus: Handlungs- und Darstellungsverbote, Denk- und Sprechverbote. Das wohl bedeutendste Tabu ist vielleicht das Inzest-Tabu: Sexuelle Beziehungen zwischen Verwandten obliegen so gut wie in der gesamten Menschheitsgeschichte kulturübergreifend bis zum heutigen Moment einem strengen Tabu. Anthropologen bezeichnen das Inzest-Tabu als den Grundstein der menschlichen Zivilisation überhaupt, also ein positives Beispiel eines Tabus. Es gibt darüberhinaus Unmengen von Tabus, die gesellschaftlich, politisch oder religiös fundiert sind, die hier aufzuzählen den Rahmen dieses Editorials sprengen würde. Wer mehr über dieses Tema wissen möchte, dem sei hier folgender Titel empfohlen: Tabu und Tabubruch in Literatur und Film.

Was bedeutet denn nun der Titel “TABU-BRECHER”? Welche Tabus sollen für und in den Beiträgen dieser Anthologie gebrochen werden? Den Herausgebern ist natürlich bewußt, dass dies eine Gradwanderung ist und wir daher selbstverständlich jeden Beitrag vorher anschauen und jegliche verbotene Veröffentlichungen und diskriminierende Beiträge hier nicht veröffentlichen werden. Wo jetzt genau die Grenze liegt, was hier in diese Anthologie hineingehört und was nicht, ergibt sich am besten dadurch, dass man sich die bisherigen Beiträge anschaut und diese als Maß ansieht, was wir von den Autoren erwarten, die hier gerne ihre Beiträge aufgenommen haben möchten. Schauen wir also gemeinsam auf die bisherigen Beiträge dieser Anthologie – der neueste Beitrag ist gekennzeichnet:

ABENDESSEN MIT KONVERSATION – Kurzkrimi von Neal Chadwick

ALTE TRADITIONEN HABEN AUCH IHR RECHT! – Eine Kurzgeschichte von Martina Müller

BUCHBESPRECHUNG: BETWEEN LOVE AND FOREVER von Elizabeth Scott – Rezension von Irene Salzmann

DAS LEBEN: EINE HANDVOLL TON? – Eine Kurzgeschichte von Martina Müller


DAS SPÄTE ERBE DER ROTEN KHMER – ein Science Fiction-Szenarium von Felis Breitendorf


DER NETTE NACHBAR VON NEBENAN (Urfassung) – eine obsessive Kurzgeschichte von Felis Breitendorf

BUCHBESPRECHUNG
: DER SPEZIALIST von Mark Allen Smith – Rezension von  Sabine Kettschau

BUCHBESPRECHUNG:
DER ZUCKERKREML von Vladimir Sorokin – Rezension von Gunther Barnewald

DIE DELIKATESSE (Überarbeitete Fassung) – eine phantastische Story von Felis Breitendorf

NEU - DIE GEFÄHRTIN – Leseprobe aus “Brannon mac Ruith – Dämon der Spiegelkrieger” von Cameo Flush

EIN HÄUFCHEN ELEND – Shortstory von Mona Mee und Felis Breitendorf

EINE GESCHLECHTSIDENTITÄTSSTÖRUNG IST KEIN ZUCKERSCHLECKEN! – eine Kurzgeschichte von Mona Mee (sfb-Preisträger Platz 2 im Storywettbewerb 2/2012)

BUCHBESPRECHUNG: FINKENMOOR von Myriane Angelowski – Rezension von Iris Gasper

HABEN SIE ETWAS GEGEN ANTIAUTORITÄT? – Eine Kurzgeschichte von Irene Salzmann

ICH HATTE NOCH NIE EINE INTIME BEZIEHUNG ZU EINER FRAU – Eine Shortstory von Martina Müller.

PATCHWORKFAMILIENGLÜCK – Eine Kurzgeschichte von Mona Mee (und Martina Müller)

BUCHBESPRECHUNG: TODESGEIL von Bryan Smith – Rezension von Rebecca Humpert

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Außerdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muß das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

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Mona Mee und Felis Breitendorf

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PATCHWORKFAMILIENGLÜCK – Eine Kurzgeschichte von Mona Mee (und Martina Müller)

Erstellt von Mona Mee am 24. November 2012

PATCHWORKFAMILIENGLÜCK

Eine Kurzgeschichte

von

Mona Mee und Martina Müller

Mein Papa hatte sich schon früh von meiner Mama getrennt und nach Übersee ins Ausland verdrückt. Ich habe nie wieder von ihm gehört. Als meine Mama vor zwei Jahren meinen Stiefpapa kennengelernt und kurz darauf geheiratet hat, schien sie endlich den Richtigen gefunden zu haben. Leider ereignete sich ein Flugzeugabsturz, bei dem mein Stiefvater zu Tode kam. Meine Mama hat danach sehr schnell ihren dritten Mann gefunden. Der hatte zwei Söhne, die etwa halb so alt waren wie ich. Nach sechs Monaten gab es dann Nachwuchs. Meine Halbschwester wurde geboren. Sie wurde noch von meinem Stiefpapa gezeugt. Wir waren nun zu fünft und bezogen eine Villa auf dem flachen Land. Meine Mama betätigte sich als Hausfrau und Mutter. Mein Patchworkpapa, denn ich deshalb so nenne, weil er nie mit meiner Mama verheiratet war, hatte zu dieser Zeit über den zweiten Bildungsweg sein Architekturstudium absolviert, da er vorher mit seiner Arbeit als Banker nicht glücklich gewesen war.

Drei Jahre später hatten meine Mama und mein Patchworkpapa einen Autounfall. Dabei starb meine Mama und mein Patchworkpapa kam mit dem Schrecken davon. Ich wurde zu dieser Zeit gerade volljährig und mir tat der Vati meiner beiden Patchworkbrüder leid. Ich half ihm bei der Erziehung seiner beiden Jungs und meiner kleinen Halbschwester. Das Architekturbüro meines Patchworkpapas befand sich etwa 20 Kilometer entfernt in der nächsten Stadt. Unser Haus war ein schönes Landhaus und da ich wenig Lust hatte, nach der Schule noch zu studieren, kümmerte ich mich um die Familie. Als die beiden Jungs in die Schule kamen, wurden sie von mir jeden Tag in die Stadt gefahren und wieder abgeholt.

Mein Patchworkpapa war froh, wenn er von der Arbeit nach Hause kam, dass alles von mir geregelt und in Ordnung gehalten wurde. Oft saßen wir dann noch gemeinsam im Wohnzimmer auf der Couch und tranken ein Gläschen Rotwein. Die beiden Jungs und das Baby waren bereits im Bett und so waren das für uns beide die schönsten Stunden des Tages. Nach einigen Wochen passierte es dann. Wir hatten an diesem Abend vielleicht ein Gläschen zuviel getrunken und so wurden unsere Hemmungen und die Trauer über den Tod meiner Mama hinweggespült. Jedenfalls haben wir an diesem Abend miteinander geschlafen. Es war sehr schön. Es war mein erstes Mal. Ich war von diesem Moment an total in meinen Patchworkpapa verliebt.

Nachdem aus unserer Partnerschaft eine feste Liebesbeziehung wurde, entschlossen wir uns zu heiraten. Viele unserer Freunde, vor allem die meiner Mama, waren entsetzt darüber. Schließlich war mein Mann auch noch dreimal so alt wie ich zu diesem Zeitpunkt. Die Verwandten beider Familien mieden uns von diesem Moment an. Wir verstanden, dass es offenbar Vorbehalte, wenn nicht gar Tabus in der Gesellschaft gab, wenn Menschen, die vorher in anderen  Rollen in der Familie in Beziehung standen, plötzlich diese auf den Kopf stellten. Ich war jedenfalls zufrieden mit meiner neuen Rolle als Hausfrau und Ersatzmutti für meine kleine Halbschwester und den beiden Patchworkbrüdern. Es hätte eigentlich wunderbar so weitergehen können, doch das Schicksal hatte einen anderen Weg vorgesehen.

Als mein Patchworkpapa, der jetzt mein Ehemann war, eines Tages auf eine Tagung für Architekten ins Ausland ging, kehrte er von dieser Reise nicht mehr zurück.  Ich erhielt die Nachricht, dass man ihn im Ausland ermordet hat, als er bei einem Raubüberfall sein Portmonee nicht herausgeben wollte. Für mich brach die Welt vollends über mich zusammen. Ich war jetzt für zwei schulpflichtige Jungs, die langsam in die Pubertät kamen und einem kleinem Mädchen, das unter starkem Asthma und Pseudokrupp litt, verantwortlich und hatte keinen Ernährer mehr. Zwar befand sich noch etwas Geld auf den Konten, doch die Lebensversicherung meines Mannes weigerte sich vehement, die Versicherungssumme auf den Tod meines Ehemannes auszuzahlen. Sie beharrte auf eine Vertragsklausel, die besagt, dass sich der Versicherte nicht leichtsinnig selbst in Gefahr bringen dürfe.

Ich war ziemlich gestreßt, vor allem die Krankheit meiner kleinen Halbschwester machte mir zu schaffen. Die beiden Jungs fingen zunehmends an, aggressiver in der Schule zu werden, verhauten andere Kinder und wurden so manches Mal von der Polizei nach Hause gebracht. Nachdem die Versicherung mich dazu zwang, unser so dringend benötigtes Geld einzuklagen,  blieb mir nichts anderes übrig als das Architekturbüro zu verkaufen, um uns über Wasser zu halten. Ich weiß heute nicht mehr, wie ich all diese Schwierigkeiten meisterte. Doch letztlich wurde alles gut. Ich gewann die Gerichtsverhandlung gegen die Versicherung und meiner kleinen Halbschwester konnte dank eines neuen Medikamentes geholfen werden. Von diesem Zeitpunkt an lief endlich alles besser.

Wir waren schon eine ziemlich merkwürdige Familie. Zum Glück hatte ich meinen Patchworkpapa geheiratet sonst hätte es ziemliche Probleme gegeben, meine beiden Patchworkbrüder zu adoptieren. Und das selbe galt auch für meine kleine Halbschwester. Jetzt waren wir jedenfalls eine glückliche Familie. Was Außenstehende jedoch bestimmt sehr merkwürdig gefunden hätten, war der Umstand, dass wir zum Zeitpunkt des Todes meines Mannes alle Vier in einem Bett schliefen. Irgendwann veränderte sich dieser Zustand aber. Zuerst war es der jüngere der beiden Jungs, der irgendwann den Wunsch in die Tat umsetzte, in seinem eigenen Zimmer zu schlafen. Ein halbes Jahr später war meine kleine Halbschwester an der Reihe und verlangte, zukünftig ebenfalls alleine in ihrem Zimmer zu übernachten.

Ob es nun daran lag, dass ich von diesem Moment an mit dem älteren der beiden Jungs alleine im großen Bett schlief oder ob es einfach Schicksal war, das weiß ich heute nicht mehr. Jedenfalls wurde ich eines Tages schwanger von meinem Patchworkbruder, der die Rolle des Vaters aber sehr gerne übernahm. Acht Jahre später war meine kleine Halbschwester an der Reihe, ein Kind zu empfangen. Sie und mein jüngerer Patchworkbruder haben sich ebenfalls ineinander verliebt. Jetzt sind wir also zu Sechst. Das Leben kann schon ziemlich verrückt sein.

-Ende-

Copyright (c) 2012 by Mona Mee und Martina Müller

Bildrechte: “Tabu-Brecher” (tes-tabu2.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

Bildrechte: “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Alltag-100-minus50-0.jpg” (Originaltitel: Alltag3.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Kaufempfehlung der Autorin:

Glaschke, Stefanie
Unsere Patchwork-Familie

Hilfestellung für ein stressfreies Zusammenleben

Verlag :      Urania
ISBN :      978-3-451-66019-1
Einband :      kartoniert
Preisinfo :      12,99 Eur[D] / 13,40 Eur[A] / 19,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 31.07.2012
Seiten/Umfang :      128 S., durchgeh. zweifarbig – 21,0 x 16,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 09.2012
Gewicht :      308 g

Jede siebte Familie zählt als so genannte Patchwork-Familie. Kinder müssen sich auf eine neue Mutter, einen neuen Vater oder auf Stiefgeschwister einstellen, Eltern auf nicht-leibliche Kinder. Das Zusammenfügen dieser neuen Konstellation erfordert Geduld und macht Mühe. Jeder muss seine Rolle erst finden, Patentrezepte gibt es nicht. Dieses Buch gibt Hilfen und Hinweise, was man tun kann, um aus einem »Patchwork« eine Familie aufzubauen, in der sich alle als zusammengehörig erleben.

Stefanie Glaschke studierte Theologie, Germanistik und Politikwissenschaft und absolvierte dann eine Ausbildung in angewandter Psychologie und Psychosomatik. Die Mutter von sechs Kindern ist als Persönlichkeitstrainerin für Lernen, Kommunikation und Verhalten tätig und arbeitet vor allem auch mit Kindern und Jugendlichen.

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STRASSENFUND – Eine visionäre Erzählung (Überarbeitete Fassung) von Mona Mee (und Anna Breitzke)

Erstellt von Mona Mee am 23. Oktober 2012

STRASSENFUND

Eine visionäre Erzählung

(Überarbeitete Fassung)

von

Mona Mee und Anna Breitzke

Ich bin mit dem Van unterwegs, komme von einem kleinen Besäufnis mit den Kumpels vom Bau, nach einem abgeschlossenen Auftrag ist das bei uns immer so. Ich habe nur ein Bier getrunken, doch mir fallen die Augen vor Müdigkeit und Erschöpfung zu, bis ich ein Hindernis auf der Straße bemerke. Ich gehe voll auf die Eisen und bringe die Kiste gerade noch so zum Stehen, ohne über das Paket zu fahren. Mit der Taschenlampe aus dem Handschuhfach will ich nachsehen, was da liegt. Eine eingewickelte Plane, in dem sich etwas bewegt. Wollte da jemand sein Haustier entsorgen? Wie kann man nur so grausam sein? Ich schneide mit dem Schweizer Messer die Plane auseinander, dann durchfährt mich ein Schock. Da liegt ein totes Baby vor mir, schmutzig und völlig abgemagert, offenbar hatte der Wind die Plane bewegt, so dass ich dachte, hier lebt noch etwas.

Ich versuche die Polizei anzurufen, aber der Akku im Handy ist leer. Mit einer Kordel aus meinem Wagen knote ich das Bündel zusammen und lege es auf die Ladefläche meines Vans. Ich wende und mache mich auf den Weg zum Polizeirevier. Vor dem Gebäude überlege ich, das tote Baby gleich mitzunehmen oder erst mit den Beamten zu reden. Ich entscheide mich für die zweite Möglichkeit, und man hört mir fassungslos zu. Sofort kommen zwei Beamte mit hinaus, und ich zeige den beiden die Plane. Ich schaue dumm aus der Wäsche, als ich erkenne, dass zwar die Plane mit Klebeband zusammengehalten wird, sich darin aber nichts befindet. Ich leuchte in alle Ecken des Vans und hüpfe hinein, um wirklich sicher zu sein, dass das Baby nicht irgendwo hineingerutscht ist. Doch wohin ich auch leuchte, es ist nichts zu finden.

„Haben Sie getrunken?“ fragte einer der beiden.

„Nur ein Bier“, beteuere ich und bin gern bereit zu einem Alkoholtest, der natürlich kein Ergebnis bringt.

„Sie sind vermutlich überarbeitet, aber Sie sollten vielleicht doch einen Arzt aufsuchen“, raten mir die beiden gutmütig. Ich nicke nur, denn ich möchte nicht in den Verdacht geraten, ein Spinner oder Verrückter zu sein, der vorhat, ihnen den Feierabend zu verderben. Ich nicke verwirrt, bedanke mich und steige in den Van, die beiden Beamten heben zum Gruß die Hand.

Während der Fahrt nach Hause wundere ich mich weiter, doch als ich in die Zufahrt zum Weg zu meinem Haus einbiege, muss ich über mich selbst lachen.

Mein Zuhause wirkt anheimelnd, nur etwas leer. Ein schönes Haus mitsamt Nebengebäuden, groß genug für Frau und Kinder. Aber irgendwie hat sich nie eine tiefe Beziehung ergeben, der Job hat es nicht zugelassen.

Plötzlich spüre ich, wie sich eine Hand auf meinen Rücken legt und eine unbekannte Stimme in unverständlichen Worten zu mir spricht. Mit einer Vollbremsung bringe ich den Wagen zum Stehen und schaue mich um. Ein knapp achtjähriges Mädchen befindet sich auf dem Rücksitz und spricht weiter auf mich ein, doch ich verstehe noch immer kein Wort.

Ich hole die Kleine auf den Beifahrersitz und spreche auf sie ein, um herauszufinden, woher sie kommt. Dabei stelle ich fest, dass ich mich mit dem Alter verschätzt haben muss, sie ist bestimmt schon zehn oder elf Jahre. Sie macht einen hungrigen Eindruck, ich gebe ihr einen Schokoriegel aus dem Handschuhfach. Sie verschlingt ihn förmlich, dann lächelt sie mich an, und ich stelle fest, dass sie ein hübsches Kind ist. Was soll ich tun? Zurück zum Polizeirevier? Aber wie soll ich die Existenz dieses Kindes erklären? Ich nehme sie erst einmal mit nach Hause.

Beim Aussteigen bemerke ich, dass sie noch älter sein muss, als ich geschätzt hatte, wenigstens vierzehn oder fünfzehn Jahre. Ich wundere mich wieder einmal über mich selbst.

Im Haus zeige ich ihr das Badezimmer und gebe ihr einige Kleidungsstücke, die mir schon lange nicht mehr passen, dann gehe ich in die Küche, um noch etwas zu Essen zu machen. Im Kühlschrank finden sich Leberkäse, Eier und Emmentaler, die ich in der Pfanne zubereite, während ein paar Scheiben Weißbrot im Toaster rösten.

Ich bin gerade damit fertig, alles auf dem Küchentisch anzurichten, als die Badezimmertür geöffnet wird, das Mädchen ist jetzt sauber und trägt Jeans und Pulli von mir, die nicht wirklich passen. Aber sie sind allemal besser als der schmutzige Overall, den sie im Auto trug. Und erneut muss ich meine Schätzung über das Alter revidieren, sie ist sicherlich schon neunzehn. Ihr hungriger Blick schweift über den Tisch, dann stürzt sie sich förmlich auf das Essen und verdrückt noch zusätzlich einen Großteil meiner Portion.

Ich beschließe, das Mädchen im Wohnzimmer auf dem Sofa schlafen zu lassen und bereite ein provisorisches Bett. Morgen können wir weitersehen. Ich habe bisher kein verständliches Wort aus ihr herausbekommen, aber darum sollen sich morgen Leute kümmern, die Ahnung davon haben.

Ich räume noch rasch die Küche auf und sehe noch einmal nach der Kleinen, sie schläft bereits und wirkt erneut älter, als ich dachte. Behutsam lösche ich bis auf eine kleine Tischleuchte alle Lampen und kann endlich selbst unter die Dusche und dann ins Bett. Ich bin so müde, dass ich nicht einmal über diesen seltsamen Tag nachdenken kann.

Irgendwann höre ich ein Geräusch und versuche wach zu werden. Ist das ein Traum? Die junge Frau kommt wie ein Schatten aus dem schwachen Licht der Lampe heraus auf mein Bett zu und ist splitterfasernackt, sie besitzt einen perfekten Körper mit wohlgeformten Rundungen an den richtigen Stellen. Zuerst glaube ich an einen verrückten Traum, doch dann spüre ich ihre sanften Hände auf meiner Haut. Sie schlüpft zu mir ins Bett und beginnt mich zu erregen, so dass ich plötzlich eine gewaltige Erektion bekomme. Undeutlich erkenne ich ihr Gesicht und sehe, dass sie erneut älter geworden ist, Anfang bis Mitte dreißig schätze ich. Aber das ist mir egal, denn unser Liebesspiel endet in einem unglaublichen Orgasmus, wie ich ihn noch nie erlebt habe.

Schwer atmend und ungeheuer zufrieden kuscheln wie uns aneinander und schlafen schließlich ein.

Ein paar Sonnenstrahlen leuchten durch den Vorhang und wecken mich aus einem wunderbaren Schlaf. Glücklich strecke ich die Hand aus, um meiner nächtlichen Gefährtin über den Körper zu streicheln, aber meine Finger treffen auf eine klebrige, feuchte Masse. Entsetzt richte ich mich auf und sehe fassungslos den Körper einer gut vierzigjährigen Frau, den toten Körper, denn die schlaffen Brüste wie auch der übrige Leib sind mit Blut besudelt, und die Augen starren tot ins Leere. In ihrem Körper steckt eines meiner Steakmesser, das ganz eindeutig die zahllosen Stichwunden verursacht hat.

Panik ergreift mich, ich werfe die Bettdecke über die Leiche der Frau, die vor meinen Augen noch immer altert. Hartnäckig flüstert mir eine innere Stimme zu, dass es sich um einen widerlichen Scherz handelt, aber mit dem Tod spielt man nicht. Das alles hier muss Realität sein.

Was soll ich tun? Die Leiche entsorgen und darauf hoffen, dass mir niemand auf die Schliche kommt? Nun, die Forensik ist soweit fortgeschritten, dass sicherlich irgendwo eine Spur auf mich deutet. Dabei bin ich doch wirklich unschuldig. Aber das muss ich auch beweisen.

Trotzdem entscheide ich mich, die Polizei zu rufen, auch wenn ich keine Ahnung habe, was ich überhaupt sagen soll und vielleicht für einen Mord, den ich nicht begangen habe, ins Gefängnis muss. Das Ganze ist so unwirklich, dass ich glaube, in einem schlechten Traum zu leben.

Ich versuche, gefasst zu bleiben und packe einige Sachen ein, die man vermutlich in der Untersuchungshaft braucht. Als die Polizei eintrifft, erkläre ich die Sachlage, sehe Abscheu und Unglauben in den Gesichtern der beiden Beamten und deute auf das Schlafzimmer. Ich habe nicht die Kraft, selbst hineinzugehen und will hier auf die Ankunft der Spurensicherung warten, um vielleicht noch Fragen zu beantworten.

Schließlich kommt einer der Beamten wieder heraus, sein Gesicht wirkt verwirrt und gleichzeitig angeekelt. Irgendwie erfüllt mich plötzlich Hoffnung.

„Keine Leiche zu finden?“ frage ich, doch er verzieht das Gesicht.

„Da ist durchaus eine Leiche, aber die ist ganz sicher nicht in der letzten Nacht gestorben.“ Er greift nach meiner Schulter und führt mich ins Schlafzimmer. Dort glaube ich meinen Augen nicht zu trauen.

Im Bett liegt ein verschrumpelter Körper, einer Mumie ähnlich, wenigstens achtzig bis neunzig Jahre alt. Habe ich mich heute nach mit einer Leiche vergnügt?

Der Beamte scheint etwas Ähnliches zu denken, vielleicht hält er mich auch für völlig durchgeknallt.

„Hier ist kein Blut zu sehen, die Frau ist unmöglich hier gestorben. Aber Ihnen ist hoffentlich bewusst, dass das eine strafbare Handlung ist?“

Ich verstehe gar nichts mehr und schaue ihn nur fragend an.

„Sie werden sich vor Gericht wegen Störung der Totenruhe verantworten müssen. Und nun erzählen Sie uns doch mal, auf welchem Friedhof Sie die alte Frau ausgegraben haben.“

Hilflos zucke ich die Schultern. „Ich habe keine Ahnung“, erkläre ich verzweifelt.

„Sie werden einen guten Anwalt und einen noch besseren Psychiater brauchen, um eine einigermaßen verständliche Verteidigung aufzubauen. Bis jetzt klingt das alles sehr unwahrscheinlich, aber wir werden die Wahrheit schon noch herausfinden.“

Ich breche förmlich zusammen und halte mich selbst für verrückt. Natürlich bin ich froh, keinen Mord begangen zu haben, aber was ist nun wirklich geschehen seit gestern Abend? Ich werde nie wieder ein alkoholisches Getränk anfassen…

Ende

Copyright (C) 2012 by Mona Mee und Anna Breitzke

Bildrechte: Coverillustration “TräumeundVisionen” (20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “TräumeundVisionen-86-minus72-minus16.jpg” (Originaltitel: 20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Bildrechte: Untot – Wiedergänger-, Gespenster-, Geister- & Zombiegeschichten” (Zeichnung untot.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Untot – Wiedergänger-, Gespenster-, Geister- & Zombiegeschichten” (Originaltitel: UNTOT – LB.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Leseempfehlung der Autorin:


Chance, Karen
Verlockend untot

Roman

Übersetzt von Brandhorst, Andreas
Verlag :      Piper
ISBN :      978-3-492-26851-6
Einband :      Paperback
Preisinfo :      9,99 Eur[D] / 10,30 Eur[A] / 14,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 15.06.2011
Seiten/Umfang :      496 S.
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      13.01.2012
Aus der Reihe :      Piper Taschenbuch 6851
Fantasy  6851

Cassie Palmer ist zurück! Nun muss sich die Seherin der magischen Gemeinde mit den Problemen herumschlagen, die so ein Job mit sich bringt. Nach einer Zeremonie wird ihre Macht sich nämlich erst vollständig entfalten – doch so weit wollen es ihre Feinde am liebsten gar nicht kommen lassen. Sie versuchen, Cassie vorher zu töten, und gehen dabei nicht gerade zimperlich vor: Ein Dämon bemächtigt sich Cassies Körper, und es erfordert all ihre Tricks und die Kräfte ihrer Freunde, allen voran eines gewissen attraktiven Kriegsmagiers Pritkin, um sie aus den Klauen ihres Peinigers zu befreien. Und wenn möglich, bevor der Dämon sie in ihrer eigenen Badewanne ertränkt.

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STRASSENFUND – Eine visionäre Erzählung (überarbeitete Fassung) von Mona Mee (und Martina Müller)

Erstellt von Mona Mee am 22. Oktober 2012

STRASSENFUND

Eine visionäre Erzählung

(überarbeitete Fassung)

von

Mona Mee und Martina Müller

Ich bin mit dem Van unterwegs, komme von einem kleinen Besäufnis mit den Kumpels vom Bau. Mein Alkoholspiegel ist wohl an der oberen Grenze. Weil mir vor Erschöpfung und Müdigkeit fast die Augen zufallen, hätte ich beinahe das Teil vor mir auf der Fahrbahn übersehen. Ich gehe voll in die Eisen, ohne es zu überrollen. Mit der Taschenlampe aus dem Handschuhfach springe ich aus dem Auto. Das Hindernis ist offenbar in eine Plane eingewickelt, nicht ganz transparent, so dass sich nicht genau erkennen lässt, um was es sich  handelt.

Ich leuchte mit der Taschenlampe drauf. In Umrissen sehe ich einen kleinen Körper. Ich angle mein Schweizer Messer aus der Tasche und schneide die Plane auseinander. Es durchfährt mich ein regelrechter Schock. Vor mir liegt ein verdrecktes und abgemagertes totes Baby. Ich zücke mein Handy, um auf dem Polizeirevier anzurufen.  Der Akku ist leer! Mit einer Kordel aus meinem Wagen knote ich das Bündel zusammen und lege es auf die Ladefläche. Ich wende und mache mich auf den Weg zum Polizeirevier.

Dort empfangen mich zwei Beamte, eine Polizistin und ein Polizist, die auch gleich mit mir vor die Tür gehen. Ich öffne vorsichtig die Ladetüren des Vans. Die beiden leuchten mit ihren Taschenlampen auf die Plastikplane, in der sich jedoch nichts befindet. Ich leuchte in alle Ecken des Vans und hüpfe hinein um wirklich sicher zu sein, dass das Baby nicht irgendwo hingerutscht ist. Doch es ist nichts zu finden. Die beiden schauen sich fragend an und einer der Polizisten meint: „Haben Sie getrunken?“

Ich antworte: „Ja schon, aber nicht so viel, dass ich mir sowas einbilde!“

Die Polizistin: „Bestimmt sind sie nur überarbeitet und ihre Sinne haben Ihnen einen Streich gespielt.“

Ich nicke nur, denn ich möchte nicht als Spinner oder Verrückter gelten, der ihnen den Feierabend zu verderben vor hat.

Der Polizist: „Naja, da wollen wir mal auf eine Alkoholprobe verzichten, wenn sie versprechen, sofort nach Hause zu fahren.“

Ich nicke nur, bedanke mich kurz und steige ein. Die Beamtin verabschiedet sich und gibt mir noch mit auf den Weg: „Morgen werden Sie sehen, dass alles nur ein Irrtum gewesen ist und selbst drüber lachen.“

Nachdem ich wieder auf der Landstraße bin, muss ich in mich hineinlachen. So etwas ist mir noch nie passiert. Ich biege von der Landstraße in den Feldweg ein, der direkt zu meinem Anwesen führt. Ein schönes Haus mitsamt Nebengebäuden, groß genug für Frau und Kinder. Aber irgendwie hat es sich nie ergeben. Der Job hat es nicht zugelassen. Als ich so vor mich hinsinne, spüre ich plötzlich eine Hand auf meinen Rücken. Wie elektrisiert halte ich sofort an. Hinter dem Fahrersitz steht ein etwa 8-jähriges Mädchen mit total verschmutztem Gesicht.

Nachdem ich die Kleine auf dem Beifahrersitz festgegurtet habe, bemerke ich, dass ich mich mit dem Alter verschätzt habe. Sie ist wohl eher 10 oder 11 Jahre alt. Ich hole aus dem Handschuhfach einen Schokoriegel. Das Mädchen verschlingt ihn regelrecht. Zum ersten Mal lächelt es mich an. Es hat ein schönes Gesicht trotz des Schmutzes und ein sehr schönes Lächeln. Ich überlege, ob ich kehrt machen und zurück zum Polizeirevier fahren soll. Doch ich bin verunsichert. Wie sollte ich die plötzliche Existenz der Kleinen erklären? Würde man mir nach dem ersten Zwischenfall noch irgendetwas glauben? Ich entschließe mich dazu, erstmal nach Hause zu fahren.

Als ich vor dem Haus die Beifahrertür öffne, fällt mir auf, dass es alleine aussteigt und unmöglich 10 oder 11 Jahre alt ist, eher 14 oder 15. Wir gehen ins Haus und ich zeige ihr das Badezimmer. Auf einem Hocker neben der Badezimmertür deponiere ich noch eine alte Jeans und einen Pulli .

In der Zwischenzeit richte ich etwas zu Essen her. Als ich damit fertig bin, kommt das Mädchen aus dem Bad. Die alten Sachen passen ihr zwar nicht wirklich, sind aber besser als  ihr verdreckter Overall, den ich inzwischen in die Waschmaschine geworfen habe. Trotz der zu weiten Klamotten sieht das Mädchen niedlich aus. Wieder muss ich meine vorherige Schätzung auf 18 oder 19 Jahre erhöhen. Als es das Essen sieht, stürzt es sich darauf. Nachdem es seinen Teil verdrückt hat, während ich nicht mal die Hälfte von meinem Teller gegessen habe, schaut es noch immer hungrig aus, so dass ich ihr meinen Rest rüberschiebe.

Anschließend mache ich das Sofa im Wohnzimmer zurecht, so dass sich die junge Frau erst einmal ausschlafen kann. Nachdem ich den Tisch abgeräumt habe, liegt sie bereits unter der Decke und hat die Augen geschlossen. Wieder muss ich meinen Eindruck von ihrem Alter auf 21 bis 22 Jahre revidieren. Ich lösche das Licht und begebe mich ins Bad. Als ich mich unter den heißen Wasserstrahlen entspanne, lasse ich den Tag revue passieren. Nachdem auch ich endlich ins Bett falle, schlafe ich sofort ein.

Als ich einige Zeit später im Dunkeln ein Geräusch höre, öffne ich ein Auge, denn richtig wach bin ich nicht. Ich sehe, dass die junge Frau langsam auf mein Bett zukommt und dabei nichts an hat. Ich denke zuerst, dass mir meine Sinne wieder einen Streich spielen, als die junge Frau sich zu mir ins Bett legt und ganz dich zu mir rückt. Sie fasst mich überall an und ergreift meine Hände, legt sie auf ihre Brüste und in ihren Schoss. Anschließend massiert sie mein Geschlechtsteil, so dass ich eine gewaltige Erektion bekomme, wie schon seit Jahren nicht mehr. Ich schaue ihr ins Gesicht. Als sie sich auf mich setzt, erkenne ich, dass diese Frau mindestens 3o bis 33 Jahre alt sein muss und phantastisch aussieht und einen tollen Körper besitzt, den sie meisterlich einzusetzen weiß. Nach einigen Stößen ereilt mich ein gewaltiger Orgasmus, so stark, wie ich ihn im ganzen Leben nicht hatte. Während sie stöhnend ihre Schenkel an mich presst, spüre ich, dass sie ebenfalls ihren Höhepunkt erreicht hat. Wir begeben uns in Löffelchenstellung und ich schlafe zufrieden ein.

Die Sonnenstrahlen, die zwischen der Gardine und dem Vorhang hervorlugen, wecken mich. Ich blinzle, kann mich aber nicht dazu durchringen, die Augen völlig zu öffnen. Ich drehe mich auf die Seite und spüre einen Körper neben mir, der sich klebrig und nass anfühlt. Ich reiße die Augen auf und schaue ins Gesicht einer etwa 40-jährigen Frau, die mich mit starrem Blick ansieht. Ich schaue an ihr herunter und sehe die erschlafften Brüste, die mit Blut besudelt sind. Ich bin so geschockt, dass ich einen Moment brauche, um aus dem Bett zu springen. Ich ziehe die Bettdecke von dem Körper der Frau zurück. Ich kann es kaum glauben: In ihrem Bauch steckt eines meiner Steakmesser und aus vielen Löchern tropft Blut heraus. Ich drehe der Leiche den Kopf, so dass ich ihr ins Gesicht schauen kann. Die etwa 50 jährige Frau hat den Mund wie zu einem Schrei weit geöffnet. Sie ist eindeutig tot! Ich bin in Panik. Weiß nicht weiter. Ich decke den Körper wieder zu, ich kann den Blick ihrer toten Augen nicht ertragen.

Nachdem ich mich ein wenig beruhigt habe und die letzten 24 Stunden im Geiste an mir vorüberziehen lasse, finde ich keine Erklärung für all das. Entweder bin ich verrückt geworden oder jemand spielt mir einen fürchterlichen Streich. Aber wer würde einen solch widerlichen abartigen Scherz mit mir abziehen? Mir fällt niemand ein, dem ich das zutrauen würde. Zuerst überlege ich noch, die Leiche zu entsorgen und danach sauber zu machen. Ich weiß aber, dass die Forensik  so weit fortgeschritten ist, dass das alles nichts nützen würde. Und wenn jemand hier in der Gegend vermisst werden würde, würde man dank meines Auftretens gestern Abend im Polizeirevier sicher auch an mich denken und die Sache eingehend untersuchen. Letztlich entscheide ich mich, auf dem Revier anzurufen, auch wenn das möglicherweise heißt, für die nächsten 20 bis 30 Jahre ins Gefängnis zu müssen. Nach einigem Zögern greife ich zum Telefon und benachrichtigte die Polizei. Ich erkläre dem Beamten am Telefon die gesamte Situation und auch, dass ich gestern Abend bereits auf dem Revier war. Der Mann reagiert etwas betreten und teilt mir mit, dass er mir seine Kollegen vorbeischicken werde, um die Sache zu klären.

Ich sitze im Wohnzimmer, hatte mich vorher gewaschen und vernünftig angezogen, sogar eine kleine Reistasche hatte ich gepackt mit allem, was man meiner Meinung nach für einen Gefängnisaufenthalt benötigt. Dann male ich mir aus, wie mein Leben weitergehen würde in einer Zelle sitzend. Als die Klingel schrillt, wirft mich das Geräusch aus meinen Gedanken. Ich gehe zur Tür und lasse das halbe Dutzend Polizisten und Forensik-Beamten hinein. Einer der Männer spricht mich an und fragt nach der Leiche. Ich gehe mit ihm zur Schlafzimmertür und schaue ihn mitleidig an; der Anblick der Toten wird ihm mit Sicherheit den Tag verderben. Ein anderer Beamter mit offenbar psychologischer Ausbildung nimmt mich zur Seite und bedeutet mir, nicht mit in das Zimmer zu gehen. Ich bin einverstanden und sehe, wie die Polizisten und die Forensiker ins Schlafzimmer gehen und die Tür hinter sich schliessen.

Nach geschätzten zehn Minuten kommt der führende Beamte ins Wohnzimmer und schaut mir ins Gesicht. Er scheint verunsichert. Ich kenne den Blick bereits von den Beamten vom Vorabend und fragte frei heraus: „Keine Leiche zu finden?“

Der Beamte verkneift sein Gesicht und antwortet: „Doch, es gibt eine Leiche.“

Für mich bricht die Welt zusammen.

„Aber“, sagt er, „die Dame ist nicht heute Nacht gestorben. Genaugenommen nicht mal diese Woche oder diesen Monat. Möglicherweise nicht mal dieses Jahr.“

Ich schaue dem Beamten, der vor mir steht, von meinem Sitzplatz auf der Couch ins Gesicht und stammle etwas Undefinierbares.

Der Beamte faßt mir an die Schulter und bewegt mich, aufzustehen. Dann führt er mich ins Schlafzimmer. Als er die Decke von der Leiche hebt, sehe ich den verschrumpelten Körper einer uralten Frau, die bestimmt ihre 80 bis 90 Jahre auf dem Buckel haben dürfte. Dabei wirkt sie auf mich wie eine ausgetrocknete Mumie, so wie man das aus dem TV kennt. Der Beamte bemerkt: „Wie sie sehen, kann diese Frau unmöglich hier gestorben sein. Und wie Sie sicher schon bemerkt haben, ist auch kein Blut zu sehen.“

Ich schaue genauer hin. Und tatsächlich, die Laken sind nicht von Blut durchnäßt. Eher schmutzig, erdig, als wenn sich jemand an der Mumie zu schaffen gemacht hat. Mich schüttelt es und ich muß würgen. Der Beamte stützt mich, da mir die Beine wegknicken als mir klar wird, dass ich es wohl war, der sich mit dieser Mumie im Bett vergnügt hat. Der Beamte bemerkt: „Sie wissen sicherlich, dass das eine strafbare Handlung ist, oder?“

Ich weiß nicht, was ich darauf antworten soll und nicke nur kurz.

Er erklärt mir: „Das ist zwar nicht so schlimm wie ein Mord, trotzdem müssen sie wegen Störung der Totenruhe mit einer Strafe rechnen. Sie müssen sagen, woher die Tote stammt, wo haben sie die alte Frau ausgegraben?“

Ich antworte nur: „Ich weiß es nicht mehr…“

Er erklärt mir noch: „Ich rate Ihnen dringend zu einer Therapie!“

Ich bin froh, keinen Mord begangen zu haben. Doch das Ganze ist ein absolutes Mysterium für mich. Ich kann nicht begreifen, wie das alles geschehen konnte…

Ende

Copyright (C) 2012 by Mona Mee und Martina Müller

Bildrechte: Untot – Wiedergänger-, Gespenster-, Geister- & Zombiegeschichten” (Zeichnung untot.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

Bildrechte: Coverillustration “TräumeundVisionen” (20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “TräumeundVisionen-86-minus72-minus16.jpg” (Originaltitel: 20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

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Chance, Karen
Verlockend untot

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Übersetzt von Brandhorst, Andreas
Verlag :      Piper
ISBN :      978-3-492-26851-6
Einband :      Paperback
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Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
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Letzte Preisänderung am 15.06.2011
Seiten/Umfang :      496 S.
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      13.01.2012
Aus der Reihe :      Piper Taschenbuch 6851
Fantasy  6851

Cassie Palmer ist zurück! Nun muss sich die Seherin der magischen Gemeinde mit den Problemen herumschlagen, die so ein Job mit sich bringt. Nach einer Zeremonie wird ihre Macht sich nämlich erst vollständig entfalten – doch so weit wollen es ihre Feinde am liebsten gar nicht kommen lassen. Sie versuchen, Cassie vorher zu töten, und gehen dabei nicht gerade zimperlich vor: Ein Dämon bemächtigt sich Cassies Körper, und es erfordert all ihre Tricks und die Kräfte ihrer Freunde, allen voran eines gewissen attraktiven Kriegsmagiers Pritkin, um sie aus den Klauen ihres Peinigers zu befreien. Und wenn möglich, bevor der Dämon sie in ihrer eigenen Badewanne ertränkt.

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STRASSENFUND – Eine visionäre Erzählung von Mona Mee

Erstellt von Mona Mee am 20. Oktober 2012

STRASSENFUND

Eine visionäre Erzählung

von

Mona Mee

Ich bin mit dem Van unterwegs, komme von einem kleinen Besäufnis mit den Kumpels vom Bau. Mein Alkoholspiegel ist wohl an der oberen Grenze angelangt. Mir fallen die Augen aber eher zu, weil ich so erschöpft und müde bin. Deshalb hätte ich beinahe auch das Teil vor mir auf der Fahrbahn übersehen. Ich gehe voll auf die Eisen und bringe die Kiste gerade noch so zum Stehen ohne über das Paket zu fahren. Ich hole mein Taschenlampe aus dem Handschuhfach und springe aus dem Auto. Als ich vor dem Objekt stehe, erkenne ich, dass es in eine Plane eingewickelt ist, nicht ganz transparent, so dass sich nicht genau erkennen lässt, was sich darin befindet.

Ich schalte die Taschenlampe ein und leuchte darauf. In Umrissen sehe ich, wie sich darunter etwas bewegt und angele mein Schweizer Messer aus der Tasche. Damit schneide ich die Plane auseinander. Als ich wieder mit der Lampe draufhalte, durchfährt mich ein regelrechter Schock. Vor mir liegt ein verdrecktes und abgemagertes totes Baby. Der Grund, warum ich da  sich was bewegen sah, war wohl eher der Wind gewesen. Das Baby vor mir ist jedenfalls hundertprozentig tot. Ich zücke mein Handy um auf dem Polizeirevier anzurufen. Mist. Mein Akku tut es nicht mehr. Leer. Mit einer Kordel aus meinem Wagen knote ich das Bündel zusammen und lege es auf die Ladefläche meines Vans. Ich wende und mache mich auf den Weg zum Polizeirevier.

Als ich dort ankomme, überlege ich kurz, ob ich das tote Baby sofort mit reinnehmen soll oder erst reingehe. Ich entscheide mich für das zweite und betrete das Revier. Dort hört man mich kurz an und sofort kommen ein Polizist und eine Polizistin mit mir zusammen vor die Tür, zu meinen geparkten Van. Ich öffne vorsichtig die hinteren Flügeltüren und leuchte mit meiner Taschenlampe auf die Plastikplane. Ich schaue dumm aus der Wäsche als ich erkenne, dass zwar die Plane mit Klebeband zusammengehalten wird, aber sich darin nichts befindet. Ich leuchte in alle Ecken des Vans und hüpfe hinein um wirklich sicher zu sein, dass das Baby nicht irgendwo hingerutscht ist. Doch wo ich auch hinleuchte, es ist nichts zu finden. Der Beamte und die Beamtin schauen sich fragend an und der Polizist meint: „Haben Sie getrunken?“

Ich antworte: „Ja schon, aber nicht soviel, dass ich mir so was einbilde!“

Die Polizistin: „Bestimmt sind sie nur überarbeitet und ihre Sinne haben Ihnen einen Streich gespielt.“

Ich nicke nur, denn ich möchte nicht in den Verdacht geraten, ein Spinner oder Verrückter zu sein, der ihnen den Feierabend zu verderben vor hat.

Der Polizist meint: „Naja, da wollen wir mal auf eine Alkoholprobe verzichten, wenn sie fest versprechen, sofort nach Hause zu fahren um sich ins Bett zu legen.“

Ich nicke nur und bedanke mich kurz, schließe die hinteren Ladetüren und steige vorne ein. Die Beamtin hebt die Hand und verabschiedet sich von mir und gibt mir noch mit auf den Weg: „Morgen werden Sie sehen, dass alles nur ein dummer Irrtum gewesen war und selbst drüber lachen.“

Ich grinse zwanghaft und nicke, schließe die Fahrertür und setze meinen Weg fort. Vielleicht hat sie recht, denke ich, vielleicht bin ich wirklich zu angespannt gewesen die letzten Tage und sollte nach einer kurzen kalten Dusche sofort ins Bett.

Nach dem ich wieder auf der Landstraße bin, muss ich wirklich in mich hineinlachen. So was ist mir noch nie passiert. Ich biege von der Landstraße in den Feldweg ein, der direkt zu meinem Anwesen führt. Ein schönes Haus mitsamt Nebengebäuden, groß genug für Frau und Kinder. Aber irgendwie hat es sich nie ergeben, der Job hat es nicht zugelassen. Als ich so vor mich hinsinne, spüre ich plötzlich, dass sich eine Hand auf meinen Rücken legt und eine mir unbekannte Stimme etwas Unverständliches sagt. Ich bin wie elektrisiert und halte sofort den Wagen an und drehe mich um. Hinter meinem Fahrersitz steht ein etwa achtjähriges Mädchen, mit total verschmutztem Gesicht und wiederholt ständig die selben Worte, deren Sinn sich mir nicht ergeben wollen.

Nachdem ich das Mädchen auf den Beifahrersitz festgegurtet habe, bemerke ich, dass ich mich mit dem Alter verschätzt haben muss. Es ist wohl eher 10 oder 11 Jahre alt und nicht acht. Es fuchtelt mit seinen dreckigen und klebrigen Fingern vor seinem Gesicht herum und wiederholt ständig die selben Worte. Ich hole aus dem Handschuhfach einen Schokoriegel heraus und gebe es ihm. Das Mädchen packt den Riegel aus und verschlingt ihn regelrecht. Zum ersten mal lächelt es mich an. Ich finde, es hat ein schönes Gesicht, trotz des Schmutzes und ein sehr schönes Lächeln. Ich überlege, ob ich kehrt machen soll, um zurück zum Polizeirevier zu fahren. Doch ich bin verunsichert, denn wie sollte ich die plötzliche Existenz der Kleinen erklären? Würde man mir nach dem ersten Zwischenfall noch irgendwas glauben? Ich entschließe mich dazu, erstmal nach Hause zu fahren.

Als ich vor dem Haus stehe, steige ich aus dem Auto und gehe um das Fahrzeug herum. Nachdem ich die Beifahrertür geöffnet habe, um dem Mädchen beim Aussteigen zu helfen, fällt mir auf, dass es ganz alleine aussteigen kann und unmöglich 10 oder 11 Jahre alt sein kann. Jetzt schätze ich sie eher auf 14 oder 15 Jahre. Wir gehen ins Haus und als erstes zeige ich ihr das Badezimmer. Ich nehme einige Klamotten von mir aus dem Schrank, die mir schon lange viel zu eng sind und hoffe, dass sie dem Mädchen passen werden. Ich klopfe kurz an der Badezimmertür und lege die Sachen auf einen Hocker, den ich direkt vor die Tür schiebe. Dann schaue ich nach, was ich im Kühlschrank habe und finde noch ein wenig Leberkäse, Eier und Emmentaler, dazu Weißbrot vom Italiener, das ich in lange dünne Scheiben schneide. Ich werfe den Leberkäse in eine Pfanne und backe ich von beiden Seiten leicht an, anschließend schalte ich die Flamme unter der Pfanne aus und lege den Käse auf das Fleisch und schließe den Deckel. Die Restwärme wir den Käse schön verlaufen lassen, während ich in einer andere Pfanne einige Spiegeleier brutzele.

Nachdem ich das Brot kurz knusprig getoastet habe, richte ich das Ganze auf dem runden Esstisch im Esszimmer auf zwei Tellern an und belege das getoastete Weißbrot zuerst mit dem überbackenen Leberkäse und anschließend lege ich die Spiegeleier drauf. Die beiden fertigen Teller platziere ich gegenüber und lege noch Besteck, Papierservietten und einige Soßenfläschen dazu, nicht zu vergessen ein wenige Rotwein und Mineralwasser und Orangensaft. Als ich damit fertig bin, höre ich die Badezimmertür sich öffnen und das Mädchen hat meine alte Jeans an und den dunklen Pulli. Die Sachen passen ihr zwar nicht wirklich aber sie kann erstmal darin bleiben, während ich ihren verdreckten Overall, in dem sie gekleidet war, in die Waschmaschine werfe. Trotz der zu weiten Klamotten sieht das Mädchen echt niedlich aus. Wieder muss ich meine vorherige Schätzung revidieren, das Mädchen ist bestimmt 18 oder 19 Jahre alt. Als es das Essen sieht, stürzt es sich regelrecht darauf und als es seinen Teil verdrückt hat, während ich nicht mal die Hälfte von meinem Teller gegessen habe, schaut es noch immer hungrig auf meinen Teller, so dass ich ihm ihn auch noch überlasse.

Anschließend mache ich das Sofa im Wohnzimmer mit Bettzeug zurecht, so dass es sich dort erst einmal ausschlafen kann. Morgen sehen wir dann weiter. Bestimmt wird sich alles aufklären. Jedenfalls schaue ich nach der jungen Frau, nachdem ich den Tisch abgeräumt habe und das schmutzige Geschirr in den Geschirrspüler samt der Pfannen und dem Besteck verstaut habe. Tatsächlich liegt sie bereits unter der Decke und hat die Augen geschlossen. Wieder muss ich meinen Eindruck von ihrem Alter revidieren, diese junge Frau dürfte in Wirklichkeit so um die 21 bis 22 Jahre alt sein. Ich lösche das Licht im Wohnzimmer bis auf eine schwache Tischleuchte auf der anderen Seite des Zimmers und begebe mich ins Bad. Als ich mich unter den heißen Wasserstrahlen entspanne, lasse ich den Tag revue passieren. Nachdem ich endlich ins Bett falle, bin ich so erschöpft, dass ich sofort einschlafe.

Als ich einige Zeit später im Dunkeln ein Geräusch höre, öffne ich nur ein Auge, denn so richtig wach bin ich nicht. Ich sehe, dass die junge Frau langsam auf mein Bett zukommt und dabei nicht mal etwas an hat. Ich denke zuerst, dass mir meine Sinne wieder einen Streich spielen, als die junge Frau sich zu mir ins Bett legt und ganz dich zu mir rückt. Sie fängt an, mich überall anzufassen und ergreift meine Hände und legt sie auf ihre Brüste und in ihren Schoss. Anschließend fängt sie an, mein Geschlechtsteil zu massieren, so dass ich eine gewaltige Erektion bekomme, wie schon seit bestimmt 10 Jahren nicht mehr. Ich schaue ihr ins Gesicht. Als sie sich auf mich setzt, erkenne ich, dass diese Frau mindestens 3o bis 33 Jahre alt sein muss und phantastisch aussieht und einen tollen Körper besitzt, den sie meisterlich einzusetzen weiß. Nach einigen Stößen ereilt mich ein gewaltiger Orgasmus, so stark, wie ich ihn im ganzen Leben nicht hatte, nicht mal als ich ein Jugendlicher war. Während sie stöhnend ihre Schenkel an mich presst, spüre ich, dass sie ebenfalls ihren Höhepunkt erreicht hat. Wir begeben uns in Löffelchenstellung und ich schlafe zufrieden ein.

Die Sonnestrahlen, die zwischen der Gardine und dem Vorhang hervorlugen, wecken mich. Ich blinzele, kann mich aber nicht dazu durchringen, die Augen ganz zu öffnen. Ich drehe mich auf die Seite und spüre einen Körper neben mir, der sich klebrig und nass an fühlt. Ich reiße die Augen auf und schaue ins Gesicht einer etwa 40 jährigen Frau, die mich mit starrem Blick ansieht. Ich schaue an ihr herunter und sehe die erschlafften Brüste, die mit Blut besudelt sind. Ich bin so geschockt, dass ich einen Moment brauche um aus dem Bett zu springen. Ich laufe um das Bett herum und ziehe die Bettdecke von dem Körper der Frau zurück. Ich kann es kaum glauben: In ihrem Bauch steckt eines meiner Steakmesser und aus vielen Löchern tropft Blut heraus. Ich drehe der Leiche den Kopf, so dass ich ihr ins Gesicht schauen kann. Die etwa 50 jährige Frau hat den Mund wie zu einem Schrei weit geöffnet. Sie ist eindeutig tot! Ich bin in Panik. Weiß nicht weiter. Zuerst decke ich den Körper wieder zu, ich kann den Blick ihrer toten Augen nicht ertragen.

Nachdem ich mich ein wenig beruhigt habe und die letzten 24 Stunden im Geiste an mir vorüberziehen lasse, finde ich keine Erklärung für all das. Entweder bin ich verrückt geworden oder jemand spielt mir einen fürchterlichen Streich. Aber wer würde einen solch widerlichen abartigen Scherz mit mir abziehen. Mir fällt niemand ein, dem ich das zutrauen würde. Zuerst überlege ich noch, die Leiche zu entsorgen und danach sauberzumachen. Ich weiß aber, dass die Forensik  so weit fortgeschritten ist, dass das alles nichts nützen würde. Und wenn jemand hier in der Gegend vermisst werden würde, würde man dank meines Auftretens gestern Abend im Polizeirevier sicher auch an mich denken und die Sache eingehend untersuchen. Letztlich entscheide ich mich, auf dem Revier anzurufen, auch wenn das möglicherweise heißt, für die nächsten 20 bis 30 Jahre ins Gefängnis zu müssen. Nach einigem Zögern greife ich zum Telefon und benachrichtigte die Polizei. Ich erkläre dem Beamten am Telefon die gesamte Situation und auch, dass ich gestern Abend bereits auf dem Revier war. Der Mann reagiert etwas betreten und teilt mir mit, dass er mir seine Kollegen vorbeischicken wird um die Sache zu klären.

Ich sitze im Wohnzimmer, hatte mich vorher gewaschen und vernünftig angezogen, sogar eine kleine Reistasche hatte ich gepackt, in der alles Nötige verstaut ist, was man meiner Meinung nach für einen Gefängnisaufenthalt benötigt. Dann male ich mir aus, wie mein Leben weitergehen würde in einer Zelle sitzend. Als die Klingel schrillt, wirft mich das Geräusch aus meinen Gedanken. Ich gehe zur Tür und lasse das halbe Dutzend Polizisten und Forensik-Beamten herein. Einer der Männer spricht mich an und fragt nach der Leiche. Ich gehe mit ihm zur Schlafzimmertür und schaue ihn mitleidig an, der Anblick der Toten wird ihm mit Sicherheit den Tag verderben. Ein anderer Beamter mit offenbar psychologischer Ausbildung nimmt mich zur Seite und bedeutet mir, nicht mit in das Zimmer zu gehen. Ich bin einverstanden und sehe, wie die Polizisten und die Forensiker ins Schlafzimmer gehen und die Tür hinter sich schliessen.

Nach geschätzten zehn Minuten kommt der führende Beamte ins Wohnzimmer und schaut mir ins Gesicht. Er scheint verunsichert. Ich kenne den Blick bereits von den Beamten vom Vorabend und fragte frei heraus: „Keine Leiche zu finden?“

Der Beamte verkneift sein Gesicht und antwortet: „Doch, es gibt eine Leiche.“

Für mich bricht die Welt zusammen.

„Aber“, sagt er, „die Dame ist nicht heute Nacht gestorben. Genaugenommen nicht mal diese Woche oder diesen Monat. Möglicherweise nicht mal dieses Jahr.“

Ich schaue dem Beamten, der vor mir steht, von meinem Sitzplatz auf der Kautsch nach oben in sein Gesicht und stammele etwas Undefinierbares.

Der Beamte faßt mir an die Schulter und bewegt mich, aufzustehen. Dann führt er mich ins Schlafzimmer. Als er die Decke von der Leiche hebt, sehe ich einen verschrumpelten Körper einer uralten Frau, die bestimmt ihre 80 bis 90 Jahre auf dem Buckel haben dürfte. Dabei wirkt sie auf mich wie eine ausgetrocknete Mumie, so wie man das aus dem TV kennt. Der Beamte bemerkt: „Wie sie sehen, kann diese Frau unmöglich hier gestorben sein. Und wie sie sicher schon bemerkt haben, ist auch kein Blut zu sehen.“

Ich schaue genauer hin. Und tatsächlich, die Laken sind nicht von Blut durchnäßt. Eher schmutzig, erdig, als wenn sich jemand an der Mumie zu schaffen gemacht hat. Mich schüttelt es und ich muß würgen. Der Beamte stützt mich, da mir die Beine wegknicken als mir klar wird, dass ich es wohl war, der sich mit dieser Mumie im Bett vergnügt hat. Der Beamte bemerkt: „Sie wissen sicherlich, dass das eine strafbare Handlung ist, oder?“

Ich weiß nicht, was ich darauf antworten soll und nicke nur kurz.

Er erklärt mir: „Das ist zwar nicht so schlimm wie ein Mord, trotzdem müssen sie wegen Störung der Totenruhe mit einer Strafe rechnen. Sie müssen sagen, woher die Tote stammt, wo haben sie die alte Frau ausgegraben?“

Ich antworte nur: „Ich weiß es nicht mehr…“

Er erklärt mir noch: „Ich rate Ihnen dringend zu einer Therapie!“

Ich bin froh, keinen Mord begangen zu haben, auf der anderen Seite ist das Ganze ein absolutes Mysterium für mich. Ich kann nicht begreifen, wie das alles geschehen konnte…

Ende

Copyright (C) 2012 by Mona Mee

Bildrechte: Untot – Wiedergänger-, Gespenster-, Geister- & Zombiegeschichten” (Zeichnung untot.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

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Leseempfehlung der Autorin:


Chance, Karen
Verlockend untot

Roman

Übersetzt von Brandhorst, Andreas
Verlag :      Piper
ISBN :      978-3-492-26851-6
Einband :      Paperback
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Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 15.06.2011
Seiten/Umfang :      496 S.
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      13.01.2012
Aus der Reihe :      Piper Taschenbuch 6851
Fantasy  6851

Cassie Palmer ist zurück! Nun muss sich die Seherin der magischen Gemeinde mit den Problemen herumschlagen, die so ein Job mit sich bringt. Nach einer Zeremonie wird ihre Macht sich nämlich erst vollständig entfalten – doch so weit wollen es ihre Feinde am liebsten gar nicht kommen lassen. Sie versuchen, Cassie vorher zu töten, und gehen dabei nicht gerade zimperlich vor: Ein Dämon bemächtigt sich Cassies Körper, und es erfordert all ihre Tricks und die Kräfte ihrer Freunde, allen voran eines gewissen attraktiven Kriegsmagiers Pritkin, um sie aus den Klauen ihres Peinigers zu befreien. Und wenn möglich, bevor der Dämon sie in ihrer eigenen Badewanne ertränkt.

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MEIN HOHLES HOLOGRAMM – Eine Reflexion über das Menschsein von Mona Mee

Erstellt von Mona Mee am 9. Oktober 2012

MEIN HOHLES HOLOGRAMM

Eine Reflexion über das Menschsein.

von

Mona Mee

Der Urmensch läuft am Strand entlang, er ist auf der Suche nach etwas Eßbarem. Vielleicht Muscheln, vielleicht irgendwelches andere Getier oder Meeresfrüchte. Er ist gekleidet in Fellen und Schnüren, Teile aus Knochen, Steinen und Gehölz sind integraler Bestand dieses Äußeren. Es gibt ja keine Stoffe, es gibt keine Mode, es gibt auch keine Reflektion darüber, wie das Ganze auf andere wirken mag. Das wäre eine Sicht, die dieser Mensch nicht nachvollziehen kann. Ihm geht es darum, Nahrung zu finden, zu überleben, was kümmert es ihn, was andere von seinem Äußeren halten?

Er blickt zur Sonne, schützt sich mit der rechten Hand. In der Linken hält er einen Speer. Er läuft weiter, bis er einen Krebs erspäht und diesen mit dem Speer aufspießt…

*

Was ich mich frage, ist, warum solche Millionstädte, die umringt sind von alten Behausungen, dermaßen versifft aussehen. Warum nehmen sich die Bewohner nicht mal einen Eimer Farbe und streichen ihr Haus? Stattdessen kaufen sie sich einen Satelliten-Receiver, einen Sattelitenempfänger und einen neuen Flachbildschirm. Geht´s noch? Da würde ich doch drauf scheißen, mir so einen Mist ins Haus zu holen. Ich habe so was nicht zu hause, ich will es auch gar nicht.

Wenn mein Haus von außen so aussehen würde, ich würde auf die Palme gehen!

Wenn wir Bilder von verslamten Großstädten sehen, dann sehen wir Europäer darin nur Romantik. Ich finde so was nur verdreckt. Jetzt soll mir keiner kommen und sagen: “die haben kein Geld, ihre Umwelt zu verschönern.” Ich halte dagegen: die Leute empfinden ihr Leben im Dreck als normal, als gegeben. Lieber ein schönes neues Auto vor der Tür oder wenigstens einen Motorroller. Für die Häuserwand will man kein Geld ausgeben, warum auch?

Das ist mir so fremd wie das Leben in Abflußrohren. Warum ich nicht in solche Städte reisen will? Na, ist doch klar, ich müßte kotzen, wenn ich dazu noch die ekeligen Gerüche wahrnehmen müßte. Wovon ich davon weiß? Von einigen Nachbarn meiner Freundin, die wohnt in einem Haus mit Menschen, die sind nur laut, unhöflich und produzieren Gestank jeder erdenklichen Art und halten das noch für normal. Keine Spur von Scham.

*

Der Krieger schaut sich um, seine Position ist die des Herrführers, er will seine Strategie nicht leichtfertig aufs Spiel setzten. Der Wind bläst durch sein langes Haar. Er schaut von seinem hohen Aussichtsplatz auf das ihn umringende Gebirge, er schaut auf die Wolken, die in Windeseile herbeigeflogen kommen. Sein Heer wartet am Fußes des Berges, bereit in die Schlacht zu stürmen. Der Gegner ist ihnen zehn zu eins überlegen, jedoch nicht an Entschlossenheit, nicht an Kraft, nicht an Wendigkeit und nicht an Todesmut. In der Ferne sieht man das gegnerische Heer den Paß entlang reiten, weit weg noch aber so unendlich groß, dass es einem Angst einjagen könnte. Der Krieger ist sich seiner Sache dennoch sicher. Er wird seine Kameraden in den Sieg führen.

*

Padutzke lenkt den VW-Käfer den Waldweg entlang. Hier ist irgendwo die Hütte versteckt, so hat es ihm Hans auf seinem Sterbebett verraten. Die zwei Mädchen im Fond des Wagens schauen furchtsam um sich. Sie wissen, hier wird es keine Heimkehr mehr geben. Es knackst und raschelt bei jedem Meter, den der Käfer über den Waldboden rollt. Langsam verliert sich das Licht, das geschwächt durch das Blätterwerk der Bäume in den Wald dringt. Padutzke will nicht darüber nachdenken, was er zu tun gedenkt, wenn er am Ziel angekommen ist.

Als ein Vogel auf die Scheibe klatscht, fangen die Mädchen an zu kreischen und legen sich die Hände vor die Münder. Sie wissen nicht, was sie erwarten wird. Aber sie haben ein Gespür dafür, dass es endgültig sein wird. Das Leben ist für sie an einem Scheideweg angelangt, so wie auch der Wagen, der ruckartig zum Stehen kommt. Padutzke öffnet die Tür, klappt seinen Fahrersitz nach vorne und ergreift die lange Kette, die zu den Handschellen führt, die die Mädchen an ihren Handgelenken tragen.

Während er sie aus dem Auto zerrt, weinen sie, doch Padutzke kennt keine Gnade. Er muß sein Vorhaben in die Tat umsetzten. Er zerrt die Mädchen in Richtung einiger Büsche hinter denen in leichten Umrissen ein Holzhaus zu sehen ist. In seiner anderen Hand trägt er eine Taschenlampe mit der er den Weg beleuchtet, der sich hinter den Büschen auftut, durch die er die beiden Mädchen zerrt. Die blutigen Striemen und Risse ins Fleisch ihrer nackten Beine spüren sie kaum, weil das Adrenalin in Ihren Adern sie davor bewahrt, diesen Schmerz wahrzunehmen. Ihre Sommerkleider sind eindeutig zu kurz um durch das dornige Gebüsch vorzudringen, ohne sich derartige Blessuren zu holen.

Nach einigen Metern bleibt Padutzke stehen. Hebt die Lampe um sie auf eine der Scheiben des Holzhauses vor ihnen zu richten. Doch diese sind so verdreckt, dass der Lichtstrahl sie nicht durchdringen kann. Die weinenden Stimmen der Mädchen verstummen als der Schein der Lampe auf eine Tür trifft, die so eine  durchdringliche Endlichkeit besitzt, dass sich die Mädchen auf die Knie fallen lassen und zu flehen und zu wimmern anfangen. Padutzke knotet die Kette an den Stamm eines dünnen Baumes und begibt sich zur Tür um sie zu öffnen. Nach dem Knarren beim Herunterdrücken der Klinke bewegt sich die Tür und gibt ihr schwarzes Inneres preis. Die beiden Mädchen schweigen und blicken in das Angesicht dessen, was das Ziel ihres letzten Ganges sein wird…

*

Der Mann schaut seiner Frau hinterher, die versucht den Drachen zum Steigen zu bringen, begleitet von ihrem Sohn, der freudig neben ihr her hüpft. Doch der Sand unter ihren Füssen macht es unmöglich, die nötige Geschwindigkeit zu erreichen, damit sich der Drachen in die Lüfte erhebt. Als sein Black Berry zu fiepen anfängt, löst er sich von der Beobachtung seiner Familie um auf dem Display Meteorsichtung bestätigt! zu lesen, eine Information, die ihm zeigt, dass es sehr wichtig ist. Darum nimmt er das Gespräch an. Er erfährt, dass der entdeckte Meteor die Erde nicht nur streifen, sondern komplett treffen wird. Die Menschheit darf sich also einreihen in die Liste der ausgelöschten Arten, in der sich ja schon die Dinosaurier befinden. Er zieht seine Waffe aus dem Halfter, steht auf und begibt sich zu seiner Frau und seinem Sohn…

Copyright (c) 2012 by Mona Mee

Bildrechte: Besinnliche Momente und Reflexionen” (Besinnlich-die-zweite.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Besinnliche Momente und Reflexionen” (BESINNLICHE MOMENTE-SUBCOVER-100-minus-40-0.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Kaufempfehlung der Autorin:

Grimm, Bernhard A.
In den Armen des Lebens

Reflexionen zum Mensch.sein

Verlag :      Pro Business
ISBN :      978-3-86386-216-9
Einband :      Paperback
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Letzte Preisänderung am 25.04.2012
Seiten/Umfang :      402 S. – 21,0 x 14,8 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 24.04.2012
Gewicht :      524 g

LEBEN ist Abenteuer – mit Anfang und Ende … Glück, was auch immer darunter zu verstehen sein mag, ist nicht unbedingt erstrebenswert, auf die Erlernung von LEBENS. KUNST kommt es an, und das ist die Haltung, ein er.fülltes und bejahens.wertes Leben zu führen – die ganze überbordende Fülle des Lebens umfasst jedoch die positiven Erfahrungen ebenso wie die negativen Widerfahrnisse. Die menschliche Existenz ist und bleibt nun mal verletzlich, und niemand kann uns sagen, wohin die Reise führt.

Nur eines wissen wir, dass wir nämlich – entlang an Freude, Gesundheit und Erfolg – doch an Schmerz und Trauer, an Krisen, Pannen und Verlusten und schließlich am Tod nicht vorbei kommen.

Das herrlich buntfarbene MOSAIK UNSERES LEBENS, in dem durchaus schicksalsgefügte Steine aus Erbgut und sozialer Umwelt eingelassen sind, gilt es, aktiv mitzugestalten, es gilt, die gesamte Bandbreite des Lebens auszuschöpfen im Entscheiden und Verantworten, in der Orientierung hin auf ein breites Spektrum von Werten, die uns sinn.voll zu leben erlauben.

Das Leben voll und beherzt in die Arme nehmen, ja, jedoch stets im Blickkontakt zur letzten Grenze, die einen endgültigen Abschied einfordert – nicht widersinnig festhalten ist angesagt, sondern gelassen und heiter loszulassen.

Dr. phil. Bernhard A. Grimm ist Philosoph, Theologe und Althistoriker und beschäftigt sich – nach seiner Tätigkeit in Lehre und Forschung an der Universität München und im Management eines mittelständischen Unternehmens – seit 25 Jahren als selbständiger Dozent in Seminaren, Kolloquien, Vorträgen und Publikationen mit Fragen der Persönlichkeitsbildung, Führungsethik, Sinnfindung, Wertorientierung (Logotheorie) und Spiritualität. Er ist Autor von sieben Sachbüchern (so z.B. “Ethik des Führens”, “Macht und Verantwortung”, “Die Frau – der bessere Mensch”, “Lust auf Leben – Leben braucht Sinn”, “Älter wird man in jedem Alter”).

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EIN HÄUFCHEN ELEND – Shortstory von Mona Mee (und Felis Breitendorf)

Erstellt von Mona Mee am 25. September 2012

EIN HÄUFCHEN ELEND

Shortstory

von Mona Mee und Felis Breitendorf

Ich weiß noch, dass Ursula, eine gute Freundin von früher, mich vor zwei Jahren zu sich nach Hause einlud. Wir hatten uns bis zu diesem Zeitpunkt drei ganze Jahre nicht gesehen. Beim aussortieren einer Schublade bin ich auf einen alten Zettel gestoßen. Darauf stand  “Ursula 545018″. Ich war neugierig geworden, ob Ursula noch unter dieser Nummer zu erreichen war.  So rief ich kurzerhand dort an. Es entwickelte sich eine Art Telefonbeziehung zwischen uns. Irgendwann war der Moment da, als wir uns verabreden wollten. Ursula fand die Idee nicht gut, dass wir uns in einer Kneipe oder einem Café treffen würden. Aus diesem Grund schlug sie vor, für uns beide Spaghetti zu kochen und das bei ihr zu Hause.

Als ich bei Ursula vor dem Haus stand und ihre Klingel betätigte, pochte mein Herz. Nachdem wir uns auf die Wangen küßten und uns zu ihr in die Küche setzten, rauchten wir erst eine Zigarette, bevor die Spaghetti auf den Tisch kamen. Das Essen schmeckte klasse und das Gläschen Wein im Anschluß konnte ich richtig genießen. Wir setzten uns gemütlich auf das Sofa ins Wohnzimmer und hörten klassische Musik. Ursula war früher Geigerin beim Rundfunk. Heute ist sie Musiklehrerin in einer Schule und gibt Nachhilfe.

Als wir am nächsten Tag miteinander telefonierten, erzählte ich ihr, dass ich, als ich bei ihr auf die Toilette ging, einen ziemlichen Haufen Kacke vorfand, den sie offenbar abzuziehen vergessen hatte. Ursula wußte nicht, was sie sagen sollte. Ich erwähnte noch, dass ich verwundert war, ein Häufchen vorzufinden ohne benutztes Toilettenpapier. Sie schwieg. Um sie nicht noch mehr in Verlegenheit zu bringen, sagte ich, dass ich mich morgen melden würde. Das ist jetzt zwei Jahre her. Wir haben nie wieder voneinander gehört. Weder hatte ich den Mut, sie anzurufen, noch hat sie sich bei mir gemeldet. Was solch ein Häufchen Kacke alles bewirken kann, ist das nicht erstaunlich?

-Ende-

Copyright (c) 2012 by Mona Mee und Felis Breitendorf

Bildrechte: “Tabu-Brecher” (tes-tabu2.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

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Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Alltag-100-minus50-0.jpg” (Originaltitel: Alltag3.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Kaufempfehlung der Autorin:


Sommer, Marie
Dirty Girl

33 lustige, skurrile, traurige, peinliche, schräge, wunderschöne, liebevolle, hemmungslose, wilde und echt wahre Geschichten aus meinem Bett und meinem Herzen

Verlag :      Schwarzkopf & Schwarzkopf
ISBN :      978-3-86265-192-4
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Seiten/Umfang :      ca. 288 S.
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      01.10.2012

Frech, charmant und vor allem authentisch berichtet Marie Sommer aus ihrem Sex- und Liebesleben, und zwar detailreich und von Anfang an. So offen und ehrlich reden Frauen nicht einmal mit ihrer besten Freundin. Manche Gefühle und Taten behält man eben lieber für sich und hofft, dass es anderen auch so geht. Doch zum Glück lässt uns Marie Sommer nicht im Ungewissen. Als »Dirty Girl« hat sie keine Hemmungen, von den 26 Männern zu erzählen, denen sie ihren Erfahrungsschatz und ihre Ansichten verdankt. Mit ihnen testete sie ihre Grenzen aus, erlebte sie große Gefühle, Pleiten im Bett und natürlich auch »Volle-Lotte-Liebessex«. Endlich lässt uns ein ganz normales Mädchen in ihr Männer-Tagebuch blicken. So läuft das in echt und nicht anders!

Marie Sommer ist ein Thirtysomething und studierte etwas Schickes mit Medien. Einige Jahre arbeitete sie als Redakteurin für unterschiedlichen bunten Film- und Fernsehquatsch, bevor sie sich dafür entschied, sich völlig frei und locker zu machen und nur noch das zu tun, worauf sie wirklich Lust hat. Und wie jede junge Frau kann auch sie es partout nicht lassen, sich mit vollster Leidenschaft und Sturheit immer wieder von Neuem in Männerherzen und Männerbetten zu stürzen, stets hin- und hergerissen zwischen der Suche nach der großen Liebe und der Lust auf unbekannte Abenteuer.

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MEHR FRAGEN AN DEN OPA – Shortstory von Mona Mee

Erstellt von Mona Mee am 14. Juli 2012

MEHR FRAGEN AN DEN OPA

Shortstory

von

Mona Mee

(Zum vorherigen Teil)

“Opa, ich weiß ja, dass alles aus Atomen besteht und die von sehr weit her aus dem Universum kommen. Sogar von anderen Galaxien. Aber wie entstehen denn die Dinge daraus, ich meine jetzt nicht Autos oder Flugzeuge, sondern wie entsteht daraus zum Beispiel Eisen, entsteht das auf der Erde oder kommt das Eisen auch aus dem Universum?”

“Schatz, das ist eine sehr gute Frage und eine sehr bedeutende… Was Elemente sind weißt du doch, oder?”

“Elemente haben wir in Chemie und Physik schon mal erklärt bekommen, das sind die Dinger, die aus Atomen bestehen und mal mehr oder weniger Kerne und Elektronen besitzen…”

“Richtig, und alle uns bekannten Grundstoffe sind aus diesen Elementen wie zum Beispiel auch Eisen. Weißt du denn, wie das leichteste Elemente und wie das schwerste heißen?”

“Opa, ich glaube das leichteste ist so ein Gas, war das nicht Wasserstoff?”

“Richtig, Wasserstoff besteht aus nur einem Atomkern und einem Elektron. Sozusagen das Grundelement aus dem dann alle anderen, schwereren Elementen gebrütet werden, wie zum Beispiel auch Eisen.”

“Opa, war nicht Blei das schwerste von den Elementen?”

“Das stimmt, Schatz. Blei ist so dicht, das nicht mal gewöhnliche Strahlung hindurchdringen kann, daher verwendet man es als Schutz beim Bau von Atomreaktoren.”

“Wo entstehen den diese Elemente und wie und warum?”

“Kleines, Elemente entstehen im Innern von Sonnen.”

“Ich dachte immer unsere Sonne besteht aus Gas, das verbrennt und daher macht die Sonne Wärme und Licht hier auf der Erde?”

“Nicht nur auf der Erde, Schatz. Und es ist nicht nur unsere Sonne, die das macht, das machen sozusagen alle normalen Gestirne, die hauptsächlich Sonnen sind, die Strahlung abgeben.”

“Und wieso macht die Sonne dann auch Eisen? Ich dachte Eisen entsteht auf der Erde, das durch das Zusammendrücken von schweren Gebirgen entsteht.”

“Das wäre so nicht möglich, Schatz. Alle Elemente entstehen in Sonnen. Die bestehen auch hauptsächlich aus Gas, da hast du schon recht, aber nicht nur aus Gas. Aber Gas steht am Anfang und ganz am Anfang steht Wasserstoff. Da eine Sonne sehr groß ist, entstehen gewaltige Drücke in ihrem Inneren. Dort wird das Gas so stark zusammengedrückt, dass die Atomstrukturen verändert werden. Wasserstoff wird dadurch zu Helium und dieses wieder zu schwereren Gasen und irgendwann werden daraus Stoffe erbrütet, man sagt “fusioniert”, die hier auf der Erde feste Stoffe sind.”

“Und dann irgendwann auch Eisen”

“Richtig, Eisen steht so ziemlich am Ende der Kette.”

“Aber warum kracht das alles nicht einfach zusammen, so wie das bei einem Schwarzen Loch ist, jedenfalls habe ich das mal so gehört?”

“Schatz, hier kommt nun die Gegenkraft ins Spiel. Die nennt sich “Gasdruck. Dieser Gasdruck ist sozusagen der Gegenspieler der Schwerkraft, der alles zusammendrückt. Der Gasdruck ist es, der ein Gleichgewicht entstehen läßt, so das die Sonne nicht einfach zusammenschrumpft.”

“Und warum entsteht nun Wärme und Licht?”

“Wärme und Licht sind eigentlich das Selbe, nur in einer anderen Stärke und Frequenz, sie sind das Abfallprodukt beim Fusionieren. Alles was von der Sonne zu uns kommt ist Strahlung aber auch Partikel.”

“Partikel?”

“So nennt man die harte Strahlung, die nicht nur aus Strahlung sondern auch aus Teilchen besteht.”

“Und warum kommt davon nicht hier auf der Erde bei uns an?”

“Ein Teil davon und ganz bestimmte Teilchen kommen hier an. Aber der Großteil davon wird durch unsere Atmosphäre aufgehalten, die Teilchen stoßen mit anderen Teilchen zusammen und werden dadurch zerstört oder verändert. Den größten Anteil daran, dass diese Strahlung uns nicht triff, hat aber unser Magnetfeld, mit dem die Erde ausgestattet ist. Das leitet die meisten Teilchen ab oder lenkt sie zum Süd- und Nordpol. Deshalb kann man dort auch an einigen Tagen beobachten, wie diese Teilchen dort in die Atmosphäre eindringen und zu Leuchten anfangen, wenn sie verglühen.”

“Opa, sind das nicht die Polarlichter?”

“Das Stimmt, man nennt sie auch Nord- und Südlichter, je mach dem wo sie erscheinen. Das die Sonne diese sogenannten Sonnenwinde abgibt, wie man die Teilchen auch nennt, passiert nicht gleichmäßig, sondern kommen mal stärker und mal schwächer vor.”

“Und wenn wir kein Magnetfeld hätten, würden die auch hier bei uns runterkommen?”

“Das wäre wohl so. Und das wäre nicht gut, denn auf einem Planeten, wo Leben entsteht ist der größte Feind die harte Strahlung, die würde das verhindern.”

“Also ohne Magnetfeld gäbe es auf der Erde kein Leben?”

“Kleines, das weiß keiner. Aber mit Sicherheit gäbe es kein Leben, so wie wir das kennen, und so wie es um uns herum exsistiert.”

“Jetzt müßte ich nur noch wissen, wie dieses Magnetfeld hier auf der Erde entsteht.”

“Das Magnetfeld der Erde wird hauptsächlich vom sogenannten Geodynamo erzeugt. Vereinfacht ausgedrückt bewirken die Konvektionsströme im äußeren flüssigen Erdkern, die durch den Temperaturunterschied zwischen dem festen inneren Erdkern und dem Erdmantel aufrechterhalten werden, wie ein Fahrraddynamo, nur das hier nicht das Rad sich bewegt, sondern die ganze Erde und durch die Massenträgheit bewegen sich diese Stoffe ein wenige träger. Dadurch wird wie bei einem Fahrraddynamo ein Magnetfeld erzeugt.”

“Wahnsinn Opa! Das heißt der Erdkern, den ein Planet hat, bewirkt die Stärke seines Magnetfeldes? Und hat jeder Planet so was und sind die alle gleichstark?”

“Nein mein Schatz, nicht jeder Planet hat so was. Und wie stark so ein Magnetfeld ist, ist abhängig davon, wie sein Erdkern zusammengesetzt ist. Bei der Erde hatten wir einfach Glück, denn die meisten anderen Planeten haben nicht so einen Kern wie die Erde.”

“Und warum hat die Erde so einen starken Erdkern?”

“Das Liebes, hat was damit zu tun, daß wir einen solch großen Mond haben. Aber das erzähle ich dir beim nächsten mal, denn ich muß jetzt los, zu meiner Skatrunde, meine Freunde warten schon!”

“OK, Opa, da bin ich aber ganz gespannt, warum der Mond der Grund für unser tolles Magnetfeld ist!”

Das Mädchen gab ihrem Opa einen großen Schmatzer auf die Backe worauf dieser sich seine Jacke vom Haken nahm, sich seine Autoschlüssel schnappte und die Wohnung mit einem Lächeln auf dem Gesicht verließ und dabei dachte: Ist es nicht eine Gnade des Lebens, eine solche Enkelin zu haben?

-Ende-

Copyright © 2012 by Mona Mee

Bildrechte: “Fragen an den Opa” (FragenAnDenOpa1.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Kaufempfehlung der Autorin:

Die 10 größten Erfinder
Die wichtigsten Erfindungen für dich erklärt

Verlag :      Compact
ISBN :      978-3-8174-8906-0
Einband :      gebunden
Preisinfo :      7,99 Eur[D] / 8,30 Eur[A] / 11,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 22.05.2012
Seiten/Umfang :      ca. 64 S. – 28,0 x 21,5 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      09.2012

- 10 große Erfinder der Weltgeschichte
- kompakte Darstellung von spannendem Wissen
- ausführlicher Steckbrief zu jeder Person
- mit Bezug zur heutigen Zeit
- spannendes Wissensquiz

Dieses Buch stellt die zehn bedeutendsten Erfinder (z. B. Alessandro Volta, Johannes Gutenberg, James Watt) sowie ihre spektakulären Erfindungen vor und erklärt, wie sie unseren Alltag revolutionierten. Spannend beschreibt es das Leben der Personen und erklärt leicht verständlich mit vielen Bildern sowohl ihre Erfindungen, Experimente und Errungenschaften als auch deren Bedeutung in der Zeit, in der sie lebten. Prägnant wird dargestellt, wie die Person mit ihrer Erfindung noch immer unseren Alltag prägt.

Altersempfehlung: 8 – 12 Jahre.

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