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Literatur-Blog

Gina Blaxill: Wo du nicht bist, kann ich nicht sein – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 20. April 2013

Gina Blaxill
Wo du nicht bist, kann ich nicht sein

Pretty Twistet, GB, 2010
cbt-Verlag, München, dt. Erstausgabe: 04/2013
TB, Jugendbuch, Thriller, Drama, Romance
ISBN 978-3-570-30860-8
Aus dem Englischen von Catrin Frischer
Titelgestaltung von init.büro für Gestaltung, Bielefeld unter Verwendung eines Fotos von Plainpichure/Millennium/Emily Graham
Autorenfoto von privat

www.cbt-jugendbuch.de
www.mykindabook.com/Authors/Gina-Blaxill

Titel erhältlich bei Amazon.de
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Titel erhältlich bei eBook.de

Nachdem sich Jonathan und Freya, beide 16, nach einem handfesten Streit getrennt haben, verschwindet das Mädchen spurlos. Da sie ihr Handy zurück ließ und eine Woche lange von ihrem PC keine Emails schickte, befürchtet Jonathan, dass sie womöglich genauso das Opfer eines Mörders wurde wie zwei andere Mädchen, die in derselben Gegend vermisst werden und von denen eine tot in der Themse trieb. Zusammen mit seiner Chat-Freundin Rosalind beginnt Jonathan eine verzweifelte Suche nach Freya, denn die Polizei hat ihn im Visier, weil er vor mehreren Monaten einen anderen Jungen, der ihn wiederholt schikanierte, krankenhausreif geprügelt hat. Zu gern würden die Beamten ihm die Taten anlasten. Die vagen Spuren, denen er folgt, verlaufen jedoch immer wieder im Sande.

Erst als Rosalind mit der ganzen Wahrheit herausrückt, die sie Jonathan nicht hatte verraten wollen – dass sie sich in ihn verknallt hat, dass sie sich als ihre ältere Schwester ausgegeben hat, weil sie dachte, er würde mit einer Vierzehnjährigen nichts zu tun haben wollen, dass sie Freya einmal beobachtet hat (Stalking), um herauszufinden, was ihm so an ihr gefällt -, kommen die beiden endlich weiter: Der Fotograf Hugh, den Rosalind durch zwei Mitschülerinnen kennenlernte, könnte hinter dem Ganzen stecken. Tatsächlich finden sie in der Bude, die sich Hugh mit dem Möchtegern-Künstler Gabe und dem Schmuck-Designer Brian teilt, Freyas Schal, Blutspuren und einen Anhänger, den eines der anderen verschwundenen Mädchen getragen hat. Die Zeit drängt: Wohin könnte Hugh Freya verschleppt haben? Lebt sie noch? Und was ist mit Rosalinds Freundin Abby, die auf dem Weg zu einem Date ist?

„Wo du nicht bist, kann ich nicht sein“, ist ein Thriller, dessen Akteure durch ihre Liebe motiviert werden, sich zu verändern, aus sich herauszugehen, zu helfen, sich auf Dinge einzulassen, deren Folgen nicht absehbar sind, oder auch davonzulaufen. Jonathan liebt Freya über alles, obwohl die Musik das Einzige zu sein scheint, das sie gemeinsam haben. Unter ihren Händen verwandelt er sich vom einsamen, schüchternen Nerd in einen ‚coolen Typ‘. Aber erst als Freya auf Distanz geht, weil sie sich von seiner Zuneigung erdrückt fühlt, begreift er, dass sie ihm nie dieselben Gefühle entgegenbrachte und ihre Freunde auch nicht die seinen sind. Obwohl sie ihn abserviert, kann er sie nicht so schnell vergessen und versucht, sie vor dem Schlimmsten zu bewahren.

Rosalind verliebt sich in ihre sympathische Zufallsbekanntschaft Jonathan, lässt ihn jedoch zunächst in dem Glauben, sie wäre ihre zwei Jahre ältere Schwester und kneift darum auch, als sie ein Treffen vereinbaren. Ihr liegt aber nicht nur sehr viel an ihm, weshalb sie sich ihm schließlich zu erkennen gibt und ihn bei seiner Suche nach Freya unterstützt, sondern auch an ihrer besten Freundin Abby, für die sie eine Menge auf sich nimmt. Abby wiederum möchte mit den ‚it-Girls‘ mithalten können und ist etwas eifersüchtig auf Rosalind, weil sie Jonathan für deren Freund hält. Um auch endlich jemanden zu haben, lässt sie sich mit Brian ein, obwohl dieser einige Jahre älter ist und schon bald mehr will als Händchenhalten. Rosalind begleitet Abby und Claudia zu deren Treffen mit Gabe, Brian und Hugh, um auf Abby aufzupassen, denn die drei Männer sind ihr suspekt.

Gabe baggert Claudia an, die sich als Achtzehnjährige ausgibt. Brian zeigt sich an Abby interessiert. Hugh macht deutlich, dass er nicht auf Minderjährige steht und behandelt Rosalind freundlich, obwohl er merkt, dass sie ihm genauso wenig über den Weg traut wie den anderen. Als er durch sie auf Freya aufmerksam wird, setzt das eine Kettenreaktion in Gang – und doch ist nichts so, wie es auf den ersten Blick hin scheint. Letztlich fügt sich ein Puzzlestück ans andere. Eigentlich sind es schon zu viele (un)glückliche Zufälle, die die Beteiligten zusammenbringen und dazu führen, dass das Schicksal dreier verschwundener Mädchen aufgeklärt und womöglich ein weiterer Mord verhindert wird. Allerdings erzählt Gina Blaxhill die Geschichte so überzeugend, inszeniert sie ihre interessanten Protagonisten so glaubwürdig, dass man ihr das nicht übel nimmt und dem Roman von der ersten bis zur letzten Seite gebannt folgt. Auch das Quasi-Happy End fügt sich gut ein, denn es ist nicht zuckrig süß und sorgt für Traumpaare, sondern zeigt die Charaktere durch ihre Erlebnisse gereift und mit neuen Perspektiven versehen.

Insgesamt ist „Wo du nicht bist, kann ich nicht sein“ ein moderner, spannender, dramatischer Thriller für Leserinnen ab 13 Jahre. Leicht kann man sich in die Figuren hineinversetzen und Anteil an ihren Kümmernissen nehmen. Es gibt immer wieder packende Momente, und zum Ende hin eskaliert die Handlung. Der realistische Roman, der aktuelle Gefahren und Problematiken thematisiert, ist auch als Schullektüre zu empfehlen.

Copyright by 2013 © Irene Salzmann (IS)

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Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Die Rezensentin empfiehlt das Buch für Leserinnen ab welchem Alter? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!

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Gillian Philip: Das fünfte Mädchen – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 19. April 2013

Gillian Philip
Das fünfte Mädchen

The Opposite of Amber, GB, 2011
cbt-Verlag, München, 04/2013
TB, Jugendbuch, Thriller, Drama, Romance
ISBN 978-3-570-30832-5
Aus dem Englischen von Antoinette Gittinger
Titelgestaltung von init.büro für Gestaltung, Bielefeld unter Verwendung eines Fotos von Gettyimages
Autorenfoto von Bloomsbury

www.cbt-jugendbuch.de
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Ein Mörder geht um. Seine Taten folgen stets demselben Muster: Ein junges Mädchen, das sich prostituiert hat, wird getötet und ihre Leiche so abgelegt, das alle Spuren getilgt sind, wenn sie nach einer Weile gefunden wird. Nur einmal begeht er einen Fehler und ermordet ein Mädchen, das nach einem Streit lediglich von zu Hause fortbleiben wollte. Nach dem Tod der Mutter kümmert sich Jinn um ihre jüngere Schwester Ruby. Um über die Runden zu kommen, arbeitet Jinn im Mini-Markt, und Ruby hat eine Lehrstelle bei einem Friseur angenommen. Sie sind glücklich, so wie alles ist – doch dann taucht Jinns alter Schwarm Nathan wieder auf. Es heißt, er wäre nach einer Messerstecherei im Gefängnis gelandet und gerade frei gekommen.

Prompt nistet er sich im kleinen Haus der Schwestern ein und treibt durch seine Anwesenheit einen Keil zwischen die beiden. Nach einer Auseinandersetzung mit Ruby ziehen Nathan und Jinn aus. Die Schwestern sehen einander immer seltener, und Ruby findet bei Cameron, einem früheren Mitschüler, Trost. Es dauert nicht lang, bis Jinn für Nathan stiehlt, darum ihren Job verliert und sich schließlich unter dem Namen Jinx prostituiert, um das Geld aufzutreiben, das er für seine Dealer benötigt. Dann wird Jinn tot aufgefunden. Sie ist „das fünfte Mädchen“. Aber wer ist der Täter? Nathan mit seiner dubiosen Vergangenheit? Tom, der Jinn immer gern hatte und ein Kunde von Jinx war? Oder …?

Die Mordfälle sind kein großes Thema. Sie werden hin und wieder erwähnt, denn die Mädchen sollen vorsichtig sein, damit sie nicht die nächsten Opfer sind, aber das ist auch schon alles. So etwas steht in der Zeitung, es passiert irgendwo und irgendwem, jedoch nie einem selbst oder jemandem, den man kannte.
Der Schwerpunkt der Handlung liegt auf der sich verändernden Beziehung der grundverschiedenen Schwestern. Jinn ist extrovertiert und versucht, dem Leben das Beste abzugewinnen, trotzdem sie schon früh in die Mutterrolle schlüpfen musste. Ruby stand immer in ihrem Schatten, sah dies jedoch stets positiv, da sie ungern redet und keine Aufmerksamkeit auf sich lenken möchte. Ihre kleine Welt ist heil, bis Nathan sich einmischt. Jinn will sich nun nicht länger nur um Ruby kümmern, sondern ein neues Leben mit Nathan beginnen, der sie zwar zu lieben scheint, sich jedoch vor allem ins gemachte Nest setzt. Um ihn zu halten und ihm zu helfen, gerät Jinn immer mehr auf die schiefe Bahn, freiwillig, da er sie zu nichts zwingt. Sie zur Vernunft zu bringen ist unmöglich, da sie schon immer scharf auf Nathan war und er, wie sie meint, sie mehr braucht als Ruby. Diese wiederum möchte ihre Schwester nicht verlieren, schon gar nicht an einen Lump, für den sie Dinge tut, die einfach nicht richtig sind.

Aber es gibt noch etwas anderes, das Ruby beschäftigt: Ein Junge, Toms Bruder Alex, ist ihretwegen vom Dach gesprungen und hat schwer verletzt überlebt. Obwohl sie sich sagt, dass es seine Entscheidung war, macht sie sich Vorwürfe, da sie wusste, dass er sich in sie verliebt hatte und ihre unbedachten Worte ihn zu dieser Tat getrieben haben. Ist Schweigen dann nicht besser? Und gut schweigen kann sie zusammen mit Cameron, der geduldig wartet, bis sie soweit ist, sich ihm zu öffnen. In dieser Hinsicht gibt es eine Parallele zwischen den Schwestern. Jede von ihnen könnte mit einem netten Jungen zusammen sein, der sie liebt und mit ihr ein ‚normales‘ Leben führen würden. Beide jedoch sehnen sich nach etwas bzw. einem ‚Besseren‘, der attraktiver ist, mehr Aufregung verspricht, weniger vorhersehbar ist. Wie es scheint, können sie sich letztlich, nachdem sie ihre Wahl getroffen haben, nicht auf Nathan und Cameron verlassen. Oder sind die Jungen doch besser, als erwartet?

Als Jinn zu Jinx wird und Ruby aus ihrem Leben heraushalten will, damit sie nichts mit Nathans dubiosen Kumpanen zu tun bekommt, versucht Ruby immer noch, die Schwester zu retten, sogar wenn der Preis Nathan als Mitbewohner ist. Kurz darauf ist Jinn tot, Ruby glaubt, den Täter zu kennen und will Rache, doch per Zufall findet sie heraus, dass sie sich geirrt hat und gerät dadurch in Gefahr. Und erst jetzt wird die Handlung spannend. Zuvor wurde zu viel reflektiert, von Ruby, die so gut wie nie spricht und deshalb für seltsam gehalten wird. Man erfährt viel über ihre kleine Familie und ihr Denken. Der Roman ist tatsächlich mehr ein Drama als ein Thriller, da die Krimi-Elemente allein durch die seltenen Hinweise auf eine Mordserie in die Handlung gelangen und darauf vorbereiten, dass die Schwestern involviert werden. Der kurze Moment am Ende, als sich der Täter zu erkennen gibt, kann nicht darüber hinweg täuschen, dass „Das fünfte Mädchen“ in erster Linie eine Milieu-Studie ist über zerrüttete und exzentrische Familien sowie die scheinbar harmlos-netten Einzelgänger in einer kleinen britischen Ortschaft und den schnellen Weg abwärts, der ungeahnte Konsequenzen haben kann.

Der Titel wendet sich an Leserinnen ab 15 Jahre, die sich für ein realistisch inszeniertes, handlungsarmes Drama erwärmen können, das weniger Thriller ist, als der Klappentext verspricht. Dem jüngeren Publikum dürfte die Aufbereitung der Problematiken und die träge Romanze zwischen Ruby und Cameron, die im Kontrast zu der Hals über Kopf-Liebe von Jinn und Nathan steht, auf Dauer zu eintönig sein, zumal die Entwicklungen vorhersehbar sind.

Copyright by 2013 © Irene Salzmann (IS)

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Liv Winterberg: Sehet die Sünder – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 30. März 2013

Liv Winterberg
Sehet die Sünder

dtv-Verlag/dtv premium, München, Originalausgabe: 01/2013
PB 24940, Histo-Krimi, Drama
ISBN 978-3-423-24940-9
Titelgestaltung von Balk & Brumshagen und Lisa Helm unter Verwendung von Fotos von
Corbis/Paul Amásy, gettyimages/New York Public Library Picture Collection, akg-images/British Library
Autorenfoto von Elan Fleisher

www.dtv.de
www.liv-winterberg.com

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Saint Mourelles, ein kleines Dorf in der Bretagne, 1440. Kinder, Frauen, Männer verschwinden, werden in einigen Fällen tot aufgefunden; erwürgt, mit eingeschlagenem Schädel. Unter den Menschen des Ortes geht die Angst um. Ist einer der Ihren der Täter? Stecken marodierende Söldner dahinter? Oder verbirgt sich der Mörder gar hinter den Mauern von Schloss Troyenne und stellt eine Bedrohung für den volksnahen Baron Amédé dar? Das Schicksal will es, dass Catheline Cogul, die Haushälterin des alten Pfarrers Jeunet, fast jede der Leichen entdeckt. Daraufhin begegnen ihr einige der Nachbarn mit Misstrauen, und auch der Baron stellt Vermutungen an, dass sie die Mörderin sein könnte. Die Falle schnappt zu, als Ania, eine der Küchenmägde des Barons, nach einem heftigen Streit mit Catheline tot in der Nähe der Kirche aufgefunden wird.

Nur knapp kann Catheline den Häschern entkommen und sich in einer Höhle verbergen. Der Baron drangsaliert nicht allein die Dorfbewohner sondern auch den Pfarrer und liefert dadurch Julien Lacante, einem Vertrauten des Bischofs, der die Mordfälle aufzuklären versucht, einen Vorwand, ihn vor Gericht zu bringen.
Baron Amédé wird von der Inquisition der Teufelsverehrung angeklagt, da die Verdachtsmomente, dass er für den Tod unschuldiger Menschen verantwortlich ist, zu gering erscheinen. Als Zeugin für dieses Vergehen tritt ausgerechnet Baronin Bérénice auf, die sich nach den unglücklichen Jahren an der Seite ihres Mannes, der ihr immer fremder wurde, Julien zugewandt hat,

Liv Winterberg siedelt die Handlung ihres Romans in Frankreich unter Karl VII (1403 – 1461, Krönung zum König 1422 mit Hilfe von Jeanne d’Arc) an. Im Anhang liefert die Autorin einige Informationen zum historischen Kontext und den Persönlichkeiten, die sie inspirierten. Ein Glossar gibt Auskunft über reale Personen, Ereignisse und diverse Begriffe.

Um es vorweg zu nehmen: Hat man Spaß an historischen Krimis, dann wird man gern zu diesem Titel greifen. Das Buch beginnt eher beschaulich mit den persönlichen Problemen einiger Dorfbewohner und denen seiner adligen Herren. Dann geht es auch schon Schlag auf Schlag, denn ständig werden Menschen vermisst und in einigen Fällen ermordet aufgefunden. Diese Verbrechen erscheinen völlig sinnlos, denn die Dorfbewohner waren ausnahmslos arm, ihrem Baron treu ergeben, die Toten wurden auch nicht missbraucht. Als der Pfarrer die Vorfälle meldet, tut sich erst herzlich wenig, denn ein Bettelkind mehr oder ein Tagelöhner weniger, wen interessiert das? Erst als die Vorfälle kein Ende nehmen, sich außerdem an einem anderen Ort wiederholen, an dem der Baron und sein Gefolge einige Tage weilten, er unvermutet der Ketzerei beschuldigt wird und sich durch seine Beseitigung die Möglichkeit eröffnet, leicht an die Ländereien des Fürsten zu gelangen, werden Ermittlungen aufgenommen. Für viele kommt das zu spät. Außerdem werden nun Personen in den Prozess hinein gerissen, die gar nichts mit dem Verbrechen zu tun haben, jedoch zur falschen Zeit am falschen Ort waren und als Bauernopfer herhalten könnten. Obendrein erfahren die Dorfbewohner die Wut der Soldaten des Barons und müssen seine Rache fürchten, sollte er frei gesprochen werden.

Es gelingt Liv Winterberg, eine gewisse Bitterkeit im Leser aufzubauen, denn was im Mittelalter gang und gäbe war, ist in der Moderne nicht viel anders. Nach wie vor wird zweierlei Maß angewendet, je nachdem ob man ein einfacher Bürger oder ein Bonze mit Vermögen und endlosen Seilschaften ist. Vor allem die ersten zwei Drittel des Romans wissen zu überzeugen durch authentisch wirkende, nicht zu ausführliche Schilderungen, wie das Leben der Bauern und Adligen ablief, wie die Rollen von Frau und Mann definiert wurden, welche Konflikte sich daraus ergaben usw. Gespannt folgt man auch den tragischen Geschehnissen und spekulierte mit den Protagonisten, wer wohl der Mörder ist.

Anders als der Klappentext verspricht, versuchen jedoch nicht Catheline und der Bauer Mathis Maury, in den sie verliebt ist, aktiv das Verbrechen aufzuklären. Sie sind als Bekannte der Toten beteiligt, schnappen den einen oder anderen Hinweis auf, stellen Fragen und sprechen Warnungen aus – aber sie betätigen sich nicht wirklich als Ermittler. Diese Rolle kommt am ehesten noch Julien zu, der mehrmals nach Saint Mourelles reitet, die Dorfbewohner befragt, Bérénices Aussage ernst nimmt und letztlich seinen Teil leistet, dass keine Unschuldige bestraft wird. Julien wird dabei fast schon zu deus ex machina, denn ohne ihn hätte alles ganz anders kommen können.

Im dritten Abschnitt des Buchs hat man das Gefühl, als geriete die Autorin etwas ins Schwimmen, denn die Ereignisfolgen weisen größere Abstände auf, vieles passiert per Zufall, aufgrund spontaner Meinungsänderung oder in Form einer geschickten Inszenierung (Cathelines Gefangennahme, die Geständnisse und Widerrufungen des Barons usw.), die Zusammenhänge werden zudem nicht aus der Handlung heraus erklärt, sondern nachträglich aufgerollt, damit der Leser es auch wirklich versteht (oder weil das Seitensoll nicht überschritten werden durfte?). Das ist etwas schade, denn der interessante Auftakt hat höhere Erwartungen genährt. Dennoch liest sich „Sehet die Sünde“ sehr kurzweilig, und man sollte als Genre-Fan dem Roman unbedingt eine Chance geben.

Copyright by 2013 © Irene Salzmann (IS)

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SÖLDNER DER SCHWARZEN FLAMME – Leseprobe aus: “Rettungskreuzer Ikarus 46: Welt der Schlafenden” von Irene Salzmann

Erstellt von Irene Salzmann am 28. März 2013

SÖLDNER DER SCHWARZEN FLAMME

Leseprobe aus:
“Rettungskreuzer Ikarus 46: Welt der Schlafenden”
von
Irene Salzmann

Zum vorherigen Teil

Pakcheon schlief mehr als zwanzig Stunden. Danach hatte er gewaltigen Hunger und lehnte nicht ab, als Cornelius ihm eine ausgewogene Mahlzeit ans Bett brachte.

Cornelius nahm sich einen Stuhl und schaute zu, wie Pakcheon aß.

Nachdem sich sein Magen etwas beruhigt hatte, erkundigte sich Pakcheon: „Warum fragen Sie nicht? Sie wollen doch wissen, was genau passiert ist und ob ich etwas herausgefunden habe.“

„Das hat Zeit.“ Cornelius machte eine wegwerfende Handbewegung. „Sie wären fast … gestorben und haben Ruhe verdient. Lassen Sie sich von mir nicht stören, und genießen Sie Ihr Essen. Wenn Sie schlafen wollen, komme ich später wieder. Das einzige, was zählt, ist, dass Sie gesund sind.“

„Ich habe genug geschlafen“, Pakcheon schob das Tablett zur Seite, „und bin wieder fit.“

Cornelius nahm ihm das Geschirr ab und stellte es auf den Tisch. „Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“

Mir beim Duschen den Rücken einseifen. „Ich werde duschen und mich anziehen. Warten Sie so lange? In der Bar stehen gekühlte Getränke, und über das Terminal können Sie etwas zum Lesen oder einen Film anfordern. Aber das wissen Sie ja. Bedienen Sie sich einfach.“

Pakcheon schlug die Decke zurück und begab sich in die Hygienezelle. Auch ohne die Gedanken seines Freundes zu lesen, wusste er, dass dieser verlegen den Blick gesenkt und sich dem Monitor zugewandt hatte, in dem sich Pakcheons nackter Körper spiegelte. Diesmal schaute Cornelius nicht weg. Erwischt! Das Spielchen wurde nie langweilig …

Als Pakcheon einige Minuten später wieder den Wohnbereich betrat, war Cornelius in einen medizinischen Text vertieft, den er in der Datenbank entdeckt hatte. „Ihr Hacker-Programm ist hervorragend. Man findet alles, was man nicht finden darf. Allerdings sollten Sie nicht jeden an Ihr Terminal lassen beziehungsweise, bevor Sie ausziehen, Ihre Änderungen rückgängig machen. Oder wollen Sie Mrs. McLennanes Geheimdienst beschenken?“

„Sie sind nicht jeder“, gab Pakcheon zurück, „und ich werde weder Spuren hinterlassen noch Geschenke machen. Was haben Sie entdeckt?“ Er trug lediglich eine Hose, die halb geschlossen war.

„Dr. Singers Dossier über den Toten.“ Cornelius bemühte sich, seine Augen auf dem Monitor zu lassen.

Köstlich, diese Verlegenheit! „Kann ich es lesen?“

„Es ist Ihr Terminal.“ Cornelius bot Pakcheon den Sessel an und nahm wortlos die Bürste entgegen, die ihm überreicht wurde. „Außerdem werden Sie mit den Fachtermini mehr anfangen können als ich.“

Pakcheon scrollte den Bericht zum Anfang und begann mit der Lektüre. Es fiel ihm jedoch schwer, sich zu konzentrieren, als er spürte, wie die Bürste und schlanke Finger sanft durch sein feuchtes Haar glitten, die Knoten entwirrten, seine Schultern und seinen Rücken streiften … Wer hätte das gedacht? Ich spiele offenbar nicht allein.

Laini Singer hatte festgestellt, dass der Unbekannte keine gravierende Verletzungen – einige über den ganzen Körper verteilte Hämatome und eine winzige Einstichstelle in der linken Armbeuge, vermutlich von einer kürzlich durchgeführten Schutzimpfung – aufwies und den Tod durch die Einnahme einer wenig bekannten Substanz selbst herbei geführt hatte. Das Gift war unter dem Namen Trptys kaum bekannt und stammte von Parée VII. Der Mann hatte das Mittel als Zahnfüllung bei sich getragen, die Kapsel mit der Zunge gelöst und dann zerbissen. Das Gift wirkte umgehend, so dass auch die anwesende Ärztin nicht schnell genug hatte reagieren können, um die Diagnose zu erstellen und das entsprechende Gegenmittel zu verabreichen, einmal abgesehen davon, dass es dieses nicht an Bord der Phoenix gibt.

„Es handelt sich“, ergänzte Cornelius, „um einen Neutralisator, den man mit oder sofort nach dem Trptys einnehmen muss, sonst hat man nicht die geringste Chance. Für gewöhnlich kommt dieses Gift zum Einsatz, wenn man jemanden augenblicklich töten, seltener, wenn man den Tod vortäuschen will. Trptys und Detrptys zusammen versetzen den Betreffenden für mehrere Stunden in einen scheintoten Zustand. Der Unbekannte hätte sich demnach retten können, aber ich bin mir sicher, er wollte … sollte sterben, denn wer diese Prozedur überlebt, ist in der Regel schwer geschädigt: Vor allem das Gehirn und die Organe leiden unter dem langen Sauerstoffentzug, wenn der Scheintot unerkannt bleibt und das Opfer nicht an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen wird. Die Betroffenen sind anschließend … reine Zombies.“

„Sie wissen viel über Gifte.“

„Über die Gifte der Planeten, die ich besucht habe.“

„Hatten Sie Angst, auf Parée Opfer eines Giftattentats zu werden?“

„Natürlich. Darum habe ich mich informiert. Aber die Gerüchte übertreiben. Das Risiko, dort vergiftet zu werden, ist auch nicht größer als auf Vortex Outpost, Schluttnick Prime oder Pollux Magnus.“ Cornelius legte die Bürste auf den Tisch.

Pakcheon war ein wenig enttäuscht. „Ist Trptys leicht zu bekommen? Und das Gegenmittel? Kann ein Arzt rechtzeitig erkennen, ob er es mit einem Toten oder Scheintoten zu tun hat?“

„Nein, denn sämtliche Vitalfunktionen sinken für mehrere Stunden auf Null. Bloß wenn er einen Tipp bekommt, wird er es auf gut Glück mit der künstlichen Lebenserhaltung versuchen. Allerdings weiß man nie, in welcher Verfassung der Patient zu sich kommt. Meist wäre es für ihn besser, wenn er wirklich gestorben wäre. Beide Gifte werden aus einer seltenen, einheimischen Pflanze gewonnen. Ihre Herstellung und der Handel damit sind auf Parée schon lange verboten, aber es finden sich immer ein paar Leute, die trotz der harten Strafen die Anordnungen missachten. Außerdem gibt es überall Schmuggler, die viel Geld verdienen, indem sie sich auf seltene, kaum bekannte Waren spezialisiert haben.“

„Und Söldner der Schwarzen Flamme.“

Cornelius nickte und wurde blass. „Denken Sie, was ich denke?“

Pakcheon war bereits aufgestanden. Hastig streifte er sich ein ärmelloses Hemd über und nahm eine Jacke aus dem Spint, während er in seine halbhohen Stiefel stieg. „Wenn sich der Fremde das Trptys beschaffen konnte, dann auch das Detrptys.“

„Genau. Und wenn er nicht an Bord seines Wracks Suizid beging, dann deshalb, weil er auf die Phoenix gebracht werden wollte. Lebend. Seine Aufgabe ist also noch nicht erfüllt, und sein eigenes Wohl ist ihm völlig gleichgültig. Ich alarmiere Hellerman. Dann besuchen wir die Krankenstation. Aber machen Sie zuvor Ihre Hose zu.“

***

Als Hellerman im Laufschritt die Krankenstation erreichte, waren Cornelius, Pakcheon und der angeforderte Kampfroboter bereits eingetroffen. Laini Singer saß verstört auf einem Stuhl. Reela Coy hatte die Arme um ihre Kollegin geschlungen und versuchte, sie zu beruhigen. Melton Carlyle untersuchte derweil das offene Kühlfach.

„Der Kerl ist noch am Leben?“ Hellermans Frage war mehr eine Feststellung.

„Ja“, schluchzte Laini Singer, der das Entsetzen im Gesicht stand. „Es tut mir leid. Ich muss bei der Untersuchung etwas übersehen haben … Durch meinen Fehler konnte er aus der Abteilung fliehen und versteckt sich jetzt wer weiß wo. Ich habe nicht einmal bemerkt, dass er verschwunden ist, bevor mir befohlen wurde, die Leiche zu kontrollieren … ich meine … den Mann …“

„Du hast Glück gehabt, dass er dir nichts angetan hat“, redete Reela Coy beruhigend auf sie ein, „dass er schon weg war, als du ins Kühlfach geschaut hast. Wenn du etwas gehört und ihn bei seiner Flucht gestört hättest …“

„Als er zu sich gekommen ist, hat er das Fach von innen geöffnet“, erklärte Carlyle. „Dann hat er die Abdeckung des Lüftungsschachts abgenommen, ist hinein gekrochen und steckt nun irgendwo zwischen den Decks. Er hat offenbar sofort die Flucht ergriffen und gar nicht erst versucht, eine Waffe zu finden oder jemanden anzugreifen. Selbst seine Kleidung ist noch da. Vermutlich fühlte er sich zu schwach, um sich auf eine Auseinandersetzung einzulassen“

„Können Sie seine Gedanken lesen, Mr. Pakcheon?“, erkundigte sich Hellerman.

„Nicht mehr“, erwiderte der Viazianer düster. „Der lange Sauerstoffmangel verursachte einen irreparablen Gehirnschaden. Der Mann ist nicht mehr als ein Instinkt gesteuertes … Tier. Und ebenso unberechenbar und gefährlich. Ihre Gedankenmuster sind viel stärker und überlagern die seinen. Er müsste sich schon in unmittelbarer Nähe aufhalten, damit ich sein Versteck eindeutig lokalisieren kann. Glauben Sie mir, ein geschädigtes Gehirn zu überprüfen, ist für einen Telepathen genauso schlimm wie …“, er schauderte, „dem Todeskampf eines intelligenten Wesens beizuwohnen.“

„Wird er uns attackieren?“, fragte Hellerman.

„Vielleicht, vielleicht auch nicht“, erwiderte Pakcheon und blickte Cornelius an. „Wir wissen nicht, welchen Auftrag er hatte, doch dürfte er so konditioniert worden sein, dass er auch in seinem gegenwärtigen Zustand seine Pflicht zu erfüllen versucht.“

„Hat der Entflohene etwas mitgenommen?“, wollte Cornelius wissen. „Konnte er sich Waffen beschaffen? Ich meine, es muss sich dabei nicht um einen Strahler handeln. Außerdem wird er Wasser und Nahrung brauchen und aus diesem Grund nicht ewig in seinem Versteck bleiben.“

„Ich bin mir nicht sicher“, sagte Laini Singer zögernd. Sie stand auf und blickte sich suchend um, öffnete Schubladen und Schränke, ohne eigentlich zu wissen, worauf sie achten sollte.

„Falls er sich noch vage erinnert, dass Pakcheon eine Bedrohung für ihn darstellt, wird er ihn als ersten unschädlich machen wollen“, überlegte Cornelius. „Jeder von uns ist in Gefahr, aber Pakcheon besonders. Ebenso können wichtige Versorgungseinrichtungen des Schiffs Ziel eines Angriffs werden. Ich gebe Pakcheon Recht: Auch wenn der Mann seinen Verstand eingebüßt hat, könnte er darauf programmiert sein, seine Mission durchzuziehen.“

„Hier!“, rief Carlyle, der zusammen mit Reela Coy seine Kollegin beim Überprüfen des Inventars unterstützte. „In dieser Schublade fehlt … fehlen … mehrere Skalpelle. Oder sind sie gerade im Desinfektionsbad? Ich habe keine benutzt, darum auch nichts zur Reinigung gegeben. Ihr?“

Beide Frauen verneinten.

Cornelius zog eine Braue hoch. Was wollte Carlyle zuerst sagen?

„Er hat sich also bewaffnet“, stellte Hellerman grimmig fest, nachdem er einen kurzen Blick mit dem Arzt gewechselt hatte, „und wird sich wehren, falls er sich bedroht fühlt, oder angreifen, sofern es zu seinem Auftrag gehört, uns zu töten. Von nun an ist keiner mehr allein, bis der Mann gefunden ist. Wir arbeiten immer zu zweit und lösen einander ab, damit trotzdem jeder Schlaf bekommt. An wichtigen Einrichtungen werden Kampfroboter Wache halten. Mr. Pakcheon, ich weiß, dass ich viel von Ihnen verlange, wenn ich Sie bitte, trotzdem mit ihren telepathischen Kräften nach dem Flüchtigen zu suchen. Solange er frei ist, befinden wir uns alle in Lebensgefahr. Leider konnte ich noch nicht mit Ihnen sprechen: Haben Sie in den Minuten, bevor er das Gift nahm, etwas in seinen Gedanken lesen können, das für uns wichtig ist?“

„Nein, nur dass er der Schwarzen Flamme angehört und sein Name Tray Decker lautet. Es ging zu schnell, als dass ich mehr hätte herausfinden können. Allerdings dürfte das erklären, weshalb außer ihm niemand mehr an Bord des Schiffes lebte und warum er sich gefangen nehmen ließ. Er hat sämtliche Mitwisser zum Schweigen gebracht, um seine Mission, die noch nicht abgeschlossen ist, durchführen zu können – und sie gilt der Phoenix, sonst hätten die Söldner gewiss nicht all diese Opfer gebracht.

Der Verlust des Verstandes hat Decker zu einer Killermaschine gemacht, die ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit alles tun wird, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Meine Empfehlung ist: Wenn Decker auftaucht, zögern Sie nicht, und erschießen Sie ihn. Falls Sie versuchen, mit ihm zu reden oder ihn lebend gefangen zu nehmen, wird er die Chance eiskalt nutzen und die Skalpelle oder sonstige Waffen einsetzen. Selbst wenn es gelingen sollte, ihn erneut zu arretieren, kann er uns nichts mehr mitteilen. Sie tun ihm sogar einen Gefallen, wenn Sie ihn … erlösen.“

„Wir sind keine Killer“, erinnerte Hellerman, „sondern Ärzte. Wenn es sich vermeiden lässt, werden wir ihn nicht töten.“

Pakcheon zuckte mit den Schultern und schwieg.

„Sie machen es nur noch schlimmer“, warnte Cornelius, bloß für Pakcheon hörbar. „Erst der Gegenschlag der Kosang, nun Ihr Rat, Decker unschädlich zu machen.“

„Er oder wir“, gab Pakcheon zurück, gleichfalls nur an Cornelius gewandt. „Soll ich langatmig darüber philosophieren, dass es ethisch und moralisch verwerflich ist zu töten, man aber manchmal dazu gezwungen ist, um weitere Todesopfer zu vermeiden? Schönreden macht die Sache nicht besser, selbst wenn man nachvollziehbare Motive für ein solches Vorgehen hat.“

„Ich weiß, wie Sie es meinen. Mir müssen Sie nichts erklären, schließlich kenne ich Sie nun schon eine Weile“

„Wirklich? Wer sagt Ihnen, dass sich hinter meiner menschlich scheinenden Fassade nicht ein Monster verbirgt? Das ist es doch, was hier jeder denkt.“

„Nur weil Sie den Leuten immer wieder Anlass dazu geben. Warum? Sie sind mit den diplomatischen Spielregeln bestens vertraut und könnten Ihre Vorschläge auf weniger drastische Weise geben.“

„Glauben Sie wirklich, wir haben Zeit für Diskussionen und Konferenzen? Nein, Cornelius, die läuft uns davon.“ Die Stimme des Vizianers wurde noch eindringlicher, fast beschwörend. „Wir haben einen Amokläufer an Bord, der etwas vorhat. Vielleicht ist Tuman sein wahres Ziel. Das wäre doch gar nicht so abwegig, oder haben sie vergessen, welche Anstrengungen die Schwarze Flamme unternehm, um den Datenkristall zurückzuerhalten? Nun schenken wir Decker eine Fahrkarte erster Klasse, um dorthin zu gelangen, zu einer Welt, deren Koordinaten verloren gingen, die offenbar keiner außer uns kennt. Solange der Söldner sich frei im Schiff bewegt, müssen wir mit allem rechnen. Decker darf nicht unterschätzt werden. Er ist ein ausgebildeter Kämpfer. Jeder Gegenstand in seiner Hand wird zur Waffe. Er selber ist eine Waffe. Sie alle verkennen die Situation, indem sie immer noch davon ausgehen, dass er begreift, was er tut, und unter Kontrolle zu bringen ist.“

Cornelius seufzte und verzichtete auf eine Antwort. Er verstand die Beweggründe seines Freundes, wusste aber auch, wie dessen direkte Wortwahl auf andere wirken musste, insbesondere nach der Machtdemonstration der Kosang. Pakcheon war klug genug, um das selber zu erkennen. Weshalb er dennoch alle Vorsicht außer acht gelassen hatte, konnte Cornelius nicht nachvollziehen. Wollte er die Phoenix-Crew schockieren und dadurch aufrütteln? Aber vielleicht hatte Pakcheon schon zu viele seiner Karten aufgedeckt, um noch länger überzeugend bluffen zu können. Es wäre für das angeschlagene Vertrauensverhältnis alles andere als heilsam, käme später heraus, das der Vizianer wesentliche Informationen und Hilfsmittel verweigert hätte.

Wie auch immer, es gab wichtigere Probleme, und das, welches als erstes gelöst werden musste, war Decker. Zumindest in diesem Punkt waren sich alle einig.

(…)

ENDE

Copyright (C) 2012 by Irene Salzmann, Abdruck mit freundlicher Genehmigung.

Wer wissen möchte, was vorher passierte und wie es weitergeht, kann das Nachlesen in:

Welt der Schlafenden
Rettungskreuzer Ikarus 46.
von Irene Salzmann

ebook:
EAN: 9783864020315
Format:  EPUB
Rettungskreuzer Ikarus 46.
Atlantis Verlag
epub eBook – 114 Seiten
.

Print:
Verlag: Atlantis Verlag Guido Latz (2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 386402014X
ISBN-13: 9783864020148
Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14,4 x 1,2 cm

Die verzweifelte Lage der vom Wanderlustvirus befallenen galaktischen Zivilisationen bedarf neuer Lösungen. Während die Söldnerin Skyta versucht, die Schwarze Flamme vor dem Untergang zu retten, entsendet das Raumcorps den Rettungskreuzer Phönix auf eine ungewisse Mission: Die Welt der Schlafenden aufzusuchen, in der Hoffnung, dort das Gegenmittel gegen die Seuche zu finden…

Titel bestellbar bei ebook.de
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Titel bestellbar bei Booklooker.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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Kevin Hearne: Die Hetzjagd. Die Chronik des eisernen Druiden 1 – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 26. März 2013

Kevin Hearne
Die Hetzjagd
Die Chronik des eisernen Druiden 1

The Iron Druid Chronicles I. Hounded, USA, 2011
J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH/Hobbitpresse, Stuttgart, 02/2013
HC mit Schutzumschlag
Urban Fantasy
ISBN 978-3-608-93931-6
Aus dem Amerikanischen von Alexander Wagner
Titelgestaltung von Birgit Gitschier, Augsburg
Autorenfoto von Amy Ryland

www.klett-cotta.de
www.hobbitpresse.de
www.kevinhearne.com

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Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Atticus O’Sullivan betreibt in Tempe einen Esoterikladen. Niemand ahnt, dass der jung wirkende Mann ein irischer Druide ist, der bereits seit über zwei Jahrtausenden lebt. Dass er sich ausgerechnet in ein Wüstennest in Arizona zurückgezogen hat, liegt daran, dass es dort nur wenige Götter gibt, vor allem wenige von jenen, die noch eine Rechnung mit ihm offen haben. Kann er sich weiterhin verbergen, hat er gute Chancen, weitere zweitausend Jahre am Leben zu bleiben. Allerdings holt ihn das Schicksal in der Person des keltischen Liebesgottes Bres ein, der das legendäre Schwert Fragarach, das sich in Atticus Besitz befindet, für sich beansprucht. Statt Atticus selbst gegenüberzutreten, schickt Bres seine Handlanger in den Kampf und sichert sich Hilfe aus der Hölle, um den Gegner besiegen zu können.

Beginnt man die Lektüre, denkt man nach wenigen Zeilen: Was ist der Autor bloß für eine Labertasche?! Kevin Hearne lässt seine Hauptfigur Atticus sich selbst vorstellen; wer er ist, warum er in Tempe lebt, wer seine Freunde und Feinde sind, welcher Magie er sich bedient. Es soll sich witzig und etwas flapsig lesen, aber es fehlt nur noch ein kleiner Schritt zur Selbstbeweihräucherung …

Dann wird Atticus auch schon angegriffen und aufgedeckt, welcher Feind ihn aufgespürt hat und was dieser von ihm will. Von da an geben sich in Atticus‘ Haus keltische Götter, Vampire, Werwölfe, Hexen etc. buchstäblich die Klinke in die Hand. Zu jedem unterhält Atticus eine besondere Beziehung, die meist auf Verpflichtungen oder/und Misstrauen beruht, worauf stets eingegangen wird, damit sich Kevin Hearnes Welt dem Leser erschließt und das Finale nicht zu schnell kommt.

Erlebt man nun die Götter aus grauer Vorzeit, die in der Moderne angekommen sind, sich ein wenig anpassen konnten, aber ihr altes Denken, demnach ein Menschenleben wenig zählt, nicht abgelegt haben, versteht man Atticus‘ scheinbare Arroganz besser. Auch er ist ein Relikt, und wer sich quasi auf einer Ebene mit Göttern bewegt, darf nicht ängstlich sein, muss wissen, wie er sie zu behandeln hat. Atticus ist sich seiner eigenen Macht und seiner Schwächen bewusst – und das bringt er zum Ausdruck.

Die Gottheiten wirken überheblich und nur bedingt sympathisch, da die Erde und die Menschen für sie lediglich ein Schachbrett mit Spielsteinen darstellen, die sie im Rahmen ihrer Intrigen und Kämpfe skrupellos benutzen. Bres scheut nicht einmal davor zurück, das Land seiner Kraft zu berauben sowie Dämonen und Todesgötter herbeizurufen, um Atticus zu töten, und selbst Morrigan, Flidais und Brighid, die ihn innerhalb gewisser Grenzen unterstützen, bedienen sich seiner. Im Vergleich erscheinen die Vampire und Werwölfe richtig ‚menschlich‘. Die Ausflüge in die mythischen Zeitalter sind interessant, die Kämpfe spannend. Hat man sich von dem wortreichen Auftakt nicht abschrecken lassen, folgt man der Handlung mit wachsender Begeisterung bis zum Showdown. Abgerundet wird der Story durch Hinweise zur Aussprache der keltischen Namen.

„Die Chronik des eisernen Druiden“ von Kevin Herarne (Hearne der Jäger?) ist humorig, aber nicht ganz so abgedreht wie beispielsweise Terry Pratchetts „Scheibenwelt“-Romane. Man möchte den Band eher in einem Atemzug nennen mit Serien wie „Die Abenteuer von Harold Shea“ von Lyon Sprague DeCamp und Fletcher Pratt oder Gordon R. Dicksons „Drachenritter“. Der Autor legt zudem großen Wert auf die Vorstellung mythischer Figuren, die er leicht der Gegenwart angepasst hat, und auf packende, magische Kämpfe.

Man kann nicht behaupten, er habe das Rad mit seinem Urban Fantasy-Roman neu erfunden, aber hat man Freude an dem Thema und dem entspannten Stil, sucht man obendrein etwas anderes als ‚verliebte Vampire‘, dann wird man von diesem Band gut unterhalten und neugierig sein, was Atticus im nächsten Buch erlebt (in den USA liegt bereits der fünfte Teil vor). Ein launiger Schmöker für Genre-Fans, der Lust auf mehr macht!

Copyright by 2013 © Irene Salzmann (IS)

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Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Atticus O’Sullivan betreibt in Tempe was für einen Laden? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!

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Bohnet Pleitgen (Ilja Bohnet & Ann-Monika Pleitgen): Teilchenbeschleunigung. Nicola Rührmann 3 – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 24. Februar 2013

Bohnet Pleitgen (Ilja Bohnet & Ann-Monika Pleitgen)
Teilchenbeschleunigung
Nicola Rührmann 3

Argument Verlag, Hamburg, 1. Auflage: 10/2012
TB, ariadne Krimi 1191
ISBN 978-3-86754-191-6
Titelgestaltung von Martin Grundmann unter Verwendung eines Fotos von enzo9110 – Fotolia.com

www.argument.de
www.ariadnekrimis.de
www.freitagsisstmanfisch.de/autoren.html
www.martingrundmann.de

Titel erhältlich bei Amazon.de
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Hamburg 2009: Die Physikerin Nicola Rührmann kehrt nach einigen Jahren, die sie beruflich in Berlin verbracht hat, in ihre Heimatstadt zurück, um sich für eine Stelle im Forschungszentrum DESY zu bewerben. Tatsächlich möchte man sie einstellen, aber nicht als Physikerin, sondern als Schnüfflerin – die Taten ihrer Jugend sind nicht vergessen. Nur wenn es ihr gelingt, Einblick in die Unterlagen von Professor Schäfer zu nehmen und der Forschungsleitung vor der Veröffentlichung mitzuteilen, ob er wirklich eine wichtige Entdeckung gemacht hat, wovon die Finanzierung weiterer Projekte abhängig ist, soll sie die angestrebte Position erhalten. In der Not frisst der Teufel fliegen, und Nic beginnt zu schnüffeln.

Leider bleibt der Wissenschaftler unauffindbar, und auch die neuen Kollegen sind nicht unbedingt eine große Hilfe. Schon bald merkt Nic, dass sie nicht als einzige nach Schäfer sucht und ihre Bemühungen Leute aufstören, die unerkannt bleiben wollen. Mit einem Aktenkoffer, der an ihr Handgelenk gekettet ist, und im Glauben, einen Mann umgebracht zu haben, stöckelt Nic auf ungewohnten High Heels durch Hamburg, um endlich Antworten zu erhalten …

Um den Appetit anzuregen, beginnt die Geschichte mitten in der laufenden Handlung. Dann wird zurückgespult und erzählt, wie die Hauptfigur, aus deren Perspektive die Geschehnisse geschildert werden, überhaupt erst in diese gefährlich-kuriose Situation geraten konnte und wie sie sich bemüht, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen und ein kompliziertes Verbrechen aufzuklären. Tatsächlich muss Nic weniger die Polizei als die eigenen Kollegen, die sich um die Finanzierung ihrer Projekte sorgen, alte Bekannte, die auf der Karriereleiter noch höher hinauf wollen, und gemeine Verbrecher fürchten.

In die spannende Handlung eingebettet ist ein komplexes Beziehungsgeflecht, das Nic zu langjährigen und neuen Bekannten unterhält. Eine Hand wäscht stets die andere, und so findet sie immer jemanden, der ihr beisteht, was die Ereignisse nachvollziehbarer macht, als würde sie in Superheldenmanier den Fall allein lösen. Hinzu kommen reichliche Anspielungen auf wahre Begebenheiten und das zeitgenössische Denken, so dass sich der Roman aktuell und realistisch liest. Als kleinen Tic hat das Autorenpaar Ann-Monika Pleitgen und Ilja Bohnet, Mutter und Sohn – Ilja Pleitgen ist selbst Physiker und bringt sein Fachwissen gelungen ein -, der Protagonistin eine besondere Liebe zu Zahlen und Zitaten mitgegeben. Das wirkt ganz witzig und bringt dem Leser die Figur näher.

Nach „Freitags isst man Fisch“, der sicher zu den besten Titeln des Argument Verlags zählt, legte man beim zweiten Band, „Kein Durchkommen“, sehr hohe Maßstäbe an, die nicht ganz erfüllt werden konnten. Auch „Teilchenbeschleunigung“ reicht nicht ganz an den Debütroman heran, kann jedoch rundum überzeugen durch eine interessante Hauptfigur, eine kuriose und packende Handlung sowie einem dichten Hintergrund, so dass man der Trilogie einen würdigen Abschluss bescheinigen darf. Alle drei Bücher sind Krimifreunden, die sich eine intelligente Handlung und keine überstrapazierten Themen wünschen, sehr zu empfehlen!

Copyright © 2013 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Amazon.de
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Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Die Physikerin Nicola Rührmann kehrt nach einigen Jahren, die sie beruflich in Berlin verbracht hat, in ihre Heimatstadt zurück, welches Jahr schreiben wir? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!


GEWINNER: Johannis Hellemann, Gerloff Stevenson, Rose Brechler. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND VOR ALLEM UNSEREM SPONSOREN!

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Laura Bickle: Feuersturm. Anya Kalinczyk (Teil 2) – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 21. Februar 2013

Laura Bickle
Feuersturm
Anya Kalinczyk 2

Sparks, USA, 2010
Bastei Lübbe, Köln, dt. Erstausgabe: 06/2012
TB, Fantasy 20674, Horror
ISBN 978-3-404-20674-2
Aus dem Amerikanischen von Frauke Meier
Titelgestaltung von Anke Koopmann, Guter Punkt unter Verwendung von Motiven von shutterstock und Sylwia Malkris

www.luebbe.de
www.salamanderstales.com
www.guter-punkt.de

Titel erhältlich bei Amazon.de
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Titel erhältlich bei eBook.de

Anya Kalinczyk arbeitet offiziell als Ermittlerin für die Detroiter Feuerwehr und inoffiziell als Medium für die DAGR, eine kleine Gruppe, die sich mit übersinnlichen Phänomenen befasst. Hilfe – manchmal auch unerwünschte Probleme – bekommt sie dabei von Sparky, einem Feuersalamander, der schon seit Anyas Kindheit ihr Beschützer ist. Nicht selten gehen beide Jobs Hand in Hand, so auch diesmal:

Im Haus von Jasper Bernard bricht ein Feuer aus, das nur wenig zerstört, von dem alten Mann jedoch so gut wie nichts übrig lässt. Bei der Sichtung des Brandherds entdeckt Anya, dass sich Jasper offenbar vor übernatürlichen Mächten gefürchtet hat. Sein Geist bestätigt das und bittet sie, dafür zu sorgen, dass ein magisches Artefakt nicht in falsche Hände gerät.

Leider hat Anya keine Ahnung, wer nach welchem Objekt sucht und damit etwas anstellen will. Ihre Ermittlungen machen sie bald selbst zur Zielscheibe der Verdächtigen und bringen auch Sparky in Gefahr, der/die plötzlich in der Badewanne seinen/ihren Nachwuchs zur Welt bringt. Als sich die Puzzlestücke endlich zusammenfügen, hat Anya keine andere Wahl, als in die Unterwelt hinabzusteigen – zusammen mit Sparky, seinen/ihren Kindern und Charon -, um zu verhindern, dass die Büchse der Pandora geöffnet wird …

Nach „Flammenzorn“ ist „Feuersturm“ der zweite in sich abgeschlossene Band mit der sympathischen Anya Kalinczyk, die mit Leib und Seele Ermittlerin bei der Detroiter Feuerwehr ist und sich nebenbei um lästige Geister kümmert, die sie ‚als Laterne‘ anlockt und aufsaugt. Ihr zur Seite steht der Feuerelementar Sparky. Wie sie ihn bekam, ist eine ganz eigene Geschichte, die mit einer Familientragödie zusammenhängt, welche hier ansatzweise enthüllt und vermutlich in einem dritten (?) Buch weiter verfolgt wird. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den rätselhaften Bränden und Todesfällen, den Diebstählen von magischen Artefakten und der Suche nach der Büchse der Pandora, die Anya vor einer machthungrigen, skrupellosen Person in Sicherheit bringen muss. Früh hat sie einen Verdacht, doch fehlt es an Beweisen, um die Gegenspielerin aus dem Verkehr ziehen zu können.

Nach reichlicher Recherche, viel Angst um Sparky sowie das eigene Leben und der Begegnung mit einem etwas zwielichtigen Verbündeten eskaliert die Situation: Natürlich wird die Büchse der Pandora entwendet, und wieder muss Anya sich opfern, um das Schlimmste zu verhindern. Sie weiß nicht, ob sie zurückkehren wird zu ihren Freunden und Kollegen, sowie zu Brian, zu dem sie seit kurzem eine Beziehung unterhält und der etwas vor ihr zu verbergen scheint – noch ein Punkt, der bestimmt später aufgegriffen wird. Die Handlung ist flüssig geschrieben, spannend, dramatisch, hin und wieder humorvoll, die Romanze bleibt im Hintergrund, so dass „Feuersturm“ ein echter Pageturner ist, der die Freunde von Horror/Mystery und Urban Fantasy fantastisch unterhält. Am Ende der Lektüre wünscht man sich, dass es gleich weiter geht, doch wird man sich leider gedulden müssen, da die Autorin gegenwärtig unter dem Pseudonym Alayna Williams an anderen Projekten („Delphic Oracle“) arbeitet.

Man muss „Flammenzorn“ nicht gelesen haben, um „Feuersturm“ genießen zu können, es empfiehlt sich aber, da hin und wieder Bezug auf frühere Ereignisse genommen wird, die Autorin durch scheinbare Nebensächlichkeiten die Weichen für das Kommende stellt – und eine Serie von Anfang an zu verfolgen, macht einfach mehr Spaß, als mitten drin einzusteigen. Eine empfehlenswerte Reihe für Genre-Fans!

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Amazon.de
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Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wie heißt der Vorgänger des Buches? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!

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AUS DEM TAGEBUCH EINES LEHRERS – Eine Kurzgeschichte von Irene Salzmann

Erstellt von Irene Salzmann am 14. Februar 2013

AUS DEM TAGEBUCH EINES LEHRERS

Eine Kurzgeschichte
von
Irene Salzmann
(12/2012)

7:30.

Es fällt mir schwer, so früh wach zu werden. Die Nacht war, wie man so schön sagt, wieder mal lang. Aber nicht, weil ich aus war, Essen ging und ein wenig Spaß hatte – nein: weil ich die verdammten Deutschaufsätze der 5a korrigiert habe. Eine Klassenarbeit soll zurückgegeben werden, bevor die nächste geschrieben wird.

Ich erledige meine Toilette, wie immer mit Axe, das am besten gegen Geruchsbildung wirkt. Wichtig an langen Tagen. Heute ist Elternabend. Ich hasse Elternabende.

Das Gefrierfach ist leer. Ich weiß es und brauche gar nicht nachzuschauen. Die Zeit für einen kleinen Snack ist ohnehin zu knapp.

7:50.

Ich nehme, wie üblich, die Abkürzung durch das Neubaugebiet. Dort wohnte ich, bis sie alles abgerissen haben und ich mir eine neue Unterkunft suchen musste. Nichts erinnert mehr an die kleinen Häuschen, die bis vor fünf Jahren noch hier standen, an den alten Friedhof in ihrer Mitte mit der schlichten Kapelle und der Einsegnugshalle, an die Felder und Weiden rund herum. Das friedliche Idyll ist einer typischen Siedlung für junge Familien gewichen. Statt friedlich grasender Rinder gibt es tobende Kinder.

Die jetzt auf dem Weg zur Schule sind, so wie ich. Manche grüßen, manche wechseln auf den anderen Gehweg und tun so, als hätten sie mich nicht gesehen. Mir egal. Auf der Straße bin ich irgendein Mann. Erst in der Schule werde ich zum Lehrer Herr Hettinger.

7:57.

Kurz melde ich mich im Lehrerzimmer und bin dann pünktlich mit dem Gongschlag in der 5a. Ich teile die Aufsätze aus. Von Drama bis Triumph ist die ganze Gefühlsbreite vertreten.

So geht es in den nächsten Stunden weiter: Deutsch in der 6a, Pause, Geschichte in der 5c, Sozialkunde in der 9b, Pause, Sozialkunde in der 9a, Deutsch in der 7b.

Da ich heute keine Pausenaufsicht habe, verbringe ich die wenigen Minuten im Lehrerzimmer. Unter den Kollegen gelte ich als schweigsam und wenig kontaktfreudig. Tatsächlich höre ich ihrem Geplänkel gar nicht zu: Der Florian aus der 8a hat … Die Lara aus der 5a hat … Der Kevin aus der 6c hat … Manchmal auch: Die Mutter von Hanna aus der 7b hat … Der Vater von Mirco aus der 6a hat … Gelegentlich wird auch über abwesende Kollegen getuschelt. Man bezieht mich nur in die Gespräche mit ein, wenn es ums Fachliche geht.

Wieder einmal frage ich mich, warum ich mich ausgerechnet für diesen Beruf entschieden habe. Wieder antworte ich: Ich will mit Menschen zusammen sein. Aber die Begleitumstände sind äußerst lästig. Man darf nur nichts an sich heranlassen. Und nicht nachlässig werden. Dann geht es. Irgendwie. Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt. Ich habe Hunger.

13:00.

Der Vormittag war anstrengend. In der einen Stunde Mittagspause setze ich mich auf eine von drei Bänken im Schatten einer alten Eiche, dem einzigen Überbleibsel des Friedhofs, die man nicht gefällt hat, weil sie schon so alt und mächtig war, dass sich die Umwelt- und Denkmalschützer erfolgreich für ihren Erhalt hatten einsetzen können. Ich kann mich noch gut an das Hin und Her erinnern, schließlich war ich der Friedhofswächter, bevor ich umziehen und mir eine neue Arbeit suchen musste.

Unter den ausladenden Ästen des Baumes wurde ein Spielplatz errichtet, der um diese Zeit selten besucht wird. Die Kinder essen gerade zu Mittag, machen Hausaufgaben oder halten Mittagsschlaf. Erst wenn ich zur Schule zurückgehe,stürmen die ersten die Spielgeräte.

Ich bereite mich auf die nächsten Stunden vor. Keine Zeit, einen Snack zu organisieren. Es gibt auch nichts. Ich habe Hunger und gehe, als sich ein Kind dem Spielplatz nähert.

14:00.

Die Nachmittagsstunden mag ich am wenigsten. Geschichte-Leistungskurs in der 11, Doppelstunde; Deutsch-Grundkurs in der 12, Doppelstunde. Je älter die Schüler werden, umso aufsässiger sind sie. Geben sich cool, jeder will irgendwen beeindrucken und den Lehrer wie einen Idioten dastehen lassen.

Ich stelle mir immer vor, dass das gar keine Kinder sind, die an den Tischen sitzen. Mal sehe ich sie als Kohlköpfe, mal als Runkelrüben. Vor allem dann, wenn sie den Dativ nicht vom Akkusativ unterscheiden können oder rätseln, ob Schiller und Bismarck etwas mit Gastronomie zu tun haben. Etwas anderes zu denken, wäre nicht gut.

18:00.

Ich könnte nach Hause gehen. Wozu? Weil ich Hunger habe? Die Gefriertruhe ist nach wie vor leer. In einer Stunde muss ich ohnehin wieder hier sein. Elternabend der 5b, deren Klassenleiter ich bin.

Das Schuljahr ist noch jung. Es geht um die Klassenziele, um Sonderaktivitäten im Unterrichtsrahmen wie Exkursionen und AGs, um Hinweise auf Tutorien seitens älterer Schüler für Kinder, die bereits jetzt erkennbare Probleme haben, dem Unterricht zu folgen, um das Engagement der Eltern bei Festen, wobei sich manche beide Beine ausreißen und andere so tun, als gehörten sie nicht dazu. Das Übliche eben.

18:45.

Die ersten Eltern treffen ein. Das geht eine halbe Stunde so weiter. Einige kommen immer zu spät. Von 25 Schülern hat sich nicht einmal die Hälfte der Eltern eingefunden. Dafür kamen von wenigen beide Elternteile. Das zeigt, wer ehrgeizige Pläne für seine Kinder verfolg – und wem sie gleichgültig sind.

Die meisten kennen sich, ein paar sitzen isoliert ganz hinten oder an der Seite mit mindestens einem leeren Platz zwischen sich und dem nächsten Erziehungsberechtigten. Die einen unterhalten sich, die anderen bleiben stumm und hoffen wie ich, dass sie bald gehen dürfen.

Die Gespräche sind identisch mit denen, die im Lehrerzimmer geführt werden: Der Florian hat …. Die Lara hat … Der Kevin hat … Manchmal auch: Die Mutter von Hanna hat … Der Vater von Mirco hat … Gelegentlich wird auch über abwesende Eltern getuschelt. Einig sind sich alle nur darin: Die Schule soll bei den Kindern die Erziehung übernehmen, die sie selber vermasselt haben.

Als niemand mehr hinzukommt, beginne ich mit meinen Erläuterungen. Wiederhole alles ein Mal, zwei Mal, drei Mal. Danach dürfen die Eltern Fragen stellen. Der erste fragt genau nach dem, was ich gerade drei Mal erklärt habe. Ein Mal, zwei Mal, drei Mal. Dann ist die nächste an der Reihe. Fragt exakt dasselbe. Ein Mal, zwei Mal, drei Mal. Und so geht es weiter. Sind sie debil?

Ich stelle mir ein Feld voller Kohlköpfe vor. Das sind die Männer. Die Frauen sind die Runkelrüben. Etwas anderes zu denken, wäre nicht gut.

Aber ich habe nun wirklich Hunger.

21:30.

Die letzten Eltern sind endlich gegangen. Ich packe meine Tasche und schließe das Klassenzimmer der 5b zu. Im Flur begegne ich zwei Kollegen, die ebenfalls erst so spät fertig wurden. Wir wünschen uns einen schönen Abend und eine gute Nacht. Der Hausmeister ist angewiesen, um 22:00 einen Rundgang zu machen und die Schule abzusperren.

Wieder nehme ich die Abkürzung. Vorbei an der alten Eiche. Der Spielplatz ist verwaist. In den meisten der neuen Häuser brennt Licht. Die stromsparenden Laternen spenden ein oranges Leuchten, das den Bürgersteig kaum erhellt. Fußgänger und Radfahrer sind unsichtbar, bis man sie über den Haufen fährt. Einbrecher auf dem Nachbargrundstück werden trotz Lärm nicht mehr gesehen.

Ich habe Freude daran, von Schatten zu Schatten zu huschen.

Der fette Kater sieht mich nicht. Ich packe ihn am Genick. Es knirscht.

21:35.

Wieder zu Hause.

Ich hänge meinen Mantel auf, stecke die müffelnde Kleidung in die Waschmaschine und streife die Hettinger-Haut ab.

Dann stille ich meinen Hunger.

Es schmeckt nicht. Etwas anderes wäre mir lieber gewesen. So viele Leckerbissen …

… aber es ist nicht mehr wie früher. Man muss sich anpassen, um nicht aufzufallen. Und nicht vertrieben zu werden. Oder Schlimmeres.

Der Rest des Katers wandert in die Gefriertruhe.

ENDE

Copyright (C) 2012 by Irene Salzmann

Bildrechte: “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Alltag-100-minus10-0.jpg” (Originaltitel: Alltag3.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Bildrechte: Untot – Wiedergänger-, Gespenster-, Geister- & Zombiegeschichten” (Zeichnung untot.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/


Buchtipp der Redaktion:

Schnell, Andreas
Tage des Niedergangs

Band 1 der Siegel Chroniken

Verlag :      Mantikore-Verlag
ISBN :      978-3-939212-32-4
Einband :      Paperback
Preisinfo :      14,95 Eur[D] / 15,40 Eur[A] / 21,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 25.09.2012
Seiten/Umfang :      ca. 400 S. – 20,5 x 13,5 cm
Produktform :      B: Buch
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 03.04.2013

“Laut den letzten Informationen ist die Lage völlig außer Kontrolle. Die Unruhen haben längst das ganze Stadtgebiet ergriffen und wer fliehen konnte, kann sich glücklich schätzen. Noch immer liegen keine offiziellen Berichte vor, was der Auslöser der Katastrophe war oder wer dahintersteckt. Wir wurden aufgefordert, das Studio zu verlassen, da unsere Sicherheit nicht mehr garantiert werden kann. Wir müssen uns dem beugen und stellen mit sofortiger Wirkung den Sendebetrieb ein …… Wir wünschen unseren Zuhörern alles Gute. Passen sie auf sich auf!”

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Lois Duncan: Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 7. Februar 2013

Lois Duncan
Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast

I Know What You Did Last Summer, USA, 1978/überarbeitete Version: 2010
cbt-Verlag, München, 09/2012
TB, Jugendbuch, Thriller, Drama
ISBN 978-3-570-30796-0
Aus dem Amerikanischen von Anja Galić
Titelgestaltung von init.büro für gestaltung, Bielefeld
Autorenfoto von Lois Duncan

www.cbj-jugendbuch.de
http://loisduncan.arquettes.com/

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Im Rahmen des „Buffy“-Hype kamen auch einige Filme mit Sarah Michelle Gellar in die Kinos bzw. ins Fernsehen. Einer davon war „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ (in der Rolle der Helen Shivers, 1997), auf den noch zwei weniger erfolgreiche Sequels folgten. Die Roman-Vorlage stammt von Lois Duncan (verfasst 1973/1978, überarbeitet 2010).

Die Schülerin Julie hat ein Jahr lang hart gearbeitet und darf nun ein renommiertes College besuchen. Die Freude darüber wird jedoch von einem anonymen Brief überschattet, in dem lediglich eine Zeile steht: „Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast.“ Verängstigt wendet sie sich an ihre Freundin Helen, die die Schule abgebrochen hat und erste Erfolge als TV-Sternchen feiert. Helen und ihr Freund Barry, ein Student, beruhigen Julie, denn bestimmt hat sich jemand bloß einen miesen Scherz erlaubt – vielleicht sogar Ray, Julies Ex, der wieder in der Stadt ist. Kurz darauf erhält Helen eine ähnliche Nachricht, und ein Unbekannter schießt auf Barry. Collie, der kürzlich in den Apartmentkomplex eingezogen ist, in dem Helen wohnt, kümmert sich rührend um seine geschockte Nachbarin. Julie findet unterdessen Trost bei Ray, der glaubt, es sei ein großer Fehler gewesen, sich getrennt zu haben, nachdem ein schlimmes Geschehnis das Leben der vier Jugendlichen aus der Bahn geworfen hatte. Ihr neuer Freund Bud will Julie dennoch nicht so schnell aufgeben.

Was passiert ist, wird nach gut fünfzig Seiten enthüllt, ein tragischer Unfall, wie er jedem passieren könnte, selbst wenn er nicht betrunken, bekifft und zu schnell mit dem Auto fährt: ein dunkel gekleideter Radfahrer (Fußgänger), der ohne Licht/Reflektoren unterwegs ist, und plötzlich aus dem Nichts, meist unter Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln, genau vor dem Auto auftaucht. Wer hat so etwas nicht schon wenigstens einmal erlebt, sich furchtbar erschrocken und gerade noch bremsen können?! Aber in dem Buch geht es nicht um das Fehlverhalten von Radfahrern und Fußgängern, die aus Unwissenheit oder Nachlässigkeit ihr Leben aufs Spiel setzen. Der ‚schwächere‘ Verkehrsteilnehmer ist das bedauernswerte Opfer, sein Tod zerstört das Glück einer ganzen Familie. Der Umstand, dass der Täter Fahrerflucht beging, spielt eher eine untergeordnete Rolle, denn die Hinterbliebenen würden so oder so an der Trauer zerbrechen.

Die Autorin konzentriert sich darum auch auf die Folgen, die die Tat für die beteiligten Jugendlichen hat. In kurzen Rückblenden wird geschildert, wie sie vorher leichtfertig ihren Vergnügungen nachgingen, wie sich ihr Leben ab dem schrecklichen Tag radikal änderte, dass sie auch ein Jahr später noch immer unter Schuldgefühlen leiden und diesen eminenten Fehler – der im Alkohol-/Drogenrausch begangene Unfall mit anschließender Fahrerflucht – nur zu gern ungeschehen machen würden: Julie wandelt sich von der strahlenden Cheerleaderin zu einer ernsthaften Streberin, die den Kontakt zu ihren Freunden abbricht und auf ein entfernt liegendes College gehen will, um vergessen zu können. Helen steht am Anfang einer glänzenden Karriere und denkt nur an ihr zukünftiges Glück – und an Barry. Dieser fuhr den Wagen; er weigert sich nach wie vor, sich zu dem Unfall zu bekennen, um sich nicht die Zukunft durch einen Gefängnisaufenthalt zu verbauen. Ray alarmierte damals anonym die Sanitäter und kehrt nach einer Auszeit in seine Heimatstadt zurück, weil ihm klar wurde, dass keiner von ihnen vor dieser Schuld fliehen kann.

Dafür sorgt zudem jemand, dem es gelungen ist, die Jugendlichen aufzuspüren. Er will Rache, nicht nur weil sich die Vier der Verantwortung entzogen haben, sondern weil ein Leben genommen und weitere Leben zerstört wurden. Lange ahnen Julie, Helen, Barry und Ray nicht, wie groß die Gefahr ist, in der sie schweben – und dann nimmt sich der Unbekannte einen nach dem anderen von ihnen vor.

Die Geschichte ist relativ kurz und beschränkt sich aufs Wesentliche; die Autorin verfasste in den 1980er Jahren keinen Schwafel-Roman, wie sie dreißig Jahre später gang und gäbe sind. Wäre das Layout weniger großzügig, hätte das Buch nur den halben Umfang gehabt. Folglich liest man „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ in einem Rutsch durch, fühlt sich gut und spannend unterhalten, aber die Höhepunkte wirken nicht ganz so dramatisch wie in der Filminszenierung. Alles in allem wird Lesern und Leserinnen ab 13 Jahre ein kurzweiliger, realistischer Krimi geboten, der, ginge es nicht in erster Linie um die Unterhaltung, nachdenklich stimmen und an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer appellieren könnte.

Copyright by 2012 © Irene Salzmann (IS)

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Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): “Für welches Alter ist dieser Band nach Meinung der Rezensentin geeignet? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 400 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!


GEWONNEN HABEN: Resi Rotert, Natalia Sibadis, Thoms Thanel. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH. WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND UNSEREM SPONSOREN!

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Kim Harrington: Ich sehe dein Geheimnis (Clarity 1) – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 29. Januar 2013

Kim Harrington
Ich sehe dein Geheimnis
Clarity 1

Clarity, USA, 2011
cbt-Verlag, München, 11/2012
TB, Jugendbuch, Mystery-Thriller
ISBN 978-3-570-30791-5
Aus dem Amerikanischen von Stephanie Singh
Titelgestaltung von init. Büro für Gestaltung, Bielefeld unter Verwendung von Motiven von Trevillion Images/Ilona Wellmann
Autorenfoto von privat

www.cbt-jugendbuch.de
www.komharringtonbooks.com
http://kimharrington.blogspot.com

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Clarity Fern ist 16 Jahre alt und kann, wenn sie Gegenstände berührt, sehen, was in der Vergangenheit geschehen ist. Ihr zwei Jahre älterer Bruder Perry ist fähig, mit den Geistern Verstorbener zu kommunizieren. Starla, die Mutter der beiden, vermag Gedanken zu lesen. Das Familieneinkommen bestreiten sie gemeinsam durch Wahrsagen. Unverhofft wird Clarity in die polizeilichen Ermittlungen mit einbezogen, als in Cape Cod eine Touristin, die nur wenig älter als sie ist, ermordet aufgefunden wird. Eingefädelt wurde dies von Justin Spellman, Claritys Ex, der an ihre Gabe glaubt und auf diese Weise seinem Vater beistehen möchte, der als Bürgermeister schnell Resultate vorweisen muss, um im anstehenden Wahlkampf eine Chance zu haben.

Clarity ist alles andere als begeistert darüber, dass sie Justin nun wieder öfter sehen wird. Auch die anfängliche Freude, dass sie Gabriel Toscano, den attraktiven Sohn des neuen Kommissars und Hilfspolizist, unterstützen soll, ist nicht von Dauer, da dieser nicht bloß an Claritys Kräften zweifelt, sondern Menschen wie sie als geldgierige Scharlatane verachtet. Es kommt aber noch schlimmer, denn Clarity erfährt, dass Perry die Nacht mit der Toten verbracht hat, und wenig später ist er verschwunden. Sie kann nicht glauben, dass er der Mörder ist und beginnt verzweifelt, nach Beweisen für seine Unschuld zu suchen. Kurz darauf gibt es zwei weitere Opfer, und Clarity entdeckt, dass Gabriel ein Tattoo mit dem Namen der Toten besitzt …

Man fühlt sich bei der Lektüre durchaus ein wenig an Alfred Hitchcocks „Familiengrab“ erinnert: Einige junge Leute versuchen, teils durch übersinnliche Fähigkeiten, mehr aber noch durch Recherche den Mord an einer jungen Frau aufzuklären. Anders als im Film, der sich als Thriller versteht und das Mystery-Element wohl dosiert und mit einem Augenzwinkern nutzt, um der Handlung einen ganz eigenen Charme zu verleihen, verwendet die Autorin die Gaben der Ferns regelmäßig als Hilfsmittel, um die Handlung im Fluss zu halten und sie kontinuierlich auf die Lösung zuzutreiben.

Dank einiger unerwarteter Wendungen entwickeln sich die Geschehnisse nicht ganz so vorhersehbar, wie man zunächst glauben möchte. Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick hin scheint, und auf manche Frage erhält man eine völlig andere Antwort, als erwartet. Allein dem leseerfahrenen Publikum mögen manche Hinweise zu offensichtlich und scheinbare Nebensächlichkeiten nicht nebensächlich genug sein, so dass sie nach einiger Zeit die komplizierten Zusammenhänge zu erahnen beginnen.

Die Krimi-Handlung steht im Vordergrund, und die Protagonisten erfüllen ihre Rollen: Clarity und ihre Freunde sind sympathisch und engagiert, Konflikte zwischen ihnen lösen sich schließlich in Wohlgefallen auf, ihre Gegenspieler bekommen mehr oder weniger, was sie verdienen. Dabei bleibt die Dreiecksbeziehung Clarity-Justin-Gabriel im Hintergrund und wird, nachdem einige Andeutungen die Weichen stellten, im nächsten Band (USA: „Perception“) zusammen mit einem weiteren Fall erneut aufgegriffen.

Leserinnen ab 13 Jahre, die Mystery-Thriller und komplizierte Romanzen schätzen, werden von „Ich sehe dein Geheimnis“ spannend und amüsant unterhalten, so dass sie gewiss auch nach der Fortsetzung greifen werden.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

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Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Für welche Altersklasse empfielt die Rezensentin den Titel ? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!


GEWONNEN HAT: Fraucke Hunkem, Rupertus Nozler, Dieter Brefordt. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND AUCH UNSEREM SPONSOREN! VIELEN DANK!

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