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Literatur-Blog

DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 1) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

Erstellt von Felis Breitendorf am 6. März 2013

DAS ERSTE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 1)

von

Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

Am Ufer des Großen Wassers steht das Dorf der Fischer, der “Hort der Kalgonkin”. Die Kalgonkin sind die großen steinernen Säulen, aeonenalt und von unbekannter Herkunft, die das Dorf wie eine schützende Sichel vom Rest des Landes abschirmen. Auf der anderen Seite befindet sich das Meer und die Säulen reichen links und rechts vom Dorf bis ins Wasser. Die Spalten zwischen den Säulen sind so schmal, dass kein Ausgewachsener sie durchschreiten kann. Die Fischer verehren die Kalgonkin, da sie sich von Ihnen nicht nur physisch beschützt und behütet fühlen, sondern von ihnen auch die seelische Kraft erhalten, ihr Leben zu meistern. Nach jedem erfolgreichen Fang begehen die Fischer zu Ehren der Kalgonkin ein Fest. In der Nacht vor einem Fest geschieht es, dass in der Nähe des Dorfes, aber außerhalb der schützenden Säulen, ein großer schwarzer Corvidasus, ein Vogel, dem eine gewisse Verschlagenheit nachgesagt wird, auf einem Ast einschläft. Ob dieser nun etwas Böses träumt oder ob er nur friert, ist nicht sicher, jedenfalls wacht er erst mitten in der Nacht auf. Und wie er so in die Finsternis starrt und darüber nachsinnt, was ihn so plötzlich aus dem Schlaf geschreckt haben mochte, da hört er ein leises, seltsames Raunen, wie wenn im Winde die schaukelnden Äste der Boralehen Zwiesprache halten.

Ich heiße Milena Himiko Komore. Ich bin Ermittlerin im Dienste der ERK (Externe Raumkontrolle). Meine Aufgaben bestehen im Ermitteln und Klären von außersolaren Problemen im Einflussbereich der Regierung der Vereinten Planetensysteme (VPS).

Auf dem Planeten Brandon 5 ist die Menschheit seit 400 Jahren anwesend. B5 umkreist eine Sonne vom G-Typ. Etwas heißer und blauer als Sol, kaum der Rede wert, dafür ist der Abstand zum Muttergestirn etwas weiter entfernt. Es gibt keine spürbaren Jahreszeiten, dafür hat B5 zwei Monde. Einen vom Typ Luna und einen etwas kleineren von der Größe von Ceres, so dass es mit Ebbe und Flut etwas durcheinander läuft und die Meere unberechenbar macht. Die Schwerkraft beläuft sich auf rund 0,98 G. Die Tage dauern 20,5 Stunden. Die Nächte sind mit zwei Monden nicht ganz so dunkel wie auf Terra. Kurzum, B5 ist ein Glücksfall, weil hier kein Terraforming nötig war und daher die Kosten geringer als bei Planeten, die erst einmal für viele Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte bearbeitet werden müssen. Auf B5 ist die Flora und Fauna leicht reptillastig. Es gibt aber auch einige eingeführte Arten an Vögeln und Säugetieren von Terra, die selbst eine Vielzahl von Tieren hervorgebracht haben. Intelligente Lebewesen wurden auf B5 nicht angetroffen. Man fand aber Artefakte, die von einer uralten Kultur zeugen. Was man fand, waren Gegenstände und Gebilde, die man nicht wirklich verstand. Funktionierende Technik konnte man nicht finden, nur einige Bruchstücke von Metallen, deren Funktion für die Menschen nur schwer nachvollziehbar war. Jedenfalls fand man auf B5 nichts wirklich Spektakuläres. Um so erstaunter waren die Entscheidungsträger in der Regierung der VPS, als man von dem Fiasko hörte, das im Orbit von B5 fast zur Katastrophe geführt hätte.

B5 wird von einer gewaltigen Armada an Weltraumstädten und Habitaten umkreist. Die Shuttles, die vom Planeten auf- und absteigen, sind Standarttransporter für Menschen und Waren jeglicher Couleur. Diese Shuttles sind KI-gesteuerte Vehikel, die von den Weltraumbahnhöfen der drei Hauptkontinente des Planeten, der über fünf große Ozeane verfügt, ständig zwischen Planet und Weltraumstädten hin- und herpendeln. Die meisten Bewohner leben im Orbit. Der Planet selbst dient hauptsächlich zur Ausbeutung und Herstellung von Nahrungsmitteln, für die es sich lohnt, sie in den Orbit zu transportieren. Und schließlich dienen ausgesuchte Gebiete auf dem Planeten als Erholungs- und Entspannungsorte, in denen sich die Arbeiter der Schwerindustrie im Orbit von ihrer in der künstlichen Umgebung getanen Arbeiten erholen. Was die Tiere auf dem Planeten angeht, dient ein Teil von ihnen der Fleischwirtschaft. Der andere Teil wird für die Jagd bereitgehalten. Ansonsten ist B5 ein riesiger Haufen Steine und Biomasse. Und natürlich dient er als Schwerkrafttrichter und Hort von Dingen und Lebewesen, die man nicht in den Orbit gelangen lassen möchte. Dazu gehören vor allem die affenartigen Agati, die auf allen Kontinenten leben, Ungeziefer gleich, zu jeder Gelegenheit schonungslos abgeschlachtet werden, weil weder ihr Fleisch genießbar ist, noch sie zu andren Zwecken sich als brauchbar erwiesen haben. Zudem geben sie einen für die Menschen äußerst unangenehmen Geruch von sich.

Das Unglück mit dem Transportshuttle, bei dem Güter vom Planeten in eine der Raumstädte transportiert werden sollten, hatte zumindest keine Menschenleben gekostet. Das Shuttle hatte sich in fast schwerelosem Raum befunden, als es plötzlich von innen heraus zerrissen wurde. Was genau passierte und von was es zerstört wurde, ist niemals richtig aufgeklärt worden. Offiziell hat sich die ERK hierher bemüht, um das aufzuklären. Inoffiziell gibt es aber einen anderen Grund: Eine geheime Nachricht wurde von einem Kurierschiff des VPS-Abschirmdienstes aufgefangen, dass man erheblich mehr Material an außersolaren Artefakten auf diesem Planeten gefunden habe. Es war die Rede von einer riesigen Abschussbasis für Raumflugkörper. Mehr oder Genaueres hatte die Nachricht jedoch nicht beinhaltet. Ob und was nun tatsächlich dahintersteckt, das herauszufinden, ist hier meine eigentliche Aufgabe als ERK-Beamtin. Als Unterstützung steht mir das gesamte Personal und eine Menge an KIs eines Aufklärungskreuzers mit technisch-wissenschaftlicher Ausrichtung zur Verfügung. Dieser Kreuzer, die Palem, befindet sich im Orbit unweit der Raumstädte. So ist es mir ein Leichtes, als erstes bei den Vertretungen von zwei großen Konzernen meine Recherchen zu beginnen. Mit einem Null-G-Shuttle setze ich von der Palem zur Raumstadt Omega-City über, um mich mit dem Pressesprecher der Alonis-AG zu treffen.


Um besser hören zu können, neigt der Corvidasus den Kopf, und ist erstaunt, dass er tatsächlich in der Lage ist, die steinernen Kalgonkin bei ihren Gesprächen verstehen zu können:

“Und was hast du dazu zu sagen, o Größter der Kalgonkin?”

“Der Geist des Großen Suchonaja hat mir berichtet, dass die Fischer des Hortes ein Geschenk erhalten sollen. Ein Metall, das so fein bearbeitet werden kann, dass es um Längen besser dazu geeignet ist, die großen Baccudies zu fangen, die wegen ihrer scharfen Krallenzähne jedes Netz durchtrennen und entfliehen können. Die Baccudies könnten die Fischer reich machen, denn auf den Märkten ist dieser Fisch so begehrt, dass dafür ein Vermögen bezahlt wird. Eine reiche Zeit wird anbrechen für alle, die hier im Hort ihr bisher so karges Dasein fristen.“

Der Corvidasus strengt sich an, aber da der Wind gedreht hat, kann er keine weiteren Worte mehr verstehen. Er tröstet sich damit, dass er zumindest einen Teil der Gespräche der Säulen vernommen hat, was schon an sich außergewöhnlich ist. Er nimmt sich vor, Augen und Ohren offen zu halten, denn er sinnt danach, auch etwas von diesem neuartigen Metall für sich zu beanspruchen und nicht alles den Fischern zu überlassen.

Als ich ins Atrium der Null-G-Gallerie von Omega-City schwebe und mich das eigenartiges Gefühl beschleicht, beobachtet zu werden, bestätigt sich dies, als mein implantierter Kommunikationschip piept. Ich tippe mir kurz ans rechte Ohr und vernehme die Stimme von Louis Shäffer, dem Pressesprecher der Alonis-AG: „Frau Komore, ich befinde mich zu Ihrer Rechten, an den gläsernen Aufzügen …“

Ich drehe meinen Kopf in die angegebene Richtung und sehe einen hageren Typen in einem schwarzen Kaloni-Anzug zu mir herüberwinken. Ich mache mich auf den Weg und seine Stimme in meinem Ohr erklärt mir derweil, dass wir uns am besten ins 0,8-G-Café im gläsernen Rondell der Stadt begeben sollten. Ich bin einverstanden.

„Ein wenig Schwerkraft”, fährt er fort, „ist sicherlich angenehmer, wenn man sich zu einem Gespräch mit Kaffee und Kuchen hinsetzen möchte. Außerdem ist man im Nullachter ungestörter, denn hier sind die Preise recht hoch, so dass nur wenige Bewohner sich das leisten möchten.“

„Ja, einen Kaffee oder einen Tee könnte ich jetzt tatsächlich gebrauchen.“

Nachdem wir Platz genommen haben, bestelle ich per Netzdrive erst einmal einen Schwarzen Tee vom Planeten mit einem Zimt-Plätzchen aus eigener Orbital-Produktion. Mein Gegenüber nimmt einen Shuffle-Cocktail mit mir unbekannten Ingredienzien.

Auf meine Frage, was er mir zur Sache mit dem zerstörten Shuttle sagen könne, antwortet er: “Frau Komore, wir von der Alonis-AG sind da völlig überfragt. Wir wissen auch nicht mehr als allgemein bekannt ist. Wenn ich ehrlich bin, finde ich es schon ein wenig befremdlich, dass die ERK eine BASE losschickt, um eine solche Nichtigkeit zu untersuchen.“

„Sie wissen doch, dass wir entweder einen Hyperraum-Jumper schicken können, der mit menschlicher Besatzung ewig unterwegs ist.  Oder eine BASE, die mittels eines künstlichen Wurms am Sprungpunkt eines jeden Sternes von BASE-Ring zu BASE-Ring springen kann. Eine BASE war in diesem Fall die Wahl, weil wir dadurch die Möglichkeit geboten bekommen, eine ganze Reihe an Aufklärungskreuzern samt Forschungspersonal und eine fast unbegrenzte Menge an Equipment zur Verfügung zu haben.“

Mit süffisantem Lächeln entgegnet Louis Shäffer: „Nicht zu vergessen, die Militärkreuzer!“

Ich grinse.

„Mit welchem Aufwand und Problemen rechnen Sie denn in diesem Fall? Und warum ist die ERK eigentlich so sehr an dieser Sache interessiert?“

„Herr Shäffer, ich kann Ihnen darüber nichts sagen. Wie Sie sich vorstellen können, habe ich meine Anweisungen.“

„Wie schade!“

Nachdem uns eine schwebende Bedienungsdrohne unsere Bestellungen serviert hat, beiße ich erst in das Zimtplätzchen, um dieses mit dem Schwarzen Tee im Mund zu vermischen. Der Tee hat einen sehr nussigen Nachgeschmack, beim Plätzchen schmecke ich neben dem Zimt-Aroma noch eine Note von Koriander und Petersilie mit. Das Ganze entwickelt sich im Mund zu einer Geschmacksexplosion und ich atme tief durch die Nase, damit ich diesen Eindruck noch ein wenig genießen kann. Schließlich lasse ich das nun weiche Gebäck und die Flüssigkeit sanft die Kehle hinabgleiten und frage:

„Was mich noch interessieren würde: Ich habe erfahren, dass die Alonis-AG neben Raum-Habitaten auch Raumschiffe herstellt und eine ziemlich umfangreiche Forschungsabteilung ihr Eigen nennen darf. Welche Ambitionen hat Ihr Unternehmen, wenn es um Sprungtechnik und Hyperraumflug geht, Herr Shäffer?“

„Ich kann Ihnen versichern, Frau Komore, dass sich diese Ambitionen ausschließlich auf den unterlichtschnellen Raumverkehr beziehen. Also darauf, was in einem Planetensystem transportiert wird. Insbesondere der Ausbeutung des umfangreichen Asteroidenfeldes jenseits der inneren Planeten gilt  dabei unser Hauptaugenmerk. Hier möchten wir Markführer werden. So wie wir das bereits im systemischen Innerverkehr sind.“

„Und was Flüge zum und vom Asteroideneld betrifft, ist die Plasti-Congenius-EBG noch immer ihr schärfster Konkurrent, richtig?“

„Exakt. Aber im Gegensatz zu uns scheint die Plastico, wie sie hier genannt wird, auch an überlichtschneller Raumtechnik interessiert zu sein. Vielleicht sollten Sie sich dieses Unternehmen mal zur Brust nehmen, wenn Sie Vermutungen haben, dass der Shuttleunfall irgendwie damit zu tun haben könnte.“

„Ich weiß, dass die Plastico an Überlichttechnik arbeitet”. Meine Antwort schien ihn zu verblüffen.  „Einige Bauteile der BASE-Technik wurden früher von ihr geliefert …“

„… bis die VPS und die ERK ihr nicht mehr vertrauten und diese Bauteile nun selbst herstellen, wie ich weiß.“

Ich nicke bestätigend. „Sie scheinen ja gut informiert zu sein, was die VPS und die ERK so tun?“

Er lächelt mich gelassen an: „Nicht wirklich, Frau Komore. Ich möchte mich jetzt gerne von Ihnen verabschieden. Sie können ja noch den Ausblick und den leckeren Kuchen genießen. Der Kaffee ist auch sehr gut hier; probieren Sie den braunen Asoti!“

„Einverstanden. Ich melde mich bei Ihnen, sollte ich noch Fragen haben. Wenn Ihnen noch etwas einfällt, wissen Sie, wie Sie mich erreichen.”

Er nickt, steht auf, ergreift meine hingestreckte Hand und küsst sie kurz, lächelt mich freundlich an und dreht sich um. Kurz darauf verschwindet er mit dem gläsernen Fahrstuhl. Ich schaue ihm nach und kann nicht anders, als darüber nachzudenken, warum mir mein Bauchgefühl sagt, dass hier etwas nicht stimmt und man mich hinters Licht führen will. (…)

(zum nächsten Teil)

Copyright © 2013 by Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: Die Raumfahrerin” (Raumfahrerin 22,5mm hoch.jpg) © 2013 by Detlef Hedderich/sfbasar.de

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Layman, John
Chew – Bulle mit Biss 1

Leichenschmaus

Zeichnungen von Guillory, Rob
Verlag :      Cross Cult
ISBN :      978-3-942649-18-6
Einband :      gebunden
Preisinfo :      16,80 Eur[D] / 17,30 Eur[A] / 24,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 13.09.2010
Seiten/Umfang :      ca. 148 S. – 21,0 x 14,0 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 12.2010

Tony Chu ist ein Gesetzeshüter mit vielen Talenten, eines davon reichlich absonderlich: Tony Chu ist ein ein Geschmacksknospen-Telepath, auch als Cibopath bekannt. Will heißen, was immer sich auch in den Mund des Beamten Chu verirrt, sei es ein drei Tage altes Käsebrötchen, ein Royal TS oder Blut von einem Mordtatort, löst bei dem Crime-Gourmet eine geistige Vision aus, die ihm alles über seine Speise verrät – der Teig, aus dem seine Backwaren geknetet wurden, das Schlachthaus, in dem das Getier für seinen Burger sein Ende fand, und … die letzten Stunden im Leben des Mordopfers. Diese Fähigkeit hat aus Tony einen strikten Vegetarier und einen bissigen Polizeiermittler gemacht, der sich seine Fälle auf der Zunge zergehen lässt. Es ist eine dreckige Welt da draußen, und ein cibopathischer Detektiv muss im Dienst von Recht und Ordnung viele Geschmacklosigkeiten erdulden und viele widerliche Sachen in den Mund nehmen …

Nach einem Nahrungsmittelskandal, der Millionen von Todesopfern gefordert und zu einem weltweiten Verbot von Hühnerfleisch gesorgt hat, ist die FDA, die Arznei- und Nahrungsmittelbehörde, die einflussreichste Verbrechensermittlungstelle der Welt und der Handel mit illegalen Geflügel eine der schwersten geahndeten Straftaten. Als sich Tony Chus seltsames Talent bis zu den obersten Rängen der FDA rumgesprochen hat, wird der Geschmackspolizist für die Sondereinheit der Nahrungsmittelbehörde angeheuert, die sich mit den abnormalsten und verdrehtesten Verbrechen befasst, die diese abnormale und verdrehte Welt einem Polizisten nur auftischen kann.

CHEW ist ein Ereignis und eine mittelschwere Geschmackssensation! Gefeiert als eine der besten amerikanischen Newcomer-Comicreihen seit langem hat John Laymans und Rob Guillorys stilsicherer Mix aus Krimi-Satire, überbordendem Genre-Spaß und Gourmet-Action sämtliche Bestseller- und Pull-Listen der letzten zwei Jahre durcheinandergewirbelt und die wichtigsten Auszeichnungen der Comic-Industrie eingeheimst, darunter den EISNER und den HARVEY Award als “Beste Neue Comic-Serie 2010″.

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SPRITZE ZUM HALBEN PREIS – Real-futuristische Shortstory von Felis Breitendorf

Erstellt von Felis Breitendorf am 25. Oktober 2012

SPRITZE ZUM HALBEN PREIS

Real-futuristische Shortstory

von

Felis Breitendorf

Länger leben heißt nicht, dem Leben mehr Jahre,
sondern den Jahren mehr Leben zu geben.

Vorgestern bin ich 75 Jahre alt geworden. Die letzten Jahre habe ich von der Arge gelebt. Bis Vorgestern bezog ich ab meinem 65. Lebensjahr den verminderten Altersatz. Dabei geht das Amt davon aus, dass man ab diesem Alter kein Bargeld mehr zum Leben braucht. Stattdessen erhält man Gutscheine für die Alterstafel, in der gekocht wird, was woanders übrigbleibt an Lebensmitteln. Meist Sachen, die nicht mehr als Schweinefutter taugen. Und auch die Kleidung gibt es nur noch auf Bezugsschein in der Kleiderkammer. Die Kleidung dort ist aus der Sortierung genommen worden von den Kleiderspenden, die man nach Afrika schickt, um damit noch einige Cent zu verdienen. Die Kleidung aus der Kleiderkammer ist so zerschlissen, dass sie nur noch für uns Alte taugt, für die, die von der Arge leben.

Ich habe heute einen Wartetermin beim Arzt. Ab einem Alter von 75 Jahren kann man sich nur noch zu den 14tägigen Random-Tagen dorthin begeben. Nach jedem Aufruf dreht man an der Scheibe im Wartebreich und wenn man der Nummer auf dem Anzeigegerät über der Tür am nächsten kommt, darf man sich in einen der Altenbehandlungsräume begeben. Dort kommt dann ein Medizinstudent, der sich hier die ersten Brötchen verdient. Tatsächlich bekommen diese Hilfsmediziner im ersten Jahr am Ende eines jeweiligen Tages wirklich nur einige Brötchen vom Vortag, die von einer Bäckerei gespendet werden.

Als ich nach sieben Stunden Wartezeit endlich Glück habe mit dem Drehrad, begebe ich mich ins Behandlungszimmer für alte Menschen. Dort stehen die vielen Glasschränke mit den abgelaufenen Medikamenten, die man gegen eine Selbstbeteiligung erstehen darf. Ich setzte mich auf den Plastikbehandlungsstuhl und warte auf meinen Mediziner. Bis zu diesem Tage durfte ich zumindest noch ab und an hoffen, einige Medikamente günstiger zu erhalten, von den Aussortierten mit altem Datum vom Vorjahr versteht sich. Ab dem nächsten Azrtbesuch bin ich von der Krankenversicherung ausgeschlossen, wegen zu hohem Lebensalter und muß den Mediziner und die abgelaufenen Medikament selbst bezahlen.

Eine staatliche Rente gibt es ja schon seit einigen Jahren nicht mehr und meine Riesterrente wurde bereits von der Arge einkassiert. Ich habe mich bisher noch mit Flaschensammeln einigermaßen über Wasser halten können. Da ich seit 10 Jahren in einer Altenbaracke wohne, hat mir das Flaschensammeln zumindest bei schönem Wetter noch immer Spaß und Bewegung verschafft und natürlich etwas Bargeld. Besser als dass einem die Decke auf den Kopf fällt. Die Baracken waren eigentlich mal als Wohncontainer für die neue Klasse an aussortierten Arbeitslosen unter die Autobahnbrücken gebaut worden, um unnötige Mietzahlungen einzusparen. Seit der Umstrukturierung, bei der man diese Arbeitslosen unter 65 Jahren Alter gegen Kost und Logis nach China ausleiht, nutzen nun wir Alten über 65 Jahren Alter diese Baracken. Seit dem verfügen sie aber weder über Stromanschluß noch über Heizung. Nur die Tatsache, dass sie unter den Autobahnbrücken aufgereiht wurden, ermöglicht es, dass bei Regen das Abwasser der Autobahn in große Tanks aufgefangen und in die einzelnen Container als Klospülung, zum Abkochen und Duschen umgeleitet werden kann.

Ich schaue an mir herunter, meine Unterwäsche ist ziemlich zerschlissen. Ich schäme mich, hier so zu sitzen. Als sich die Tür öffnet, kommt mein Mediziner herein. Er erklärt mir, dass ich, da ich ja aus dem Bezug der Arge und der Krankenversicherung aus Altersgründen rausgefallen sei, nun sehr wohl überlegen solle, welches meiner Medikamente ich mir noch leisten möge oder kann. Der junge Mann geht kurz mit dem Handyscanner über meinen Körper und spricht einige mir unverständliche Sätze in sein Gerät. Ich erkläre ihm, dass ich im Moment kein Geld für Medikamente oder weitere Behandlungen habe, da es immer mehr Flaschensammler gäbe und man davon nicht mehr satt würde. Seitdem ich 75 Jahre alt geworden bin, bekomme ich ja auch keine Bezugscheine für die Tafel mehr. Er erklärt mir, dass er vielleicht eine Lösung für mich habe. Da ich ja zu denen gehören würde, die seit Jahren ein gesundes Leben geführt, weder Alkohol getrunken noch geraucht hätten. Deshalb könne er mir die Spritze zum halben Preis anbieten.

Er händigt mir ein Prospekt aus und nennt mir auch gleich den Selbstkostenanteil an der Spritze. Sobald ich den zusammengespart hätte, könnte ich vorbeikommen. Dann würde man mir weiterhelfen. Ich bedanke mich und verlasse die Praxis. Als ich vor der Tür stehe, knöpfte ich meinen zerschliessenen Mantel zu, denn langsam wird es merklich kälter. Ich gehe zurück in meinen Container. Dort beginne ich das altersgerechte, in große Buchstaben gedruckte, Prospekt anzuschauen, bevor das Tageslicht zu schwach zum Lesen wird:

LIEBER ÄLTERER MITBÜRGER, SIE SIND EIN MENSCH GEWESEN, DER SICH IMMER MÜHE GEGEBEN HAT, SICH GESUND ZU HALTEN. AUS DIESEM GRUND ÜBERNIMMT IHRE KRANKENKASSE GERNE 50% DER KOSTEN FÜR DIE SPRITZE, DIE IHNEN DIE LETZTE RUHE BRINGEN SOLL. BITTE TRAGEN SIE IM BEILIEGENDEN FORMULAR EIN, OB IHR KÖRPER ANSCHLIESSEND DER WISSENSCHAFT ZUR VERFÜGUNG GESTELLT WERDEN SOLL ODER ALS BLUMENDÜNGER FÜR DIE GRÜNFLÄCHENVERSCHÖNERUNG UNSERER WUNDERBAREN STADT. ODER IHR LEICHNAM, WAS IHREN KOSTENANTEIL DER SPRITZE NOCH MAL UM 5 % SENKEN WÜRDE, ZUR TIERERNÄHRUNG DIENEN SOLL. IHRE KRANKENVERSICHERUNG WÜNSCHT IHNEN EINEN ANGENEHMEN TOD NACH ERHALT DER SPRITZE UND BEDANKT SICH FÜR IHRE KOOPERATION…

-Ende-

Copyright 2012 by Felis Breitendorf

Bildrechte: “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Alltag-100-minus20-0.jpg” (Originaltitel: Alltag3.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Kaufempfehlung des Autors:

Malessa, Andreas
Altherrensommer

Männer in der Drittlife-Krise

Verlag :      Gütersloher Verlagshaus
ISBN :      978-3-579-06663-9
Einband :      gebunden
Preisinfo :      17,99 Eur[D] / 18,50 Eur[A] / 25,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 03.10.2012
Seiten/Umfang :      ca. 192 S. – 21,5 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      23.07.2012

Medien :
Leseprobe(PDF)

Eine einzigartige Reisereportage in eine terra incognita!
Sie selbst reden ungern darüber. Und was andere dazu sagen, Frauen zum Beispiel, stimmt höchstens als Außenansicht: Männer im Alter 50 plus – ihr Lebensgefühl, ihre Wünsche und Herausforderungen in der Drittlife-Krise. Wenn der Körper schwächelt, die Pensionierung naht und das Geld knapper wird. Wenn auch die Partnerin in die Jahre gekommen ist und es mehr Freizeit, aber weniger Lebenszeit gibt. Wenn man geachtet werden möchte, statt peinlich zu werden.

In kurzweiligen Porträts quer durch die sozialen Schichten nimmt uns Andreas Malessa mit auf eine höchst unterhaltsame Reise in jene Sphäre aus Scham und Ehre, die Frauen zu kennen glauben und Männer selten zu erkennen geben. Eine psychologisch-gesellschaftskritische Reisereportage durch die Innenwelten der »Best Ager«. Mit humorigen Schlüsselloch-Effekten für Leserinnen und hohem Wiedererkennungswert für Leser. Überraschende Innenansichten aus einer vermeintlich »alt«-bekannten Alltagskultur, gut recherchiert und brillant erzählt Altersweise Erfahrungen, wie die Würde bleibt, wenn der Status geht…

Andreas Malessa, geboren 1955, Hörfunkjournalist und Fernsehmoderator beim SWR, Deutschlandfunk und Hessischen Rundfunk, ist Theologe, erfolgreicher Buchautor, Songtexter und Zeitungskolumnist. Er lebt bei Stuttgart.

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Evolution. – Menschheitsgeschichten”

Erstellt von Felis Breitendorf am 12. Oktober 2012

“Evolution. – Menschheitsgeschichten”

sfbasar.de-Anthologie Band 7

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Editorial: Liebe Freunde, liebe Besucher und liebe Leser: Heute gibt es wieder einen neuen Beitrag in unserer Anthologie, die nach und nach mit immer weiteren Beiträgen und Kurzgeschichten unserer Autoren gefüllt werden soll, die den Themenschwerpunkt “Evolution. – Menschheitsgeschichten” beinhalten. Dabei geht es nicht so sehr darum in eine bestimmte Kerbe zu hauen, sondern es geht um Vielfalt, darum, was uns diese Themen alles bieten können. “Evolution. – Menschheitsgeschichten” meint Geschichten/Beiträge, die unser Leben als gesamte Menschheit betreffen oder die Entwicklung von einzelnen Menschen, durch die sie verändert, weiterentwickelt oder auch in die Irre gelenkt wurden. Gemeint ist die Entwicklung unserer Art aber nicht nur in technischer oder biologischer Hinsicht, sondern auch in gesellschaftlicher oder politischer Weise ..

Menschheitsgeschichten sind aber auch banale Geschehnisse, die einen Einfluss auf unsere Lebensart und Lebensform beinhalten. Dazu gehören Veränderungen, die in schneller sowie in ganz langsamer Form das Menschsein verändern oder verändert haben. Viele Ideen lassen sich hier verwirklichen, vieles passt dann auch sicherlich in diese Anthologie, von dem man erstmal nicht ausgehen dürfte. Diese Anthologie soll jedenfalls offenstehen für Beiträge, Geschichte, Artikel, Leseproben und auch anderen Formen der Literatur. Dabei sehe ich die Grenzen eher fließend zu anderen Themen. Ich werde also sehr großzügig mit der Beurteilung sein, ob eine Story hier hineinpasst oder vielleicht doch nicht so ganz. Habt Mut und bietet mir Eure Geschichten an, von denen Ihr meint, dass sie das Menschsein betreffen und/oder dass Aspekte der Evolution angesprochen werden, die uns Menschen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ausmachen oder ausmachen werden. Aber genug der Worte. Lassen wir jetzt die Beiträge zum Themenkreis: “Evolution. – Menschheitsgeschichten” sprechen; der neueste Beitrag ist übrigens wieder rot gekennzeichnet:

ALTE TRADITIONEN HABEN AUCH IHR RECHT! – Eine Kurzgeschichte von Martina Müller

AUFERSTANDEN (Leseprobe zu:) DER FÜRST DER SKORPIONE – Science Fiction-Roman von Marcus Hammerschmitt

BUCHBESPRECHUNG: BLACK OUT – MORGEN IST ES ZU SPÄT von Marc Elsberg – Rezension von Rebecca Humpert

DAS GOLDENE LICHT DES EWIGEN LEBENS – Science-Fiction-Story von Werner Karl

HÖRBUCHBESPRECHUNG: DAS KOMMUNISTISCHE MANIFEST von Karl Marx und Friedrich Engels – Rezension von Irene Salzmann

DAS LETZTE ZEICHEN – Leseprobe (Teil 1) aus dem gleichnamigen Roman von Gemma Malley

DAS LETZTE ZEICHEN – Leseprobe (Teil 2) aus dem gleichnamigen Roman von Gemma Malley

BUCHBESPRECHUNG: DAS LETZTE ZEICHEN – von Gemma Malley – Rezension von Yvonne Rheinganz

BUCHBESPRECHUNG: DAS MILLIARDEN-GEHIRN von Theodore Sturgeon – Rezenion von Michael Drewniok

DAS SPÄTE ERBE DER ROTEN KHMER – ein Science Fiction-Szenarium von Felis Breitendorf

DER SCHÖPFUNGSMYTHOS DER BIDJOGOS – eine mündliche Überlieferung, interpretiert und wiedergegeben von Detlef Hedderich

DER SCHÖPFUNGSMYTHOS DER TUPARI – eine mündliche Überlieferung, interpretiert und wiedergegeben von Detlef Hedderich

BUCHBESPRECHUNG: DIE BESTIMMUNG – von Veronica Roth – Rezension von Iris Gasper

DIE BLASE – eine Fantasy-Kurzgeschichte von Cameo Flush

DIE GLÄSERNE STADT – Romanauszug (Teil 1) von Christa Kuczinski (sfb-Preisträger Platz 2 im Storywettbewerb 3/2012)

BUCHBESPRECHUNG: DIE LETZTE ARCHE von Stephen Baxter – Rezension von Michael Drewniok

DIE LOKOMOTIVE (Leseprobe:) Auftrag – Eine Erzählung von Marcus Hammerschmitt

BUCHBESPRECHUNG: DIE NEUEN HERSCHER – von Lyon Sprague de Camp und P. Schuyler Miller – Rezension von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: DIE PARTHER – DIE VERGESSENE GROSSMACHT von Uwe Ellerbrock & Sylvia Winkelmann – Rezension von Werner Karl

ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 1) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 2) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 3) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

BUCHBESPRECHUNG: ENGLISCHE PASSAGIERE – von Matthew Kneale – Rezension von Michael Drewniok

NEU - ERNTEZEIT – eine kurze Erzählung von Martin Ott

HERRSCHAFT DER ALTEN – Zukunftsroman von Alfred Bekker (Leseprobe)

BUCHBESPRECHUNG: KRIEG DER SEELEN von Iain Banks – Rezension von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: LIBERTY 9 – SICHERHEITSZONE (Band 1) von Rainer M. Schröder – Rezension von Yvonne Rheinganz

MAGIE – Leseprobe von Susan Ott

NEWROPA – Science Fiction Roman von Michael Pick (Leseprobe) (sfb-Preisträger Platz 3 im Storywettbewerb 1/2012)

TOBIAS ERZÄHLT SEINE GESCHICHTE – Bonuskapitel / Leseprobe zum Roman “Die Bestimmung” von Veronica Roth

ZURÜCK AUF ANFANG – Science-Fiction-Story von Werner Karl

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

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DIE DELIKATESSE (Überarbeitete Fassung) – eine phantastische Story von Felis Breitendorf

Erstellt von Felis Breitendorf am 27. September 2012

DIE DELIKATESSE

(Überarbeitete Fassung)

Eine phantastische Story

von

Felis Breitendorf

(1979/2009/2012)


In meinem Kopf drehten sich vom vielen Alkohol bereits die Sterne. Ich stierte vor mich hin, während sich der Nebel zusammenzog…

…da liegt sie.

Das schalenartige Äußere, der lange, immer dünner werdende, in einen leicht nach vorne gerichteten Schwanz übergehende Körper. Die Unbeweglichkeit ihrer Starre läßt die Eigenart ihres Daseins nur erahnen…

Das Wesen schimmert im Licht. Auf eine geheimnisvolle Weise wirkt der Körper des Langschwanzkrebses ständig feucht.

Stumm blickt die Languste ins dumpfe Licht der künstlichen Beleuchtung… Da! – Fast unmerklich: Eine leichte, zitternde Bewegung des rechten vorderen Fühlers. Zögernd bewegt sich der schwere Körper ruckig auf die Öffnung zu.

Nachdem sich das schwere Eisenschott der höhligen Unterkunft mit einem leisen Fauchen geöffnet hat, schreitet das Wesen aus seiner Wohneinheit heraus.

Ein leichter Niesel tropft von der Decke des Höhleneingangs herunter.

Ich hatte nicht gefressen.

Mir war nicht gut.

Mein Bauch schmerzte und die Stirn war mit Schweiß bedeckt.

Ich wimmerte vor mich hin. Das fürsorgliche Gehabe der Weibchen, die mir meine Stirn mit einigen Pflanzenfasern trockenrieben und mir von Mal zu Mal mit ihren teils schleimigen, teils rauhen Zungen ins Maul fuhren, um mir den bereits vorgekauten weichen Brei einzuflößen, konnten meinen Stolz nicht wiedererwecken. So lag ich in der Höhle und wartete darauf, daß sich die silbernen Himmelspforten öffneten und die Engel mit ihren langen, biegsamen Stacheln kämen, um mich mit ins Himmlische Reich zu nehmen.

Aufstöhnend schaute ich im Liegen an mir herab. Mein stolzer, kräftiger Körper bebte unter den Qualen meines Leidens. Mein Brusthaar, sonst golden, war nun ganz matt. Meine Hände, die sonst so kraftvoll die Keule im Zweikampf führten, zuckten nur kraftlos. Das Zittern ließ sie wie die Hände eines Frischgeborenen erscheinen. Wie jene, die ab und an von den Engeln auserwählt wurden, um bereits im zarten Alter weniger Tage in ihre Obhut zu gelangen, um ihrer heiligen Bestimmung zugeführt zu werden.

Als das Wesen, das Langustenwesen mit dem Namen LO-CHHO, den Höhlenvorraum des Zucht- und Haltungstraktes der Vorratshöhle 4 betritt, um sich für die nächste Schlachtung vorzubereiten, lässt es noch einmal die Nachrichtenbilder des Info-Vid an seinem geistigen Auge vorüberziehen. Wieder einmal herrscht Krieg und wieder einmal wird intelligentes Leben vernichtet. Wieder einmal fragt sich LO-CHHO, warum die vielen Völker der bewohnten Galaxis so grausam zueinander sein müssen: sich mit solch schrecklichen Waffen – im Weltraum, auf Planeten, Monden und Raumstationen und unter dem Wasser – das Leben schwer machen. Seinem eigenen Volk ist dieser bei den meisten Lebensformen in der bewohnten Galaxis so weit verbreitete Drang zum Töten weitgehend unbekannt. Außer natürlich, wenn es sich um Tiere handelt, die zur Nahrungsverwertung gebraucht werden. Aber selbst hier gibt es Vorbehalte.

Einige besonders affektierte Wissenschafts-Ethiker seines Volkes verlangen mittlerweile sogar, daß man die für die Nahrung benötigten hellhäutigen, zweibeinigen Säugetiere, die man auf diesem Planeten vor einigen Jahren vorgefunden hatte, nicht mehr töten, sondern wieder auf der Planetenoberfläche aussetzen und sich selbst überlassen sollte. Sie behaupteten, daß deren Ähnlichkeit mit einigen Vertretern anderer raumfahrender Völker wohl nicht von ungefähr käme. Daß durchaus die Möglichkeit besteht, dass es sich um direkte Nachkommen der Besatzung eines gestrandeten Schiffes einer raumfahrenden Rasse handeln könnte. LO-CHHO selbst hält allerdings nichts von dieser These. Für ihn ist das Ganze kompletter Blödsinn! – Schließlich wurde diese ungeheuere Behauptung dann von anderen angesehenen sachverständigen Wissenschafts-Ethikern dementiert.

Und was die Sache mit der Geheimhaltung angeht: dass sein Volk die lebenden Exemplare der Säuger vor den anderen Rassen verborgen hält, nun das hat einen ganz andere Hintergrund. So weiß gerade LO-CHHO, dass der Grund dafür eher in der Angst seiner langschwanzkrebsigen Artgenossen begründet liegt, irgendwelche Fremden würden sich der hellhäutigen Säuger bemächtigen. Diese für den Export fertiger Fleischspezialitäten züchten und die Produkte in der gesamten Galaxis verkaufen und damit eine wirklich ernstzunehmende Konkurrenz aufbauen. Nach langen Debatten und Überlegungen von Staatsseite her wurden die zweibeinigen Säuger dann doch endgültig zu Tieren erklärt und mit einer Geheimhaltungsauflage belegt. Glücklicherweise, denkt LO-CHHO, denn das unendlich zarte Fleisch dieser Hellhäuter wird bei der Zubereitung – durch die Zangen eines Meisterkochs versteht sich – zu einer wahren DELIKATESSE.

***

Ich war glücklich. Trotz meiner Schmerzen. Die Engel waren gekommen. Sie führten mich ins Jenseits. Endlich würde ich von meinem Leiden erlöst, das mich vor einigen Hell-Dunkel-Phasen befallen hatte und seither quälte. Jetzt würde ich endlich sehen können, wie der Himmel aussieht und wie die Engel lebten. Endlich würde ich ihn kennenlernen – den Erlöser! So wie es die alten Geschichten, die Überlieferungen, die von der Mutter an ihre Jungen weitergegeben wurden, vorhersagten.

Mit ihren langen biegsamen Stacheln standen sie plötzlich vor mir. Sie nahmen mich in ihre Mitte. Mühelos hoben sie mich mit ihren Greifern hoch und trugen mich fort. Wir durchschritten die silbernen Himmelspforten, doch auf einmal blieben meine beiden Engel abrupt stehen und ich schaute noch einmal zurück. Ich blickte auf meine Welt, in die ich geboren wurde, getötet, gefressen, und meine Weibchen besprungen hatte. Da schoben sich schon die silbernen Himmelspforten wie von Geisterhand bewegt, hinter mir zusammen. Trotz meiner Trauer, und obwohl ich noch immer starke Schmerzen hatte, überkam mich ein Gefühl der Vorfreude, auf ein nun folgendes, besseres, sorgenloses niemals endendes Dasein. Ein Darsein, das mich den Überlieferungen nach, nun im Himmel erwarten würde. Sicher, ich würde niemals mehr meine Welt betreten können, zumindest nicht mehr in meiner jetzigen Form, aber vielleicht würde ja auch ich Engel werden können. Dann würde ich zurückkommen und meine Weibchen und ihre Jungen ebenfalls ins Himmlische Reich führen.

Nachdem LO-CHHO sich seinen Schlachtkittel übergehängt und die großen Messerzangen und Stecher aus den Halterungen genommen hat, überkommt ihn unerwarteter Skrupel. Er fragt sich, ob an den merkwürdigen Gedanken, die ihn noch immer beschäftigen, etwas dran sein könnte? Schnell verwirft er diese Überlegung. Schließlich waren es ja Kapazitäten auf ihrem Gebiet, die bewiesen hatten, daß es sich bei den Säugern tatsächlich nur um Tiere handelt.

Als ich zu mir kam und in meiner Lethargie an mir herunterschaute, sah ich zu meinem Erstaunen, daß die Engel dabei waren, mich mit dem Rücken an ein metallenes Gitter anzuketten.

Da überfiel mich die nackte Angst! Mir wurde furchtbar übel und es schnürte mir die Kehle zu. Was, wenn das alles, die Geschichten und Überlieferungen, nicht stimmten? Wenn die Engel vielleicht gar keine…   -

…doch da sah ich IHN!

Die schleusenartigen Türen des Schotts öffnen sich schmatzend.

LO-CHHO betritt die Schlachthöhle und beobachtet eingehend den hellhäutigen zweibeinigen Säuger, der von den Küchen- und Schlachthelfern für die Verarbeitung vorbereitet wurde. Die Verschlüsse der Gelenk- und Knöchelmanschetten klacken in häßlicher Weise. Mit weit aufgerissenen Augen beobachtet der Säuger jede Bewegung um sich herum. Ansonsten scheint er ruhig. Sicherlich haben die Mittel, denkt LO-CHHO, die ich diesem männlichem Musterexemplar eines Säugers ins Futter habe mischen lassen, bereits ihre Wirkung getan. Es hat ihn derart geschwächt, daß bei der nun folgenden Schlachtung kaum noch mit Gegenwehr von Seiten dieses Tieres zu rechnen ist.

***

Dem Menschenwesen Auge in Auge gegenüberstehend keimen in dem Langustenwesen wieder Bedenken auf: Was, wenn es sich bei diesem Säuger tatsächlich um einen Nachkommen einer intelligenten Rasse handelt?

Doch wie immer, wenn LO-CHHO eine Schlachtung vornimmt, beseitigt er jeden seiner Bedenken, in dem er sich immer wieder sagt, daß es sich bei diesen Wesen ja nur um “primitive Tiere” handelt. Und dass es deren Sinn und Schicksal ist, evolutionär höherstehenden Lebensformen als Nahrung zu dienen. Wozu sollten Tiere denn sonst gut sein?

LO-CHHO’s Blick klärt sich und kehrt zurück in die Gegenwart. Als er an das zarte Fleisch dieses zukünftigen Bratens denkt, läuft ihm bereits jetzt das Wasser im Mund zusammen. Er öffnet behutsam die große Messerzange, die er mitgenommen hat und setzt sie an die Kehle des Menschen…

Der große Engel mit der silbernen Kutte schritt langsam auf mich zu. Selbst die anderen beiden Engel wichen ehrfürchtig zur Seite und gaben den Weg frei.

Dann stand mir der große silberne Engel genau gegenüber. Da begriff ich.  Und schämte mich meiner anfänglichen Ängste, meiner Gedanken und Zweifel. Ich spürte eine große Freude in mir aufsteigen, eine Zufriedenheit und ein beglückendes Gefühl, wie ich es nie zuvor verspürt hatte. Da wußte ich: vor mir stand der Erlöser.

Weihevoll hielt er mir einen heiligen Gegenstand an die Kehle. Das kalte Metall beruhigte mich, und ich schloß kurz die Augen. Als ich sie wieder aufmachte, sah ich alles wie durch einen zähen Brei.

Langsam, ganz langsam, schloß sich der Engelmacher um meinen Hals.

Es folgte ein häßliches Geräusch und eine blutige Fontäne spritzte aus meiner Kehle hervor.

‘Also doch!’ – dachte ich voller Entsetzen, ‘alles Lüge. Die Überlieferungen, der Glaube, Alles!’

Und da wurde es ganz still um mich herum.

Eine ganze Weile später wurde diese Stille noch stiller.

Alle Dinge schienen in ihrer momentanen Bewegung wie eingefroren.

Nur die Lichter an der Decke der Höhle glitzerten wie Sterne, Sterne, die ich selbst niemals gesehen hatte und nur aus den Überlieferungen kannte. Sterne, die die meisten meiner Artgenossen ebenfalls niemals gesehen hatten oder sehen werden. Sterne, von denen die Ahnen der Überlieferung nach vor langer Zeit einmal gekommen waren. Sterne, zu denen sie einmal voller Ehrfurcht und Hoffnung emporgeschaut, dann aber doch das Glück nicht gefunden hatten.

Ich schrie lauthals, aber es kam nur ein heiseres Röcheln aus meiner Kehle.

Schließlich fiel ich hinab – tauchte hinunter in die Dunkelheit, in die Schwärze, die letztendlich alles empfängt und in der alles endgültig und für immer sich auflöst.

…ein schwerer Nebel hing im Nichts. Langsam schälten sich die kantigen Konturen aus der schleierhaften Dunstigkeit hervor. Einige Lichter glitzerten wie Perlen, und ganz langsam kehrten auch die Farben zurück. Das ganze Bild ergab sich seinem Sinn.

Eine feurige Wand stilisierte sich zu einer Flamme, die rhythmisch auf der Spitze einer langen weißen Kerze auf und ab hüpfend pulste.

Die vielen schönen silbernen Dinge auf dem Tisch erinnerte mich an irgend etwas. Aber ich kam nicht drauf.

Erst die vertraute Stimme eines anderen Menschen und die leicht schüttelnde Berührung seiner Hand an meiner Schulter führten mich zurück in die Wirklichkeit:

“Sir! Sie waren eingenickt! Ihre bestellte Delikatesse ist bereits aufgetragen. Darf ich den Champagner öffnen?” Worauf der Kellner mir die Flasche zeigte und sie so drehte, daß ich das Etikett lesen konnte.

Dabei geschah es – ich blickte auf den vor mir stehenden Teller …  und entdeckte …

… die LANGUSTE! …

- Ende –

(Copyright 1979/2009/2012 by Felis Breitendorf)

Bildrechte: Coverillustration “TräumeundVisionen” (20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “TräumeundVisionen100-minus180-minus11.jpg” (Originaltitel: 20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Leseempfehlung der Redaktion:

Ruhl, Thomas
Port Culinaire Seventeen – Band No. 17

Sicherer Hafen für Gourmets

Beiträge von Ackermann, Bernd / Kleger, Bernd / Reitbauer, Heinz / Straubinger, Rolf / Dollase, Jürgen / Elverfeld, Sven / Bos, Ralf / Kornmayer, Evert / Martin, Thomas / Weh, Lidwina
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ISBN :      978-3-942051-21-7
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Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 22.03.2011
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Erscheinungsdatum :      30.03.2011

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Kurzbeschreibung:
Gourmand World Cookbook Award 2007 “Special Award of the Jury” – Good Design Award 2007, Chicago Athenaeum – Port Culinaire ist für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland nominiert. Diese Auszeichnung gilt als der Preis der Preise in Deutschland, denn kein anderer Designpreis stellt ähnlich hohe Anforderungen. So kann nur ein Produkt nominiert werden, das schon andere bedeutsame Auszeichnungen erhalten hat. Eine Nominierung ist nur durch die Wirtschaftsministerien oder Senatoren der Länder oder das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie möglich. – Zuvor erhielt PORT CULINAIRE bereits eine Urkunde der Lead Academy, die Port Culinaire mit dem Lead Award als Newcomer Magazin auszeichnete. Der Lead Award ist Deutschlands führende Auszeichnung für Print- und Online Medien.

Inhaltsverzeichnis:
- Namibia
- Gipfelstürmer: 18. St. Moritz Gourmetfestival
- Die Käseweltmeister der Schweizer Käse, Rezepte von Bernd Ackermann und Bernhard Kleger
- Gegenbauer Wiener Essig Brauerei
- Heinz Reitbauer und das Steirereck
- Seafood Academy Part I Langschwanzkrebse, Rezepte von Rolf Straubinger
- Avantgarde Part Eight Jürgen Dollase über Sven Elverfeld
- Der Bocuse d’Or 2011 von Ralf Bos
- Gewinner des CHEF-SACHE Nachwuchspreises “Avantgarde” und “Regionale Küche”
- 12 Monkeys, Mich laust der Affe was für ein Gin! Evert Kornmayer
- Sommelier dieser Ausgabe: Lidwina Weh, Hotel Louis C. Jacob, Rezepte von Thomas Martin

Thomas Ruhl, Jahrgang 1956, studierte Grafik und Fotografie an der Folkwangschule in Essen, war Dozent für Druckgrafik und arbeitete als freier Art Director in großen internationalen Werbeagenturen in München, Düsseldorf und Köln. Mit 28 Jahren machte er sich mit einer eigenen Agentur und einem Fotostudio einen Namen und arbeitet für führende Marken-Unternehmen. Seine Bücher wurden mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Goldmedaille der gastronomischen Akademie Deutschlands, dem Prix Mazille, dem Gourmand World Cookbook Award, Best of the World Photography und vielen mehr.

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EIN HÄUFCHEN ELEND – Shortstory von Mona Mee (und Felis Breitendorf)

Erstellt von Mona Mee am 25. September 2012

EIN HÄUFCHEN ELEND

Shortstory

von Mona Mee und Felis Breitendorf

Ich weiß noch, dass Ursula, eine gute Freundin von früher, mich vor zwei Jahren zu sich nach Hause einlud. Wir hatten uns bis zu diesem Zeitpunkt drei ganze Jahre nicht gesehen. Beim aussortieren einer Schublade bin ich auf einen alten Zettel gestoßen. Darauf stand  “Ursula 545018″. Ich war neugierig geworden, ob Ursula noch unter dieser Nummer zu erreichen war.  So rief ich kurzerhand dort an. Es entwickelte sich eine Art Telefonbeziehung zwischen uns. Irgendwann war der Moment da, als wir uns verabreden wollten. Ursula fand die Idee nicht gut, dass wir uns in einer Kneipe oder einem Café treffen würden. Aus diesem Grund schlug sie vor, für uns beide Spaghetti zu kochen und das bei ihr zu Hause.

Als ich bei Ursula vor dem Haus stand und ihre Klingel betätigte, pochte mein Herz. Nachdem wir uns auf die Wangen küßten und uns zu ihr in die Küche setzten, rauchten wir erst eine Zigarette, bevor die Spaghetti auf den Tisch kamen. Das Essen schmeckte klasse und das Gläschen Wein im Anschluß konnte ich richtig genießen. Wir setzten uns gemütlich auf das Sofa ins Wohnzimmer und hörten klassische Musik. Ursula war früher Geigerin beim Rundfunk. Heute ist sie Musiklehrerin in einer Schule und gibt Nachhilfe.

Als wir am nächsten Tag miteinander telefonierten, erzählte ich ihr, dass ich, als ich bei ihr auf die Toilette ging, einen ziemlichen Haufen Kacke vorfand, den sie offenbar abzuziehen vergessen hatte. Ursula wußte nicht, was sie sagen sollte. Ich erwähnte noch, dass ich verwundert war, ein Häufchen vorzufinden ohne benutztes Toilettenpapier. Sie schwieg. Um sie nicht noch mehr in Verlegenheit zu bringen, sagte ich, dass ich mich morgen melden würde. Das ist jetzt zwei Jahre her. Wir haben nie wieder voneinander gehört. Weder hatte ich den Mut, sie anzurufen, noch hat sie sich bei mir gemeldet. Was solch ein Häufchen Kacke alles bewirken kann, ist das nicht erstaunlich?

-Ende-

Copyright (c) 2012 by Mona Mee und Felis Breitendorf

Bildrechte: “Tabu-Brecher” (tes-tabu2.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

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Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Alltag-100-minus50-0.jpg” (Originaltitel: Alltag3.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Kaufempfehlung der Autorin:


Sommer, Marie
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33 lustige, skurrile, traurige, peinliche, schräge, wunderschöne, liebevolle, hemmungslose, wilde und echt wahre Geschichten aus meinem Bett und meinem Herzen

Verlag :      Schwarzkopf & Schwarzkopf
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Erscheinungsdatum :      01.10.2012

Frech, charmant und vor allem authentisch berichtet Marie Sommer aus ihrem Sex- und Liebesleben, und zwar detailreich und von Anfang an. So offen und ehrlich reden Frauen nicht einmal mit ihrer besten Freundin. Manche Gefühle und Taten behält man eben lieber für sich und hofft, dass es anderen auch so geht. Doch zum Glück lässt uns Marie Sommer nicht im Ungewissen. Als »Dirty Girl« hat sie keine Hemmungen, von den 26 Männern zu erzählen, denen sie ihren Erfahrungsschatz und ihre Ansichten verdankt. Mit ihnen testete sie ihre Grenzen aus, erlebte sie große Gefühle, Pleiten im Bett und natürlich auch »Volle-Lotte-Liebessex«. Endlich lässt uns ein ganz normales Mädchen in ihr Männer-Tagebuch blicken. So läuft das in echt und nicht anders!

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HILFE, ICH WILL MICH DOCH BLOSS ERNÄHREN! – Eine Kurzgeschichte von Felis Breitendorf

Erstellt von Felis Breitendorf am 5. April 2012

HILFE, ICH WILL MICH DOCH BLOSS ERNÄHREN!

Eine Kurzgeschichte

von

Felis Breitendorf

Ich hatte mich darauf gefreut. Mir war es gelungen, eine Zuschauerkarte für eine TV-Talksendung zu erhaschen. Es ging um Ernährung, mein Thema.  Als gute Mutter von drei Kindern und einem Mann der aus allen Nähten platzt, muß ich mich darum sorgen. Eingeladen wurden ein Vertreter der Lebensmittelindustrie, der sagt: “Wir Menschen sind noch nie so gut ernährt worden wie heute. Wir hatten zu keiner Zeit dermaßen viele Lebensmittel zur Auswahl und können wegen dieser guten Ernährung wesentlich älter werden als die Menschen zu früheren Zeiten.”

Dagegen steht die Aussage eines Vorsitzenden einer Lebensmittelschutzorganisation: “Die Lebensmittelindustrie lügt und betrügt und macht den Menschen etwas vor. Unsere Ernährung ist nicht die beste aller Zeiten. Die Nahrungsmittelindustrie will uns, vor allem unsere Kinder, eßsüchtig machen, damit ihre Erträge gesichert sind. Die Anzahl der Kinder mit Übergewicht steigt und steigt. Daran sind die Lebensmittel schuld!”

Auf der anderen Seite steht die Aussage eines Arztes und Journalisten, ebenfalls selbsternannter Fachmann für Ernährung: “Das ist alles Blödsinn. Die Kinderfettleibigkeit geht in Deutschland sogar leicht zurück. Und Beweise gibt es weder für noch gegen die Lebensmittel als Ursache. Alle Aussagen haben keinerlei wissenschaftlichen Beweis. Das alles ist nur Mache der Medien!”

Eine bekannte TV-Starköchin und Restaurant-Besitzerin hält dagegen: “Der Bürger hat keine Möglichkeiten mehr an natürliche Lebensmittel zu kommen. Alle Produkte werden mit künstlichen Zusatzstoffen angereichert. Der Geschmack der Verbraucher wird auf die künstlichen Aromen trainiert, so dass er natürliche Lebensmittel nicht mehr als angenehm empfindet. Das passiert bereits mit Kindern, die lieber einen Joghurt mit künstlichem Erdbeergeschmack bevorzugen, als einen neutralem Joghurt mit natürlichen Erdbeeren. Die mit künstlichen Zusätzen versehenen Lebensmittel sind gefährlich für unsere Ernährung!”

Hier widerspricht ein Lebensmittelchemiker, der nicht nur auf Grund seiner Übergewichtigkeit zu schnaufen anfängt, sondern auch, weil man ihn nicht zu Wort kommen lassen will. Als er endlich etwas sagen darf, haut er uns eine Unmenge von Fachbegriffen um die Ohren und antwortet auf die Frage der Moderatorin: “Stimmt es, dass alle diese Lebensmittel mit künstlichen Zusätzen ungesund sind?”

“Natürlich nicht! Alles ist eine Frage der Menge und jeder Mensch sollte das essen worauf er Appetit hat. Der Appetit eines Menschen ist der Regelmechanismus, der uns sagt, was unserer Körper braucht. Die Hysterie der Diätbefürworter ist unbegründet. Schauen sie mich an. Auch ich habe leichtes Übergewicht! Was sie aber wissen sollten: Eine Studie hat ergeben, dass nicht die Menschen mit Untergewicht am längsten leben, sondern die Normalgewichtigen und die mit leichtem Übergewicht.”

Darauf springt eine Buchautorin und Trainerin für Ernährung an und sagt: “Das mit der Selbstregulierung hat vielleicht Jahrtausende funktioniert, doch als die Menschen seßhaft wurden, Lebensmittel anbauten und Tiere züchteten, hat sich das geändert. Von da an hatten sie es nicht mehr nötig, auf die Jagd zu gehen und sich dabei ständig zu bewegen. Seit dem ist die Nahrung, was Energiegehalt, wie Fett und Kohlenhydrate angeht, immer dichter und konzentrierter geworden. Zusammen mit dem einhergehenden Bewegungsmangel unserer heutigen Gesellschaft sind die Lebensmittel nicht mehr zeitgemäß. Wir sollten heute auf leichte Ernährung setzen und uns sehr viel bewegen. Anders geht es nicht.”

Als die Sendung fertig war, drohte mein Hirn zu platzen. Ich war vollgestopft mit Informationen, die widersprüchlicher kaum sein konnten. Was war bloß passiert? Ich hatte mich so darauf gefreut, die Gäste dieser Sendung zu hören. Wann immer eine Talksendung zu diesem Themenkreis im Fernsehen lief und einer der Teilnehmer dieser Runde hier daran beteiligt war, war ich von dessen Meinung beeindruckt. Doch jetzt, wo sie gemeinsam in einer Sendung auftreten, bekämpfen sie sich und machen den anderen auf beleidigende Weise als Dummkopf runter.

Ich bin jetzt derart verunsichert, dass ich mich kaum noch traue, einen Supermarkt zu betreten. Was soll bloß werden? Wie kann ich noch guten Gewissens einkaufen gehen wenn ich nicht mehr weiß, was richtig und was falsch ist? Wer kann mir helfen..?  HILFE!

-Ende-

Copyright 2012 by Felis Breitendorf

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Gätjen, Edith
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Edith Gätjen ist Ökotrophologin und Mutter von vier Kindern. Sie arbeitet seit über 25 Jahren im Bereich Säuglings- und Kinderernährung; u. a. ist sie Dozentin an der UGB-Akademie und leitet dort den Ausbildungsbereich für FachberaterInnen für Säuglings und Kinderernährung. Seit 2010 arbeitet sie in der Arbeitsgruppe “Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie” des AID, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

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ALMAKHAN – Fantasy-Märchen von Felis Breitendorf (NEUE FASSUNG!)

Erstellt von Felis Breitendorf am 6. November 2011

A L M A K H A N

Fantasy-Märchen

von

Felis Breitendorf

PROLOG
Der Reiter erscheint am Horizont, eilt, eine staubige Fontäne hinter sich herziehend, noch ein ganzes Stück weiter, ändert schliesslich seine Richtung und reitet nun direkt, seine Geschwindigkeit einen Hauch langsamer, auf die Mauern der Stadt zu, die mit ihren hohen, zwiebeldächernen Türmen über diese hinaus schauen.

An dem grossen Holztor steigt er von seinem Reittier, zieht einen Lederbeutel unter seinen Umhängen hervor und schreitet selbstsicher auf die behelmten und mit langen Speeren bewaffneten Wächter zu. Eine kurze Debatte, ein Griff in den Beutel – einige zinnfarbene Münzen wechseln den Besitzer – und dem Fremden wird Einzug in Stadt gewährt.

Jenseit der Mauern begann eine völlig andere Welt; eine Welt voller Farben, Gerüche und Laute.

Stimmengewirr mischte sich mit den Hufschlägen der Reittiere und dem Trommeln und Rasseln der Schausteller, die mit den leiernden Klängen ihrer Seiteninstrumente und ihren auf- und abschwellenden Gesängen die anmutigen, jungen Tänzerinnen bei ihren Hüfttänzen begleiteten. Der Fremde schritt lässig zwischen den mit Zelttüchern bespannten Verkaufsständen hindurch, sein Tier am Zaumzeug hinter sich herführend. Er roch die Düfte der feilgebotenen Speisen und Getränke und hatte manches Mal merkliche Schwierigkeiten, sich seinen Weg durch die Menge der Menschen und der aufdringlich schreienden Händler zu bahnen. Nur wenn der Wind sich drehte, veränderte sich auch die Form der Hintergrundgeräusche: das Stimmengewirr wurde faserig und manchmal schwamm, ganz undeutlich, fast schon an der Grenze des Hörbaren, kicherndes Frauengelächter an sein Ohr.

Eilig zog er seine Umhänge wieder etwas dichter vor sein Gesicht und machte sich auf die Suche nach einer Unterkunft.

1.
Die Herberge war einfach, aber relativ sauber, und sie hatte einen Stall, wo man sich um die nötige Pflege seines Tieres kümmerte.

Der Fremde ass eilig eine heisse, scharfe Suppe, die man ihm in dem Wirtsraum, zusammen mit einem Stück Brot und einem kräftigen roten Wein auf einem der hölzernen Tische serviert hatte. Nachdem er fertig war und bezahlt hatte, ging er auf sein Zimmer.

Aus einem seiner mitgebrachten Säcke holt er eine kleine, mit einer Messingschliesse versehene Schmuckschatulle hervor.

Vorsichtig öffnet er sie und entnimmt ihr einen silberfarbenen Ring, der einen blauen, funkelnden Stein in einer silbernen Fassung trägt. Hastig streift er ihn über den Finger, und nachdem er die kleine Truhe hinter einem lockeren Ziegel in der Wand versteckt hat, verlässt er seine Unterkunft wieder.

Der Tempel lag in der Nähe des Herrscherhauses und hatte immense Ausmasse, und doch war er nicht so gewaltig, wie das Herrscherhaus selbst, das mit seinen säulenrunden, gewaltigen Türmen – zwischen denen sich eine ganze Reihe hoher Gebäude zwängten – mehr Platz als alle anderen Gebäude innerhalb der Stadtmauern beanspruchte und einen bedrohlichen Anblick von Stärke ausstrahlte. Der Tempel zeigte dagegen eher einen Anblick der Erhabenheit. Die schlichte Bauweise, die in nur einer einzigen grossen Gebetshalle zum Ausdruck kam, verbarg den grössten, den eigentlichen Teil dieser Kultstätte, die sich noch viele Längen unter der Erde fortsetzte und in gewaltigen Arsenalen vieler kleinerer und grösserer Kellerräume und Verliesse mündete. Hier war das eigentliche Machtzentrum der Stadt; doch davon wussten nur die wenigsten, nicht einmal das Herrscherhaus selbst.

Eilig steigt der Fremde die wenigen Stufen des Tempels empor, wo er bereits von einem Tempeldiener, der mit einer dunklen Kutte mit Kapuze bekleidet ist, erwartet wird und der ihn wortlos in die Tiefe der modrig-tümpelhaft riechenden Schwärze führt. Nur die wenigen, brennenden Fackeln, die in Halterungen an den Wänden hängen, beleuchten die düstere Szenerie.

Der Tempeldiener führt den Fremden in einen kleinen Raum, der nur mit einem einfachen Holztisch und zwei Schemeln ausgestattet ist. Auf dem wackeligen Tisch steht eine dicke Kerze, die den gesamten Raum beleuchtet und einen nach Honig riechenden Duft verströmt; ein Fenster gibt es hier unten, unter der Erde, nicht. Als die knarrende Holztür sich ein weiteres Mal öffnet, dreht sich der Fremde um. Vor ihm steht eine in seidenen Umhängen gekleidete Gestalt. Die weichen runden Formen ihrer Figur zeichnen sich nur undeutlich unter ihrem Gewand hervor. Als sie den Schleier vor ihrem Gesicht lüftet, entfährt dem Fremden ein Laut der Verwunderung: – Er blickt… – in sein eigenes Gesicht! – Nicht ganz: Nur um den Hauch der Weiblichkeit weicher – in das Gesiht seiner Zwillingsschwester. Sie schaut zu ihm auf, und ein Lächeln des Verstehens entsteigt ihren braunen Augen, trifft ihn tief im Innersten und rüttelt bebend an den längst verlorengeglaubten Erinnerungen seiner Kindheit.

Voller Traurigkeit der vergessenen Jahre, hebt er seine rechte Hand mit dem Ring, der darauf schwachblau zu glimmen anfängt.

Auch an ihrer Rechten, die sie zaghaft, fast anmutig erhebt, befindet sich ein Ring: Er ist von goldener Farbe und trägt einen roten Stein in einer goldenen Fassung. Als das Glimmen des blauen Steines immer stärker wird, fängt auch der rote Stein zu glühen an.

2.
Die Strahlen der beiden Steine spiegeln sich in den Gesichtern der Geschwister wider, wirbeln in dem kleinen Raum umher und verdrängen nach und nach das gelblich matte Flackern der Kerze. Immer stärker vermischen sich die blauen und roten Strahlen, bis das grelle Licht mit einem mal mehrfarbig erscheint und alle weiteren Konturen im Raum auszulöschen beginnt… Alles wird zu Helligkeit, die sich immer weiter auf ein Zentrum hin, zu einer gelben leuchtenden Scheibe verdichtet…

...Schützend, die flache Hand über seine Augen haltend, konnte er wieder ihre Konturen erkennen: Mutter Sonne stand hoch am Himmel. Erst als er seinen Blick von ihr abwandte, merkte er, dass Ashne, seine Zwillingsschwester, nach ihm rief:

…Baldar!, komm’ her! Ich möchte, dass du dir das anschaust…!

Er drehte sich um und schaute zu seiner kleinen Schwester hinauf. Sie sass auf einem der Äste des grossen Milonienbaumes und stocherte mit einem Stock in einem Astloch herum. Geschickt zog er sich an einem der tiefergelegenen Äste hoch. Schon wurde er von ihr mit einer Aufgabe in Beschlag genommen:

Baldar, wir brauchen einen längeren Ast! Ich kann mit diesem hier nichts ausrichten!

Er schenkte ihr ein Lächeln, das sie aber nicht bemerkte, da sie ihre Bemühungen noch immer fortsetzte, obwohl es doch offensichtlich sinnlos schien.

So ist Ashne eben. – Nie gibt sie auf oder sieht etwas Unmögliches ein, dachte Baldar und hangelte sich einige Äste höher in das Blätterreich hinein. Krachend brach er einen der dickeren morschen Äste ab…

Als er diesen seiner Schwester reichte, sah sie ihn nur kurz, doch mit glänzenden Augen an.

Sie hatte hochrote Backen und schien wieder einmal etwas entdeckt zu haben, von dem sie ganz und gar eingenommen wurde…

…warte nur Bruder, gleich wirst du sehen, dass sich meine Hartnäckigkeit gelohnt hat; wir werden sicher einen Schatz oder etwas ähnliches finden…

Baldar, mehr mit den Füssen auf der Erde und den Sinnen bei praktischeren Dingen, konnte den Phantastereien seiner Schwester nur selten etwas abgewinnen: Ich glaube eher, dass du da in einem Wespennest herumstocherst und wir dafür gleich die schmerzhafte Belohnung bekommen werden!

Ach Bruder, dass du immer so trampelherzig sein und mir den Spass verderben musst!

Baldar wollte seiner Schwester gerade etwas darauf erwidern, als sich der dicke Ast mit dem Ashne in dem Loch herumstocherte, plötzlich selbständig machte und wie wild zu wackeln anfing, so dass Ashne einen erschreckten Schrei von sich gab und sich ängstlich an ihren Bruder klammerte, der nun ebenfalls mit aufgerissenen Augen auf dieses merkwürdige Schauspiel starrte…

3.
Der Stock wirbelte immer stärker in dem Loch umher, bis er auf einmal daraus hervorgeschossen kam, an den beiden vorbei durch die Luft flog und irgendwo nach unten verschwand. Das Loch indessen hatte sich auf merkwürdige Weise verändert: – Es sah nun gar nicht mehr wie ein grosses Astloch oder wie der Eingang eines Bienen- oder Wespennestes aus. – Viel eher schon wie ein merkwürdiges ledriges Gebilde, das irgendwie zu atmen schien; so als würde es selbst leben. Und tatsächlich bewegten sich da die schwulstigen Ränder des Loches und formten – wie die Lippen eines Mundes – einige Laute oder Wörter. Ashne und Baldar lauschten beide mit aufgerissenen Augen und Mündern…:

…UHHAHH…UUHHHAAHHHH…SOOOO LANGE WAR ICH FORT UND HAB’ GESCHLAFEN!…WER WAGT ES MICH ZU WECKEN…?

Ashne, die sich eben noch zitternd an ihren Bruder geklammert hatte, wandte sich – fast schon wieder frech – erneut dem merkwürdigen Loch zu.

Nachdem sie etwas näher daran herangerückt war, veränderte sich der lipprige Baummund erneut: Zuerst schloss er sich, danach verformte er sich auf merkwürdigste Weise und wurde schliesslich zu einem augenlidähnlichen Gebilde, das sich plötzlich hob… -

Ein gewaltiges, blaues Auge kam zum Vorschein und Ashne gab einen erschrockenen Laut von sich, hielt sich aber die rechte Hand vor den Mund und schaute mutig in das riesige Gebilde, das sie müde anschaute und irgendwie abzuschätzen schien. -

Wer bist du?, entfuhr es ihr.

Was bist du?, wollte Baldar wissen.

Da schloss sich das Auge; und als es sich wieder geöffnet hatte, war es wieder zu dem Mund geworden; der ihnen antwortete: OHH, OOHH, IHR KENNT MICH ALSO WIRKLICH NICHT!? HAB’ ICH DENN TATSÄCHLICH SO LANGE GESCHLAFEN…?

Das Mädchen und der Junge schauten sich stumm an, zuckten kurz mit ihren Schultern und verzogen ihre Gesichter zur Geste der Unwissenheit.

NA GUT, ICH WILL EUCH SAGEN, WER ICH BIN!, erklärte ihnen der Mund: ICH BIN NÄMLICH – MUESST IHR WISSEN – `BRADLAKAKA’, DER `BAUMGEIST’ DER FRUEHEREN WÄLDER, DIE SICH HIER EINMAL VOR LANGER, LANGER ZEIT AUF DEN WIESEN UND HUEGELN, BIS WEIT IN DEN NORDEN HIN, ERSTRECKTEN…

Als der Baummund geendet hatte, schloss er sich kurz, worauf das grosse blaue Auge wieder zum Vorschein kam.

Aufgeregt und fast überschäumend vor Begeisterung und Eifer fragte das Mädchen: …und du bist ein richtiger Baumgeist? – Ich dachte immer, so etwas gäbe es nicht wirklich, höchstens im Märchen?!…

Wieder wechselte das Auge zum Mund und sagte: …JA, MEIN KIND, ICH BIN TATSÄCHLICH EIN RICHTIGER BAUMGEIST. FRUEHER WAR ES MEINE AUFGABE, HIER FUER ORDNUNG ZU SORGEN; ABER DAS IST SCHON LANGE, SEHR LANGE HER…!

Wie alt bist du denn eigentlich?, fragte Baldar den sich wieder in das Auge verwandelnden Mund.

OH, SEHR ALT; SO ALT, DASS ICH ES SELBST SOGAR SCHON NICHT MEHR WEISS…

Die Neugierde der Kinder schien unerschöpflich, und so ging das Fragen und Antworten noch sehr lange weiter, bis es schliesslich irgendwann zu dunkeln anfing und Ashne und Baldar nach Hause mussten.

Aber an den folgenden Tagen kamen sie so oft es ging wieder, das heisst, wenn es ihre Zeit erlaubte; denn die beiden Kinder mussten bereits mit auf den Feldern helfen und hatten auch auf dem Hof und im Hause ihre festen Arbeiten zu verrichten.

Schliesslich wurde der Baumgeist zu einer regelmässigen Einrichtung, zu einem festen Bestandteil ihres Lebens, mit dem die Kinder den grössten Teil ihrer freien Zeit verbrachten.

Bradlakaka lehrte sie eine Menge Dinge, doch das meiste davon mussten sie für sich behalten und durften es niemandem erzählen, den anderen Kindern nicht, und vor allem nicht den Erwachsenen.

Schliesslich sollte es ihr Geheimnis bleiben, und so veränderten sich die Beiden und wurden mit der Zeit zu klugen, ideenreichen jungen Menschen.

Eines Tages jedoch, als Ashne und Baldar wieder einmal mit Bradlakaka über alles mögliche gesprochen hatte, erklärte ihnen der Baumgeist, dass er bald schon für immer schlafen werde, da er so müde und eigentlich auch schon viel zu alt sei. Aber zum Abschied wollte er ihnen noch ein Geschenk überreichen.

Und als Bradlakaka seine Zunge aus seinem Mund herausschob, lagen darauf zwei glitzernde Ringe.

Ein goldener mit einem roten Stein in einer goldenen Einfassung und ein silberner mit einem blauen Stein in einer silbernen Einfassung. Beide Steine funkelten geheimnisvoll und überirdisch schön, das Licht der Sonne in allen Farben reflektierend.

4.
Bradlakaka erklärte seinen beiden Zöglingen, dass es sich bei den Geschenken um zwei Magische Ringe handelte. Mit diesen könne man in die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft schauen.

Ausserdem verliehen sie ihren Trägern die Eigenschaft, von jedem von dem sie wollten, die Wahrheit zu erfahren und dem anderen das Gefühl zu geben, dass man einer Meinung sei. Zudem würden die Träger – wenn sie irgendwann das 30. Lebensjahr erreicht hatten – nicht mehr weiteraltern. Funktionieren würde das alles aber nur, wenn die Träger Geschwister – Bruder und Schwester – wären. Und auch nur solange, wie sie noch unberührt blieben, das war dafür Bedingung, sozusagen das Opfer.

Die Kinder nahmen die Ringe entgegen und schauten Bradlakaka an, der ihnen einbleute, die Zauberringe nur zu benutzen, wenn sie in Not gerieten, da mit der Verwendung auch ihre Zauberwirkung mit der Zeit immer schwächer und schliesslich irgendwann die geballte Kraft der aufgehaltenen Alterung mit einem Schlage freigesetzt werden würde. Sparsamkeit war also erste Pflicht, und darüberhinaus sowieso ratsam, um nicht aufzufallen.

Baldar und Ashne waren völlig sprachlos.

Nachdem sie sich wieder einigermassen gefasst hatten, versteckten sie auf Geheiss Bradlakakas die Geschenke in ihren ledernen Gürteln.

Traurig schauten sie auf das grosse blauen Auge, das ihnen müde entgegenblickte.

Der Abschied von Bradlakaka war für die Zwei besonders schmerzvoll, und als sie auf dem Nachhauseweg waren, schwiegen sie beide. Keiner von ihnen wollte seine Traür vor dem anderen zeigen, und doch sahen sie beide die Tränen in den Augen des anderen…

Auch die Sonne schien auf einmal traurig, irgendwie fehlte es ihr auf einmal an Glanz. Zudem schien sie heute auch früher untergehen zu wollen als sonst.

So sank sie immer tiefer, wurde rot und breit, und bald schon war sie nur noch ein schwachglimmendes, schwammiges Gebilde am Horizont, das den Kampf um das Schwinden ihrer Form und Helligkeit längst verloren hatte…

5.
…Beide schauen sie noch einmal (als Erwachsene) auf.

Das rote Glimmen löst sich in nichts weiter als in einen schwachen Abdruck der Sehzellen der Augen auf, und langsam senken sich ihre Hände mit den Ringen.

Nachdenklich schreitet er vom Balkon in den Palast zurück, pflückt eine Frucht von den dargebotenen Trauben und schaut sie benommen an.

- Ja, die Macht war es, die sie wohl für immer verbinden würde; die es ihnen verwehrte, ein normales Leben zu leben, zu fühlen und danach zu handeln, wie es den anderen Menschen gestattet war.

Als sie ebenfalls wieder in den Tempel zurückgeht und sich umdreht, sieht er in ihren Augen, dass auch sie die schwere Last ihrer gemeinsamen Bürde zu erdrücken droht und tröstend legt er seinen Arm um ihre Schulter. Seufzend lehnt sie sich an ihn und schaut ihn fragend an. Er kann ihrem Blick nicht lange standhalten. Sie öffnet langsam den Mund und formt die Lippen zu Worten und haucht ihm leise zu:

Das Herrschen habe ich mir damals anders vorgestellt…

Wir sind nicht mehr die Kinder von damals!, flüstert er ihr zu, um sich für den Ausdruck in seinen Augen rechtfertigen zu wollen, und doch ist es eigentlich eine Lüge, denkt er, wenn ich so tue, als könnte ich noch ohne sie leben…

Es sind die Ringe!, hält sie ihm entgegen.

Nein, das weisst du auch! Er schiebt sie ein Stück von sich weg und schaut ihr in die Augen: Ohne die Ringe wäre alles noch viel schlimmer. Wir wären längst tot, erschlagen oder in die Sklaverei verkauft worden. Aber wäre das so schlimm, denkt er bei sich…

Trotzig und böse schaut sie zu ihm auf: Und wäre das wirklich so schlimm…?

Du weisst dass uns die Priester seit langem für diese Aufgabe auserwählt hatten; lange schon bevor wir selbst es wussten.

Aber das ist es ja, was mich so stört. – Vorbestimmt! – Ich möchte lieber selbst entscheiden, was mit meinem Leben geschieht!

Er versteht sie ja. Aber das kann er ihr nicht sagen. Er will wenigstens so tun als wenn er selbst die Kraft noch aufzubringen in der Lage ist, obwohl all das längst auch über seine Kräfte geht. Doch sie Beide haben eine Aufgabe. – Und Verantwortung.

Du musst dich entscheiden! Wenn du willst, dass es dem Volk wieder so schlecht wie damals gehen soll, dann können wir ja abdanken und einem anderen die Aufgabe des Herrschens überantworten.

Du weisst, dass das nicht geht!, faucht sie ihm entgegen: Die Herrschenden können nur durch den Tod aus ihrer Verantwortung entlassen werden!

Dann lass uns fliehen!

Das wird uns ebensowenig helfen. Die Priesterschaft hat ihre Fühler über das ganze Land verteilt. Praktisch überall, in jedem Dorf sind ihre Leute vertreten.

Das ist ja das Schlimme, flüstert er, die wirkliche Macht in diesem Land liegt bei der Priesterschaft…!

Ja!, pflichtet sie ihm bei, Jedoch nicht bei den einzelnen Personen, sondern in ihrer Struktur. Und deshalb sind wir nicht in der Lage – auch mit Hilfe der Ringe nicht – daran zu rütteln.

Wir können die Dinge die in unserer Macht liegen verbessern!

Um als Spielball der Priesterschaft wie ein Steinchen in einem Mosaik zu funktionieren…?

Wir werden die Priesterschaft überleben!

Wenn wir nicht vorher umgebracht werden.

Das ist nun mal das Risiko, wenn man auf der richtigen Seite stehen will.

Welche ist denn die richtige Seite? – Hat der Begriff der Seite für uns nicht längst seine Bedeutung verloren?, denkt sie.

Wir können immer versuchen, die Dinge die in unserer Macht liegen noch ein wenig besser zu machen.

Du meinst, auch wenn wir ewig leben – und auch mit der Kraft der Ringe -, wird es uns doch nie möglich sein, die Welt besser zu machen, sondern, dass wir immer nur dabeistehen und ab und an eine hilfreiche Geste vollführen können?

So drastisch habe ich das eigentlich nicht gemeint. Aber sagen wir mal so: Wir können die Menschen nicht ändern, sondern nur hoffen, dass sie das mit der Zeit selbst tun. Wir können ihnen nur den Weg ein wenig ebnen, mehr nicht…

Sind wir den selbst überhaupt schon so weit? Müssen nicht auch wir uns noch ändern?

Wieder geht er auf sie zu und nimmt sie in die Arme, küsst ihr auf die Stirn, und beide heben sie ihre Hände mit den Zauberringen, von denen bereits ein starkes Leuchten ausgeht…

6.
Die huschenden Gestalten sind in der Dunkelheit kaum zu erkennen. Ihre schwarzen Gewänder verschlucken das wenige Licht, das der Sternenhimmel, die dünne Sichel des Neumondes und der Dunst der Atmosphäre von sich geben.

Lautlos werden die Palastwachen ausgeschaltet, die vor dem Herrscherhaus patrouillen. Vorbei an den inneren Wachen, über Gemäür, hinter Gebüschen versteckt, dringen die Schwarzgekleideten in den inneren Palasthof ein. Extra für diese Aufgabe ausgebildet, aus den Tiefen unter dem Tempel stammend, dienen sie der Priesterschaft und haben sich dieser Aufgabe verschrieben, mit ihren Fähigkeiten zum Wohle des Ordens alles zu geben, falls nötig sogar ihr eigenes Leben. Unsichtbar, Leise und Tödlich führen sie ihr Handwerk aus, bis zum Äussersten gehend. Als sie endlich vor den Türen des Privatgemachs des Herrschers stehen und alle strategisch wichtigen Schlüsselpositionen des Palastes unter ihre Kontrolle gebracht haben, melden sie den Erfolg an die obere Priesterschaft, die das ganze Schauspiel aus sicherer Entfernung geleitet hat.

Schliesslich treten die Schwarzgekleideten beiseite, bilden eine Art Gasse, die von den äusseren Gemäuern des Palastes bis hin zu den Türen des Privatgemachs des Herrschers von Almakhan reichen.

Zusammen mit den Höchsten der Priesterkaste schreiten Baldar und Ashne umringt von Tempeldienern, die ihnen und den Würdenträgern als menschliche Schutzschilde dienen, auf die schweren Holztüren zu. Doch auch als die Leibgarde des Herrschers von Almakhan ihren Herrn Bescheid geben, dass diesem geboten wird in der grossen Tempelhalle zu erscheinen, ist die Gefahr dieser Situation noch nicht gebannt. Noch immer besteht die Möglichkeit, dass das Volk, die reichen Edelleute und auch die Kämpfertruppen ihrem König beizustehen versuchen. Aus diesem Grund haben sich die beiden Geschwister dazu entschlossen einen Teil des Geheimnisses ihrer Zauberringe zu lüften und daher auch von jeder gesellschaftlichen Gruppe einige Vertreter in die Tempelhalle gebeten.

Schliesslich erscheint auch der Herrscher, jener grosse und starke Mann, der noch immer keine Ahnung davon zu haben scheint, dass seine Richter gerade jene jungen Leute sind, denen er selbst so gut als ihr Elternmörder in Erinnerung geblieben ist. Endlich sind sie am Ziel und können den Mörder zur Verantwortung ziehen, das Volk und die Kaufleute und auch die Truppen auf ihre Seite ziehen, indem sie nichts weiter als die Wahrheit sagen, besser noch: diese Wahrheit zeigen, im richtigen Moment, was vielleicht die Gefahr eines blutigen Gemetzels verringern hilft. Schwester und Bruder sind es, die hier ihr lange entbehrtes Recht einzuklagen versuchen, und zwar ohne Blutvergiessen, auch wenn der Hass den Magen umzudrehen droht und Ashne mit verkrampften Fäusten an den Seiten, den Herrscher mit ihren Blicken in den Boden zu rammen scheint, und auch ihr Bruder (der sonst so kühle und beherrschte Baldar) instinktiv an die Seite seines Gürtels nach seinem Schwert zu fassen versucht. Erst die Stimme des Höchsten Priesters bringt sie zurück, zurück an die Stelle ihrer Vorsehung, zurück zum ruhigen Denken und Handeln, das Ashne unter dem Tempel der Stadt und Baldar in den Gemäürn des Klosters in den Bergen, als Endziel ihrer Ausbildung durch die Priesterschaft erfahren haben und sie befähigt, ihre neue Rolle aufzunehmen…

Beide treten sie in die Mitte der Halle, erheben jeweils ihre rechte Hand, bis die Ringe für alle sichtbar werden. Lautlos beginnen sie ihr Werk: glimmend, dann glühend, leuchtend, bis der ganze Saal vor Helligkeit zu bersten scheint…

7.
…Und wieder verdichtet sich dieses Leuchten zu einer gelben heissen Scheibe, die über einer hügeligen Landschaft – hier und dort von kräftigem Baumwuchs befruchtet – ihre träge Bahn zieht…

Beide lagen sie im Gras, unweit der knorrigen Äste einer ganzen Gruppe von Obstbäumen. Der Junge war inzwischen hochgeschossen, glich kaum noch seinem wesentlich kindlicherem Ebenbild vor wenigen Jahren. Sein Gesicht war eine Maske ständigen Zweifelns, Misstraüns oder vielleicht auch nur die von Traurigkeit. Das Mädchen wirkte lebendiger, war jedoch wesentlich kleiner; aber dafür zeigten sich bei ihr bereits die ersten Anzeichen von weiblicher Reife: die ersten Rundungen an den Hüften, Brüsten und am Po.

Sie diskutierten. Wieder einmal. Leise. Schliesslich durften sie sich nicht verraten. Denn vertrauen konnten sie sich nur gegenseitig…

Ashne blickte zu ihm auf, die Spitze einer wilden Ähre im Mund, die sie mit den Fingern spielerisch hin und her drehte:

Was meinst du Bruderherz, ob es nicht mal langsam an der Zeit wäre die Ringe auszuprobieren…?

Baldar blickte sie nicht an, schaute in eine andere Richtung, warf mit irgendwelchen Steinchen und Holzstücken nach einem von Gräsern umsäumten Holzstumpf eines schon lange gefällten Baumes:

Schwesterchen, du weisst doch, dass wir sie nur im Notfall einsetzen dürfen…!

Du meinst sollen nicht dürfen! Und ausserdem, was ist schon dabei, sie mal auf ihre Wirkung zu testen?; ich meine nur ein Mal, damit wir auch sicher gehen können, ob sie im Notfall auch wirken!

Ach Ashne, du willst doch nur deine Neugierde befriedigen; in Wirklichkeit glaubst du selbst nicht mal an das was du da erzählst. Gib doch einfach offen zu, dass du neugierig bist! Was ist schon dabei?

Dass du immer gleich so hartherzig sein musst, mich immer so hinstellst, als wenn ich hinterlistig wäre!

Das hast du gesagt!

Ich…, doch weiter kam Ashne nicht.

Als sich ihr Blick auf etwas hinter Baldar fixierte, drehte auch er sich um und schaute nach dem, was seine Schwester da wohl erblickt hatte, was so eine starke Wirkung hatte, dass es selbst sie am Weiterreden hinderte!

Zuerst sahen sie nur die Staubwolke; erst danach hörten sie die Geräusche: vereinzelte Hufschläge, das Rauschen der Umhänge im Wind, Menschenstimmen. Aber erst ihr Anblick, – von der kleinen Anhöhe ihres Lieblingsplatzes unentdeckt zu beobachten – rief diese furchtbare Panik in ihnen hervor, die es einem Menschen der von ihr befallen wird, so gut wie unmöglich macht, darauf zu reagieren…

An der Spitze der Reiter sahen sie einen riesigen, athletischen Mann, ganz anders als seine Begleiter in nur wenige Umhänge gehüllt, den muskulösen Oberkörper frei, die Zügel seines braunen Reittiers fest in der Linken – den anderen stets ein Stück voraus…

Die Richtung der Reiterschar war auch für die beiden stillen Beobachter nicht zu leugnen: sie führte geradewegs auf ihren Hof zu!

Ashne sah ihren Bruder an, der aber nickte nur. Sie wussten nun, dass es kein Zufall war, als sie vor wenigen Tagen an ihren Eltern eine Veränderung wahrgenommen hatten: (Die Benachrichtigung war eingetroffen!!) – Die Eltern hatten sich plötzlich viel mehr um sie gekümmert, ihnen mehr Freiheiten gewährt, als sonst… -

Es war also wirklich so – wie der Baumgeist ihnen verheissen hatte: Sie waren auserwählt; sie waren auserwählt, am Hofe des Stadtpalastes von Almakhan die Herrschaft anzutreten. Zuvor jedoch würden sie erst einmal einige Jahre in der Obhut der mitherrschenden Priesterschaft die wichtigsten Dinge für eine solch hohe Stellung erlernen müssen. Natürlich freuten sich die beiden. Doch sie mussten auch an die Warnung des Baumgeistes denken: dass andere Mächte die den selben Anspruch an dieser Herrschaft hegten, sich so leicht nicht geschlagen geben würden, und im ungünstigsten Falle auch vor einem Meuchelmord nicht zurückschrecken würden:

Die Macht über das Land war der Gewinn; dass Leben der Preis…!

8.
Ashne und Baldar waren sich insofern schon sicher: sie würden diese Herrschaft nicht ablehnen, sondern annehmen!

- Beide wollten einiges verändern in diesem Land, was sich so richtig effektiv natürlich nur vom Herrscherhaus aus bewerkstelligen liesse.

Sie erhoben sich rasch und rannten über den wesentlich kürzeren jedoch äusserst steilen Abhang ihres Hügels – der mit einem Pferd kein besonders bequemer Weg war und deshalb auch von den Reitern gemieden wurde – über die angrenzenden Felder zum Hof zurück. Das heisst, das wollten sie eigentlich, bis Baldar auf die Idee verfiel, dem Enthusiasmus seiner Schwester nicht gleich nachzugeben.

Er wollte – wie es ihm fast zur zweiten Natur geworden war – erst einmal misstrauisch an die Sache herangehen, dass bedeutete: von der Rückseite des Hügels aus die auf den Hof zureitenden Männer beobachten, was sicherlich genügend Aufschluss auf ihre Absichten geben würde. Hinunterlaufen konnten sie ja immer noch!

Ashne gefiel das überhaupt nicht! Sie wollte nichts verpassen. – `Dabeisein’ war stets ihre erste Devise…: …und wenn sie ohne uns zurückkehren und uns vielleicht nicht ans Herrscherhaus berufen?!

Doch Baldar liess sich nicht erweichen:

Das glaubst du doch selbst nicht! Du möchtest doch nur deshalb jetzt dort hin, weil du weisst, dass sie alle schauen werden: die Stallburschen, die Mägde, und auch die Nachbarn. Du möchtest im Mittelpunkt stehen und es geniessen! Und das kannst du nicht, wenn sie uns hier oben wegholen, nachdem sie erfahren haben, wo wir sind…

Aber eben dieser Umstand machte ihm selbst so zu schaffen. – Wenn die Fremden tatsächlich erfuhren wo sie waren und nicht die Absicht hatten sie in den Palast zu holen…!

Ashne wollte darauf gerade etwas erwidern, als Baldar sie zum Schweigen brachte, er ihr zu verstehen gab, dass sie sich ducken sollten und anschliessend zum Haus des Hofes deutete…

Die Reiter wurden von den Burschen im Hof empfangen, die den Pferden zuerst aus der Tränke Wasser saufen liessen. Die Mägde hingegen kümmerten sich um den Durst der Männer, denen sie schwere Schläuche mit vergorenem Saft und selbstgebrautem Bier reichten.

Der Anführer des vierzehn Mann starken Trupps war dagegen bereits von seinem Reittier gestiegen und vor Ashnes und Baldars Vater und Mutter – welche noch immer ihre Küchenschürze umgehängt hatte, getreten. Er überragte die Eltern um mindestens zwei Kopfeslängen…

Nachdem er ihnen einige Fragen gestellt hatte, auf die der Vater antwortete und in ihre Richtung zeigte – worauf Ashne und Baldar sich unwillkürlich noch ein wenig tiefer ins Gras duckten – rief er einigen Männern etwas zu, die sofort auf ihre Tiere stiegen und im Galopp vom Hof und in ihre Richtung, das heisst, um den Berg herum, auf sie zuritten…

Anschliessend wurde der Anführer von den Eltern ins Haus gebeten, der mit zwei seiner Gefolgsleute eintrat…

Nach einer Weile, in der die Geschwister gespannt auf den Eingang des Hauses schauten, wandte Ashne sich ängstlich um und schaute sich um. Unwillkürlich rückte sie noch ein Stück näher an ihren Bruder heran, der sie mit einem mitleidigen Blick anschaute, worauf sie kleinlaut und mit leiser Stimme seinen Befürchtungen Auftrieb gab: …Und was machen wir, wenn du tatsächlich recht haben solltest?…

Baldar schaute nachdenklich drein, bis sich sein Blick klärte und er mit fester Stimme vorschlug: Vielleicht sollten wir sofort von hier verschwinden und uns erst einmal woanders verstecken?

Und wenn alles nur Hirngespinste sind und wir tatsächlich in den Palast geholt werden sollen?

…Na, dann macht’s ja wohl auch nichts, wenn wir nicht gleich zu finden sind…

Schliesslich gab Ashne nach: An was für ein Versteck hast du gedacht?

Ich denke wir könnten uns erst einmal in der kleinen Höhle an den Grotten verstecken, bis sich die Lage eindeutig geklärt hat.

Ashne war einverstanden; und gerade in dem Moment als sich die Beiden erheben wollten, da geschah es: – Ashnes Blick fiel wieder auf den Eingang ihres Hauses, gerade in dem Moment als die Tür zu ihrem Haus aufgerissen wurde und der Anführer der Männer mit seinen beiden Männer stürzte, seinen anderen Männern im Hof etwas zurief, die darauf die Burschen und Mägde erbarmungslos niedermetzelten und dabei ein wahres Blutbad zurückliessen, wieder auf ihre Tiere stiegen und im Eiltempo den bereits fortgerittenen Männern folgten…

9.
Ashne und Baldar schauten sich gegenseitig mit weit aufgerissenen Augen an, sofort packten sie sich bei den Händen und stürmten den Abhang ihres Verstecks hinunter.

Als sie schliesslich unten angekommen, durch die Äcker gerannt und wieder auf ihrem Hof waren, fühlten sie sich wie Fremde zwischen all den Toten und dem vielen Blut. Zwar hatten sie beide schon viel Blut bei den Tierschlachtungen gesehen, doch hier war es etwas anderes. Es waren ihre Leute, ihre Mägde und Burschen die hier lagen, mit denen sie vor wenigen Stunden noch gesprochen hatten. Hastig rissen sie die Tür des Haupthauses auf und eilten in die Stube…

Vielleicht hatte das, was sie sahen, sie augenblicklich erwachsen werden lassen, vielleicht war es auch einfach nur der Schock, der sie daran hinderte auf der Stelle zusammenzubrechen und vor sich hinzuschreien und zu heulen, jedenfalls war der Anblick für die beiden so schrecklich, dass sie sich bei den Händen nahmen und sofort aus dem Haus rannten, ihre zwei Tiere sattelten und flugs in Richtung der Grotten ritten…

Schliesslich war es soweit, nachdem sie wortlos die Tiere festgemacht, ein Feür angezündet und einige der Pferdedecken als Unterlage ausgebreitet hatten, holten sie ihre Ringe aus den Gürteln, zogen sie über ihre Finger und hielten sie wortlos in die Höhe, nur beschienen von den flackernden, blakenden Flammen des Feuers…

Die Strahlen der beiden Steine spiegeln sich in den Gesichtern der beiden Geschwister wider, wirbeln in der kleinen Höhle umher und verdrängen nach und nach das gelblich matte Flackern des Feürs. Immer stärker vermischen sich die blaün und roten Strahlen, bis dass das grelle Licht mehrfarbig erscheint und alle weiteren Konturen auszulöschen beginnt…

Alles wird zu Helligkeit, die sich immer weiter auf ein Zentrum hin, zu einer gelben leuchtenden Scheibe verdichtet…

EPILOG
...Der Reiter erscheint am Horizont, eilt, eine staubige Fontäne hinter sich herziehend, noch ein ganzes Stück weiter, ändert schliesslich seine Richtung und reitet nun direkt, seine Geschwindigkeit einen Hauch langsamer, auf die Mauern der Stadt zu, die mit ihren hohen, zwiebeldächernen Türmen über diese hinaus schauen.

An dem grossen Holztor steigt er von seinem Reittier, zieht einen Lederbeutel unter seinen Umhängen hervor und schreitet selbstsicher auf die behelmten und mit langen Speeren bewaffneten Wächter zu. Eine kurze Debatte, ein Griff in den Beutel – einige zinnfarbene Münzen wechseln den Besitzer – und dem Fremden wird Einzug in Stadt gewährt.

Jenseit der Mauern begann eine völlig andere Welt; eine Welt voller Farben, Gerüche und Laute.

Stimmengewirr mischte sich mit den Hufschlägen der Reittiere und dem Trommeln und Rasseln der Schaustellertruppen, die mit den leiernden Klängen ihrer Seiteninstrumente und den auf und abschwellenden Gesängen die anmutigen, jungen Tänzerinnen bei ihren Hüftkreisbewegungen begleiteten. Der Fremde schritt weiter zwischen den aus Zelttüchern bespannten Verkaufsständen, sein Tier am Zaumzeug hinter sich herführend, roch die Düfte der feilgebotenen Speisen und Getränke, und hatte manches Mal merkliche Schwierigkeiten, sich seinen Weg durch die Menge der Menschen und der aufdringlich schreienden Händler zu bahnen. Nur wenn der Wind sich drehte, veränderte sich auch die Form der Hintergrundgeräusche; das Stimmengewirr wurde faserig, und manchmal schwamm ganz undeutlich, fast schon an der Grenze des Hörbaren, kicherndes Frauengelächter an sein Ohr. Eilig zog der Fremde seine Umhänge wieder etwas dichter vor sein Gesicht und machte sich auf die Suche nach einer Unterkunft…

- Ende -

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Bildrechte: Coverillustration “Märchen.jpg” (Originaltitel: nixe01.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Märchen-72-155-100.jpg” (Originaltitel: nixe01.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Bildrechte: “Zeitlinien – manchmal gehen Uhren anders (Zeitlinien5.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Kaufempfehlung des Autors:

Maier, Uta
Amiga und die Suche nach dem Goldenen Turm

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Verlag :      AAVAA Verlag UG
ISBN :      978-3-86254-815-6
Einband :      Paperback
Preisinfo :      11,95 Eur[D] / 12,30 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 30.08.2011
Seiten/Umfang :      ca. 239 S. – 20,0 x 14,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 18.07.2011
Gewicht :      240 g

Medien :
Leseprobe(PDF)

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Wem man Einlass in den Goldenen Turm gewährt, wer über seine glänzende Schwelle tritt, der wird nie wieder so sein wie zuvor …

Als ihr Freund Amante sich in die nahe gelegene Stadt Mainstream aufmacht, bricht für Amiga eine Welt zusammen. Ahnt sie doch, dass es in der bunten Prachtstadt nicht mit rechten Dingen zugeht. Entgegen aller Vernunft folgt sie Amante wenige Tage später in die Glitzerwelt, um ihn vor möglichen Gefahren zu retten. Kaum angekommen, trifft sie auf den mysteriösen Jesko, der sie eindringlich vor König Acheloos und seiner schwarzen Wacht, der mächtigen Vigilia, warnt – zu Recht! Denn jeder, der den dunklen Wächtern in die Quere kommt, landet ganz schnell hinter der Pforte der Dunkelheit. Und Amigas sehnsüchtige Suche nach Amante passt ihnen überhaupt nicht.

Doch warum es die Wächter ausgerechnet auf Amiga abgesehen haben und wieso Jesko sie so verzweifelt beschützen möchte, erfährt Amiga erst, als die selbst an der Schwelle des Goldenen Turms angelangt ist. Doch da ist es für sie und Amante schon fast zu spät…

Uta Maier lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern am Rande des sagenumwobenen Odenwalds. Schon in ihrer Kindheit schrieb sie kurze Erzählungen, verlor dieses Hobby aber lange Zeit aus den Augen und stellte sich dem realen Leben.

Erst eine langwierige Erkrankung, die Suche und das Finden von Spiritualität und der Wunsch, andere Menschen mit ihren Geschichten zu berühren, führten sie letztendlich zu ihrer früheren Leidenschaft, dem Schreiben, zurück. So entstand ihr erster Fantasy-Roman „Triklin“, der fantastische und spirituelle Elemente in sich vereint und im Oktober 2011 im Papierfresserchens MTM-Verlag erscheint.

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KANINCHEN AUF DEM MARS Oder: DIE KORREKTUR DER ARTENDOMINANZ IM SOLSYSTEM – eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Felis Breitendorf

Erstellt von Felis Breitendorf am 18. Oktober 2011

KANINCHEN AUF DEM MARS

Oder:

DIE KORREKTUR DER ARTENDOMINANZ IM SOLSYSTEM

eine Science Fiction-Kurzgeschichte

von

Felis Breitendorf


Ich heiße Ben und bin ein Zwergkaninchen. Ich lebe unter einer riesigen Glaskuppel auf dem  Mars. Bevor die Fremden – die sich selbst die Prodanier nennen -  kamen, war ich noch ein dummes Tier. Jetzt bin ich mehr. Die Fremden haben mich und auch alle anderen meiner Art schlauer gemacht. Sie kamen in gewaltigen Raumschiffstädten und umkreisten unseren Planeten. Sie haben unsere Welt mit einer unbekannten Strahlung bestrichen, worauf alle Menschen und alle Tiere einfach eingeschlafen sind. Anschließend haben sie alle Menschen und Tiere in den Biokonverter geworfen und Blumenerde daraus gemacht. Nur uns Zwergkaninchen haben sie verschont. Von uns gibt es etwa 200-300 pro Kuppel, von denen inzwischen 145 über dem gesamten Planeten verteilt existieren. Demnach leben jetzt ungefähr 40.000 Zwergkaninchen auf dem Mars, viele, viele Wartungs-, Verpflegungs- und Kommunikationsroboter und keine anderen Tiere oder Menschen mehr. Und jede der 145 Kuppeln verfügt über eine eigene Kuppel-KI, die alle Vorgänge und alle Maschinen und Roboter steuert oder kontrolliert.

Die Fremden haben uns erklärt, dass wir nun das Erbe der Erde angetreten hätten, die einzigen intelligenten  Wesen im gesamten Sonnensystem seien, weil sie auch alle Menschen auf der Erde zu Blumenerde gemacht hätten, alle anderen Tiere aber unverändert gelassen haben. Ihrer Meinung nach hätten Menschen Ihre Chance, die man ihnen gegeben hätte, vertan, denn die Prodanier hatten bereits schon einmal das Solsystem besucht und der Menschheit eine letzte Chance gegeben, sich anständig zu verhalten, doch dieser Chance hätten die Menschen nun ein für allemal verspielt, da sie mit den ihnen von der Natur anvertrauten Lebensräumen nicht entsprechend würdig umgegangen wären. Nun würden sich die Tiere und die Pflanzen auf der Erde alle Regionen der Menschheit zurückerobern. Viele Hinterlassenschaften der Menschen haben die Fremden zerstört, die sonst irgendwann für die Tier- und Pflanzenwelt zur Gefahr geworden wären.

Wir Zwergkaninchen waren eigentlich als Spielgefährten für die Menschenkinder auf dem Mars gezüchtet worden, damit die was zum Spielen hatten. Doch nun gab es keine Menschenkinder mehr, denn auch diese waren zu Blumenerde umgewandelt worden und inzwischen von den Robotern untergejätet worden, damit die Kuppeln ausreichend Gemüse für uns bereitstellen konnten.

Alle Jungen, die wir bekommen würden – die Weibchen von uns – hatten dann auch bereits die genetische Veränderung, so dass sie zum Denken fähig wurden. Jedenfalls, wenn sie ein gewisses Alter erreichten. Die Fremden hatten unsere Wartungsroboter so verändert, dass jedem Neugeborenen ein Chip eingepflanzt wurde, so wie auch wir inzwischen einen im Kopf besitzen. Denn trotz der genetischen Veränderung der Fremden war es uns nicht möglich zu sprechen. Aus diesem Grund kommunizieren wir untereinander über ein Netzwerk, alle Zwergkaninchen auf dieser Welt und auch die Roboter und alle Maschinen und KIs, die uns helfen mit unserer Situation besser umgehen zu können. Das alle passiert über unsere Gedanken in virtuellen Räumen. Wir lassen uns über das Netzwerk von jedem, der was weiß in vielen Dingen beraten und schulen und fällen dann gemeinsam mit den Kuppel-KIs die Entscheidungen, welche Aufträge den Wartungs- und Herstellungsrobotern gegeben werden, wenn es um grundlegende Veränderungen geht.

Nachdem die Fremden gesehen haben, dass das alles funktioniert und wir klarkommen werden, haben sie uns mitgeteilt, dass sie nur noch wenige Korrekturen an den KI vornehmen würden, um uns dann in kürze zu verlassen. Ich bin jedenfalls ziemlich gespannt, wie es weitergehen wird. Was aus uns werden wird. Und ob wir wirklich in der Lage sein werden, das Erbe der Menschheit zu schultern! Jetzt freue ich mich aber auf meine frischen Mohrrüben, die mir vom Serviceroboter in einer Schale vor meine Unterkunft gestellt wurde. Lecker, lecker!

-Ende-

Copyright 2011 by Felis Breitendorf


Kaufempfehlung des Autors:


Schmidt, Esther
Spiel- und Wohnideen für Zwergkaninchen

Im Buch blättern

Verlag :      Gräfe u. Unzer
ISBN :      978-3-8338-2208-7
Einband :      Paperback
Preisinfo :      9,99 Eur[D] / 10,30 Eur[A] / 14,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 11.08.2011
Seiten/Umfang :      ca. 80 S. – 21,5 x 16,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      01.09.2011
Aus der Reihe :      Tier aktiv

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Flinke Hoppler brauchen Bewegungsfreiheit: Die munteren Zwergkaninchen rennen und springen für ihr Leben gern. Grundlage für ein zufriedenes Kaninchenleben ist daher ein abwechslungsreich eingerichtetes Gehege, das den Tieren neben ausreichend Platz auch noch Möglichkeiten zum Buddeln und sich Verstecken bietet. Für die Innenhaltung stellt das Buch ein cleveres Modulsystem, einen Etagenbau für beengte Verhältnisse und multifunktionelles Mobiliar vor und für die Außenhaltung viele pfiffige Einrichtungsideen. Das Zubehör und die Bauten gibt es entweder fertig zu kaufen oder sie lassen sich dank der verständlichen Anleitungen leicht selbst herstellen. Zahlreiche praxiserprobte Solo-, Futter- und Intelligenzspiele sorgen dafür, dass bei Ihren Zwergen garantiert keine Langeweile mehr aufkommt. Und schließlich zeigt ein eigener Abschnitt, wie zwischen Halter und Kaninchen das nötige Vertrauen entsteht, so dass beide viel Freude an gemeinsamen Spielen wie Hürdenspringen und Slalomlauf haben.

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EIN GEWAGTES MANÖVER – DIE FLUCHT VOR DEN ROBOTERN. Leseprobe aus dem Science Fiction-Roman: DAS ÜBERLEBEN, DAS STERBEN UND DER KRIEG (Teil 2) von Felis Breitendorf

Erstellt von Felis Breitendorf am 15. August 2011

EIN GEWAGTES MANÖVER – DIE FLUCHT VOR DEN ROBOTERN

Leseprobe aus dem Science Fiction-Roman:

DAS ÜBERLEBEN, DAS STERBEN UND DER KRIEG

(Teil 2)

von

Felis Breitendorf


Frruuggg programmierte zwei der letzten drei Fänger im Rondell seiner Arche um die beiden Verfolger auszulöschen. Frruuggg war das letzte seiner Art. Alle anderen Schiffe seiner Sippe waren von den Jägern der MARTURA-KONDIANZ restlos vernichtet worden. Die beiden Fernlenkgeschosse waren durch eine Tarnkappentechnik vor den Geräten der beiden Jäger, die der Arche immer näher kamen, geschützt. Doch die beiden Roboterschiffe waren nicht völlig hilflos: Sie stießen von Zeit zu Zeit eine Reihe von winzigen Streumienen aus, die sie vor den Fernlenkgeschützen bewahren sollten. In den Zwischenzeiten setzen die Jäger Sonden aus, die die Gefolgschaft ihrer Schlachtschiffe, die in Kürze aus dem Hyperraum austreten würde, auf den neuesten Informationstand bringen würde, so dass die Roboterflotte ihre Jäger ausschwärmen und alles noch vorhandene reptilianische Körperwandlerleben auslöschen würde. Frruuggg wollte daher schnell handeln und gab den bereits auf den Weg zu den Feindschiffen fliegenden Fernlenkgeschossen einige Befehle, damit diese auf Streuminenwolken achten und diese umfliegen würden.

Auf der Anzeige vor ihm konnte er verfolgen, wie die beiden blauen Punkte der Geschosse, den beiden gelben Punkte der Jägerschiffe immer näher kamen, wovon diese nichts mitbekamen. Doch auch die Jägerschiffe kamen der im Raum lediglich mit der Austrittsgeschwindigkeit aus dem Hyperraum versehenden Arche immer näher und setzten nun auch ihrerseits ihr Feuer ein um die Arche zu vernichten. Frruuggg hoffte einfach, dass nun alles klappen würde, es startete sein letztes Fernlenkgeschoß und programmierte dessen Flugbahn so, dass es in einem Bogen fliegend wieder auf die Arche eintreffen und diese zerreißen würde, genau im Moment als auch die Jäger auf die Arche schossen, so dass die Arche kurz vor der Vernichtung der beiden Jäger zerstört werden würde.

Schnell begab sich Frruuggg in die Rettungskapsel, die mittels eines Katapults von der Rückseite der Arche in den Raum geschleudert würde. Das Ganze hatte das Wesen so programmiert, dass dies kurz vor der Zerstörung der Arche passierte und kurz vor der Zerstörung der beiden Jäger. Die Gefahr war einfach zu groß, dass die beiden Jäger kurz vor ihrem Ende noch Datensonden ausschleusen würden, die die Erkenntnis an die noch folgenden Robotterschlachtschiffe weitergaben, das die Arche eine Rettungssonde ausgeschickt hätte mit dem letzten noch existierenden reptilianischen Körperwandlerwesen seiner Art in dieser Galaxis. Frruuggg konnte nun nichts mehr tun, alles war von dem Wesen vorprogrammiert und damit in die Wege geleitet. Es konnte nur noch hoffen, dass sein Plan gelingen würde. Schließlich spürte es einen Ruck durch sein Gefährt gehen, gefolgt von einem noch stärkerem Ruck als die Sonde in den Weltraum im toten Winkel der Jägerschiffe katapultiert wurde und anschließend ein Inferno ausbrach und auf einem der anderen Monitore zu sehen war wie die Arche in Millionen von Stücken zerrissen wurde. Dabei gab es einen ohrenbeteubenden Schlag und einen weiteren harten Ruck in der Sonde, die offenbar von einem der Teile der Arche getroffen worden war. Schnell schaute Frruuggg auf die andere Anzeige in der Rettungssonde und beobachtete wie die zwei Punktepaare der Geschosse und die der Jäger ineinander verschmolzen. Anschliessend verschwanden alle Punkte auf dem Monitor. Mit Sicherheit hatten die Jäger vor ihrem Dahinscheiden noch Datensonden ausgeschickt, doch darauf würde die Rettungssonde nicht zu sehen sein. Mehr Sorgen machte sich Frruuggg um mögliche Beschädigungen der Rettungssonde da diese offenbar von Teilen der Arche getroffen worden war.

Auf dem Monitor der Funktionsanalysen stellte Frruuggg fest, dass das Tarnkappenfeld der Rettungssonde intakt war, dagegen zeigte die Anzeige des Antriebs, dass dort ein nichtreparabler Schaden entstanden war, so dass die Rettungssonde lediglich noch mit den Steuerdüsen zu lenken war aber nicht mehr richtig Fahrt in das Sonnensystem in der Nähe, in dem einige verheißungsvolle Planeten einen gelben Stern umkreisten, aufnehmen konnte. Auf einem anderen Gerät blinkte es plötzlich und Frruuggg mußte mit ansehen, wie die Roboterflotte aus dem Hyperraum austrat und die Lage sondierte, die ausgesandten Datensonden der beiden zuletzt von ihm vernichteten Jägerschiffe aufnahm und diese auswertete. Nun kam es darauf an: War Frruuggg in Sicherheit oder würde man sein Manöver durchschauen? Und wenn die MARTURA-KONDIANZ es aufgreifen würde, würde man es sofort töten oder es in eines der Schlachtschiffe holen und es häuten um mehr über seine Körperwandlerfähigkeiten in Erfahrung bringen? Frruuggg hoffte, dass das nicht passieren würde. Die Alternative war ihm alledings bis zu diesem Moment auch noch nicht klargeworden: würde es den Kältetod erleiden müssen, da der Antrieb seiner Rettungssonde zerstört war? Schließlich blickte das letzte Wesen seiner Art auf den Bildschirm und beobachtete mit Schrecken, wie eines der Roboterschlachtschiffe eilig auf die Rettungskapsel zu kam…

Ende (Teil2)

(wird fortgesetzt!)

Copyright 2011 by Felis Breitendorf


Kaufempfehlung des Autors:

Orths, Markus
Die Tarnkappe

Verlag :      Schöffling
ISBN :      978-3-89561-471-2
Einband :      gebunden
Preisinfo :      19,95 Eur[D] / 20,60 Eur[A] / 28,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 21.06.2011
Seiten/Umfang :      224 S.
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      15.02.2011

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Unsichtbar sein. Sehen können, ohne selber gesehen zu werden. Dinge tun, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen: Jeder hat sich das schon einmal gewünscht.

Simon Bloch, Mitte vierzig, erhält eine solche Chance. Seinen Lebenstraum – Filmkomponist zu werden – hat er längst beerdigt und sich eingenistet in alltäglicher Routine. Da gelangt er vollkommen unerwartet in den Besitz einer seltsamen Kappe. Als er sie aufsetzt, verschwindet er vor seinen eigenen Augen und spürt “ein Knistern, etwas, was tief in ihm geschah und zugleich auf der Oberfläche, ganz so, als kehre sich alles Verborgene nach außen und alles Äußere nach innen”. Blochs Leben gerät aus den Fugen. Zunächst versetzen ihn die neuen Möglichkeiten in einen Rausch. Doch bald werden seine Fragen dringlicher: Wer hat ihm die Tarnkappe zugespielt? Wie funktioniert sie überhaupt? Und: Was macht sie mit ihm? Um das herauszufinden, muss Simon Bloch Dinge tun, die er niemals für möglich gehalten hätte.

Markus Orths verleiht einem faszinierenden literarischen Motiv seinen eigenen mitreißenden Sound. Ein Schwindel erregender, wilder Trip ins Nichts: hinein in das, was wir nicht sehen können – oder nicht sehen wollen.

Markus Orths, 1969 in Viersen geboren, lebt in Karlsruhe. Seine Romane, inzwischen in 14 Sprachen übersetzt, wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem open mike (2000), dem Förderpreis des Marburger Literaturpreises (2003), dem Heinrich-Heine-Stipendium (2006) und dem Sir Walter Scott-Preis (2006). Zuletzt erhielt er das Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg (2008), den Telekom-Austria-Preis (2008) in Klagenfurt und den Niederrheinischen Literaturpreis (2009).

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DER LETZTE SEINER ART – VERFOLGT VON ROBOTERN. Leseprobe aus dem Science Fiction-Roman: DAS ÜBERLEBEN, DAS STERBEN UND DER KRIEG (Teil 1) von Felis Breitendorf

Erstellt von Felis Breitendorf am 10. August 2011

DER LETZTE SEINER ART – VERFOLGT VON ROBOTERN

Leseprobe aus dem Science Fiction-Roman:

DAS ÜBERLEBEN, DAS STERBEN UND DER KRIEG

(Teil 1)

von

Felis Breitendorf

Frruuggg programmierte zwei der letzten drei Fänger im Rondell seiner Arche um die beiden Verfolger auszulöschen. Frruuggg war das letzte seiner Art. Alle anderen Schiffe seiner Sippe waren von den Jägern der MARTURA-KONDIANZ restlos vernichtet worden. Die letzten 54 Archen-Schiffe waren über eine spezielle Ringkommunikation mit einander verbunden gewesen. Jedes dieser Schiffe war mit einem Königin-Gestaltwandler-Wesen und seinen unausgeschlüpften Eiern besetzt gewesen, die von der brennenden Heimatwelt Brruugggooos in alle Richtungen geflohen waren, von denen die Schlachtschiffe der MARTURA-KONDIANZ nichts übrig gelassen hatte. Damit wenigstens ein Königin-Wesen einen neuen Staat gründen konnte, irgendwo weit weg auf einem anderen Planeten, hatte man sich getrennt. Jede Arche versuchte sein Glück und glitt in den Hyperraum ein, jedes in eine andere Richtung. Sofort hatten sich Abertausende der Roboterschiffe an die Fersen der fliehenden Archen geheftet und waren diesen gefolgt. Gnadenlos folgten die Maschinenwesen den Reptilien-Körperwandler-Wesen, die sich selbst die BBBRRROGGGRRR nannten. Zwar waren die BBBRRROGGGRRR-Archen weitaus besser bewaffnet, doch die Roboterschiffe waren einfach zahlenmäßig so weit überlegen, dass letztlich jedes der einzelnen Lämpchen auf der Anzeige vor Frruuggg erlosch, was deren Vernichtung bedeutete. Die Fähigkeit der MARTURA-KONDIANZ-Schiffe, anderen Schiffen auch durch den Hyperraum folgen zu können, war dabei zusammen mit ihrer unsagbar hohen Anzahl der Schlüssel für ihren Erfolg.

Frruuggg hatte bislang großes Glück gehabt und nur die Tatsache, dass es aus dem Hyperraum kommend in einen Asteroidenfeld ausgetreten war, hatte sein Überleben möglich gemacht. In diesem Feld hatte es sich verstecken können und schließlich gelang es in den Hyperraum zu flüchten während Tausende von Roboterschiffen das Feld nach der Arche durchsuchten. Doch ein rundes Dutzend der Roboterschiffe hatten Frruuggg rechtzeitig in den Hyperraum folgen können. Nachdem Frruuggg die Arche im Orbit eines roten Riesensterns, der von drei toten Gesteins- und vier riesigen Gasplaneten umkreist wurde, aus dem Hyperraum ausspucken ließ, versteckte es sich in den obersten Schichten eines dieser Gasplaneten und schaffte es so, dass die Roboterschiffe sich trennten und einzeln nach ihm suchten. Bei diesem Versteckspiel war Frruuggg so geschickt vorgegangen, dass es sich die meisten der Jäger vornehmen konnte und diese vernichtete. Zum Schluß waren es nur noch zwei Roboterschiffe, die noch intakt waren. Doch auch Frruugggs Arche hatte einiges abbekommen: die meisten der Kurzstreckengeschütztürme auf der Außenseite der Arche waren beschädigt worden und nur noch eines davon konnte Impulsgeschosse von sich geben, aber leider war das Geschütz nicht mehr wirklich steuerbar. Die Fernlenkgeschosse waren inzwischen auch fast alle aufgebraucht. Da Frruuggg klar war, dass es das Weite suchen mußte, bevor die restlichen Roboterschiffe in dieses System kamen und Frruuggg dann mit Sicherheit vernichtet würden, riskierte das Wesen es, dass die zwei übrig gebliebenen Schiffe im folgten und dabei bis zum erneuten Eintritt in den Hyperraum auf ihn feuern konnten.

Als Frruuggg endlich in den Hyperraum eintrat, in dem die Roboterschiffe nicht mehr auf die Arche feuern konnten, war sie reif für den Schrott und so verfrachtete Frruuggg alles was es noch zusammenraffen konnte in die Rettungskapsel. Dem reptilianischen Körperwandler-Wesen war klar, dass die Arche keinen weiteren Hyperraumeintritt mehr schaffen würde und mit viel Glück würde es den letzten Austritt noch überstehen und Frruuggg könnte mit der Kapsel flüchten, die zwar durch seine Bauweise und dem speziellen Antrieb für die Roboterschiffe nicht zu entdecken war, doch leider auch nicht über einen Hyperraumantrieb verfügte. Aus diesem Grund hatte sich Frruuggg dazu entschlossen den Austritt in der Nähe einer gelben Sonne, die möglicherweise einige Planeten aufwies, die sich als Lebensraum nutzen ließen, stattfinden zu lassen. Einziges Problem waren die letzten zwei Roboterschiffe, die es zu vernichten galt. Und auch die Arche mußte vernichtet werden, damit die später nachfolgenden Roboterschiffe nur noch die Überreste der drei Schiffe finden und sich dann wieder auf den Heimweg machen würden ohne sich um das Sonnensystem in der Nähe zu kümmern. Das ganze mußte so geschehen, dass die beiden letzten Roboterschiffe, die mit Sicherheit Datenbojen ausstoßen würden, die die nachfolgenden, aus dem Hyperraum kommenden Roboterschiffe informieren würden, keinen Verdacht schöpften, den sie den folgenden Schiffen mittels der Bojen übermittelten, so dass diese davon überzeugt waren, dass mit der Vernichtung der Arche, alle Gestaltwandler-Wesen ausgelöscht waren. So galt es zuerst die beiden Jäger zu vernichten und dann auch die Arche. Doch die Arche durfte sich nicht selbst vernichten, dass würden die anderen nachfolgenden Roboterschiffe beim Untersuchen der Reste bemerken, wenn das Schiff von innen heraus explodiert war.

Frruuggg schickte deshalb zwei der letzten drei Fänger im Rondell seiner Fluchtarche in Richtung der beiden Verfolger um diese auszulöschen. Den dritten Fänger wollte Frruuggg dazu verwenden, die Arche selbst abzuschießen und zu vernichten. Kurz vorher wollte Frruuggg mit der Rettungskapsel sich in Sicherheit bringen. Das mußte auf Anhieb klappen denn eine zweite Chance gab es nicht…

Ende (Teil 1)

(wird fortgesetzt!)

Copyright 2011 by Felis Breitendorf


Kaufempfehlung des Autors:

Echsen das Erbe der Drachen 2012

Herausgegeben von Weingarten
Verlag :      KV&H Verlag
ISBN :      978-3-8400-5370-2
Einband :      Spiralbindung
Preisinfo :      19,95 Eur[D] / 19,95 Eur[A] / 35,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang :      14 S. – 34,5 x 45,0 cm
Produktform :      P: Kalender
Erscheinungsdatum :      05.2011
Gewicht :      528 g

Mit ihren kräftigen Krallen, spitzen Rückenzacken und dem geschuppten Panzer wirken Echsen wie Tiere aus der Urzeit. Der Kalender zeigt gefährliche Komodowarane, Agamen, Leguane und Meerechsen der Galapagosinseln und gewährt einen kleinen Einblick in die große Artenvielfalt der Echsen.

Alle Bilder anschauen und direkt beim Verlag bestellen!

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