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DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 6) von Felis Breitendorf und Petra Weddehage

Erstellt von Felis Breitendorf am 10. Juni 2013

DAS ZWEITE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 6)

von

Felis Breitendorf & Petra Weddehage

(Zum vorherigen Teil)

… erschreckt fährt die Frau aus ihrem Traum auf. Ein Krachen und Heulen weht durch die ganze Kolonie. Verwirrt reibt sie sich die Augen. „Ach, nur wieder ein Sandsturm“, denkt sie. Vielleicht würde ihr ein Becher Kakao dabei helfen, wieder einzuschlafen. Dieses Luxusgut hat sie zu ihrem Geburtstag geschenkt bekommen. Genüsslich trinkt sie ihren Becher leer, legt sich wieder neben ihren Mann und denkt über ihren Job nach, wie sie eine neue Methode entwickeln kann, um die Nutzpflanzen der Kolonie noch besser an die lebensfeindliche Umgebung des Planeten anzupassen. Zwar existieren riesige Treibhäuser, doch wenn auch nur eines dieser Habitate ausfiele,  gäbe es immer wieder Engpässe bei der Versorgung. Außerdem wollen die Siedler, die nun schon in der vierten Generation den Planeten urbar zu machen versuchen, sich von den Ketten ihres Mutterplaneten und somit von der Profitgier der Manager lösen. Wenn es ihr gelingt, die Pflanzen außerhalb der Habitate zum wachsen zu bringen, wären die Rationen endlich nicht mehr so knapp bemessen. Dabei überlegt sie, die Früchte dieser Pflanzen nicht nach oben wachsen, sondern in der Erde reifen zu lassen. Dazu nutzt sie einige Abarten von Kartoffeln, die wie Zwiebeln und Möhren für diese Version exzellent geeignet scheinen. Gestern hatte sie einen Teilerfolg verbuchen können und war erst spät ins Bett gekommen, da sie zu aufgekratzt war, um zu schlafen. Jack, ihr Mann grummelt neben ihr. Sie kuschelt sich an ihn und schläft wieder ein …

***

“Liebe Frau Komore, der Arm ist der Träger eines ARTEFAKTES, das über eine ganze Reihe von Fähigkeiten verfügt, die auf den ersten Blick ziemlich übertrieben, wenn nicht nicht gar phantastisch anmuten. Zu den Herausragendsten gehört die Tatsache, dass dieses ARTEFAKT eine schier unbegrenzte Menge an Energie speichern kann und sie auf Wunsch auch wieder abgibt. Um diese Möglichkeiten auszuschöpfen hatten wir das ARTEFAKT ursprünglich als Energielieferant für eine gesamte BASE eingesetzt. Und Sie wissen ja, wie gewaltig solch eine BASE ist?”

“Ja natürlich, eine BASE ist eine mobile Kugelstation mit einem Durchmesser von 550 Kilometern …”

“… und kann ganze Schlachtschiff-Flotten beherbergen und bewegt sich mittels Energieentladungen von Basering zu Basering. Dabei wurden die ersten Stationen von gewaltigen Fusionsgeneratoren betrieben, die neuen Modelle verfügen dagegen über Antimateriegeneratoren. Durch diese Energien falten sie den Raum innerhalb eines Baserings, so dass sie sich durch den Raum fortbewegen ohne aufwendig durch Hyperraumtore springen zu müssen …”

“…was bei einer Größe von 550 Kilometern Durchmesser auch kaum zu bewerkstelligen wäre.”

“Exakt. Die Hyperraumsprung-Tore befinden sich immer in der Nähe der Sonne eines Systems und nutzen die Schwerkräfte, die elektromagnetischen Energien des jeweiligen Sterns, um damit Tore zu öffnen, durch die sprungfähige Schiffe dann in den Hyperraum befördert werden. Je höher die Eintrittsgeschwindigkeit eines Schiffes ist, das in den Hyperraum eintritt, desto kürzer ist die Zeit, die es braucht, um eine bestimmte Strecke zurückzulegen.”

“Diese Eintrittsgeschwindigkeiten müssen die Schiffe aber erst einmal aufbringen und beim Austritt durch das Gegentor wieder abbremsen, was einen erheblichen Energieaufwand voraussetzt.”

“Das ist richtig, Frau Komore. Eine BASE hingegen erzeugt diese Energien selbständig, bzw. zusammen mit dem Basering im jeweiligen Sonnensystem, wobei dieser ebenfalls die Energie vom jeweiligen Stern anzapft. Deshalb, und auch aus anderen logischen Gründen, befinden sich die Baseringe ebenso in der Nähe der Sonne eines Systems, zumeist aber nicht direkt in der Nähe von Sprungtoren, um sich nicht gegenseitig zu stören.  Wie Sie sicherlich wissen, Frau Komore, kann man ein Sonnensystem, vor allem dessen innere Planeten nur durch das jeweilige Sprungtor erreichen oder durch eine BASE über den Basering. Fremde Schiffe, und die ohne Zulassung für das Sprungtor, können ein Sonnensystem in der Regel nur von außen erreichen. Daher müssen sie das gesamte Sonnensystem erst einmal durchqueren, was bei einer maximalen Fluggeschwindigkeit von 0,01 LG, die bislang als Höchstgrenze von Raumschiffen erreicht wurde, einen gewaltigen Zeitraum einnimmt.”

“So weit ich weiß, gilt das doch auch, wenn diese Schiffe von oben oder unten in die flache Scheibe eines Systems eindringen, richtig Major?”

“Genau, denn Sprünge näher als bis zu einer Entfernung von etwa dem 5000fachen des Durchmessers des Zentralgestirns, bzw. der dominanten Sonne, gelten als kritisch. Das wären bei Sol etwa 50 AE, also die Entfernung von der Sonne bis zum Kuipergürtel.  Wenn ein Schiff aus dem Hyperraum austritt und dabei diesen Mindestabstand unterschreitet, bedeutet dies für das Schiff meist die Vernichtung. Die Schwerkraft in Verbindung mit den elektromagnetischen Auswirkungen des Zentralgestirns beeinflussen den Austritt dahingehend, dass das Schiff so gut wie immer in der Sonne entmaterialisiert.”

“Dadurch sind Sonnensysteme aber auch vor einer Bedrohung geschützt, da Außenortungsstationen die Information einer gegnerischen Kampfflotte in  hundertfach schnellerer Zeit übermitteln. Selbst wenn in einem System im Moment keine BASE stationiert ist, ist genug Zeit vorhanden, diese über den Basering herbei zu rufen, richtig?”

“Exakt, Frau Komore. Man merkt, dass Sie eine fähige ERK-Ermittlerin waren und ihre Hausaufgaben gemacht haben. Um also meinen Faden wieder aufzunehmen: Wir haben eine BASE mit dem ARTEFAKT als Energielieferant ausgestattet und das hat uns ermöglicht, auch Sprünge auszuführen, die nicht an die Gegenstation eines Baseringes gekoppelt war. Die Energie des Sterns, der Sonne beim Empfangsort, wurde gar nicht benötigt. Das ARTEFAKT alleine war in der Lage eine BASE durch den gefalteten Raum zu transportieren. Wir bezeichnen die Fortbewegungsweise dabei aber nicht als den Flug durch den Hyperraum sondern als Transport durch den Quantenraum. Können Sie sich also ausmalen, welche Energiereserven dieses ARTEFAKT besitzt?”

“Hat man denn mal messen oder ermitteln können, wie groß die Energiemenge ist, die in dem ARTEFAKT steckt und wie es das macht?”

“Das war uns bislang leider nicht möglich. Aber unser Versuch mit dem ARTEFAKT in der BASE hat uns zu dem Entschluss verholfen, die Fähigkeiten dieses Objekts quasi mehrfach zu nutzen.”

“Mehrfach, wie ist das gemeint?”

“Durch die Winzigkeit des Objektes ist es möglich, sie nahe an eine Person heran zu bringen und gleichzeitig damit ein gewaltiges Raumschiff anzutreiben. Das ARTEFAKT ermöglicht Ihnen Einsätze auf Planeten auszuführen. Danach Kurzsprünge in den Weltraum oder direkt in Ihr Raumschiff zu vollführen. Anschließend dient das ARTEFAKT als Antriebsenergie für Ihr Schiff, welches mit einer Emergenten KI ausgerüstet ist, so dass Sie augenblicklich in den Quantenraum gleiten können. Dadurch ist es möglich, auch innerhalb von Sonnensystemen weite Distanzen zu überwinden, ohne sich großartig im Raum mittels Schub bewegen zu müssen.”

“Das erinnert stark an die Metalle auf B5, die das ja auch vollbringen können …”

“… wobei wir aber nicht wissen, wie genau das zu steuern ist mittels des B5-Metalls. Wie genau das zu bewerkstelligen ist und wann man damit kontrollierte Hyperraum- oder Quantenraumflüge bewältigen kann ist unbekannt. Das kann noch Jahre dauern, bis wir das verstehen und beherrschen. Wir müssen jedenfalls davon ausgehen, dass andere Mächte, egal ob menschlicher Abstammung und fremder, diese Fähigkeiten ebenfalls besitzen oder entwickeln können. Deshalb ist es wichtig, dass wir eine universell einsetzbare Waffe haben, um einer solchen Situation zu begegnen.”

“Und das dürfte dann meine Rolle dabei sein …?”

Das Wesen hört ein Summen und fühlt das andere Wesen sich seinem Standort nähern. Eine lange Zeit vergeht und unglaubliche Panik und Angst macht sich in ihm breit. Sind diese Neuankömmlinge ihm feindlich gesinnt? Oh, es wird wohl seine Klangbrüder nie wieder sehen. Ein Laut der fruchtbarsten Verzweiflung durchströmt es.

Die Menschen haben es mit allerletzter Kraft geschafft, den Planetoiden zu erreichen. Verwundert sehen sie, dass sie dort nicht alleine sind. Ein Gebilde aus Materie und Licht, das die Form einer Kugel mit irisierenden Ringen darum hat, enthüllt sich ihren verblüfften Augen. Dieser unglaubliche Anblick läßt die vier Männer vergessen in welcher verzweifelten Lage sie sich gerade befinden.

„Tja Leute, sagt Piet der Navigator mit brüchiger Stimme, sieht aus, als hätten wir die Ehre, den Erstkontakt herzustellen. Wenn wir das versauen, gehen wir als Antihelden in die Geschichte ein, irgendwelche Vorschläge?“

Kurze Zeit später machen sich der Schiffskoch Bill und Murphy, ein junger Mann, der gerne mal einen kippt, bereit, dem fremden Gebilde einen Besuch abzustatten. „Wenn es schiefgeht, dechte der Käpt´n, sind das die beiden Spinner, die ich am ehesten entbehren kann.“

***

Ihre Rolle, Frau Komore, ist es, uns zu verteidigen oder auch aufzuklären und zu ermitteln, damit niemals eine Situation eintreten mag, in der unsere Planetensysteme von innen heraus angegriffen werden können …”

“Major, was nützt aber ein solch großes Schiff, wenn es von einer Emergenten KI befähigt wird, denen das Militär und wohl auch die VPS niemals die Befehlsgewalt eines unberechenbaren Waffenarsenals anvertraut wird?”

“Da haben Sie recht, Frau Komore. Aus diesem Grund sind Sie ja auch die Trägerin des ARTEFAKTs und nicht die KI in dem Großraumschiff.”

“Großraumschiff? Das heißt, dass das Schiff doch eine starke Bewaffnung aufweist?”

“Darauf möchte ich erst später eingehen. Das kann ich Ihnen genau erklären, wenn ich das Schiff an Sie übergeben werde. Nur so viel: das Schiff ist mit einer ganzen Flotte an Panzerkreuzern ausgestattet, die aber Ihrer Befehlsgewalt unterliegen. Aber dazu später. Die Verteidigungsanlagen des Mutterschiffes selbst werden gespeist von den Energien des ARTEFAKTs in ihrem Arm. Das heißt, die Emergente KI hat keine Befehlsgewalt über irgendwelche Waffenarsenale.”

“Warum dann überhaupt eine solche Emergente KI als Käptn des Schiffes?”

“Das geht leider nicht anders, weil ja nur eine Emergente KI in der Lage ist diese Antriebsmöglichkeit durch den Quantenraum zu berechnen und das Hineingleiten in den selbigen möglich zu machen.”

“Also sozusagen eine Zweckgemscheinschaft zwischen Künstlicher Intelligenz und menschlichem Bewußtsein?”

“So haben wir uns das ausgedacht. So kann man das eine nicht tun ohne das andere zu lassen. Aber Genaueres über das Schiff und der Zusammenarbeit zwischen Ihnen erfahren sie bei der Besichtigung des Schiffes. Ich möchte jetzt lieber nochmal auf den Einsatz des ARTEFAKTES in ihrem neuen Arm eingehen. Sie werden bei Einsätzen auf Planeten einen spezifizierten LANDER verwenden, mit dem Sie durch die Atmosphäre eines Planeten dringen können ohne das man das großartig orten kann. Solch ein LANDER ist auf verschiedene Art einzusetzten. Zunächst hat ein solches Gestell einen eigenen Gleitflugantrieb, außerdem einen Gleitschirm und ein  Ionen-Triebwerk als auch einen Hallantrieb, so dass Sie mit dem Lander mehrere Möglichkeiten haben, zu gleiten, zu fliegen, zu schweben und sich im Weltraum zu bewegen, mit Treibstoffen oder auch nur rein durch die Energie des ARTEFAKTs. Jedenfalls ist ein solches LANDER-Gestell auch einsetzbar innerhalb von Einmanngleitern und anderen Flug- und Landefluggeräten.”

“Major, sie hatten doch was davon gesagt, dass ich mittels des ARTEFAKTs einen Quantenraumsprung von einem Planeten in den Orbit vollführen kann. Warum kann ich nicht umgekehrt direkt auf den Planten springen?”

“Das würde natürlich auch gehen. Aber bedenken Sie dabei mehrere Dinge: Zum einen können Sie bei Einsätzen natürlich auch mit einem Jet landen, wenn die Situation das möglich macht. Die Landung mit einem LANDER ist meist dann die bevorzugte Vorgehensweise, wenn das Ganze unbemerkt und geheim ablaufen soll. Wenn ein Planetensystem über ein ausreichendes Ortungs- und Abwehrsystem verfügt, dann macht es ja keinen Sinn, mit einem Jet zu landen, das würde ebenso nicht unbemerkt bleiben als wenn sie per Quantenraumsprung in die Atmosphäre eindringen würden. Sie müssen bedenken, dass sie dabei einen erheblichen Anteil des Raums, den Sie dann ausfüllen, explosionsartig nach außen drücken. Das hat ungefähr den Effekt als wenn sie mit einem Jet auf Maximalbeschleunigung gehen und mehrfach die Schallmauer durchschlagen. Da ist dann nichts mehr mit geheimer Mission.”

“Aber wenn ich vom Planeten im Falle eines Notfalles oder wenn es sonstwie nicht mehr anders geht, in den Orbit oder mein Schiff springe oder teleportiere, entsteht dann nicht auch eine Unterdrucksituation, die den selben lauten Effekt hat?”

“Das ist schon richtig, nur mit dem Unterschied, dass es ihnen ja dann egal sein kann, weil sie dann nicht mehr entdeckt werden können, sie befinden sich danach sofort im Orbit oder im Großraumhangar ihres Schiffes, so daß sie kurzfristig und unbemerkt flüchten können.”

“Unbemerkt wird das doch dann auch nicht von statten gehen, wenn ein großes Schiff sich im Orbit aufhält.”

“Ihr Schiff ist in der Lage sich zu tarnen. Doch darauf möchte ich erst bei der Besichtigung eingehen, dann werden sie das sofort verstehen. Was das Springen, oder Teleportieren, wie Sie es nennen, angeht, gibt es noch Einiges, was Sie lernen werden zu beachten. Vor allem die Tatsache, dass es gefährlich ist, aus dem Orbit auf den Planeten zu springen. Zum einen ist es nicht exakt möglich, das Ganze so zu berechnen und zu bewerkstelligen, dass sie genau auf der Oberfläche des Planeten landen. Sie könnten etwa mitten in der Wand eines Gebäudes oder im Boden oder schlimmer noch inmitten einer Person materialisieren. Das wäre dann eine ziemliche Sauerei und hätte keine Spur mehr von Geheimmission. Hinzukommt, dass ein Planet eine Eigenrotation aufweist und sie selbst vom Orbit kommend möglicherweise selbst noch einen Drehimpuls haben, der sich bei der Materialisierung ziemlich negativ bemerkbar machen würde, etwa dadurch, dass sie auf der Oberfläche materialisieren und durch Ihren noch vorhandenen relativen Bewegungsimpuls wie ein Geschoss durch alles Mögliche fliegen und das durchschlagen, möglicherweise auch durch eine Menschenmenge. Es ist also in jedem Falle ratsam sich mit dem LANDER anzufreunden. Wenn möglich können sie vom Orbit aus in die oberen sehr dünnen Atmosphärenbereiche springen und dann dort auf eine andere Fortbewegungsweise überwechseln. In jedem Fall wird der LANDER eines Ihrer Hauptarbeitsgeräte darstellen und sobald wir das mit der Anpflanzung des Armes erledigt haben, werden Sie sich wohl mit diesem Gerät anfreunden müssen. Das wird aber zur Einübung unter kontrollierten Bedingungen geschehen.”

“Wo wird das passieren?”

“Wir werden sie jetzt zur GUANGZHOU bringen und dort wird die Verpflanzung des neuen Arms stattfinden. Anschließend werden wir mit dem Schiff die BASE verlassen und mittels Hypersprungtor ein anderes Sonnensystem aufsuchen, dort wird eine andere BASE auf uns warten und uns zu dem Ort bringen an dem Sie Ihr neues Schiff erhalten werden. Bis es soweit ist wird genügend Zeit sein, den neuen Arm in Betrieb zu nehmen und sich mit den Funktionsweisen des selbigen und eines LANDERs vertraut zu machen. Wenn Sie einverstanden sind, Agent Komore, dann werde ich jetzt alles veranlassen.”

Ich erkläre mich einverstanden und bin nun wirklich ganz gespannt auf mein neues Leben als “Agent Komore”, so wie mich der Major soeben nannte …

(Zum nächsten Teil)

Copyright © 2013 by Felis Breitendorf & Petra Weddehage

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: Die Raumfahrerin” (Raumfahrerin 22,5mm hoch.jpg) © 2013 by Detlef Hedderich/sfbasar.de

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Zeichnungen von Guillory, Rob. Übersetzt von Frisch, Marc Oliver
Verlag :      Cross Cult
ISBN :      978-3-86425-131-3
Einband :      gebunden
Preisinfo :      16,80 Eur[D] / 17,30 Eur[A] / 24,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 05.03.2013
Seiten/Umfang :      ca. 128 S. – 18,0 x 12,0 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 06.2013

Eine Welt, in der es Schafe regnet?! In der Kühe wie von selbst explodieren?! In der gefiederte Frösche in allen Regenbogenfarben zum meistgesuchten Snack auf dem Planeten werden?! Das ist die Welt von Tony Chu, John Colby und – neu im Bunde gegen die organisierte Lebensmittel- und Geschmackskriminalität – Poyo, der Badass-Mecha-Kampfhahn im Dienste der USDA. Doch dass Tony seit seiner letzten Mission im Krankenhaus flach liegt, bringt seine nicht minder begabte Zwillingsschwester Toni ins Spiel. Zwischen Heiratsplänen, internationalen Verwicklungen und brüderlichen Verpflichtungen kommt sie Tonys ärgstem Gegner auf die Schliche … mit fatalen Folgen für Leib und Seele.Der neueste Band des wiederholt ausgezeichneten Kultcomics von John Layman und Rob Guillory markiert die Halbzeit der US-Comicreihe, die neben THE GOON, HACK/SLASH und SAGA derzeit die kuriosesten und witzigsten Ideen abfeuert. Noch sechs weitere Sammelbände, sagen Layman und Guillory, dann sei Schluss mit lustig. Bis dahin gilt aber zum Glück: CHEW – ein wirklich tierisches Vergnügen!

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DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 5) von Felis Breitendorf und Petra Weddehage

Erstellt von Felis Breitendorf am 30. April 2013

DAS ZWEITE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 5)

von

Felis Breitendorf & Petra Weddehage


(Zum vorherigen Teil)

Es ist so fremd und so alleine in dieser Galaxis. Es vermisst die Klänge und Farben seiner Heimat. Doch seine wissenschaftliche Neugier hat es den Riss durchfliegen lassen, auch um zu sehen, wie dieser wieder geschlossen werden kann. Das Überleben seiner Spezies, ja seiner ganzen Galaxis, hängt davon ab. Doch nun scheint sein Ende nahe und es wird wohl seine Mission nicht zu Ende führen können, denn die Transmission hat seine gesamten Energiecluster entladen. Niemand hat ahnen können, dass es hier in diesem fremden Raum keine Klänge gibt, die es umschmeichelt, keine Farben, die ihm helfen, sein Ziel zu erreichen. Seine Kräfte schwinden und so ist es nun auf diesem tristen Planetoiden gelandet, angezogen von einem Glitzern so hell wie die Sterne. Hoffnungsvoll schaut es das Objekt an, das es gefunden hat. Seine Messungen haben ergeben, dass das Objekt mindestens so alt ist, wie dieser Ort hier. Wer hat es erschaffen und warum ist es zurückgelassen worden?

Der Wissenschaftler in ihm beginnt sich interessante Theorien auszudenken. Dieses runde, schwarze Ding strahlt etwas aus. Es ist wohl Energie aber leider keine, die es brauchen kann. Verzweiflung wogt durch das Wesen und lässt seinen Körper erzittern und dunkel schimmern. Kraftlos beschließt es zu meditieren.

***

“Ich bin einverstanden. Wenn ich Ihrem Vorschlag nicht zustimme, können sie anschliessend das Gespräch aus meinem Gedächtnis löschen, Major Tochlavski.”

Der Mann schaut mich kurz mit seinen durchdringenden stahlblauen Augen an. Er notiert etwas in seinen Handcomputer. Danach drückt er einige Knöpfe an dem vor ihm stehenden Gerät, das die Abhörsicherheit gewährleistet. Dann spricht er mit klarer durchdringender Stimme:

“Frau Komore, wie Sie inzwischen sicherlich bereits vermutet haben, gibt es einen Grund, warum wir Ihnen noch keinen biologischen, aus ihrer DNS gezüchteten, Ersatzarm haben transplantieren lassen, nachdem sie Ihren Shuttleunfall hatten …”

“Das hatte ich mir schon gedacht …”

“Jedenfalls geht es hier um die höchste Geheimhaltungsstufe und um die Sicherheit der Regierung der Vereinten Planetensysteme. Die VPS sind im Besitz eines außerirdischen Artefaktes in der Größe eines Schwalbeneies. Dieses Gerät ist in der Lage, eine für unsere Begriffe fast unendlich große Menge Energie zu speichern. Außerdem kann dieses Artefakt einige erstaunliche Dinge, die ich Ihnen jetzt nicht ausführlich erläutern möchte. Sie werden eingewiesen, sobald Sie meinem Vorschlag zugestimmt haben. Nur so viel: Das Artefakt haben wir in einen künstlichen Arm eingebaut mit dessen Hilfe der Träger eine ganze Reihe von Fähigkeiten nutzen kann.  Können Sie sich vorstellen, diesen künstlichen Arm an Ihren Körper anbringen zu lassen und dann die damit möglich werdenden Aufgaben zu erledigen?”

Da ich noch immer stehend im Autodoc eingeschlossen bin und nur der Kopfbereich der Maschine geöffnet ist, höre ich das akkustische Signal, das meinen Herzschlag signalisiert. Ich höre, wie sich dieser Rhythmus beschleunigt, was meine Aufregung nicht besser ausdrücken könnte. Mir ist klar, dass ich jetzt an einer Wegscheide meines Lebens stehe und dass ich bestimmte Entscheidungen nicht mehr werde rückgängig machen können. Ich denke an mein bisheriges Leben wie ich es mir eingerichtet habe und ob ich damit glücklich bin. Der Major scheint zu ahnen, was mich bewegt und welche bedeutende Wahl ich zu treffen habe. Doch er lässt mir die Zeit, auch wenn er mich dabei aufmerksam beobachtet. Ich finde, dass ich mehr erfahren muss, um mich zu entscheiden und frage ihn:

“Würde ich dann ausschließlich zum Militär gehören und nicht mehr zur ERK?”

“Frau Komore, Sie wären dann direkt der VPS unterstellt. Besser gesagt dem Regierungsrat der VPS. Ihr Einsatzbereich würde sehr breit aufgestellt sein. Das könnten Ermittlungen für das ERK sein, aber auch polizeiliche und auch geheimdienstliche Aufträge bis hin zu militärischen Aufträgen, wenn diese vom Rat der VPS bestimmt werden.”

“Was würde sich für mich ändern, für mein Leben?”

“Zuersteinmal würde sich ändern, dass ihre Tätigkeiten der Geheimhaltung unterliegen ebenso wie ihre technischen Ausstattungen und die Natur der Aufträge.”

“Und würde ich weiterhin als Teamleiterin andere Fachbereiche befehligen und leiten?”

“Das wird sich ganz sicher einschränken, insbesondere der Umgang mit anderen Menschen wird sich reduzieren, also der Umgang mit Kollegen und Fachleuten. Sie werden hauptsächlich mit ihrer festen Partnerin arbeiten, sozusagen im Zweierteam …”

“… ich bekomme eine feste Partnerin?”

“Wie soll ich es sagen, Sie werden ein eigenes Schiff erhalten, das von einer Emergenten KI kontrolliert wird und mit der Sie zusammenarbeiten würden.”

“Eine KI?”

Mit ihrem Schiff, aus einer ehemaligen Kolonie, sind sie nun hier in dieser Einöde, einem Asteroidenfeld, unterwegs. Ihr Auftrag ist einfach: Asteroiden suchen, finden, katalogisieren, analysieren und markieren. „Auf keinen Fall wollen wir havarieren“, denkt der Käpt´n der vierköpfigen Mannschaft mit tiefschwarzem Humor. Und nun das, ein einfacher aber lebensbedrohlicher Fehler soll ihnen allen den Kopf kosten? Die Crew der ASTARDE, ein Schiff des Besitzers einer ehemaligen Bergbaukolonie, ist von einem Brocken unglücklich erwischt worden. Fast alle Energiezellen sind dabei zerstört worden, ausgerechnet die bereits geleerten Zellen sind verschont geblieben. So machen sie sich auf die Suche nach einem Landeplatz. Da entdecken sie innerhalb des Asteroidenfeldes einen Planetoiden, der vorher von den Sensoren nicht entdeckt wurde. Die Instrumente zeigen immer noch nichts an, aber in der Not frisst der Teufel Fliegen und so beschließt der Käpt´n dort zu landen. „Und dann …”, denkt er bei sich, reiß ich Murphy, diesem alten Suffkopp, den Ar… auf“.

***

Jetzt ist meine Neugierde wirklich geweckt. Eine KI, die ein Schiff kontrolliert oder befehligt? Das sind ja ganz neue Töne! Ich dachte immer, dass die Paranoia des Militärs es nicht zulassen würde, einer KI die alleinige Befehlsgewalt eines Raumschiffes zu übertragen, vor allem dann, wenn es bewaffnet ist. Dann kann es sich ja nur um ein sehr kleines unscheinbares Schiff handeln, das weder Bewaffnung noch gefährliche Güter an Bord hat. Deshalb wird meine nächste Frage auch ein wenig forscher:

“Sie meinen, ich bekomme ein Shuttle, das von einer KI gesteuert wird und damit werde ich auf den entsprechenden Planeten landen und meinen jeweiligen Auftrag ausführen?”

“Frau Komore,” presst der Major aus sich heraus, wobei ihm seine Genervtheit darüber, dass er mir nicht zu viele Details offenbaren kann, bevor ich nicht fest zugesagt habe, ins Gesicht geschrieben steht, “ich verstehe ja, dass Sie mehr Information haben möchten.  Bedenken Sie bitte, dass wir nur eine begrenzte Menge Daten Ihrem Gedächtnis entnehmen können. Ohne dabei Schäden anzurichten, stoßen wir bereits jetzt an diese Grenze. Ich schlage vor, dass ich mir einen Kaffee hole und Sie sich inzwischen Gedanken machen, ob Sie den letzten Schritt tatsächlich gehen möchten.”

Auf die Frage des Majors an den Autodoc, ob ich bereits in der Lage sei, ebenfalls einen Kaffee zu goutieren, lehnt dieser  strickt ab und so verlässt der Major den Raum.

In meinem Kopf beginnt sich ein Karussell zu drehen. Natürlich bin ich inzwischen ganz heiß darauf, die Fähigkeiten des Wunderarms auszutesten. Auf der anderen Seite ist die Sache mit der Geheimhaltung ziemlich heikel. So etwas führt immer zur Einsamkeit. Hinzu kommt die Sache mit der KI. Ich bin da wirklich ein gebranntes Kind. Selten mal, dass diese neunmalklugen Dinger in irgendeiner Weise hilfreich waren. Warum will man ausgerechnet mir eine solche Maschine aufhalsen? Auch noch eine Emergente. Das ist eine ganz andere Sache als ein Computerprogramm oder selbst eine Sub-KI, die nach festen Regeln denkt. Auch mit perfektem Wissen über die kompletten Bestandteile und Fähigkeiten einer solchen Emergenten KI, lassen sich die Ergebnisse kaum vorhersagen. Es bleibt ein unvorhersehbares Risiko, einer Emergenten KI bestimmte Aufgaben zu überlassen, die für Menschen von Bedeutung sind. Da ist es meist sicherer, sich nichtbewussten Subroutinen und -programmen anzuvertrauen, als solchen bewussten künstlichen Wesen. Mir wird klar, dass mich solche Gedanken nicht wirklich weiter bringen oder zu einer Lösung für mich führen werden. Ich werde nicht umhin kommen, ein Risiko einzugehen.

Als Major Tochlavski den Raum mit einem Becher Kaffee betritt, habe ich mich zu einer Entscheidung durchgerungen. Ich werde mich darauf einlassen, auf dieses neue Abenteuer als Spezial-Agentin.

Als ich Major Tochlavski mitteile, den vorgeschlagenen Weg zu gehen, scheint er doch irgendwie nachdenklich. Bestimmt denkt er, dass ich nicht wirklich verstanden habe, auf was ich mich da einlasse. Er hinterfragt meine Entscheidung jedoch nicht, sondern steht mir und meinen Fragen nun bedingungslos zur Verfügung. Ich frage deshalb geradeheraus: “Wie kommt es, dass ich für diese Aufgabe überhaupt in Frage komme?”

Der Major schaut mir in die Augen: “Sie sind eine von fünf Personen, die in Frage kommen. Durch den Shuttleunfall ergab sich für uns die Möglichkeit zu handeln, so dass wir uns nach reichlicher Überlegung entschlossen haben, Ihnen dieses Angebot zu machen.”

Ich schweige einen Moment und frage dann vorsichtig: “Was passiert, wenn ich mich als ungeeignet für diese Aufgabe erweise? Dann wird man mich sicherlich nicht wieder gehen lassen. Und eine Löschung des Gedächtnisses in größerem Umfang ist ja  auch nicht mehr möglich.”

Der Major hatte natürlich mit einer solchen Frage gerechnet: “Dazu wird es wohl nicht kommen, denn die Auswahl auf fünf Personen, die für diese Aufgabe in Frage kommen, schließt dies nahezu aus. Wir haben uns ein derart detailliertes Bild von ihrem Wesen, ihrer Psyche und ihrem Verantwortungsgefühl und nicht zuletzt von ihren Fähigkeiten, die Sie vor allem als ERK-Ermittlerin im Laufe der Jahre allzu oft bewiesen haben, machen können, dass wir ein Versagen im Prinzip ausgeschlossen haben.”

“Und wenn doch?”

“Wenn doch, werden wir einen entsprechenden Weg oder eine Lösung finden, mit der wir alle leben können. Ein bisschen Vertrauen Ihrerseits sollte es schon auch geben,” wobei er zum ersten Mal eine Andeutung eines Grinsens macht und fortfährt: “schließlich bringen wir Ihnen ja auch ein erhebliches Maß an Vertrauen entgegen, wenn wir das wertvollste Objekt der Menscheit in Ihre Hände geben, besser gesagt in Ihren neuen Arm einbauen.”

“Jetzt möchte ich mehr darüber wissen, was es mit dem Artefakt auf sich hat und wie das mit dem Arm funktionieren wird, Major! …”

(zum nächsten Teil)

Copyright © 2013 by Felis Breitendorf & Petra Weddehage

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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Layman, John
Chew – Bulle mit Biss 5

Erste Liga

Zeichnungen von Guillory, Rob. Übersetzt von Frisch, Marc Oliver
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ISBN :      978-3-86425-130-6
Einband :      gebunden
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Seiten/Umfang :      ca. 128 S. – 18,0 x 12,0 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 12.2012

Tony Chu – der cibopathische Bundesagent, der von allem, was seinen Gaumen kitzelt, übernatürliche Eindrücke erhält und damit bereits so manch heiklen Fall gelöst hat – ist entführt worden. Er wurde in einen Hinterhalt gelockt, K. O. geschlagen, an einen abgelegenen Ort verschleppt und ohne die geringste Chance auf Flucht festgesetzt. Um von seinen Fähigkeiten zu profitieren, plant Tonys Entführer, ihn mit einem Menü seiner Wahl zu füttern, um herauszufinden, was Tony „sehen“ kann. Tonys Tochter Olive wurde aus dem gleichen Grund entführt. Zwei Kidnapper, zwei Entführte und zwei sehr unterschiedliche Ergebnisse …Der fünfte Band der mit dem Harvey-Award und mehreren Eisner-Awards ausgezeichneten Serie über Bullen und Buletten, Köche und Kannibalen, Erleuchtete und Entführer!

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Träume und Visionen”

Erstellt von Felis Breitendorf am 26. April 2013

“Träume und Visionen”

sfbasar.de-Anthologie Band 4

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Editorial: Liebe Freunde, liebe Besucher und liebe Leser: Heute kann ich Euch wieder einen neuen Beitrag in unserer Anthologie präsentieren, die den Schwerpunkt “Träume und Visionen” beinhaltet. Visionen und Träume und sogar Tagträume, sind es, die unser Leben tagtäglich begleiten. Und jeder von uns hatte sie bereits einmal, auch wenn man sich vielleicht nicht mehr daran erinnert oder daran erinnert werden möchte.

Es gibt bei Träumen auch den Sekundenschlaf auf der Autobahn, während der Fahrt, wenn der Fahrer mit dem Lenker in der Hand kurz einnickt um sofort wieder zu erwachen. Oft sind das nur wenige Augenblicke, in denen wir ausführliche Erlebnisse in der Traumwelt hatten und die in der Realität dann meist über Leben und Tod entscheiden.

Visionen sind ebenfalls vielfältig und können uns in Gedanken von hoffnungsvollen Dingen schwelgen lassen, aber auch gräßliche Dinge in uns zum Tragen bringen und uns vor Augen führen, was alles so in uns steckt und bisher verborgen blieb. Laßt Euch also nicht einengen, wenn es um diesen Themkomplex geht, schreibt etwas, von dem ihr glaubt, dass es einen Berührungspunkt dazu gibt, so das Euer Werk in diese Anthologie aufgenommen werden sollte.

Neben Prosa und Lyrik nehmen wir gerne auch anderweitige Texte mit in diese Ausgabe, wenn sie in irgendeiner Form dazu passen. Nur Mut, und nun greift zur Feder oder Tastatur, denn wir hoffen auf Eure Unterstützung. Aber genug der Worte. Lassen wir jetzt die Beiträge zum Themenkreis: “Träume und Visionen” sprechen:

AELLO – eine Kurzgeschichte von Simone Wilhelmy (sfb-Preisträger Platz 3 im Storywettbewerb 2/2011)

BUCHBESPRECHUNG: APARTMENT 16 von Adam Nevill – Rezension von Florian Hilleberg

BUCHBESPRECHUNG: DAS FLÜSTERN DER TOTEN von Darynda Jones – Rezension Rebecca Humpert

BUCHBESPRECHUNG: DAS GEHEIMNIS DER VERSTEINERTEN TRÄUME von Ralf Isau – Rezension von Petra Weddehage

BUCHBESPRECHUNG: DAS INSTITUT FÜR ANGST UND SCHRECKEN. JOHANNES CABAL Band 3 von Jonathan L. Howard – Rezension Gunther Barnewald

DAS TRAUMMÄDCHEN – eine phantastische Kurzgeschichte von Felis Breitendorf

DAS WESEN DES HÜTERS – Eine Science-Fiction-Geschichte von Günther Kurt Lietz (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 4/2011)

BUCHBESPRECHUNG: DER ANDERE von Carin Chilvers – Rezension von Irene Salzmann

DER NETTE NACHBAR VON NEBENAN (überarbeitete Fassung) – eine obsessive Kurzgeschichte von Felis Breitendorf

DIE DELIKATESSE (überarbeitete Fassung) – eine phantastische Story von Felis Breitendorf

BUCHBESPRECHUNG: DIE SCHATTENTRÄUMERIN – von Janine Wilk – Rezension von: Iris Gasper

BUCHBESPRECHUNG: ELIXIR. Band 1 – von Hilary Duff – Rezension von: Yvonne Rheinganz

FLIESSEN – eine Kurzgeschichte von Sascha Ladra

BUCHBESPRECHUNG: FRAGMENTE DES WAHNS von Michael Schmid – Rezension von Iris Gasper

HEILE WELT – eine Science-Fiction-Story von Wilfried Hary

NEU - LEGENDEN – Shortstory von Petra Weddehage

BUCHREZENSION: MENSCHENHAFEN – von John Ajvide Lindqvist – Rezension von Michael Drewniok

BUCHREZENSION: NACHT – von Elena Meloda – Rezension von Irene Salzmann

SCHWARZE TRÄUME – Eine Science-Fiction-Kurzgeschichte von Michael Bahner

STRASSENFUND – Eine visionäre Erzählung von Mona Mee

STRASSENFUND – Eine visionäre Erzählung (Überarbeitete Fassung) von Mona Mee und Anna Breitzk (Überarbeitung) (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 1/2014)

STRASSENFUND – Eine visionäre Erzählung (überarbeitete Fassung) von Mona Mee (und Martina Müller)

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Felis Breitendorf

Bildrechte: Coverillustration “TräumeundVisionen” (20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

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DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 4) von Felis Breitendorf und Bella C. Moremo

Erstellt von Felis Breitendorf am 27. März 2013

DAS ERSTE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 4)

von

Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

(zum vorherigen Teil)

Der Corvidasus, der hoch oben im Geäst alles mitverfolgt, wird nervös, als Karssellu den ersten Pfeil auflegt und zerrt die Kette tiefer ins Blätterwerk des Baumes. Der Krieger legt auf den Vogel an, dieser duckt sich und das Geschoss verfehlt sein Ziel. Beim zweiten Versuch zielt der Junge nicht mehr direkt auf den Vogel, sondern auf den Teil der Kette, der zwischen den Blättern hindurchschimmert. Als der Vogel das Begehren des Kriegers erkennt, zerrt er die Kette blitzschnell in eine andere Richtung und verhindert so, dass der Pfeil ihm seine Beute entreißt. Als der dritte Pfeil den Köcher verläßt,  wird es dem Vogel zu brenzlig. Er setzt an, um sich mit der Kette in den  Klauen ein anderes Versteck zu suchen. Mit heftigem Geflatter erhebt sich der Vogel in die Lüfte. Zeitgleich läßt Karssellu den dritten Pfeil von der Sehne schnellen…

… als ich wieder zu mir komme, ist mein erster Gedanke: mein Arm. Ich versuche mit der rechten Hand an meine linke Schulter zu fassen. Das gelingt mir aber nicht. Ich versuche die Augen zu öffnen, aber irgendwie geht auch das nicht. Ich höre eine Stimme direkt an meinen Ohren, die leise auf mich einspricht:

„Frau Komore, bitte bleiben Sie ruhig. Sie befinden sich in meiner Obhut. Ich bin eine AAO-HS-13, eine Automatische Autonome Operationseinheit, Seriennummer 04432440098 HS 13. Bitte verhalten Sie sich ruhig, ich werde nach einer Betreuungsperson rufen lassen. Versuchen Sie sich bitte nicht zu bewegen und auch nicht die Augen zu öffnen.“

Oh weh, denke ich. Ich bin in einem Autodoc! Dann muß es wirklich schlimm um mich stehen. In Autodocs legt man eigentlich nur Personen, die auf der Kippe zwischen Leben und Tod stehen. Ich erinnere mich an das Blut, das fontainenartig aus meiner Schulter spritzte und wohl den ganzen Passagierbereich des Shuttles versaut haben dürfte. Hoffentlich geht es den Touristen gut, die mit mir im Shuttle saßen. Ich hoffe nur, dass dem kleinen Mädchen nichts passiert ist …

Weiter komme ich mit meinen Gedanken und Erinnerungen nicht, denn der Autodoc säuselt mir etwas in die Ohren. Ich muß mich konzentrieren, um alles mit zu bekommen:

„Frau Komore. Personal ist unterwegs. Ich werde nun die Atmung wieder an ihren Körper zurückdeligieren und schalte innerhalb der nächsten zwanzig Sekunden um. Bitte atmen Sie möglichst flach ein, bitte nicht zu schnell und bitte nicht zu tief, sonst bekommen Sie zu viel Sauerstoff in Ihre Lungen und ich müßte das dann nachregeln. Bitte atmen Sie JETZT!“

Erst als meine Atmung aussetzt, bemerke ich, dass ich die ganze Zeit über nicht selbstständig geatmet habe. Ich befolge die Anweisungen des Autodocs und atme flach und tief und langsam ein und aus. Es fühlt sich normal an. Ich frage mich, wann ich darauf verzichten kann, das Atmen bewußt zu veranlassen und wann mein Körper diese Tätigkeit wieder übernimmt. Ist schon sehr seltsam, so ein menschlicher Körper, denke ich, der so viele der täglichen Routinen von selbst macht. Doch wenn es einem bewußt wird, übernehmen wir plötzlich diese Tätigkeiten, bis der Körper diese langsam wieder ausführt. Ich kannte mal jemanden, dessen Gehirnsteuerung des automatischen Augenblinzelns nicht in Ordnung war und ihm drohte die Austrockung seiner Augen. Das Blinzeln mußte bewußt von ihm ausgeführt werden, bis ihm ein Chip eingesetzt wurde, der diese defekte Funktion seines Gehirns übernommen hat. Immer wenn ich mich daran erinnere, muß ich ebenfalls daran denken zu blinzeln, bis ich wieder vergesse, das zu machen und mein Körper wieder übernimmt. Aber das kann mir im Moment nicht passieren, denn meine Augen sind bandagiert und ich kann sie überhaupt nicht öffnen.

Ich höre, wie eine pneumatische Tür aufgleitet und eine Person den Raum betritt. Offenbar hat der Autodoc die Außenlautsprecher und Micros eingeschaltet. Die Stimme einer weiblichen Person klingt mir recht laut in den Ohren, bis der Autodoc nachregelt und die Lautstärke etwas reduziert:

„Liebe Milena Komore, ich bin Doktor Heike Schütz und hier die verantwortliche Schichtleiterin auf der Pirogow. Ich werde die Automatische Autonome Operationseinheit nun anleiten, Sie in die stehende Position zu bringen und die Funktion Ihrer Augen wieder zu aktivieren. Desweiteren wird sich die Kopfeinheit öffnen, so dass Sie mich anschauen und antworten können …“

Ich spüre wie der Autodoc sich von der liegenden Position in die Aufrechte verändert und mir die Verklebung meiner Augenlider entfernt. Ich öffne vorsichtig die Augen und sehe eine attraktive Frau in den 50ern, die in einen weißen Hosenanzug gekleidet ist und vor mir auf einem Plastikstuhl sitzt, ein Namensschildchen auf der rechten Brust trägt und ein tragbares Terminal in den Händen hält. Ich antworte ihr:

„Die Pirogow, ist das nicht ein medizinischer Raumkreuzer?“

„Richtig. Wir sind das derzeitige diensthabende medizinische Forschungs- und Versorgungsschiff innerhalb der BASE 1431-A.“

„Können Sie mir sagen, was passiert ist und in welchem Zustand ich mich befinde?“

„Was genau passiert ist, wird Ihnen Dr. Sage von der Palem und ERK-Major Tochlavski von der Guangzhou erklären, die sich beide auf dem Weg hierher befinden. Ihrem Körper geht es soweit gut. Leider ist Ihr linker Arm, wie Sie sich bestimmt erinnern werden, nicht mehr vorhanden. Wir haben Ihr Körpersystem stabilisiert, eine Traumatabehandlung vorgenommen und die Schmerzrezeptoren mit einem Schmerzunterdrückungschip verbunden. Sie sollten keine Schmerzen verspüren, was dieses fehlende Körperteil angeht.

„Ich danke Ihnen Doktor Schütz, ich habe tatsächlich keine Schmerzen. Wie lange wird es denn dauern, bis ich einen neuen Arm bekommen kann und er herangezüchtet wurde?“

„Frau Komore, wir haben bereits einen fertigen Arm für sie herangezüchtet. Er steht bereit zur Anpflanzung. Sie sind ja schon seit zehn Tagen im Autodoc, da war genügend Zeit, das vorzubereiten.“

„Oh, zehn Tage schon, das ist lang …“

„Ich höre gerade über meinen Akustikchip, dass Dr. Sage und ERK-Major Tochlavski eingetroffen sind. Ich werde sie nun herbringen lassen …“

„OK, vielen Dank …“ Mein Bauchgefühl und mein Verstand sagen mir, dass hier etwas Ungewöhnliches im Gange ist, denn normalerweise dauert es keine zehn Tage, um jemanden nach einem derartigen Unfall zu stabilisieren. Ausserdem ist es schon recht ungewöhnlich, dass nach einer solch langen Zeit der nachgezüchtete Arm nicht bereits angepflanzt worden ist. Offenbar hat man mich absichtlich so lange auf Eis gelegt, um Vorbereitungen für was auch immer in die Wege zu leiten…


Der dritte Pfeil trifft sein Ziel. Der schwarze Corvidasus stößt einen ohrenbetäubenden Schmerzensschrei aus und die Kette fällt zu Boden. Wilde Rufe von sich gebend verschwindet er in der Ferne. Die Kette unterdessen liegt in der Nähe des Baumes im hohen Gras und  Karssellu, der den Fall beobachtet hat, läuft auf die Stelle zu und  zieht die Kette hinter sich her, zu den Männern des Fischerdorfes, die alles mit angesehen haben. Als der junge Krieger vor den Häuptling tritt, übergibt er ihm die Kette, der sie daraufhin in die Höhe hieft: „Du junger Krieger hast meine Tochter wahrlich verdient und deshalb gebe ich sie dir zur Frau. Wenn deine Leute einverstanden sind, will ich sie alle zu uns einladen, damit wir eure Hochzeit feiern können.


Als sich die pneumatischen Türen erneut öffnen, kann ich einen 1,90 Meter großen Mann in Uniform mit Bürstenhaarschnitt und einen Techniker in einen Allzweckoverall und eine Universalweste gekleidet erblicken, der um die 1,75 Größe haben dürfte und einen verwegenen Lockenkopf und einen ungewöhnlichen unmodischen Spitzbart trägt. Beide treten in die Patientenzelle und setzen sich auf Plastikstühle, wie bereits die Ärztin einen benutzt.

Nachdem alle Höflichkeitsfloßkeln ausgetauscht sind, erklärt man mir, wie es zu dem Unfall mit dem Shuttle gekommen war. Ich erfahre, dass die Chipkarte, die ich in die Außentasche meines Overalls gesteckt hatte, der Grund für das Desaster gewesen sein soll. Auf meine Anfrage, wie denn solch eine kleine Karte so etwas auslösen könne, erwidert mir Dr. Sage von der Palem:

„Frau Komore, wie Sie ja bereits von Dr. Graf erfahren haben, gibt das Metall, das wir in der Vulkanhöhle fanden, eine ganz leichte Hyperraumstrahlung ab, was darauf hindeutet, dass die früheren Bewohner mit ihren Raumschiffen nicht nur im Weltall unterwegs waren, sondern sich mit ihren Raumfahrzeugen durch den Hyperraum bewegt haben müssen. Nachdem es nun zu diesem zweiten Shuttleunglück gekommen ist, sind wir sicher, dass das Metall dafür der Auslöser ist. Dieses Mal waren alle Meßstationen der Palem geöffnet und wir haben sozusagen life miterleben dürfen, was mit dem Shuttle passiert ist, in dem Sie saßen. Beim ersten Shuttleunfall war ja kein wissenschalftiches Team vor Ort, was die Beobachtung hätte interpretieren können. Dieses Mal aber konnten wir analysieren, dass ihr Arm, der durch den Boden des Shuttles schlug, mitsamt der Chipkarte in den Hyperraum verschwand.“

„Mein Arm ist im Hyperraum verschwunden?“

„Das ist er und seien Sie froh, dass Sie die Chipkarte, die unserer Meinung nach aus diesem Metall gefertigt wurde, das in der Höhle gefunden wurde, in die Aussentasche ihres Overalls gesteckt haben. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn Sie sie woanders an Ihrem Körper verstaut hätten.“

„Sie meinen, ich hatte Glück im Unglück?“

„Exakt!“

„Na ja, besser wäre es doch wohl gewesen, ich hätte die Chipkarte gar nicht am Körper getragen, sondern ins Gepäck gesteckt, oder?“

„Natürlich.“

„Was bedeutet, dass das Metall in der Vulkanhöhle den Ureinwohnern als Hyperraumantrieb gedient haben muß.“

„Das ist richtig. Wir wissen allerdings nicht, wie man dieses Metall abschirmen oder beeinflußen kann, denn die Ureinwohner müssen ja irgendwie dieses Metall kontrolliert haben, ansonsten hätten sie es nicht zum Hyperraumflug verwenden könnnen.“

„Mit anderen Worten: Das Metall wurde als Beschichtung der Flugkörper benutzt, die dann über einen uns unbekannten Effekt gesteuert wurden, so dass man in den Hyperraum eintreten und auch wieder austreten kann.“

„Richtig, und wie Ihnen ja auch bereits bekannt ist, wurden die Flugkörper der Ureinwohner mittels Gaußkanonen in den Orbit befördert, denn Raketentreibstoffe und –motoren waren ihnen offenbar unbekannt. Wir haben inzwischen einige Tests durchgeführt und kleinere Metallteile in den Orbit geschossen und konnten beobachten, dass ab einer bestimmten Entfernung vom Schwerkrafttrichter des Planeten, dieses Metall einfach ein Hyperraumtor öffnet und darin verschwindet.“

„Hat man denn feststellen können, wie und wo und ob es wieder ausgetreten ist?“

„Leider nicht.“

„Dann dürfte es ja schwierig sein, dieses Metall zu untersuchen, da man es nicht vom Planeten wegtransportieren kann.“

„Das stimmt. Deshalb wurde beschlossen auf dem Planeten eine Forschungsstation in direkter Nähe des Vulkans zu errichten, zusammen mit einem kleinen Raumflughafen. Das Ganze wird vom restlichen Planeten abgeschirmt und steht unter der Kontrolle der VPS.“

„Dr. Sage, ich danke Ihnen für Ihre ausführlichen Ausführungen und ihre Offenheit.“

„Ich danke Ihnen, Frau Komore!“

Ich verabschiede mich von dem Mann, der noch darauf hinweist, dass alles weitere, was den militärischen Teil der Sache angeht, VPS-Major Tochlavski von der Guangzhou mit mir unter vier Augen besprechen wird.

Nachdem auch die Ärztin den Raum verlassen hat, stellt Tochlavski ein merkwürdig aussehendes Gerät auf, das er zuvor aus seiner Tasche gezogen hat. Er erklärt mir, dass das ein Abschirmgerät sei, denn was er mir nun zu sagen habe, würde strengster militärischer Geheimhaltung unterliegen.

„Frau Komore, zuerst darf ich Ihnen sagen, dass man inzwischen einen Ermittler eingesetzt hat, der Humbold Stiner, seines Zeichens Abteilungsleiter der Industriespionageabwehr der Plastico, befragt hat und der beweisen konnte, dass die Chipkarte nicht von ihm stammte, sondern es sich um eine Fälschung handelt. Er äußerte den Verdacht, dass damit die Alonis-AG möglicherweise bewirken wollte, die Plasti-Congenius EBG in Mißkredit gegenüber der ERK zu bringen.“

„Was glauben Sie, VPS-Major Tochlavski?“

„Ich bin mir nicht sicher, denn nachdem sich der Ermittler nochmal eingehend mit den Verantwortlichen der Alonis-AG auseinandergesetzt hat, konnten diese glaubhaft machen, dass ihnen eine solche Vorgehensweise völlig fremd und absurd vorkommen würde. Im Gegenteil vermutet man dort, dass man selbst instrumentalisiert worden sei, denn einige Zusammenhänge würden darauf hinweisen, dass ihr Pressesprecher, Louis Shäffer, dahinterstecken soll, der offenbar eigenen Zielen nachgegangen sei.“

„Und hat man Louis Shäffer inzwischen gefunden und befragt?“

„Leider nicht, Frau Komore, denn der ist inzwischen unauffindbar. Entweder ist er im Ring oder auf dem Planeten untergetaucht oder ganz aus dem System verschwunden. Das muß aber kurz vor Ihrem Shuttleunglück geschehen sein, denn seit diesem haben wir ein strenges Abflugverbot veranlaßt. Man vermutet bei der Alonis inzwischen, dass Louis Shäffer nicht das sei, was man bisher von ihm dachte. Inzwischen ist man sich sogar sicher, denn Shäffer hat eine große Menge an Daten entwendet, Firmengeheimnisse. Wir sind noch am Verhandeln, denn man will uns nicht so recht sagen, um welche Art Daten es sich dabei gehandelt hat. Angeblich ist man noch am Analysieren.“

„Wenn der Mann gefunden wird, darf ich dann erfahren, was dahintersteckt?“

„Das kann ich Ihnen zusagen. Vielleicht sind Sie es sogar, die ihn eines Tages aufspüren wird. Damit sind wir schon beim nächsten Thema, über das ich mit Ihnen sprechen möchte, Frau Komore.“

„Ist dieses Thema der eigentliche Grund für den Abhörschutz?“

„Das ist richtig. Zuvor muß ich Ihnen aber noch mitteilen, dass, wenn Sie meinem folgenden Vorschlag nicht folgen möchten, ich eine Teillöschung Ihres Gedächtnisses veranlassen muß, damit die Geheimhaltung gewahrt bleibt. Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, kann ich das verstehen, müßte das aber jetzt wissen!“

Da war es wieder, dieses Bauchgefühl, und mein Verstand machte einen großen Hüpfer …

Es geschah alles so, wie die Kalgonkin es vorausgesagt hatten. Das Dorf wurde durch die neuen Möglichkeiten des Metalls unsagbar reich und die Bewohner genossen diesen Reichtum, ohne zu vergessen, wem sie das zu verdanken hatten. So wurden auch die Bewohner des nahen Jägerdorfes bedacht und konnten an diesem Reichtum teilhaben. Luscina und Karssellu wurden angesehene Eheleute, die vier Kinder bekamen und einige Jahre später in die nächstgrößere Stadt zogen, die sich inzwischen aus dem Markt entwickelt hatte. Dort kümmerten sie sich um den Verkauf der Fischereierzeugnisse und forcierten damit den Handel und Tausch. Am Ende wurde die Stadt zur Hauptstadt des Landes und sehr viel später eine richtig große Metropole, doch das geschah lange nach ihrem Tod …

(Zum nächsten Teil)

Copyright © 2013 by Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: Die Raumfahrerin” (Raumfahrerin 22,5mm hoch.jpg) © 2013 by Detlef Hedderich/sfbasar.de

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Layman, John
Chew – Bulle mit Biss 1

Flambiert

Zeichnungen von Guillory, Rob. Übersetzt von Frisch, Marc-Oliver
Verlag :      Cross Cult
ISBN :      978-3-942649-21-6
Einband :      gebunden
Preisinfo :      16,80 Eur[D] / 17,30 Eur[A] / 24,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 14.03.2012
Seiten/Umfang :      ca. 128 S. – 21,5 x 14,5 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 04.2012

Die religiösen Spinner hatten allesamt Recht, die letzten Tagen sind angebrochen, das Ende ist nah. Na ja, ganz sicher kann man sich da nicht sein, aber die riesigen außerirdischen Lettern, die den Himmel an allen Winkeln der Erde beleuchten, könnten ein starkes Argument dafür sein …

Die Menschen in Amerika verfallen in Panik und pfeifen auf die Vorschriften der einst so mächtigen Lebensmittelbehörde FDA. Lebensmittel-Cops wie Tony Chu, der Bundesagent mit der manchmal hilfreichen, aber immer widerlichen Gabe, mit seinem übersinnlichen Gaumen psychische Visionen über den Ursprung seiner Nahrung heraufzubeschwören, kämpfen an allen Fronten, um dem Endzeitchaos beizukommen. Während alles drunter und drüber geht, Essverrückte Cholesterinamok laufen, Diktatoren zum Schlag gegen die freie Welt ausholen und die NASA die Aliens aus Area 51 rauskramt, plant Tonys Nemesis, der übergelaufene FDA-Agent Mason, seinen nächsten Schachzug …

Ein weiterer Band des abstrus talentierten und kreativen Comic-Gespanns Layman und Guillory, die in jedem Kapitel dieser unwahrscheinlichen Comic-Serie mehr verrückte Ideen abfackeln als andere Comic-Künstler in ihrer gesamten Laufbahn. Prämiert mit dem EISNER Award für die “Beste Comic-Serie 2011″, ein echter Hochgenuss!

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ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys und Leseproben unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 3) von Felis Breitendorf und Bella C. Moremo

Erstellt von Felis Breitendorf am 20. März 2013

DAS ERSTE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 3)

von

Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

(zum vorherigen Teil)
Tief betrübt huscht Luscina zur anderen Seite des Walls und fällt schluchzend vor den Kalgonkins auf die Knie: „Ach ihr weisesten aller Kalgonkins, was soll ich nur machen, könnt Ihr mir keinen Rat erteilen? Wie ihr wißt, ist mein Herz bereits vergeben und meinem Vater zu widersprechen traue ich mich nicht.” Die Kalgonkins wissen natürlich um die zarte Liebe zwischen der Häuptlingstochter und dem jungen Krieger und raunen ihr zu: „Kleine Luscina, zieh dir derbe Männerkleidung an und wandere die Küste nach Osten entlang, bis zur Flussmündung am roten Fluss. Dort wirst du ein schlankes Praduboot finden und darin eine Harpune. Fahre mit dem Boot aufs Meer hinaus und achte nicht auf die Wellen, auch wenn diese das Boot wie eine Nussschale hin und herschleudern werden. Das Praduboot wird dich in unserem Auftrag zu der Stelle bringen, an der sich die Kette auf dem Meeresgrund befindet. Dann nimm die Harpune und schleudere sie mit aller Kraft. Anschliessend holst du das Harpunenseil ein und birgst die Kette.

Als ich endlich die Vulkanhöhle betrete, spüre ich die Bedeutung, die dieses Bauwerk hat. Ein Ingenieur der Palem tritt an mich heran, während ich zur gewaltigen Abschussrampe hinaufschaue, die inzwischen von einem Gerüst umrahmt ist, auf dem sich eine Menge von Technikern und Wissenschaftlern tummelt.

Der Ingenieur stellt sich mir mit den Worten vor: „Frau Komore, ich bin Dr. Axel Graf von der Forschungsabteilung der Palem und möchte Sie herzlich willkommen heißen.“

Ich schaue kurz von der Abschussrampe in das Gesicht des Ingenieurs und dann wieder hinauf und antworte ihm: „Dr. Graf, was können Sie mir sagen, von dem ich noch nichts weiß?“

Der Mann schaut kurz auf seinen Multirechner und mir anschließend in die Augen: „Da kann ich Ihnen eine wirklich interessante Neuigkeit mitteilen. Das Gebilde hier ist nicht nur eine Abschussrampe, wie Sie unzweifelhaft bereits erkannt haben dürften, sondern auch noch eine gigantische Gauß-Kanone!“

„Eine Gauß-Kanone?“

„Ja, ein Gebilde, das mittels Elektromagnetismus – hergestellt durch riesige Spulen – ein Objekt direkt in den Weltraum zu schiessen in der Lage ist …“

Ich unterbreche ihn mit meinen murmelnden Worten: „… und das vor mehr als hunderttausend Jahren in Betrieb war …?“

Worauf Dr. Graf den Faden wieder aufnimmt: „Das ist auch der Grund dafür, warum diese Rampe so unglaublich hoch ist. Für eine normale Abschussrampe von raketengetriebenen Objekten hätte ein Zwanzigstel der Höhe ausgereicht. Aus diesem Grund hatten die Erbauer dieses Objektes offensichtlich auch in einen Vulkan dieser Größe gebaut, der oben offen ist.“

„Sie meinen, freistehend wäre solch ein Gebilde nicht stabil?“

„Eher nicht, wenn Sie nach oben schauen, sehen Sie, dass auf den letzten zwanzig Prozent bis zur Vulkanöffnung hin Streben angebracht waren und zum Teil noch immer sind, die das Gebilde fixieren und stabilisieren.“

„Das möchte ich mir gern von dort oben anschauen. Ist der Aufzug bereits in Betrieb?“


Des Nachts schleicht sich Luscina aus dem Dorf und folgt dem Ratschlag der Kalgonkins. Alles ist so wie versprochen. Und als sie mit dem Boot aufs Meer hinausfährt, überkommt sie dennoch eine große Angst, denn die Wellen sind sehr hoch und um sie herum treiben die Reste weiterer Fischerboote, mit denen die Fischer offenbar vor ihr versucht hatten, die Kette zu bergen. Als sie die Stelle erreicht, wirft sie die Harpune so fest sie kann  und stürzt dabei fast ins tosende Wasser. Doch sie ist erfolgreich, holt die Kette vom Meeresgrund herauf und fährt mit dem Boot wieder zurück in die Mündung. Dort hat sich wider ihres Wissens eine Menschenmenge versammelt. Die Dorfbewohner klatschen Beifall, als der Häuptling, der seine Tochter nicht erkennt, die Kette aus dem Boot hebt und sie nach oben in die Luft hält, um sie allen zu zeigen. Ein Jubel breitet sich bei den Dorfbewohnern und den Besuchern aus, doch plötzlich stößt der Corvidasus erneut aus der Luft herab und schnappt sich die Kette um damit zu flüchten …

Nachdem ich mir selbst ein Bild von dem Ungetüm gemacht habe, sitze ich am Fuße der Rampe an einem Klapptisch und nehme einen schwarzen Tee mit etwas Schaumgebäck zu mir, während ich die gesammelten Daten auf einem Rechner durchgehe. Ich bin mir sicher, dass dieses Artefakt eine ganz große Sache ist. Nur warum das so ist, darüber bin ich mir noch nicht im Klaren. Jedenfalls nicht in allen Konsequenzen. Ich frage mich, warum diese Wesen, die diese Abschußrampe gebaut haben, einen solchen Weg gegangen sind, um in den Weltraum zu gelangen und was sie dort dann vorgefunden haben und wie sie sich dort oben im Weltraum fortbewegt und manöveriert haben, so ganz ohne die Entdeckung von Raketentriebwerken. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass hier noch einige Puzzlestücke fehlen. Ich schaue mir noch mal die Daten über die Funde an, die man hier in der Höhle gemacht hat, bei denen die Wissenschaftler davon ausgehen, dass es sich um Teile der Raumflugkörper gehandelt habe. Nachdem ich mir die Datenauflistung darüber auf den Bildschirm hole, bin ich etwas durcheinander. Offenbar handelt es sich bei einigen Funden um ein den Menschen unbekanntes Metall, das aus einem Erz hergestellt wurde, das sehr merkwürdige Eigenschaften zu besitzen scheint. Ich winke Dr. Graf zu mir und befrage ihn danach.

Er scheint etwas verlegen, antwortet mir dann auch eher zögerlich: „Hhmm, wie soll ich mich ausdrücken? … Eigentlich sind diese Daten unmöglich, wir haben deshalb das Material auch einsammeln und in einem Strahlenschutzbehälter versiegeln lassen. Offenbar gibt das Material schwach radioaktive Strahlung ab und liefert zudem eine Reihe von widersprüchlichen Datenwerten. Ich möchte aus diesem Grund ein Strahlungslabor hier aufbauen und keinesfalls etwas davon in den Orbit gelangen lassen, geschweige denn, in die Palem. Die Gefahr ist zu groß, dass wir eine Kontamination auslösen. Ich habe die Mitarbeiter, die dieses Metall gefunden haben, ausserdem in Quarantäne gestellt sowie das Einsammeln des Materials in Schutzanzügen ausführen lassen.“

Ich antworte: „Das hört sich sehr mysteriös an, könnte es nicht sein, dass wir alle hier bereits verseucht sind oder Strahlung abbekommen haben, die noch nicht zuzuordnen ist?“

„Das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich schlage vor, dass wir abwarten, bis das Strahlungslabor hier eingetroffen ist und aufgestellt wurde. Danach dürften wir Klarheit haben. Ich habe diese Höhle bereits ebenfalls unter Quarantäne gestellt. Vorerst.“

Ich nicke ihm zu und mir ist klar, dass ich jetzt erstmal nicht hier weg kann, bis das Strahlungslabor eintrifft. Ich mache mir so meine Gedanken, denn immerhin haben bereits Mitarbeiter der Plastico hier gewirkt und nach dem Fund sind sie wieder in den Orbit gereist. Jedenfalls gehe ich mal davon aus. Wenn es sich wirklich um ein Strahlungsseuchenszenario handelt, dann ist bereits der gesamte Orbit befallen.

Mit krächzendem Schnarren aus seinem halb geöffneten Schnabel fliegt der Corvidasus davon. Durch sein zusätzliches Gewicht in den Klauen nimmt er nur sehr schwerfällig an Höhe und Geschwindigkeit zu. Um dem Vogel doch noch sein Diebesgut zu entreißen, werfen die Fischer mit Steinen nach dem Corvidasus. Doch es scheint, als haben böse Mächte dem Tier übernatürliche Kräfte verliehen, denn es gelingt ihm, den Geschossen auszuweichen. Auch Luscina versucht den Dieb zu stoppen und wirft ihre Harpune in Richtung der herabhängenden Kette. Aber auch ihre Bemühungen sind vergebens und die Laute aus dem Schnabel des Tieres klingen wie Hohn und Spott. Bei ihren Bemühungen verliert Luscina weite Teile ihrer Verkleidung und alle Anwesenden erkennen, dass sie die Kette aus dem Meer geborgen hat. Doch das hilft der Häuptlingstochter nun auch nichts mehr, denn der Vogel hat sich inzwischen auf einem der obersten Äste einer hohen Boralehe in Sicherheit gebracht.


Vierundzwanzig Stunden später liegen die ersten Ergebnisse vor: Das Strahlungslabor hat herausgefunden, dass, was die Menschen angeht, die sich in der Höhle aufgehalten haben, Entwarnung gegeben werden kann. Das Metall selbst wurde ebenfalls untersucht und was dabei herausgekommen ist, hat allen Beteiligten buchstäblich die Sprache verschlagen: Das Metall gibt eine ganz leichte Hyperraumstrahlung ab, was darauf hindeutet, dass die früheren Bewohner mit ihren Raumschiffen nicht nur im Weltall unterwegs waren, sondern sich mit ihren Raumfahrzeugen durch den Hyperraum bewegt haben müssen. Was aber sehr mehrkwürdig ist, denn nach über hunderttausend Jahren sollte die Strahlung längst nicht mehr nachweisbar sein. Was wiederrum bedeutet, dass das Metall selbst diese Strahlung zu produzieren scheint …

Aus diesem Grund hat Dr. Graf nun auch noch ein Elementarteilchenmikroskop aus der Palem herbestellt und die strengen Richtlinien im Umgang mit dem Metall noch weiter erhöht. Kein Gramm davon darf nun aus der Höhle herauskommen. Deshalb wird der Eingangsbereich der Höhle und der des Vulkaneingangs mit einer Dekontaminationsschleuse ausgestattet, die zudem ein Metalldetektoranalyseverfahren in Gang setzt, sobald jemand durch diese Schleuse hindurchschreitet.

Ich für meinen Teil habe diese Prozedur noch vor mir, denn ich will mich nochmal mit den Leuten von der Plastico treffen, um herauszufinden, was man dort von dieser immanenten Strahlungsfähigkeit des Materials weiß.

Die Stille, die über dem Festplatz liegt, wird durch das Geräusch eines herantrabenden Plogomonsters gebrochen. Die Fischer beobachten, wie ein junger Krieger des nahen Kriegerdorfes, herangeritten kommt. Es ist Karssellu, der Liebste von Luscina, der vom Tier steigt und seine Angebetete beschützend in die Arme nimmt. Es scheint ihm völlig egal zu sein, was die Menschen und Luscinas Vater darüber denken. Unter Schluchtzen erzählt ihm seine Liebste, was vorgefallen war und  Karssellu hört ihr aufmerksam zu. Dabei schaut er immer wieder zum Baum hinüber, auf dem der Vogel zu erkennen ist. Nachdem der junge Krieger nun weiß, was geschehen ist, läuft er zu seinem Reittier und holt seinen Bogen und einen Köcher voller Pfeile …

Als ich sechsunddreißig  Stunden später im Termial des Weltraumbahnhofes mein Ticket löse, liegt für mich dort ein Umschlag bereit. Ich öffne ihn und es kommt eine Visitenkarte zum Vorschein. Als Adressat lese ich „Humbold Stiner“, seines Zeichens Abteilungsleiter der Industriespionageabwehr der Plastico. Als ich die Karte, in der sich offenbar ein Chip befindet, an meinem Mobilleser entlangstreiche, erscheint auf dem kleinen Bildschirm meines Gerätes ein Gesicht eines glatzköpfigen Mannes in den Vierzigern, der mich mit den Worten begrüßt:

„Frau Himiko, ich habe eine Nachricht für Sie, die ich Ihnen allerding nur persönlich mitteilen kann. Kommen Sie bitte so bald als möglich zu mir ins Büro im Orbitalgebäude der Plastico. Ich befinde mich im Hauptgebäude im 144. Stockwerk blau. Benutzen Sie die Chipkarte für den Aufzug, dann werden Sie automatisch zu mir geleitet. Dies ist eine Aufzeichnung, die sich innerhalb von 15 Minuten selbst löscht …“

Ich bin etwas irritiert, ein Abteilungsleiter der Plastico – was hat das denn jetzt wieder zu bedeuten? Offenbar gibt es noch einige Geheimnisse, die mir dort vorenthalten wurden.

Ich stecke die Chipkarte in die linke Außentasche am Oberarm meines Overalls, den ich mir von den Technikern der Palem ausgeliehen habe und begebe mich auf den Weg zum Gate meines Shuttles. Als ich im Fluggastbereich innerhalb des Shuttles Platz genommen habe, bemerke ich, dass ausser mir nur drei weitere Pasagiere an Bord sind. Offenbar ein Paar mit seiner kleinen Tochter, die aussehen, als wären sie Touristen. Merkwürdig, dass keine Mitarbeiter oder Bedienstete der Raumstädte mitfliegen. Mich beschleicht ein ungutes Gefühl. Aus diesem Grund schnalle ich mich an meinen Sitz fest, in der Hoffnung, dass mir das ein Gefühl von Sicherheit gibt.

Nachdem das Shuttle in die Startphase gelangt ist und vom Planeten abhebt, bestelle ich einen Drink aus der Selbstbedienungsautomatenbar und -Küche und setze mich dann wieder auf meinen Platz. Das Getränk stelle ich in die dafür vorgesehene Halterung. Es ist in einem geschlossenen Wegwerfbehälter mit Ventilsaugrohr eingeschlossen, der für den schwerelosen Flug geeignet ist. Auf solche Annehmlichkeiten, wie künstliche Schwerkraft und einer Bedienung, hat man hier bewußt verzichtet, um die Preise für den Flug von und zum Planeten so günstig wie möglich zu halten. Sind schon ein wenig merkwürdig, diese automatischen Shuttles, die vor allem Gegenstände in die und von der Umlaufbahn hin- und hertransportieren. Die Touris sind heftig am Schwatzen und machen Fotos von sich und dem Ausblick aus den kleinen Fenstern des Shuttles. Ich schnalle mich wieder an und spüre leicht den sich verändernden Schub, der mich etwas in meinen Sitz drückt.

Das Shuttle ist auf dem Weg in den freien Weltraum, als das Licht der Fenster sich verändert. Da hier oben die Atmosphäre immer dünner wird, kann auch das Licht der Sonne nicht mehr großartig gestreut werden. Innerhalb weniger Minuten zeigen die Shuttlefenster dann nur noch den dunklen Weltraum. Da das Shuttle seine Lage verändert, sieht man den Planeten nun im oberen Bereich der Fenster, denn das Shuttle fliegt nach der Lageveränderung praktisch auf dem Kopf.  Es wird sich mit seiner Unterseite den Weltraumstädten nähern um dort anzudocken. Mit einem leichten Vibrieren schaltet das automatische Shuttles seine Motoren ab. Plötzlich spüre ich einen starken Zug an meinem linken Oberarm in Richtung Boden, also dorthin, wo sich nun der freie Weltraum befindet. Wie in Zeitlupe sehe ich, wie mein Arm aus dem Gelenk gerissen wird, gewaltige Blutfontainen um sich spritzend. Der Ärmel wird ebefalls direkt am Gelenk abgetrennt. Zusammen mit meinem Arm durchschlägt er mit einem lauten Krachen den Boden des Shuttles und produziert dort ein Loch, durch das mein Körperteil verschwindet, bevor mir schwarz vor Augen wird und ich die Besinnung verliere … (…)

(Zum nächsten Teil)

Copyright © 2013 by Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: Die Raumfahrerin” (Raumfahrerin 22,5mm hoch.jpg) © 2013 by Detlef Hedderich/sfbasar.de

BUCHTIPP DER REDAKTION:


Layman, John
Chew – Bulle mit Biss 3

Eiskalt serviert!

Zeichnungen von Guillory, Rob. Übersetzt von Frisch, Marc-Oliver
Verlag :      Cross Cult
ISBN :      978-3-942649-20-9
Einband :      gebunden
Preisinfo :      16,80 Eur[D] / 17,30 Eur[A] / 24,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 20.09.2011
Seiten/Umfang :      ca. 128 S. – 14,5 x 21,5 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 12.2011

Zum ersten Mal läuft es so richtig schön rund im Leben des cibophatischen Kriminalermittlers Tony Chu. Ja, richtig gelesen: Tony Chu, der Mann mit dem übersinnlichen Gaumen, dem Schicksal und Vorgesetzte im wahrsten Sinne des Wortes Scheiße fressen lassen, hat grüne Welle. Er hat eine Freundin (und sie sieht sogar richtig gut aus). Er hat einen Partner, dem er vertraut. Und sogar mit seinem Stinkstiefel von einem Boss kommt er gut klar. Aber all is nicht well: Sein psycho- und cibopathischer Ex-Partner ist noch auf freiem Fuss und intrigiert gegen die FDA. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die bei beiden Feinschmecker aufeinander treffen, die Fetzen fliegen und Körperteile verspeist werden …

“Chew – Bulle mit Biss” ist eine der originellsten und erfolgreichsten Independent-Comic-Importe aus den USA. Ausgezeichnet mit dem EISNER-Award als “Beste Comic-Serie des Jahres 2011″.

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys und Leseproben unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 2) von Felis Breitendorf und Bella C. Moremo

Erstellt von Felis Breitendorf am 13. März 2013

DAS ERSTE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 2)

von

Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

(zum vorherigen Teil)
Die Sonne ist noch nicht voll aufgegangen, als die ersten Boote von den benachbarten Fischerdörfern am Ufer anlegen und allerlei Speisen und Geschenke mitbringen. Die Fischer des Horts der Kalgonkin haben alle eingeladen, mit ihnen zu feiern. Nachdem sich die Gäste vor den Kalgonkin verneigt haben und sich alle vor diesen niederlassen, um gemeinsam bei Musik und Gesang die Speisen zu genießen, geschieht das Aussergewöhnliche: Ein Rauschen lässt die Luft vibrieren. Alle Gespräche verstummen und die Anwesenden schauen um sich, bis sie am Himmel etwas sehen, was die Strahlen der Sonne reflektiert und immer näher kommt …

Da spricht der Höchste der Kalgonkin vom Hort der Kalgonkin mit sonorer menschlicher Stimme: “Ihr Fischer und auch ihr Besucher, hört meine Worte! Die Geister und Urahnen aller Mächtigen der Verborgenen Welt hinter der Welt gewähren Euch nun ein überaus wertvolles Geschenk! Es handelt sich um ein Metall, aus dem Ihr mit etwas Geschick allerlei Nützliches fertigen könnt und das Euch auf ein höheres Daseinsniveau heben wird. Findet heraus, was Ihr damit alles verrichten könnt, doch geht sorgsam damit um und verwendet Verworfenes wieder. Denn im Lichte des Feuers könnt Ihr das Material nach Belieben formen, biegen und bearbeiten und daraus viele nützliche Dinge herstellen, die Ihr Euch bisher kaum zu träumen gewagt habt …”

Während er zu den Fischern spricht, verstärkt sich das Glitzern am Himmel, bis die Konturen einer Kette erkennbar werden, die so voller Pracht hernieder schwebt,  dass sich die Fischer verbeugen und Ihre Köpfe gen Boden senken. Der Größte der Kalgonkin fügt hinzu: “Behandelt das Material sparsam! Legt einige Glieder ins Feuer und trennt es vom Rest! Bestimmt einen der Euren, der die restliche Kette verwahrt und verwendet immer nur so viel davon, wie Ihr benötigt!” Bei diesen Worten ist die Kette schon so tief gesunken, dass einige Männer die Arme danach ausstrecken, um das neue Material in Empfang zu nehmen …

Ich nehme den pneumatischen Röhrenzug, der die beiden Weltraumstädte Omega-City und Plasti-Village verbindet. Die Fahrt ist nichts für Leute, die unter Höhenangst oder ähnlichen Beschwerden leiden, denn die Bahnkabinen sowie die dazugehörige Röhre sind aus einem durchsichtigen Material gefertigt. Dies bedingt absolute Sicht auf den Orbit sowie auf den Planeten und die sie umkreisenden Raumstädte. Je nachdem in welchem Sichtmodus man sich gerade befindet, hat man das Gefühl, dass sich der Planet unter einem befindet oder dass man auf dem Kopf stehend über sich den Planeten hat und unter sich die den Planeten umkreisenden Habitate und Satelittenstädte. Wobei ihre Dächer sich zu den eigenen Fußsohlen hinzustrecken scheinen. Ganz so, wie man dies aus einigen Trickbildern kennt, wo man entweder ein Gesicht oder eine Landschaft zu sehen glaubt. Wenn man kurz die Augen schließt und sie wieder öffnet, springt die planetare Szenerie ständig von oben nach unten und zurück. So hat man hin und wieder das Gefühl abzustürzen, das sich abwechselt mit dem Eindruck, dass einem etwas auf den Kopf krachen würde. Begleitet wird man dabei von den Eskarpaden des Innenohrs und dessen Gleichgewichtssinn, das sich einfach nicht entscheiden will, ob man nun nach unten oder nach oben schaut. Wenn einem dabei der Schwindel überkommt, ist es am besten, stur geradeaus zu schauen. Auf keinen Fall sollte man die Augen schließen, denn dann dreht sich das innere Karusell so richtig und man findet sich kurze Zeit später in eine Tüte kotzend vor.

Die Röhre, die Plasti-Village mit Omega-City verbindet, darf man sich nicht als starre Konstruktion vorstellen. An einigen Stellen besteht sie aus beweglichen Gelenken, die in der Lage sind, die kleinen Bewegungen der Kurskorrekturen zur Stabilisierung der Raumstädte im Orbit zu tolerieren. Die teleskopartigen Abschnitte machen das ganze Konstrukt auch gegen kleinere Stöße und Schübe unempfindlich. Meist – jedoch nicht in jedem Fall – geht die Röhre, die eigentlich aus einem Bündel von drei Röhren besteht, durch die Mitte einer jeweiligen Orbitalstadt. Omega-City besteht aus mehreren Klötzen, die zum größten Teil aus Hybridstahl und Kettenglas bestehen. Das Ganze wirkt auf den ersten Blick etwas chaotisch, da sich vieles von den Konstruktteilen gegenseitig spiegelt und viele Winkel unkonventionell anmuten. Durchsetzt sind die Glas- und Stahlkuben von Auslegern, die ständig um ihrem Mittelpunkt kreisen, so dass in ihrem Innerem die Fliehkräfte eine Art Schwerkraft produzieren, die sich individuellen Verhältnissen anpasst, je nachdem wie schnell sich diese Ausleger drehen. Die Dreierröhre führt durch die gesamte City. Kommend von einer anderen Stadt und auf der anderen Seite geht die Röhre durch mehrere andere Orbitalkonstrukte und Habitate, bis sie schließlich auf Plasti-Village stößt.

Plasti-Village kann man sich gut als Zigarrenkiste vorstellen, in dessen Mitte eine lange Stricknadel steckt, so dass sich die gesamte Zigarrenkiste darum dreht. Bedingt durch die Schwerkraftgesetze bewirkt die Fliehkraft, dass die vom Mittelpunkt der Röhrenbahn am weitesten entfernten Bereiche die höchsten, und die dem Mittelpunkt am nächsten liegenden Bereiche, die geringsten Schwerkräfte aufweisen. Aus diesem Grund sind die verschiedenen Komplexe für Wohnen, Arbeiten und Freizeit an den dafür günstigsten Stellen untergebracht. Durch die gewaltigen Ausmaße des sich drehenden Objektes halten sich die ansonsten so störenden Corioliskräfte in Maßen. Die sinnbildliche lange Stricknadel, durch dessen Inneres die dreifach gebündelten Röhren der Bahn führt, ist gespickt mit langen Stacheln, an denen Fracht- und Kuriershuttles ständig an- und ablegen. Da das sich unaufhörlich um seine Achse drehende Hauptgebäude so gewaltige Ausmaße hat, weist dieses insgesamt siebenhundert Stockwerke auf. Dreihundertfünfzig davon auf jeder Seite, wobei sich der relative Boden dieser Stockwerke immer von der langen stillstehenden Stricknadel nach aussen hin befindet und die jeweilige Decke immer zur Stricknadel zeigt. Die beiden Hälften dieses Gebäudekonstruktes sind sozusagen Kopf an Kopf angebracht. Die Fußböden hingegen zeigen ins All oder zum Planeten.

In diesem Hauptgebäude der Plasti-Village befinden sich alle Wohneinheiten der Mitarbeiter als auch alle Verwaltungstrakte, sämtliche Produktionsstätten, die auf Schwerkraft angewiesen sind, was auch für den Freizeitbereich gilt. Als die Röhrenbahn im Empfangsportal, dem Bahnhof von Plasti-Village, angehalten hat, begebe ich mich sofort auf den Weg zur Direktion der Plastico. Man hat mir hier ein Treffen mit den wichtigsten Verantwortlichen des Konzerns angeboten und nicht nur den Pressesprecher vorgeschoben, wie das bei der Alonis AG der Fall war. Natürlich habe ich dieses Angebot sofort angenommen.


Kurz bevor die Fischer die Kette ergreifen können, fliegt der riesige schwarze Corvidasus heran und schnappt sich mit Schnabel und Krallen die Kette und flattert damit fort in Richtung des Wassers. Die Münder der staunenden Fischer stehen weit geöffnet und auch die Kalgonkin schweigen, doch die unsichtbaren Geister lassen sich das von ihnen gegebene Geschenk nicht von diesem unverschämten Vogel fortstehlen. Auch wenn dieser ein riesiges Exemplar seiner Gattung ist, so gelingt es ihm nicht, die schwere Kette weiter über das Wasser zu transportieren. Das Metall ist von zu hohem Gewicht und drückt den Corvidasus nieder, so dass ihm im Angesichts seines Todes nichts anderes übrig bleibt, als die Last über den Wassern  fallen zu lassen.

So trifft die Kette auf das Wasser und geht sofort unter. “Was machen wir jetzt?”, raunen einige Fischer und wenden sich ratlos an die Säulen der Kalgonkins. Doch diese stehen starr und schweigen. Da steht der Häuptling der Fischer auf und spricht: “Bestimmt findet sich ein geschickter Fischer, der uns unser Geschenk zurückholen kann und sich darauf versteht, mit einer Harpune, einem Speer oder Netz die Kette zu bergen. Wem dies gelingt, wird meine einzige Tochter zur Frau erhalten”. Zur Bekräftigung seiner Worte deutet er auf das wunderschöne Mädchen, das sich hinter ihm befindet. Luscina, die Tochter des Anführers schaut erschrocken auf, Tränen treten ihr in die Augen und lassen sie wie Saphire glänzen. Niemand ahnt, dass sie sich heimlich mit einem Krieger des nahegelegenen Jägerdorfes am Fuße des Berges trifft. Ihr Liebster namens Karssellu gehört nicht zu den Fischern, daher ist er nicht zugegen und erfährt nichts von der Entscheidung ihres Vaters. Da Karssellu kein Fischer, sondern ein Jäger ist, besteht kaum eine Chance, dass er die Aufgabe, die Rettung der Metallkette, für sich beanspruchen kann.

Am Empfang der Plastico hat man mich schon erwartet und so geleitet mich eine Mitarbeiterin, gekleidet in einem milchigen fast durchsichtigen Plastikkleid, das an den entsprechenden prekären Stellen Schriftzüge und Grafische Logos aufweist, in einen großen Konferenzraum, in dem schon ein knappes Dutzend Personen um einen großen langen Tisch auf mich zu warten scheinen. Ich werde zu einem Platz in der Mitte des Tisches geleitet. Kurz stellt mir meine Begleiterin die wartenden Personen vor. Anwesend sind der stellvertretene Generaldirektor, einige Fachleute aus dem Sektor Raumschifftechnik und –entwicklung, zudem eine Reihe von Rechtsfachleuten, bei denen ich mir sicher bin, dass zwei von diesen Rechtsverdrehern aufgerüstete Personen sind, wenn nicht gar Träger von KI-Prozessoren. Ihre unnatürliche Ruhe und die extrem aufmerksam beobachtenden Augen, die ständig in Bewegung sind, ohne dass sie dabei auch nur annährend den Kopf oder andere Körperteile bewegen, sind für mich die verräterischsten Zeichen.

Als ich mir eines von den angebotenen Getränken einschenke, beginnt der stellvertretende Generaldirektor Samuel Bender Jr., ein glatzköpfiger Mann in höherem Alter aber mit offensichtlichen Aufstraffungen im Hals- und Kopfbereich, eine Erklärung abzugeben:

„Frau Komore, ich möchte mich im Namen der Plasti-Congenius EBG dafür entschuldigen, dass wir Sie, beziehungsweise die ERK als auch die VPS bislang im Dunkeln darüber gelassen haben, was wir hier auf Brendon V innerhalb eines Vulkans gefunden haben. Wir waren uns bis vor kurzem uneinig darüber, ob diese Entdeckung zu den Dingen gehört, die bei der VPS meldepflichtig sind oder vielleicht auch nur beim Institut für Ausserirdische Artefakte, dem IFAA. Ich übergebe nun an den Fachmann unseres Konzerns, der bei Entdeckungen dieser Art zuständig ist. Ich darf Ihnen also Dr. Plazebo Puerto Hunore vorstellen“, wobei Bender auf einen kleinen dunkelhaarigen Mann mittleren Alters – offenbar von mexikanischer Abstammung – deutet, der sofort das Wort ergreift, nachdem er sich kurz geräuspert hat:

„Sehr geehrte Frau Himiko Komore, ich habe hier eine dreidimensionale Darstellung des Objektes, das wir im Wirilos-Vulkan in der Hochebene im südlichen Kontinent Paradas gefunden haben.“

Per Knopfdruck startet Hunore eine dreidimensionale Darstellung, die in der Mitte des Tisches aus einer Erhebung erscheint. Sie zeigt zuerst einen Vulkan aus der Vogelperspektive, der deutlich in die Höhe ragt. Durch die Art des enorm spitzen Vulkankegels überragt dieser selbst die größten Urwaldriesen. Durch den dichten Bewuchs von Flechten und ähnlichen Pflanzen wirkte er dennoch nicht als Fremdkörper. Das Objekt wird von der virtuellen Kamera mehrmals umflogen, ohne dass sich ein Zugang erkennen lässt. Nachdem Hunore erneut auf einen Knopf drückt, springt die Kameraperspektive auf eine Stelle am Fuße des Vulkans.

Hunore: „Wie Sie sehen, gibt es keinerlei sichtbaren Eingang zum Objekt. Der Eingang zu diesem Objekt wurde nur durch Zufall entdeckt, als bei einer Jagdtour, an der auch einige unserer führenden Mitarbeiter teilgenommen haben, ein Agati ins Dickicht am Fuße des Vulkans flüchtete.“

Erneut drückt Hunore auf den Knopf und die Kameraperspektive bewegt sich in das Dickicht am Fuße des Vulkans, bis sich schließlich im Halbdunkeln etwas abzeichnet, was entfernt an eine Tür erinnert, die etwa die Höhe eines normalen Menschen hat. Einzig der obere Teil der Tür weist eine Art Torbogen auf.

Hunore weiter: „Dieser Eingang ist aus einem Material gefertigt, das keiner gängigen menschlichen Fabrikation ähnelt. Eine Analyse hat ergeben, dass es sich um Holz, welches hier vor etwa hunderttausend Jahren gewachsen war, handeln könnte, das von einem unbekannten Material – nicht natürlichen Ursprungs – überzogen wurde.“

In der nächsten Szene sieht man, wie ein in einem weißen Overall gekleideter Mitarbeiter die Tür öffnet und hineinschreitet. Dabei verfolgt ihn die virtuelle Kamera, so dass deutlich auf dem Rücken die Beschriftung Plasti-Congenius EBG und darunter in etwas kleinerer Schrift Forschung B 5 zu erkennen ist.

Nachdem der Weißgekleidete einige Gänge und weitere schottartige Türen durchschritten hat und plötzlich stehen bleibt, schaue ich kurz in die Gesichter der anwesenden Personen im Konferenzsaal. Was mir dabei auffällt, ist das allgemeine Desinteresse an der 3D-Vorführung. Offenbar hatten diese Leute den Film x-mal angeschaut und darüber gesprochen. Einzig die beiden meiner Meinung nach KI-unterstützten Rechtsverdreher scheinen ein gewisses lauerndes Interesse zu besitzen, jedoch nicht an dem Film, sondern mehr an meinen Reaktionen darauf, die sie in meinem Gesicht zu lesen glauben. Die beiden blicken derart durchdringend mit ihren künstlichen Augen, die weder blinzeln noch sonst eine Reaktion offenbaren, so dass ich davon ausgehen muss, dass es sich bei ihnen eher um Fachleute für psychologisches Einfühlungsvermögen als um Experten für Rechtsfragen handelt.

Die 3D-Vorführung zeigt den Plastico-Mitarbeiter, wie dieser schließlich durch eine große Tür schreitet, die Ähnlichkeit mit der Tür am Fuße des Vulkans besitzt. Dahinter offenbart sich eine riesige hallenartige Höhle, bei der es sich offensichtlich um den gesamten Innenbereich des Vulkankegels zu handeln scheint. Unmengen von M5-Standard Lampen, die zuhauf angebracht sind, beleuchten ein gewaltiges Gebilde in der Mitte der Höhle. Entfernt erinnert es an einen riesigen Turm oder auch an eine historische terranische Startrampe für Weltraumraketen.

Als Hunore ansetzen will, um weitere Erklärungen abzugeben, ergreife ich kurzentschlossen das Wort und teile den Anwesenden mit, dass ich mich zum Planeten begeben werde, um zusammen mit meinem Wissenschafts- und Technik-Team weitere Untersuchungen direkt im Vulkankegel zu veranlassen.

So begebe ich mich zur Abflughalle, um das Shuttle zum Planeten zu nehmen. Ich will mich selbst davon überzeugen, was es mit der Vulkanhöhle auf sich hat, die offensichtlich eine Startrampe für Flugkörper gewesen war. Ich will mir persönlich ein Bild davon machen, auf mein Bauchgefühl achten, wenn ich das uralte Monument betrete …

Am Raumhafen auf dem Planeten empfängt mich ein Mitarbeiter der Palem mit einem Schwebegleiter. Er berichtet mir davon, dass die Wissenschaftler, die ich zum Vulkan geschickt habe, bereits erste Ergebnisse liefern können. Offenbar kommen sie zum gleichen Schluß, wie schon die Fachleute der Plastico: Bei den Erbauern des Artefaktes mußte es sich um ein raumfahrendes Volk gehandelt haben, das vor über hunderttausend Jahren auf diesem Planeten heimisch gewesen war. (…)

(Zum nächsten Teil)

Copyright © 2013 by Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: Die Raumfahrerin” (Raumfahrerin 22,5mm hoch.jpg) © 2013 by Detlef Hedderich/sfbasar.de

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Layman, John
Chew – Bulle mit Biss 2

Reif für die Insel

Zeichnungen von Guillory, Rob. Übersetzt von Frisch, Marc-Oliver
Verlag :      Cross Cult
ISBN :      978-3-942649-19-3
Einband :      gebunden
Preisinfo :      16,80 Eur[D] / 17,30 Eur[A] / 24,50 CHF UVP
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Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 01.03.2011
Seiten/Umfang :      ca. 128 S. – 21,0 x 14,0 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 05.2011

Im Kampf gegen die internationale Geflügelmafia verschlägt es Sonderermittler Tony Chu in die Südsee. Treibt auf der Insel Yamapalü ein Vampir sein Unwesen? Was hat es mit der mysteriösen Gallusfrucht auf sich? Und wer oder was ist Poyo? Um den Geheimnissen von Yamapalü auf die Spur zu kommen, wird sich Tony nicht allein auf seinen hellseherischen Geschmackssinn verlassen können. Denn während er auf eigene Faust ermittelt, ist ihm Lin Sae Woo, die scharfe Topagentin des Landwirtschaftsministeriums, dicht auf den Fersen.

CHEW – BULLE MIT BISS ist einer der originellsten und erfolgreichsten Independent-Comic-Importe aus den USA. Ausgezeichnet mit dem Harvey und dem EISNER Award als “Beste Neue Serie 2010″!

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
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DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 1) von Felis Breitendorf und Bella C. Moremo

Erstellt von Felis Breitendorf am 6. März 2013

DAS ERSTE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 1)

von

Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

Am Ufer des Großen Wassers steht das Dorf der Fischer, der “Hort der Kalgonkin”. Die Kalgonkin sind die großen steinernen Säulen, aeonenalt und von unbekannter Herkunft, die das Dorf wie eine schützende Sichel vom Rest des Landes abschirmen. Auf der anderen Seite befindet sich das Meer und die Säulen reichen links und rechts vom Dorf bis ins Wasser. Die Spalten zwischen den Säulen sind so schmal, dass kein Ausgewachsener sie durchschreiten kann. Die Fischer verehren die Kalgonkin, da sie sich von Ihnen nicht nur physisch beschützt und behütet fühlen, sondern von ihnen auch die seelische Kraft erhalten, ihr Leben zu meistern. Nach jedem erfolgreichen Fang begehen die Fischer zu Ehren der Kalgonkin ein Fest. In der Nacht vor einem Fest geschieht es, dass in der Nähe des Dorfes, aber außerhalb der schützenden Säulen, ein großer schwarzer Corvidasus, ein Vogel, dem eine gewisse Verschlagenheit nachgesagt wird, auf einem Ast einschläft. Ob dieser nun etwas Böses träumt oder ob er nur friert, ist nicht sicher, jedenfalls wacht er erst mitten in der Nacht auf. Und wie er so in die Finsternis starrt und darüber nachsinnt, was ihn so plötzlich aus dem Schlaf geschreckt haben mochte, da hört er ein leises, seltsames Raunen, wie wenn im Winde die schaukelnden Äste der Boralehen Zwiesprache halten.

Ich heiße Milena Himiko Komore. Ich bin Ermittlerin im Dienste der ERK (Externe Raumkontrolle). Meine Aufgaben bestehen im Ermitteln und Klären von außersolaren Problemen im Einflussbereich der Regierung der Vereinten Planetensysteme (VPS).

Auf dem Planeten Brandon 5 ist die Menschheit seit 400 Jahren anwesend. B5 umkreist eine Sonne vom G-Typ. Etwas heißer und blauer als Sol, kaum der Rede wert, dafür ist der Abstand zum Muttergestirn etwas weiter entfernt. Es gibt keine spürbaren Jahreszeiten, dafür hat B5 zwei Monde. Einen vom Typ Luna und einen etwas kleineren von der Größe von Ceres, so dass es mit Ebbe und Flut etwas durcheinander läuft und die Meere unberechenbar macht. Die Schwerkraft beläuft sich auf rund 0,98 G. Die Tage dauern 20,5 Stunden. Die Nächte sind mit zwei Monden nicht ganz so dunkel wie auf Terra. Kurzum, B5 ist ein Glücksfall, weil hier kein Terraforming nötig war und daher die Kosten geringer als bei Planeten, die erst einmal für viele Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte bearbeitet werden müssen. Auf B5 ist die Flora und Fauna leicht reptillastig. Es gibt aber auch einige eingeführte Arten an Vögeln und Säugetieren von Terra, die selbst eine Vielzahl von Tieren hervorgebracht haben. Intelligente Lebewesen wurden auf B5 nicht angetroffen. Man fand aber Artefakte, die von einer uralten Kultur zeugen. Was man fand, waren Gegenstände und Gebilde, die man nicht wirklich verstand. Funktionierende Technik konnte man nicht finden, nur einige Bruchstücke von Metallen, deren Funktion für die Menschen nur schwer nachvollziehbar war. Jedenfalls fand man auf B5 nichts wirklich Spektakuläres. Um so erstaunter waren die Entscheidungsträger in der Regierung der VPS, als man von dem Fiasko hörte, das im Orbit von B5 fast zur Katastrophe geführt hätte.

B5 wird von einer gewaltigen Armada an Weltraumstädten und Habitaten umkreist. Die Shuttles, die vom Planeten auf- und absteigen, sind Standarttransporter für Menschen und Waren jeglicher Couleur. Diese Shuttles sind KI-gesteuerte Vehikel, die von den Weltraumbahnhöfen der drei Hauptkontinente des Planeten, der über fünf große Ozeane verfügt, ständig zwischen Planet und Weltraumstädten hin- und herpendeln. Die meisten Bewohner leben im Orbit. Der Planet selbst dient hauptsächlich zur Ausbeutung und Herstellung von Nahrungsmitteln, für die es sich lohnt, sie in den Orbit zu transportieren. Und schließlich dienen ausgesuchte Gebiete auf dem Planeten als Erholungs- und Entspannungsorte, in denen sich die Arbeiter der Schwerindustrie im Orbit von ihrer in der künstlichen Umgebung getanen Arbeiten erholen. Was die Tiere auf dem Planeten angeht, dient ein Teil von ihnen der Fleischwirtschaft. Der andere Teil wird für die Jagd bereitgehalten. Ansonsten ist B5 ein riesiger Haufen Steine und Biomasse. Und natürlich dient er als Schwerkrafttrichter und Hort von Dingen und Lebewesen, die man nicht in den Orbit gelangen lassen möchte. Dazu gehören vor allem die affenartigen Agati, die auf allen Kontinenten leben, Ungeziefer gleich, zu jeder Gelegenheit schonungslos abgeschlachtet werden, weil weder ihr Fleisch genießbar ist, noch sie zu andren Zwecken sich als brauchbar erwiesen haben. Zudem geben sie einen für die Menschen äußerst unangenehmen Geruch von sich.

Das Unglück mit dem Transportshuttle, bei dem Güter vom Planeten in eine der Raumstädte transportiert werden sollten, hatte zumindest keine Menschenleben gekostet. Das Shuttle hatte sich in fast schwerelosem Raum befunden, als es plötzlich von innen heraus zerrissen wurde. Was genau passierte und von was es zerstört wurde, ist niemals richtig aufgeklärt worden. Offiziell hat sich die ERK hierher bemüht, um das aufzuklären. Inoffiziell gibt es aber einen anderen Grund: Eine geheime Nachricht wurde von einem Kurierschiff des VPS-Abschirmdienstes aufgefangen, dass man erheblich mehr Material an außersolaren Artefakten auf diesem Planeten gefunden habe. Es war die Rede von einer riesigen Abschussbasis für Raumflugkörper. Mehr oder Genaueres hatte die Nachricht jedoch nicht beinhaltet. Ob und was nun tatsächlich dahintersteckt, das herauszufinden, ist hier meine eigentliche Aufgabe als ERK-Beamtin. Als Unterstützung steht mir das gesamte Personal und eine Menge an KIs eines Aufklärungskreuzers mit technisch-wissenschaftlicher Ausrichtung zur Verfügung. Dieser Kreuzer, die Palem, befindet sich im Orbit unweit der Raumstädte. So ist es mir ein Leichtes, als erstes bei den Vertretungen von zwei großen Konzernen meine Recherchen zu beginnen. Mit einem Null-G-Shuttle setze ich von der Palem zur Raumstadt Omega-City über, um mich mit dem Pressesprecher der Alonis-AG zu treffen.


Um besser hören zu können, neigt der Corvidasus den Kopf, und ist erstaunt, dass er tatsächlich in der Lage ist, die steinernen Kalgonkin bei ihren Gesprächen verstehen zu können:

“Und was hast du dazu zu sagen, o Größter der Kalgonkin?”

“Der Geist des Großen Suchonaja hat mir berichtet, dass die Fischer des Hortes ein Geschenk erhalten sollen. Ein Metall, das so fein bearbeitet werden kann, dass es um Längen besser dazu geeignet ist, die großen Baccudies zu fangen, die wegen ihrer scharfen Krallenzähne jedes Netz durchtrennen und entfliehen können. Die Baccudies könnten die Fischer reich machen, denn auf den Märkten ist dieser Fisch so begehrt, dass dafür ein Vermögen bezahlt wird. Eine reiche Zeit wird anbrechen für alle, die hier im Hort ihr bisher so karges Dasein fristen.“

Der Corvidasus strengt sich an, aber da der Wind gedreht hat, kann er keine weiteren Worte mehr verstehen. Er tröstet sich damit, dass er zumindest einen Teil der Gespräche der Säulen vernommen hat, was schon an sich außergewöhnlich ist. Er nimmt sich vor, Augen und Ohren offen zu halten, denn er sinnt danach, auch etwas von diesem neuartigen Metall für sich zu beanspruchen und nicht alles den Fischern zu überlassen.

Als ich ins Atrium der Null-G-Gallerie von Omega-City schwebe und mich das eigenartiges Gefühl beschleicht, beobachtet zu werden, bestätigt sich dies, als mein implantierter Kommunikationschip piept. Ich tippe mir kurz ans rechte Ohr und vernehme die Stimme von Louis Shäffer, dem Pressesprecher der Alonis-AG: „Frau Komore, ich befinde mich zu Ihrer Rechten, an den gläsernen Aufzügen …“

Ich drehe meinen Kopf in die angegebene Richtung und sehe einen hageren Typen in einem schwarzen Colani-Anzug zu mir herüberwinken. Ich mache mich auf den Weg und seine Stimme in meinem Ohr erklärt mir derweil, dass wir uns am besten ins 0,8-G-Café im gläsernen Rondell der Stadt begeben sollten. Ich bin einverstanden.

„Ein wenig Schwerkraft”, fährt er fort, „ist sicherlich angenehmer, wenn man sich zu einem Gespräch mit Kaffee und Kuchen hinsetzen möchte. Außerdem ist man im Nullachter ungestörter, denn hier sind die Preise recht hoch, so dass nur wenige Bewohner sich das leisten möchten.“

„Ja, einen Kaffee oder einen Tee könnte ich jetzt tatsächlich gebrauchen.“

Nachdem wir Platz genommen haben, bestelle ich per Netzdrive erst einmal einen Schwarzen Tee vom Planeten mit einem Zimt-Plätzchen aus eigener Orbital-Produktion. Mein Gegenüber nimmt einen Shuffle-Cocktail mit mir unbekannten Ingredienzien.

Auf meine Frage, was er mir zur Sache mit dem zerstörten Shuttle sagen könne, antwortet er: “Frau Komore, wir von der Alonis-AG sind da völlig überfragt. Wir wissen auch nicht mehr als allgemein bekannt ist. Wenn ich ehrlich bin, finde ich es schon ein wenig befremdlich, dass die ERK eine BASE losschickt, um eine solche Nichtigkeit zu untersuchen.“

„Sie wissen doch, dass wir entweder einen Hyperraum-Jumper schicken können, der mit menschlicher Besatzung ewig unterwegs ist.  Oder eine BASE, die mittels eines künstlichen Wurms am Sprungpunkt eines jeden Sternes von BASE-Ring zu BASE-Ring springen kann. Eine BASE war in diesem Fall die Wahl, weil wir dadurch die Möglichkeit geboten bekommen, eine ganze Reihe an Aufklärungskreuzern samt Forschungspersonal und eine fast unbegrenzte Menge an Equipment zur Verfügung zu haben.“

Mit süffisantem Lächeln entgegnet Louis Shäffer: „Nicht zu vergessen, die Militärkreuzer!“

Ich grinse.

„Mit welchem Aufwand und Problemen rechnen Sie denn in diesem Fall? Und warum ist die ERK eigentlich so sehr an dieser Sache interessiert?“

„Herr Shäffer, ich kann Ihnen darüber nichts sagen. Wie Sie sich vorstellen können, habe ich meine Anweisungen.“

„Wie schade!“

Nachdem uns eine schwebende Bedienungsdrohne unsere Bestellungen serviert hat, beiße ich erst in das Zimtplätzchen, um dieses mit dem Schwarzen Tee im Mund zu vermischen. Der Tee hat einen sehr nussigen Nachgeschmack, beim Plätzchen schmecke ich neben dem Zimt-Aroma noch eine Note von Koriander und Petersilie mit. Das Ganze entwickelt sich im Mund zu einer Geschmacksexplosion und ich atme tief durch die Nase, damit ich diesen Eindruck noch ein wenig genießen kann. Schließlich lasse ich das nun weiche Gebäck und die Flüssigkeit sanft die Kehle hinabgleiten und frage:

„Was mich noch interessieren würde: Ich habe erfahren, dass die Alonis-AG neben Raum-Habitaten auch Raumschiffe herstellt und eine ziemlich umfangreiche Forschungsabteilung ihr Eigen nennen darf. Welche Ambitionen hat Ihr Unternehmen, wenn es um Sprungtechnik und Hyperraumflug geht, Herr Shäffer?“

„Ich kann Ihnen versichern, Frau Komore, dass sich diese Ambitionen ausschließlich auf den unterlichtschnellen Raumverkehr beziehen. Also darauf, was in einem Planetensystem transportiert wird. Insbesondere der Ausbeutung des umfangreichen Asteroidenfeldes jenseits der inneren Planeten gilt  dabei unser Hauptaugenmerk. Hier möchten wir Markführer werden. So wie wir das bereits im systemischen Innerverkehr sind.“

„Und was Flüge zum und vom Asteroideneld betrifft, ist die Plasti-Congenius-EBG noch immer ihr schärfster Konkurrent, richtig?“

„Exakt. Aber im Gegensatz zu uns scheint die Plastico, wie sie hier genannt wird, auch an überlichtschneller Raumtechnik interessiert zu sein. Vielleicht sollten Sie sich dieses Unternehmen mal zur Brust nehmen, wenn Sie Vermutungen haben, dass der Shuttleunfall irgendwie damit zu tun haben könnte.“

„Ich weiß, dass die Plastico an Überlichttechnik arbeitet”. Meine Antwort schien ihn zu verblüffen.  „Einige Bauteile der BASE-Technik wurden früher von ihr geliefert …“

„… bis die VPS und die ERK ihr nicht mehr vertrauten und diese Bauteile nun selbst herstellen, wie ich weiß.“

Ich nicke bestätigend. „Sie scheinen ja gut informiert zu sein, was die VPS und die ERK so tun?“

Er lächelt mich gelassen an: „Nicht wirklich, Frau Komore. Ich möchte mich jetzt gerne von Ihnen verabschieden. Sie können ja noch den Ausblick und den leckeren Kuchen genießen. Der Kaffee ist auch sehr gut hier; probieren Sie den braunen Asoti!“

„Einverstanden. Ich melde mich bei Ihnen, sollte ich noch Fragen haben. Wenn Ihnen noch etwas einfällt, wissen Sie, wie Sie mich erreichen.”

Er nickt, steht auf, ergreift meine hingestreckte Hand und küsst sie kurz, lächelt mich freundlich an und dreht sich um. Kurz darauf verschwindet er mit dem gläsernen Fahrstuhl. Ich schaue ihm nach und kann nicht anders, als darüber nachzudenken, warum mir mein Bauchgefühl sagt, dass hier etwas nicht stimmt und man mich hinters Licht führen will. (…)

(zum nächsten Teil)

Copyright © 2013 by Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: Die Raumfahrerin” (Raumfahrerin 22,5mm hoch.jpg) © 2013 by Detlef Hedderich/sfbasar.de

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Layman, John
Chew – Bulle mit Biss 1

Leichenschmaus

Zeichnungen von Guillory, Rob
Verlag :      Cross Cult
ISBN :      978-3-942649-18-6
Einband :      gebunden
Preisinfo :      16,80 Eur[D] / 17,30 Eur[A] / 24,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 13.09.2010
Seiten/Umfang :      ca. 148 S. – 21,0 x 14,0 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 12.2010

Tony Chu ist ein Gesetzeshüter mit vielen Talenten, eines davon reichlich absonderlich: Tony Chu ist ein ein Geschmacksknospen-Telepath, auch als Cibopath bekannt. Will heißen, was immer sich auch in den Mund des Beamten Chu verirrt, sei es ein drei Tage altes Käsebrötchen, ein Royal TS oder Blut von einem Mordtatort, löst bei dem Crime-Gourmet eine geistige Vision aus, die ihm alles über seine Speise verrät – der Teig, aus dem seine Backwaren geknetet wurden, das Schlachthaus, in dem das Getier für seinen Burger sein Ende fand, und … die letzten Stunden im Leben des Mordopfers. Diese Fähigkeit hat aus Tony einen strikten Vegetarier und einen bissigen Polizeiermittler gemacht, der sich seine Fälle auf der Zunge zergehen lässt. Es ist eine dreckige Welt da draußen, und ein cibopathischer Detektiv muss im Dienst von Recht und Ordnung viele Geschmacklosigkeiten erdulden und viele widerliche Sachen in den Mund nehmen …

Nach einem Nahrungsmittelskandal, der Millionen von Todesopfern gefordert und zu einem weltweiten Verbot von Hühnerfleisch gesorgt hat, ist die FDA, die Arznei- und Nahrungsmittelbehörde, die einflussreichste Verbrechensermittlungstelle der Welt und der Handel mit illegalen Geflügel eine der schwersten geahndeten Straftaten. Als sich Tony Chus seltsames Talent bis zu den obersten Rängen der FDA rumgesprochen hat, wird der Geschmackspolizist für die Sondereinheit der Nahrungsmittelbehörde angeheuert, die sich mit den abnormalsten und verdrehtesten Verbrechen befasst, die diese abnormale und verdrehte Welt einem Polizisten nur auftischen kann.

CHEW ist ein Ereignis und eine mittelschwere Geschmackssensation! Gefeiert als eine der besten amerikanischen Newcomer-Comicreihen seit langem hat John Laymans und Rob Guillorys stilsicherer Mix aus Krimi-Satire, überbordendem Genre-Spaß und Gourmet-Action sämtliche Bestseller- und Pull-Listen der letzten zwei Jahre durcheinandergewirbelt und die wichtigsten Auszeichnungen der Comic-Industrie eingeheimst, darunter den EISNER und den HARVEY Award als “Beste Neue Comic-Serie 2010″.

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SPRITZE ZUM HALBEN PREIS – Real-futuristische Shortstory von Felis Breitendorf (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 3/2013 – geteilter Preis)

Erstellt von Felis Breitendorf am 25. Oktober 2012

SPRITZE ZUM HALBEN PREIS

Real-futuristische Shortstory

von

Felis Breitendorf

Länger leben heißt nicht, dem Leben mehr Jahre,
sondern den Jahren mehr Leben zu geben.

Vorgestern bin ich 75 Jahre alt geworden. Die letzten Jahre habe ich von der Arge gelebt. Bis Vorgestern bezog ich seit meinem 65. Lebensjahr den verminderten Altersatz. Dabei geht das Amt davon aus, dass man ab diesem Alter kein Bargeld mehr zum Leben braucht. Stattdessen erhält man Gutscheine für die Alterstafel, in der gekocht wird, was woanders übrigbleibt an Lebensmitteln. Meist Sachen, die nicht mehr als Schweinefutter taugen. Und auch die Kleidung gibt es nur noch auf Bezugsschein in der Kleiderkammer. Die Kleidung dort ist aus der Sortierung genommen worden von den Kleiderspenden, die man nach Afrika schickt, um damit noch einige Cent zu verdienen. Die Kleidung aus der Kleiderkammer ist so zerschlissen, dass sie nur noch für uns Alte taugt, für die, die von der Arge leben.

Ich habe heute einen Wartetermin beim Arzt. Ab einem Alter von 75 Jahren kann man sich nur noch zu den 14tägigen Random-Tagen dorthin begeben. Nach jedem Aufruf dreht man an der Scheibe im Wartebreich und wenn man der Nummer auf dem Anzeigegerät über der Tür am nächsten kommt, darf man sich in einen der Altenbehandlungsräume begeben. Dort kommt dann ein Medizinstudent, der sich hier die ersten Brötchen verdient. Tatsächlich bekommen diese Hilfsmediziner im ersten Jahr am Ende eines jeweiligen Tages wirklich nur einige Brötchen vom Vortag, die von einer Bäckerei gespendet werden.

Als ich nach sieben Stunden Wartezeit endlich Glück habe mit dem Drehrad, begebe ich mich ins Behandlungszimmer für alte Menschen. Dort stehen die vielen Glasschränke mit den abgelaufenen Medikamenten, die man gegen eine Selbstbeteiligung erstehen darf. Ich setzte mich auf den Plastikbehandlungsstuhl und warte auf meinen Mediziner. Bis zu diesem Tage durfte ich zumindest noch ab und an hoffen, einige Medikamente günstiger zu erhalten, von den Aussortierten mit altem Datum vom Vorjahr versteht sich. Ab dem nächsten Azrtbesuch bin ich wegen zu hohem Lebensalter von der Krankenversicherung ausgeschlossen und muß den Mediziner und die abgelaufenen Medikamente selbst bezahlen.

Eine staatliche Rente gibt es ja schon seit einigen Jahren nicht mehr und meine Riesterrente wurde bereits von der Arge einkassiert. Ich habe mich bisher noch mit Flaschensammeln einigermaßen über Wasser halten können. Da ich seit 10 Jahren in einer Altenbaracke wohne, hat mir das Flaschensammeln zumindest bei schönem Wetter noch immer Spaß und Bewegung verschafft und natürlich etwas Bargeld. Besser als dass einem die Decke auf den Kopf fällt. Die Baracken waren eigentlich mal als Wohncontainer für die neue Klasse an aussortierten Arbeitslosen unter die Autobahnbrücken gebaut worden, um unnötige Mietzahlungen einzusparen. Seit der Umstrukturierung, bei der man diese Arbeitslosen unter 65 Jahren gegen Kost und Logis nach China ausleiht, nutzen nun wir Alten über 65 Jahren diese Baracken. Seit dem verfügen sie aber weder über Stromanschluß noch über Heizung. Nur die Tatsache, dass sie unter den Autobahnbrücken aufgereiht wurden, ermöglicht es, dass bei Regen das Abwasser der Autobahn in große Tanks aufgefangen und in die einzelnen Container als Klospülung, zum Abkochen und Duschen umgeleitet werden kann.

Ich schaue an mir herunter, meine Unterwäsche ist ziemlich zerschlissen. Ich schäme mich, hier so zu sitzen. Als sich die Tür öffnet, kommt mein Mediziner herein. Er erklärt mir,  da ich ja aus dem Bezug der Arge und der Krankenversicherung aus Altersgründen rausgefallen sei, dass ich nun sehr wohl überlegen solle, welches meiner Medikamente ich mir noch leisten möge oder kann. Der junge Mann geht kurz mit dem Handyscanner über meinen Körper und spricht einige mir unverständliche Sätze in sein Gerät. Ich erkläre ihm, dass ich im Moment kein Geld für Medikamente oder weitere Behandlungen habe, da es immer mehr Flaschensammler gäbe und man davon nicht mehr satt würde. Seitdem ich 75 Jahre alt geworden bin, bekomme ich ja auch keine Bezugscheine für die Tafel mehr. Er erklärt mir, dass er vielleicht eine Lösung für mich habe. Da ich ja zu denen gehören würde, die seit Jahren ein gesundes Leben geführt, weder Alkohol getrunken noch geraucht hätten. Deshalb könne er mir die Spritze zum halben Preis anbieten.

Er händigt mir ein Prospekt aus und nennt mir auch gleich den Selbstkostenanteil an der Spritze. Sobald ich den zusammengespart hätte, könnte ich vorbeikommen. Dann würde man mir weiterhelfen. Ich bedanke mich und verlasse die Praxis. Als ich vor der Tür stehe, knöpfte ich meinen zerschliessenen Mantel zu. Langsam wird es merklich kälter. Ich gehe zurück in meinen Container. Dort beginne ich das altersgerechte, in große Buchstaben gedruckte, Prospekt anzuschauen, bevor das Tageslicht zu schwach zum Lesen wird:

LIEBER ÄLTERER MITBÜRGER, SIE SIND EIN MENSCH GEWESEN, DER SICH IMMER MÜHE GEGEBEN HAT, SICH GESUND ZU HALTEN. AUS DIESEM GRUND ÜBERNIMMT IHRE KRANKENKASSE GERNE 50% DER KOSTEN FÜR DIE SPRITZE, DIE IHNEN DIE LETZTE RUHE BRINGEN SOLL. BITTE TRAGEN SIE IM BEILIEGENDEN FORMULAR EIN, OB IHR KÖRPER ANSCHLIESSEND DER WISSENSCHAFT ZUR VERFÜGUNG GESTELLT, ALS BLUMENDÜNGER FÜR DIE GRÜNFLÄCHENVERSCHÖNERUNG UNSERER WUNDERBAREN STADT ODER IHR LEICHNAM ZUR TIERERNÄHRUNG DIENEN SOLL. LETZTERES WÜRDE IHREN KOSTENANTEIL DER SPRITZE NOCH MAL UM 5 % SENKEN. IHRE KRANKENVERSICHERUNG WÜNSCHT IHNEN EINEN ANGENEHMEN TOD NACH ERHALT DER SPRITZE UND BEDANKT SICH FÜR IHRE KOOPERATION…

-Ende-

Copyright 2012 by Felis Breitendorf

Bildrechte: Grafik “Spritze” am Ende des Textes © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Alltag-100-minus20-0.jpg” (Originaltitel: Alltag3.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Kaufempfehlung des Autors:

Malessa, Andreas
Altherrensommer

Männer in der Drittlife-Krise

Verlag :      Gütersloher Verlagshaus
ISBN :      978-3-579-06663-9
Einband :      gebunden
Preisinfo :      17,99 Eur[D] / 18,50 Eur[A] / 25,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 03.10.2012
Seiten/Umfang :      ca. 192 S. – 21,5 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      23.07.2012

Medien :
Leseprobe(PDF)

Eine einzigartige Reisereportage in eine terra incognita!
Sie selbst reden ungern darüber. Und was andere dazu sagen, Frauen zum Beispiel, stimmt höchstens als Außenansicht: Männer im Alter 50 plus – ihr Lebensgefühl, ihre Wünsche und Herausforderungen in der Drittlife-Krise. Wenn der Körper schwächelt, die Pensionierung naht und das Geld knapper wird. Wenn auch die Partnerin in die Jahre gekommen ist und es mehr Freizeit, aber weniger Lebenszeit gibt. Wenn man geachtet werden möchte, statt peinlich zu werden.

In kurzweiligen Porträts quer durch die sozialen Schichten nimmt uns Andreas Malessa mit auf eine höchst unterhaltsame Reise in jene Sphäre aus Scham und Ehre, die Frauen zu kennen glauben und Männer selten zu erkennen geben. Eine psychologisch-gesellschaftskritische Reisereportage durch die Innenwelten der »Best Ager«. Mit humorigen Schlüsselloch-Effekten für Leserinnen und hohem Wiedererkennungswert für Leser. Überraschende Innenansichten aus einer vermeintlich »alt«-bekannten Alltagskultur, gut recherchiert und brillant erzählt Altersweise Erfahrungen, wie die Würde bleibt, wenn der Status geht…

Andreas Malessa, geboren 1955, Hörfunkjournalist und Fernsehmoderator beim SWR, Deutschlandfunk und Hessischen Rundfunk, ist Theologe, erfolgreicher Buchautor, Songtexter und Zeitungskolumnist. Er lebt bei Stuttgart.

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DIE DELIKATESSE (Überarbeitete Fassung) – eine phantastische Story von Felis Breitendorf

Erstellt von Felis Breitendorf am 27. September 2012

DIE DELIKATESSE

(Überarbeitete Fassung)

Eine phantastische Story

von

Felis Breitendorf

(1979/2009/2012)


In meinem Kopf drehten sich vom vielen Alkohol bereits die Sterne. Ich stierte vor mich hin, während sich der Nebel zusammenzog…

…da liegt sie.

Das schalenartige Äußere, der lange, immer dünner werdende, in einen leicht nach vorne gerichteten Schwanz übergehende Körper. Die Unbeweglichkeit ihrer Starre läßt die Eigenart ihres Daseins nur erahnen…

Das Wesen schimmert im Licht. Auf eine geheimnisvolle Weise wirkt der Körper des Langschwanzkrebses ständig feucht.

Stumm blickt die Languste ins dumpfe Licht der künstlichen Beleuchtung… Da! – Fast unmerklich: Eine leichte, zitternde Bewegung des rechten vorderen Fühlers. Zögernd bewegt sich der schwere Körper ruckig auf die Öffnung zu.

Nachdem sich das schwere Eisenschott der höhligen Unterkunft mit einem leisen Fauchen geöffnet hat, schreitet das Wesen aus seiner Wohneinheit heraus.

Ein leichter Niesel tropft von der Decke des Höhleneingangs herunter.

Ich hatte nicht gefressen.

Mir war nicht gut.

Mein Bauch schmerzte und die Stirn war mit Schweiß bedeckt.

Ich wimmerte vor mich hin. Das fürsorgliche Gehabe der Weibchen, die mir meine Stirn mit einigen Pflanzenfasern trockenrieben und mir von Mal zu Mal mit ihren teils schleimigen, teils rauhen Zungen ins Maul fuhren, um mir den bereits vorgekauten weichen Brei einzuflößen, konnten meinen Stolz nicht wiedererwecken. So lag ich in der Höhle und wartete darauf, daß sich die silbernen Himmelspforten öffneten und die Engel mit ihren langen, biegsamen Stacheln kämen, um mich mit ins Himmlische Reich zu nehmen.

Aufstöhnend schaute ich im Liegen an mir herab. Mein stolzer, kräftiger Körper bebte unter den Qualen meines Leidens. Mein Brusthaar, sonst golden, war nun ganz matt. Meine Hände, die sonst so kraftvoll die Keule im Zweikampf führten, zuckten nur kraftlos. Das Zittern ließ sie wie die Hände eines Frischgeborenen erscheinen. Wie jene, die ab und an von den Engeln auserwählt wurden, um bereits im zarten Alter weniger Tage in ihre Obhut zu gelangen, um ihrer heiligen Bestimmung zugeführt zu werden.

Als das Wesen, das Langustenwesen mit dem Namen LO-CHHO, den Höhlenvorraum des Zucht- und Haltungstraktes der Vorratshöhle 4 betritt, um sich für die nächste Schlachtung vorzubereiten, lässt es noch einmal die Nachrichtenbilder des Info-Vid an seinem geistigen Auge vorüberziehen. Wieder einmal herrscht Krieg und wieder einmal wird intelligentes Leben vernichtet. Wieder einmal fragt sich LO-CHHO, warum die vielen Völker der bewohnten Galaxis so grausam zueinander sein müssen: sich mit solch schrecklichen Waffen – im Weltraum, auf Planeten, Monden und Raumstationen und unter dem Wasser – das Leben schwer machen. Seinem eigenen Volk ist dieser bei den meisten Lebensformen in der bewohnten Galaxis so weit verbreitete Drang zum Töten weitgehend unbekannt. Außer natürlich, wenn es sich um Tiere handelt, die zur Nahrungsverwertung gebraucht werden. Aber selbst hier gibt es Vorbehalte.

Einige besonders affektierte Wissenschafts-Ethiker seines Volkes verlangen mittlerweile sogar, daß man die für die Nahrung benötigten hellhäutigen, zweibeinigen Säugetiere, die man auf diesem Planeten vor einigen Jahren vorgefunden hatte, nicht mehr töten, sondern wieder auf der Planetenoberfläche aussetzen und sich selbst überlassen sollte. Sie behaupteten, daß deren Ähnlichkeit mit einigen Vertretern anderer raumfahrender Völker wohl nicht von ungefähr käme. Daß durchaus die Möglichkeit besteht, dass es sich um direkte Nachkommen der Besatzung eines gestrandeten Schiffes einer raumfahrenden Rasse handeln könnte. LO-CHHO selbst hält allerdings nichts von dieser These. Für ihn ist das Ganze kompletter Blödsinn! – Schließlich wurde diese ungeheuere Behauptung dann von anderen angesehenen sachverständigen Wissenschafts-Ethikern dementiert.

Und was die Sache mit der Geheimhaltung angeht: dass sein Volk die lebenden Exemplare der Säuger vor den anderen Rassen verborgen hält, nun das hat einen ganz andere Hintergrund. So weiß gerade LO-CHHO, dass der Grund dafür eher in der Angst seiner langschwanzkrebsigen Artgenossen begründet liegt, irgendwelche Fremden würden sich der hellhäutigen Säuger bemächtigen. Diese für den Export fertiger Fleischspezialitäten züchten und die Produkte in der gesamten Galaxis verkaufen und damit eine wirklich ernstzunehmende Konkurrenz aufbauen. Nach langen Debatten und Überlegungen von Staatsseite her wurden die zweibeinigen Säuger dann doch endgültig zu Tieren erklärt und mit einer Geheimhaltungsauflage belegt. Glücklicherweise, denkt LO-CHHO, denn das unendlich zarte Fleisch dieser Hellhäuter wird bei der Zubereitung – durch die Zangen eines Meisterkochs versteht sich – zu einer wahren DELIKATESSE.

***

Ich war glücklich. Trotz meiner Schmerzen. Die Engel waren gekommen. Sie führten mich ins Jenseits. Endlich würde ich von meinem Leiden erlöst, das mich vor einigen Hell-Dunkel-Phasen befallen hatte und seither quälte. Jetzt würde ich endlich sehen können, wie der Himmel aussieht und wie die Engel lebten. Endlich würde ich ihn kennenlernen – den Erlöser! So wie es die alten Geschichten, die Überlieferungen, die von der Mutter an ihre Jungen weitergegeben wurden, vorhersagten.

Mit ihren langen biegsamen Stacheln standen sie plötzlich vor mir. Sie nahmen mich in ihre Mitte. Mühelos hoben sie mich mit ihren Greifern hoch und trugen mich fort. Wir durchschritten die silbernen Himmelspforten, doch auf einmal blieben meine beiden Engel abrupt stehen und ich schaute noch einmal zurück. Ich blickte auf meine Welt, in die ich geboren wurde, getötet, gefressen, und meine Weibchen besprungen hatte. Da schoben sich schon die silbernen Himmelspforten wie von Geisterhand bewegt, hinter mir zusammen. Trotz meiner Trauer, und obwohl ich noch immer starke Schmerzen hatte, überkam mich ein Gefühl der Vorfreude, auf ein nun folgendes, besseres, sorgenloses niemals endendes Dasein. Ein Darsein, das mich den Überlieferungen nach, nun im Himmel erwarten würde. Sicher, ich würde niemals mehr meine Welt betreten können, zumindest nicht mehr in meiner jetzigen Form, aber vielleicht würde ja auch ich Engel werden können. Dann würde ich zurückkommen und meine Weibchen und ihre Jungen ebenfalls ins Himmlische Reich führen.

Nachdem LO-CHHO sich seinen Schlachtkittel übergehängt und die großen Messerzangen und Stecher aus den Halterungen genommen hat, überkommt ihn unerwarteter Skrupel. Er fragt sich, ob an den merkwürdigen Gedanken, die ihn noch immer beschäftigen, etwas dran sein könnte? Schnell verwirft er diese Überlegung. Schließlich waren es ja Kapazitäten auf ihrem Gebiet, die bewiesen hatten, daß es sich bei den Säugern tatsächlich nur um Tiere handelt.

Als ich zu mir kam und in meiner Lethargie an mir herunterschaute, sah ich zu meinem Erstaunen, daß die Engel dabei waren, mich mit dem Rücken an ein metallenes Gitter anzuketten.

Da überfiel mich die nackte Angst! Mir wurde furchtbar übel und es schnürte mir die Kehle zu. Was, wenn das alles, die Geschichten und Überlieferungen, nicht stimmten? Wenn die Engel vielleicht gar keine…   -

…doch da sah ich IHN!

Die schleusenartigen Türen des Schotts öffnen sich schmatzend.

LO-CHHO betritt die Schlachthöhle und beobachtet eingehend den hellhäutigen zweibeinigen Säuger, der von den Küchen- und Schlachthelfern für die Verarbeitung vorbereitet wurde. Die Verschlüsse der Gelenk- und Knöchelmanschetten klacken in häßlicher Weise. Mit weit aufgerissenen Augen beobachtet der Säuger jede Bewegung um sich herum. Ansonsten scheint er ruhig. Sicherlich haben die Mittel, denkt LO-CHHO, die ich diesem männlichem Musterexemplar eines Säugers ins Futter habe mischen lassen, bereits ihre Wirkung getan. Es hat ihn derart geschwächt, daß bei der nun folgenden Schlachtung kaum noch mit Gegenwehr von Seiten dieses Tieres zu rechnen ist.

***

Dem Menschenwesen Auge in Auge gegenüberstehend keimen in dem Langustenwesen wieder Bedenken auf: Was, wenn es sich bei diesem Säuger tatsächlich um einen Nachkommen einer intelligenten Rasse handelt?

Doch wie immer, wenn LO-CHHO eine Schlachtung vornimmt, beseitigt er jeden seiner Bedenken, in dem er sich immer wieder sagt, daß es sich bei diesen Wesen ja nur um “primitive Tiere” handelt. Und dass es deren Sinn und Schicksal ist, evolutionär höherstehenden Lebensformen als Nahrung zu dienen. Wozu sollten Tiere denn sonst gut sein?

LO-CHHO’s Blick klärt sich und kehrt zurück in die Gegenwart. Als er an das zarte Fleisch dieses zukünftigen Bratens denkt, läuft ihm bereits jetzt das Wasser im Mund zusammen. Er öffnet behutsam die große Messerzange, die er mitgenommen hat und setzt sie an die Kehle des Menschen…

Der große Engel mit der silbernen Kutte schritt langsam auf mich zu. Selbst die anderen beiden Engel wichen ehrfürchtig zur Seite und gaben den Weg frei.

Dann stand mir der große silberne Engel genau gegenüber. Da begriff ich.  Und schämte mich meiner anfänglichen Ängste, meiner Gedanken und Zweifel. Ich spürte eine große Freude in mir aufsteigen, eine Zufriedenheit und ein beglückendes Gefühl, wie ich es nie zuvor verspürt hatte. Da wußte ich: vor mir stand der Erlöser.

Weihevoll hielt er mir einen heiligen Gegenstand an die Kehle. Das kalte Metall beruhigte mich, und ich schloß kurz die Augen. Als ich sie wieder aufmachte, sah ich alles wie durch einen zähen Brei.

Langsam, ganz langsam, schloß sich der Engelmacher um meinen Hals.

Es folgte ein häßliches Geräusch und eine blutige Fontäne spritzte aus meiner Kehle hervor.

‘Also doch!’ – dachte ich voller Entsetzen, ‘alles Lüge. Die Überlieferungen, der Glaube, Alles!’

Und da wurde es ganz still um mich herum.

Eine ganze Weile später wurde diese Stille noch stiller.

Alle Dinge schienen in ihrer momentanen Bewegung wie eingefroren.

Nur die Lichter an der Decke der Höhle glitzerten wie Sterne, Sterne, die ich selbst niemals gesehen hatte und nur aus den Überlieferungen kannte. Sterne, die die meisten meiner Artgenossen ebenfalls niemals gesehen hatten oder sehen werden. Sterne, von denen die Ahnen der Überlieferung nach vor langer Zeit einmal gekommen waren. Sterne, zu denen sie einmal voller Ehrfurcht und Hoffnung emporgeschaut, dann aber doch das Glück nicht gefunden hatten.

Ich schrie lauthals, aber es kam nur ein heiseres Röcheln aus meiner Kehle.

Schließlich fiel ich hinab – tauchte hinunter in die Dunkelheit, in die Schwärze, die letztendlich alles empfängt und in der alles endgültig und für immer sich auflöst.

…ein schwerer Nebel hing im Nichts. Langsam schälten sich die kantigen Konturen aus der schleierhaften Dunstigkeit hervor. Einige Lichter glitzerten wie Perlen, und ganz langsam kehrten auch die Farben zurück. Das ganze Bild ergab sich seinem Sinn.

Eine feurige Wand stilisierte sich zu einer Flamme, die rhythmisch auf der Spitze einer langen weißen Kerze auf und ab hüpfend pulste.

Die vielen schönen silbernen Dinge auf dem Tisch erinnerte mich an irgend etwas. Aber ich kam nicht drauf.

Erst die vertraute Stimme eines anderen Menschen und die leicht schüttelnde Berührung seiner Hand an meiner Schulter führten mich zurück in die Wirklichkeit:

“Sir! Sie waren eingenickt! Ihre bestellte Delikatesse ist bereits aufgetragen. Darf ich den Champagner öffnen?” Worauf der Kellner mir die Flasche zeigte und sie so drehte, daß ich das Etikett lesen konnte.

Dabei geschah es – ich blickte auf den vor mir stehenden Teller …  und entdeckte …

… die LANGUSTE! …

- Ende –

(Copyright 1979/2009/2012 by Felis Breitendorf)

Bildrechte: Coverillustration “TräumeundVisionen” (20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “TräumeundVisionen100-minus180-minus11.jpg” (Originaltitel: 20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Leseempfehlung der Redaktion:

Ruhl, Thomas
Port Culinaire Seventeen – Band No. 17

Sicherer Hafen für Gourmets

Beiträge von Ackermann, Bernd / Kleger, Bernd / Reitbauer, Heinz / Straubinger, Rolf / Dollase, Jürgen / Elverfeld, Sven / Bos, Ralf / Kornmayer, Evert / Martin, Thomas / Weh, Lidwina
Verlag :      Verlag Gebrüder Kornmayer
ISBN :      978-3-942051-21-7
Einband :      Paperback
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Letzte Preisänderung am 22.03.2011
Seiten/Umfang :      186 S. – 28,0 x 24,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      30.03.2011

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Kurzbeschreibung:
Gourmand World Cookbook Award 2007 “Special Award of the Jury” – Good Design Award 2007, Chicago Athenaeum – Port Culinaire ist für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland nominiert. Diese Auszeichnung gilt als der Preis der Preise in Deutschland, denn kein anderer Designpreis stellt ähnlich hohe Anforderungen. So kann nur ein Produkt nominiert werden, das schon andere bedeutsame Auszeichnungen erhalten hat. Eine Nominierung ist nur durch die Wirtschaftsministerien oder Senatoren der Länder oder das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie möglich. – Zuvor erhielt PORT CULINAIRE bereits eine Urkunde der Lead Academy, die Port Culinaire mit dem Lead Award als Newcomer Magazin auszeichnete. Der Lead Award ist Deutschlands führende Auszeichnung für Print- und Online Medien.

Inhaltsverzeichnis:
- Namibia
- Gipfelstürmer: 18. St. Moritz Gourmetfestival
- Die Käseweltmeister der Schweizer Käse, Rezepte von Bernd Ackermann und Bernhard Kleger
- Gegenbauer Wiener Essig Brauerei
- Heinz Reitbauer und das Steirereck
- Seafood Academy Part I Langschwanzkrebse, Rezepte von Rolf Straubinger
- Avantgarde Part Eight Jürgen Dollase über Sven Elverfeld
- Der Bocuse d’Or 2011 von Ralf Bos
- Gewinner des CHEF-SACHE Nachwuchspreises “Avantgarde” und “Regionale Küche”
- 12 Monkeys, Mich laust der Affe was für ein Gin! Evert Kornmayer
- Sommelier dieser Ausgabe: Lidwina Weh, Hotel Louis C. Jacob, Rezepte von Thomas Martin

Thomas Ruhl, Jahrgang 1956, studierte Grafik und Fotografie an der Folkwangschule in Essen, war Dozent für Druckgrafik und arbeitete als freier Art Director in großen internationalen Werbeagenturen in München, Düsseldorf und Köln. Mit 28 Jahren machte er sich mit einer eigenen Agentur und einem Fotostudio einen Namen und arbeitet für führende Marken-Unternehmen. Seine Bücher wurden mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Goldmedaille der gastronomischen Akademie Deutschlands, dem Prix Mazille, dem Gourmand World Cookbook Award, Best of the World Photography und vielen mehr.

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HILFE, ICH WILL MICH DOCH BLOSS ERNÄHREN! – Eine Kurzgeschichte von Felis Breitendorf

Erstellt von Felis Breitendorf am 5. April 2012

HILFE, ICH WILL MICH DOCH BLOSS ERNÄHREN!

Eine Kurzgeschichte

von

Felis Breitendorf

Ich hatte mich darauf gefreut. Mir war es gelungen, eine Zuschauerkarte für eine TV-Talksendung zu erhaschen. Es ging um Ernährung, mein Thema.  Als gute Mutter von drei Kindern und einem Mann der aus allen Nähten platzt, muß ich mich darum sorgen. Eingeladen wurden ein Vertreter der Lebensmittelindustrie, der sagt: “Wir Menschen sind noch nie so gut ernährt worden wie heute. Wir hatten zu keiner Zeit dermaßen viele Lebensmittel zur Auswahl und können wegen dieser guten Ernährung wesentlich älter werden als die Menschen zu früheren Zeiten.”

Dagegen steht die Aussage eines Vorsitzenden einer Lebensmittelschutzorganisation: “Die Lebensmittelindustrie lügt und betrügt und macht den Menschen etwas vor. Unsere Ernährung ist nicht die beste aller Zeiten. Die Nahrungsmittelindustrie will uns, vor allem unsere Kinder, eßsüchtig machen, damit ihre Erträge gesichert sind. Die Anzahl der Kinder mit Übergewicht steigt und steigt. Daran sind die Lebensmittel schuld!”

Auf der anderen Seite steht die Aussage eines Arztes und Journalisten, ebenfalls selbsternannter Fachmann für Ernährung: “Das ist alles Blödsinn. Die Kinderfettleibigkeit geht in Deutschland sogar leicht zurück. Und Beweise gibt es weder für noch gegen die Lebensmittel als Ursache. Alle Aussagen haben keinerlei wissenschaftlichen Beweis. Das alles ist nur Mache der Medien!”

Eine bekannte TV-Starköchin und Restaurant-Besitzerin hält dagegen: “Der Bürger hat keine Möglichkeiten mehr an natürliche Lebensmittel zu kommen. Alle Produkte werden mit künstlichen Zusatzstoffen angereichert. Der Geschmack der Verbraucher wird auf die künstlichen Aromen trainiert, so dass er natürliche Lebensmittel nicht mehr als angenehm empfindet. Das passiert bereits mit Kindern, die lieber einen Joghurt mit künstlichem Erdbeergeschmack bevorzugen, als einen neutralem Joghurt mit natürlichen Erdbeeren. Die mit künstlichen Zusätzen versehenen Lebensmittel sind gefährlich für unsere Ernährung!”

Hier widerspricht ein Lebensmittelchemiker, der nicht nur auf Grund seiner Übergewichtigkeit zu schnaufen anfängt, sondern auch, weil man ihn nicht zu Wort kommen lassen will. Als er endlich etwas sagen darf, haut er uns eine Unmenge von Fachbegriffen um die Ohren und antwortet auf die Frage der Moderatorin: “Stimmt es, dass alle diese Lebensmittel mit künstlichen Zusätzen ungesund sind?”

“Natürlich nicht! Alles ist eine Frage der Menge und jeder Mensch sollte das essen worauf er Appetit hat. Der Appetit eines Menschen ist der Regelmechanismus, der uns sagt, was unserer Körper braucht. Die Hysterie der Diätbefürworter ist unbegründet. Schauen sie mich an. Auch ich habe leichtes Übergewicht! Was sie aber wissen sollten: Eine Studie hat ergeben, dass nicht die Menschen mit Untergewicht am längsten leben, sondern die Normalgewichtigen und die mit leichtem Übergewicht.”

Darauf springt eine Buchautorin und Trainerin für Ernährung an und sagt: “Das mit der Selbstregulierung hat vielleicht Jahrtausende funktioniert, doch als die Menschen seßhaft wurden, Lebensmittel anbauten und Tiere züchteten, hat sich das geändert. Von da an hatten sie es nicht mehr nötig, auf die Jagd zu gehen und sich dabei ständig zu bewegen. Seit dem ist die Nahrung, was Energiegehalt, wie Fett und Kohlenhydrate angeht, immer dichter und konzentrierter geworden. Zusammen mit dem einhergehenden Bewegungsmangel unserer heutigen Gesellschaft sind die Lebensmittel nicht mehr zeitgemäß. Wir sollten heute auf leichte Ernährung setzen und uns sehr viel bewegen. Anders geht es nicht.”

Als die Sendung fertig war, drohte mein Hirn zu platzen. Ich war vollgestopft mit Informationen, die widersprüchlicher kaum sein konnten. Was war bloß passiert? Ich hatte mich so darauf gefreut, die Gäste dieser Sendung zu hören. Wann immer eine Talksendung zu diesem Themenkreis im Fernsehen lief und einer der Teilnehmer dieser Runde hier daran beteiligt war, war ich von dessen Meinung beeindruckt. Doch jetzt, wo sie gemeinsam in einer Sendung auftreten, bekämpfen sie sich und machen den anderen auf beleidigende Weise als Dummkopf runter.

Ich bin jetzt derart verunsichert, dass ich mich kaum noch traue, einen Supermarkt zu betreten. Was soll bloß werden? Wie kann ich noch guten Gewissens einkaufen gehen wenn ich nicht mehr weiß, was richtig und was falsch ist? Wer kann mir helfen..?  HILFE!

-Ende-

Copyright 2012 by Felis Breitendorf

Bildrechte: “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Alltag-100-minus80-0.jpg” (Originaltitel: Alltag3.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Kaufempfehlung des Autors:

Gätjen, Edith
Das geniale Familien-Kochbuch

Unser Wochenplaner: saisonal einkaufen, entspannt kochen und vergnügt essen

Verlag :      TRIAS
ISBN :      978-3-8304-6486-0
Einband :      Paperback
Preisinfo :      17,99 Eur[D] / 18,50 Eur[A] / 25,20 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 15.02.2012
Seiten/Umfang :      ca. 216 S. – 22,0 x 23,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      2. Auflage 08.02.2012

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Dieses Buch macht Schluss mit dem täglichen Stress: Auf die Frage “Was koche ich heute?” hat der ausführliche Rezeptteil über 360 (!) Rezepte für warme Mahlzeiten, schnelle Snacks, kalte Speisen und Fest-Menüs parat. Auch das “Was kaufe ich ein?” beantwortet der Wochenplaner: Immer aktuell zur Jahreszeit passend. Und immer so ausgewählt, dass Geld und Zeit gespart werden. Doch das Allerbeste ist: Die vorgeschlagenen Gerichte sind supergesund und schmecken superlecker! Die Auszeichnung als “beste Köchin worldwide” ist somit gesichert!

Frisch, saisonal und gesund kochen – hört sich in der Theorie super an! Aber im turbulenten Familienalltag ist das manchmal gar nicht so leicht. Mal gehen die Rezeptideen aus, mal die Zeit – und schon landen wieder die Spaghetti im Topf. Mit diesem Familien-Kochbuch haben Sie die Lösung: Rezeptpläne für jede Woche des Jahres. Fix und fertig geplant, garantiert saisonal und gesund.

- Saisonale Angebote nutzen: Jede Woche steht ein anderes Gemüse oder Obst im Vordergrund – je nachdem, was der Wochenmarkt und der eigene Garten gerade hergeben.

- Zeit sparen mit dem Wochenplan: Ob schnell und preiswert für jeden Tag oder aufwändiger fürs Wochenende – mit der praktischen Einkaufsliste ist immer alles im Haus.

- Für den großen und kleinen Hunger: Sättigende Hauptgerichte und schnelle Kleinigkeiten für Zwischendurch.

- Praktische Kombi-Rezepte: Jede Woche aufeinander abgestimmte Kochideen. Kochen und dabei gleich die nächsten Mahlzeiten vorbereiten.

Edith Gätjen ist Ökotrophologin und Mutter von vier Kindern. Sie arbeitet seit über 25 Jahren im Bereich Säuglings- und Kinderernährung; u. a. ist sie Dozentin an der UGB-Akademie und leitet dort den Ausbildungsbereich für FachberaterInnen für Säuglings und Kinderernährung. Seit 2010 arbeitet sie in der Arbeitsgruppe “Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie” des AID, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

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