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Literatur-Blog

DAS SPÄTE ERBE DER ROTEN KHMER – ein Science Fiction-Szenarium von Felis Breitendorf

Erstellt von Detlef Hedderich am 25. März 2010

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Das späte Erbe der Roten Khmer

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Ein Science Fiction-Szenarium

von

Die Welt hatte sich wesentlich verändert, der Planet Erde war fast komplett entvölkert: es lebten nur noch einige Millionen Menschen auf dem Heimatplaneten der Krone der Schöpfung.  Die meisten Städte begannen, nun 1 Jahr nach dem grossen Massenaussterben der Menschen, zu verfallen und sich in ihre Bestandteile zu zerlegen. Die wenigen Menschen, die dieses Naturereignis überlebt hatten, konnten die Infrastruktur, die nötig war, um auf dem Niveau des technischen Fortschritts, den die Menschen vormals erreicht hatten,  weiter zu existieren, nicht aufrecht erhalten.

Damals, vor einem Jahr, schien die Welt auf dem besten Weg ins 22. Jahrhundert. Nun war jedoch alles vorbei und es war zu erwarten, dass die Entwicklung des Menschen zurückfallen würde, vielleicht sogar, dass der Mensch ganz von diesem Planeten verschwinden würde. Was nur war passiert damals vor einem Jahr?

Was 1 Jahr zuvor passierte:

Die meisten der Menschen, die in dieser vermeintlichen Nacht sich zur Ruhe gelegt hatten, waren nie wieder aufgewacht. Viele erlagen des Nachts sogar eines Herzinfaktes oder hatten einen Schlaganfall oder ähnliches, woran sie noch im Schlaf befindlich, verstarben.  Bei vielen Menschen wurde nur noch der Tod festgestellt, doch es waren zu wenige erwachsene Menschen, die dies überlebten oder irgendwann aufwachten, um den Opfern zu helfen.

Sie erzählten von schrecklichen Träumen, von Dingen, die sie anderen schon mal angetan hatten, aber auch, dass sie sich plötzlich im Leibe eines Tieres wähnten, das die Träumenden, so erinnerten sie sich später, wohl selbst als Mensch irgendwann in ihrem Leben gequält hatten, ohne sich dabei erheblich schuldig gefühlt zu haben.

Was auffällig war bei dieser Sache, war, dass es zumeist Kinder waren, die wieder aufwachten, und kein einziger Erwachsener, der irgendwann einmal einen Menschen oder ein Tier übermässig gequält oder gar getötet hatte. Auch waren viele Menschen viele Tage im Schlaf und quälten sich offenbar in Träumen mit qualvollen Erlebnissen herum, so das sie, obwohl sie eigentlich in ihrem Menschendasein niemals einen Menschen oder ein Tier getötet hatten, dennoch im Schlaf zu Tode kamen.

Als man sich später Gedanken dazu machte, kam man zu dem Schluss, dass nur deshalb so viele Kinder überlebt hatten, weil diese niemals einem Tier oder Menschen etwas angetan hatten, was zum Tode geführt hat. Nicht mal das Erschlagen einer Fliege, weil diese Menschen niemals etwas getötet hatten. Diese Grenze lag wohl oberhalb der Grösse von gerade noch sichtbaren Insekten, denn auch Kleinstlebewesen, die mit dem Körper eines Menschen zu tun haben, sterben ja täglich im Umgang mit diesen.

Letzten Endes waren es willentlich getätigte Tötungen von Mensch und Tier, die die Täter nun selbst im Schlaf erlebten, immer aus sicht der Opfer, was sie selbst dann nicht überlebten. Und nur die Täter, die Tiere oder Menschen etwas antaten, sie dabei aber nicht töteten, überlebten diese Schlafphase und wachten irgendwann wieder auf. Viele andere schliefen, Qualen durchlaufend, sich im Schlafe windend, und doch liessen sie sich nicht aufwecken. Viele dieser Menschen starben oft auch an Überanstrengung oder verhungerten schlichtweg. Und da die wenigen Erwachsenen sich um die Kinder, die überlebt hatten, kümmerten, verstarben letztlich über 99 % der gesamten Menschheit.

Viele von den wenigen Überlebenden sind daraufhin gläubig geworden und lebten von da an streng nach ihren neuen Überzeugungen. Aber auch die, die dennoch keinem neuen Gott huldigten, wagten es nicht, sich gegen das Leben zu richten, so dass es auch niemanden mehr gab, der Tiere schlachten wollte, denn kein einziger Schlachter hatte überlebt. So wurde der Rest der Menschheit zu Vegetariern und man ging auch miteinander würdevoller und vorsichtiger um. Die wenigen, die sich nicht daran hielten, wurden einzeln auf einsame Inseln verbannt, denn Lebensraum gab es ja nun in Hülle und Fülle.

Noch immer verstanden die meisten Menschen nicht, was eigentlich passiert war, ob das ganze ein Akt eines Gottes war oder einfach nur eine kosmische Konstante oder ein anderes unbekanntes Naturgesetz. Den wirklichen Grund fanden die Menschen nicht.

Was 1 Jahr und 24 Stunden zuvor passierte:

Die Prodanier waren keine Humanoide im eigentlichen Sinne. Sie glichen eher den aus der menschlichen griechischen Mythologie bekannten Zentauren -  halb Mensch halb Tier, bzw. sogenannten Pferdemenschen, die bei den Menschen als Mischwesen bezeichnet wurden und die mit dem Kopf und den Schultern eines Mannes und dem Körper und den Beinen eines Pferdes dargestellt werden. Nur mit dem Unterschied, dass die Prodanier eher grossen Affen mit Kuhkörpern glichen, jedenfalls annäherungsweise.

Die Prodanier waren ursprünglich aus zwei verschiedenen Pflanzenfresserlebensformen entstanden, wobei eine genetische Mutation offenbar aus zwei Gattungen eine Lebensform entstehen hatte lassen. Wie genau das vonstatten gegangen war, wussten selbst die Prodanier nicht mehr, denn ihren Planeten gab es nicht mehr, so dass eine Erforschung unmöglich war.

Die Prodanier waren ein sehr friedliebendes Volk. Sie hatten ihre Technik sehr weit entwickelt, so dass es Ihnen möglich war, mit ihren riesigen Raumstädten im Weltall zu reisen, ihr eigenes Planetensystem war längst von einer Supernova zerstört worden, doch sie hatten dies sehr lange vorher kommen sehen und riesige Raumstädte gebaut, mit denen sie ihr gesamtes Volk befördern konnten und in denen es ihnen an nichts zu fehlen schien. Natürlich hätten sie sich auch auf einem Planeten nieder gelassen, wenn sie einen gefunden hätten, der ihren Ansprüchen gerecht schien. Doch niemals hätten sie einen Planeten annektiert, der eine andere dominierende Lebensform beherbergte.

Als sich die Prodanier eines Tages in erreichbarer Nähe des Solsystem aufhielten, bzw. dieses Gebiet mit ihren grossen Raumstädten durchflogen, in jenem äusseren Spiralarm der Galaxis, in dem sich auch das menschliche Solsystem befand, empfingen sie zufällig eine TV-Aufzeichnung der Menschen über die sogenannten Roten Khmer, einer bestimmten historischen Menschengruppe, welche die Prodanier sehr neugierig auf die Menschen machte.

Die Prodanier erforschten daher den terranischen Sendemüll, der eine Wolke von mehren hundert Lichtjahren Durchmesser hatte und waren absolut entsetzt von dieser denkenden Lebensform, die zu solchen Grausamkeiten fähig war. Doch die Prodanier hatten schon des öfteren auf ihren langen Reisen durch die Galaxis Kontakt mit Grausamkeiten auslebenden Lebensformen gehabt und ihre technischen Möglichkeiten daher auf solche Wesen angepasst.

Man wollte den Menschen aber eine 2. Chance geben, ihrer Entwicklung einen entscheidenden Richtungswechsel zu ermöglichen und sie zum Nachdenken anregen. Als man mit gewaltigen Funksendeschüsseln das Solsystem bestrich um das Leben auf diesem Planeten nachhaltig zu verändern, war die Aufgabe, welcher sich die Prodanier genötigt sahen, für diese damit erledigt. Man würde vielleicht in einigen hundert Jahren nochmal vorbeischauen und sehen, ob diese Lebensform ihre Lektion gelernt hatte.

Und so bewegten sich die riesigen Raumstädte der Herdenwesen weiter auf ihrem Weg: ihre Mission, die Galaxis ein wenig lebenswerter zu machen und zu verhindern, das eine grausame Lebensform eines Tages in Raumschiffen ihren kriegerischen, aggressiven, grausamen Keim des  Todes auf andere Lebensinseln im All verteilen würde…

ENDE

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Nachtrag des Verfassers
:
Auf die Idee, zu diesem Szenarium kam ich, als ich im Fernsehen tatsächlich einen Beitrag sah, über die Foltermethoden der Roten Khmer welche ihre Opfer qualvoll folterten und dabei den gesamten Einfallsreichtum menschlichen Wirkens dazu einsetzten, diese Foltereien zu apokalyptischen Qualen für ihre Opfer werden zu lassen.

Sicher, auch wir Deutschen haben nicht gerade eine rühmliche historische Vergangenheit, was den Umgang mit Folteropfern angeht, aber es ging mir gar nicht darum jetzt ausgerechnet die noch lebenden Verursacher dieser Qualen aus einem fernen Land zu brandmarken, sondern ich war einfach nur entsetzt von den Bildern, die ich in diesem Beitrag sah, wobei der Fotograf dieser Bilder, der für das Regime damals in dieser Funktion tätig war, nun zur heutigen Zeit daraus ein Erlebnispark machen möchte um damit so richtig reich zu  werden und dabei keinerlei Rücksicht auf die Gefühle noch lebender bzw Überlebender dieser Zeit zu nehmen scheint.

Ich dachte mir nur einfach: was, wenn nun zufällig eine außerirdische Rasse diesen Beitrag empfangen würde? Was würden sie von uns als Lebensform halten, wie würden sie uns behandeln? Würden sie uns einfach nur ignorieren?

Das Ganze sollte also nicht als Anklage gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe der Menschen angesehen werden, sondern ist einfach nur eine Spielart der Sorte: “Was wäre wenn…?” und vielleicht zum Nachdenken anregen, welchen Stellenwert wir in diesem Universum wohl innerhaben mögen und was wir für den Kosmos wert sein mögen.

Vielleicht sind wir gar nicht die Krone der Schöpfung, auch wenn man uns dies immer wieder weismachen will. Vielleicht waren wir einfach nur ein Fehlversuch und eigentlich sind es solche Wesen wie die Prodanier, die sich einer Weiterexistenz und Weiterentwicklung für würdig erweisen und es durch ihr Verhalten tatsächlich eines Tages schaffen mögen als Raumfahrendes Volks zu existieren. Etwas, was der Mensch aller Wahrscheinlichkeit niemals schaffen wird, da er fast seine gesamten Resorcen dazu einsetzt, sich und seine Umwelt zu terminieren.

Copyright (C) 2010 by

Bildrechte: Coverillustration “Evolution. – Menschheitsgeschichten” (http://www.chaosrigger.org/pixel02/upload/2011/02/06/20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Cyborgs01-89-minus14-minus54.jpg” (Originaltitel: 20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.


Leseempfehlung der Redaktion:


Denise Affonco
Der Deich der Witwen
Eine Frau in der Hölle der Roten Khmer

Vorwort von Chandler, David. Übersetzt von Klein, Judith
Verlag :      Beck, C H
ISBN :      978-3-406-58077-2
Einband :      gebunden
Preisinfo :      18,90 Eur[D] / 19,50 Eur[A] / 34,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      207 S. – 21,7 x 13,9 cm
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 16.02.2009
Gewicht :      386 g

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Denise Affonço wurde 1975 von den Roten Khmer für vier Jahre in die Hölle geschickt: zur Zwangsarbeit im Urwald und auf den Reisfeldern, dem Hungertod immer näher und täglich der kommunistischen „Umerziehung“ ausgesetzt. Ihr atemberaubender Bericht hat in Frankreich, den USA und anderen Ländern Furore gemacht und liegt nun auch in deutscher Sprache vor. Phnom Pen, am 7. Januar 1975: Die Roten Khmer marschieren in die kambodschanische Hauptstadt ein. Die Bevölkerung wird mit falschen Versprechen aus der Stadt gelockt. Auch Denise Affonço, eine französische Staatsbürgerin, zieht mit ihrer Familie nach Süden. Täglich verschlechtert sich die Lage. Die letzten Habseligkeiten werden ihnen abgenommen. Ihr Mann wird ermordet. Ihre Tochter verhungert vor ihren Augen. Die Zwangsarbeit im Urwald ist mörderisch und völlig sinnlos. Vier Jahre später haben zwei Millionen von sieben Millionen Kambodschanern das wahnsinnige Experiment einer Gesellschaft ohne Bildung, ohne Geld und ohne Familienbande nicht überlebt. Denise Affonço wurde 1979 zur wichtigsten Zeugin im Prozeß gegen das Regime. Ihr Buch ist das wohl eindringlichste Zeugnis über die Roten Khmer – und über den unbedingten Willen, die Hölle zu überleben.

Denise Affonço, geb. 1944 als Tochter eines Franzosen und einer Vietnamesin, ist heute am EU-Institut für Sicherheitsstudien in Paris tätig.

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DAS AMT – ein Gedicht von Felis Breitendorf

Erstellt von Detlef Hedderich am 23. März 2010

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Das Amt

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Ein Gedicht

von

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Das Amt
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Ein Gedicht

von


Du gehst zum Amt und die sagen dir, dass du nichts wert bist.
Du gehst zum Amt und die sagen dir, dass du versagt hast.
Du gehst zum Amt und die sagen dir, dass du verbraucht bist.
Du gehst zum Amt und die sagen dir, dass du zu alt bist.
Du gehst zum Amt und die sagen dir, dass du keine Chance mehr hast.
Du gehst zum Amt und sie sagen, du solltest nicht mehr hoffen.

Sie verlangen von dir, dass du einsichtig bist.
Sie verlangen von dir, dass du ihrer Autorität folgst.
Sie verlangen von dir, Bereitschaft zu zeigen.
Sie verlangen von dir, dass du dich kümmerst und bemühst.
Sie verlangen von dir, dass du dich nicht aufgibst, obwohl sie es längst getan haben.
Sie verlangen von dir Unmögliches.

Deine Bemühungen werden nicht honoriert oder geachtet.
Dein Einsatz und deine Qualen bleiben unbeachtet.
Deine Fähigkeiten werden in den Dreck gezogen.
Deine Vorlieben werden lächerlich gemacht.
Deine Wünsche werden mit Füssen getreten.
Deine Träume werden zu Schäumen pürriert.

Du wirst beschimpft als arbeitsfaul.
Du wirst beschimpft als Sozialschmarotzer.
Du wirst verdächtigt, zu betrügen und zu lügen.
Du wirst verdächtigt, Schwarzarbeiter zu sein.
Du wirst verdächtigt, am Untergang des Sozialstaates eine Mitschuld zu tragen.
Du wirst verantwortlich gemacht für alle Konsequenzen, die du zu tragen hast.

Copyright (C) 2010 by

Bildrechte: “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Alltag-100-minus100-0.jpg” (Originaltitel: Alltag3.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

REDAKTIONSTIP ZUM THEMA:

Katrin Lehnert
»Arbeit, nein danke«!?
Das Bild des Sozialschmarotzers im aktivierenden Sozialstaat

Verlag :      Utz, Herbert
ISBN :      978-3-8316-0866-9
Einband :      Paperback
Preisinfo :      29,00 Eur[D] / 29,90 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      ca. 121 S. – 20,5 x 14,5 cm
Erscheinungsdatum :      05.08.2009
Gewicht :      180 g
Aus der Reihe :      Münchner ethnographische Schriften 3
Medien :
Inhaltsverzeichnis(PDF)
Leseprobe(PDF)

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KLAPPENTEXT: Acht Monate nach der Einführung von „Hartz IV“ im Januar 2005 veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit der rot-grünen Bundesregierung einen Bericht „gegen Missbrauch, ‚Abzocke’ und Selbstbedienung im Sozialstaat“ und trat damit eine Lawine von Medienberichten über „Sozialmissbrauch“ los. Diese in periodischen Abständen wiederkehrende Diskussion erreichte einen neuen Höhepunkt, woraufhin die Große Koalition im Jahr 2006 den Bezug von „Hartz IV“-Leistungen gesetzlich erschwerte. Der Vorwurf des Sozialmissbrauchs“ war von Politikern und Wissenschaftlern, in den Medien und in alltäglichen Unterhaltungen gleichermaßen vernehmbar. Wo aber ist der „Sozialschmarotzer“ laut diesen Aussagen konkret zu finden? Welche Argumentationsstrategien werden benutzt, um seine Existenz fortzuschreiben? Auf welche Alltagserfahrungen und Deutungsmuster wird dabei zurückgegriffen und mit welchen neuen Attributen zeigt er sich? Die vorliegende Studie analysiert den Diskurs um „Sozialmissbrauch“ und setzt ihn ins Verhältnis zu zeitgleich umgesetzten Politiken wie denen des „aktivierenden Sozialstaates“, des Ausbaus des Niedriglohnsektors oder der Vermittlung eines neuen Gerechtigkeitsideals. Je prekärer die Arbeits- und Lebensverhältnisse in Deutschland werden, desto geringer scheint die Akzeptanz der sozialen Sicherungssysteme zu sein. Das vereinfachende Bild des arbeitsunwilligen „Sozialschmarotzers“ spiegelt und fördert diese Entwicklung. Der positive Gegenentwurf ist der „aktivierte“ Unternehmer seiner selbst, der immer wieder neu an den Start geht.

Die Autorin: Studium der Europäischen Ethnologie und Spanisch in Berlin und Barcelona. Projekt Absageagentur. Derzeit Promotionsstudentin der LMU München.

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DER NETTE NACHBAR VON NEBENAN – eine obsessive Kurzgeschichte von Felis Breitendorf

Erstellt von Detlef Hedderich am 22. März 2010


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Der nette Nachbar von Nebenan
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Eine
obsessive Kurzgeschichte
von

Sie wissen nicht wer ich bin? Sie möchten das wissen? Ich werde es Ihnen sagen! – Ich bin der nette Nachbar von Nebenan: Ich bin das, was man einen Psychopathen, und auch einen Soziopathen nennt. Ich wohne in einem achtstöckigen Wohnhaus im 3.Stock und ich heisse Olaf Bullowski und bin 24 Jahre alt. Auf unserem Stockwerk gibt es 3 Mieterpateien. Ich wohne mit meiner Mutter Irene in der Mitte zwischen den beiden anderen Wohnungen in einer kleinen 3 Zimmerwohnung. Auf der rechten Seite wohnen  3 Frauen: eine türkischstämmige Mutter, geschieden, mit ihren zwei Töchtern. Beide sind Klavierspielerinnen und etwa in meinem Alter. Man hört aus dieser Wohnung immer wieder Klaviermusik, jene, von der edleren Sorte: Klassische Musik eben.

Auf der anderen Seite wohnt eine Familie mit 2 Kindern, einem 16.jährigen Rotzlöffel, der ständig in Motorradkleidung herumläuft und selbstgedrehte Zigaretten raucht, mit Vorliebe im Treppenvorraum vor dem Aufzug, wo es dann immer danach stinkt, wenn man die Wohnungstür öffnet. Das andere Balg ist ein 8jähriges Mädchen, das ständig einen kleinen weissen Hund mit sich führt, der, wenn er bellt, Geräusche macht, als wenn eine Bohrmaschine sich in der Stahlbetonwand festgefressen hat, aus der unser Hochhaus aus den 60ern besteht. Es war damals, als es gebaut wurde, eines der ersten aus Fertigteilen, die aus Stahlbeton gefertigt waren, in die man später kein einziges Loch in die Wand bekam, ohne einen ganzen Satz Bohrer zu verunstalten oder abzubrechen oder einfach nur zu überhitzen.

Über die Eltern der beiden Bälger kann ich nicht viel sagen. Einfache Leute halt. Der Mann ist schon etwas älter und offenbar ist die Frau mit ca. 35 Jahren etwa 20 Jahre jünger als ihr Mann. Beide arbeiten bei der Post. Sie ist Briefsortiererin und er ist Hausmeister und Heizer. Beide arbeiten Schichtdienst und schlafen daher oft auch am Tage. Und weil der Junge ständig mit seinen Kumpels von der Motorradgang unterwegs ist, hat man dem kleinen Mädchen einen weissen Hund geschenkt, der aussieht wie ein Wollknäul.

Ich weiss nicht, ob Sie das kennen, wenn Sie von etwas genervt sind, und von diesem Vieh bin total genervt. Nicht nur, dass diese Tölle in den Treppenhausvorraum pinkelt, wenn sein kleines Frauchen mal wieder zu langsam war mit dem “Gassigehen”, nein auch bellt, jault und quitscht dieses Drecksvieh den lieben langen Tag lang, dass es einem aus den Ohren rauskommt. Wenn die Eltern nach einer Nachtschicht schlafen wollen, dann schicken sie ihre Göre mit dem Hund nach Draussen, damit sie in Ruhe sich auf Kissen legen können. Dass aber Ruhe auch für die Nachbarn von Nöten wären, wenn diese nachts schlafen wollen, wenn die Eltern auf Schichtarbeit sind, dann kümmert sie wenig.

Auch jetzt wieder bellt diese Missgeburt ununterbrochen, und jetzt reicht es: ich werde für ein Ende sorgen, ein Ende mit Schrecken, damit das nervtötende Geräuscheknäul ein für alle mal ausgehaucht hat.

So nehme ich mir also meine  grosse Machete aus dem Schrank, siehe mir den Plastikoverall an, damit ich das Teil hinterher wieder vom Blut abwaschen kann, greife  in die Schublade vom kleinen Schrank im Flur, wo sich meine Handschuhe und meine Wollmütze befinden. Schnell habe ich mit der Nagelschere zwei Sehschlitze hineingeschnitten, die Mütze vor dem Spiegel über den Kopf gezogen, die Handschuhe übergestreift, die Machete zur Hand genommen und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen, doch dieses Grinsen kann man im Spiegel nicht sehen, denn ich habe die Wollmütze über das ganze Gesicht gezogen.

Das kleine Mädchen sitzt auf dem Boden in ihrem Spielzimmer, ihre Eltern sind auf Schicht, ihr Bruder ist mit seiner Bande unterwegs. Das Mädchen probt kleine Kunststückchen mit ihrem winzigen weissen Hund. Sie lässt ihn “sitz” machen und dafür bekommt der kleine Hund eine Belohnung in Form eines kleinen Käsehäppchens. Sie weiss, dass sie ihrem Hund keinen Käse geben soll, das hat ihr ihre Mutter eigentlich verboten. Erstens ist das zu teuer, und zweitens bekommt das dem Tier überhaupt nicht. Aber der Hund liebt es Käsehäppchen zu bekommen und bedankt sich jedesmal mit einem kurzen Bellen um erneut das Kunststückchen, das von ihm verlangt wird, immer und immer wieder vorzuführen.

Als es unverhofft an der Tür klingelt ist das Mädchen erschrocken, hält mit der Hundedressur inne, versteckt schnell den restlichen Käse und begibt sich zur Tür. Was sie vor allem so verwundert, ist die Tatsache, dass die Klingel direkt oben an der Wohnungstür läutet und nicht unten an der Haustür, so dass sie an der Sprechanlage nachfragen könnte. Bestimmt stand die Tür unten wieder offen und es ist nur der Postbote, der wieder mal ein Päckchen bringt, das nicht in den Briefkasten passt, denkt sie so bei sich, als sie die Tür öffnet.

Erschrocken fällt ihr ein, was sie vergessen hatte, was ihre Mutter und ihr Vater ihr immer eingebleut haben, dass sie erst durch den Spion schauen solle, bevor sie die Wohnungstür öffnet. Doch zu spät, als sie erkennt, dass vor eine vermummte Gestalt in einer sehr merkwürdigen Kleidung steht und sie einfach zur Seite drängt um sich Zugang in die Wohnung zu verschaffen. Dabei wird sie von der Person so heftig zur Seite geschubst, dass  sie rückwärts auf ihrem Hintern landet.

Schnell hat sich der kleine Hund, der dem Mädchen auf Schritt und Tritt gefolgt war, in das Hosenbein des Eindringenden verbissen, der das Hosenbein mit dem Hund daran in der Luft hin und her wedelt und dabei laut schimpft. Plötzlich sah das Mädchen, wie die fremde Person hinter ihrem Rücken ein riesiges Messer, fast schon ein Schwert hervorholte und damit auf den Hund ziehlte, um diesen damit zu verletzen, aber dann doch zögerte, da er wohl befürchtete, dass er nicht nur den kleinen Hund, sondern auch sein eigenes Bein treffen würde, als plötzlich Schliessgeräusche an der Tür zu hören waren von der sich alle bei der Rangelei ein wenig entfernt hatten. Die Tür wurde aufgeschlossen und vorsichtig geöffnet…

Olaf Bullowski sah, dass seine Mutter Irene mit einigen Taschen und Tüten ihre gemeinsame Wohnung betrat und dabei auf ihren Sohn zu trat und ihm einen dicken Schmatzer auf die Backe gab. Dabei erklärte sie ihm: “Ich hoffen mein Schatz, dass du dich nicht gelangweilt hast, denn Mama musste schnell mal was einkaufen und dich alleine lassen.” Dabei ging sie weiter in die Küche ihrer gemeinsamen Wohnung und räumte schnell alles Gekaufte in Schrank und Kühlschrank ein, danach wendete sie sich wieder Olaf zu und lächelte ihn an um ihm dabei mitzuteilen: “So mein Schatz, jetzt wirst auch du mal nach draussen dürfen, wir werden einen kleinen Spaziergang machen und wenn wir zurückkommen, wird Mama was für sich kochen und du bekommst dein Breichen aus der Tube”, wobei Sie den Rollstuhl mit ihrem Sohn in Richtung Wohnungstür schob.

Als Irene den Rollstuhl in den Treppenvorraum schob und den Knopf vom Aufzug drückte, kam die kleine Nachbarstochter mit ihrem kleinen weissen Hund aus der Nachbarswohnung und begrüsste sie und ihren Sohn mit den Worten: “Guten Tag Frau Bullowski, hallo Olaf, wie geht es dir…?” Wobei sie ihn übertrieben anlächelte.

Olafs Mutter antwortete ihr: “Du weisst doch, ich hatte es dir doch schon mal erklärt, Olaf kann dich zwar verstehen aber er ist komplett gelähmt und kann dir daher nicht antworten!”

Das Mädchen schaute Irene staunend an, dann deutete Sie auf das Beatmungsgerät und fragte danach, wobei ihr Irene erklärte, dass auch das Atmen nicht selbst von ihrem Sohn gesteuert werden kann und er daher ein elektrisches Beatmungsgerät benötigt. Als endlich der Aufzug da war, wurde die Aufzugstür geöffnet und alle drei stiegen in den Aufzug ein und auch der Hund kam mit, wobei dieser ständig bellte und am Rollstuhl von Olaf hoch zu springen versuchte, doch dafür war er einfach zu hoch für das kleine Tier, so er Olaf nicht erreichen konnte.

Ich weiss, was Sie jetzt denken, dass ich ein armes Würstchen bin, aber ich kann ihnen versichern, dass das nicht stimmt, denn ich werde mich eines Tages dafür rächen, irgendwann wird es eine Gelegenheit geben, dann werde ich diesen blöden Kötter in Stücke hacken und ich werde auch vor dieser Göre nicht halt machen…

Bei diesen Gedanken wurde Olaf unterbrochen, als der Aufzug im Erdgeschoss ankam und seine Mutter Irene die klein bat, die Aufzugstür aufzuhalten, dann schob sie ihren Sohn in dem Rollstuhl über die Behindertenrampe nach draussen und Olaf konnte seinen Gedanken weiter nachhängen, Gedanken, die er bislang noch niemanden auf der Welt jemals mitgeteilt hatte.

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Leseempfehlung der Redaktion:

Franz Uebelacker
Ich lasse mich durch wilde Fantasien tragen

Ein Leben mit Gestützter Kommunikation (FC)

Verlag :      Frieling & Huffmann
Website: http://www.frieling.de
ISBN :      978-3-8280-2275-1
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Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      160 S. – 19 x 12 cm
Gewicht :      193 g
Aus der Reihe :      Frieling – Erfahrungen

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Franz ist schwer körperbehindert und kann nicht sprechen – in diesem Buch, herausgegeben von seinem Vater, erzählt er seine Lebensgeschichte. Als Achtjähriger begann er, mit Hilfe der „Gestützten Kommunikation“ sich auf einer Schreibmaschine zu äußern. Über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren entstand auf diese Weise eine Autobiografie: voller Emotionalität, gepaart mit Witz und, später, einem ausgeprägten Sinn für Erotik. Je mehr Franz sich über seine lebensbestimmende Behinderung klar wurde, desto leidenschaftlicher setzte er sich mit Fragen nach dem “Warum?” auseinander, nach dem Sinn des Lebens. Im Anhang werden Fragen zu Methode, Anwendung und Rechtsfragen der Gestützten Kommunikation (FC) behandelt.

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DAS TRAUMMÄDCHEN – eine phantastische Kurzgeschichte von Felis Breitendorf

Erstellt von Detlef Hedderich am 20. März 2010

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Das Traummädchen
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Eine phantastische Kurzgeschichte

von


Sie sass an dem langen Tisch aus Holz auf der langen Bank ziemlich am Ende. Ich war von Freunden eingeladen worden, die irgendwas zu feiern hatten, was genau es war, weiss ich heute nicht mehr. Ich war ein junger Mann, genaues Alter weiss ich auch nicht mehr. Und wir befanden uns, denke ich, in irgend einem Lokal mit Bewirtung im Freien.

Meine Begleiter, eine Gruppe von 4 bis 5 Leuten, die meisten waren wohl in meinem Alter, begrüssten die Unbekannte, die da am Tisch sass. Auch mir gab sie artig die Hand. Wir setzten uns dazu. Die Fremde sass mir nun praktisch gegenüber. Wir machten Witze, sie lachte.

Sie trank an ihrem riesigen Humpen, ich glaube es war Weizenbier oder sowas. Sie hatte eine ganz merkwürdige Frisur, die aus mehreren Partien bestand: Da waren hochgesteckte Bereiche, offenbar künstliche Haarteile, die an den Seiten und vorne daran angebracht waren. Es waren auch irgendwelche Gegenstände in die Frisur eingearbeitet, ziemlich undefinierbare Dinge in den verschiedensten Farben. Das Ganze wirkte auf mich doch ziemlich exotisch, wenn nicht gar außerirdisch.

Die junge Frau lachte ständig herzhaft, wenn jemand von uns einen Witz machte, fragte dann auch schon mal näher nach um noch weitere Hintergründe zu dem Witz zu erhalten, erzählte aber selbst keinen einzigen Witz.

Als ich mal wieder mein Glas – es war wohl nur Mineralwasser drin – zum Mund führen wollte, ergriff sie plötzlich ihren Humpen und knallte ihn an mein Glas, dass ich im Geiste schon die Scherben durch die Luft fliegen sah. Eigentlich hätte mein Glas zerbersten müssen, das hätte diese Attacke niemals ausgehalten, warum es dennoch nicht zerschellte, würde sich noch klären – dazu später. Jedenfalls prostete sie mir dabei zu und hatte ein Grinsen auf dem Gesicht, weil ich wohl ziemlich erschrocken aus der Wäsche geschaut haben musste.

Nach kurzem Zögern erwiderte ich ihrem Zuprosten und schlug nun meinerseits mit meinem Glas an ihren Humpen. Das wirkte, als wolle sich eine Maus durch Kopfnüsse an einem Elefantenbein beim grösseren Tier bemerkbar machen. Sie grinste nun noch breiter, beugte sich zu mir vor und schlang ihren linken Arm um meinen Kopf, zog mich etwas an sie heran und gab mir einen dicken Kuss auf meinen Mund und sagte anschliessend: “Ich heisse Ina! Und wer bist du?”

Ich war so perplex, dass ich nur stammelte: “ich heisse… äh.” Ich hatte doch tatsächlich für einen kurzen Moment meinen eigenen Namen vergessen.

Sie lachte kurz auf und sagte: “Hallo ÄH!” Schön dich kennenzulernen!”

Als ich Ihr schliesslich meinen Namen sagte und ihre Frisur lobte, das sie mir sehr gut gefallen würde, da mir einfach nichts anderes einfallen wollte in dem Moment, gab sie mir nochmal einen dicken Schmatzer auf die Backe.

Wow, dachte ich, zwei Küsse in solch einem kurzen Abstand hintereinander von einer völlig fremden jungen Frau, dass konnte doch wohl nur ein Traum sein und so kniff ich mir in den Arm, doch das schmerzte wirklich.

Als wir später zusammen das Gartenlokal verliessen, bemerkte ich erstmal was für eine gertenschlanke Frau meine neue Bekanntschaft war, die sich meinen Arm geschnappt und daran eingehängt hatte und irgendwelche Belanglosigkeiten von sich gab, die mich aber überhaupt nicht störten, ganz gegen meinem sonstigen Befinden, wenn jemand wirres Zeug redete oder etwas erzählte ohne wirklich etwas zu sagen zu haben. War schon erschreckend in welch kurzer Zeit die Unbekannte, nein, INA, mich ihr zurechtgebogen hatte, ganz nach ihren Wünschen.

Als wir mit den anderen unserer Gruppe eine viel befahrene Straße überquerten, spürte ich plötzlich, wie sich ihre Hand in meine fand und unsere Finger sich ineinander verschränkten. Wir liefen über die Strasse und dabei fiel mir auf, dass Ina sehr merkwürdige Schuhe trug, die mich an Plüschtiere erinnerten, die den Eindruck erweckten, dass, wenn sie damit etwas schneller lief, als würde sie über den Boden schweben und die Strasse gar nicht wirklich berühren. Sehr merkwürdig, hatte sie nicht in dem Gartenlokal hohe Lederstiefel getragen? Meine Erinnerung musste mich getrügt haben!

Irritiert wendete ich meinen Blick wieder von ihrer Fußbekleidung ab und für einen kurzen Moment fiel mein Blick auf ihre Stirn und für einen winzigen Augenblick hatte ich den Eindruck, dass der Leberfleck auf ihrer Stirn, der sich oberhalb zwischen ihren Augen fast in der Mitte befand, ein drittes Auge war, das mir kurz zugeblinzelt hatte. Vielleicht hatte mir jemand was in mein Mineralwasser getan oder ich hatte irgendwelche Halluzinationen.

Als wir die Diskothek endlich erreicht hatten, hielt Ina inne und stoppte uns beide, drehte sich zu mir uns sagte: “Ich mag deine blauen Augen!”

Sowas, ich war mir ziemlich sicher, dass meine Augen braun waren! Egal, wir betraten zusammen mit unseren Freunden den Tanzschuppen und amüsierten uns aufs Prächtigste. Ob es nun daran gelegen haben musste, dass Ina die Getränke bestellte oder ob es der Canabisgeruch, der in der Dunkelheit der Tanzfläche in der Luft hing, die stroboskopischen Lichtblitze, oder einfach nur die Alkoholmenge, die ich inzwischen intus hatte, weiss ich nicht mehr. Jedenfalls hatte meine neue Bekanntschaft es geschafft, mich innerhalb eines Abends vom strengen Antialkoholiker und Nichtraucher in genau das Gegenteil mutieren zu lassen. Das schlimmste daran war aber, dass ich es genoss.

Als wir später an einer Imbissbude zusammen eine Schale Currywürstchen verdrückten, wurde mir so beiläufig klar, was ich da machte: Ich ass voller Genuss FLEISCH! – und das obwohl ich ein strenger Vegetarier war!! Wie hatte diese Frau das nur geschafft?

Anschliessend setzen sich Ina und ich von der Gruppe unserer Freunde ab und flanierten in der hell erleuchteten Fussgängerzone von Schaufenster zu Schaufenster und zu fast jedem Ausstellungsstück hatte Ina etwas zu sagen, das heisst, eigentlich waren es bedeutungslose Worte, aber ich mochte es, wenn sie nur zu mir sprach und dabei sich in meinen schweren Mantel kuschelte, denn mittlerweile wurde es schon merklich kühler, das lag wohl daran, dass der Morgentau so langsam in unsere Körper kriechen wollte.

Nachdem wir weitergingen erhielt Ina einen Anruf auf ihrem Handy. Ich verstand von dem Gespräch nicht viel, da ich mich von der jungen Frau gelöst hatte und nun in einigen Metern Entfernung in ein Schaufester mit Bohrmaschinen schaute. Ich verstand nur soviel, dass sie offenbar einer Freundin erklärte, sie habe nun einen neuen Freund, womit möglicherweise ich gemeint war.

Als wir schliesslich an einem Friseur ankamen, der tatsächlich schon geöffnet hatte, platzte Ina auf einmal mit einer neuen Idee heraus: “Was hältst du davon, wenn ich mich ein wenig verändere und mir eine neue Frisur machen lasse?”

Ich willigte natürlich ein, was sonst hätte ich auch sagen sollen und so setzte ich mich in den Wartebereich am Eingang des Friseurs auf einen Stuhl und lass wahllos in den herumliegenden Frauenzeitschriften bis plötzlich eine recht kleine etwas füllige Schwarzhaarige vor mir stand und mich anlächelte mit den Worten: “Na, wie findest du es” und sich bei diesen Worten vor mir drehte und mich von allen Seiten ihr neues Antlitz anschauen ließ.

Ich war schockiert! War das wirklich meine Ina mit der irren Frisur, die nun lediglich einen schlichten langweiligen kurzhaarigen Bubikopf vorweisen konnte? Wo war die gertenschlanke junge Frau geblieben, die ich den ganzen Abend im Arm gehalten hatte? Wieso hatte diese junge Frau, die auch noch um 10 Jahre gealtert schien und offenbar auch 20 Zentimeter an Grösse verloren hatte, die Unverfrorenheit sich als meine liebliche Ina auszugeben?

Ich war jedoch so durcheinander, dass ich nur einige unsichere Worte stammelte, in denen ich ihr neues Äusseres lobte. Und so stand ich auf einmal auf der Strasse mit einer dicklichen, kleinen älteren Frau, die mir ihre Zunge in den Mund schob und anschliessend fast schon gackernd lachte und dabei wohl auch nach Luft schnappend unbemerkt einen Asthmasprayer aus der Hand zauberte und sich daraus in den Hals sprühte…

Als ich mich zur Seite drehte bemerkte ich, dass die Sonne aufgegangen war und durch mein Fenster schien und mich offenbar geweckt hatte. Plötzlich rüttelte die mutierte Ina an meiner Jacke und verlangte Aufmerksamkeit: “Was ist los? Wo bist du denn?”

Ich antwortete ihr: “Ich bin aufgewacht und merke nun, dass ich nur geträumt habe…”

Worauf sie erwiderte. “Aber ich bin noch immer hier und du redest doch mit mir!”

Ich schaute aus dem Fenster und blickte in die wogenden Äste des Baumes, der sich vor meinem Fester befand, die sich durch den starken Wind bewegten als wollten sie mir versichern, dass ich tatsächlich wieder daheim war. Und so erwiderte ich der verblassenden Frau, die, wenn ich meinen Blick von meinem Schlafzimmerfenster abwandte, vor meinen Augen immer undeutlicher wurde und kaum noch zu erkennen war: “Natürlich, aber du bist nur eine  Simulationen meiner Sinne und meines Unbewussten…!”

Schliesslich war ihr Abbild verschwunden und ich beeilte mich schnell an den Computer zu kommen um dieses unglaubliche Traumerlebnis nachzuerzählen und in Worte zu fassen…

ERWEITERTES, ALTERNATIVES ENDE:

Als ich fast fertig war mit meiner Geschichte klingelte es plötzlich an der Tür und als ich aufmachte, knickten mir fast die Beine weg, denn vor mir stand Ina und sie lächelte mich an! Sie hatte wieder ihre verrückte Frisur und ein makelloses Äussere. Sie schob mich zur Seite fragte: “Wo ist dein Bad?”

Ich zeigte es ihr und kehrte an meinen Rechner zurück, speicherte die Geschichte ab und fuhr den Rechner runter.

Als sie auch schon völlig nackt in der Tür stand, teilte Sie mir mit: “Ich bin vom Planeten WRRRLLOBBS und wir haben ein Verfahren entwickelt, Wesen, die sich in einem Traum befinden, dort festzuhalten und mit ihnen eine schöne Zeit zu verbringen. Und das über sehr weite Enfernungen hinweg, Entfernungen, für die Raumschiffe, ja sogar Radiowellen und Licht, Jahrtausende brauchen würden. Und natürlich sehen wir nicht so aus, wie du mich jetzt siehst, das ist nur das Abbild für Euch Menschen, wir gleichen eher Euren Tintenfischen in Euren Meeren, denn auch wir sind Kopffüssler!”

Dabei schob Sie mich imer weiter auf mein Bett zu und erklärte mir: “Du träumst noch immer, und du wirst dies auch so lange tun, wie ich das möchte, und jetzt mach´ dich in die Kiste, ich will endlich Spass mit einem Erdling!”

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Bildrechte: Coverillustration “TräumeundVisionen” (20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “TräumeundVisionen-86-minus72-minus16.jpg” (Originaltitel: 20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.


Leseempfehlung der Redaktion:

Jasmin Novy
Warum Männer Helden und Frauen Schlampen sind
50 Männer & 50 Frauen berichten über ihre skurrilen Erfahrungen

Im Buch blättern

Verlag :      Books on Demand
ISBN :      978-3-8370-0559-2
Preisinfo :      14,90 Eur[D] / 15,40 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      116 S. – 12 x 19 cm
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 08.2007

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“Das Buch “Warum Männer Helden und Frauen Schlampen sind” berichtet über peinliche und intime Erfahrungen aus dem Leben von 50 Männern und 50 Frauen. Diese Menschen beschreiben ihr Sexualleben und ihre Erfahrungen über das Zusammenleben mit dem gleichen und dem anderen Geschlecht auf die unterschiedlichsten Art und Weisen. So sind diverse Erlebnisse extrem witzig und skurril, während andere die ernstere Seite des Lebens betrachten.

Das Buch beginnt mit einem Beitrag eines Mannes, der feststellt, dass wir unsere Partnersuche nach dem gleichen Schema wie die Affen praktizieren.

Der letzte Beitrag des Buches stammt von einer Frau, die verdeutlicht, dass Männer und Frauen gar nicht so unterschiedlich sind, die Männer aber als Helden gefeiert und die Frauen als Schlampen abgestempelt werden.

Das Buch ist äußerst interessant für Männer und Frauen. Beide Geschlechter können über das jeweils andere viel lernen. Diese 100 Stories haben es wirklich in sich und man kommt oft aus dem Staunen, Geschockt sein und aber zumeist aus dem Lachen gar nicht mehr raus” Amazon.de

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SCARITO YAUTJANATIS WEG (Part 2) – Science Fiction Fortsetzungs-Roman von Felis Breitendorf

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. März 2010

Scarito Yautjanatis Weg
(Part 2)

Science Fiction Fortsetzungs-Roman

von

Als Scarito bei seiner Suche nach dem Alien noch einmal bei den Schlafkapseln nachschaute, musste er erkennen, dass sich das Vieh offenbar bei Perito – in dessen Bauch sich nun nicht mehr nur ein Loch befand, sondern der gesamte Brustkorb geöffent war – leidlich bedient hatte: die Inneren Organe waren weitgehend entfernt und eine Reihe von Gedärmen waren aus dem Torso herausgezerrt worden. Zudem fehlten nun noch weitere Extremitäten. Von Beinen und Armen waren nur noch die Stümpfe übrig und Peritos Blut bedeckte jetzt fast den ganzen Boden um die Schlafkapsel herum. Welch ein unrühmliches Ende für einen Jäger, dachte Scarito.

Noch immer war es Scarito schleierhaft, wie das Wesen in Peritos Körper gelangen konnte ohne das beim Abtransport von Peritos Leichnam der Scanner angesprungen war um den Jäger zu warnen. Scarito war sich ausserdem ziemlich sicher, dass bei der Jagd nach dem Alien auf LEGUSA 4 alle gejagten Exemplare erlegt und auch vernichtet worden waren. Auch wenn dabei durch eine List der Aliens sein Jagdpartner den Tod gefunden hatte, war es für ihn persönlich eigentlich eine erfolgreiche Jagd gewesen.

Scarito dreht sich von der Schweinerei ab und suchte jetzt intensiv nach dem Alien. Mittels seiner Wärmesicht beobachtete er ganz genau die Räumlichkeiten des Jagdraumers der Klasse 5 die den ruhmvollen Namen Agustino Ytuartu trug und der jetzt wohl niemals wieder das Heimatsystem der Hish erreichen wird. Scarito kontrollierte nochmal seine Plasmawaffe dann durchsuchte er systematisch die Agustino nach dem Alien, das – auf Grund seiner Verkostung am Leichnam des toten Jägers – inzwischen wohl selbst eine beträchtliche Grösse erreicht haben dürfte.

Scarito konnte sein vermeintliches Jagdopfer jedoch nirgends im Schiff ausmachen. Auch nach mehrmaliger intensiven Suche fand er von dem Wesen keine Spur. Erst als er sich im Bauch der Agustino den Frachtraum nochmal genauer anschaute, fiel ihm auf, dass einer der Behälter nicht richtig verschlossen schien und offenbar daran manipuliert wurde.

Schnellstens versiegelte Scarito die Schleuse und besorgte sich einen Anzug für den Aufenthalt im Vakuum. Anschliessend nahm er noch einen Energiespeer aus dem Waffenlager und begab sich wieder zum Frachtraum, dessen Luke noch immer verriegelt war. Als er sich versichert hatte, dass ihn das Alien nicht auflauerte, öffnete er wieder den Zugang und begab sich erneut in den Bauch der Agustino und öffnete als erstes die hintere Frachtraumluke, die danach weit geöffnet war und den schwarzen Sternenhintergrund zeigte.

Normalerweise hätte Scarito dank seiner Wärmesicht auch beim ersten Kontrollgang das Alien in dem vermeintlichen Behälter entdecken müssen. Nun aber bemerkte er seinen Fehler: auf dem Behälter stand deutlich bezeichnet, das dieser thermisch abgeschirmt war, da er für den Transport von radioaktiven Substanzen gedacht war. Aus diesem Grund konnte Scarito von aussen keinerlei Restwärme mehr wahrnehmen. Er musste den Behälter öffnen.

Scarito hatte vor, das Alien dazu zu bewegen sich durch die offene Frachtraumluke in den freien Weltraum zu retten. Aus seiner langjährigen Erfahrung im Umgang und der Jagd mit dieser Spezis wusste er, dass diese im freien Weltall eine ganze Zeitlang überleben konnte. Ausserdem hoffte er, dass das Wesen schon rein instinktiv das Weite durch diese Luke suchen würde um erstmal sein Leben zu retten. Aus diesem Grund versiegelte Scarito die Luke zum Restschiff wieder, so dass dem Alien nur die Flucht nach draussen blieb oder es sich ihm zum Kampf stellen musste, was Scarito genauso recht wäre. Wenn es nach draussen flüchtete, würde er die Aussenluke schnell wieder schliessen und durch einige Flugmanöver mit dem Unterlichtantrieb das Wesen von der Agustino abzuschütteln versuchen.

Nachdem Scarito seine Waffen nochmals auf Funktion geprüft hatte, stellte  der Predator sich eine Speeresweite hinter dem Behälter auf und öffnete langsam dessen Oberteil, als er auch schon eine Bewegung in dem Schlitz erkennen konnte… (Fortsetzung folgt!)

Copyright (C) 2010 by


Empfehlung der Redaktion:

David Bischoff
Alien vs. Predator
Band 2: Der Planet des Jägers

Verlag :      Panini
ISBN :      978-3-8332-1218-5
Einband :      Paperback
Preisinfo :      9,95 Eur[D] / 10,30 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      288 S. – 18,1 x 12,1 cm
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 24.10.2005
Gewicht :      270 g

Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de

Das ultimative Paradies für Jäger – und gleichzeitig ein einziger Alptraum …

Der gewiefte Entwickler Livermore Evanston hat die perfekte Welt für jagdbegeisterte Touristen erschaffen: Ein Planet weit ab von jeglicher Zivilisation und bevölkert mit wilden, genmanipulierten Kreaturen. Allerdings rechnete er nicht damit, dass sich die tödlichsten Jäger der Galaxie auf diesem Idyll einfinden sollten – die PREDATOREN. Mit ihnen sollte sich auch ihre bevorzugte Beute Zugang zu Evanstons persönlichem Paradies verschaffen: Experten im Überlebenskampf und effektive Killermaschinen – die ALIENS.

Was als perfektes Projekt begann wird nun zum ultimativen Alptraum! Da taucht unvermittelt Hilfe auf und zwar in Form einer jungen Frau, die die ungebetenen Gäste sehr gut kennt. Auch für die Predatoren ist sie keine Unbekannte, denn einst verlieh dieser Menschenfrau einer der ihren den Kampfnamen „Kleine Klinge“.

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SCARITO YAUTJANATIS WEG (Part 1) – Science Fiction Fortsetzungs-Roman von Felis Breitendorf

Erstellt von Detlef Hedderich am 14. März 2010

Scarito Yautjanatis Weg
(Part 1)

Science Fiction Fortsetzungs-Roman
von

Scarito wurde durch die Sirenen des Schiffes aus seiner Tiefschlafphase geweckt. Das Schiffssystem war so eingestellt, dass er automatisch geweckt wurde, wenn etwas von Bedeutung passieren sollte.

Als er zu sich kam, erschrak er kaum als er neben sich in die benachbarte Schlafkapsel schaute und dort Perito liegen sah, in dessen Bauch ein riesiges Loch thronte, die Knochenstreben der Brust waren dabei nach aussen aufgebrochen, ausserdem waren einige Körperteile abgerissen worden und eine blutige Spur führte über den Boden auf die Raumschleuse zu, in der sich ein kopfgrosses offenbar durch die Körpersäure des Aliens gefressenes Loch befand.

Das Wesen, das sich wohl in Peritos Körper befunden hatte obwohl der Scanner vorher nichts entdeckt hatte, musste sich bei seinem Befreiungsversuch – einen Fluchtweg zu finden – derart verletzt haben, dass es zu bluten anfing und mithilfe seines säurehaltigen Blutes die Schleuse durchdrang.

Scarito griff in seine Nofallkonsole und nahm sofort die Lichtimpulswaffe zur Hand. Langsam erhob er sich und blickte sich in der Kabine um. Das Alien hatte ganze Arbeit geleistet, etliche Systeme waren beschädigt worden. Sofort machte er sich auf den Weg in die Steuerzentrale.

Dort sah er das ganze Ausmass der Beschädigungen. Das Hauptnavigationssystem war derart beschädigt, dass es heruntergefahren hatte, so dass das Schiff im leeren Raum zwischen den Sternen dahin trieb. Offenbar war das Schiff aus dem Hyperraum ausgetreten nachdem das Alien die Instrumente für die Navigation auseinandergerissen hatte, dabei waren auch die Ersatzsysteme zu schaden gekommen. Offenbar war aber das Schiff nicht seinem vorprogrammierten Kurs zurück zum Heimatplaneten des Jägers gefolgt, sondern hatte durch die Beschädigung einen völlig anderen Kurs durch den Hyperraum genommen, bevor das System komplett heruntergefahren war und das Schiff ihn aus der Ruhephase geweckt hatte.

Scarito stellte fest, dass das Ortungssystem zumindest noch arbeitete. Was ihm nach einigen Eingaben aber als Ergebnis angezeigt wurde, ließ ihn dann doch stutzen und so versuchte er die Daten noch einmal zu errechnen und schaute auf das selbe unglaubliche Ergebnis: Sein Schiff war im Hyperraum durch die Beschädigung, die das Alien hervorgerufen hatte als es die Geräte attackierte, in weite Ferne dem eigentlichen Kurs und eine riesige Strecke hinter dem Heimatsystem des Jägers gesprungen. Die Entfernung, die es über das Ziel hinaus durchflogen hatte war riesig, fast unglaublich weit von seinem Heimatsystem und seiner Heimatwelt entfernt, einem Wüstenplaneten, der von Asteroiden umgeben ist und von zwei Sonnen umkreist wird.

Das schlimmste aber was Scarito feststellte war die Tatsache, dass dieser Sprung die gesamte Hyperenergie verbraucht hatte. Selbst wenn es ihm gelingen würde, die Geräte zu reparieren, würde ihm das ohne Hyperenergie nicht wieder zurückbringen.

Er sass hier fest!

Sofort überdachte er seine Optionen: Er könnte sich wieder in die Schlafkapsel legen und vorher einen Notruf abgeben, doch für einen Notruf über diese Entfernung brauchte er ebenfalls Hyperenergie. Ansonsten könnte er nur einen lichtschnellen Notruf absetzen. Dieser würde aber viele Jahrhunderte, wenn nicht mehrere tausend Jahre brauchen um im Heimatsystem anzukommen. Abgesehen davon müsste er aber in jedem Falle sich erst um das Alien kümmern, das noch immer irgendwo im Schiff herumschlich und auf weitere Beute hoffte, bevor er diese Entscheidung treffen sollte.

Scarito überlegte, ob ihm weitere Optionen zur Verfügung stehen würden. Gab es vielleicht ein benachbartes Sternsystem? Er durchforstete die Umgebung im Raum, musste aber feststellen, dass weit und breit keine Sonne geschweige denn ein ganzes System mit Planeten usw. in erreichbarer Nähe zu finden war, die er mit dem Unterlichtantrieb erreichen könnte bevor ihm auch dabei die Energie, die Luft oder sonstige notwendige Dinge ausgehen würden. Selbst dann müsste er sich entscheiden, welche Prioritäten er setzten sollte: würde er die vorhandene Energie für die Lebenserhaltung und die Schlafkapsel verwenden oder für sonstige Aktivitäten. Aber da sich keine Objekte in der Nähe finden ließen, die ihm dazu eine Chance gaben, waren diese Überlegungen sowieso nutzlos. Leider war es nun mal eine Tatsache, dass man bei Flügen zwischen den Sternen soviel leeren Raum durchflog, dass die Wahrscheinlichkeit bei einem Ausfall und dem Austritt aus dem Hyperraum auf ein Stern oder Sternsystem zu treffen praktisch so gut wie bei null lag. Die einzige Bewegung, die sein Schiff noch inne hatte, war die anfängliche Geschwindigkeit vor dem Eintritt in den Hyperraum. Doch diese war bei diesen Entfernungen tatsächlich vernachlässigbar.

Keine Rettung durch Benachrichtigung, Notruf oder sonstiges möglich, kein System in der Nähe um mit Normalantrieb dorthin zu gelangen, wahrscheinlich keine Reparatur des Hypersystems möglich, und davon abgesehen keine Hyperenergie mehr vorhanden, auch zum Auftanken von Hyperenergie war ein Stern oder zumindest ein Gasplanet von Nöten.

Nach kurzem Eintippen errechnete er die mögliche Lebensspanne, die ihm noch blieb: wenn er wach bleiben würde standen ihm Nahrung, Energie und Sauerstoff maximal noch 12 Wochen zur Verfügung, wenn er sich in die Schlafkapsel legte, konnte er 114,8 Jahre durchhalten bevor das System kollabierte. Doch bis dahin konnte keine Hilfe hier sein, da keine Benachrichtigung möglich war. Zu allem Überfluss noch jenes Alien, das sein Leben bedrohen würde. Wirklich: eine absolut aussichtslose Situation. Was konnte er noch tun? Scarito wurde sich bewusst, dass er es wohl nicht schaffen würde. Also war das einzige, was ihm noch einigermassen Freude bereiten würde, dieses verhasste Alien zur Strecke zu bringen.

Er erhob sich und bewaffnete sich komplett und begab sich auf die Suche nach dem Verursacher seiner ausweglosen Situation… (Fortsetzung folgt!)

Copyright (C) 2010 by


Empfehlung der Redaktion:

Perry, Steve
Alien vs. Predator
Beute

Verlag :      Panini
ISBN :      978-3-8332-1144-7
Einband :      Paperback
Preisinfo :      9,95 Eur[D] / 10,30 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      272 S. – 18,1 x 12,1 cm

Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de

Nur der Stärkste überlebt – Ein universelles Gesetz!

Erschreckende Dinge geschehen auf dem einst so idyllischen Ranchkolonie-Planeten Ryushi. Zunächst wird der spinnenähnliche Kadaver einer außerirdischen Kreatur entdeckt und wenig später die massakrierten Leichen einer Rancher-Familie. Als schließlich eine weitere außerirdische Lebensform mehr tot als lebendig in das Med-Center der Kolonie eingeliefert wird, ist das Ausmaß der Bedrohung klar: Eine Jägerrasse, die Predatoren, hat ihre bevorzugte Trophäe, die Aliens, auf der Kolonie ausgesetzt, um sie in erbitterten Kämpfen zu töten. Doch zunächst müssen die Beutetiere heranwachsen – und zwar in den Körpern der Kolonisten!
Der Kampf ums nackte Überleben hat begonnen …

Alien gegen Predatoren! Egal, wer gewinnt – wir verlieren!

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DIE DELIKATESSE – eine phantastische Story von Felis Breitendorf

Erstellt von Detlef Hedderich am 7. März 2009


D I E   D E L I K A T E S S E

Eine phantastische Story

von

Felis Breitendorf


In meinem Kopf drehten sich vom vielen Alkohol bereits die Sterne. Ich stierte vor mich hin, während sich der Nebel zusammenzog…

…da liegt sie.

Das schalenartige Äußere, der lange, immer dünner werdende, in einen leicht nach vorne gerichteten Schwanz übergehende Körper. Die Unbeweglichkeit ihrer Starre läßt die Eigenart ihres Daseins nur erahnen…

Das Wesen schimmert im Licht. Auf eine geheimnisvolle Weise wirkt der Körper des Langschwanzkrebses ständig feucht.

Stumm blickt die Languste ins dumpfe Licht der künstlichen Beleuchtung… Da! – Fast unmerklich: Eine leichte, zitternde Bewegung des rechten vorderen Fühlers. Zögernd bewegt sich der schwere Körper ruckig auf die Öffnung zu.

Nachdem sich das schwere Eisenschott der höhligen Unterkunft mit einem leisen Fauchen geöffnet hat, schreitet das Wesen aus seiner Wohneinheit heraus.

Ein leichter Niesel tropft von der Decke des Höhleneingangs herunter…

Ich hatte nicht gefressen.

Mir war gar nicht gut.

Mein Bauch schmerzte, und auch die Stirn war mit Schweiß bedeckt…

Ich wimmerte vor mich hin und auch das fürsorgliche Gehabe der Weibchen, die mir immer wieder meine Stirn mit einigen Pflanzenfasern trockenrieben, und mir von Mal zu Mal mit ihren teils schleimigen, teils rauhen Zungen ins Maul fuhren, um mir den bereits vorgekauten weichen Brei einzuflößen, konnten meinen Stolz nicht wiedererwecken. So lag ich in der Höhle und wartete darauf, daß sich die silbernen Himmelspforten öffneten und die Engel mit ihren langen, biegsamen Stacheln kämen, um mich mit ins Himmlische Reich zu nehmen…

Aufstöhnend schaute ich im Liegen an mir herab. Mein stolzer, kräftiger Körper bebte unter den Qualen meines Leidens… Mein Brusthaar, sonst immer golden, nun ganz matt, meine beiden Hände, die sonst so kraftvoll die Keule im Zweikampf führten, zuckten nur kraftlos. Das Zittern ließ sie wie die Hände eines Frischgeborenen erscheinen; das ab und an von den Engeln auserwählt wurde, um bereits im zarten Alter weniger Tage in ihre Obhut zu gelangen, um ihrer heiligen Bestimmung zugeführt zu werden…

Als das Wesen, das Langustenwesen mit dem Namen LO-CHHO, den Höhlenvorraum des Zucht- und Haltungstraktes der Vorratshöhle 4 betritt, um sich für die nächste Schlachtung vorzubereiten, lässt es noch einmal die Nachrichtenbilder des Info-Vid an seinem geistigen Auge vorüberziehen. Wieder einmal herrscht Krieg und wieder einmal wird intelligentes Leben vernichtet. Wieder einmal fragt sich LO-CHHO, warum die vielen Völker der bewohnten Galaxis so grausam zueinander sein müssen: sich mit solch schrecklichen Waffen – im Weltraum, auf Planeten, Monden und Raumstationen und unter dem Wasser – das Leben schwer machen. Seinem eigenen Volk ist dieser bei den meisten Lebensformen in der bewohnten Galaxis so weit verbreitete Drang zum Töten weitgehend unbekannt; außer natürlich, wenn es sich um Tiere handelt, die zur Nahrungsverwertung gebraucht werden. Aber selbst hier gibt es bereits Vorbehalte.

Einige besonders Affektierte Wissenschafts-Ethiker seines Volkes verlangen mittlerweile sogar schon, daß man die für die Nahrung benötigten hellhäutigen, zweibeinigen Säugetiere, die man auf diesem Planeten vor einigen Jahren vorgefunden hatte, nicht mehr töten, sondern wieder auf der Planetenoberfläche aussetzen und sich selbst überlassen sollte. Sie behaupteten, daß deren Ähnlichkeit mit einigen Vertretern anderer raumfahrender Völker wohl nicht von ungefähr kommen, daß durchaus die Möglichkeit besteht, dass es sich um direkte Nachkommen der Besatzung eines gestrandeten Schiffes einer raumfahrenden Rasse handeln könnte. LO-CHHO selbst hält allerdings nichts von dieser These. Für ihn ist das Ganze kompletter Blödsinn! – Schließlich wurde diese ungeheuere Behauptung dann ja auch wieder von einigen anderen angesehenen sachverständigen Wissenschafts-Ethikern dementiert.

Und was die Sache mit der Geheimhaltung angeht: dass sein Volk die lebenden Exemplare der Säuger vor den anderen Rassen verborgen hält, nun das hat einen ganz andere Hintergrund; so weiß gerade LO-CHHO, dass der Hauptgrund dafür eher in der Angst seiner langschwanzkrebsigen Artgenossen begründet liegt: irgendwelche Fremden würden sich der hellhäutigen Säuger bemächtigen und diese für den Export fertiger Fleischspezialitäten züchten und die Produkte in der gesamten Galaxis verkaufen und damit eine wirklich ernstzunehmende Konkurrenz aufbauen… Nun, schließlich wurden die zweibeinigen Säuger nach langen Debatten und Überlegungen von Staatsseite her dann doch zu Tieren erklärt und mit einer Geheimhaltungsauflage belegt. Glücklicherweise!, denkt LO-CHHO, denn das unendlich zarte Fleisch dieser Hellhäuter wird bei der Zubereitung – durch die Zangen eines Meisterkochs – zu einer wahren DELIKATESSE…

***

Ich war glücklich. Trotz meiner Schmerzen. Die Engel waren gekommen! Sie führten mich ins Jenseits! Endlich würde ich von meinem Leiden erlöst werden, das mich vor einigen Hell-Dunkel-Phasen befallen hatte und seither quälte. Jetzt würde ich endlich sehen können, wie der Himmel aussieht und wie die Engel lebten. Endlich würde ich ihn kennenlernen – den Erlöser, so wie es die alten Geschichten, die Überlieferungen, die von der Mutter an ihre Jungen weitergegeben wurden, vorhersagten…

Mit ihren langen biegsamen Stacheln standen sie plötzlich vor mir. Sie nahmen mich in ihre Mitte; mühelos hoben sie mich mit ihren Greifern hoch und trugen mich fort. Wir durchschritten die silbernen Himmelspforten, doch auf einmal blieben meine beiden Engel abrupt stehen und ich schaute noch einmal zurück, blickte auf Meine Welt, in die ich geboren wurde, getötet, gefressen, und meine Weibchen besprungen hatte; doch da schoben sich die silbernen Himmelspforten bereits, wie von Geisterhand bewegt, zusammen und schlossen sich. Trotz einer gewissen Trauer, und obwohl ich noch immer starke Schmerzen hatte, überkam mich ein Gefühl der Freude, auf ein nun folgendes, besseres, sorgenloses niemals endendes Dasein, das mich den Überlieferungen nach, nun im Himmel erwarten würde. Sicher, ich würde niemals mehr meine Welt betreten können, zumindest nicht mehr in meiner jetzigen Form, aber vielleicht würde ja auch ich Engel werden können; dann würde ich zurückkommen und meine Weibchen und ihre Jungen ebenfalls ins Himmlische Reich führen…

Nachdem LO-CHHO sich seinen Schlachtkittel übergehängt und die großen Messerzangen und Stecher aus den Halterungen genommen hat, überkommt ihn auf einmal doch der Skrupel und er fragt sich, ob an jenen merkwürdigen Gedanken, die ihn noch immer beschäftigen, vielleicht doch etwas dran sein könnte? Doch schnell verwirft er diese Überlegung dann wieder. – Schließlich waren es ja Kapazitäten auf ihrem Gebiet, die bewiesen hatten, daß es sich bei den Säugern tatsächlich nur um Tiere handelt…

Als ich wieder zu mir kam und ich in meiner Lethargie – durch die starken Schmerzen die mich quälten – an mir herunterschaute, sah ich zu meinem Erstaunen, daß die Engel dabei waren mich mit dem Rücken an ein metallenes Gitter anzuketten.

Da überfiel mich plötzlich die nackte Angst! – Mir wurde furchtbar Übel und es schnürte mir die Kehle zu… – Was, wenn das alles, die Geschichten und Überlieferungen, nun doch nicht stimmten? Wenn die Engel vielleicht gar keine…   -

…doch da sah ich IHN!!

Die schleusenartigen Türen des Schotts öffnen sich schmatzend.

LO-CHHO betritt die Schlachthöhle und beobachtet eingehend den hellhäutigen zweibeinigen Säuger, der von den Küchen- und Schlachthelfern für die Schlachtung vorbereitet wurde: Die Verschlüsse der Gelenk- und Knöchelmanschetten klacken in häßlicher Weise. Mit weit aufgerissenen Augen beobachtet der Säuger jede Bewegung um sich. Sonst aber scheint er ruhig. Sicherlich haben die Mittel, denkt LO-CHHO, die ich diesem männlichem Musterexemplar eines Säugers ins Futter habe mischen lassen, bereits ihre Wirkung getan, es derart geschwächt, daß bei der nun folgenden Schlachtung kaum noch mit Gegenwehr von Seiten dieses Tieres zu rechnen ist…

***

Diesem Wesen Auge in Auge gegenüberstehend, kommen dem Langustenwesen nun aber doch wieder Bedenken und es denkt: Was, wenn es sich bei diesem Säuger tatsächlich um ein Nachkommen einer intelligenten Rasse handelt? – Doch wie immer, wenn LO-CHHO eine Schlachtung vornimmt, beseitigt er jeden seine Bedenken, in dem er sich immer wieder selbst sagt, daß es sich bei diesen Wesen ja doch nur um “primitive Tiere” handelt – und es eben deren Sinn und Schicksal ist, evolutionär höherstehenden Lebensformen als Nahrung zu dienen. Wozu sollten Tiere denn sonst gut sein?

LO-CHHO’s Blick klärt sich und kehrt zurück in die Gegenwart, und als er an das zarte Fleisch dieses zukünftigen Bratens denkt, läuft ihm bereits jetzt das Wasser im Mund zusammen und er öffnet behutsam die große Messerzange, die er mitgenommen hat und setzt sie an die Kehle des Menschen…

Der große Engel mit der silbernen Kutte schritt langsam auf mich zu. Selbst die anderen beiden Engel wichen ehrfürchtig zur Seite und gaben den Weg frei…

Dann stand mir der große silberne Engel genau gegenüber und da begriff ich erst… Da schämte ich mich meiner anfänglichen Ängste, meiner Gedanken und Zweifel. Da spürte ich eine große Freude in mir aufsteigen, eine Zufriedenheit und ein beglückendes Gefühl, wie ich es nie zuvor verspürt hatte. Da wußte ich: vor mir stand der Erlöser…!

Weihevoll hielt er mir einen heiligen Gegenstand an die Kehle. Das kalte Metall beruhigte mich, und ich schloß kurz die Augen… Und als ich sie wieder aufmachte, da sah ich alles wie durch einen zähen Brei: Langsam, ganz langsam, schloß sich der Engelmacher um meinen Hals… Dann folgte ein häßliches Geräusch und eine blutige Fontäne spritzte aus meiner Kehle… – ‘Also doch!!’ – dachte ich voller Entsetzen, ‘alles Lüge!! Die Überlieferungen, der Glaube, Alles!!’ – Und da wurde es ganz still um mich herum. Und eine ganze Weile später wurde diese Stille noch stiller. Alle Dinge um mich herum schienen in ihrer momentanen Bewegung wie eingefroren. Nur die Lichter an der Decke der Höhle glitzerten wie Sterne; Sterne, dich ich selbst niemals gesehen hatte und nur aus den Überlieferungen kannte; Sterne, die die meisten meiner Artgenossen ebenfalls niemals gesehen hatten oder sehen werden; Sterne, von denen die Ahnen der Überlieferung nach vor langer Zeit einmal gekommen waren; Sterne, zu denen sie einmal voller Ehrfurcht und Hoffnung emporgeschaut hatten, dann aber doch das Glück nicht gefunden hatten… Da schrie ich lauthals, aber es kam nur ein heiseres Röcheln aus meiner Kehle… – Und schließlich fiel ich hinab – tauchte hinunter in die Dunkelheit, in die Schwärze, die letztendlich alles empfängt und in der alles endgültig und für immer sich auflöst…

…ein schwerer Nebel hing im Nichts. Langsam schälten sich die kantigen Konturen aus der schleierhaften Dunstigkeit hervor. Einige Lichter glitzerten wie Perlen, und ganz langsam kehrten auch die Farben zurück…das ganze Bild ergab sich seinem Sinn.

Eine feurige Wand stilisierte sich zu einer Flamme, die rhythmisch auf der Spitze einer langen weißen Kerze auf und ab hüpfend pulste.

Der Tisch mit den vielen schönen silbernen Dingen erinnerten mich an irgend etwas. Aber ich kam nicht drauf…

Erst die vertraute Stimme eines anderen Menschen und die leichte schüttelnde Berührung einer Hand an meiner Schulter führten mich vollends zurück in die Wirklichkeit:

“Sir! Sie waren eingenickt! Ihre bestellte Delikatesse ist bereits aufgetragen. Darf ich den Champagner öffnen?” Worauf der Kellner mir die Flasche zeigte und sie so drehte, daß ich das Etikett lesen konnte…und dabei geschah es – ich blickte auf den vor mir stehenden Teller …und entdeckte…die LANGUSTE!!!…

- Ende –

(Copyright 2009 by Felis Breitendorf)

Bildrechte: Coverillustration “TräumeundVisionen” (20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “TräumeundVisionen100-minus180-minus11.jpg” (Originaltitel: 20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Leseempfehlung der Redaktion:

Ruhl, Thomas
Port Culinaire Seventeen – Band No. 17

Sicherer Hafen für Gourmets

Beiträge von Ackermann, Bernd / Kleger, Bernd / Reitbauer, Heinz / Straubinger, Rolf / Dollase, Jürgen / Elverfeld, Sven / Bos, Ralf / Kornmayer, Evert / Martin, Thomas / Weh, Lidwina
Verlag :      Verlag Gebrüder Kornmayer
ISBN :      978-3-942051-21-7
Einband :      Paperback
Preisinfo :      19,90 Eur[D] / 22,00 Eur[A] / 37,00 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 22.03.2011
Seiten/Umfang :      186 S. – 28,0 x 24,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      30.03.2011

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Kurzbeschreibung:
Gourmand World Cookbook Award 2007 “Special Award of the Jury” – Good Design Award 2007, Chicago Athenaeum – Port Culinaire ist für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland nominiert. Diese Auszeichnung gilt als der Preis der Preise in Deutschland, denn kein anderer Designpreis stellt ähnlich hohe Anforderungen. So kann nur ein Produkt nominiert werden, das schon andere bedeutsame Auszeichnungen erhalten hat. Eine Nominierung ist nur durch die Wirtschaftsministerien oder Senatoren der Länder oder das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie möglich. – Zuvor erhielt PORT CULINAIRE bereits eine Urkunde der Lead Academy, die Port Culinaire mit dem Lead Award als Newcomer Magazin auszeichnete. Der Lead Award ist Deutschlands führende Auszeichnung für Print- und Online Medien.

Inhaltsverzeichnis:
- Namibia
- Gipfelstürmer: 18. St. Moritz Gourmetfestival
- Die Käseweltmeister der Schweizer Käse, Rezepte von Bernd Ackermann und Bernhard Kleger
- Gegenbauer Wiener Essig Brauerei
- Heinz Reitbauer und das Steirereck
- Seafood Academy Part I Langschwanzkrebse, Rezepte von Rolf Straubinger
- Avantgarde Part Eight Jürgen Dollase über Sven Elverfeld
- Der Bocuse d’Or 2011 von Ralf Bos
- Gewinner des CHEF-SACHE Nachwuchspreises “Avantgarde” und “Regionale Küche”
- 12 Monkeys, Mich laust der Affe was für ein Gin! Evert Kornmayer
- Sommelier dieser Ausgabe: Lidwina Weh, Hotel Louis C. Jacob, Rezepte von Thomas Martin

Thomas Ruhl, Jahrgang 1956, studierte Grafik und Fotografie an der Folkwangschule in Essen, war Dozent für Druckgrafik und arbeitete als freier Art Director in großen internationalen Werbeagenturen in München, Düsseldorf und Köln. Mit 28 Jahren machte er sich mit einer eigenen Agentur und einem Fotostudio einen Namen und arbeitet für führende Marken-Unternehmen. Seine Bücher wurden mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Goldmedaille der gastronomischen Akademie Deutschlands, dem Prix Mazille, dem Gourmand World Cookbook Award, Best of the World Photography und vielen mehr.

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